Fragen zum "Verhalten" des MDK-Gutachters,Reha,Klinik,LTA - kein Durchblick (2 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 2)

Tante Berta

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Moin,

ich komme soeben zurück von einem Termin als Beistand bei einem psychiatrischen, externen (!) MDK-Gutachters.
Das Erstaunliche vorab:
Er hatte keine Einwände, mich zuzulassen.
Die Befragung - ohne (für uns) erkennbare "Fangfragen" - mit Ausnahme der nach Hobbies - war mehr oder weniger eine reine Anamnese.
Wie dieser Doc nach 25 Minuten einschätzen will, ob die begleitete Person psychisch auf dem Zahnfleisch geht, ist mir ein Rätsel...aber das ist sekundär, da Sinn und Zweck des MDK (Kosteneinsparung) ohnehin hinreichend bekannt sind.

Mich erstaunte jedoch eines:
Er fragte die Begleitete, wie es jetzt weitergehen solle. Die Antwort war:"Reha".
Genau das wurde ihr auch von der behandelnden Psychiaterin (Burnout + Depressionen, derzeit medikamentös behandelt plus Warteliste für Psychologe)dringendst angeraten.
Seine Reaktion:
Er fragte, was sie mache, wenn eine Ablehnung erfolgt, und die erfolge immer. Antwort (von mir, da die Begleitete recht hilflos guckte) "Widerspruch"
"Und wenn der abgelehnt wird"?
"Klage".
"Damit kommen Sie nicht durch, das wird immer abgelehnt"
"Schaun mer mal"

Er betonte mehrfach, dass erst alle ambulanten und ggf stationären Möglichkeiten ausgeschöpft sein müssen, erst dann würde man vielleicht eine Reha bewilligen.
Einen Klinikvorschlag ( Psychiatrie und Psychosomatik)hatte er ebenso schnell parat wie zuvor eine schwammige Schweigepflichtsentbindung (u.A. "alle sonstigen Träger"), welche lediglich für die behandelnde Ärztin gegeben wurde. Gleich zu Anfang:
"Hier müssen Sie noch unterschreiben" - nice try, nicht in meiner Begleitung :wink:

Jetzt frage ich mich - die Betroffene ist reichlich verunsichert und ich würde gerne etwas stabilisieren -
1.
Wenn er doch der KK Geld einsparen soll, wieso stellt er sich vehement gegen eine Reha (Kostenträger DRV) und schlägt stattdessen Klinik vor (Kostenträger Kasse)? Das ergibt doch keinen Sinn, oder?
2.
Die Betroffene ist seit Februar elo, aber im KG-Bezug.
Ihre Psychiaterin riet zu einer Reha, bei der festgestellt werden soll, ob sie in ihrem Beruf/inwieweit sie überhaupt noch belastbar sei. Ist das nicht bereits eine LTA-Maßnahme?
3.
Sie hat ja ein sog. Wunsch-und Wahlrecht bei einer normalen Reha, wenn sie diese beantragt. Ist es nicht so, dass LTA erst nach Abschluss einer "normalen" Reha stattfinden kann/soll?
4.
Kann es entsprechend dann sein, dass sie, ohne zuvorige "Kur", direkt in LTA-Maßnahmen der AfA verfrachtet wird?

Ich bin Euch für die Beantwortung und jede weiterführende Info sehr dankbar, da das SGB9 definitiv nicht meine Baustelle ist.
Und der Doppeloma winke ich aufgrund ihrer Kompetenz in solchen Fragen noch heftiger zu :biggrin:

Danke vorab
 

Doppeloma

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Hallo Tante Berta,

ich komme soeben zurück von einem Termin als Beistand bei einem psychiatrischen,
externen (!) MDK-Gutachters.
Das Erstaunliche vorab: Er hatte keine Einwände, mich zuzulassen.
Vor weiteren Infos dazu mal noch ein paar Nachfragen von mir, ich melde mich dann später noch einmal ausführlicher dazu.

Mit welcher Begründung wurde (von wem) diese Vorstellung beim MDK veranlasst ???

Es kommt eher selten vor, dass ( fachlich passende) externe Ärzte beauftragt werden, die sind in der Regel aber völlig "unabhängig" von den heimlichen "Wünschen" der KK einzuordnen, denn ihr Geld für den Auftrag bekommen sie in jedem Falle vom zuständigen MDK ... :wink:

Bei den MDK-Terminen habe ich schon öfter davon gelesen, dass die mit den Beiständen keine großen Probleme haben, letztlich entscheidet das aber der beauftragte Arzt und es macht meist wenig Sinn sich den dann schon "zum Feind" zu machen, wenn der das ablehnt ...

Die Befragung - ohne (für uns) erkennbare "Fangfragen" - mit Ausnahme der nach Hobbies - war mehr oder weniger eine reine Anamnese.
Die Frage nach den Hobbys gehört nun mal dazu um das Ausmaß psychischer Störungen einschätzen zu können, das sehe ich nicht unbedingt als Fangfrage an ... wer an NICHTS mehr Interesse hat, der hat (zumindest im akuten Stadium) auch "keine Hobbys mehr" oder übt die nur noch sehr eingeschränkt aus.

Wie dieser Doc nach 25 Minuten einschätzen will, ob die begleitete Person
psychisch auf dem Zahnfleisch geht, ist mir ein Rätsel...aber das ist sekundär, da Sinn und Zweck des MDK (Kosteneinsparung) ohnehin hinreichend bekannt sind.
Das kommt darauf an welche medizinischen Informationen (Befunde/ Berichte) noch vorgelegt wurden oder (wissentlich) schon vorgelegen haben und ob dieser Arzt z. B. im Vorfeld oder danach noch Kontakt zum behandelnden Arzt aufgenommen hat /aufnehmen durfte ...

Nicht immer ist es gut dafür keine Schweigepflichtentbindung zu erteilen ... natürlich NUR genau für diesen Zweck ...

MfG Doppeloma
 

Tante Berta

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Mit welcher Begründung wurde (von wem) diese Vorstellung beim MDK veranlasst ???
Hallo Doppeloma,

danke, Du bist ja wirklich fix :icon_daumen:

Die AOK hat geladen, eine Begründung lag nicht bei.
Die Betroffene ist bereits 2 Wochen vor Beginn des Krankengeldes von der dort ansässigen Krankengeldfallmanagerin (die auch den MDK- Besuch veranlasste) zum "Beratungs" Gespräch genötigt worden.
Die Erkrankte war "frisch auf Tabletten", stand in den ersten 2 Wochen der Medikation ziemlich neben sich und hat min. 15 Stunden am Tag geschlafen. Geistige Aufnahmefähigkeit tendierte gegen 0,00 (ich kenne sie seit vielen Jahren und kann mir da ein gewisses Urteil erlauben), sie war ugsprl. dauerhaft "platt".
Und das sagte sie dieser Fallmanagerin auch (sie war da allein und wollte nur die AUB abgeben)
Vor Ort wurde sie "zugetextet" und ihr wurde eine Art Eingliederungsvereinbarung (!) mit versteckter SPE vorgelegt.
Die Fallmanagerin belog sie dergestalt, dass ohne Unterschrift kein KG weitergezahlt werden könne!
Sie unterschrieb, um aus der Situation entfliehen und endlich gehen zu können.

Am Abend zeigte sie mir dann diese "Vereinbarung", welche ich am nächsten Tag widerrufen habe lassen. Nicht ohne zuvor die FM telefonisch mit Nachfragen ihrer Unwahrheit zu "überführen".
Das war - aus meiner Sicht - eine ganz linke Geschichte, insbesondere weil sie im Gespräch mehrfach darauf hinwies, dass sie gar nichts blickt und dem Gespräch nicht folgen kann.

Dem MDK-Gutachter liegt eine Stellungnahme der behandelnden Fachärztin vor.

Frag mir ruhig weiter Löcher in den Bauch :biggrin:, ich bin und bleibe in bei allen weiteren Schritten eingebunden und die Betroffene vertraut mir...ich möchte daher jede falsche Info vermeiden. Und wie geschrieben, dieser Teil des SGB ist mir neu, von daher...
 

gila

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Wie lange ist die Betroffene denn schon im Krankengeld?
Normalerweise werden die Kassen erst so nach 6-8 Monaten "nervös" und wollen per MDK dann wissen,
ob eine Reha angesagt ist (Stichwort: Prüfung der Erwerbsfähigkeit), um den Patienten möglichst an die DRV los zu werden.
Die Äußerungen des "Fachmannes" beim MDK, ob dies bewilligt wird oder nicht, kann man in die :icon_tonne: treten - sie sind schlicht Kappes und dem Patienten, der hier vielleicht HOFFNUNG hat, nicht dienlich.

Die Fallmanagerin ist vom JC? Dann sollte sie ja wissen, dass eine EGV oder was immer hier nicht abgeschlossen werden KANN - vom absoluten NO-GO dieser Art des Umganges mit einem akut erkrankten Menschen will ich lieber nicht reden - da krieg ich "Puls"!

Bei einer akuten Erkrankung ist es jedoch auch möglich - will man schnell in eine Klinik und einfach mal den nächsten Schritt tun - vom Facharzt eine Verordnung über dringend notwendige stationäre Aufnahme zu erhalten und bei der Krankenkasse eine "Akuteinweisung" zu beantragen, sich 1, 2 Kliniken auszusuchen und dort die Aufnahme zu beantragen. Die KK müsste dann eine Kostenzusicherung erteilen.

Ich würde fast raten, mal zum VDK oder einem anderen Sozialverband zu gehen, schauen ob die vor Ort was taugen, und sich dort beraten zu lassen - sollte hier auch eine dauerhafte Beeinträchtigung - sprich auch der Weg evtl. in eine Erwerbsminderung - der Fall sein. Kostet etwas Mitgliedschaft - aber im Fall von Ablehnung machen sie auch die rechtlich notwendigen Unterstützungen wie Widerspruch und Klage.

Ich pers. habe auf diesem Wege gute Erfahrungen gemacht - und meine EM-Rente ist - man höre und staune - "sang und klanglos" jetzt durch - das einzige Kapitel in meinem Dasein, was mal OHNE Zoff und Blutvergießen mit Ämtern, Ärzten oder DRV abgegangen ist :icon_mrgreen:
 

Tante Berta

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Hi Gila
Wie lange ist die Betroffene denn schon im Krankengeld?
Normalerweise werden die Kassen erst so nach 6-8 Monaten "nervös" und wollen per MDK dann wissen,
ob eine Reha angesagt ist (Stichwort: Prüfung der Erwerbsfähigkeit), um den Patienten möglichst an die DRV los zu werden.
Seit Ende Februar.Die schriftliche "Aufforderung zum Gespräch" bei der AOK kam aber bereits während der Lohnfortzahlung und wurde zunächst einmal ignoriert. Bei Abgabe der AUB hat man sie dann unter Androhung der Einstellung KG zum Gespräch und zur Unterschrift "genötigt"

Die Äußerungen des "Fachmannes" beim MDK, ob dies bewilligt wird oder nicht, kann man in die :icon_tonne: treten - sie sind schlicht Kappes und dem Patienten, der hier vielleicht HOFFNUNG hat, nicht dienlich.
Jepp, ich frage mich, was diese Verunsicherung soll, die Betroffene setzt alle Hoffnung in eine Reha. Sie hat ihre Arbeit gerne gemacht, bevor sie mehr und mehr ausgebeutet wurde. Der Zustand resultiert in erster Linie aus mangelnder Abgrenzung (Identifizierung mit ehemaligem Arbeitgeber) Angst, wieder in Hartz4 zu fallen und somit perfektes Opfer für diese Ausbeuter, für die es völlig normal ist, Schichtarbeit mit monatlich 230-250 Std abzuverlangen, zudem ständige Anrufe in der minimalen Freizeit (12 Stunden Arbeit, 3 Std. Fahrtweg hin/zurück...und der Tag hat nur 24 Std.. Schlafen unter Druck und Essen im Akkord ect)
Die Bewertungen des "Fachmannes" sprechen für sich -> 28 Bewertungen für Jürgen Michalowitz in 63179 Obertshausen (Arzt, Neurologe) | jameda

Die Fallmanagerin ist vom JC? Dann sollte sie ja wissen, dass eine EGV oder was immer hier nicht abgeschlossen werden KANN - vom absoluten NO-GO dieser Art des Umganges mit einem akut erkrankten Menschen will ich lieber nicht reden - da krieg ich "Puls"!
Nein, das ist die sog. Krankengeldfallmanagerin. Das Schriftstück ist ähnlich einer EGV (ich muss sie fragen, wo sie das hin hat, dann stelle ich es ein)


Ich pers. habe auf diesem Wege gute Erfahrungen gemacht - und meine EM-Rente ist - man höre und staune - "sang und klanglos" jetzt durch - das einzige Kapitel in meinem Dasein, was mal OHNE Zoff und Blutvergießen mit Ämtern, Ärzten oder DRV abgegangen ist :icon_mrgreen:
Glückwunsch!
Soweit, sich mit der EM-Rente gedanklich zu beschäftigen, ist sie noch nicht. Sie ist auch erst 49 und fängt jetzt erst an, zu hinterfragen, ob es sich so wirklich gelohnt hat, sich Jahrzehnte abzubuckeln und jetzt, wo sie "fertisch" ist, drangsaliert zu werden.
Ich hatte so oft gewarnt :frown: aber ich war ja der "Schwarzseher"...

Meine EM-Rente ist auch durch, auf Dauer nach 2maliger Befristung. Man hatte mir nicht einmal "Reha vor Rente" aufgesungen, daher bin ich in diesen Verfahren völlig unbeleckt von Wissen.
 

Doppeloma

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Hallo Tante Berta,

Die AOK hat geladen, eine Begründung lag nicht bei.
Die Betroffene ist bereits 2 Wochen vor Beginn des Krankengeldes von der dort ansässigen
Krankengeldfallmanagerin (die auch den MDK- Besuch veranlasste) zum "Beratungs"
Gespräch genötigt worden.
Wenn es keine "Begründung" gibt braucht man auch nicht zum MDK, du solltest mal die übergeordnete Stelle dieser AOK-Zweigstelle heraussuchen und /oder eine Beschwerde (mit und für die Betroffene) zu dieser Vorgehensweise beim Bundesversicherungsamt einreichen.

Beschwerde über einen Sozialversicherungsträger - www.bundesversicherungsamt.de

Speziell die "Gesundheitskasse" läuft gerne sehr frühzeitig zu "Hochform" auf, ehe die Zahlungspflicht von Krankengeld überhaupt begonnen hat ... das schadet besonders psychisch Kranken enorm und trägt sicher nicht zu ihrer baldigen Genesung bei. :icon_evil:

Die Erkrankte war "frisch auf Tabletten", stand in den ersten 2 Wochen der Medikation ziemlich neben sich und hat min. 15 Stunden am Tag geschlafen. Geistige Aufnahmefähigkeit tendierte gegen 0,00 (ich kenne sie seit vielen Jahren und kann mir da ein gewisses Urteil erlauben), sie war ugsprl. dauerhaft "platt".
Solchen Gesprächen braucht man überhaupt nicht Folge zu leisten, gibt es die Einladung noch, stehen da Rechtsgrundlagen drauf oder nur das übliche Gelaber, dass man ihr doch nur "helfen will, damit sie die notwendige Behandlung bekommt" ...

Für diese Behandlung sind aber die behandelnden Ärzte zuständig und ganz sicher nicht die "Fallberater" der AOK, was wollen die denn dazu "beraten" können, das sind Sachbearbeiter und keine Ärzte, schon gar keine Psychologen, sonst hätte sie den desolaten Zustand ja nicht noch ausgenutzt, um irgendwelche Unterschriften zu bekommen.

Liegt dieser "Wisch" noch vor (auch wenn das in ihrem Auftrag inzwischen durch Widerruf vom Tisch ist oder sein sollte), sollte man das in Kopie mit in eine Beschwerde einfügen, ich vermute mal auch darin gibt es keine Rechtsgrundlagen und die Notwendigkeit einer Schweigepflichtentbindung (WOFÜR und FÜR WEN ???) wäre generell zu hinterfragen, wenn das ein KK-SB verlangt ... :icon_kinn:

Und das sagte sie dieser Fallmanagerin auch (sie war da allein und wollte nur
die AUB abgeben) Vor Ort wurde sie "zugetextet" und ihr wurde eine Art
Eingliederungsvereinbarung (!) mit versteckter SPE vorgelegt.
Die Fallmanagerin belog sie dergestalt, dass ohne Unterschrift kein KG weitergezahlt
werden könne!
Sie unterschrieb, um aus der Situation entfliehen und endlich gehen zu können.
Bis dahin bekam sie doch noch gar kein Krankengeld, das war doch schon davor, zu so einem Termin sollte sie NIE WIEDER gehen und schon gar nicht alleine, dazu ist man nicht verpflichtet, wenn die was wollen gibt es die Post, das gilt auch für die KK ...

Am Abend zeigte sie mir dann diese "Vereinbarung", welche ich am nächsten Tag widerrufen habe lassen. Nicht ohne zuvor die FM telefonisch mit Nachfragen ihrer Unwahrheit zu "überführen".
Wurde dieser Widerruf auch schriftlich bestätigt, am Telefon wird viel erzählt wenn der "Tag lang ist" und den Gesprächs-Inhalt kannst du nicht beweisen ... das Original mit der Unterschrift sollte zurück verlangt werden, du solltest doch schon wissen, dass man Telefonaten nicht vertrauen kann und die keine rechtliche Bedeutung haben.

Das war - aus meiner Sicht - eine ganz linke Geschichte, insbesondere weil sie
im Gespräch mehrfach darauf hinwies, dass sie gar nichts blickt und dem Gespräch nicht folgen kann.
Das war komplett sinnfrei, wenn jemand gerade erst 2 Wochen AU ist wegen psychischer Problem kann man wohl mit so schneller Genesung kaum rechnen, die Diagnose kann ja auch ein SB der AU-Bescheinigung entnehmen und die Einladung diente vermutlich NUR dem Zweck ihre Unterschrift zu bekommen, damit man sich weitere Informationen dann direkt beim Arzt einholen kann.

Der darf nämlich ohne Schweigepflicht-Entbindung weder der KK noch dem MDK umfassende Auskunft geben ... der MDK kann in Grenzen auch ohne nachfragen bei dem Arzt der die AU ausstellt aber die SB haben darauf überhaupt keinen Anspruch, zumal es sich eben auch nicht um medizinisch ausgebildetes Personal der KK handelt.

So einer Unterschrift sieht natürlich später Keiner mehr an unter welch merkwürdigen Umständen die geleistet wurde und wenn ich es (mit Unterschrift auf einer Schweigepflichtentbindung) erlaubt habe kann auch mein Fleischer oder der Frisör bei meinem Arzt Anfragen stellen wie es so um meine Gesundheit steht ...

Ob und was der damit anfangen kann / wird, hat dann meinen Arzt nicht mehr zu interessieren, das gleiche gilt auch für SB irgendwelcher Behörden, darum sollte man immer konkret NUR von Ärzten FÜR Ärzte solche Freigaben erteilen, wenn es überhaupt erforderlich ist.

Dem MDK-Gutachter liegt eine Stellungnahme der behandelnden Fachärztin vor.
Liegt deiner Bekannten das auch vor oder kennt sie den Inhalt nicht, auch die eigenen Ärzte können manchmal durch falsche Ausdrucksweisen ganz ungewollt den Patienten bei solchen Stellen "in die Pfanne hauen" ???

Frag mir ruhig weiter Löcher in den Bauch :biggrin:, ich bin und bleibe in bei allen weiteren Schritten eingebunden und die Betroffene vertraut mir...ich möchte daher jede falsche Info vermeiden. Und wie
geschrieben, dieser Teil des SGB ist mir neu, von daher...
Dann befasse dich mal etwas genauer mit dem SGB V, aktuell kann ich in der ganzen Aktion überhaupt noch keinen Sinn erkennen, denn wenn die Behandlung gerade mal (mit Einstellung auf Medikamente) begonnen hat sollte doch klar sein, dass Prognosen für eine Besserung /Genesung vorerst noch gar nicht möglich sind.

Medikamente (besonders diese) benötigen in der Regel mehrere Wochen, bis sich zeigt ob es eine positive Wirkung gibt und die Belastungsgrenze wieder am Ansteigen ist ... nur weil sich der Betroffenen vielleicht zunächst "besser" fühlt ist er ja noch lange nicht geheilt und wieder voll belastbar.

Das dürfte aktuell sogar für den behandelnden Arzt noch "im Nebel" liegen, wann man da vielleicht über Reha oder LTA oder Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit nachdenken könnte ... vermutlich konnte der MDK-Arzt mit dieser (viel zu frühen) Vorstellung auch nicht richtig umgehen, am Beginn einer (psychiatrischen) Behandlung ist doch der "Erfolg" und der Zeitpunkt noch gar nicht absehbar, schon gar nicht für einen fremden Arzt ... :icon_neutral:

Das hätten auch mehrere Stunden Untersuchung nicht klären können, für einen ersten Eindruck und zusammen mit dem Facharztbericht wird er sich da schon ein "Bild" gemacht haben... auch dieses MDK-Gutachten kann der behandelnde Arzt dann anfordern, deine Bekannte kann auch davon eine Kopie verlangen.

Mich erstaunte jedoch eines:
Er fragte die Begleitete, wie es jetzt weitergehen solle. Die Antwort war:"Reha".
Genau das wurde ihr auch von der behandelnden Psychiaterin (Burnout + Depressionen, derzeit medikamentös behandelt plus Warteliste für Psychologe)dringendst angeraten.
Vermutlich steht diese "Empfehlung" auch im Bericht der behandelnden Ärztin, allerdings ist Reha eine "Nachsorge" zur Stabilisierung eines gebesserten Zustandes, danach soll man möglichst wieder zur Arbeit gehen können, was die KK dann auch erwartet nach einer Reha, darum wollen die dann ja auch den Reha-Bericht haben.

Mich hat man von der KK nach knapp 4 Monaten Behandlung schriftlich aufgefordert eine psychosomatische Reha zu beantragen, da war man der Meinung nun wurde lange genug gezahlt ... das geht nach § 51 SGB V und man hat dann 10 Wochen Zeit diesen Antrag zu stellen, sonst wird das KG auch so eingestellt.

Auch das war noch viel zu früh, mein Arzt meinte am Beginn der AU, dass ich frühestens in 9 - 12 Monaten "wieder so weit sein könnte" an Arbeit zu denken ... das war der KK aber egal, denn während einer Reha zahlt ja die DRV "Übergangsgeld", die KK hat also mindestens eine Zahlpause, in meinem Falle waren das 6 Wochen.

Danach konnte mein behandelnder Arzt mit mir von Vorne beginnen, denn die (von der KK dringend) gewünschte "Arbeits-Fähigkeit" war nach der Reha weniger zu erwarten als vielleicht noch davor ... es endete dann nach fast 4 Jahren AU-Bescheinigung von meinem Arzt mit der Rente wegen Erwerbsminderung ...

Deine Bekannte hat also auch nur "nachgeplappert" was ihre Ärztin schon angedeutet und empfohlen hatte, ohne genau zu wissen was das wirklich bedeuten wird ..

Seine Reaktion:
Er fragte, was sie mache, wenn eine Ablehnung erfolgt, und die erfolge immer. Antwort (von mir, da die Begleitete recht hilflos guckte) "Widerspruch"
"Und wenn der abgelehnt wird"?
"Klage".
"Damit kommen Sie nicht durch, das wird immer abgelehnt"
"Schaun mer mal"
Das scheint mir eher in Richtung "Fangfragen" zu gehen, nach dem Motto inwieweit sie sich mit "Rechtswegen" und der logischen Folge dabei auskennt, das klingt sehr "überlegt" und gar nicht nach "psychischer Verwirrtheit" ... dann denkt man da so genau noch gar nicht drüber nach welche rechtlichen Schritte vielleicht nötig sein könnten.

Also hat man (die Betroffene) sich doch schon sehr intensiv mit dieser schwierigen Materie beschäftigt.

Es stimmt übrigens nicht, dass eine Reha "immer" abgelehnt wird, schon gar nicht wenn die KK verlangt, dass man eine beantragen muss, diese Ansicht kann aber seiner (überwiegend) ambulanten Praxistätigkeit entspringen, denn eigenständig beantragte Reha-Maßnahmen für psychisch Kranke werden (vermutlich) häufig abgelehnt.

Er betonte mehrfach, dass erst alle ambulanten und ggf stationären Möglichkeiten
ausgeschöpft sein müssen, erst dann würde man vielleicht eine Reha bewilligen.
Wenn die KK das WILL, dann stimmt die DRV aber in der Regel gerne (und schnell) zu, weil die (notwendige) MDK-Beurteilung ja immer mindestens eine "Gefährdung der Erwerbsfähigkeit" beinhaltet und das möchten die natürlich auch gerne in ihren Kliniken "aus dem Wege schaffen" lassen.

Nicht ohne Grund kommt man auf diesem Wege sehr häufig in SEHR DRV-konforme Reha-Kliniken (die wird ja zugewiesen wenn man sich keine "Wunschklinik" im Antrag mit ausgesucht hat), die schon den Auftrag haben möglichst KEINE Andeutungen auf eine bestehende Erwerbsminderung in den späteren Berichten zu hinterlassen.

Wegen einer solchen Reha braucht man also ziemlich sicher keinen Widerspruch einlegen und schon gar nicht am Gericht Klage einreichen, das trifft eher bei Antrag auf EM-Rente zu ...

Ich hatte sogar darauf gehofft, dass die DRV das ablehnen würde (nach der Aufforderung der KK), weil ich knapp ein Jahr zuvor erste die AHB nach der Herz-OP hatte aber den Gefallen hat mit die DRV nicht getan, die Reha-Bewilligung (für die psychosomatische) kam schneller "als die Polizei erlaubt" ...

Einen Klinikvorschlag ( Psychiatrie und Psychosomatik)hatte er ebenso schnell
parat wie zuvor eine schwammige Schweigepflichtsentbindung (u.A. "alle sonstigen Träger"), welche lediglich für die behandelnde Ärztin gegeben wurde. Gleich zu
Anfang: "Hier müssen Sie noch unterschreiben" - nice try, nicht in meiner Begleitung :wink:
Die geeignete Klinik sollte sie lieber mit ihrer Ärztin ausfindig machen und dann nicht vergessen, das auch dem Antrag beizufügen, denn gefragt wird danach nicht im Antrag auf Reha ...
Die "Ausschöpfung" aller ambulanten Maßnahmen ist der KK ziemlich egal, wenn sie eine Reha verlangt und in einer Akut-Klinik war ich nur wegen der Herz-OP aber niemals wegen meiner psychischen Probleme. :icon_evil:

Deutsche Rentenversicherung - Indikationen und Standorte der Reha-Zentren

Das gesetzlich geregelte Wahlrecht findest du unter § 9 SGB IX ...

§ 9 SGB IX Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsberechtigten

1.
Wenn er doch der KK Geld einsparen soll, wieso stellt er sich vehement gegen eine Reha (Kostenträger DRV) und schlägt stattdessen Klinik vor (Kostenträger Kasse)? Das ergibt doch keinen Sinn, oder?
Die ganze Aktion (MDK) ergibt noch keinen Sinn, ob es später einen ergibt ist nicht zu beurteilen, dem Arzt ist es letztlich egal ob die KK Geld sparen kann oder nicht.
Für deine Bekannte wäre wohl vorerst intensive Behandlung erforderlich, egal ob ambulant oder in einer Klinik wenn es erforderlich ist ...

2.
Die Betroffene ist seit Februar elo, aber im KG-Bezug.
Ihre Psychiaterin riet zu einer Reha, bei der festgestellt werden soll, ob sie in ihrem Beruf/inwieweit sie überhaupt noch belastbar sei. Ist das nicht bereits eine LTA-Maßnahme?
Eine med. Reha ist eine Vorstufe von LTA und da wird dann tatsächlich auch geprüft ob LTA (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben) sinnvoll sein könnten, je nach Alter ist es aber nicht immer sinnvoll was man dafür "angeboten" bekommt ...

Und die Stabilisierung der gesamten psychischen /gesundheitlichen Situation muss wohl immer Vorrangig sein, sonst nützen ihr auch keine Maßnahmen zur "beruflichen Förderung" irgendwas ... wenn sie dafür gar nicht belastbar genug ist. :icon_evil:

3.
Sie hat ja ein sog. Wunsch-und Wahlrecht bei einer normalen Reha, wenn
sie diese beantragt. Ist es nicht so, dass LTA erst nach Abschluss einer
"normalen" Reha stattfinden kann/soll?
Es wird ja auch keine LTA in einer medizinischen Reha geben, dort könnten die "Weichen" gestellt werden, für LTA muss aber ein separater Antrag gestellt werden und so lange sie noch gar nicht weiß wohin die gesundheitliche Reise jetzt gehen wird, sollte sie diesen Antrag besser noch nicht stellen (auch nicht auf Druck in einer Reha).

LTA kann alles Mögliche sein, vom Umschulung bis AG-Zuschuss, da hat sie KEIN Wahlrecht mehr, welche Art der LTA man ihr noch bewilligen würde, entscheidet dann nur die DRV ...

4.
Kann es entsprechend dann sein, dass sie, ohne zuvorige "Kur", direkt in LTA-Maßnahmen der AfA verfrachtet wird?
Eher nicht, sofern sie bereits Ansprüche auf LTA von der DRV hat übernimmt die AfA dafür KEINE Kosten mehr ... jeder Fortbildungs-Antrag bei der AfA gestellt, wird dann direkt an die DRV zur Entscheidung weitergeleitet ...

Wenn sie dafür keine Unterschrift gibt passiert da erst mal gar nichts im Bezug auf LTA, eine Reha ist "keine Kur", so was gibt es nur noch für Leute im Rentenalter, damit sie (hoffentlich) nicht Pflegebedürftig werden, und die Reha soll verhindern, dass man EM-Rente bekommen müsste so lange man noch im erwerbsfähigen Alter ist ...

Bezieht sie aktuell noch KG berechnet aus dem letzten Lohn wird die KK auch nach der Reha nichts unversucht lassen, sie zunächst mal "zur Vermittlung" an die AfA abgeben zu können, denn wenn sie dort wieder AU sein sollte bekommt sie nur noch Krankengeld in Höhe des ALGI ...

Je eher also eine Reha "angeraten" und gefordert wird von der KK umso eher wird man auch versuchen sie anschließend (zumindest für kurze Zeit) an die AfA abzugeben, besonders wenn sie aus der Reha als "Arbeits-Fähig" entlassen wird hat sie kaum eine Chance, dass ein Arzt sie direkt weiter AU schreibt ...

Ein einziger Tag mit ALGI spart der KK dann schon Einiges an Geld falls sie dann doch wieder zahlen muss (weil die Arbeits-Fähigkeit nicht von langer Dauer ist) ... die tun NICHTS ohne Hintergedanken ... ob der Betroffene dabei gesund werden kann ist nebensächlich ... :icon_dampf:

MfG Doppeloma
 

gila

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Hi Gila

Seit Ende Februar.Die schriftliche "Aufforderung zum Gespräch" bei der AOK kam aber bereits während der Lohnfortzahlung und wurde zunächst einmal ignoriert. Bei Abgabe der AUB hat man sie dann unter Androhung der Einstellung KG zum Gespräch und zur Unterschrift "genötigt"

Krankengeld steht ihr von Gesetzes wegen zu - da braucht sie nix zu diskutieren oder zu unterschreiben. Solche Methoden gehören hinterfragt - auch mal hier an den Home wenden. Ich habe VIEL Ärger mit meiner BKK gehabt in allen möglichen Situationen und mich oft an ihn wenden müssen - habe pers. gute Erfahrungen gemacht, wenngleich sie sich nicht "regelnd" einmischen können - jedoch auch an die Kasse wenden und mal "hinterfragen"!! Da kamen die ganz schnell in die Pötte.

Nein, das ist die sog. Krankengeldfallmanagerin. Das Schriftstück ist ähnlich einer EGV (ich muss sie fragen, wo sie das hin hat, dann stelle ich es ein)

DAS wäre mal ein sehr interessantes Teil!
Diese "Beratungen" von den FMs der KK muss man in keiner Weise annehmen.
Ich habe sie IMMER "dankend" abgelehnt. Dennoch war man "hartnäckig" bis hin zu Anrufen abends sogar
nach 20 Uhr daheim. Dann habe ich einen Brief geschrieben, was man an "freiwillig" und "ich will aber nicht" nicht verstanden habe ...
 

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Ganz herzlichen Dank, liebe Doppeloma und liebe Gila :icon_knutsch:

Ich nehme nachher noch ausführlich Stellung
 
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