Freibetrag von 450 Euro Job oder von Einkünften aus Selbstständigkeit?

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Minifisch

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Hallo, leider habe ich schon wieder eine Frage. In der letzten zeit ist wieder einiges schief gelaufen aber nun habe ich einen Vertrag und fange übermorgen einen Job auf 450 Euro Basis an und bekomme dort auch fast diese Summe. Nun bin ich ja trotzdem noch selbstständig und erziele dort etwas, aber nicht so viel wie dann über den zusätzlichen Job. Nun meine Frage: beide Einkommensarten können ja nicht verrechnet werden und ich denke es gibt auch nur einmal den Freibetrag von 100 Euro (und halt prozentual noch was). Von welchem Geld wird das berechnet? Von den Einkünften aus selbständigkeit oder von dem 450-Job? Weil wenn ich das gesamte Geld aus der Selbstständigkeit für Werbung usw. verwenden könnte würde mir das sehr nützen für Akquise neuer Aufträge und Werbung. Ich weiß aber nicht ob das Jobcenter das akzeptiert und mir die Freibeträge von den 450 gewährt.
 

Koelschejong

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Die Einkommen werden zusammengerechnet. Und Du darfst nicht die Verluste aus der Selbstständigkeit mit dem Einkommen aus dem Minijob aufrechnen.
 

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Angenommen Du hast 450 EUR aus geringfügige Beschäftigung, und 350 EUR aus selbständiger Arbeit. Wäre ein gesamt Einkommen von 800 EUR.

Du hast einen Grundfreibetrag von 100 EUR.

800 Einkommen - 100 EUR Grundfreibetrag = 700 EUR zu verrechnendes Einkommen.

20% v.H aus 700 EUR = 140 EUR nicht anrechenbares Einkommen.

100 EUR Grundfreibetrag + 140 EUR nicht anrechenbares Einkommen = 240 EUR nicht anrechenbares Einkommen.

800 EUR zu verrechnendes Einkommen - 240 EUR nicht anrechenbares Einkommen = 560 EUR anrechenbares Einkommen.

Nicht berücksichtigt sind alle abzusetzenden Beträge die man noch zusätzlich geltend Machen kann.

Angenommen Du bist Ledig hast Regelbedarfsstufe 1/ 382 EUR und eine Miete von 450 EUR

Überweisungsbetrag 450 EUR + 382 EUR Regelbedarf + 240 EUR nicht anrechenbares Einkommen = 1072 EUR. Würdest Du das Umlegen auf 168 Std im Monat an normaler Arbeitszeit: 1072 EUR : 168 Std = 6,38 EUR Nettolohn, um 1072 EUR zu haben. Betrachtet man das, dass Dir dann nur 240 EUR bleibt, und legt diese um 240 EUR : 168 Std = 1,43 EUR Nettolohn
6,38 - 1,43 = 4,95 EUR.

Das heißt 4,95 EUR/Std erhälst Du vom Jobcenter um die Miete von 450 EUR zu Bezahlen + Deinen Regelbedarf in Höhe von 382 EUR gesamt = 832 EUR ( 1072 - 832 = 240 )

Du Arbeitest für 168 Std zu einem Stundenlohn von 1,43 EUR um 240 EUR mehr zu haben. Klopf ich Dir mal auf die Schulter :icon_klatsch:
 

Minifisch

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Also angenommen ich habe 300 Euro aus Selbständigkeit und 400 aus dem Job dann wird der Freibetrag von 700 Euro berechnet. Und bis 300 Euro kann ich dann Ausgaben für das Gewerbe gegenrechnen und alles darüber wäre meine Sache?

Noch eine Frage wie sieht es mit Fahrkosten aus wenn ich zum Job fahre: kann ich die über das Fahrtenbuch abrechnen oder müsste ich "privat" eintragen und die Fahrtkosten aus dem Freibetrag bestreiten?
 

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Also angenommen ich habe 300 Euro aus Selbständigkeit und 400 aus dem Job dann wird der Freibetrag von 700 Euro berechnet. Und bis 300 Euro kann ich dann Ausgaben für das Gewerbe gegenrechnen und alles darüber wäre meine Sache?

Noch eine Frage wie sieht es mit Fahrkosten aus wenn ich zum Job fahre: kann ich die über das Fahrtenbuch abrechnen oder müsste ich "privat" eintragen und die Fahrtkosten aus dem Freibetrag bestreiten?

300 EUR aus Selbstständigkeit + 400 EUR aus Job = Gesamteinkommen 700 EUR

700 EUR - 100 EUR Grundfreibetrag = 600 EUR anrechenbares Einkommen

20% v.H aus 600 EUR = 120 EUR nicht anrechenbares Einkommen

100 EUR Grundfreibetrag + 120 EUR nicht anrechenbares Einkommen = 240 EUR nicht anrechenbares Einkommen

700 EUR Gesamteinkommen - 240 EUR nicht anrechenbares Einkommen = 460 EUR anrechenbares Einkommen.

Zu dem Fahrtenbuch würde ich das Führen, und festhalten welche Fahrten Betrieblich sind, oder Privat. Oder Du nimmst die 1 % Reglung in Anspruch. Das betriebliche Fahrzeug, welches auch für Private Fahrten genutzt wird, muss zu mehr als 50% betrieblich genutzt werden. Dies bedeutet, das es notwendiges Betriebsvermögen darstellen muss. Falls der Nutzungsanteil weniger als 50% ist, kann nur noch die Fahrtenbuch-Regelung in Betracht gezogen werden.
 

Koelschejong

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In den € 300 aus Selbstständigkeit sind die Betriebsausgaben doch bereits enthalten, da können doch keine weitere Betriebsausgaben kommen.

Fahrtkosten, ich meine das gehört in die Privatfahrten der EKS (B 5.2 ???)

Ob's das JC genauso sieht - keine Ahnung.
 

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So weit ich weiß, wenn die Fahrkosten sich höher belaufen als der Grundfreibetrag, wird anstelle des Grundfreibetrags die tatsächlichen Fahrkosten angesetzt. Zu der Behandlung des Grundfreibetrags, wäre § 11b SGB II hinzuzuziehen i.V.m Alg II-V
 

The_Vulcan

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Ja deine Geschäftlichen Ausgaben sind nur von den Einnahmen (deinen 300.-) Abzuziehen.
Wenn Du mehr ausgibst (z.b. aus deinem Privatvermögen investierst) ist das eigentlichd eine Sache. Allerdings sieht das Jobcenter sowas natürlich nicht gerne, dein Unternehmen soll ja Gewinn machen damit Du bald kein ALGII mehr brauchst bzw. das Jobcenter Geld von Dir zurück bekommt.


Wenn Du zum Job fährst gilt das als PRIVATe fahrt. Leider, auch wenns nicht wirklich als Freizeitbeschäftigung ist... deswegen muss ich derzeit auch mit ÖPNV zur Arbeit ... komme dadurch zwar wieder unpünktlich und brauche doppelt so lang... aber anders geht es nicht wegen der 51% Regel bei primär Geschäftlich genutzten Fahrzeugen.
 
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