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Freiberufliche Tätigkeit neben ALG 1- Bezug

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Nicht offen für weitere Antworten.

Dillinger

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#1
Liebe Forum- Mitglieder,

seit April diesen Jahres erhalte ich nach meiner Elternzeit ALG 1. Bereits seit zwei Jahren habe ich mich beim Finanzamt als freiberufliche Dozentin angemeldet und wollte diese Tätigkeit auch nun aufrechterhalten, zumal sie sinnvoller meiner Qualifikation entspricht als vielleicht ein 165,-€ Job in der Gastronomie.

Bei meiner Nachfrage gegenüber der Sachbearbeiterin der Arbeitsagentur erklärte mir diese, dass ich auch als Freiberufler pro Monat nur 165,- € dazu verdienen kann. Da man wohl auch kein jährliches Mittel bilden kann, um dann montalich geschlüsselt auf die 165,- € zu kommen, hätte sich für mich das Weiterführen meiner Freiberuflichkeit nicht gelohnt. Dann habe ich jedoch von einem Bekannten gehört, dass er sich für Honoraraufträge bei der Arbeitsagentur abmeldet (Unterbrechung des Leistungsbezuges), um zu vermeiden, dass er seinen Zuverdienst fast komplett abgeben muss.

Meine Frage lautet nun: Inwieweit und ob überhaupt wird das Einkommen, dass man bei der Unterbrechung des Leistungbezuges erhält, angerechnet? Ist man da der Arbeitsagentur gegenüber über die Höhe des Verdienstes angabepflichtig, weil man ja offiziell zur Zeit des Verdienstes nicht unter deren Schirm steht? Kann man sich auch für einen 8- Stunden- Kurs und somit für einen Tag bei der Agentur abmelden oder müssen es immer mehr als die üblichen 15 Stunden sein?

Ich bedanke mich im Voraus für Eure Antworten,
herzliche Grüße
Dillinger

 

ladydi12

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#2
Hallo Dillinger,

erst einmal Willkommen im Forum.

Meine Frage lautet nun: Inwieweit und ob überhaupt wird das Einkommen, dass man bei der Unterbrechung des Leistungbezuges erhält, angerechnet? Ist man da der Arbeitsagentur gegenüber über die Höhe des Verdienstes angabepflichtig, weil man ja offiziell zur Zeit des Verdienstes nicht unter deren Schirm steht? Kann man sich auch für einen 8- Stunden- Kurs und somit für einen Tag bei der Agentur abmelden oder müssen es immer mehr als die üblichen 15 Stunden sein?
Beim Einkommen bleiben bei ALG1, ws du ja offensichtlich erhälst, 165€ anrechnungsfrei, egal, ob du freiberuflich arbeitest oder angestellt bist. Dem Arbeitsamt bist du in der Regel, was den Zuverdienst betrifft, immer auskunftspflichtig. Da aber als Freiberufler das neben einkommen stets schwankend ist, ist es meines erachtens immer ratsam, auf der Nebenverdienstbescheinigung immer den Freibetrag als Monatsdurchschnitt einzutragen und sich immer Kopien der Rechnungen für evtl. Rückfragen zu machen.

Hoffe, dir damit etwas geholfen zu haben.

liebe grüße
ladydi12
 

gelibeh

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#3
Du kannst Dich für die Zeit abmelden, hat ein Bekannter auch so gemacht. Für die Zeit hat er dann aber seine Krankenversicherung selbst zahlen müssen. Steuer sind ja eh klar.
 

Dillinger

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#4
Liebe Forums- Mitglieder,
vielen Dank für die ersten beiden Antworten. Nun würde ich gern noch einmal anfragen, ob man sich auch für einen 8- Stunden- Kurs und somit für einen Tag bei der Agentur abmelden kann oder ob es immer mehr als die üblichen 15 Stunden sein müssen? Mein "Problem" ist nämlich ein Tagessatz von 300,-€ für meine freiberufliche Tätigkeit, die jedoch, wie das bei solchen Jobs üblich ist, nur etwa aller 2- 4 Monate überhaupt angefragt wird. Deswegen dachte ich, es wäre besser sich mal für einen Tag abzumelden, um dann über das Jahr ca. genauso viel dazu verdienen zu können, wie ALG 1- EmpfängerInnen, die einen regelmäßigen 165,- € - Job haben. Kann mir da jemand einen Tip geben?
Herzlichsten dank für Eure Hilfe im Voraus,
Dillinger
 

Musterfrau

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#5
Habe, wie Du, ebenfalls ´mal eine freiberufliche Dozententätigkeit ausgeübt. Als Nachweis habe ich für jeden Monat Rechnung und Kontoauszug vorgelegt und eine Pauschale von 30 % geltend gemacht.
Auf die oftmals ausgebrachte (m. E. geschäftsschädigende) Aufforderung, eine Bescheinigung des/der Auftraggebers beizubringen, muß man sich also nicht einlassen.

Als ich mit einer freiberuflichen Tätigkeit einmal die 15 Stunden-Grenze zu sprengen drohte, habe ich mich telefonisch (besser: schriftlich) beim Arbeitsamt für diese Zeit (2 Tage) abgemeldet. Natürlich bekam ich für diese Zeit kein Arbeitslosengeld, was aber gleichzeitig bedeutet, daß ich das in dieser Zeit eingenommene Geld voll behalten durfte, es also nicht anzurechnen war. Meine Krankenkasse war nach Rücksprache so freundlich, mich ohne besonderen Beitrag weiterzuversichern.

Nach Beendigung der kurzzeitigen freiberuflichen Tätigkeit habe ich mich beim Arbeitsamt ganz einfach wieder angemeldet (ohne neuen Antrag) und gelte seitdem wieder als Leistungsbezieherin zu den üblichen Spielregeln.

Insgesamt ist es also durchaus ein Rechenspiel, ob man sich der Problematik einer Anrechnung stellt oder sich kurzfristig abmeldet.
 

Dillinger

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#6
Hallo, liebe Musterfrau

vielen Dank für Deine Empfehlungen, nun aber doch noch mal eine Nachfrage:
Ist die Pauschale von 30% Ermessensspielraum oder per se üblich? Muss man da seine Ausgaben vorlegen? Den Auftraggeber habe ich auch nicht erwähnt...
Wurdest Du nach dem Abmelden vom Leistungsbezug für zwei Tage (oder länger) schon mal aufgefordert, Deine Verdienste offen zu legen oder muss man dann im Nachhinein den Steuerbescheid vorlegen? Wieviel darf man abgemeldeterweise eigentlich dazu verdienen? Auch die 165,-€ pro Monat plus Pauschalen für diverse Aufwände?

Ich bedanke mich herzlichst im Voraus für die Antwort ,
Dillinger
 

gelibeh

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#7
in der Zeit, wo Du abgemeldet bist, gehen dem Amt Deine Einkünfte nichts an, da kannst Du soviel verdienen wie Du willst und kannst über die 15Stundengrenze hinaus arbeiten.
Musst das aber mit der Krankenkasse klären, wegen der Weiterversicherung und den Kosten.

Die 30% sind festgelegt und keine Kannregelung.
SGB III § 141 Anrechnung von Nebeneinkommen

(1) Übt der Arbeitslose während einer Zeit, für die ihm Arbeitslosengeld zusteht, eine weniger als 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung aus, ist das Arbeitsentgelt aus der Beschäftigung nach Abzug der Steuern, der Sozialversicherungsbeiträge und der Werbungskosten sowie eines Freibetrages in Höhe von 165 Euro auf das Arbeitslosengeld für den Kalendermonat, in dem die Beschäftigung ausgeübt wird, anzurechnen. Satz 1 gilt für selbständige Tätigkeiten und Tätigkeiten als mithelfender Familienangehöriger entsprechend mit der Maßgabe, dass pauschal 30 Prozent der Betriebseinnahmen als Betriebsausgaben angesetzt werden, es sei denn, der Arbeitslose weist höhere Betriebsausgaben nach.
 

Musterfrau

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#8
Ich hätte es nicht schöner sagen können. ;-)

Gefragt worden bin ich beim Arbeitsamt nie, was ich in der Zeit getrieben habe.

Allerdings gilt es gut aufzupassen, daß man nach Beendigung seiner vorübergehenden Tätigkeit auch wieder als arbeitslos geführt wird. Also am besten schriftlich und mit Empfangsbekenntnis melden (gibt auch wieder einen frischen Bescheid).
 

maka

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#9
Hallo zuammen,

noch eine Frage dazu: Ich habe als Arbeitslose ein Angebot bekommen, als Freiberuflerin bei Projekten mitzuarbeiten. Für diese Zeit würde ich mich dann beim Arbeitsamt abmelden. Meine Frage nun:

Gibt es eine Grenze, ab der das Arbeitsamt sagt: Die meldet sich so oft ab, das lässt eher auf eine Selbständigkeit schließen? Und: Ist es wirklich so, dass das Arbeitsamt keine Auskünfte darüber nachfordern kann, was man in der Zeit der Abmeldung verdient hat?

Danke im Voraus für euer Feedback!
 
E

ExitUser

Gast
#10
1) Solange du keine Leistungen beziehst, geht dein Einkommen in dieser Zeit die Arbeitsagentur überhaupt nichts an.

2) Ob du für die Arbeitsvermittlung überhaupt verfügbar bist, bestimmt sich immer nach deiner zeitlichen Inanspruchnahme durch eine Erwerbstätigkeit (unselbständig oder selbständig) in einem bestimmten Zeitraum. Bei mindestens 15 Wochenstunden Tätigkeit bist du nicht mehr für die Arbeitsvermittlung verfügbar, bei weniger schon. Selbständigkeit ist nicht unbedingt ein Dauerzustand, sondern kann wechseln.

Laß dir erforderlichenfalls vorher schriftlich bestätigen, daß die vorgesehene vorübergehende Abmeldung aus dem Leistungsbezug zu keiner Minderung der Anspruchsdauer führt (sonst eventuell Problem wegen § 128 Abs. 1 Nr. 7 SGB III).
 
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#11
Ich habe heute einen Artikel veröffentlicht hier im Forum unter meinem Mitgliedsnamen tigrez_t_borghie.

Lies dir mal meine Fragen durch.

Dies ist meine eigene heutige Antwort:

Zitat:
Gestern ist der geänderte Bescheid gekommen:
Das Nebeneinkommen wird NICHT mehr angerechnet.

Begründung: Man habe zwar von der Arbeitsagentur nur für die letzten 12 Monate die Nachweise über das Nebeneinkommen angefordert, hätte aber 13 Monate Einsicht nehmen müssen, da insgesamt innerhalb der letzten 18 Monate tatsächlich in 12 Monaten Einkommen erzielt hätte werden müssen. Es reiche NICHT, wenn ein Gewerbe schon jahrelang bestehe.

Da in einem Monat 2011 KEIN Einkommen aus Selbstständigkeit erzielt wurde, musste somit ein weiterer Monat aus 2010 zur Berechnung herangezogen werden, um auf 12 Monate tatsächlich erzieltes Nebeneinkommen zu kommen, welches dann NICHT angerechnet wird beim ALG I.

Das hätte man natürlich von vorn herein erklären können, dann wär der ganze Aufwand nicht gewesen:

ALSO:
VOR Eintritt in die Arbeitslosigkeit MÜSSEN 12 Monate Einkommen erzielt worden sein.
Dieses Einkommen kann in den letzten 18 Monaten vor Eintritt in die Arbeitslosigkeit erwirtschaftet worden sein, es muss also nicht 12 Monate hintereinander Nebeneinkommen erzielt worden sein.
So ist es jetzt von der Agentur für Arbeit erklärt worden.

Wenn die Agentur also nur die Nachweise für die letzten 12 Monate anfordert, und ein Monat nachweisbares Einkommen fehlt,
immer insgesamt 12 Monate belegen, auch wenn dann 13 oder mehr Monate aufgeführt werden müssen.

Viel Glück all denen, die das gleiche Problem hatten.
Ich hoffe, ich habe den Sachverhalt verständlich erklärt.
Zitat Ende.

Vielleicht hilft Dir das weiter.
Gruß
tigrez_t_borghie
 
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