Freistellung für Pflege der Eltern?

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franzi

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Folgende Situation:
Meine Eltern sind beide krank (allerdings nicht Pflegestufe).
Meine Mutter ist psychisch krank und mein Vater hat Krebs.

Ich bin das einzige Kind.
Wie läuft das mit der Arge, wenn sich die beiden nicht mehr selbst versorgen können (Haushalt, Einkauf, Körperpflege etc.)

Hinzu kommt dass beide im EU-Ausland leben. Dort gibt es andere Richtlinien und Einteilungen in den Pflegestufen.
Dort gibt es auch Pflegegeld, das ich beziehen könnte.

Weitere Frage: würde mir das (ausländische) Pflegegeld, welches ich dann für meine Eltern (oder einen Elternteil) beziehen würde, als Einkommen angerechnet werden?

Nächste Frage: Wie verhält es sich mit Pflicht zur Ortsanwesenheit, weil meine Eltern im Ausland wohnen?

Es ist noch nicht klar, ob meine Eltern in ihrem gewohnten Umfeld bleiben werden oder irgendwann doch in meine Nähe ziehen wollen. (In die gleiche Wohnung geht nicht, da zu wenig Platz).

Was würde da von Seiten der Arge auf mich zukommen?
Bin selbst chronischer Schmerzpatient und GdB 20.
Allein die Versorgung meiner Eltern würde bereits an die Grenzen meiner körperlichen Leistungsfähigkeit gehen.
(Mir graut schon davor, wenn ich daran denke ... :icon_rolleyes:)

Hat jemand von euch eine ähnliche Situation?
 

franzi

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Das hatte ich schon gelesen. Das hilft mir aber nicht weiter. Deswegen hab ich ja diesen Thread geöffnet.
 

ela1953

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franzi

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Mir geht es in erster Linie um die Frage, ob ich weiterhin ALG II beziehen könnte, wenn ich mich um beide Elternteile kümmern müsste.

Oder ob ich dann eine Fremdbetreuung für meine Eltern organisieren muss (dass müssten dann halt meine Eltern aus eigenen Ersparnissen finanzieren), damit ich voll vermittelbar bleibe.

Wobei mir es natürlich lieber wäre, wenn ich meine Eltern selbst betreuen könnte. Fremdbetreuung ist ja nicht immer nur eine finanzielle Sache, sondern auch der menschliche Aspekt spielt eine wesentliche Rolle.

Andere Verwandte, die die Betreuung übernehmen könnten, habe ich nicht bzw. sind jene auch selbst krank oder schon zu alt oder keine Zeit wegen eigener Familie mit kleinen Kindern etc.

Also fällt die Sache wieder auf mich zurück. Im Moment ist das noch kein Thema, aber es könnte bald eins werden.

Derzeit macht mein Vater noch den gesamten Haushalt allein, weil meine Mutter psychisch dazu nicht mehr in der Lage ist.
Aber er klagt jetzt schon über Überlastung.
Niemand weiß, wie lang das noch gut geht.
 

alvis123

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Hi, franzi...

ALG II bekommst Du im Prinzip nur im Inland und wenn Du länger als drei Stunden am Tag arbeiten kannst.

Daraus ergibt sich doch, dass Du Deine Eltern auch hier pflegen kannst. Dafür bekommst Du ja bei den Voraussetzungen auch Pflegegeld. Dies müsstest Du natürlich beim Amt angeben. Freibeträge findest Du hier im Forum.

Bist halt dann ein sogenannter Aufstocker.

MfG
 

Kijara

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franzi

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Das ausländische Pflegegeld ist sehr niedrig. Ich glaube nicht, dass man mir das als Einkommen anrechnen kann, weil es ja zweckgebunden ist für die Pflege der Eltern.
Es dient auch nicht als Einkommen für den Pfleger, sondern als eine Art "Aufwandsentschädigung".
Die Pflegestufen sind im Ausland anders eingeteilt als in D. Daher kann man nicht die gleichen Maßstäbe anlegen.
 

alvis123

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Hi, Franzi...

Deine ursprüngliche Frage war ja, ob Du weiter ALGII bekommst, wenn Du Deine Eltern pflegst.
Mag sein, dass das Pflegegeld nicht als Einkommen gezählt wird; aber der ARGE müsstest Du dann immer noch zur Verfügung stehen.
Auf jeden Fall wirst Du ein Zeitproblem kriegen, es sei denn, Du kannst an zwei Orten gleichzeitig sein. Die ARGE wird dies natürlich zu Deinen ungunsten auslegen.

MfG
 

SchnuffyPurzel

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Pflegegeld darf nicht als einkommen angerechnet werden.
Das pflegegeld ist zweckgebunden und kein Gehalt!

Das was Kijara schreibt stimmt.

Man kann aber geltend machen das die richtwerte mit der Arbeitszeit bei den Pflegestufen bei einem nicht hinkommt.

siehe hier:Zumutbarkeit
1.1.4 Pflege eines Angehörigen (§ 10 Abs. 1 Nr. 4)
Bei erheblicher Pflegebedürftigkeit (Stufe I) ist die Pflegetätigkeit in
der Regel, allerdings unter Berücksichtigung der tageszeitlichen
Verteilung, mit einer Vollzeittätigkeit vereinbar.
Bei Pflegestufe I bis III können sich aus der Pflege Einschränkungen
hinsichtlich Dauer, Lage und Verteilung der Arbeitszeit ergeben. Die
durch den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen nachgewiesenen Einschränkungen
sind einzelfallbezogen mit dem persönlichen Ansprechpartner
zu besprechen. In die Eingliederungsvereinbarung ist
aufzunehmen, unter welchen Bedingungen eine Arbeit zumutbar ist.

Bei meinen Mann (MS) mit Pflegestufe 1 schwankt der Aufwand auch aufgrund der Krankheit einfach massiv. Ich kann daher im Moment nicht Vollzeit. Dies muss die Arge akzeptieren. (Tut sie auch im Moment)
 

Martin Behrsing

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ALG II ist davon abhängig, dass Du dich in Deutschland aufhältst. § 7 SGB II. Dieser § ist eindeutig. Ausnahmen gibt es nur für begrenzte Zeiten, wo z.B. ein Arbeitsplatz gesucht wird.
 

franzi

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Möchte meinen alten Thread nochmals hervor holen, weil es mittlerweile akut wird...

Zurück zum Ursprungsthema: ich hatte vergessen zu erwähnen, dass meine Eltern keine deutschen Staatsbürger sind, daher im Ausland Anspruch auf Pflegeleistungen haben.

Wenn ich sie zu mir nehmen würde (was derzeit räumlich gar nicht möglich ist), könnten sie zwar im Rahmen der europäischen Regelungen Pflegegeld (aus ihrem Heimatland) beantragen, was jedoch erheblich niedriger ausfallen würde, als wenn sie im Heimatland blieben.

Nach wie vor bin ich intensiv auf der Suche nach einer Wohnmöglichkeit für meine Eltern in meiner Nähe, was sich durch den angespannten Immobilienmarkt in letzter Zeit weiter verschlechtert hat. Und mir läuft die Zeit davon.

Nach wie vor habe ich eine Reihe von offenen Fragen, auf die ich bisher nirgends Antworten fand.
Klären konnte ich bisher nur, dass ich nicht für den Elternunterhalt herangezogen werden kann, solange ich kein Vermögen habe und ALG II beziehe.

Eine weitere Frage ist, ob ich jedesmal eine Ortsabwesenheit beantragen muss, wenn ich zu meinen Eltern reise?
Und was mache ich, wenn diese nicht bewilligt wird, ich jedoch trotzdem zu ihnen fahren muss wegen akuter Notwendigkeit?
Oder wenn ich in eine Maßnahme muss und deshalb für meine Eltern nicht kurzfristig verfügbar sein kann?
 

franzi

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Im Ausland gibt es keine Pflegekasse.
Und die deutsche Pflegekasse ist nicht zuständig.
Ich habe bei der Krankenkasse meiner Eltern angefragt, die geben aber keine Auskunft, nur an meine Eltern selbst.
 

Helga40

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Das Problem ist doch, dass du irgendwie um den heißen Brei drumrumredest.

Wie willst du eine (richtige) Pflege gewährleisten, wenn die Eltern im Ausland leben? Das ginge nur, wenn du deinen Lebensmittelpunkt ebenfalls dorthin verlagerst. Ansonsten wären deine Reisen dorthin einfach nur Besuche und ja, die fallen natürlich unter die Ortsabwesenheitsregelung. Wird die nicht genehmigt, hast du keinen Anspruch auf ALG 2. Ziehst du ins Ausland, hast du keinen Anspruch auf ALG 2.

Wo befinden sich denn deine Eltern? Wie läuft die Pflege gemeinhin in diesem Land ab, denn auch dort wird es ja sicher so sein, dass die meisten Familienangehörigen normalerweise arbeiten?

Kommen die Eltern nach Deutschland, wird es ohne Pflegestufe schlecht möglich sein, das JC zu überzeugen, dass du wegen der Pflege der Eltern nicht vermittelbar bist. Denn die fachlichen Hinweise gehen ja sogar bei Pflegestufe 1 noch von einer zumutbaren Vollzeitarbeitstätigkeit aus.

Was hat sich in den 6 Jahren seit Beginn der Anfrage denn gesundheitlich bei deinen Eltern getan? Gerade bei der Krebserkrankung deines Vaters sollte es doch Veränderungen gegeben haben?
 
D

Don Vittorio

Gast
dass meine Eltern keine deutschen Staatsbürger sind,
Wenn ich sie zu mir nehmen würde

Das würde nur gehen, wenn Deine Eltern aus eigener Kraft für ihren Lebensunterhalt sorgen könnten und dazu auch Krankenversichert wären, oder Du persönlich für alle Kosten haftest. Anspruch auf Sozialleistungen in Deutschland hätten sie unter diesen Umständen nicht.
 
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