Freibetrag für Einkommen durch Werbung z.B. Videoportal

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romeo1222

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(Bitte verschieben, falls nicht richtiges Themenforum)

Hallo,

wenn ich jetzt z.B. in einem Videoportal Geld durch automatische Werbung verdiene, gilt dann ein Freibetrag von 100€ monatlich?

Habe ein bisschen im Internet gesucht, und verschiedenes gefunden.

Man gilt dann wohl als Freiberufler. Die Versicherungspauschale in Höhe von 30€ wurde zwar auch genannt, aber 100€ müsste der richtige Wert sein, der anrechnungsfrei pro Monat bleibt, oder?
 

HartzVerdient

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100€ Freibetrag. Und von dem Rest dann nochmal 20%, wenn ich mich nicht irre.

Also wenn du 200€ auf YouTube bekommst, dann 100€ davon abziehen. Bleiben also 100€ übrig. Davon dann auch nochmal 20% und der rest wird mit ALK2 verrechnet.

Alles so rund um 20€ +/- (so genau habe ich das gerade nicht vorliegen), würde das als Bagatellbetrag gelten.

Anregung: PayPal oder Patreon "Spenden"... Je nach Jokecenter gilt das nicht als Einkommen...
 

romeo1222

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Danke, ja das hatte ich mir auch gedacht (also mit dem Freibetrag). Aber Ämter sind ja kreativ bei sowas und wollen vielleicht nur die Versicherungspauschale einem lassen.

Dabei muss man ja sogar einen vertrag abschließen, um überhaupt Geld verdienen zu dürfen, sei es mit Videoportalen oder dem größten Suchmaschinenanbieter.

200€ finde ich persönlich ein bisschen utopisch, aber jeder fängt ja mal klein an :) Dann würde auch bald das Finanzamt die Hände aufhalten wollen. Laut einer Mitarbeiterin dort wäre die Grenze bei 450€ im Jahr.

Paypal-Kontoauszüge können auch vom Amt eingefordert werden, daher wäre das keine gute Idee. Ebenso wird vermutlich der Vertragspartner für den Werbedeal das Finanzamt von sich aus unterrichten und spätestens dann würde man doppelt in Erklärungsnot kommen, sowohl dem Finanzamt als auch dem Jobcenter gegenüber.

Solange man 100€ frei pro Monat hat, ist auch alles gut :)
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

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Hallo!

Sind das denn laufenden Einnahmen, sprich fallen sie monatlich an? Ausführlich kannst du dich in der Alg-II-V zu den §§ 11 informieren.
 

TazD

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Den Freibetrag gibt es bei Einkommen aus Erwerbstätigkeit. Die Erwerbstätigkeit setzt einen entsprechenden Arbeitsvertrag voraus und nur dann kann der Freibetrag in Anspruch genommen werden.
Alles andere sind Einnahmen in Geld und entsprechend voll anzurechnen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

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TazD

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Wer als Freiberufler gilt, ist in § 18 EStG geregelt. Der TE gehört nicht dazu. Also wäre er entweder Selbstständiger, mit allen dazugehörigen Pflichten (bspw. Gewerbeanmeldung, ... ) oder aber AN. Zu letzterem gehört ein Arbeitsvertrag.
Da dieser aber nicht vorhanden sein wird, läuft es auf eine Einnahme in Geld hinaus, ohne dass der Freibetrag für Erwerbstätige geltend gemacht werden kann.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

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Geht es etwas weniger persönlich und dafür sachlicher?

Eine abschließende Auflistung, was freiberufliche Tätigkeiten sind, gibt es dort nicht. romeo1222 wird zudem keine Einzelfall sein, da das keine ganz neue Einkommensquelle ist.
 

TazD

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Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, ....
Dann erläutere doch bitte, inwiefern die "Tätigkeit" des TE unter eine der zitierten fallen könnte.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Das überlassen ich und wir besser sachkundigen Menschen.

Ein Bekannter von mir hatte einen solchen freiberuflichen Nebenverdienst. Das Finanzamt wird ein nicht unberechtigtes Interesse daran haben, das entsprechend einzuordnen.
 

TazD

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Ein Blogger könnte beispielsweise Einnahmen aus journalistischer oder wissenschaftlicher Tätigkeit erzielen, wenn er Fachartikel veröffentlicht. Die Einnahmen aus Werbebannern sind dementgegen jedoch zweifelsfrei den Einkünften aus Gewerbebetrieb zuzuordnen.
Ein YouTuber könnte mit seiner Tätigkeit als Filmemacher ebenfalls als Freiberufler eingestuft werden, wenn seine Inhalte einem entsprechenden Standard entsprechen. Hierbei ist laut herrschender Meinung vor allem auf den Grad der Professionalisierung abzustellen.
Quelle: https://blog.all-in-one-consulting.de/steuern-youtuber-influencer-websitebetreiber/

Hervorhebung durch mich. Darf sich jetzt jeder selbst seine Gedanken dazu machen und die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen.
 

TazD

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Wenn es entsprechend eingeordnet wird, dann schon. Ist nur fraglich, ob sich das dann überhaupt noch lohnt aufgrund der Pflichten als Gewerbetreibender.
 

romeo1222

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Wer als Freiberufler gilt, ist in § 18 EStG geregelt. Der TE gehört nicht dazu.

Da gibt es aber mehrere Dinge, die zutreffend sein könnten. Schriftstellerisch, wenn man z.B. einen Blog hat oder der journalistisch sein soll. Letzteres mit dem journalistischen würde z.B. auch durch Videos in einem Videoportal gehen. Ob man schriftstellerisch in Videos tätig sein kann, dieses weiß ich nun nicht, ob dieses zutreffend sein könnte.

Bildberichterstatter könnte auch noch zutreffend sein.

Die Einnahmen wären nicht monatlich, da ich zu wenig verdienen würde, um die Auszahlungsgrenze von 50€ zu erreichen. Alle drei Monate wären ca. 60€ drinnen.

Somit würde es ca. 4mal im Jahr eine Auszahlung geben. Sollte wirklich nur 30€ gelten, dann würde ich es wohl sein lassen. Die paar Euro die dann noch übrig bleiben im Jahr (da man eine höhere Jahresgebühr zahlen muss, um überhaupt Werbepartner zu werden). Dann rentiert es sich nicht, wenn am Ende vielleicht 30€ im Jahr oder so übrig bleiben, man dafür regelmäßig alle Stellen über die Einkünfte informieren muss.

Es gibt wie gesagt einen Verwertungsvertrag in dem ich "Autor" genannt werde. Dafür verkaufe ich die Lizenzen an allen Inhalten, die ich je bei der Plattform veröffentlicht habe. Dafür bekomme ich ein paar Cent pro Tag als Vergütung in Abhängigkeit der Besucheranzhal usw.

Zusatz: Wie gesagt, ich hatte bereits Kontakt mit dem Finanzamt, und die interessieren sich erst bei einem Betrag von 450€ im Jahr, vorher ist es denen egal. Erst wenn ich dieses erreiche, würde ggfls. auch eine Anmeldung usw. stattfinden. Hatte extra damals auch gefragt wegen Anmeldung usw.

Erwähnenswert ist vielleicht auch noch, dass ich pro Tag 1-2 Stunden Arbeit damit verbringe. Im Jahr sind es deutlich über 350 Tage. (Ich hatte bisher keinen Werbedeal, die Arbeit war bis dato aber die gleiche). Denn durch einen Werbedeal ändert sich ja nichts an der Arbeit. Klar, ich könnte mich zurücklehnen und keine neuen Inhalte evröffentlichen. Dann würde ich aber spätestens in ein paar Monaten kein Geld mehr verdienen können, weil sich keiner mehr für einen interessiert.
 
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TazD

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Da gibt es aber mehrere Dinge, die zutreffend sein könnten. Schriftstellerisch, wenn man z.B. einen Blog hat oder der journalistisch sein soll. Letzteres mit dem journalistischen würde z.B. auch durch Videos in einem Videoportal gehen. Ob man schriftstellerisch in Videos tätig sein kann, dieses weiß ich nun nicht, ob dieses zutreffend sein könnte.
Ein Blog oder ein Videokanal fällt unter eine literarische oder künstlerische Tätigkeit und wäre somit freiberuflich. Generierte Werbeeinnahmen über Klicks oder anhand der Besucherzahlen oder oder sind es aber nicht. Diese Einnahmen gehören in den gewerblichen Bereich.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

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Ein Gewerbe kann man bei dem geringen Umsatz wohl kaum anmelden.

Das ist eher ein Hobby, das etwas Geld abwirft.

Wenn du kein anderes Einkommen hast, dürftest du durch die Versicherungspauschale immerhin ca. 50% behalten. Monatlich Auszahlung ist ja offensichtlich nicht möglich.
 

Annie

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Es gibt wie gesagt einen Verwertungsvertrag in dem ich "Autor" genannt werde. Dafür verkaufe ich die Lizenzen an allen Inhalten, die ich je bei der Plattform veröffentlicht habe. Dafür bekomme ich ein paar Cent pro Tag als Vergütung in Abhängigkeit der Besucheranzhal usw.

Das wäre dann aber eine freiberufliche Tätigkeit und dafür brauchst du kein Gewerbe. Da kannste dann auch die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG in Anspruch nehmen wenn du nur so kleine Einnahmen hast. Dann hast du auch die Vereinfachung der MwSt. Freibetrag beim JC sind dann 100€.
 

romeo1222

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Werde dann berichten, wie es ausgeht, sobald nächsten Monat das erste Geld fließt. Zur Not würde ich es auch gerichtlich mit einem Anwalt klären lassen, falls die wirklich nur die Versicherungspauschale mir lassen. Dann hätte ich nach Zahlung des Premiumaccounts nur noch wenige Euro auf das ganze Jahr bezogen Plus gemacht (natürlich unter der Vorraussetzung von 3-4 Zahlungen pro Jahr), was sich wie gesagt gar nicht lohnt (Jobcenter will darüber informiert werden, Kreis will informiert werden wegen Eingliederungsleistungen und dazu das Gericht da in der Vergangenheit Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe bewilligt wurde). Das lohnt sich dann halt nicht bei 20€ Gewinn im Jahr (nach Abzug des Premiumaccounts, der ja wie geschrieben vorgeschrieben ist).

Sollten die 100€ pro Monat als Freibetrag gelten und es mal mehr als 100€ im Monat geben (was ich derzeit nicht glauben kann), ist es ja vollkommen in Ordnung, dass der Betrag über den 100€ angerechnet wird.
 

romeo1222

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Habe heute morgen noch etwas recherchiert im Internet bezüglich Gewerbeanmeldung und dort stand, dass man bereits ab dem ersten Cent ein Gewerbe anmelden muss. Das wurde hier ja auch bereits geschrieben.

Gleichzeitig hatte ich mich mal bei einem Anwalt erkundigt.

Laut dem Anwalt müsste es 100€ Freibetrag geben, wenn da ich sehr aktiv bin und es auch auf eine lange Dauer ausgerichtet ist. Eine Gewinnerzielungsabsicht gibt es ja so gesehen schon und somit würde auch im Sinne eine Tätigkeit mit Erwerbseinkommen vorliegen.

Das Gewerbeamt meinte, dass ich (noch) kein Gewerbe anmelden muss. 60€ in drei Monaten sind viel zu wenig und selbst wenn es 200-300€ im Jahr wären, wäre es zu wenig laut ihrer Aussage. Einen Betrag konnte sie aber auch nicht nennen, weil es keinen festen Betrag dafür im Gesetz gibt. Dann hat die noch sowas wie Steuermindernde Sachen wie Strom, Kamera, PC, Programme für den PC, Batterien für die Kamera, Heizung usw. genannt.

Also werde ich wohl leider nie steuerpflichtige Einnahmen generieren können, schade. Aber ich könnte ja auch dann ab 450€ (was ich vielleicht mal erreiche, vielleicht auch nicht, keine Ahnung) einfach das alles verschweigen, dann dürfte ich auch Steuern zahlen :biggrin:
 

romeo1222

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Wenn du freiberuflich tätig bist brauchst du aber gar keinen Gewerbeschein.

Keine Ahnung, ich hatte mich auch mal an die BMAS gewendet die einen extra Bereich für Existenzgründer haben. Bin darauf aufmerksam geworden, weil die einen Frageartikel veröffentlich hatten über jemanden, der auch durch Werbung, allerdings in einem Blog, ein bisschen Geld verdient.

Die Antwort ob 100€ oder 30€ blieb aus, dabei ist es ja sogar das gleiche Ministerium wie AfA / JC.

Jedenfalls, die schrieben, dass das Gewerbeamt entscheidet ob man freiberuflich eingetragen bekommt bei dem Gewerbe oder Selbstständigkeit.

Dann haben die da wohl gar keinen Plan, von dem, was die da schreiben.
 

romeo1222

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Habe erneut ein bisschen im Internet recherchiert und als Freiberufler würde ich defintiv nicht gelten, da es ja keine Auftragsarbeiten sind.

Werde dann nächste Woche ein Gewerbe als Kleinunternehmer anmelden und mich selbstständig machen, dann dürfte es theoretisch keine Probleme mit den 100€ Freibetrag geben.

Werde dann auch bei der IHK zwangsangemeldet, aber mit meinen niedrigen Einnahmen wäre ich dort umsonst drinnen. Erst ab 5.000€ pro Jahr oder so müsste man Gebühren zahlen.

Müsste auch einmal im Jahr eine Umsatzsteuererklärung abgeben, was ja ziemlich sinnfrei ist, wenn man keine Waren oder Dienstleistungen verkauft, aber nun gut, dafür ist im Gesetz halt keine Ausnahme vorgesehen.
 

romeo1222

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Habe jetzt Nachricht von der BMAS bekommen und damit sind meine Pläne erstmal wieder über den Haufen geworfen wurden.

"Wir empfehlen Ihnen, noch einmal Kontakt mit dem Gewerbeamt aufzunehmen, wenn die Einnahmen sich erhöhen. Das Jobcenter gewährt bei Einkommen aus Erwerbstätigkeit den Freibetrag von 100 Euro. Deshalb steht auch Ihnen dieser Freibetrag zu.

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an das unten aufgeführte Bürgertelefon zur Arbeitsmarktpolitik und -förderung wenden. Dort erhalten Sie auch Auskünfte rund um das Arbeitslosengeld II.
"


Scheint sehr sicher zu sein die Antwort, auch wenn leider kein Name in der Mail steht. Die werde ich aber mit ausdrucken, wenn ich das erste Geld erzielt habe.

Also doch erstmal kein Gewerbeamt.
 
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