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Fragen zum Gehalt

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melissa1919

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Seit 6 Wochen arbeite ich als Teamassistentin einer Elektrofirma. In meinem alten Job hatte ich bei einer 40-Stunden-Woche ein Bruttogehalt von 1.950 €. Bin 32, ledig und habe Steuerklasse 1. Beim Vorstellungsgespräch hat man mir damals gesagt, dass mir 40% vom Gehalt versteuert werden... wären also 1.170 netto geswesen. Habe dann aber sogar 1.217 bekommen und mit Überstunden sogar noch mehr, manchmal über 1.300.

In meinem neuen Job habe ich einen 42,5-Stunden-Vertrag und ein Bruttogehalt von 2.000 €. Eigentlich müsste ich doch jetzt ein klein wenig mehr bekommen, wenn auch nicht viel, oder nicht? Wenn mir 40 versteuert werden, würde ich genau 1.200 € verdienen.

Jetzt sieht die Situation aber folgendermaßen aus: Ich habe am 16. März angefangen und darum für den Monat nur ein halbes Gehalt bekommen. Bin davon ausgegangen, 600 € auf dem Kontoauszug zu sehen, waren aber nur 526,35 €. 500 gab es am Monatsende und den Rest am 10. Ist bei uns immer so, dass 95% des Gehaltes am Monatsende aufs Konto kommen und der Rest erst am 10. des Folgemonats.
Die ersten 95% für den April sind inzwischen auch auf dem Konto, 920 €. Und irgendwie kommt mir das superwenig vor. Habe gerade mal nachgerechnet: Wenn ich am 10. die restlichen 5% bekomme, habe ich ein Nettogehalt von knapp 965 €. Ist das denn wirklich möglich bei 2.000 brutto, wo ich doch bei meinem alten Arbeitgeber brutto 50 € weniger hatte und über 1.200 netto?

Mein Bruder hat gemeint, dass es bei dieser Firma irgendeine Versicherung gibt, in die man automatisch einzahlt... aber das steht auf dem Gehaltszettel drauf, das ist nicht viel Geld. Ich kriege aber scheins 250 € weniger als bei meiner letzten Firma.

Meine vorletzte Firma war ein Zeitarbeitsunternehmen. Selbst dort habe ich über 1.200 € netto verdient, wovon ich aber ca. 180 für die Monatsfahrkarte berappen musste. Trotzdem war es insgesamt mehr als jetzt. Kann das wirklich sein?
 

physicus

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möglicherweise bist du in die nächst höhere besteuerungsklasse gerutscht?

dann kann es schon mal vorkommen das man weniger netto hat.
 

biddy

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Kann es sein, dass für eine Betriebsrente Beiträge von Deinem Netto abgehen und Du wurdest darüber gar nicht informiert bzw. Dein Einverständnis nicht erfragt?

Laut einem Brutto-Netto-Rechner müsstest Du 1.300 € netto erhalten.
 

melissa1919

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möglicherweise bist du in die nächst höhere besteuerungsklasse gerutscht?

dann kann es schon mal vorkommen das man weniger netto hat.
@physicus: Ja, aber hier geht es nicht nur um paar Euro weniger, sondern um ca. 250... das sind für mich keine Peanuts!!


Kann es sein, dass für eine Betriebsrente Beiträge von Deinem Netto abgehen und Du wurdest darüber gar nicht informiert bzw. Dein Einverständnis nicht erfragt?
@biddy: Darf man sich im Nachhinein noch darüber beschweren und das ablehnen? Mein Konto ist nämlich einiges im Minus, ich kann es mit 965 netto bestimmt nicht so schnell wieder ausgleichen....
 

biddy

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Das kann ich Dir leider nicht sagen.

Weißt Du denn, ob es wirklich der Grund für den geringeren Auszahlungsbetrag ist? Hast Du Deine Abrechnung schon?
 

biddy

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Die Frage nach der Gehaltsabrechnung nehme ich zurück, die war ziemlich blöd ... :icon_pfeiff:
 

melissa1919

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Ich weiß noch nichts Genaues. Donnerstag war ja erst Monatsende, da hab´ ich erst auf meinem Kontoauszug entdeckt, dass 95% meines Nettogehaltes nur 920 € sind. Freitag konnte ich nicht nachfragen, weil Feiertag war. Die Gehaltsrechnung erhalte ich erst mit den letzten 5% am 10. des Folgemonats.
 

burki

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Hi,
ohne vorliegende Gehaltsabrechnung hilft leider auch die Glaskugel nicht weiter.
Möglichkeiten wären u.a.:
- Du bekommst eben keine 2000 EUR brutto
- Du hast einen Geschäftswagen erhalten, den Du auch privat nutzen kannst
- Du isst regelmässig in der Kantine
- Du hast Firmenanteile erworben bzw. erwirbst diese regelmässig
....

Wie schon Biddy schrieb: Bei 2000 EUR brutto sollten bei Dir über 1300 EUR netto rüberkommen.
Gruss
burki
 

melissa1919

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Ich weiß es jetzt: Habe auf der letzten Gehaltsabrechnung (habe ja schon im März einen halben Monat gearbeitet) gesehen, dass bei der Steuerklasse die Zahl 6 eingetragen ist. Morgen früh gleich mal bei der Perso meckern...
 

ela1953

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Hast du denn deine Steuerkarte schon beim neuen Arbeitgeber abgegeben oder schwirrt die noch bei deinem alten Arbeitgeber rum?
 

melissa1919

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Hallihallo, hier bin ich mal wieder... ja, das war tatsächlich ein Fehler, den die Personalabteilung gemacht hat. War dann persönlich anwesend, als die Dame aus der Steuerklasse 6 die 1 gemacht hat.

Leider habe ich allerdings wegen dieser 2.000 € ganz schön Probleme :icon_sad:. Beim Vorstellungsgespräch haben mich der Geschäftsführer und der Bereichsleiter ganz direkt gefragt, was ich denn verdienen möchte. In meiner alten Firma hatte ich 1.950 €, also hab´ ich einfach mal 50 € mehr angegeben. Sie haben nichts weiter dazu gesagt und gleich zugestimmt.

Heute bereue ich das und würde lieber fragen, was in der Firma als Anfangsgehalt für eine Teamassistentin so üblich ist... denn inzwischen hat mir der GF persönlich gesagt, dass er meine Gehaltsforderungen für total überzogen hält und deshalb weitaus höhere Erwartungen an mich hat als an die anderen Teamassistentinnen im Haus.

Der Job ist um einiges anspruchsvoller als in meiner letzten Firma, von daher brauche ich viel mehr Einarbeitungszeit als dort. Wir arbeiten hauptsächlich mit PDS, einem veralteten System welches kaum noch eine Firma gebraucht. Alles ist für mich neu, ich kann meine langjährige Berufserfahrung hier wirklich null einbringen.

Trotzdem musste ich schon nach 4 Wochen zum ersten Personalgespräch und wurde dort wegen angeblich schlechter Leistungen massiv kritisiert. Ich sollte erwähnen, dass ich gelernte Fremdsprachenkorrespondentin bin, meine Stärken eher im sprachlichen Bereich liegen und ich jetzt einen absoluten Zahlenjob mache... was mich nicht großartig stört, aber wenn es um Zahlen geht, brauche ich halt bissl länger bis ich es kapiert habe. Und wirklich schlechter als andere Kolleginnen bin ich auch nicht, ich kann ja sehen wer was macht und wie es in unserem Haus läuft.

Das Problem ist: Da ich für eine Teamassistentin ein recht hohes Anfangsgehalt verdiene, wird von mir erwartet dass ich perfekt bin und so gut wie keine Fehler mache. Wie ihr seht, ist meine Rechtschreibung wirklich sehr gut... es kommt nicht oft vor, dass ich ein Wort falsch schreibe oder mich mal vertippe, aber wehe mir passiert das im Büro, dann ist gleich die Hölle los. Die anderen Teamassistentinnen können sich das eher erlauben. Wenn die Fehler machen, heißt es einfach das sei falsch und sie müssten es korrigieren - ich hingegen werde ständig angeschnauzt und als dumm hingestellt. Außerdem bin ich die Einzige von uns Mädels, die einen 42,5-Stunden-Vertrag hat. Ist wohl auch die Quittung dafür, weil ich so "viel" Geld bekomme... alle anderen müssen nur 40 Stunden arbeiten.

Das Verhältnis zu meinem Chef (= mein Abteilungsleiter, also der direkte Vorgesetzte) ist leider nicht so gut. Ich gebe zu, dass ich wie jeder andere Mensch auch meine Macken habe. Und eine davon ist die Eigenschaft, dass ich nicht viel Kritik vertrage und mich schnell persönlich angegriffen fühle (hat einen sehr persönlichen Hintergrund, aber der tut hier nichts zur Sache). Auf jeden Fall ist das schon öfters passiert, dass ich in der Firma kritisiert wurde und daraufhin angefangen habe, nach Ausreden zu suchen und mich zu rechtfertigen. Ein Kollege hat mir eines Tages direkt gesagt, dass es die Leute bei uns - insbesondere den Chef - tierisch nervt und mir als guten Ratschlag gegeben, diesbezüglich unbedingt an mir zu arbeiten, wenn ich den Job behalten wolle.

Mir war gar nicht klar, dass die Leute das dermaßen stört... vor allem weil der Chef sich auch nie direkt dazu geäußert hat. Seitdem kommentiere ich Kritik nur noch mit einem "Ja, ist in Ordnung" oder mit einem Nicken. Mit den Kollegen komme ich seither besser zurecht, aber beim Chef hat sich kaum was verändert. Ich werde nach wie vor permanent angeschnauzt. Oft geht es nur um Kleinigkeiten, z. B. wenn ich ihn akkustisch mal nicht richtig verstehe und ihn höflich frage, ob er seine Bitte wiederholen kann, dann rastet er schon total aus und wiederholt das Ganze in einem äußerst pampigen Ton. Er macht mir oft den Vorwurf, dass ich ihm nicht zuhöre. Das stimmt so allerdings nicht, es ist nur so dass ich generell Konzentrationsprobleme habe (deshalb fahre ich auch nicht Auto), weil meine Gedanken schnell abschweifen. Nur das kann ich ihm nicht sagen, weil er das als Ausrede und Rechtfertigungsversuch abstempeln wird. Der Kollege meinte den Chef würden die Gründe nicht interessieren, wenn mal was nicht so läuft wie er will. Mit den anderen Kollegen springt der Chef übrigens nicht so um, er behandelt nur mich so.

Ich bin sehr traurig, schließlich hat mein verstorbener Vater 37 Jahre lang in dieser Firma gearbeitet und diese nach oben gebracht. Und als ich über Vitamin B diesen Job bekam, wollte ich seinen guten Ruf festigen... und jetzt habe ich nichts als Ärger dort. In meinen früheren Jobs hatte ich nie solche Probleme, weder fachlich (habe immer hervorragende Zeugnisse bekommen) noch menschlich (in der letzten Firma gab es viele Zickereien zwischen den Frauen, aber ich persönlich war da eher zurückhaltend und hatte auch mit der Geschäftsleitung bis auf einen Vorfall, wo ich beim unerlaubten Surfen im Internet erwischt wurde, keinerlei Stress).

Was soll ich jetzt machen, zum Geschäftsführer gehen und sagen dass ich mit weniger Geld zufrieden bin, nur damit ich meine Ruhe habe? Alles weiterhin so hinnehmen und meinen Job riskieren? Oder mich gleich wieder um was Neues bewerben?
 

Rounddancer

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Huch, scheint ein komischer Laden zu sein, der nicht mal aufpaßt, daß er Kl. 6 statt 1 einträgt.

Vermutlich will Dein Boß Dich eben wegen der alten Verbindungen zu Deinem Vater draußenhaben, rausmobben, erreichen, daß Du selbst gehst, weil er sich nicht traut, Dich zu entlassen.
Ich würde da zur Gewerkschaft gehen.
Denn: Kündigst Du selbst,- kriegste Sperre beim Arbeitslosengeld, kündigt er Dir doch und Du machst keine Kündigungsschutzklage, bzw. begründet er den Rausschmiß mit Deinem Verhalten, dann kriegste auch Sperre.

Also ich würde mich als mit der Firma verlobt betrachten. Und Verlobung heißt ja: "Festhalten und weitersuchen!",- ich würde meinen Dienst weitermachen,- aber insgeheim nach ner anderen Stelle suchen.

Denn, wie wußten schon die Bremer Stadtmusikanten so richtig: "Was Besseres als den Tod finden wir überall!"
 

melissa1919

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Hier ein paar Fakten zur Geschichte des Ladens: Mein Vater und eine Handvoll anderer Leute haben zusammen mit dem Firmenbesitzer den Laden in den 70-ern aufgebaut. Der Besitzer geht mittlerweile auf die 70 zu und sitzt nach wie vor täglich im Büro. Er und meine Mutter, die bei ihm im Haushalt arbeitet, haben mir den Job verschafft. Seit über 20 Jahren ist er aber nicht mehr alleiniger Inhaber des Unternehmens, er hat in einer Phase wo er an Depressionen litt 10% seiner Anteile an einen Mann verkauft, der damals dort als Elektriker eingestellt war und sich mit dem Geld seines Vaters hochkaufen konnte.

Genau dieser Mann ist es, den ich hier Geschäftsführer nenne... weil der Besitzer sich um Personalfragen fast gar nicht mehr kümmert. Und mit dem GF haben viele Leute Probleme, weil er ein unheimlich schwieriger Mensch ist. Auch Mitglieder meiner Familie hatten schon ihre Schwierigkeiten mit ihm. Mein Vater und mein Onkel (der immer noch bei uns tätig ist) waren aber meistens auf Montage und haben ihn kaum zu Gesicht bekommen. Mein Cousin hat Ende der 80-er mal eine Ausbildung angefangen, hat es sich aber größtenteils selbst verbockt (ständig unentschuldigtes Fehlen, Drogenprobleme), dass er mittendrin gekündigt wurde. Vor 5 Jahren wollte mich in dem Laden schon mal jemand einstellen, aber der GF hat "Nein" gesagt. Wegen der schlechten Erfahrungen mit meinem Cousin wollte er kein anderes Mitglied unserer Familie mehr in der Firma haben.
Vor 2 Jahren bekam dann mein Bruder einen Vertrag als Werksstudent. Er war sehr engagiert und hatte Erfolg, konnte aber dem GF trotzdem nichts Recht machen und wurde von ihm ganz mies behandelt. Als Konsequenz suchte er sich einen anderen Job und kündigte.

Und nun geht es mir auch nicht anderes. Ich frage mich aber auch, warum mich der GF überhaupt eingestellt hat, wenn er mich eh nicht wollte. Was meinen direkten Vorgesetzten und die Probleme zwischen uns angeht: Soweit ich weiß hatte er mit meiner Familie arbeitstechnisch nie was am Hut (die Firma hat inzwischen ca. 500 MA), aber beim letzten Gespräch haben er und der Bereichsleiter zugegeben, dass ihnen der GF meinetwegen Druck macht. Trotzdem verstehe ich nicht warum er mich so behandelt. Habe nach 2 Monaten auch seinetwegen eine Abmahnung bekommen. Ich gebe zu, dass ich was verbockt habe, aber statt mich drauf aufmerksam zu machen und mit mir zu reden ist er gleich zum GF gerannt und hat mich verraten. Einen Anpfiff hatte ich schon verdient, aber gleich ohne Vorwarnung ´ne Abmahnung finde ich echt hart.
 

burki

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Hi,
Empfindungen können immer sehr subjektiv sein, so dass ich nicht wirklich sagen kann, ob es objektiv tatsächlich so ist, wie Du es beschreibst.
Dennoch ein paar Punkte:
- Der Umgangston im Arbeitsalltag ist m.E. in den letzten Jahren deutlich rauher (und auch "amerikanischer") geworden.
- Wenn man nicht kritikfähig ist, muss man daran arbeiten, um "überleben zu können". (Akustik schreibt man übrigens mit einem k :icon_smile:)
- 2000 EUR brutto sind nicht wirklich die Welt...
- Als Einsteiger wird man sich immer zunächst eine Position erarbeiten müssen.
- Wenn die Chemie nicht stimmt und dies nicht ändern kann, dann sollte man IMHO die Konsequenzen ziehen.
- Du bist noch recht jung, so dass Dir viele Türen offen stehen.
- Die Zeiten in denen man mit "seiner" Firma verheiratet (oder auch nur verlobt) war, sind vorbei (auch dies ist ein amerikanisches Phänomen)...

Was ich Dir raten kann:
- Die Lage möglichst objektiv resümieren.
- Evtl. ein offenes Gespräch mit Deinem Chef anstreben (es könnte ja einfach sein, dass - vermute, dass Du noch in der Probezeit bist - er den Rauswurf vorbereitet oder Dich aus Deinen Reserven locken möchte).
- Auf jeden Fall Alternativen abklopfen.

Ich habe übrigens vor ein paar Tagen ein "reinigendes" Gespräch mit meinem Chef, welches IMHO uns beide weitergebracht hat und trotzdem werde ich jetzt wieder intensiver nach Alternativen suchen...
Gruss
burki
 

melissa1919

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Der Umgangston im Arbeitsalltag ist m.E. in den letzten Jahren deutlich rauher (und auch "amerikanischer") geworden.
Das mag sein, aber wir haben innerhalb der Abteilung ein gutes Klima und selten Auseinandersetzungen. Der Ton bei uns ist nicht wirklich hart. Wie ich schon schrieb, lässt der Chef seinen Zorn grundsätzlich an mir aus, die Kollegen bekommen es nie ab.

Wenn man nicht kritikfähig ist, muss man daran arbeiten, um "überleben zu können". (Akustik schreibt man übrigens mit einem k
Jeder darf mich gerne kritisieren und mir auch Ratschläge geben - aber der Ton macht die Musik. Was ich nicht leiden kann, ist wenn Leute mit mir reden als ob ich dämlich ohne Ende bin und nix im Hirn hätte. Und dieses Gefühl gibt mir mein Chef leider oft. Mir fällt es nicht leicht dazu zu schweigen oder "Ja, ist okay" zu sagen, aber in letzter Zeit habe ich es getan, weil ich meinen Job nicht aufs Spiel setzen wollte.

2000 EUR brutto sind nicht wirklich die Welt...
Das dachte ich auch, aber bei uns wohl schon. Meine Ex-Firma war ein kleiner Laden mit knapp über 20 Mitarbeitern, und ich hab´ fälschlicherweise gedacht dass eine größere Firma automatisch mehr bezahlt.
Ich habe Abi, spreche 5 Sprachen und bin sehr fit in MS Office. Bei meiner jetzigen Firma brauche ich die Sprachen allerdings nicht und auch nur wenig Word und Excel, kein PowerPoint. 95% meiner Arbeit findet im PDS statt. Ich schreibe Angebote, Auftragsbestätigungen, Lieferscheine, Dispolisten, Materialanforderungen, Wartungsverträge usw. Viele der Aufgaben sind sehr umfangreich und gar nicht so einfach. Darüber hinaus muss ich noch für eine andere Abteilung Störungen am Telefon aufnehmen, diese ins System eingeben, ausdrucken + weiterleiten und mich demnächst noch um Reparaturen kümmern, was laut dem Kollegen der mich einlernt für jemanden ohne technisches Know-how auch sehr schwierig ist - und ebenfalls umfangreich.
Habe ich bei 2.000 € Wunschgehalt wirklich dermaßen übertrieben? Selbst wenn das der Fall war, hätte mir der GF das doch beim Einstellungsgespräch sagen können, und wir hätten das Gehalt nochmal verhandelt. Aber der hatte wohl keinen Bock auf ´ne längere Diskussion, hat es hingenommen, und ich muss es jetzt ausbaden.

Als Einsteiger wird man sich immer zunächst eine Position erarbeiten müssen.
Das ist richtig. Allerdings haben wir seit einem Monat in einer anderen Abteilung eine ebenfalls neue Kollegin, die schon in der Ex-Firma meine Kollegin war. Und ihr geht es bedeutend besser. Da sie direkt aus der Ausbildung kommt, waren ihre Gehaltsvorstellungen nicht so hoch - folglich bekommt sie nicht so viel Arbeit aufgebrummt und hat ihre Ruhe.

Ich fange oft schon um 6:30 an, höre zwischen 17 und 18 Uhr auf und kann mir öfters nicht mal ´ne Mittagspause erlauben, weil ich sonst bis 19-20 Uhr im Büro sitzen würde. Die Kolleginnen kommen 30-60 Minuten später, sind spätestens 16:30 weg und machen täglich 1 Stunde Pause. Ich habe nicht die Möglichkeit mich länger mit Kolleginnen und Kollegen zu unterhalten, um sie näher kennenzulernen... da ich sonst mit meiner Arbeit nicht fertig werde.

Wenn die Chemie nicht stimmt und dies nicht ändern kann, dann sollte man IMHO die Konsequenzen ziehen.
Sehe ich auch so. Würdest du allerdings als Personalchef jemandem eine Chance geben, wenn du im Lebenslauf siehst dass die Person innerhalb von 2-3 Jahren schon das 3. Mal die Firma wechseln möchte? Mein Bruder meint das juckt keinen, aber ganz so sicher bin ich mir da nicht.

Du bist noch recht jung, so dass Dir viele Türen offen stehen.
Knapp 33 bin ich, aber in Zeiten der Wirtschaftskrise ist es egal wie alt man ist... da stehen die Chancen generell nicht so toll.

Evtl. ein offenes Gespräch mit Deinem Chef anstreben
Das überlege ich auch schon, mal kuckn ob er dazu bereit ist... die Leute bei uns haben allgemein viel zu tun und fühlen sich schnell von ihrer Arbeit abgehalten, wenn man zwischendurch mal 2-3 Sätze zu viel von sich gibt.

Auf jeden Fall Alternativen abklopfen.
Ich habe nicht wirklich Lust, schon wieder Bewerbungen zu schreiben... aber wenn ich keine andere Wahl habe, dann bleibt mir nichts anderes übrig.
 

Rounddancer

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Oh je.
Normal, das kannst Du mir glauben, kann man heute im kaufmännischen Bereich ne Fachkraft nicht unter 30.000 p.a. kriegen.

Insofern wäre, daß die Deine verlangten 2000 EUR sofort akzeptierten, eigentlich das Signal gewesen, daß Deine Forderung ZU NIEDRIG war.

Jemand anders in der Position hätte dann sofort, wie der Optiker, angehängt, "... für den Anfang, - danach melde ich mich wieder bei Ihnen",- und wenn das auch noch akzeptiert worden wäre, dann hätte er angehängt: "... bei tariflicher Arbeitszeit von 38,5 Stunden pro Woche. Überstunden gehen natürlich extra, Urlaubs- und Weihnachtsgeld wie Tarif."

Grundsätzlich gilt, die Deutschen glauben: "Was nix kostet, ist nix wert!"
Und wenn ich das Portfolio Deiner Kenntnisse und Fertigkeiten so lese,- dann sage ich: Du bist Fachkraft, Du kannst vieles.
 

Philas

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Du arbeitest doch in einer Elektrofirma. Für die gilt doch ein Tarifvertrag, oder nicht? Je nach Bundesland sind die Tarife unterschiedlich.
Aber mit deiner Ausbildung und Beruferfahrung sind 2.000 € nicht so viel.
Seltsam finde ich auch, dass Du 42,5 Stunden arbeitest, während deine Kollegen nur 40 Stunden arbeiten müssen.

Habe hier in Bayern auch bei einer Elektrofirma gearbeitet und weiß, dass die ausgelernten Azubis als Bürokaufleute bei einer 39 Stundenwoche ein tarifliches Einstiegsgehalt von 1.950 Euro hatten.

Ich würde mich mal erkundigen, ob euer Tarifvertrag allgemeinverbindlich ist und wie hoch das Gehalt in deiner Tarifklasse ist und wie die normalen Arbeitsstunden sind.

Und ich würde mich an deiner Stelle vielleicht auch nach Alternativen umsehen. Deine Situation klingt nicht wirklich gut...
 

marsupilami

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Zum Thema Gehalt an sich ist schon einiges gesagt worden.
Tarifvertrag der Branche und Geltungsbereich.
Mal nachschauen.

Was das "Gespräch" anbelangt, das ist nicht in 2, 3 Sätzen zwischen Tür und Angel gesprochen.

Ich würde mir eine Liste machen, was gefällt mir, was gefällt mir nicht.
Was davon will ich unbedingt ansprechen, was ist evtl. weniger wichtig.
Zu den Dingen, die Dir nicht gefallen, Änderungs-/Verbesserungsvorschläge überlegen und aufschreiben.

Dann um einen "echten" Gesprächstermin bitten. Ein Personalgespräch. Ca. 1 Stunde.
Abteilungsleiter, GF, wenn Du stark und mutig bist, beide.
Und dann zuerst die "guten" Sachen ansprechen. Das was Dir gefällt. 2,3 Sachen wirst Du doch wohl hinbekommen.
Die Onkels ein wenig bauchpinseln.

Dann das, was Du anders haben willst. Art, Tonfall, Wortwahl, Lautstärke der Kritik.
Mach Dir stichwortartige Notizen der Antworten.

Hast Du jemanden, mit dem Du so ein Gespräch üben kannst?

Wenn die kein Personalgespräch führen wollen, weißt Du wie der Hase läuft.
 

melissa1919

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Seltsam finde ich auch, dass Du 42,5 Stunden arbeitest, während deine Kollegen nur 40 Stunden arbeiten müssen.
Was den Tarifvertrag angeht, muss ich mich erkundigen. Dass ich 42,5 Stunden arbeiten muss und die anderen Teamassistentinnen nur 40, war mir gar nicht klar als ich in der Firma angefangen habe. Beim Vorstellungsgespräch wurde ich gefragt was ich verdienen möchte. Meine Antwort lautete: "Auf jeden Fall was mit ´ner 2 vorne!" Daraufhin wurde ich nach draußen geschickt, die Herren haben sich beraten, und als ich wieder herein durfte, hieß es sie wären einverstanden und dass ich einen 42,5-Stunden-Vertrag bekommen würde.

Anfangs dachte ich dass ich länger arbeiten müsse, weil ich noch neu in der Firma bin und mich erst noch beweisen müsse. Aber die Ex-Kollegin aus der Vorgängerfirma ist 6 Wochen nach mir zu uns gekommen und muss auch nur 40 Stunden arbeiten... Wobei sie frisch aus der Ausbildung kommt und bestimmt nicht so viel Gehalt verlangt hat. Deswegen habe ich die VERMUTUNG, dass ich aus diesem Grund mehr Stunden und Druck aufgebrummt bekommen habe.

@marsupilami: Personalgespräche gibt es bei uns immer mal wieder, geht von Seiten der Geschäftsleitung aus. Das erste Gespräch hatte ich Mitte April, eine Woche später musste ich gleich "ganz nach oben". Und vor 2 Wochen gab es das Gespräch, wo ich die Abmahnung bekommen hatte. Da habe ich wirklich Mist gebaut, denn ich habe einfach 2x den Telefonhörer abgehoben und aufgelegt ohne was zu sagen, als Störungsfälle reingekommen sind. Ich war einfach überfordert vor lauter Arbeit und Druck. Das ständige Klingeln des Telefons hat mich total in meiner Konzentration gestört und genervt.
Inzwischen weiß ich, dass es ein großer Fehler war... schließlich ist Kundenzufriedenheit das A und O. Trotzdem bin ich der Meinung dass mein Chef - der mich dabei beobachtet hat - mich hätte gleich persönlich drauf ansprechen müssen. Ich hätte ´nen ordentlichen Anpfiff verdient gehabt, aber es hätte auch ohne Abmahnung laufen können... aber nein, er musste ja sofort nach oben rennen und mich verpfeifen. Wenn mir klar gewesen wäre dass ich auf diese Weise meinen Job riskiere, hätte ich das NIEMALS gemacht.

Das nächste Personalgespräch findet vermutlich Ende des Monats statt. Und wenn mich der Bereichsleiter erneut fragt was mich denn so stört, werde ich offen und ehrlich antworten dass ich mit dem Tonfall des Chefs ein Problem habe. Letztes Mal war das noch nicht so krass der Fall, so dass ich mich noch zurückgehalten hatte.
 

melissa1919

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Hier bin ich wieder... und zwar guter Laune :icon_smile:. Die komplette letzte Woche im Büro war sehr angenehm, und mein Chef hat mich nicht ein einziges Mal dumm angemacht. Wahrscheinlich hat er gemerkt, dass ich an mir und meiner Art arbeite.

Außerdem gab es Lob seitens des Betriebsleiters und des Kollegen, der bei mir im Büro sitzt. Dieser meinte, ich hätte mich um mehr als 100% gebessert. Jetzt darf ich mich nur nicht darauf ausruhen und muss so weitermachen wie bisher.

Darüberhinaus nehme ich jetzt Tabletten gegen Eisenmängel, um meine Dauermüdigkeit und Konzentrationsprobleme in den Griff zu bekommen.
 

melissa1919

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So, inzwischen ist einiges an Zeit vergangen... und die Lage auf der Arbeit ist nach wie vor sehr gut :icon_smile:. Ich habe gelernt, mich anders zu verhalten und vor allem anders auf Kritik zu reagieren... seitdem verhält sich auch mein Chef ganz anders. Ich bin meinem Kollegen wirklich sehr dankbar, dass er mir damals den Kopf gewaschen hat. Sonst wüsste ich nämlich heute noch nicht, was den Chef an mir stört. Ich mache auch deutlich weniger Fehler, weil ich ruhiger und ausgeglichener bin.

Trotzdem gibt es immer noch Tage, wo ich die ganze Welt aufn Mond schießen könnte. Diese Woche ist extrem stressig, ich konnte mir seit Montag keine Mittagspause mehr leisten. Sonst wäre ich abends bis 18 Uhr noch sogar noch länger im Büro gewesen (und ich fange schon zwischen halb sieben und sieben an). Ich muss mich für eine andere Abteilung in eine Aufgabe einarbeiten und habe überhaupt keine Zeit dafür, obwohl ich nicht wirklich langsam arbeite. Und bis September muss ich das beherrschen, weil ich dann jemanden im Urlaub vertrete.

Die Leute haben bei uns allgemein viel zu viel Arbeit. Sie haben oft nicht die Zeit mir was ausführlicher zu erklären, geschweige denn für ein kurzes Privatgespräch. Wenn ich jemanden anrufe, bekomme ich meistens das Gefühl die Person von der Arbeit abzuhalten, was man am schnellen Reden dieser Person merkt. Das ist natürlich besser als nichts zu tun zu haben, aber irgendwo sollte man schon Grenzen setzen *find*.
 

melissa1919

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Gestern wurde ich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt :frown:. Der Kollege hat mir wieder den Kopf gewaschen. Ich war total geschockt, denn die letzten Wochen war ich oft 11-12 Stunden ohne Pause im Büro, habe mich reingehängt was das Zeug hält und auch gute Ergebnisse abgeliefert.

Es ging darum, dass ich vor ca. 1 1/2 Wochen mal einen Kollegen "abgewiesen" habe. Ich hatte superviel zu tun, mein Chef hatte den letzten oder vorletzten Tag vor seinem Urlaub, es waren ca. 7-8 Vorgänge auf meinem Tisch, die alle höchste Konzentration beanspruchten... mein Schädel brummte, ich war völlig k.o. Und dann kam ein Kollege rein, wollte mir ebenfalls Arbeit bringen und mir dazu was erklären. Meine Reaktion: "Sorry, jetzt is grad schlecht... der Chef macht Druck, ich muss mich schwer konzentrieren. Könnten wir das bitte später nachholen?" Er meinte es sei in Ordnung und ging raus, später hat er sich aber in meiner Abwesenheit bei dem Kollegen in meinem Büro beschwert.

Ich fange meistens 6:30 an und arbeite bis 17-18 Uhr, kann mir oft keine Mittagspause leisten weil ich dann noch länger bleiben müsste... und das ist echt kein leichter Job für jemanden, der mit Zahlen und Technik null am Hut hat. Ich mache wirklich nichts anderes außer arbeiten, führe keine Telefonate, keine Privatgespräche mit Kollegen im Haus, nichts... weil ich keine Zeit habe. Mein Schädel brummt fast jeden Abend, wenn ich das Büro verlasse. Es ist ganz schön anstrengend. Habe ich denn wirklich überhaupt kein Recht, einen Kollegen zu bitten mir einen Vorgang etwas später zu erklären wenn mir der Schädel brummt?

Wenn meine Kollegen im Stress sind, weisen sie mich auch ab mit "Ne jetzt nicht, hab´ keine Zeit, später!" Gestern habe ich einige Leute drauf angesprochen, und einer meinte: "Ja aber Ihnen muss doch klar sein, dass wir hier ein Vorgesetztenverhältnis haben!" So nach dem Motto: Wenn ich gerufen werde, habe ich immer und überall zu springen, während der Rest mich abweisen darf, so wie es den Leuten in den Kram passt.
Ein älterer Kollege um die 60, der schon über 20 Jahre bei uns arbeitet, reagierte sehr verständnisvoll und meinte dass von mir allgemein für eine Anfängerin viel zu viel verlangt wird. Er würde mich sicher nicht beim Abteilungsleiter und Bereichsleiter anschwärzen und meinen Job in Gefahr bringen. Bei den jüngeren Kollegen habe ich aber das Gefühl, die wollen keine Teamassistentin, sondern einen Roboter, der rund um die Uhr springt, niemals müde sein darf, immer topfit ist und natürlich perfekt und fehlerfrei.

Ich habe das Gefühl, dass die Männer alles für selbstverständlich nehmen... dass ich 3-4 Mittagspausen pro Woche opfere, morgens um 6:30 am Platz bin und jeden Abend Überstunden schiebe... ich meine ich habe kein Problem damit es ab und an zu machen und in manchen Phasen auch öfters, aber IMMER sollte das nicht selbstverständlich sein. Andere Teamassistentinnen arbeiten wesentlich weniger als ich. Und Fehler sind absolut menschlich, schließlich bin ich kein Roboter.

Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Nächste Woche werde ich den Bereichsleiter zwecks Personalgespräch kontaktieren. Mein Vertrag ist auf 1 Jahr befristet, und ich habe keine Lust mich ständig woanders zu bewerben... denn insgesamt gefällt es mir trotz dem Stress in der Firma echt gut, und meiner Meinung nach mache ich alles andere als einen schlechten Job.
 
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@melissa1919

Ich habe hier nicht alles gelesen, aber ich würde dir raten, zunächst mal das Arbeitszeitgesetz - ArbZG - nichtamtliches Inhaltsverzeichnis - durchzulesen. Dort findest du z.B. Angaben über die vorgeschriebenen Ruhepausen, die dir gewährt werden müssen. Damit hast du schon mal eine gute Argumentationsgrundlage.

Nun ist es leider in manchen Firmen so, daß ständig "freiwilliger Mehreinsatz" verlangt wird, ohne daß er entsprechend honoriert wird. Sei es, weil der Chef die Arbeit nicht vernünftig einteilen kann, weil momentan personelle Engpässe bestehen, oder weil ganz einfach die Firma auf diese Weise sparen will. Sicher kann von einem erwartet werden, vorübergehend auch mal Mehrarbeit zu leisten, wenn "Not am Mann" ist. Aber es hat alles seine Grenzen, und vor allem gibt es keine Leistung ohne Gegenleistung.

Die Grenzen sind auf jeden Fall erreicht, wenn du den Eindruck hast, daß deine Gesundheit darunter leidet. Das ist ein Alarmzeichen. So kann es nicht weitergehen. Vor allem ist auch absehbar, daß die Qualität deiner Arbeit darunter leiden wird, vom Privatleben mal ganz zu schweigen.

Also solltest du das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen und dort klipp und klar das Problem zur Sprache bringen. Vielleicht ist dem Betreffenden noch gar nicht aufgegangen, daß du chronisch überlastet bist. Kernpunkt des Gespräches wäre: "ich arbeite gerne hier, aber so kann es nicht weitergehen, und mit meiner permanenten Überlastung ist niemandem geholfen".

Gibt es in der Firma einen Betriebsrat, der dich vielleicht unterstützen könnte?

Sollte das Gespräch nichts bringen, dann solltest du damit anfangen, dich nach einer neuen Stelle umzuschauen, und zwar schon während des laufenden Vertrages. Auch wenn du das nicht magst, aber in so einer Lage wirst du dich halt entscheiden müssen. Wie es nach Auslaufen deines Zeitvertrages in der jetzigen Firma weitergehen wird, kann dir ja auch keiner garantieren.
 

Rounddancer

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Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Nächste Woche werde ich den Bereichsleiter zwecks Personalgespräch kontaktieren. Mein Vertrag ist auf 1 Jahr befristet, und ich habe keine Lust mich ständig woanders zu bewerben... denn insgesamt gefällt es mir trotz dem Stress in der Firma echt gut, und meiner Meinung nach mache ich alles andere als einen schlechten Job.
Oh je, wie alle hier wissen, bin ich im Mittelstand und mit dem Geschäft aufgewachsen und 30 Jahre GF gewesen.
Und gewiß nicht der, der faulen Leuten das Wort redet.

Aber wenn ich so lese, wie Du da ausgenutzt wirst, da fallen mir zwei Fragen ein:

1. Bist Du sicher, daß Du einen Arbeits-, und keinen Sklavenvertrag (wie es den z.B. bei WWW.SKLAVENZENTRALE.COM - Community für D/S und BDSM-Interessierte gibt) unterschrieben hast?

2. Bist Du sicher, daß Dein Betrieb nicht voller versteckter Kameras ist, die ohne Dein Wissen eine real live Version vom "Aschenputtel" drehen?

3. Bist Du sicher, daß, wenn Du einen Neigungstest, z.B. bei BDSM-Test machtest, nicht herauskäme, daß Du mindestens 80 Prozent masochistisch veranlagt bist?


In jedem Fall: Die machen Dich so kaputt. Glaub mir bitte, ich kenne einige junge Damen, die sich ins Zeug legten, Überstunde um Überstunde machten, täglich elf, zwölf, dreizehn Stunden im Job waren. Und bei all denen war dann mal "Flasche leer",- der Zusammenbruch war da, körperlich und seelisch. Kein Schwein dankte es ihnen, aber sie waren auf Dauer kaputt.
An Deiner Stelle würde ich dokumentieren, wie lange ich arbeiten muß, und wieviel sie Dir aufhalsen. Und dann unverzüglich zur Gewerkschaft. Dokumentiert muß das sein, damit Du um eine eventuelle Sperre durch AA oder Arge herumkommst. Denn solche Arbeitsbedingungen, wie Du sie erlebst/erleidest, sollten eigentlich mit der Abschaffung der Sklaverei und dem Tod der Gebrüder Grimm beendet sein.
 

melissa1919

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Danke für eure netten Beiträge :icon_smile:. Habe mir das Wochenende jetzt mal Gedanken gemacht und mich mit einigen Menschen aus meinem privaten Umfeld unterhalten. Und alle haben mir mehr oder weniger dasselbe gesagt: Dass viele Kollegen in der Firma meine Grenzen austesten und versuchen mich auszunutzen.

Ich muss gestehen, dass ich schon immer eine sehr gutmütige Person war, die versucht hat es allen Leuten Recht zu machen und bin auch privat schon mehrmals damit auf die Nase gefallen. Inzwischen läuft es im Freundeskreis super, weil ich gelernt habe Grenzen zu setzen und das auch einzuhalten. Auf der Arbeit lasse ich mich aber wohl immer noch manchmal zu sehr in die Opferrolle drängen, vielleicht weil mein Vertrag befristet ist und ich etwas Angst habe er könnte nicht verlängert werden.

Damit ist jetzt Schluss. Ab morgen werden die Kollegen lernen müssen, dass auch ich meine Grenzen habe. Die anderen Teamassistentinnen im Haus setzen nämlich schon immer Grenzen, viele gehen freitags zw. 14 und 15 Uhr nach Hause, machen täglich Mittagspause usw. während von mir erwartet wird von morgens in der Früh bis zum Abend am Platz zu bleiben. Habe das schon während der Feiertage beobachtet. An den Brückenfreitagen nehmen die TA´s bei uns nämlich alle frei. Am Freitag nach Himmelfahrt habe ich gearbeitet, so dass meine Kollegen es schon für selbstverständlich genommen haben, dass ich am Freitag nach Fronleichnam auch im Büro sein würde. Und als sie erfuhren, dass ich Urlaub eingereicht hatte, waren sie enttäuscht.

Dass ich überfordert bin, werde ich dem Bereichsleiter im persönlichen Gespräch besser nicht sagen. Das habe ich in einer anderen Firma schon mal gemacht, und als Konsequenz wurde mein Vertrag nicht verlängert. Außerdem muss ich mich umhören ob wir einen Betriebsrat haben, hat in meiner Gegenwart noch niemand erwähnt.
 

melissa1919

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Mein Gespräch mit dem Bereichsleiter verlief sehr gut. Er hat sich eine Stunde für mich Zeit genommen, mir zugehört, und ich habe mir angehört was er sich von mir wünscht bzw. welche Anforderungen er an mich stellt. Ich bin mit einem sehr positiven Gefühl rausgegangen, aber heute ist die Situation richtig eskaliert.

Der Kollege bei mir im Büro kam um 11:30 auf die Idee mit mir ein Angebot zu ändern. Da er unser System null beherrscht, hat er nur Anweisungen gegegen und ich gearbeitet. Der Mann ist voll der Chaot und nicht in der Lage mir eine Arbeit in vernünftiger Art vorzulegen, damit ich es in einem Zug durcharbeiten kann. Jetzt ist es so, dass ich um 15:45 gehen wollte, weil ich einen Termin auf dem Landratsamt hatte. Diesen Termin hatte ich rechtzeitig bekannt gegeben und in meinen Kalender eingetragen.

Als ich ihn dran erinnerte, ist er völlig ausgetickt und hat mir indirekt Arbeitsverweigerung vorgeworfen. Ich sehe das aber anders, schließlich war das 1.) nicht spontan und 2.) ging es nicht ums Vergnügen. Es kann nicht sein, dass die Kollegen von mir erwarten dass ich immer parat bin wenn sie wollen, während sie jederzeit kommen und gehen wann es ihnen passt. Ich fühle mich wie eine Art besseres Dienstmädchen.

Der Mann wurde total ausfallend, hat ständig mich beschuldigt wenn das System nicht wollte wie es ihm passte und mir Unfähigkeit unterstellt. In letzter Zeit hat er mehrmals mit mir geredet als ob ich dumm bin und nix kann... muss zugeben, dass ich eine sehr gutmütige Person bin und mir zu viel gefallen lasse. Der befristete Vertrag und die Angst um den Job verunsichert mich. Die Kollegen merken das und versuchen es auszunutzen.

Wenn ich mal frei habe oder früher gehen will, versucht man mir ein schlechtes Gewissen einzureden damit ich es mir anders überlege. Denn die Kollegen kennen nix, die beschweren sich sofort beim Bereichsleiter wenn ihnen was nicht in den Kram passt. Und genau das werde ich morgen auch tun. Normalerweise bin ich keine Petze, aber ich muss Grenzen setzen und zeigen dass ich auch Respekt erwarte.
 

Erolena

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Ich glaube, Du brockst dir hier manches selber ein. Zwischendurch schreibst Du es ja auch paar mal. Das soll Dich nicht noch mehr runterziehen. Aber wenn ich lese, dass Du überzeugt bist, dass die anderen weniger verdienen als Du. Hast Du mal den Versuch gemacht das herauszubekommen? Im Kollegengespräch oder über Tarifvertrag. Ein Anruf bei Gewerkschaft dürfte genügen. Ich glaube, wenn Du im Bewerbungsgespräch gesagt hättest, nö, ich arbeite 40 Std. wie im Betrieb üblich, wärst Du besser gekommen. Vielleicht verspielst Du mit Deiner Nachgibigkeit Dein Ansehen. Aber nicht mit Patzigkeit verwechseln. Jedenfalls im Beisein des Chefs zweimal Telefonate wegzudrücken, ich glaube, da machst Du was falsch. Das hat ja nichts mit Anpasslertum zu tun, wenn man auch in Stresssituationen noch im Hinterkopf hat, worauf es bei Euch ankommt. Ich glaube, statt den Dummi zu geben, der immer verfügbar ist, würde ich lieber irgendwas zu hause fertig machen. (Ist zwar genauso dumm, aber zeigt nach außen hin etwas mehr Souveränität.) Jedenfalls würde ich doch mal die verschiedenen Situationen mit Freunden durchsprechen. Was könntest Du ändern, wie besser vorgehen? Deine Freunde scheinen ja durchaus an dem Problem interessiert zu sein. Wie ist es mit den Mittagspausen? Gehen da alle anderen zusammen essen? Und du arbeitest als einzige durch? Wenn ja, dann würde ich das sofort ändern. Schon um besseren Kontakt mit den anderen zu bekommen. Was sollen sie von jemand halten, der ständig Verfügbarkeit anzeigt und seine Rechte nicht wahrnimmt? (Ich schreibe extra nicht "auf seine Rechte pocht" sondern einfach seine Rechte wahrnimmt. Das ist auch noch ein Unterschied.) Denn noch mehr Nachgibigkeit kann Dich dort auch nicht retten. Eher schon mehr Souveränität. Wieso wirfst Du den Kollegen eigentlich vor, dass sie ihre Pausen, Feierabende wahrnehmen? Das ist ihr gutes Recht. Und das solltest Du auch tun.
Bei der Gewerkschaft bekommst Du spätestens auch raus, ob es bei Euch einen Betriebsrat gibt. Mach mal. Der Betriebsrat weiß auch etwas über die Vergütungsverhältnisse im Haus. Ich denke, dass wäre für Deine psychische Situation sehr wichtig, zu wissen, ob es stimmt, dass Du mehr verdienst als die anderen Teamassistenten (Ich glaube das nicht.) Vielleicht kannst Du das auch über den alten Eigentümer (deine Mutter) rausbekommen.
 

melissa1919

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Einen Betriebsrat haben wir nicht, das hab´ ich bereits rausgefunden. Was die Kolleginnen verdienen weiß ich nicht, sowas wird nicht untereinander gesprochen... woher finde ich denn raus, was in diesen Tarifverträgen steht? Personalabteilung?

Während des Bewerbergesprächs wusste ich gar nicht, dass bei uns eine 40-Stunden-Woche üblich ist. Als man mir sagte ich müsse 42,5 Stunden arbeiten, dachte ich das gelte für alle Leute... Es gibt ein paar wenige Kollegen im Haus, die auch so einen Vertrag haben. Aber die wurden vor die Wahl gestellt: Entweder 42,5 Stunden oder bissl weniger Geld. Ich hatte keine Wahl.

Zu Hause zu arbeiten wäre für mich kein Problem, aber das System mit dem wir arbeiten gibt es nur in unserer Firma... geht also leider nicht. Die Kollegen essen meistens zusammen, aber ich habe wegen Telefonüberwachung andere Pausenzeiten als sie.

In einem Punkt hast du mich aber falsch verstanden: Es stört mich nicht, wenn die Leute kommen und gehen wie es ihnen passt. Aber ich erwarte dass Arzt- und Ämtertermine meinerseits ebenso von ihnen respektiert werden. Da geht es nicht ums Vergnügen, und man kann nicht ständig von mir verlangen was kurzfristig abzusagen.
 
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Tja, das sind schon merkwürdige Verhältnisse. Soll es aber geben.

Ich denke mal, daß du jetzt für dich ganz klar Prioritäten setzen mußt. An erster Stelle stehen deine Gesundheit, deine weitere Zukunft und auch deine Selbstachtung. Das heißt vor allem, daß du dir nicht einfach alles bieten lassen darfst, nicht von Kollegen und auch nicht von Vorgesetzten. Kritik hinnehmen muß man und Arbeitsanweisungen muß man befolgen, aber das hat alles in einem höflichen und geschäftsmäßigen Rahmen zu erfolgen.

Wenn also jemand ausfallend oder beleidigend wird, würde ich durchaus das Gespräch abbrechen und eine Pause nehmen, da ein solches Verhalten nicht mehr zumutbar ist. Das ganze würde ich auch dokumentieren (Stichwort: Mobbing), damit man unter Umständen später eine verläßliche Dokumentation hat.

Solltest du dich wegen dieses Arbeitsklimas und des ständigen Drucks krank fühlen, dann zögere nicht, zum Arzt zu gehen und dich erforderlichenfalls krankschreiben zu lassen. Deine Gesundheit hat Vorrang.

Es kann natürlich sein, daß du dich damit in der Firma nicht beliebt machst. Alles einfach so hinzunehmen und nichts zu unternehmen, führt aber erfahrungsgemäß nur dazu, daß es nur noch schlimmer wird, weil andere glauben, dich weiter ausnutzen zu können. Deswegen würde ich auf alle Fälle auch anfangen, mich vorsorglich nach einer anderen Stelle umzusehen.
 

melissa1919

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Ich hatte gleich frühmorgens ein Gespräch mit der Teamassistentin meines Bereichsleiters, welches sehr interessant war. Wir beide vertreten uns ja gegenseitig im Urlaub, und ich hab´ sie gefragt ob sie mir ein paar Tipps bezüglich dem Umgang mit den Kollegen geben kann. Sie meinte das sei hier allgemein im Haus der ganz normale Umgangston. Von den Mädels wird erwartet, dass sie immer und jederzeit springen, und wenn sie es mal zeitlich nicht schaffen oder paar Minuten Konzentration brauchen, dann ist man eingeschnappt. Und wenn sie 1-2 Tage vorher ankündigt, dass z. B. 15 Uhr Schicht im Schacht ist, kommen auf einmal um 14:55 die Leute angerannt und wollen auf den letzten Drücker noch was haben. Sie ist dann aber konsequent und geht.

Die Leute hier nehmen alles für selbstverständlich, was wir machen. Ich hab´ echt nichts dagegen viel und lange zu arbeiten... z. B. hatte ich schon mal eine Stelle als Betriebsratssekretärin, wo ich oft 50 Wochenstunden im Büro verbracht habe und einen Anfahrtsweg von 100 Minuten mit den Öffentlichen in eine Richtung hatte. Trotzdem habe ich diesen Job wahnsinnig gern gemacht, weil ich nie das Gefühl hatte nur das kleine dumme Mädchen für alles zu sein, sondern mich wirklich respektiert fühlte. Meine Chefin hat sich revanchiert, indem sie mich z. B. mal zum Essen eingeladen oder zur S-Bahn gefahren hat, wenn der letzte Bus weg war.

Vorher war ich beim Bereichsleiter und habe ihm erzählt, was passiert ist. Er hätte an meiner Stelle den Termin nicht abgesagt und möchte demnächst ein persönliches Gespräch unter 8 Augen zwischen dem Kollegen, meinem Abteilungsleiter, ihm und mir führen. Schließlich sitzen wir zusammen in einem Büro (heute ist eisiges Schweigen angesagt) und müssen miteinander auskommen. Und Persönliches hätte bei uns nichts zu suchen.

Allerdings hat er nach unserem Meeting am Montag auch das Gespräch mit paar Leuten aus der Abteilung gesucht und mit ihnen über meinen Arbeitsaufwand zu sprechen. Ihre Reaktion: "Wieso zu viel Arbeit, die macht doch gar nix... wir machen größtenteils alles selbst." Ca. 47 Wochenstunden im Schnitt bin ich im Büro, arbeite oft die Pausen durch, und dann heißt es, ich mache nichts. Und als Folge bekomme ich in den nächsten Wochen noch mehr aufgebrummt. Aber ist klar dass Leute mit einer 6 Tage-Woche, die manchmal schon morgens um 4 im Büro sind kein Verständnis aufbringen.
 

melissa1919

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Ich hab´ mir übers WE einige Gedanken gemacht, weil mich die Situation in der Firma schon sehr belastet. Mich würde z. B. mal interessieren, was man von jemandem in der Probezeit fordern und erwarten darf. Ich hab´ jetzt 4 von 6 Monaten PZ hinter mir, und von mir wird erwartet man dass ich alle Aufgaben jederzeit fehlerfrei bearbeite.

Meine Arbeit ist zu 98% ein reiner Zahlenjob, und ich konnte mit Zahlen noch nie was anfangen... mir war auch nicht klar, dass ich so viel mit Zahlen zu tun haben werde, aber selbst wenn ich es gewusst hätte, hätte ich den Job trotzdem angenommen... 1.) weil ich neue Herausforderungen mag und 2.) kann man sich die Jobs heutzutage nicht ständig aussuchen.
Das Problem bei der Sache ist, dass man von mir genauso viel erwartet wie von jemandem, der was Zahlen angeht ein Spezialist ist. Ist die Probezeit nicht eigentlich dazu da um sich einzuarbeiten? Ich musste schon nach 4 Wochen zum ersten Personalgespräch antanzen, weil man mit meiner Arbeit nicht zufrieden war.

Eine beliebte Frage bei Personalgesprächen ist bei uns: "Wie schätzen Sie sich selbst ein, wie viel Prozent des Erwarteten können Sie leisten?" Mittlerweile denken sowohl der Bereichsleiter als auch der Abteilungsleiter als auch ich, dass ich bei 75-80% liege. Ich finde dass so eine Quote für jemanden, der null mit Zahlen anfangen kann, nach gerade mal 4 Monaten echt verdammt gut ist. In der Firma zählt das alles nicht, ich muss jeden Tag jede Minute, jede Sekunde alles zu 100% richtig machen. Ich finde diesen Perfektionismus einfach nur krank, sorry... Wenn ich von morgens in der Früh bis abends rund um die Uhr mit Arbeit zugemüllt werde, in die ich mich erstmal ´ne Weile reindenken muss, ständig meine Arbeit und Konzentration unterbrechen muss, wenn mir spontan jemand was Neues erklären will (höflich bitten das auf etwas später zu verschieben geht nicht, sonst betreibe ich ja Arbeitsverweigerung... pfff) und nebenher auch noch permanent mein Telefon klingelt, und ich MUSS immer rangehen, kann ich einfach nicht täglich alles zu 100% richtig machen. Das geht einfach nicht, ich bin doch keine Maschine bzw. kein Roboter. Oder denkt ihr etwa auch wie die Leute in meiner Firma, dass ich nicht hart genug bin für den Job oder auch unfähig? Ich knie mich wirklich jeden Tag mächtig rein und finde es nur menschlich, wenn ich mich mal vertippe (kommt superselten vor) oder ´ne Kleinigkeit vergesse (und damit meine ich jetzt nicht die Stelle eines Betrags, also meinetwegen gab es noch keinerlei finanziellen Verluste).

Nach dem wirklich ultra anstrengenden Gezicke zwischen den Frauen in der letzten Firma war ich superglücklich wieder eine reine Männerabteilung zu kommen und bin jetzt einfach nur enttäuscht. Vielleicht liegt das daran, dass die Elektrobranche eine typische Männerbranche ist und Frauen nicht so ernst genommen werden... ich weiß es nicht.
 

Til Gung

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Ist dir schon mal aufgefalllen, dass in alle deinen Beiträgen zum Ausdruck kommt, dass das der falsche Job für dich ist?

Die brauchen jemanden mit kaufmännischer Ausbildung und technischen Verständnis, du bist sprachlich bestimmt super, aber da gehörst du nicht hin. Du solltest den Tatsachen ins Auge schauen, sonst gehst du kaputt.

Entschuldige, wenn mein Posting vielleicht kalt und herzlos klingt, es ist freundlich gemeint. Sei nicht böse, lass es, lass dich in der Probezeit ohne Angabe von Gründen kündigen.

Suche dir einen Job den du kannst, du hast ne Menge zu bieten, aber nicht für diesen Job.
 

Kalkulator

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..Schließlich sitzen wir zusammen in einem Büro (heute ist eisiges Schweigen angesagt) und müssen miteinander auskommen....Ca. 47 Wochenstunden im Schnitt bin ich im Büro, arbeite oft die Pausen durch, und dann heißt es, ich mache nichts.
Freitag, kurz nach 12 Uhr, schreibst du diese Beiträge von deinem Arbeitsplatz aus?
 

melissa1919

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@Til Gung: Glaub´ mir, ich bin wirklich alles andere als schlecht... aber der Chef und die Kollegen sind extrem pingelig, das haben sie auch schon zugegeben. Mich macht dieses kleinkarierte Denken manchmal echt wahnsinnig. Leute, die immerzu perfekt sein wollen und sich über jede Kleinigkeit aufregen gehen mir tierisch auf die Nerven.

@Kalkulator: Wir haben die offizielle Erlaubnis in den Pausen privat zu surfen. Nur habe ich nicht täglich die Zeit um eine Pause zu machen. Vielleicht so 2x in der Woche kann ich mir das nicht erlauben, aber dann auch nicht die ganze Stunde, die uns abgezogen wird, sondern nur wenige Minuten.

Heute und morgen hab´ ich allerdings Urlaub und fahr´ jetzt gleich übers WE weg... das muss ich genießen :icon_smile:.
 

Til Gung

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@melissa1919, hab ich auch nur die leiseste Andeutung gemacht, dass du schlecht bist? Fühl dicvh nicht angegriffen, ich habe nur sachlich festgestellt, dass das der falsche Job für dich ist.

Es gibt bestimmt passende Arbeitsplätze für dich, nur da wo du jetzt bist, bist du falsch.

Das ist keine Kritik an dir persönlich, kein Mensch kann alles können, der olle Goethe gehörte zu den letzten Universalgenies, aber auch der hätte Einsteins Relativitätstheorie nicht entwickeln können.

Und Einstein hat seine Geige bearbeitet, aber eine Oper hätte der auch nicht komponieren können.

Du könntest bestimmt tolle Korrespondenz mit englischen Geschäftspartnern führen, nur leider gibt es die in deiner Firma nicht, deswegen musst du Angebote erstellen und Baustellen abrechnen. Und das ist die falsche Arbeit für dich.
 

melissa1919

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Sei nicht böse, lass es, lass dich in der Probezeit ohne Angabe von Gründen kündigen.
Das ist gar nicht nötig, ich habe am Freitag erfahren dass ich die Firma definitiv verlassen muss. Der Abteilungsleiter und der Bereichsleiter meinten sie wüssten meinen Einsatz und mein Engagement wirklich sehr zu schätzen, aber wie du geschrieben hast sei dies definitiv der falsche Job für mich.

Eigentlich sollte ich schon zum Ablauf meiner Probezeit zur Monatsmitte September gekündigt werden, aber ich habe den Herren einen Kompromiss angeboten: Ich werde mich ab sofort bewerben und habe den Wunsch geäußert, mich nicht gleich zu kündigen, weil die Chance sofort was Neues zu finden nicht sehr hoch ist... sondern dass sie mich wenigstens meinen Vertrag bis Mitte März erfüllen lassen. Sollte ich schon vorher was haben, umso besser... da kann ich gleich selbst kündigen. Ab Mitte März müsste ich dann schauen wie ich klar komme. Mein Konto ist nämlich etwas im Minus, und gerade jetzt ohne Job zu sein wäre ganz schön problematisch.

Die Beiden sind mit meinem Vorschlag einverstanden, aber ich muss noch mit dem Geschäftsführer sprechen. Ihn habe ich am Freitag noch nicht erreicht, werde ihn gleich morgen anrufen.

Mal eine Frage: Wenn er drauf besteht, dass ich zum 15. September gehe... darf mir das Arbeitsamt meinen Urlaub verweigern (2 Wochen ab dem 28.09.), den mir der Chef vor einiger Zeit schriftlich genehmigt hat?
 
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"Die Beiden sind mit meinem Vorschlag einverstanden, aber ich muss noch mit dem Geschäftsführer sprechen. Ihn habe ich am Freitag noch nicht erreicht, werde ihn gleich morgen anrufen."

Hier werden wieder dünne Bretter gebohrt. Und ein Schlaumeier sucht seinesgleichen
 
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