Fragen zur Umschulung - wer hat Erfahrungen, Empfehlungen, Informationen für mich?

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Samuela

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Ich habe hier schon einiges gelesen, möchte nun einiges genauer wissen oder einfach bestätigt oder widerlegt haben :)
Vielleicht mag mir ja jemand die eine oder andere Unklarheit bereinigen?

Zu mir: ich bin weiblich, 39 Jahre alt, habe eine Ausbildung im Büro absolviert und dann fast 20 Jahre als Schreibkraft gearbeitet.

Nun bin ich seit 1 Monat arbeitslos und mein SB riet mir, dass ich eine Umschulung machen soll in einem Beruf, welcher gesucht wird. Seine Vorschläge: Altenpflege, Busfahrer. Beides ist nichts für mich (Praktikum im Altenheim habe ich gemacht, beim Autofahren bin ich eher ängstlich). Ich fragte ihn, was noch in Frage käme, ich solle selber gucken! Und nun bin ich etwas überfordert.


a) Was wird außer Busfahrer und Pfleger noch gesucht?
b) In welchen Berufsfeldern würde überhaupt eine dann 41jährige Berufsanfängerin eingestellt? Ich vermute, dass man im Handwerk, oder IT, als Frau eher schlechte Karten hat?
Macht eine zweite Büroausbildung Sinn oder wären da Weiterbildungen und der Wiedereinstieg über Zeitarbeit sinnvoller?

c) Kommen nur die Berufe auf Kursnet / Umschulung in Frage?
d) Ist alles über e-Learning? Wie läuft das genau ab?
e) Wieviel Zeit kommt noch für Hausaufgaben/Lernen in der Freizeit hinzu?
f) Hat man Anspruch auf seine 3 Wochen Urlaub, gibt es generell Ferien?

g) Hat hier jemand bereits positive Erfahrungen mit Umschulungen dieser Art gemacht und kann ein paar positive Zeilen schreiben?


Gerne möchte ich eine Umschulung machen, aber diese soll dann auch einen Erfolg bringen. Ich möchte nicht 2 Jahre lernen um danach weiter arbeitslos zu sein. Daher meine ganzen Fragen. Über jeden noch so kleinen Rat bin ich dankbar :)
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Hallo Samuela,
nach einem Monat ist es eigentlich zu früh, sich über einen komplett neuen Beruf Gedanken zu machen. Wie viele Bewerbungen hast du denn schon geschrieben? Ich kenne die alte Fausregel, dass man schon 100 Bewerbungen schreiben sollte.

Im Bürobereich könntest du die Aufstiegsweiterbildung zur Fachwirtin machen. Es ist doch besser, auf deiner Qualifikation aufzubauen, als etwas völlig neues zu machen, wo du dann auch beim Gehalt wieder als Berufseinsteigerin gewertet wirst. Natürlich wollen sie derzeit Pflegekräfte oder Busfahrer anwerben, aber das sind beides Berufe mit sehr hohen Anforderungen, oft schlechten Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung.

Die solltest dir erstmal Gedanken machen, was du eigentlich machen willst, was du gut kannst und auch in einem Beruf einbringen könntest. Wenn die Motivation nur die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist, kann das schnell nach hinten los gehen. Bei mir war das damals (neue Ausbildung) so eine Art "Eingebung" und von da an, habe ich mein Ziel auch gegen Widerstände verfolgt.

Nur Mut!
 

Anlando

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Ich bin selbst im Personalentwicklungs- und Fortbildungsbereich tätig und sehe das wie der/die Vorposter. Wer 20 Jahre Berufserfahrung im Bürobereich hat, für den/die ist es doch viel naheliegender, auf dieser vorhandenen Erfahrung und Kompetenz aufzubauen, statt komplett neu zu starten. Insofern halte ich den Vorschlag des SB für fraglich.

Klar werden Fahrer und Pfleger gesucht, aber im Bürobereich gibt es für eine berufserfahrene Kraft sehr wohl auch Chancen auf Wiedereinstieg, wenn eine kluge Fortbildungsstrategie verfolgt wird. Die sollte im geschilderten Fall meiner Meinung nach in Richtung Fachwirtin (für Büro und Projektorganisation) und/oder EDV-Zertifizierung (in relevanten SAP-Modulen) gehen.

Gerade bei so einer langen Berufserfahrung wie der, die du mitbringst, macht es Sinn, darauf aufzubauen und deine Stärke (Büro) zu stärken, statt irgendwas ganz neu anzufangen, nur weil das gerade nachgefragt ist. Davon abgesehen sind sowohl Pflege- wie auch Fahrertätigkeiten (insbesondere im KEP-Bereich) schwere Arbeiten, die meist mies bezahlt werden. Im Bürobereich gibt es zwar auch viele miese Jobs, die Chance auf eine adäquate Anstellung ist aber höher - gerade bei Bewerbungen im Mittelstand und bei großen Firmen.

Anders als oft behauptet haben berufserfahrene Fachkräfte im Bürobereich sehr wohl auch noch eine Chance auf Wiedereinstieg, und nicht nur 25-jährige Uni-Absolventen. Nur braucht es heutzutage in der Tat nicht selten 100 bis 200 Bewerbungen, Mobilität und ggfs. auch Konzessionsbereitschaft, bis es klappt. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist: Bereitschaft zur Weiterbildung. Die hast du @Samuela. Das ist schon mal super! :)

a) Was wird außer Busfahrer und Pfleger noch gesucht?

U.a. im Bürobereich, sofern die Bewerberin gute EDV-Kenntnisse und Affinität gegenüber Medien mitbringt. Hier im Forum wird gerne mal behauptet, der Bürobereich wäre total überlaufen. Das stimmt so pauschal nicht. Chancenlos sind hier vor allem die Leute, die sich nie weitergebildet haben. Wer hingegen EDV-Zertifikate oder sonstige berufsrelevante Qualis (Fachwirt, Business-Englisch, Qualitäts- und Projektmanagement, insb. SCRUM) nachweisen kann, hat Chancen, sofern auch hinreichende Mobilität gegeben ist.

Auch im öffentlichen Dienst werden gelegentlich Personen mit Ausbildung und Berufserfahrung im Bürobereich eingestellt, selbst wenn diese keinen Angestelltenlehrgang I nachweisen können. Diesbezüglich empfehle ich mal eine Sichtung der größten Stellenbörsen für den öffentlichen Dienst, Interamt.de und Bund.de

Macht eine zweite Büroausbildung Sinn oder wären da Weiterbildungen und der Wiedereinstieg über Zeitarbeit sinnvoller?

Eine zweite Ausbildung macht meiner Meinung nach keinen Sinn. Besser wäre die Aufstiegsfortbildung zur Fachwirtin.

c) Kommen nur die Berufe auf Kursnet / Umschulung in Frage?

Nein. Kursnet ist lediglich die größte Plattform. Aber längst nicht alle Anbieter, die einen Bildungsgutschein akzeptieren, sind bei Kursnet gelistet. Ich würde einfach den Anbietert anschreiben, für dessen Fortbildung/Umschulung du dich interessierst, und diesen fragen, ob er Bildungsgutschein der Afa/JC akzeptiert.

d) Ist alles über e-Learning? Wie läuft das genau ab?

Es gibt manche Fortbildungträger, die auf e-Learning spezialisiert sind (WBS und Comcave zum Beispiel). Es gibt andere, die ausschließlich die Präsenzform in Kompaktkursen anbieten (TA Hameln zum Beispiel). Was für dich geeignet ist, hängt u. a. davon ab, was für ein Lerntyp du bist.

Ich persönlich könnte über e-Learning nie so gut lernen wie in Präsenzkursen, weil der Face-to-Face-Austausch, z. B. auch in den Kaffeepausen mit anderen Teilnehmern, ebenfalls viel Lernpotenzial birgt, was in e-Learning-Kursen verloren geht. Wenn du hingegen aufgrund familiärer Verpflichtungen (Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen etc.) auf ein Höchstmaß an Flexibilität angewiesen bist, können jene e-Learning-Kurse, bei denen du selbst die Lernzeit bestimmst, natürlich attraktiv sein. Für manche Menschen sind sie die einzige Möglichkeit, sich fortzubilden. Aus meiner Erfahrung kann ich aber sagen: Viele Menschen unterschätzen, dass es in e-Learnings oft weit schwieriger ist, sich selbst zu Lernen zu motivieren.

Es gibt übrigens auch viele e-Learnings, bei denen du zu einer festen Zeit am PC sitzen musst, weil der Kurs z. B. täglich von 09:00 bis 11:00 Uhr läuft. Der Dozent steht dann z. B. in Hamburg im Seminarraum - und alle Teilnehmer sind via Webcam zugeschaltet. Diese Art des e-Learnings ist meiner Überzeugung nach die Schlechteste, weil der Vorteil der freien Lernzeiteinteilung verloren geht, du aber weiterhin den Nachteil des ungenügenden Face-to-Face-Austausches mit Mitlernenden hast.

Mein Fazit dazu: Wenn du keine Kinder oder sonstige zeitliche Verpflichtungen hast, würde ich zum Präsenzlernen raten und e-Learning allenfalls als Ergänzung (Nacharbeiten, Vertiefen) nutzen.

e) Wieviel Zeit kommt noch für Hausaufgaben/Lernen in der Freizeit hinzu?

Als grobe Fausformel lässt sich sagen: Ein Drittel. Wenn dein Kurs also z.B. 20 Std./W. umfasst, solltest du nochmal 6,6 Std./W. in die Nachbereitung investieren. Manche investieren weniger, manche deutlich mehr. Das hängt von vielen Faktoren ab.

f) Hat man Anspruch auf seine 3 Wochen Urlaub, gibt es generell Ferien?

Da es sich um keine betriebliche Ausbildung/Umschulung handelt, gibt es in der Regel keinen Urlaub und keine Ferien. Bei einer betrieblichen Umschulung gibt es regulären Urlaub.

g) Hat hier jemand bereits positive Erfahrungen mit Umschulungen dieser Art gemacht und kann ein paar positive Zeilen schreiben?

Ich selbst habe nach meinem Studium einige IHK-Fortbildungen absolviert und hatte in meiner Lerngruppe auch Leute, die Aufstiegsfortbildungen über die IHK absolvierten. Die kamen dadurch in einen Job bzw. stiegen im Unternehmen auf (das bezahlte die Fachwirt-Fortbildung). Leider wissen viele SB/Arbeitsvermittler in den AfA und JC nicht viel über solche Fortbildungen. Daher können sie mangels Wissen diesbezüglich oftmals auch nicht gut beraten.
 

BerndB

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Hallo Samuela,
nach einem Monat ist es eigentlich zu früh, sich über einen komplett neuen Beruf Gedanken zu machen.
Von Seiten der AfA nicht. Außerdem kann beides parallel laufen.

Im Bürobereich könntest du die Aufstiegsweiterbildung zur Fachwirtin machen.
Die Fachlichen Weisungen zu § 82 SGB III (Seite 13, Punkt 3. Anspruchsvoraussetzungen Abs. 2) werden ab 01.01.2019 enger gefasst.
Neu ist die Förderung in Engpassberufen. Sind aber eher technische Berufe.

Es ist doch besser, auf deiner Qualifikation aufzubauen, als etwas völlig neues zu machen, ...
stimmt natürlich!
 
G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
.....Zu mir: ich bin weiblich, 39 Jahre alt, habe eine Ausbildung im Büro absolviert und dann fast 20 Jahre als Schreibkraft gearbeitet....

Das würde reichen um von der IHK zur Fachwirt-Prüfung zugelassen zu werden, allerdings wirst du später nur sehr schwer einen AG finden, der dich als Fachwirtin einstellt
 

Nena

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Warum denkst, Du, dass Du als Schreibkraft nichts finden wirst? Du suchst wahrscheinlich nicht länger als vier Monate?
 

Samuela

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Vielen Dank für die zahlreichen Antworten!

100 Bewerbungen habe ich in einem Monat natürlich - bei weitem - nicht geschrieben.

Ich habe zwar eine Büroausbildung, danach aber nur noch als Schreibkraft gearbeitet. Ich habe demnach keine typische Büroerfahrung - ich hatte keinen Kundenkontakt, habe nie mit Excel gearbeitet, habe keine Buchführung gemacht, usw. sondern wirklich nur geschrieben. Demnach habe ich nicht an eine Weiterbildung zum Fachwirt gedacht, sondern eher an eine Weiterbildung wo man z.B. Buchführung/SAP lernt.

Da frage ich mich, warum mein SB mich unbedingt aus der Schiene "Büro" wegbekommen möchte, dass er gleich auf einer Umschulung rumreitet und meint, Weiterbildungen kämen für mich nicht in Frage.... Er war übrigens derjenige der meinte, als Schreibkraft gäbe es kaum noch Arbeit und deshalb solle ich die Umschulung machen. Ein anderer Büroberuf außer Schreibkraft erscheint ihm also aussichtslos...(Ich hatte aber schon 2 Einladungen zum VG, es scheint also gar nicht so komplett aussichtslos zu sein.)

Wo finde ich andere Angebote zur Umschulung? Ich bin da völlig unerfahren und weiß überhaupt nicht, wo man überhaupt sowas findet (abgesehen eben von Kursnet). Mein SB ist leider keine Hilfe, auf diese Frage habe ich von ihm keine hilfreiche Antwort erhalten.
Er meinte ja auch, ich soll erstmal wissen was ich machen möchte, ich wusste aber noch nie was ich wirklich machen möchte und fände es für mich persönlicher einfacher erstmal zu gucken, was überhaupt möglich wäre und mich so inspirieren zu lassen, anstatt mich tagelang damit zu beschäftigen, was ich nun machen möchte nur um dann festzustellen, dass es nicht geht. Ich weiß also gar nicht, was für eine Umschulung ich würde machen wollen :(
Und ja, leider kann ich mir ein so langes e-Learning auch nicht vorstellen. Ein paar Monate während einer Fortbildung, okay, aber über eine solange Zeit einer Umschulung, stelle ich es mir sehr anstrengend vor. So wie ich bisher hier gelesen habe, finden die aber auch alle in einem Kursraum irgendwo statt und man darf nicht zu Hause lernen?
Die Kurse sind auch alle in Vollzeit - d.h. dass man daneben noch ca. 15 Stunden zum Lernen braucht - d.h. das Wochenende geht auch dafür drauf, man hat keinen Tag mehr Pause und mal ein paar Tage Urlaub/durchatmen scheint ja auch nicht drin zu sein (abgesehen davon müssten bereits gebuchte Reisen storniert werden - schließlich konnte ich ja vorher nicht wissen dass ich arbeitslos sein werde und eine längere Umschulung machen muss)... alleine das scheinbar ununterbrochene, dauerhafte Lernen hört sich für mich nicht schaffbar an. In Kombination dazu muss man ja auch noch sein ganzes bisheriges Leben aufgeben, weil man gar keine Zeit mehr für Familie, Freunde, Hobbys etc. hat? Ich bin wirklich niemand der ständig seinen Hobbys nachgehen will und ständig mit Freunden zusammen hockt, aber wenn man sich 2 Jahre bei niemandem mehr meldet steht man hinterher wahrscheinlich alleine da...

Und dann frage ich mich... wenn ich weiterhin Bewerbungen schreiben muss.... wann soll das noch geschehen? Reicht eine 55 Std./Woche nicht? Bzw. wann gehe ich zu Vorstellungsgesprächen? Und wenn man eine Zusage bekommt, muss man die Umschulung abbrechen? Dann hat man vielleicht 1 oder gar 1,5 Jahre sein komplettes Leben einer Umschulung gewidmet, die dann abgebrochen werden muss??

Vielleicht würde ich das alles anders sehen, wenn ich einen Beruf hätte, den ich wirklich sehr gerne erlernen würde wollen, mein jetziger Stand ist allerdings eher: Grundsätzlich bin ich offen für Neues, und ich möchte definitiv etwas lernen um meine Chancen auf dem Markt zu verbessern, aber nicht um jeden Preis!
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Vielleicht kann ich dir da etwas die Sorge nehmen. Schulische Ausbildungen sind eher gemächlich von den Anforderungen und dem Zeitaufwand.
Bewerbungen sind oft Inhalt der Ausbildung und werden während der Schulzeit geschrieben. Wenn du etwas aufmerksam bist und wenig Fehlzeiten hast, musst du auch nicht viel lernen, mal abgesehen von der unmittelbaren Prüfungsvorbereitung vielleicht. Wenn du wirklich eine 40h-Woche in der Ausbildung hast, wird in der Zeit auch Lernzeit enthalten sein.

Du müsstest halt erstmal wissen, was für dich geeignet ist. Da hilft nur recherchieren, anfragen, mit Absolventen sprechen usw. Lass dir Zeit!

allerdings wirst du später nur sehr schwer einen AG finden, der dich als Fachwirtin einstellt

Eine Bekannte hatte neulich ein Weiterbildungsangebot mit Übernahmegarantie.
 

Gaestin

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ich glaube, Du hast eine Sache unterschätzt. Man stellt durchaus eine Fachwirtin ein, wenn sie auf die 40 zugeht. Warum? Weil man nicht mehr damit rechnet, dass sie wegen Elternzeit lange ausfällt. Darüber wird wenig gesprochen, aber bei Arbeitgebern ist das eine gängige Überlegung.
 

Samuela

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Ja, ich würde gerne wissen, wo man überhaupt anfragen/recherchieren kann, wo man Absolventen findet...

Fachwirtin kommt für mich nicht in Frage.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
Da hatte gestern in einem anderen Thread jemand einen guten Vorschlag. Geh zu solchen Einrichtungen, vor der Tür lungern meistens die Raucher herum, und versuche mit denen ins Gespräch zu kommen.

E-Learning fand ich locker, habe nie gelernt, bin aber auch der Typ der mit einer 3 im Zeugnis zufrieden ist. Man muss aber schon etwas autodidaktisch veranlagt sein, wer alles vorgekaut haben möchte, für den isses eher nix.
 

noillusions

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Wo finde ich andere Angebote zur Umschulung? Ich bin da völlig unerfahren und weiß überhaupt nicht, wo man überhaupt sowas findet (abgesehen eben von Kursnet). Mein SB ist leider keine Hilfe, auf diese Frage habe ich von ihm keine hilfreiche Antwort erhalten.
Er meinte ja auch, ich soll erstmal wissen was ich machen möchte, ich wusste aber noch nie was ich wirklich machen möchte und fände es für mich persönlicher einfacher erstmal zu gucken, was überhaupt möglich wäre und mich so inspirieren zu lassen, anstatt mich tagelang damit zu beschäftigen, was ich nun machen möchte nur um dann festzustellen, dass es nicht geht. Ich weiß also gar nicht, was für eine Umschulung ich würde machen wollen :(
Das Übliche wäre ja Stellenausschreibungen zu bestimmten Weiterbildungen/Stellen dem SB zu zeigen um die Sinnhaftigkeit einer Weiterbildung zu begründen. Ob das bei Umschulungen auch so ist, weiß ich nicht, der Zeithorizont ist da ja länger.
Was hindert dich aber an einer Surf-und Lese-Attacke im Internet um dich über Tätigkeiten und Weiterbildungen zu informieren? Heute mußt du ja nicht mal mehr in so ein BIZ dackeln und Ordner ziehen um dich zu informieren.
Das Kursnet ist ein guter Anfang, aber sicher auch oberflächlich. Du liest den ein oder anderen Begriff, hackst den in eine Suchmaschine ein und findest weiterführende Infos - usw. Die Seiten der arbeitsagentur sind diesbezüglich auch ein guter Anfang, die sind auch recht neutral, auch planet-berufe.net wenn es um Umschulungen geht oder wie das heißt. Die BBiG, Berufsbildungsgesetze zeigen dir die formalen Anforderungen, IHK,HWK, diese Kammern da, legen solche Anforderungen fest.

Dieses e-learning ist heute verbreiteter Standard, egal ob home-office oder in so einem Schulungszentrum.

Ich habe vor einiger Zeit Umschulung gemacht und mache grad Weiterbildung. Ich fand Umschulung fordernder, wobei das eine betriebliche Umschulung war. Momentan nervt mich am meist diese Bahn die zu einem Drittel der Fälle unpünktlich ist oder auch mal ausfällt.

Du findest in allen Bereichen immer mal mehr oder weniger Mißstände vor (Weiterbildungsträger mit schwacher Personal-Besetzung, Berufsschulen mit ständigem Unterrichtsausfall, IHKen, die außer Gebühren berechnen nicht viel auf die Reihe kriegen und natürlich auch Betriebe die nicht ausbildungsfähig sind, Umschüler als billige Arbeitskräfte ansehen und dich hinterher wieder auf die Strasse setzen statt zu übernehmen). Auch Jobcenter und Agentur bearbeiten Formalitäten schlampig oder unwillig. Du solltest also bereit sein Formalkram hartnäckig hinterherzulaufen - ich zähl den Formalkram jetzt nicht auf, aber zu Anfang und am Ende ist das schon ein bißchen was, bei betrieblicher Umschulung etwas mehr.
Wenn du einen Betrieb für eine Umschulung brauchst (betriebliche Umschulung) findest du manchmal nicht mehr die beliebtesten und besten Ausbildungsbetriebe, die nehmen lieber 20-jährige.

Den Willen und die Fähigkeit auch mal selbst zu lernen, das gehört wohl immer irgendwie dazu.
 

BerndB

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Zu den umfassend gemachten Vorschlägen noch die passenden Links:
Planen der Qualifizierung , denn spätestens mit Beginn einer Ausbildung muss man schon etwas planen.
Kursnet: Bei der Suche würde ich das Häkchen bei "eLearning" rausnehmen, denn wenn schon jetzt die Zielstrebigkeeit etwas gering ausgeprägt ist, ist eLearning das Falsche. Habe ich selbst schon an einem altmodisch "Fernkurs" genannten Kurs gemerkt. Nach der 3. Lektion habe ich zunächst nur noch die Fragen gelesen und dann nach Antworten im Heft gesucht.
Betriebliche Ausbildungsstellen findest du hier, wenn du unter "Ich suche" den Begriff "Ausbildung" auswählst. Allerdings geht danach erst die Arbeit los. Du musst/könntest versuchen, die gefundenen Ausbildungsbetriebe dahingehend umstehen, dass sie keinen Schulabgänger, sondern schon lebenserfahrenen Bewerber nehmen. Übrigen Kannst du auch dort in Arbeitsverhältnis einsteigen und im Rahmen des ruhenden Arbeitsverhältnisses eine Ausbildung mit Förderung der AfA beginnen (AEZ Arbeitsentgeltzuschuss). Das Arbeitsverhältnis muss dabei aber normal bezahlt sein. Kein Praktikum. Ist in § 82 SGB III (Seite 11) geregelt. Die AfA muss natürlich zustimmen. Und du könntest vor Beginn der Ausbildung den Betrieb kennenlernen und der Betrieb könnte dich kennenlernen.
Welcher Beruf passt zu mir?
Berufe.tv Filme zu Berufen bzw. Berufsgruppen
Videos (Ich mach's!) zu Berufen
 

Samuela

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Ich wollte mich kurzfassen, weil kurze Texte eher gelesen werden, daher habe ich weggelassen, dass ich selber auf die Idee kam im Internet zu recherchieren...
Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, was ich gerne machen möchte und habe auch berufenet dafür genutzt und die Jobbörse um zu überprüfen, ob viel gesucht wird in diesen Bereichen. Es wurde weder viel gesucht, noch gab es Umschulungen in meiner Nähe.
Planet-beruf war mir übrigens entfallen, hatte damals zu Schulzeiten damit Bekanntschaft gemacht, aber wohl verdrängt, also danke für die Erinnerung. Habe es auch gleich genutzt - aber auch hier: das, was mir vorgeschlagen wird UND gefallen würde, wird hier nicht gesucht und/oder es gibt hier auch keine Umschulungsmöglichkeiten (oder aber ich finde sie nur nicht).
Also kann ich die Berufe, die ich gerne machen würde, grundsätzlich mal ausschließen mangels Erfolgsaussicht.
Natürlich habe ich bei Google nach Umschulungsmöglichkeiten in meiner Gegend gesucht, aber auch hier wurde mir weitgehend die bereits bekannten e-Learning-Träger angezeigt, es brachte mich nicht weiter. Also gehe ich erstmal davon aus, dass nur die Berufe für eine Umschulung in Frage kommen, die bei Kursnet aufgeführt sind, über andere Berufe habe ich nirgends was gefunden, also habe ich mich hier angemeldet, andere Leute wissen ja manchmal mehr als google, aber auch hier kann mir ja keiner konkret nennen, wo man weitere Umschulungsmöglichkeiten findet abgesehen von denen bei Kursnet.


Also habe ich mir die Liste angesehen, die Kursnet ausspuckt, und da ist kein Beruf bei, den ich sehr gerne machen würde. Ich könnte mir gut vorstellen, als Fachinformatikerin (Anwendungsentwicklung) zu arbeiten, nur stelle ich mir die Umstellung schwer vor und mein Interesse an Computern ist wahrscheinlich zu gering und ich denke auch nicht, dass ich als dann 41jährige Berufsanfängerin innerhalb der dann verbleibenden 30 Tage ALG eine Arbeitsstelle finde, daher bin ich sehr skeptisch. Ich wäre dennoch bereit, es zu probieren, weil ich schon denke, dass mir die Arbeit hinterher Spaß machen würde.
Kann man anfangen und wenn es zu schwer sein sollte, die Umschulung abbrechen? Mit welchen Konsequenzen wäre das verbunden?
Alle anderen dort aufgeführten Berufe - ich kann es mir nicht vorstellen in einem dieser Berufe zu arbeiten. Einige klingen zwar interessant, aber wenn ich mir vorstelle, dieses beruflich zu machen wird mir schnell bewusst, dass es nichts für mich ist. Dazu muss ich sagen, dass ich schüchtern/introvertiert bin und eine Arbeit mit viel Kundenkontakt nicht so das "Juchuh-Gefühl" in mir auslöst.

Eine betriebliche Umschulung - da ist mir nicht ganz klar ob das dann quasi eine normale meist 3-jährige Ausbildung ist die nur anders heißt.
Aber die durchs Amt finanzierte Umschulung soll nur 2 Jahre gehen - laut IHK besucht man die normale Berufsschule - die aber ja 3 Jahre geht. Wenn ich nur 2 Jahre Umschulung mache, verpasse ich ein Schuljahr. Daher frage ich mich, wie das ablaufen soll, ob es drei Jahre geht oder zwei, wie die Finanzierung aussieht. (Anrechnung auf ALG ist mir bekannt, aber wenn es länger als 2 Jahre geht falle ich dann ganz aus ALG raus?)

Übrigens meinte mein SB, dass nur ein Ausbildungsberuf in Frage käme, kein Studium. Warum eigentlich? Weil auch dieses länger als 2 Jahre dauert oder weil es als "Aufstiegsweiterbildung" zählen würde? (Nicht, dass ich ein Studium im Auge hätte, ist jetzt eher aus Interesse gefragt)

Was mich auch stutzig macht, auf den Seiten von ILS, SGD etc. steht, dass bestimmte Lehrgänge über den Bildungsgutschein finanziert werden. Darunter sind auch IHK-Lehrgänge. Die IHK schließt so ein Fernstudium aber aus. (Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich mit meiner Vorbildung für keinen der IHK-Kurse zugelassen werde, so genau habe ich mir die Voraussetzungen nicht angesehen, da ich noch keinen bestimmten Kurs im Auge hatte.)
 

Gaestin

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was sind die Voraussetzungen für die IHK Kurse? Hast Du Abitur? Falls ja, käme ein berufsintegrierter Studiengang in Frage, man kommt in eine Firma, die dies unterstützt (gibt viele) und kann arbeiten und das Studium machen. Aber dafür muss man mindestens Fachabitur haben.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Kann man anfangen und wenn es zu schwer sein sollte, die Umschulung abbrechen? Mit welchen Konsequenzen wäre das verbunden?

Das sollte man tunlichst vermeiden. Wenn du dir nicht sicher bist, solltest du dich eingehender mit dem Berufsbild beschäftigen, mal eine Probeklausur einsehen oder hospitieren. Bei großen Bildungsträgern, die verschiedene Kurse anbieten wäre innerhalb der ersten Wochen vielleicht noch ein Wechsel innerhalb des Hauses möglich.

Eine betriebliche Umschulung kannst du auf zwei Jahre verkürzen. Wer was wie unter welchen Umständen fördert oder finanziert, das wissen die Ausbildungsträger sehr gut. Die haben auch schon andere Teilnehmer vorbereitet und beraten. ;-)
 

Kerstin_K

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AfA JC und DRV werden auf jeden Fall prüfen, ob die Gefahr besteht, dass es zu schwer werden könnte, bevor sie viel Geld für eine Umschulung ausgeben.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
Das Amt macht in der Regel vorab einen Eignungstest mit dir. Beim psychologischen Gespräch wird die Frage nach der Motivation kommen, wenn du sagst dass dein Interesse an Computern sich in Grenzen hält, wird man dir den FiAe sowieso nicht finanzieren.
 

Surfing

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Ich gehe mal auf den Eröffnungspost ein. Bei der Ausbildung und der Berufserfahrung als Büro- und Schreibkraft käme eine Stelle am Empfang infrage. Empfangsaufgaben mit leichten Verwaltungsaufgaben. Dafür braucht man keine Umschulung sondern eine Einarbeitung. Das muss einem aber liegen, der ständige direkte Kontakt mit Leuten. Hotels, Firmen die einen Empfang haben. Wäre sowohl als Direktanstellung als auch über Wachfirmen oder Zeitarbeit möglich. Nur als Tagesdienst, keine Schichtarbeit.
 

Samuela

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Da ich schüchtern/introvertiert bin, käme mir eine Arbeit ohne viel Menschenkontakt gelegener. Telefon geht gar nicht gut, persönlicher Kontakt ist okay, sollte aber auch nicht zuviel sein. Über Internet (e-mail, social media) ist gar kein Problem.

Da ich selber nicht weiß, ob Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung nicht zu schwer für mich ist, informiere ich mich derzeit über Fortbildungen.
Mein SB meinte zwar, ich soll eine Umschulung machen, da habe ich aber bis heute keinen Beruf gefunden, den ich gerne erlernen möchte und der auch gefragt ist. Ich weiß also gar nicht, ob mir überhaupt eine Fortbildung genehmigt würde.

Habe da an Buchführung gedacht, da in vielen Stellenangeboten für Büroberufe diese Kenntnisse verlangt werden. Dies hatte ich zwar auch in der Berufsschule, aber das ist lange her und ich fände es gut meine Kenntnisse aufzufrischen.
Lohnt sich so ein Kurs, bringt mich das bei der Stellensuche wirklich weiter?

Bei Kursnet werden viele über alfatraining und cpi angeboten (hat jemand Erfahrungen?), das sind schon wieder soviele, dass ich mich mit der Auswahl schwer tue.
Einfach nur Buchführung, dann kombiniert mit DATEV oder SAP usw. Und eine Dauer zwischen 1 Monat und 6 Monate. Wahrscheinlich wäre da der Kurs am sinnvollsten, der am längsten geht...
Ist es grundsätzlich möglich jetzt erstmal nur einen Kurs zu belegen der ca 3 Monate (Mittelding halt) geht und dann ggf. später noch mal einen anderen Kurs oder bekommt man nur einen?

Habe am Dienstag einen Termin mit meinem SB und sollte mich bis dahin entschieden habe was ich gerne machen möchte. Berät der SB noch oder muss ich schon ganz genau wissen welchen Kurs genau ich machen möchte?

Wie lange wird es dann noch dauern: Wann wird der Termin beim psychologischen Dienst ungefähr sein (wie lange dauert das bis man dort einen Termin bekommt)? Wann könnte ich ungefähr mit einer Umschulung oder Fortbildung beginnen?


Leider besteht immer noch das "Problem" mit dem Urlaub. Habe für Juni 8 Werktage gebucht und für August 4 Werktage (vor Kenntnis meiner Arbeitslosigkeit). Kann man den Urlaub irgendwie trotzdem antreten, auch wenn man dann gerade in einer Fortbildung oder Umschulung ist?
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Wann könnte ich ungefähr mit einer Umschulung oder Fortbildung beginnen?

Sobald du ein interessantes Angebot gefunden hast, kannst du dich über mögliche Beginntermine informieren und den Bildungsgutschein entsprechend beantragen. Das ist dann oft nur noch eine Formsache, wenn der Weiterbildungsbedarf grundsätzlich bereits anerkannt wurde. Ein eventuell nötiges Gutachten kann dann auch schnell erledigt werden.

Du müsstest dir selbst erstmal klar werden, was du machen willst. Für eine komplett neue Ausbilung braucht es viel Motivation und Durchhaltevermögen. Es wird schwierige Situationen mit Dozenten und anderen Teilnehmern geben, möglicherweise bist du über- oder unterfordert. Wenn man nicht hinter der Sache steht und das Ziel vor Augen hat, wird es schwierig, das durchzuhalten.

Die meisten Abbrecher bei uns waren von Anfang an nicht so richtig überzeugt von ihrer Ausbilung oder hatten sich einreden lassen, was gut für sie sei.

p.s. Solche Tests könnten ein Anhaltspunkt sein, ob Informatik für dich etwas ist:

Informatik Grundlagen Test - Eignungstest für die Informatik - Plakos Online-Tests

Da sollte sich noch mehr finden.
 

Samuela

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ich weiß seit über 20 Jahren nicht was ich beruflich machen will, ich werde es jetzt innerhalb einer Woche auch nicht erfahren ;) Ich weiß ganz viel was ich nicht machen möchte (Handwerk, Pflege, Medizin, mit viel Menschenkontakt). Es gibt einiges, wo ich mir gut vorstellen könnte, das zu arbeiten (wie eben Buchhaltung oder Anwendungsentwicklung). Es gibt auch einiges, was ich gerne machen würde (Fotograf oder generell was mit Medien, aber das wird hier nicht großartig gesucht und somit auch nicht von der Agentur bezahlt).
 
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