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Frechheit

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ulrike2203

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#1
Hallo liebe Leute!

Ich habe mal wieder ein problem.

Mein Freund hat am SONNTAG um 19Uhr einen Anruf bekommen zum Vorstellungsgespräch (erstmal ne Frechheit zu so einer Zeit anzurufen).

Der Chef wollte dann am nächsten Tag (Pfingstmontag) bei uns vorbeikommen um das Gespräch zu führen (nächste Frechheit!!!)

Wir sagten dies natürlich ab und verabredeten uns für ein Gespräch bei ihm.

Wir fuhren am Pfingstmontag dann dorthin um das Gespräch zu führen. Hörte sich auch alles prima an, sogar der Stundenlohn. Wäre auf Montage und Unterkunft wird gestellt. Er sagte, das er erstmal eine Woche auf Probe arbeiten soll.

Nun hat mein Freund gestern nochmal bei ihm angerufen um den Rest noch abzuklären. Daraufhin sagte der Chef, das mein Freund sich bei der Arbeitsagentur melden soll. Dies tat er dann auch. Er sollte vorbeikommen um alles abzuklären.

Da stellte sich heraus, das die eine Woche über eine betriebliche Trainingsmaßnahme laufen soll. Was bedeutet - KEINE KOHLE!!!!!!

Nun telefonierte mein Freund heute nochmals mit dem Chef.
JETZT KOMMTS: Mein Freund soll ein Reisebett (oder Matraze) mitbringen und alles andere, was man im Haushalt so hat und braucht.

Die Frechheit an der ganzen Sache ist - der Chef hat von alle dem im ersten Gespräch nichts erwähnt und jetzt ist man ja gebunden, weil man beim Amt unterschrieben hat.

Wovon soll man das denn alles bezahlen??? Essen und Trinken muss man ja auch noch irgendwie!!! Und das alles von ALG2 - na ich weiss nicht!

Wir dachten wenigstens, das er für diese Woche schon den guten Stundenlohn bekommt - aber nix da. Er muss auf Montage, den ganzen Hausstand mitnehmen und dann noch Verpflegung bezahlen???

Wisst ihr, was man da machen kann???

Grüße von ulrike
 
E

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#2
Jetzt mal ganz langsam: Wann (Datum) hat dein Freund auf dem Amt etwas und vor allen Dingen, was hat er unterschrieben.

Wann fand das erste Gespräch statt?

Wann soll er auf Montage?

Wenn er die Sachen dorthin mitbringen soll, es eine Trainingsmaßnahme ist, muß das Amt die Kosten für diese Trainingsmaßnahme übernehmen. Sinnvoll wäre Fahrkosten und Hotel.

Dazu soll er so schnell ihn seine Beine tragen noch einmal zum Amt. Sind sie dort uneinsichtig, sollte er sich einem Anwalt anvertrauen, der dann eine EA beim Gericht erwirkt.

Oder das ganze ist ein Schwindelunternehmen. Das diese Trainingsmaßnahme nicht mit der BA oder Arge abgestimmt hat. Dann sollte dein Freund sowieso die Sache zur Anzeige bringen.
 

ulrike2203

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#3
Wir waren gestern beim Arbeitsamt und da hat er "Erklärungsbogen zur Teilnahme an einer Trainingsmaßnahme".
Der Chef und die Agentur haben das so untereinander abgestimmt.

Die Montage beginnt am 12.06.06 und geht bis 16.06.06 irgendwo in Deutschland.

Das erste Gespräch war am 05.06.06. Und da hieß es, das er eine Woche auf Probearbeiten soll. Der Stundenlohn liegt bei 9,80€.

Und gestern hat sich mein Freund bei dem Chef gemeldet und willigte ein - wusste aber noch nix von der Maßnahme (Chef hat nix davon erwähnt!!!).

Dann sollte er sich bei der Agentur melden und alles weitere klären.
 

ulrike2203

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#4
Unterkunft stellt der Chef und es wird mit Firmenauto zur Baustelle gefahren - sprich Kosten werden von der Agentur NICHT übernommen!!!
 

Arco

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#5
... heißt das jetzt Probearbeit 1 Woche mit Stundenlohn von 9,80 € ???

Wenn ja, dann ist es doch eigentlich OK ....
 

ulrike2203

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#6
Schön wärs.

Er geht dort für 0€ arbeiten!!!

Die 9,80€ wären dann erst, wenn er danach übernommen werden würde!!!!
 

Arco

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#7
:kotz: :uebel: :uebel:

.... dann wie Barney schon geschrieben ...... :hmm: :hmm:
 
E

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#8
@ Arco, tu mir mal den Gefallen und halt dich hier raus, bitte. :evil:
Hier scheint nämlich einiges drunter und drüber zu gehen. Ein Unternehmer, der womöglich nicht viel Ahnung im Umgang mit dem Arbeitsamt hat, ein unfähiger SB und ein ahnungsloser Arbeitssuchender treffen aufeinander. Was dabei rauskommt, erleben wir hier gerade.

Ulrike, bekommt dein Freund 9,80 € Stundenlohn in dieser Praktikumswoche? Du schriebst in deinem ersten Beitrag, dass es wohl nicht an dem ist.

Dann ist das eine Trainingsmaßnahme des Arbeitsamtes. Wenn da Kosten für Unterkunft entstehen, muß das Amt diese tragen. Diese Maßnahme muß eine Nummer haben, die irgendwo auf dem Zettel steht, den dein Freund unterschrieben hat.

Also, wie ich schon schrieb, ganz schnell zum Amt, ein formloses Schreiben

Hiermit beantrage ich für die Teilnahme an der Maßnahme-Nr. ...........
Fahrkosten und die Kosten der Unterkunft, da es sich um ein auswärtiges Praktikum handelt.

Mit freundlichem G...

Wie gesagt, sollte sich der SB quer stellen, was ich nicht hoffe. Er sollte deinem Freund jegliche Unterstützung geben, damit er wieder einen festen Job erhält, ab zum Anwalt.

Jetzt sollte schnell gehandelt werden. Heute ist Mittwoch. Ihr habt also noch Donnerstag und Freitag Zeit. Viel ist das nicht.
 

Arco

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#9
@ Arco, tu mir mal den Gefallen und halt dich hier raus, bitte. :evil:
entschuldige das ich in dein "Revier" eingebrochen bin und wie es bei Rüden eben so ist meine "Duftmarke" gesetzt habe :hmm: :hmm:


.... wobei ich ja auch schrieb
.... dann wie Barney schon geschrieben ...... :hmm: :hmm:
Aber nochmals bitte bitte um ENTSCHULDIGUNG ! ! ! Ich wollte dir nicht zu nahe treten :dampf: :dampf:
 

ulrike2203

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#10
Unterkunft stellt der Chef und bezahlt diese auch, es wird mit Firmenauto zur Baustelle gefahren, also entstehen ihm keine Fahrkosten. - sprich Kosten werden von der Agentur NICHT übernommen!!! Wurde uns dort extra gesagt bei der Agentur.

Fahrkosten bekommt er nur erstattet für die Fahrt von der Wohnung bis zum Arbeitgeber (9km).

Er bekommt nicht einen cent Lohn für diese Maßnahme - ALG2 läuft weiter
 

Arania

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#11
Oh es wird hier immer bissiger habe ich das Gefühl :pfeiff: :pfeiff:
 

vagabund

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#12
Arania sagte :
Oh es wird hier immer bissiger habe ich das Gefühl :pfeiff: :pfeiff:
Ach das meinst du nur :p - das sind doch nur Revierkämpfe zwischen Rüde und Hündin :lol: und das ist im allgemeinen normal.
 

Arco

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#13
Jau ;) ;)

..... wobei aber dann bitte die Rudelordnung beachtet werden sollte :party: :party: ;)

(dies gilt bei Hunden, bei den Hyänen ist es umgekehrt, soll jetzt aber keine Anspielung sein :mrgreen: nur ein Ausflug ins Brehmsche Tierleben) :hug: :hug:
 
E

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#14
Ulricke, es gehört leider inzwischen zur Normalität, das Arbeitgeber nicht nur die Probezeit in Anspruch nehmen, um unbegründet neueingestellte Mitarbeiter zu feuern, sondern sie schalten ein sog. Praktikum vor. Daran nehmen mehr Praktikanten teil, als Arbeitsplätze vergeben werden können.

Solche Praktika können m.E. bis zu 6 Wochen dauern. In dieser Zeit sind die Teilnehmer weiter arbeitslos und erhalten je nachdem Alg 1 oder 2.

Du schreibst jedoch, dass dein Freund die Ausrüstung für die Unterkunft mitbringen soll, die er sich zunächst erst mal kaufen muß. Das kann nicht sein.

Wenn es sich um ein genehmigtes Praktikum handelt, gehört das zu den Lehrgangskosten und muß vom Amt getragen werden.

Der Antrag dazu muß jedoch vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Es empfiehlt sich, diesen Antrag schriftlich zu stellen, damit es nachweisbar ist. Wenn dein Freund es nicht tun möchtest, ist das seine Entscheidung. Ich würde jedoch nicht darauf verzichten.

Erhält er nicht die Stelle, was ja durchaus sein kann, bei mehr Bewerbern als Stellen im Praktikum, hatte er von seinem geringen Einkommen auch noch Kosten.
 

Quirie

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#15
Hallo Leute,

wie Ihr wißt, kenne auch ich kein schöneres Thema als Hunde. Aber das hilft Ulrike im Moment nicht weiter.

Könntet Ihr Euch also bitte wieder auf die Fragestellung konzentrieren !

:mrgreen: :mrgreen:
 

Pomena

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#16
Folgendes habe ich voriges Jahr geschrieben, als ich auf 180 war:


„Warum findest du keine Arbeit? Es gibt so viele Gaststätten und Kneipen in unserer Stadt!“
Als Arbeitslose (AlgII) muss ich mich ständig rechtfertigen, fast schon entschuldigen für meine Situation. Hier lade ich Sie ein, sich selbst ein Bild von der derzeitigen Lage zu machen.
Vorwegschicken möchte ich, dass ich ausgebildete Kellnerin bin, 34 Jahre, alleinerziehende Mutter zweier Kinder (13 und 16 Jahre), Abitur, beste Zeugnisse und immer um Weiterentwicklung bemüht. Schichtarbeit ist kein Problem.
Momentan befinde ich mich in einer von mir initiierten Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung, so die offizielle Bezeichnung für einen Ein-Euro-Job. Ich arbeite täglich von 8-13 Uhr. Parallel dazu bewerbe ich mich ständig auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Am Mittwoch, dem 24. August 2005 finde ich unter „meinestadt.de“ ein Stellenangebot. Gesucht wird eine Kellnerin in Vollzeit zum 1. September. Es wird gebeten, telefonisch einen Vorstellungstermin zu vereinbaren und zu diesem die Bewerbungsunterlagen mitzubringen.
Leider erreiche ich niemanden, obwohl ich es den ganzen Vormittag versuche.
Nach Feierabend in meinem Verein fahre ich direkt nach A. Es ist 13,30 Uhr und somit, was ich vorher nicht wusste, noch 1 ½ Stunden Wartezeit, bis das Lokal öffnet.
Ich nutze die Zeit, um mich draußen umzuschauen, schließlich lasse ich mich auf der Treppe nieder.
Kurz vor 15 Uhr kommt der Chef, Herr E. Zunächst ist er überrascht von meinem Kommen und dann überstürzen sich die Ereignisse. Der Koch ist noch nicht im Dienst und plötzlich steht eine Wandergruppe mitten im Biergarten. Die hat das Schicksal mir geschickt. Flugs bitte ich um Lappen und Wasser und richte einen Tisch her, nehme die Bestellung auf und bringe Kaffee und Kuchen nach draußen.
Der Chef scheint beeindruckt zu sein. Wir klären erste Eckpunkte. Dass ich arbeitslos bin, interessiert ihn am meisten. Er wittert Fördergelder. Ich versorge ihn deshalb sofort mit der Telefonnummer der für mich zuständigen Sachbearbeiterin bei meinem Jobcenter. Nun braucht er noch die entsprechenden Unterlagen. Drei Stunden später hält er meine vollständige Bewerbung in den Händen.
Jetzt möchte der Herr E. mit mir die Bedingungen einer Trainingsmaßnahme aushandeln. Ich mache ihm da keine Hoffnungen. Bei meiner Fallmanagerin nämlich habe ich mir ausdrücklich verbeten, in eine solche Sklaverei abgeschoben zu werden. (In einer Trainingsmaßnahme arbeitet man ohne Entlohnung und ohne Rechte. Nach Ablauf der vereinbarten Zeit besteht für den Arbeitgeber keine Veranlassung, einen Arbeitsvertrag abzuschließen. Er fordert einfach eine neue Arbeitskraft an und kann dieses Spielchen so lange spielen, wie er vom Arbeitsamt mit Personal versorgt wird.)
Herr E. ist enttäuscht. Dass er die Katze nicht im Sack kaufen will, kann ich aber auch verstehen. In einem Anfall von Wahnsinn biete ich ihm daher an, das Wochenende für ihn umsonst zu arbeiten, danach müsse er wissen, ob ich in sein Haus passe und ob ihm mein Arbeitsstil gefällt.
Am Wochenende (27./28. August) läuft dann alles wie geschmiert, ich mache keinen Fehler, verschütte nichts, lasse niemanden warten - kurz: es läuft wie am Schnürchen. Man ist zufrieden mit mir, auch die Frau vom Chef. Es ist ein wirklich harmonisches Wochenende. Ich kann mich gut auf andere Menschen einstellen und so haben wir schnell einen guten Draht und viel Spaß bei der Arbeit. Hier ein Scherz, da eine Mithilfe im Arbeitsbereich des anderen.
Euphorisiert schwebe ich nach Hause. Für mich ist der Fall klar: ich habe den Job.
Wie vereinbart ruft mich Herr E. am Montag (29. August) Nachmittag an. Meine Sachbearbeiterin käme erst am Dienstag aus dem Urlaub. Ich solle doch bitte am Dienstag gleich nach meiner Arbeit beim Verein zu ihm kommen.
Am Dienstag (30.August) dann kann ich es mir nicht verkneifen, einen kleinen Abstecher zu meinem Jobcenter zu unternehmen. Frau A. freut sich, mir mitteilen zu können, dass schnell und unkompliziert alles Notwendige in die Wege geleitet wurde, ein Eingliederungsgeld/Förderung gezahlt wird.
Auf dem Weg zum Gasthaus schmiede ich bereits Zukunftspläne.
Dort angekommen muss ich eine böse Überraschung erleben. Der Chef tut so, als hätte er sich schweren Herzens und aus lauter Mitleid dazu durchgerungen, mir die Stelle zu geben. Die Wahl fiel auf mich, weil ich die erste und die engagierteste Bewerberin bin. Aber ich müsse mit ihm einen Deal schließen: er nämlich habe durch mich große finanzielle Einbußen, da ich nur(!!!) mit 30% von meinem Jobcenter gefördert würde. Leider, leider habe er auch keine Trainingsmaßnahme für mich erhalten und er hätte es doch gern gesehen, wenn ich einen Monat kostenlos für ihn gearbeitet hätte. Eine letzte Möglichkeit allerdings bestünde noch, mich über das Land fördern zu lassen: hier winken 50%. Das zu beantragen dauere aber seine Zeit, weil die nicht aus dem Knick kämen, die Behördenmühlen mahlten halt langsam und ob ich nicht in der Zwischenzeit k o s t e n l o s für ihn arbeiten würde.
Nein, würde ich nicht.
Ich schlage ihm vor, dass er am nächsten Vormittag persönlich dort vorbeifährt und um eine eilige Bearbeitung bittet. Ich biete sogar an mitzukommen.
Das ginge irgendwie nicht. Er habe schon alles versucht.
Ich bitte ihn, bis zum nächsten Tag die Situation zu klären, und wir verabreden uns also für Mittwoch, den 31. August. Dann will er einen Arbeitsvertrag dabeihaben.
Durch die Ereignisse des Vortages in meiner Stimmung gedämpft gehe ich skeptisch zum Termin. Und richtig: es hat sich nichts verändert. Entweder ich ginge auf seine Bedingungen ein oder ich könne den Job vergessen.
Ich erbitte meine Bewerbungsmappe zurück und trete den Heimweg an. Zu Hause suche ich die Telefonnummer der GfAW, das ist die Förderungsstelle des Landes. Dort erfahre ich, dass Förderungen nur nach Abschluss eines Arbeitvertrages beantragt werden können. Was Herr E. ebenfalls wusste. Er suchte halt nur eine Dumme, die umsonst für ihn arbeitet.
Ich rufe Frau A. vom Jobcenter an und erkläre ihr, wieso dieses Arbeitsverhältnis nicht zustande kam.
Und denken Sie bitte nicht, diese Erfahrungen hätte ich nur in der Gastronomie gemacht. Es zieht sich durch alle Branchen! Am ersten September bekam ich nach einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch das Angebot einer Rechtsanwaltskanzlei, als Telefonistin auf der Basis einer Trainingsmaßnahme zu arbeiten...
 

lino

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#17
@Ulrike:
Generell gibts an der Sache so nichts auszusetzen.Eine Woche Trainingsmassnahme bei Montage ist auch Ok,da kann man durchaus auf die Bezahlung verzichten.Keine Bezahlung=Keine Verpflichtung.Nach einer Woche weisst du auch,ob die Firma was taugt oder nicht.Da behalte die Vorteile im Auge.Normalerweise wird Auslöse gezahlt,was aber nur bei Arbeitsverhältnis möglich ist.

@Pomena:
In Deutschland wird nach Loyalität bezahlt,Leistung ist uninteressant.Von dem her ist ein Arbeitsloser Illoyal,denn den hat ja deswegen jemand rausgeschmissen.
Das wird im Gespräch natürlich getestet.Deswegen zb: ein Anruf am Feiertag:Wer das mitmacht,macht auch den Rest mit.
 

claridge

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#18
lino sagte :
Generell gibts an der Sache so nichts auszusetzen.Eine Woche Trainingsmassnahme bei Montage ist auch Ok,
Ich denke nicht das dies so okay ist.
Letzte Woche bekam ich einen Anruf zum "Probearbeiten" in einem Pflegeheim als Pflegefachkraft. Natürlich am Samstag u. Sonntag.
Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Als ich nach der Bezahlung fragte war nacktes Entsetzen die Reaktion und der Hinweis das ich bis zu 7!! Tage zum kostenlosen Arbeiten verpflichtet werden könne!? Einfach nur eine Frechheit die ich natürlich dankend abgelehnt habe.
Zufällig war ich im Internet einige Tage vorher darauf gestoßen das es inzwischen diesbezüglich einige Urteile von Landesarbeitsgerichten gibt die eine Bezahlung für Probearbeiten vorsehen.
Bei Rücksprache mit dem Arbeitsamt wurde mir auch bestätigt das es zur Zeit eine richtige Unsitte geworden ist. Eine sogenannte Trainingsmaßnahme muß vorher mit dem Arbeitsamt abgeklärt werden. Entsprechende Kosten werden dann, wie Barney schon schrieb, vom Amt übernommen.
In der Rechtsprechung wird darauf hingewiesen das es eine Probezeit in einem Arbeitsverhältnis gibt und diese durchaus ausrechend sein sollte um die Tauglichkeit eines Arbeitnehmers festzustellen.
 

lino

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#19
claridge sagte :
Ich denke nicht das dies so okay ist.
Dann denk das mal.Ich bleibe dabei:In diesem Fall ist das so akzeptabel,und nur darauf bezieht sich meine Antwort.
Und wer das nicht machen will,kann das ja lassen.
 

Arco

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#20
In der Rechtsprechung wird darauf hingewiesen das es eine Probezeit in einem Arbeitsverhältnis gibt und diese durchaus ausreichend sein sollte um die Tauglichkeit eines Arbeitnehmers festzustellen.
Ja so ist es, aber da steht nichts von keiner Bezahlung ! ! !
 
E

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#21
Lino schrieb:
Generell gibts an der Sache so nichts auszusetzen.Eine Woche Trainingsmassnahme bei Montage ist auch Ok,da kann man durchaus auf die Bezahlung verzichten.Keine Bezahlung=Keine Verpflichtung.Nach einer Woche weisst du auch,ob die Firma was taugt oder nicht.Da behalte die Vorteile im Auge.Normalerweise wird Auslöse gezahlt,was aber nur bei Arbeitsverhältnis möglich ist.
Die Trainingsmaßnahmen, von denen ich geschrieben habe, sind zwischen dem Unternehmen und der BA vereinbart. Sie sind nicht nur "kostenlos arbeiten", sondern sind mit Schulungen verbunden. Die Qualität ist meist gut. Ein Bildungsträger ist mit von der Partie, bezahlt wird es vom Arbeitsamt einschließlich Fahrkostenerstattung und Übernachtungsgebühr unter bestimmten Voraussetzungen. Das abschließende Praktikum in dem Betrieb wird begleitet von dem Bildungsträger.

Es kann dann passieren, dass nach Abschluß des Praktikums nur ein Teil der Praktikanten übernommen wird.

Wenn ein AG auf eine Woche unbezahlte Probezeit besteht, ist das Unrecht und hat mit dem von mir hier geschilderten Vorgang nichts zu tun. Die Urteile beziehen sich auf diese ungesetzliche Variante. Streng genommen handelt es sich um Schwarzarbeit, die beim Zoll Gruppe Schwarzarbeit angezeigt werden sollte.

Ich sehe das nicht so locker wie Lino "keine Bezahlung = keine Verpflichtung". Gerade Pflegeeinrichtungen holen sich Hilfskräfte am WE angeblich zur Probe. Ich bezweifel, dass die ernsthafte Absicht dahinter steckt, denjenigen jemals einzustellen.
 

claridge

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#22
An dieser Stelle meine Erfahrung die ich machen durfte:
Letzte Woche habe ich eine Bewerbung abgeschickt. Just am nächsten Tag kam schon ein Anruf! Eine Aufforderung (Nötigung) zum Probearbeiten am Samstag und Sonntag mit dem dezenten Hinweis auf meine Arbeitslosigkeit und einer entsprechenden Mitteilung ans Arbeitsamt bei Nichtbefolgung!!
Meine Reaktion war gleich die Frage nach der Bezahlung da ich zufällig einige Tage vorher in diversen Rechtsforen auf die Thematik des "Probearbeitens" gestoßen bin. Antwort war erwartungsgemäß "natürlich nicht!". Und es könnten durchaus 7 Tage werden die kostenlos gearbeitet werden müßten.
Aber da mich der "Laden" nun doch interessierte kamen wir nach langem Verhandeln und Feilschen überein das es Mittwoch der 14.6. sein soll.
Habe mich anschl. sofort mit dem Arbeitsamt in Verbindung gesetzt weil, wie ich ja bei meinen recherchen herausgefunden hatte, so eine Aktion für mich nachteilig sein kann wenn sie vom Amt nicht angeordnet ist. Dort wurde mir gesagt das es (wortwörtlich) z.Zt. eine richtige Pest ist mit diesem scheinbaren "Probearbeiten". Da es aber nur ein Tag ist solle ich es mal als sog. Trainingsmaßnahme machen.Fahrgeld wird erstattet. Vielleicht geschehen ja noch Wunder.
Ergo lief ich gestern dort um 6.30h auf. Bis dato war ich der Meinung ich hätte schon fast alles in der Pflege erlebt. Man beachte: FAST!
Im Haus gibt es rd. 60 Bewohner.Und alle mußten bis um 8.00h mußten beim Früstück sein. Die meisten konnten sich nicht selbst pflegen. Es standen nur 3 Pflegekräfte für die Pflege zur Verfügung! Dazu noch 2 "Probearbeiter" die sich nicht auskannten. Und eine PDL die nur sinnlos rumwuselte und Bew. und Personal heruntermachte. Ich nenne das auf gut deutsch zusammenscheißen!
Probearbeiten als ex. Fachkraft?? Pustekuchen! "Le Waschmaschine" war angesagt.
Zum Waschen nur 1! Waschlappen und 1! Handtuch pro Bewohner. Sie haben erbärmlich gestunken. Eine Bewohnerin war großflächig vom Hals bis in den Intimbereich mit Pilz befallen. Es stand nichts zur Pilzbehandlung zur Verfügung! Die Salbe sei "die Tage" ausgegangen wurde mir gesagt.
Wie ich sah wie dort "gewaschen" wird (nix von wegen von oben nach unten und von vorne nach hinten) und mit was für einem heißen Lappen und Tempo war so manches klar! Info über die Bew. fürs Waschen?? Wozu? Mir wurde von der PDL nur gesagt ich sei eine ex. Fachkraft und von der erwarte sie das eine solche waschen kann!. (das war das erste Mal wo ich spontan das Haus verlassen wollte)
Beim Frühstück der Bew. konnte ich den Umgangston der PDL und des übrigen Personals ausgiebig genießen. Die Bew. haben mir nur leid getan. Dort wurde mir auch vor Augen geführt was ein Bewohner mir vorher beim Waschen sagte:" Es ist schön das hier endlich mal einer ist der einen anderen Umgangston hat."
Frühstückspause 20 Minuten! Glaub aber keiner das ich dort etwas zum Essen oder eine Tasse Kaffee bekommen hätte.
Anschließend Toilettengänge. Originalton PDL: "Sie sind ex. Fachkraft da erwarte ich das sie die Bew. zur Toilette bringen können. (das war das zweite mal wo ich der Versuchung das Haus zu verlassen nur mühevoll widerstehen konnte) Bringen sie Frau... und Frau... und Herrn... zur Toilette."
????? Kenne ich die Bew. ????
Danach mußte ich noch 3 Bew. baden. Macht natürlich Sinn die Bew. morgens waschen und frische Sachen anziehen und gleich nach dem Frühstück die Aktion mit dem Baden.
Dann durfte ich noch Wäsche waschen. Nicht das ich das nicht kann. Aber es hat mich schon etwas irritiert das ich als Fachkraft dafür zuständig sein sollte.
Nebenher wurde mir noch gesagt das ich nach der Dienstübergabe um 12.00h fürs Baden eingeteilt sei.
Apropos Mitteilen. Das habe ich dann auch getan. Ich habe der PDL um 12.00h (Arbeitszeit wäre bis 15.00h gewesen) mitgeteilt das ich nach Hause fahre. Sie meinte zwar sie habe mich noch nicht freigegeben (welch vielsagende Wortwahl) aber das berührte mich nun überhaupt nicht. Ich sagte nur es reicht wenn ich mich freigebe und verließ diesen Trauerladen.
Ich frage mich ob da überhaupt noch eine Steigerung von solchen Zuständen möglich ist.
Nachmittags bekam ich doch tatsächlich einen Anruf von dieser PDL. Sie wolle mich einstellen zum 1.7.! Das Gehalt? Kann man es überhaupt so nennen? Selbst eine Pflegehilfskraft die nach Tarif bezahlt wird bekommt mehr. Und gleich die Drohung das sie bei Ablehnung dem Arbeitsamt diese in der entscprechenden Form mitteilt.
 

Arco

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#23
:shock: :shock:

.... und wie wäre es dann mal mit einer Anzeige ? ? ? bei den zuständigen Behörden :kinn: :kinn:
 

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#24
Anzeige wäre gut oder der zuständigen Heimaufsicht mal eine Tip geben Denke an die Alten das kann uns auch passieren.



MFG Logo
 

wahlvieh

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#26
Selbstbeherrschung ist alles!

Ich muß gestehen, daß bei Euch allen noch ein großes Maß an Wohlbefinden besteht, das es von Ausbeuterseite abzuschöpfen gilt. Ich wäre in solchen Situationen zwar nicht ausgerastet, hätte mich aber anders verhalten.
Dem Montagetruppleiter hätte ich beispielsweise gefragt, ob er als Fachkraft auch so doof wäre und kostenlos arbeiten würde. Wenn er dann entgegnet hätte, ich solle froh sein, daß ich Arbeit bekommen könnte, würde ich erwidern, daß ich die Art und Weise seines Handelns dem Gewerbeaufsichtsamt, der Ausländerbehörde, dem Ordnungsamt, dem Finanzamt, der Agentur für Arbeit und der berichtenden Presse zur Kenntnis bringen würde. Die würden seine Leichen im Keller schon finden. Er solle sich also unterstehen, mich bei der Agentur für Arbeit anzuschwärzen. Ich würde ihm beim Verlassen seines Büros fragen, ob seine Firma den Auftrag auch für lau angenommen hätte und wer sich dann mein Gehalt in die Tasche stecken würde?!
Das Gleiche gilt auch für die Fachkraft im Gaststättengewerbe.
Mal eines zur Klarstellung: Wenn ich eine gelernte "Fachkraft" bin, dann benötige ich für eine branchen- und fachgemäßen Anstellung keine unbezahlte "Trainingsmaßnahme", dafür gibt es in jedem Arbeitsvertrag eine vereinbarte Probezeit von 3 bis 6 Monaten, in der beide Seiten ohne Angabe von Gründen kündigen kann.
Und auch im Altenheim gelten gesetzliche Vorschriften im Umgang mit Pflegebedürftigen. Werden diese über die maßen wie im geschilderten Fall verletzt, da gibt es nur eines: sofortige Strafanzeige bei den Ordnungs- und Gewerbeaufsichtsämtern.
Es versteht sich von selbst, daß man unverzüglich persönlich den "Fallmanager" informiert und zur Fortzahlung von ALG2 auffordert. Tut er (sie) das nicht umgehend, so wende man sich direkt an die Vorgesetzten mit der Ankündigung der Dienstaufsichtsbeschwerde.
Übrigens habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn ein "Fallmanager" mein Verhalten kritisieren oder meinen Leistungsbezug kürzen oder unterbrechen wollte, daß ich ihn fragte, wie er sich in so einer Situation verhalten würde. Im Falle des Altenheimes ist das Wissen um Mißstände sogar anzeigepflichtig und kann strafrechtlich wegen unterlassener Hilfeleistung und Unterlassung der Fürsorgepflicht verfolgt werden. Daran besteht ein starkes öffentliches Interesse.
Warum bekomme ich nicht solche "Arbeitsangebote"? Als Kellner könnten die gar nicht über genug Porzellan verfügen, das ich "aus versehen" fallen lassen würde. Aber ich hätte gezeigt, daß ich durchaus "arbeitswillig" bin.
Fazit: was lernen wir daraus? Niemals und unter keinen Umständen der AfA seine Telefonnummer geben! Kann sich doch sowieso keiner leisten, oder?
 

Bognarks

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#27
Wo die Parasitären Asozialen sind, kann man sehen. Diese art von "Arbeitgeber".
In wie weit, würde eine 'Beschwerde' bzw. 'Anzeige' Konsequenzen für diese art 'Arbeitgeber' haben, realistisch gesehen?

Kennt wer dazu Informations-seiten oder explizite Gesetzgebungen?
 

claridge

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#28
Logo sagte :
Anzeige wäre gut oder der zuständigen Heimaufsicht mal eine Tip geben Denke an die Alten das kann uns auch passieren.
Die Idee als solches sollte einem schon in den Sinn kommen. Werde ich aber nicht tun. Schau mal in die Pflegeforen und sieh was über die Heimaufsicht berichtet wird. In der Regel ein ganz lahmer Haufen der seine Besuche Tage und Wochen vorher ankündigt. Habe ich selber noch nie anders erlebt. Es ist dann immer Zeit genug zumindest die gröbsten Mängel zu vertuschen. Kleinere Mängel interessieren eh nicht.
Arbeitsamt weiß schon bescheid. Und ansonsten ging noch eine Info an eine andere Stelle von der ich mir mehr verspreche.
 

wahlvieh

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#29
Da fällt mir gerade ein, daß ich schon einmal Erfahrungen gesammelt habe.
Das es nämlich auch anders geht, zeigt folgendes Beispiel:
Ich hatte eine Lebensabschnittspartnerin mit Mitgrationshintergrund, die zwar gebrochen deutsch sprach, sich aber am Telefon nicht auszudrücken vermochte, aber als ungelernte Floristin mit Berufserfahrung goldene Hände im Umgang mit Pflanzen hatte.
Also suchte ich zehn Stellenangebote im Internet mit Telefonangabe heraus und rief sie alle nacheinander an.
Ich bekam für sie 9 Termine zur persönlichen Vorstellung. Ich wußte, wenn sie vorbinden darf, dann hat sie die Stelle, wenn der Florist über genügend Menschen- und Fachkenntnis verfügt.
Der einzige, der eine persönliche Vorstellung ablehnte, tat das unter Hinweis darauf, sie möge erst ihre "Bewerbungsunterlagen" einreichen. Als ich ihn fragte, ob es nicht sinnvoll wäre, sie vorbinden zu lassen, meinte er, ja, aber erst die Unterlagen. Daraufhin erteilte ich ihm höflich, aber bestimmt eine Absage und wünschte ihm viel Erfolg beim führen seines "Papierkriegs".
Die erste Vorstellung bestand darin, einen halben Tag vorzubinden. Es stellte sich heraus, daß der Chef jeden Tag 3 bis 5 Frauen vorbinden ließ und sie dann wieder nach Hause schickte "sie würden wieder von ihm hören". Die Gebinde verkaufte er gewinnbringend. Also sagte ich meiner Freundin in einer Pause am Telefon, Du bleibst nach dem binden da und paßt auf, ob Deine Gebinde verkauft werden. Das geschah auch binnen kürzester Zeit, und so fragte sie, ob sie die Stelle hätte. Sie bekam die gleiche Antwort wie die anderen. Ich rief ihn eine Tag später an und sagte ihm ab, und fügte natürlich süffisant die Begründung hinzu. Danach legte ich auf, ohne seine Reaktion abzuwarten.
Die zweite Bewerbung war bei einem alteingesessenen Familienunternehmen. Sie band zwei Stunden vor und hatte die Stelle. Damals bekam sie 13,50 DM pro Stunde, nach der Probezeit 15 DM. Sie arbeitet noch immer dort. Die anderen Floristen rief ich an und sagte ihnen mit Bedauern ab. Interessant war, daß einige sagten, sie hätten gerne mal ihre Fähigkeiten begutachtet. Inzwischen ist sie auch mit den Schnittblumeneinkauf auf dem Großmarkt betraut.
 

wahlvieh

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#30
Bognarks sagte :
Wo die Parasitären Asozialen sind, kann man sehen. Diese art von "Arbeitgeber".
In wie weit, würde eine 'Beschwerde' bzw. 'Anzeige' Konsequenzen für diese art 'Arbeitgeber' haben, realistisch gesehen?

Kennt wer dazu Informations-seiten oder explizite Gesetzgebungen?
Danke für Deine Fragen.
1. Inwieweit eine Beschwerde "Konsequenzen" hat, liegt zum einen stets im Ermessen des Disziplinarvorgesetzten, und zum anderen an der Art und Weise Deines Auftretens und des Vortragens der Beschwerde. Daüber hinaus wirst Du sowieso nie erfahren, ob es überhaupt "Konsequenzen" hatte, es sei denn Dein "Fallmanager" :lol: wechselt plötzlich und unerwartet. Wichtig ist alleine, daß sich jeder beschwert, wenn er derartige "Arbeits"verhältnisse antrifft, damit die Agentur weiß, daß man sich nicht mehr alles gefallen läßt. Außerdem ist das mit Mehrarbeit verbunden, die Mitarbeiter müssen Berichte schreiben, Stellung nehmen, zum Appell antreten, und das hassen sie wie die Pest.
Eine Strafanzeige (Fall Altenwohnheim) wäre viel weitreichender, weil Polizei, Staatsanwalt und Gerichte involviert wären. Man kann übrigens auch mal einen Staatsanwalt beim Gericht anrufen oder während seiner Geschäftszeiten mal hingehen. Dann reicht schon der Hinweis auf eine Straftat um den Apparat in Gang zu setzen.
2. Ich bin zwar kein Jurist, aber wenn Du auf die Arbeitsverhältnisse anspielst, so darfst Du getrost erst einmal Deinem "gesunden Menschenverstand" vertrauen. Du merkst sehr schnell, ob da "etwas stinkt". Die Arbeitgeber und ihre Erfüllungsgehilfen wissen nämlich meist sehr genau, was sie dürfen und was nicht, und wenn man sie auf dem falschen Fuß erwischt, dann bringen sie nur noch "Todschlagargumente" der Boulevardpresse, man solle doch zufrieden sein... oder er werde die AA informieren... Spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen, offensiv zurückzuschlagen. Dann hat er es nämlich darauf angelegt, Dich einzuschüchtern, und wenn er das schafft, dann hast Du verloren und er fährt mit Dir Schlitten. Sage ihm höflich aber bestimmt, daß Du Deine Pflichten kennst und gerne bereit bist diese auch zu erfüllen, aber Arbeitskraft stellt einen in Geld meßbaren Wert dar, und wer hat heutzutage schon was zu verschenken?
Am schlimmsten ist es, wenn man mit Angst zu einem Vorstellungsgespräch geht. Der Gegenüber merkt das sofort und handelt dementsprechend.
Falls Du Dir wirklich nicht sicher bist, so erkundige Dich bei einem Rechtsanwalt. Als ALG2-Empfänger hast Du ein Recht auf kostenlose Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt Deiner Wahl.
 
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#31
Blauäugig ??

Also in dem Fall vom Gastronom:

da setzt mann zwei Bekanntenauf den mann an, der ihn abends im Lokal kennenlernt.
Der gibt sich selbst als Gastronom aus und mann fängt an sich über die Arbeitslosen lustig zumachen.
Das eine kommt zum und nachher ist das ne traute Runde.
Irgendwann wird der Gastronom auch erzählen wie er das immer macht mit den "Trainingsmaßnahmen" usw, und wie er alle verarscht.
Alle werden herzhaftlachen und sich irgendwann verabschieden.
Dann werden Gesprächsprotokolle gemacht diese werden an eides statt angefertigt.
Und dann wird der Gastronom und der zuständige SB!!!!! wegen Steuerhinterziehung und organisierten Betrug angezeigt.
Beihilfe zum hinterziehen von Sozialabgaben und und und.
Das bitte an die Krankenkasse !!!!!! ganz wichtig und an den Zoll Abt. "Schwarzarbeit"

Das ist ein Schuß vor den Bug und was meint ihr wie geschmeidig der nächste SB aufeinmal bei solchen Geschichten ist.

Michael
 

Bognarks

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#32
@wahlvieh
Vielen Dank für Deine auführliche Antwort.

In dem von 'claridge' dargestellten Fall, könnte das umfangreiche "Maßnahmen" des Gesetzgebers nach sich ziehen.
Solche Verwahrlosung von Menschen sollte unbedingt zur Anzeige gebracht werden.


Ich bin bis jetzt von solchen Leuten verschont geblieben, was nicht ist kann ja noch werden.
Allerdings, stellen sich mir die Nackenhaare auf das es solchen Aasgeiern vom Gesetzgeber überhaupt erst wieder möglich gemacht wurde - Moral und Anstand einfach über bord zu schmeissen, auch wenn unmengen von Existenzen dabei auch beseitigt werden als Makulatur abzuschreiben?

7Tage 'Umsonst' Probearbeiten?
Man solle sich damit zufrieden geben überhaupt wieder an "Arbeit" herangeführt zu werden?
Machst Du Ärger, wird dich dein Fallmanager züchtigen?

Mit den Todschlagargumenten wie 'wahlvieh' schon geschrieben hatte, also ... ich weiss nicht.
Sollte sich jemand Erdreissten, so mit jemanden zu sprechen, darf nicht mit körperlicher Unversehrtheit rechnen wenn der Tag zur Neige geht.
Denn dieser ist mit allen Wassern gewaschen und kennt genug Winkelzüge, nach Beschwerde/Anzeige seine illegalen Finger in das nächste (Arbeitslose) Opfer zu 'stecken'.


Zu Michaels beitrag:
Das sowas überhaupt vom Gesetzgeber möglich gemacht wurde, zeigt doch den perversen Wandel der Zeit.
Nach der Werte-diskussion und weniger als halbherzigen Anstandsdiskusion ...
Muss ein massiver disput über Moral UND Anstand durch die Bevölkerung gehen.
Anstatt froh zu sein sich für 1-4wochen Umsonst an solche Arbeitgeber zu prostituieren, NAME bekannt machen.
Auch wenn es gegen sogenante Datenschutz-Gesetze geht... denn in dem Falle sind sie Täterschutzgesetze und damit hinfällig.

Uh, mir gehen die Gäule durch - ich geh mal ne runde Laufen. *wink*
 

Hawk321

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#33
Was dieses Probearbeiten angeht hab ich auch schon so einiges Erfahren.

Als ich noch Arbeitslos wahr, suchte ich eine Stelle als Kfz-Mechaniker (Bin Geselle). Ich fand ein Angebot bei einem Reifen Händler. Nach kurzem Telephonat hab ich mich mit ihm getroffen.
Er verlangte von mir, 4 Wochen unbezahlt zu arbeiten. Schliesslich würde ich ja Geld vom Arbeitsamt bekommen....
Auf meinen Argument, dass das AA nur max 14 Tage freigibt, meinte er nur "Entweder man will arbeiten oder lässt es bleiben!" (Meiner Meinung nach sind socleh Aussagen billige Polemik)

Wärend des Gesrpäches, wollte ich natürlich auch das zu erwartene Einkommen wissen...."Das kann ich Ihnen nicht sagen" war seine Aussage.

Ich bin daraufhin aufgestanden und abgehauen.



::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: ::::::::::::::::::::
Nächster Fall bezüglich Frechheit.

Seit dem 1.1.2006 arbeite ich bei einer freien Werkstatt. Bis Mai war ich Teilzeit beschäftigt da, hab 600 brutto bekommen für 12.5 Stunden die Woche, und wohne bei Hotel Mama. Dann hiess es, das ich doch am besten bei ihm Vollzeit arbeite.
Hab mich richtig gefreut. Doch die Freude hielt nicht lange,ich solle nur 850€ Netto als gelernter KFZ-Geselle bekommen, bei 160 Stunden im Monat!
Ich war entsetzt, den mir stehen da sehr sehr viel mehr zu!
Nach androhen von diversen Maßnahmen, bekam mein Chef etwas Angst, er erhöhte sein Angebot auf Netto 1050€. Diese Summe ist zwar immer noch wenig für meinen Beruf, aber damit konnte ich leben, zumal ich jetzt zum 1.7 eine eigene Wohnung beziehen muss (Eltern ziehen nach Bayern, bin 24, Freunde und Freundin leben hier).

Dann kam der Vertrag, welcher nur ein Vordruck war den ich selbst gekauft hab....

Und was schreibt dieser Mann darein, nochmal 3 monate Probezeit, das sind insgesamt mit der Teilzeit vorher 7 Monate Probezeit!!! Die letzten 2 Wochen im Dezember 2005 arbeite ich schon 2 Wochen zur "Probe" da.

Naja, ich unterschrieb, es sicherte mir ja schlieeslich ein Einkommen, mit dem ich Auto und Miete bezahlen kann (selbst reparatur und Neukauf).

Doch hatte ich so das gefühl, das er mich nicht lange haben will und den den höheren Lohn nur willigte, um sich nicht Betrug vorwerfen zu lassen.

Nun sind die letzten 2 Wochen relativ ruhig in der Werkstatt gewesen und gestern liess er verlauten, das er mich höchstwahrscheinlich kündigen wird, weil sonst im die Kosten zu hoch sind, da zu wenig Aufträge reinkommen. Seltsamerweise passiert das just in der verlängerten Probezeit und selbstständlich mir, obwohl der Laden noch einen Rentner auf Vollzeit beschäftigt (was ich nicht ganz verstehe) dem das nicht so schaden würde wie mir. Ach ja, Kosten liessen sich senken, wenn ich für 850 Netto arbeite

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: ::::::::::::::::::::
Ich weiss nur, wenn ich Arbeitslos werde, dann wäre ALG1 zu wenig um meine Miete und Auto zu bezahlen. Hartz4 wäre dann das Resultat aus obriger Situation.
Das heisst aber leider auch mein Auto zu verkaufen und mich dem Teufelskreis Arbeitslosigkeit hinzugeben. Ohne KFZ kommt man nicht weit!!!

Die Arbeitsämter machen nichts um mich in zumutbare und gut bezahlte Arbeit zu vermitteln. Man ist der Willkür dieser Leute ausgestzt.
Die tatsächlichen Schmarotzer dieses Landes, DIE ARBEITGEBER! können mit einem machen was sie wollen, die meisten kennen die Tricks um sich durchzu mogeln. Das beweist auch teilweise die sich stetig wiederholenden Stellenangebote im Internet (oder warum such ein Unternehmen mit 5 Angestellen 2 Jahre lang Mechaniker und lässt immer jemanden da "Probearbeiten"?)

Aber was beschwer ich mich, mach ich doch einfach wieder Zeitarbeit und bekomme 9 € Brutto die Stunde und nur 140 Stunden bezahlt, welche auch
noch falsch abgerechnet werden, achja Auto ist dabei ja Pflicht.
Momentmal eben Rechnen
9 * 140 = 1260 Brutto
1260 Brutto sind ca 850 Netto

so 850 minus 250 K. Miete
=600
600 minus 100 Nk samt Heizung
=500
500 minus 50 Strom und minus 120 Essen,Trinken usw.
=320
320 minus 35 Versicherungen wie Rechtsschutz und haftpflicht
=285 €, so davon muss ich noch Telephon,GEZ und Internet bezahlen
=220
Von den 220 kommt nun das Auto (schon komplett bezahlt)
Das sind 85 für Versicherung TK, ca 90 Sprit und dann ca 7.50 für mtl Steuer, und noch Sparbetrag von ca 60 für einen neuen Gebrauchten in 4 jahren zzgl. Inzahlungnahme meines Alten. Dann kommt noch ein Sparbetrag von mtl 25€ für Ersatzteile und Reparatur hinzu. Die Sume dieser Ausgaben bennene ich einfach mal KFZ und ergibt 267,50 € (ungefähr grob gerrechnet), welche von den 220 € noch abzuziehen sind.

Da haben wir den Salat
- 47,50 €!!!!

Nur mal zur Info, ich hab mit diesem Geld mir nicht eine DVD ausgeliehen, meine Ernährung stark runtergeschraubt und nichts für meine Rente und Berufsunfallsversicherung getan!
Da stimmen Parolen wie "Arm durch Arbeit" 100%, langfristig macht soclh ein System die Wirtschaft kaputt! Durch meine Arbeitskraft erwirtschafte ich Geld, welches meine Kosten decken und zu einem Gewinn beitragen soll. Doch leider wirtschafte ich mit meiner Arbeitskrafts falsch und mache am Monatsende ein Minus Geschäft!

KEIN UNTERNEHMEN WÜRDE SO ETWAS VON SICH AUS MACHEN

Doch der dummer Pöbel auf der Strasse solls machen um die Erträge der einzelnen Arbeitgeber zu maximieren???

Wie kann man sich davor schützen? Auswirkungen zeigen sich bei mir in der Werkstatt andauernd, die Kunden mit Hartz4 oder Niedriglohn hintergrund werden schon fast gezwungen ein Auto zu haben aber können es sich nicht leisten. Folgen sind die private kaputt wirtschaftung und technisch mangelhafte PKW's. Die Unternehmen klage über die stark rückläufigen Aufträge, was dem Niedriglohn zuzuschreiben ist!
 
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