Frankreich: Schere Armut <-> Wohlstand:...dass sich was ändert,ist nicht mehr denkbar (1 Betrachter)

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theota

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Das Klima zwischen den Reichen und den ärmeren Schichten in Frankreich wird aggressiver. Das ist an sich keine neue Beobachtung; interessant ist sie, weil sie von einem französischen Soziologenpaar, Michel und Monique Pinçon-Charlot, dargelegt wird, die seit mehreren Jahrzehnten das Milieu der Oberklasse untersuchen. Bislang taten sie dies zwar in einer kritischen Weise - beide kommen aus dem linken politischen Spektrum, verabschiedeten sich aber wie viele andere vom Marxismus.
Doch war ihre Kritik in den letzten Jahren nicht durch Bissigkeit gezeichnet, kein Schwarz-Kontrast, sondern von Offenheit für bestimmte Funktionsweisen getragen (vgl. "Die Oberschicht ist die einzige Klasse, die noch wirklich kollektiv und solidarisch funktioniert"). Der Zugang zur verschlossenen Welt der sehr Reichen war mit einer rein ablehnenden Haltung nicht zu haben. Das Paar stellte das Allzumenschliche fest, dass einige aus dieser Welt auch Freunde sein könnten.
Nun haben die beiden Soziologen einen Kurswechsel vollzogen. Sie sind deutlich aggressiver in ihrer Kritik geworden und führen dies auf eine Notwendigkeit zurück, die der „Gewalt der Reichen“ entstammt, wie sie in einem Interview mit der Zeitung Libération äußern.
Quelle: "Der Gedanke, dass sich etwas ändern könnte, ist nicht mehr denkbar" | Telepolis

13.09.2013
 

XxMikexX

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AW: Frankreich: Schere Armut <-> Wohlstand:...dass sich was ändert,ist nicht mehr den

dass sich was ändert,ist nicht mehr denkbar
So lange sich kein Schwanz bewegt sicherlich nicht.

Die testen das auch aus, siehe Griechenland.

Wie weit kann man mit neoliberaler Politik gehen?

Wo ist die Schmerzgrenze?



Antwort?
 

wolliohne

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AW: Frankreich: Schere Armut <-> Wohlstand:...dass sich was ändert,ist nicht mehr den

Zitat Kurswechsel:


Die Herrschaftssystem der reichen Oligarchen ist in der Auffassung von Michel und Monique Pinçon-Charlot deutlich mehr von Gewalt geprägt, ökonomischer und ideologischer Art. Die ökonomische Gewalt ist nach den Anschaungen der Soziologen ein Instrument geworden, das , wie die Religion, mit Psychopolitik operiert - mit existenzieller Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und dem Entzug der sozialen Anerkennung. Begleitet werde die "Dominanzmechanik" mit einer Herabsetzung der Stimmen, die aus den unteren Schichten kommen.


Die Ärmeren würden mit einem Sprachgebrauch, der über Medien, PR-Agenturen, Reden, Prospekten, Werbung etc. verbreitet wird, zunehmend als "innere Feinde" beschrieben. Ständig würde vermittelt, dass den Armen wird immerzu Händchen gehalten wird, dass sie Betrüger seien, Schmarotzer, dass sie zu teuer seien. Währenddessen frage keiner mehr danach, woher das Vermögen der Reichen komme. Kritik sei erfolgreich abgeschnürt worden. Man verurteile und entwerte alles, was mit "populär" zu tun habe und subsummiere jede Kritik an finanziellen Verhältnissen unter dem Rubrum "populistisch" und disqualifiziere sie damit. Indessen Vermögen und Status der Reichen als "natürlich" gegeben dargestellt und behandelt würden.


Die Reichen würden in der öffentlichen Darstellung zu Wohltätern, die Ärmeren, Angestellte oder Arbeiter, zu öffentlichen Lasten. Die öffentliche Sprache würde großflächig korrumpiert, wofür die Soziologen einige Beispiele aus der Arbeitswelt wie "flexisécurité" anführen. So sei das kritische Denken etwa aus Fernsehsendern und Nachrichten verschwunden. Die Idee, dass sich etwas ändern könnte, auch ("L’idée même de changement n’est plus pensable"). Es bleibe nur der Konsum.
Thomas Pany
 
K

Kuhle Wampe

Gast
AW: Frankreich: Schere Armut <-> Wohlstand:...dass sich was ändert,ist nicht mehr den

Ist die neoliberale Ausgrenzungspolitik auch in Frankreich schon so weit wie in der BRD? Man mag es kaum glauben.

Würde man genau die europaübergreifen "Väter" dieser Venichtungspolitik mit Schlips und Kragen identifizieren können, es wäre ein Anfang.

Aber daran scheint Niemand interessiert zu sein.

Ein Leser schreibt dort:

Das haben sie doch eindeutig von Deutschland kopiert!
So wurde die Agenda-Politik durchgesetzt. Ist es da ein Zufall, dass
Merkel sie als Vorbild für ganz Europa anpreist?
Man beobachte nur, wie bei uns z.B. die Bild-Zeitung reagiert, wenn
darüber geredet wird, dass der Hartz4-Satz zu niedrig ist. Dann
kommen regelmäßig Berichte über Betrug von denen da unten, über
Berufstätige, die auch nicht mehr haben trotz Arbeit. Natürlich
kommen sie nicht auf die Idee, dass die Löhne zu niedrig sind, nein:
die Armen haben noch zuviel!
Lassen sich die Urheber dieser gesamteuopäischen negativen Entwicklung dann in der BRD ausmachen oder doch ganz wo anders?
 

hemmi

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AW: Frankreich: Schere Armut <-> Wohlstand:...dass sich was ändert,ist nicht mehr den

Letzte Woche in Frankreich, deutsche Medien berichten von Zehntausenden Demonstranten die gegen Hollandes Rentenpläne demonstrieren, nun daß durch gleichzeitige Streiks der halbe ÖPNV lahm gelegt wurde war nur im Saartext zu lesen aber auch hier kein Hinweis auf die Gründe des Streiks, das ist deutsche Berichterstattung.:icon_neutral:
 

roterhusar

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AW: Frankreich: Schere Armut <-> Wohlstand:...dass sich was ändert,ist nicht mehr den

So lange sich kein Schwanz bewegt sicherlich nicht.

Die testen das auch aus, siehe Griechenland.

Wie weit kann man mit neoliberaler Politik gehen?

Wo ist die Schmerzgrenze?



Antwort?
Nichts leichter als hierauf zu antworten.
Worauf wir zur Zeit zusteuern, wird auch die Bewegung von Schwänzen nichts tun.
Wir stellen fest, dass Demonstrationen nur zu Beulen auf den Köpfen führen. Siehe Non- Citizen, Athen usw.
 

Hartzeola

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AW: Frankreich: Schere Armut <-> Wohlstand:...dass sich was ändert,ist nicht mehr den

Hollande begründet Arbeitslosigkeit mit Babyboom

Frankreichs Präsident François Hollande hat einen Hauptgrund für die hohe Arbeitslosigkeit in seinem Land ausgemacht: die gebärfreudigen Französinnen. Darüber beschwere man sich aber nicht.

Die im Vergleich zu Deutschland hohe Arbeitslosigkeit in Frankreich hat nach Ansicht von Präsident François Hollande auch etwas mit der hohen Kinderzahl französischer Frauen zu.

In Frankreich kämen mehr junge Menschen auf den Arbeitsmarkt, sagte der Staatschef. Man beschwere sich nicht darüber, Frankreich müsse aber deswegen mehr Wachstum generieren.

Als weiteren Grund für die großen Unterschiede nannte Hollande die höhere Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Daraus müssten Konsequenzen gezogen werden.
Geburtenrate : Hollande begründet Arbeitslosigkeit mit Babyboom - Nachrichten Wirtschaft - DIE WELT
 
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