Freiberufliche Arbeit während ALG1 Sperrfrist und Urlaub

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zurkudis

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Hallo zusammen,

ich habe bei meinem aktuellen AG zum 31.12. gekündigt und bin ab dem 1.1. arbeitslos, erhalte dabei entsprechend eine 12 wöchige Sperrfrist. Soweit klar, da komme ich nicht dran vorbei. Folgende Situationen haben sich bei mir ergeben:

- Ich habe eine Anfrage bzgl. eines Jobs (als Freiberufler) für Anfang Januar. Dabei ist noch nicht geklärt wie lange dieser gehen wird, also von 15 Stunden (innerhalb der sozialversicherungsfreien Zeit) bis 5 Tage wäre grundsätzlich alles möglich, ich muss nur selbst sagen wie viel ich verfügbar wäre. Frage: Wirkt sich der Verdienst (sowohl unter als auch über 15 Stunden) irgendwie auf mein ALG1 Bezug ab Ende März aus? Ich erhalte ja im Zeitraum des Verdienstes sowieso kein ALG1.

- Dann möchte ich die beitragsfreie Zeit nutzen und 2 Monate im Ausland verbringen. Da sich die Tage die Zeiten dafür klären werden, möchte ich dann so bald wie möglich dies dem Amt melden, also mich für den Zeitraum abmelden. Die Sperrfrist läuft dann ja in jedem Fall weiter, oder gibt es auch hier etwas zu beachten?

- Während dem Auslandsaufenthalt (wenn ich nicht beim Amt gemeldet bin) habe ich des Weiteren die Möglichkeit ein paar Stunden pro Woche von der Ferne aus Freiberuflich zu arbeiten. Gibt es hier etwas zu beachten oder ist es völlig okay wenn ich die 15 Stunden nicht überschreite? Oder zählt hier auch der Freibetrag von 165 Euro im Monat? Da der Stundensatz recht gut ist wäre ich da schnell angekommen.

Vielen Dank
Zurkudis
 

Fritz Fleißig

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1. Ob bei Eigenkündigung eine Sperrzeit von zwölf Wochen unvermeidbar ist, sei mal dahingestellt. Du könntest wichtige Gründe gehabt haben (gesundheitlicher Art, bevorstehende Arbeitgeberkündigung oder dergleichen). Da du zu den Umständen nichts weiter erwähnst, kann man dazu aber nichts sagen.

2. Eine Nebentätigkeit muß immer unterhalb von 15 Wochenstunden bleiben, einschließlich eventueller Vor- und Nachbereitungszeiten. Sonst bist du gar nicht beschäftigungslos. Sowohl der Zeitaufwand als auch der Nebenverdienst werden immer für den Zeitpunkt des Entstehens angerechnet, also die Zeitspanne, für welche Arbeitsentgelt gezahlt wird beziehungsweise in der die Dienstleistungen erbracht wurden. Der Zeitpunkt des Zuflusses ist (anders als beim ALG II) hier unwichtig. Gelder, die du für Arbeitsleistungen in den ersten drei Monaten bekommst, werden auf später gezahltes ALG nicht angerechnet.

3. Du mußt auch während einer Sperrzeit für die Arbeitsvermittlung voll verfügbar bleiben. Daher wäre es tatsächlich ratsam, wenn du dich während dieser zwölf Wochen komplett aus der Arbeitsvermittlung abmeldest. Du würdest dann bei Wiederanmeldung sofort ALG bekommen. Dein Anspruch auf ALG wird nichtsdestoweniger wegen der Sperrzeit später um drei Monate geringer ausfallen.

4. Wenn du nicht arbeitslos gemeldet bist, kannst du sowieso machen, was und wieviel du willst. Du mußt dein Einkommen später lediglich korrekt versteuern. Die AfA kann dir hier nicht reinreden.

5. Beachte im übrigen, daß der Freibetrag von 165 Euro ein Nettobetrag ist, also Bruttolohn abzüglich Lohnsteuer, Sozialabgaben und berufsbedingter Aufwendungen. Das aber nur für den Fall, daß du später in einer Zeit des ALG-Bezuges nebenberuflich erwerbstätig sein willst.
 

bla47

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Aus der Arbeitsvermittlung abmelden während der 12 Wochen Sperrfrist bedeutet aber leider auch:
Keine 1 Monat Nachversicherung in der KK, da auch keine PflichtBeiträge ab dem 2. Monat bis Ende der 12 Wochen Sperrfrist bezahlt werden.
Keine Meldung der 12 Wochen an die RV wegen "Überbrückungstatbestand vorgemerkt".

Die Nebentätigkeit sollte also mindestens diese ganzen Verluste abdecken, oder ertragreich genug sein, um Selbstzahler zu sein.
 
E

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Nur noch eine Anmerkung anhand eines Beispiels, falls du dich nicht wie empfohlen abmeldest:
Du beantragst zum 0.01.2016 Arbeitslosengeld. Die Zahlung beginnt erst Ende März 2016. Du arbeitest bspw. ab 15.01.2016 eine Woche 20 Std. (also über der Geringfügigkeitsgrenze). Vom Arbeitslosengeld kann ja nichts abgezogen werden.

Aber Achtung: Ab dem 15.01.2016 wird deine Arbeitslosigkeit beendet und läuft nicht einfach eine Woche später weiter. Der gestellte Arbeitslosengeld wird unwirksam. Du musst also Arbeitslosengeld danach neu beantragen, obwohl es noch garnicht gezahlt worden ist.

Nur falls du denkst, die AfA bekommt das nicht mit: Das mag zunächst stimmen. Wenn Sie es aber zufällig bspw. im Sommer 2016 mitbekommt, wird Sie das gesamte Alg ab Ende März 2016 zurückfordern. Also vorsichtig sein.

Die 15 Std.-Grenze bedeutet, dass du 14,5 Std. arbeiten darfst, nicht aber 15 Stunden. Hier fällt man gern rein.
 
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@bla47:

Die Regelung mit der KV habe ich auch erst sehr spät mal mitbekommen.

Das mit dem Überbrückungstatbestand bei der RV ist mir allerdings neu. Dachte immer, da geht garnichts. Könntest du das noch genauer erklären? Ich will ja hier auch dazulernen.

Danke.
 

zurkudis

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Aus der Arbeitsvermittlung abmelden während der 12 Wochen Sperrfrist bedeutet aber leider auch:
Keine 1 Monat Nachversicherung in der KK, da auch keine PflichtBeiträge ab dem 2. Monat bis Ende der 12 Wochen Sperrfrist bezahlt werden.
Keine Meldung der 12 Wochen an die RV wegen "Überbrückungstatbestand vorgemerkt".

Die Nebentätigkeit sollte also mindestens diese ganzen Verluste abdecken, oder ertragreich genug sein, um Selbstzahler zu sein.
Bist du dir da sicher? Ich habe bereits mit meiner KK telefoniert und bin wohl bis zum Abflug ins Ausland (2. Januarwoche) nachversichert. Das haben die mir so am Telefon gesagt. Danach greift meine Auslandskrankenversicherung, welche ich ja so oder so benötige. Wieso sollte es anders sein?
 

zurkudis

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1. Ob bei Eigenkündigung eine Sperrzeit von zwölf Wochen unvermeidbar ist, sei mal dahingestellt. Du könntest wichtige Gründe gehabt haben (gesundheitlicher Art, bevorstehende Arbeitgeberkündigung oder dergleichen). Da du zu den Umständen nichts weiter erwähnst, kann man dazu aber nichts sagen.
Die hatte ich dem Arbeitsamt auch bereits geschildert, aber ich hatte leider keinen ärztlichen Attest. Da ich mich nun aber für den Auslandsaufenthalt entschieden habe ist es aber sowieso nicht so tragisch, weil da würde ich sowieso keine Bezüge erhalten.

2. Eine Nebentätigkeit muß immer unterhalb von 15 Wochenstunden bleiben, einschließlich eventueller Vor- und Nachbereitungszeiten. Sonst bist du gar nicht beschäftigungslos. Sowohl der Zeitaufwand als auch der Nebenverdienst werden immer für den Zeitpunkt des Entstehens angerechnet, also die Zeitspanne, für welche Arbeitsentgelt gezahlt wird beziehungsweise in der die Dienstleistungen erbracht wurden. Der Zeitpunkt des Zuflusses ist (anders als beim ALG II) hier unwichtig. Gelder, die du für Arbeitsleistungen in den ersten drei Monaten bekommst, werden auf später gezahltes ALG nicht angerechnet.
Verstehe, das heißt ich sollte in der ersten Woche, in welcher ich ja noch als arbeitslos gemeldet bin, nicht mehr als 15 (oder eben 14,5) Stunden freiberuflich tätigt sein, richtig? Wenn ich das doch benötigt, müsste ich mich für die Zeit abmelden. Das wäre aber auch kein Problem, weil ja die KK noch ein Monat abgedeckt wird und mir entsprechend kein Nachteil entstehen würde. Stimmt das?

3. Du mußt auch während einer Sperrzeit für die Arbeitsvermittlung voll verfügbar bleiben. Daher wäre es tatsächlich ratsam, wenn du dich während dieser zwölf Wochen komplett aus der Arbeitsvermittlung abmeldest. Du würdest dann bei Wiederanmeldung sofort ALG bekommen. Dein Anspruch auf ALG wird nichtsdestoweniger wegen der Sperrzeit später um drei Monate geringer ausfallen.
Ja dass ich insgesamt nur 9 Monate Bezugszeit habe weiß ich, bin mir aber eh sicher dass ich bis dahin eine Festanstellung gefunden habe.

4. Wenn du nicht arbeitslos gemeldet bist, kannst du sowieso machen, was und wieviel du willst. Du mußt dein Einkommen später lediglich korrekt versteuern. Die AfA kann dir hier nicht reinreden.
Das beruhigt mich, dann kann ich es also wie geplant auch aus dem Ausland arbeiten.

5. Beachte im übrigen, daß der Freibetrag von 165 Euro ein Nettobetrag ist, also Bruttolohn abzüglich Lohnsteuer, Sozialabgaben und berufsbedingter Aufwendungen. Das aber nur für den Fall, daß du später in einer Zeit des ALG-Bezuges nebenberuflich erwerbstätig sein willst.
Okay alles klar, dieser Betrag ist dann aber tatsächlich nur während der Zeit relevant, in welcher ich arbeitslos bin und einen Bezug erhalte, also nach den 12 Wochen?
 

zurkudis

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Nur noch eine Anmerkung anhand eines Beispiels, falls du dich nicht wie empfohlen abmeldest:
Du beantragst zum 0.01.2016 Arbeitslosengeld. Die Zahlung beginnt erst Ende März 2016. Du arbeitest bspw. ab 15.01.2016 eine Woche 20 Std. (also über der Geringfügigkeitsgrenze). Vom Arbeitslosengeld kann ja nichts abgezogen werden.

Aber Achtung: Ab dem 15.01.2016 wird deine Arbeitslosigkeit beendet und läuft nicht einfach eine Woche später weiter. Der gestellte Arbeitslosengeld wird unwirksam. Du musst also Arbeitslosengeld danach neu beantragen, obwohl es noch garnicht gezahlt worden ist.

Nur falls du denkst, die AfA bekommt das nicht mit: Das mag zunächst stimmen. Wenn Sie es aber zufällig bspw. im Sommer 2016 mitbekommt, wird Sie das gesamte Alg ab Ende März 2016 zurückfordern. Also vorsichtig sein.

Die 15 Std.-Grenze bedeutet, dass du 14,5 Std. arbeiten darfst, nicht aber 15 Stunden. Hier fällt man gern rein.
Das ist tatsächlich tricky, aber wenn ich in dem Zeitraum richtig abgemeldet bin sollte das ja alles okay sein.

Und danach muss ich immer darauf achten die 14,5 Stunden nicht zu überschreiten. Wie werden eigentlich die Stunden nachvollzogen? Nicht dass das Unternehmen, für welches ich arbeite, hier einen Fehler macht bzw. die Stunden falsch abrechnet. Oder, davon gehe ich aus, wird das Arbeitsamt dies an den von mir geschriebenen Rechnungen feststellen?
 

Fritz Fleißig

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@zurkudis

1. Mit der einmonatigen Nachversicherungsfrist bei der gesetzlichen KV ist das nicht so einfach. Sie gilt nur, wenn in dieser Zeit keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, auch nicht als geringfügige Beschäftigung oder dergleichen (§ 19 Abs. 2 SGB V). Du willst in dieser Zeit aber freiberuflich erwerbstätig sein. Auch eine selbständige Tätigkeit ist Erwerbstätigkeit.

Falls du verheiratet bist, könntest du aber Anspruch auf Familienversicherung während dieser Zeit haben.

2. Der in Vorbeiträgen angesprochene "Überbrückungstatbestand in der RV" ist, dies nur nebenbei bemerkt, etwas anderes und hat mit der Nachversicherungszeit in der KV nichts zu tun.

3. Du kannst nur dann als arbeitslos gemeldet sein, ob mit oder ohne Leistungsbezug, und egal ob eine Sperrzeit läuft, wenn du beschäftigungslos im Sinne des SGB III bist. Und das heißt wiederum, jegliche ausgeübte Erwerbstätigkeit (unselbständig oder selbständig) muß unterhalb von 15 Wochenstunden bleiben, abgesehen allenfalls von gelegentlichen und geringfügigen Überschreitungen (§ 138 Abs. 3 SGB III).

Bei Freiberuflern ist die Arbeitszeit natürlich schlecht nachprüfbar, sofern sich das nicht aus einem entsprechenden Dienstleistungsvertrag oder ähnlichem ergibt. Ich weiß auch nicht, ob die AfA das überhaupt im Detail nachprüft oder sich nicht einfach auf deine Angaben verläßt, solange diese einigermaßen glaubhaft erscheinen, zumal dir für diese Zeit sperrzeitbedingt auch gar kein ALG gezahlt wird.

4. Dein Nebeneinkommen wird immer nur für die Zeit der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen (Entstehungsprinzip) auf den ALG-Anspruch für dieselbe Zeit angerechnet. Nicht aber, was vorher war oder nachher sein wird, auch nicht nach Zahlungseingang. Wenn du Rechnungen schreibst, solltest du also auf das Rechnungsdatum achten beziehungsweise darin tagesgenau aufführen, wann die Leistungen tatsächlich von dir erbracht wurden.
 

zurkudis

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1. Mit der einmonatigen Nachversicherungsfrist bei der gesetzlichen KV ist das nicht so einfach. Sie gilt nur, wenn in dieser Zeit keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, auch nicht als geringfügige Beschäftigung oder dergleichen (§ 19 Abs. 2 SGB V). Du willst in dieser Zeit aber freiberuflich erwerbstätig sein. Auch eine selbständige Tätigkeit ist Erwerbstätigkeit.
Aber sie gilt auch, wenn innerhalb des Monats wie bei mir geplant die Auslandsreise stattfindet und ich mich hierfür bei der AfA abmelde? Das wurde ja zuvor verneint, deshalb bin ich gerade etwas verwirrt.

Und sonst verstehe ich gilt das folgende: wenn ich in den ersten Tagen des Jahres, in welchen ich arbeitslos und bei der KK nachversichert bin, den freiberuflichen Nebenjob ausübe, dann müsste ich mich für die Zeit selbst versichern? Kann man das für wenige Tage machen in denen ich arbeite oder geht das dann immer nur für den gesamten Monat bzw. in dem Fall bis ich eh ins Ausland gehe und keine lokale Krankenversicherung mehr benötige?

In der Zeit meines Auslandsaufenthalts bin ich ja sowieso bei der lokalen Krankenversicherung abgemeldet und entsprechend sollte es hier keine Probleme geben mit der selbständigen Arbeit, richtig?

2. Der in Vorbeiträgen angesprochene "Überbrückungstatbestand in der RV" ist, dies nur nebenbei bemerkt, etwas anderes und hat mit der Nachversicherungszeit in der KV nichts zu tun.
Und was bedeutet das in meinem Fall konkret für die RV?

3. Du kannst nur dann als arbeitslos gemeldet sein, ob mit oder ohne Leistungsbezug, und egal ob eine Sperrzeit läuft, wenn du beschäftigungslos im Sinne des SGB III bist. Und das heißt wiederum, jegliche ausgeübte Erwerbstätigkeit (unselbständig oder selbständig) muß unterhalb von 15 Wochenstunden bleiben, abgesehen allenfalls von gelegentlichen und geringfügigen Überschreitungen (§ 138 Abs. 3 SGB III).

Bei Freiberuflern ist die Arbeitszeit natürlich schlecht nachprüfbar, sofern sich das nicht aus einem entsprechenden Dienstleistungsvertrag oder ähnlichem ergibt. Ich weiß auch nicht, ob die AfA das überhaupt im Detail nachprüft oder sich nicht einfach auf deine Angaben verläßt, solange diese einigermaßen glaubhaft erscheinen, zumal dir für diese Zeit sperrzeitbedingt auch gar kein ALG gezahlt wird.

4. Dein Nebeneinkommen wird immer nur für die Zeit der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen (Entstehungsprinzip) auf den ALG-Anspruch für dieselbe Zeit angerechnet. Nicht aber, was vorher war oder nachher sein wird, auch nicht nach Zahlungseingang. Wenn du Rechnungen schreibst, solltest du also auf das Rechnungsdatum achten beziehungsweise darin tagesgenau aufführen, wann die Leistungen tatsächlich von dir erbracht wurden.
Danke soweit, das klingt sehr verständlich. Dann muss ich einfach nur sehr stark darauf achten abgemeldet zu sein, wenn ich das Gefühl habe die 14,5 Stunden werden in der entsprechenden Woche überschritten.

Noch eine letzte Sache:
Ich habe vor mich nach meiner Rückkehr aus dem Ausland für den Gründerzuschuss zu bewerben als Freiberufler. Ist es hierfür ausschlaggebend, wann ich zum ersten Mal als Freiberufler tätig war? Sprich: Könnte meine kurze Tätigkeit (sowohl unter 15 Stunden während der ich bei der AfA angemeldet bin als auch während der Zeit wenn ich auf Reisen bin) Wochen bzw. ggf. Monate vor meiner Bewerbung für den Gründerzuschuss ein Problem bereiten? Ich muss ja hierfür auch eine Steuernummer beim Finanzamt beantragen. Ist der Zeitpunkt hierfür egal oder muss das konkret im Vorfeld zur Bewerbung passieren?

Danke schon mal an alle!
 

Fritz Fleißig

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1. Krankenversicherung: solange du irgendeine Erwerbstätigkeit ausübst, auch unterhalb von 15 Wochenstunden oder als geringfügige Beschäftigung, fällst du nicht mehr unter die Nachleistungspflicht der KK nach § 19 Abs. 2 SGB V. Andererseits trägt die AfA die KV nur, wenn du ALG beziehst oder ab dem zweiten Monat einer eventuellen Sperrzeit. Das heißt, du müßtest dich für diese Zeit freiwillig versichern, falls kein Anspruch auf Familienversicherung besteht. Dazu wärst du bei deiner gesetzlichen KV auch berechtigt. Hier rechnet die KK tagesgenau ab.

2. Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, wie das mit der KV-Pflicht während des geplanten Auslandsaufenthalts aussehen wird. Wenn du weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hast, bist du hier jedenfalls nicht länger versicherungspflichtig. Ich weiß leider nicht, wie es bei einem vorübergehenden "Arbeitsaufenthalt" im Ausland aussieht, wenn der Wohnsitz in Deutschland bleibt. Deshalb würde ich an deiner Stelle nochmal genau bei der KK nachfragen. Die Auskunft, die man dir gegeben hat, scheint mir etwas pauschal zu sein.

3. Der "Überbrückungstatbestand in der RV" bezieht sich meinem Verständnis nach darauf, daß bestimmte Zeiten nur als rentenrechtliche Anrechnungszeit gewertet werden können, wenn sie sich an eine Beschäftigungszeit oder eine Zeit des Bezugs von Lohnersatzleistungen (Beispiel: ALG) anschließen, aber nicht, wenn eine Lücke dazwischen ist. Diese Lücke kann durch einen Überbrückungstatbestand gefüllt werden, welcher selbst keine Anrechnungszeit ist, aber dazu führt, daß nachfolgende Zeiten als solche gewertet werden können. Das ist nun reichlich verwirrend, aber ich glaube sowieso nicht, daß das für dich wichtig sein wird. Hierbei geht es meistens um Zeiten der Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug, wenn zwischendurch eine Unterbrechung der Arbeitslosigkeit stattfand.

Bei dir wird es ja vermutlich so aussehen, daß du nach Rückkehr aus dem Ausland durch den ALG-Bezug wieder in der KV und der RV Beitragszeiten haben wirst.

4. Gründungszuschuß: dazu kann ich dich nur auf § 93 SGB III verweisen. Auf die schnelle finde ich nichts, was dagegen sprechen würde. Ich kenne mich da aber auch nicht so gut aus. Auf der Internetseite der AfA wird es zu diesem Thema auch sicher Broschüren zum Herunterladen geben.
 

bla47

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Nochmal zum Thema Nachversicherung Krankenkasse. Wenn du in dieser Zeit krank wirst, gibt es kein Krankengeld als Lohnersatzleistung, weil zu DIESEM Zeitpunkt nichts mehr zu ersetzen ist. ( vergleichbar mit der beitragsfreie Familienversicherung ).
Außerdem gibt es die 1 monatige Nachversicherung NICHT in der Pflegeversicherung.
 

diripper

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Hallo zusammen,

ich habe mit großen Interessen die Beträge in diesem Forumeintrag verfolgt.

Die Antwort auf eine der ursprünglichen Fragen von Zurkudis hat sich mir allerdings nicht erschlossen, oder ich habe die relevante Stelle überlesen.

Wie verhält es sich während der 12 Wochen Sperrfrist mit der der Verdienstgrenze pro Monat bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit? Ich bin ab dem 01.07. arbeitslos, habe nach der Sperrfrist ALG Anspruch. Ich würde gerne in der Zwischenzeit nebenberuflich selbstständige Tätigkeiten auf eigene Rechnungen ausüben. Die 15 Std./Woche Grenze werde ich einhalten können, die 165 €/Monat Verdienstgrenze wird aber überschritten werden. Wie verhält sich das in Bezug auf das ALG, welches ich ja an dem 01.10. beziehen würde?

- Erlischt mein ALG Anspruch sofort, falls ich die Verdienstgrenze überschreite?
- Falls ich ab dem 01.07. ALG beziehen würde, dann würde ja alles über den 165 € von meinem ALG Betrag abgezogen. Ist das während der Sperrfrist auch so bzw. werden mir die Beträge im Nachhinein, also ab dem 01.10. nachträglich vom ALG abgezogen?

Für eine Rückmeldung wäre ich wirklich sehr dankbar.

VG
Diego
 
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