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Freie Mitarbeit - Stundenvergütung ?

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kohlhaas

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#1
hallo,

früher habe ich nur als Angestellter gearbeitet, nun bin ich auch bereit, als freier Mitarbeiter tätig zu werden - eben um aus dem bezug von ALG II rauszukommen. Nun hab ich ein Problem. Ich habe euin Angebot, als "Freier" zu arbeiten, weiß aber nicht was ich als Vergütung nehmen müsste.

Versteht mich richtig: ich weiß schon was ich brutto bzw. netto als Angestellter bekommen habe und als Gehaltsvorsdtellung angeben würde. Als freier Mitarbeiter muß ich doch wohl anders rechnen, da die AG-Beiträge wegfallen, bzw. ich alles selber tragen muß. Kann ich - um auf eine Zahl zu kommen - bspw.den Brutto-Netto-Gehaltsrechner hier http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/special/126/44082/14/ nehmen und dann als Monatsvergütung den Betrag für die "Arbeitgeberbelastung" nehmen und durch die Anzahl der Arbeitsstunden teilen ?
 

Borgi

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#3
Als freier Mitarbeiter solltest du generell mindestens 80% über dem guten Bruttolohn liegen. Angenommen dein Bruttolohn lag bei 2000 Euro. Dafür hast du 172 Stunden gearbeitet. demnach hattest du einen Bruttolohn von ca. 11,60 Euro/h. Dann musst du als "freier Mitarbeiter" jetzt einen Stundenlohn von mindestens (!) 21,- Euro verlangen. Der Lohn/die Arbeitsvergütung sollte aber eher bei 25 bis 40 Euro liegen. Meine Friseuse (Meisterin) nimmt für waschen, schneiden und föhnen, was maximal ganze 30 Minuten dauert, satte 18,60 Euro. Das sind in der Stunde dann etwa 30,- Euro + Trinkgeld.

• Du bekommst nichts wenn du krank bist
• Du verdienst nichts, wenn deine freie Mitarbeit nicht verlangt wird
• Du musst alle Sozialversicherungen selber tragen
• Du musst Rücklagen bilden können
• Du musst dir dein eigenes "Urlaubsgeld" bezahlen
• Es gibt schlechte Auftragslagen die berücksichtigt werden müssen (am besten als Urlaub nutzen)
• IHK und Berufsgenossenschaften halten gerne die Hände auf (bist aber nicht dazu verpflichtet diese auch zu füllen)
• Du musst eine Berufshaftpflicht, Erwerbsunfähigkeitsversicherung abschließen
• Soll es auch mal ein angestellter werden?
• Es fallen Betriebskosten an
• Auch Steuerberater wollen Geld sehen
• Du bist dein eigener Chef und zugleich eigener Sklave. Wie willst du den Sklaven behandeln?
• Nicht jeder "Auftraggeber" rechnet so ab wie du und kürzt die Rechnung, oder zahlt erst gar nicht.



Überleg dir die "freie Mitarbeit" gut. Sieh zu, dass du mehrere Auftraggeber hast, die dich am fressen halten.
 

kohlhaas

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#5
Nicht jeder "Auftraggeber" rechnet so ab wie du und kürzt die Rechnung, oder zahlt erst gar nicht.
Borgi, dass kannn dir aber als Angestellter auch passieren. Man sollte wohl einen schriftlichen Vertrag über die freie Mitarbeit abschließen und hat dann was gegenüber dem Auftraggeber in der Hand. Aber - wie geasagt - ich hab da noch keine eigene Erfahrung.
 

burki

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#6
Hi,
da ich in meinem Berufsleben etwa 15 Jahre selbstständig war, meine Meinung: Vergiss die ganzen pauschalen Rechenspielchen!

Entscheidend ist, was Du genau machen möchtest und wohin das Ganze führen soll.

Dinge wie:
- stehst Du im direkten Mitbewerb mit anderen Freiberuflern?
- ist es ein langfristiger Auftrag?
- wie sieht der Rahmenvertrag aus (z.B. bzgl. Nachbesserungen)?
- wie hoch sind Deine Fixkosten?
...

Natürlich sollte man nicht, wenn sich der russische Mitbewerber für 10 EUR/h anbietet (ist in meinem Bereich als Softwareentwickler und Berater durchaus die Realität) mitziehen, doch "überhöhte" Honorarvorstellungen können sehr schnell nach hinten losgehen (man hat dann wohlmöglich schlicht und ergreifend keinen Umsatz mehr).
Ebenso (das machen die Handwerker vielleicht noch) ist es (gerade beim Einstieg) nicht unbedingt so, dass wirklich jede gearbeitete Minute auch in Rechnung gestellt werden sollte (bedenke auch, dass es durchaus sinnvoll ist, mindestens einen Tag pro Woche für Abrechnungen etc. freizuhalten und dass auch die eigene Fortbildung etwas Platz einnehmen sollte).
Bei langfristigeren Projekten bin ich zudem auch immer auf einen Tagessatz umgeschwenkt, wobei vom Freiberufler dann i.d.R deutlichst mehr Einsatz verlangt wird (nicht nur zeitlich), als von den Angestellten.

Was ich sagen mag: Es gibt keine Faustformel, doch als unterste seriöse Grenze täte ich auch bei einer "einfachen" und "absolut sicheren" freiberuflichen Tatigkeit etwa 20 EUR/h netto ansehen.

Borgi, dass kannn dir aber als Angestellter auch passieren. Man sollte wohl einen schriftlichen Vertrag über die freie Mitarbeit abschließen und hat dann was gegenüber dem Auftraggeber in der Hand.
zumeist hat dann ersteinmal der Auftraggeber etwas (gegen Dich) in der Hand (trotzdem sollte natürlich ein Rahmenvertrag vorhanden sein).
Wenn Du (noch) so unbedarft bist, dann lasse den Vertrag auf jeden Fall von jemand Fachkundigen überprüfen.
Gruss
burki
 
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