Fragen zum ALGII - erstes mal beantragen

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bienchen12

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Guten Morgen,

Ich hoffe, dass ich hier einige Antworten bekomme, da ich mich mit dem Thema ALGII überhaupt nicht auskenne. Kurz zu mir, falls die Infos wichtig sind: Ich werde 23 Jahre alt und fliege jetzt aus der Familienversicherung, muss mich also selbst versichern. Da ich momentan keinerlei Einkommen habe und auch kein Kindergeld mehr bekomme seit letztem Jahr, muss ich wohl ALGII beantragen. Ich wohne noch bei meinen Eltern, diese unterstützen mich finanziell nicht.

Momentan bewerbe ich mich fleißig für Ausbildungsplätze und habe noch einige Vorstellungsgespräche vor mir. Ich habe bereits eine schulische Ausbildung abgeschlossen, möchte aber unbedingt noch eine betriebliche in einem völlig anderen Bereich erlernen. Was anderes kommt für mich nicht in Frage. Also würde ich das ALGII bis spätestens zum 30.07 beziehen.

Meine Frage nun: Ich habe schon öfter gehört, dass man in Maßnahmen gesteckt wird. Gilt das auch für mich für den kurzen Zeitraum und wenn ich doch schon weiß, wo ich hin möchte? Muss ich diese Sachen unterschreiben? Habe ein wenig gestöbert und es wurde oft gesagt, dass man das alles umgehen kann, wenn man es von Anfang an nicht unterschreibt? Ich hab ja gar keine Ahnung von diesem Papierdschungel. Darf ich alles zum unterschreiben mit nach Hause nehmen? Außerdem habe ich gelesen, dass das Jobcenter mir Stellen vorschlägt, auf diese ich mich bewerben MUSS. Wird hier auf meine Pläne Rücksicht genommen, oder muss ich mit x beliebigen Jobs rechnen? Und was ist, wenn ich einen Ausbildungsvertrag unterschreibe?

Und noch etwas: Da das Amt ja meine KV zahlt, bleibe ich dann bei meiner aktuellen Krankenkasse? Ich bin momentan nämlich in Therapie (weiß ja nicht, ob das was zur Sache tut)

Das ALG II bekomme ich aber auf jeden Fall, oder? (Mama arbeitet Teilzeit, Vater ist selbstständig aber kein Kontakt. Lebe mit Stiefvater + Mama zusammen)

Wie ihr merkt, habe ich nicht wirklich viel Ahnung. Deswegen hoffe ich auf Hilfreiche Antworten, bevor ich zum Amt marschiere. :) Fühle mich mit der kompletten Situation sehr unwohl und falle wieder ein wenig in meine Depressionen.

Liebe Grüße
 
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MisterU

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Hallo bienchen12,

ich bin kein Experte auf dem Gebiet und gebe nur meine unverbindliche Meinung/Erfahrung wieder. Leider muss vorweg gesagt werden, dass das Jobcenter oftmals die eigene Situation durch zusätzlichen Belastungen in Form von Papierkrieg und nervigen Vorsprachen verschlimmert. Lass dich davon aber bitte nicht allzu sehr stören.

Ich denke, dass bei dir ALG2 Anspruch besteht, da deine Eltern nicht mehr unterhaltspflichtig sind nachdem du deine erste Ausbildung abgeschlossen hast. Wichtig ist, dass du einen eigenen (Unter-)Mietvertrag hast und bei Bedarfsgemeinschaft immer angibst, dass du deine eigene BG bildest.
Bezüglich der Eingliederungsvereinbarung sowie Maßnahmen hast du dich ja bereits eingelesen, und die Vorgehensweise, zu der hier im Forum angeraten wird, hat sich bisher auch ganz gut bewiesen. Man soll nichts unterschreiben (auch nicht unter Druck, das ist ein Fehler die viele Antragssteller machen). Man soll alles mit dem Hinweis "zur Prüfung" erstmal mitnehmen, hierauf besteht Anspruch. Ausführliche Tipps und Verhaltensweisen zu EGV und Maßnahmen findest du hier im Forum reichlich, stell dich aber darauf ein, dass oft kriegsähnliche Zuständen beim Jobcenter und den Maßnahmeträgern herrschen. Man muss als Leistungsberechtigter manchmal einfach hart und "unfreundlich" sein, sonst werden die vom Jobcenter alles versuchen um einem das Leben schwerer zu machen als es bereits ist. Erfahrungsgemäß werden viele Vorhaben des Jobcenters bereits ins Leere laufen, wenn man nichts unterschreibt und auf Datenschutz besteht.
Wird hier auf meine Pläne Rücksicht genommen, oder muss ich mit x beliebigen Jobs rechnen? Und was ist, wenn ich einen Ausbildungsvertrag unterschreibe?
Bei knapp 5 Monaten würde ich davon ausgehen, dass das Jobcenter etwas ausprobieren wird (Maßnahme oder massive Bewerbungen um Arbeitsstellen).
Falls Vermittlungsvorschläge mit Rechtsfolgenbelehrungen ankommen muss man sich tatsächlich darauf bewerben, aber wenn man die Bewerbungen geschickt formuliert kommt fast nie eine Rückmeldung vom Arbeitgeber.

Zur Krankenkasse:
Wenn man nicht mehr über die Familienversicherung versichert ist muss man sich freiwillig gesetzlich versichern lassen. Dazu ist normalerweise ein gesonderter Vertrag nötig. Ob du den bei deiner bisherigen Krankenkasse oder bei einer anderen Krankenkasse machst ist dir frei überlassen.

mfg,
U
 
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Gast1

Gast
Ergänzung zu MisterU:

Zur Krankenkasse:
Wenn man nicht mehr über die Familienversicherung versichert ist muss man sich freiwillig gesetzlich versichern lassen. Dazu ist normalerweise ein gesonderter Vertrag nötig. Ob du den bei deiner bisherigen Krankenkasse oder bei einer anderen Krankenkasse machst ist dir frei überlassen.

Im Bezug von ALG II ist der Bezieher übers Jobcenter krankenversichert, das Jobcenter bezahlt die Krankenversicherungsbeiträge. Ja, und man bleibt bei der gleichen Krankenkasse.
 

Flodder

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MisterU meinte:
Ich denke, dass bei dir ALG2 Anspruch besteht, da deine Eltern nicht mehr unterhaltspflichtig sind nachdem du deine erste Ausbildung abgeschlossen hast. Wichtig ist, dass du einen eigenen (Unter-)Mietvertrag hast und bei Bedarfsgemeinschaft immer angibst, dass du deine eigene BG bildest.
Da die TE unter 25 ist, bildet sie per Gesetz (SGB II) automatisch eine BG mit den Eltern. Das heißt, das Einkommen der Eltern wird auf das ALG II angerechnet.
 
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bienchen12

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Danke erstmal für die Antworten. Hätte mir das echt nicht so kompliziert vorgestellt. Vor allem in meiner momentanen, psychischen Situation kann ich dieses "pampige" und "extreme unter Druck setzen" gar nicht gebrauchen.

Wenn ich diese EGV nicht unterschreibe und letztendlich die Maßnahmen verweigere, muss ich dann direkt klagen oder läuft das geregelter ab?

Und kann ich das ALG II von heute auf morgen einfach kündigen?
 
G

Gast1

Gast
Wenn ich diese EGV nicht unterschreibe ...

Wenn Du dem Sachbearbeiter (SB) sagst, dass Du die EGV nicht unterschreibst, erlässt er sie als Verwaltungsakt. Beispiele für Verwaltungsakte: Bußgeldbescheide, Baugenehmigungen, Verkehrsschilder. Ein Verwaltungsakt ist also ohne Dein Zutun (Deine Unterschrift) rechtsgültig und für Dich bindend.

Deswegen solltest Du dem SB sagen, dass Du den Inhalt der EGV mit ihm aushandeln willst. Deswegen sagst Du den SB, dass Du die EGV vor Deiner Unterschrift prüfen willst, und dass Du deswegen einen Zeitraum von 10 bis 14 Tagen benötigst. In dieser Zeit erstellst Du einen Gegenvorschlag zur EGV und lässt diesen dem SB nachweislich zukommen.

Wenn Du Glück hast, geht er auf Deinen Gegenvorschlag ein, wenn nicht kriegst Du die EGV als Verwaltungsakt aufgedrückt.

Gegen eine EGV als Verwaltungsakt kannst Du Widerspruch einlegen. Gegen eine von Dir unterschriebene EGV ist der Widerspruch unzulässig.

Der WIderspruch gegen eine EGV als Verwaltungsakt hat aber keine so genannte aufschiebende Wirkung. Das bedeutet, so lange über Deinen Widerspruch nicht entschieden ist, musst Du Dich an die EGV als Verwaltungsakt halten, ansonsten riskierst Du eine Sanktion (Geldkürzung).

...und letztendlich die Maßnahmen verweigere ...
Maßnahmen können Dir folgendermaßen zugewiesen werden:

a) über eine EGV, die Du unterschreibst

b) über eine EGV als Verwaltungsakt oder

c) über ein gesondertes Zuweisungsschreiben.

..., muss ich dann direkt klagen oder läuft das geregelter ab?
Bevor Klage erhoben werden kann, muss in der Sache erst einmal 1. Widerspruch von Dir eingelegt und 2. der Widerspruch durchs Jobcenter abgelehnt worden sein.

Und kann ich das ALG II von heute auf morgen einfach kündigen?

Du kannst Dich jederzeit aus dem Leistungsbezug abmelden. Allerdings ist es dann m.E. nicht unwahrscheinlich, dass das Jobcenter dann wissen will, warum Du den Leistungsbezug beendest.
 

bienchen12

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Du kannst Dich jederzeit aus dem Leistungsbezug abmelden. Allerdings ist es dann m.E. nicht unwahrscheinlich, dass das Jobcenter dann wissen will, warum Du den Leistungsbezug beendest.

Naja, muss ich denen das sagen? Ich hatte nämlich im Juli vor zu reisen, hab das auch schon alles vorher geplant. (Da wusste ich das mit der KV ua. noch gar nicht)

Wie machen die anderen das denn, die nicht zur Maßnahme gehen? Das verstehe ich nicht so ganz. Sorry für die evtl. blöden Fragen, aber das komplette Gebiet ist mir neu und für mich noch unverständlich. Habe sonst auch niemanden, an wen ich mich bei Fragen wenden kann.
Mir wurde gesagt, dass es beim Antrag sowieso noch Bearbeitungszeit gibt und ich erstmal "Ruhe" hab. Ich habe auch keine Ahnung was da auf mich zukommt.
 
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Gast1

Gast
Naja, muss ich denen das sagen? Ich hatte nämlich im Juli vor zu reisen, hab das auch schon alles vorher geplant. (Da wusste ich das mit der KV ua. noch gar nicht)

Du kannst auch im Leistungsbezug bleiben, wenn Du verreisen willst. Allerdings musst Du vorher a) einen Antrag beim Jobcenter auf so genannte Ortsabwesenheit stellen und b) muss dieser vom Jobcenter genehmigt werden. Du hast Anspruch auf insgesamt 21 Kalendertage Ortsabwesenheit pro Kalenderjahr. Alles Weitere kannst Du diesem Link hier entnehmen (Achtung, Amtsdeutsch):

https://www3.arbeitsagentur.de/web/..._ba.sid=L6019022DSTBAI378542#anhang_subdoc_B1

(Anhang B1)

Vorteil bei einer genehmigten Ortsabwesenheit: Du bist während der Ortsabwesenheit übers Jobcenter krankenversichert. Wenn Du Dich hingegen aus dem Leistungsbezug abmeldest, musst Du Dich selber krankenversichern.

bienchen12 meinte:
Wie machen die anderen das denn, die nicht zur Maßnahme gehen?

Die kriegen entweder eine Sanktion oder keine Sanktion reingedrückt, teilweise klagen sie vor dem Sozialgericht, wenn sie wegen einer Maßnahme eine Sanktion bekommen haben. Dreh- und Angelpunkt bei einer Zuweisung in eine Maßnahme ist der Vertrag zwischen Dir und dem Maßnahmeträger. Du bist zwar rein theoretisch nicht verpflichtet, diesen Vertrag zu unterschreiben, aber die Jobcenter werten die Nichtunterschrift unter so einen Vertrag als Nichtantritt der Maßnahme, was sie in Form einer Sanktion ahnden. In diesen Maßnahmeverträgen stehen aber oftmals unzumutbare Klauseln drin, die es dem Leistungsbezieher eigentlich nicht erlauben, so einen Vertrag zu unterschreiben.

Zu den Sanktionen:

Wenn Du unter 25 Jahre alt bist, und Du weigerst Dich trotz Zuweisung / EGV / einen EGV-Verwaltungsakt eine Maßnahme anzutreten, kürzt Dir das Jobcenter Deinen Regelsatz für die Dauer von 3 Monaten um 100%, Miete wird weiterbezahlt, Du bist weiterhin krankenversichert.

Beim 2. Pflichtverstoß gegen eine Zuweisung / EGV/ einen EGV-Verwaltungsakt innerhalb von 12 Monaten erhältst Du gar kein ALG II mehr (keine Mietkosten, kein Regelsatz, Krankenkasse wird nicht mehr bezahlt) für die Dauer von 3 Monaten.

bienchen12 meinte:
Das verstehe ich nicht so ganz. Sorry für die evtl. blöden Fragen, aber das komplette Gebiet ist mir neu und für mich noch unverständlich.

Das macht doch nix. Dafür sind Erwerbslosenforen wie dieses ja da.

bienchen12 meinte:
Mir wurde gesagt, dass es beim Antrag sowieso noch Bearbeitungszeit gibt und ich erstmal "Ruhe" hab. Ich habe auch keine Ahnung was da auf mich zukommt.
Man wird Dir als nächstes eine EGV zur Unterschrift vorlegen. Beachte aber hierbei § 15 SGB II:

§ 15 Eingliederungsvereinbarung

(1) Die Agentur für Arbeit soll unverzüglich zusammen mit jeder erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person die für die Eingliederung erforderlichen persönlichen Merkmale, berufliche Fähigkeiten und die Eignung feststellen (Potenzialanalyse). Die Feststellungen erstrecken sich auch darauf, ob und durch welche Umstände die berufliche Eingliederung voraussichtlich erschwert sein wird.

(2) Die Agentur für Arbeit soll im Einvernehmen mit dem kommunalen Träger mit jeder erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person unter Berücksichtigung der Feststellungen nach Absatz 1 die für ihre Eingliederung erforderlichen Leistungen vereinbaren (Eingliederungsvereinbarung)...
Ein "Absatz" in einem Gesetztext wird immer mit einer Ziffer eingeleitet, also z.B. (1) oder (2) usw.

Ergo: Ohne Potentialanalyse darf mit Dir keine EGV abgeschlossen werden.
 
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Gast1

Gast
Nachtrag: Bienchen, Du kannst außerdem in Form eines "Angebots" einer Maßnahme zugewiesen werden, siehe hier z.B. hier:

https://www.elo-forum.org/weiterbil...snahme-per-pzu-erhalten-richtig-vorgehen.html

Das Wort "Angebot" gaukelt in diesem Zusammenhang dem Zugewiesenen die Freiwilligkeit der Teilnahme an der Maßnahme vor, aber so ist es eigentlich nicht: Denn in dem "Angebot" ist stets eine Rechtsfolgenbelehrung drin, und die droht mit einer Sanktion, falls der Zugewiesene die Maßnahme nicht antritt, abbricht oder Anlass zum Abbruch gibt.
 

bienchen12

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Vielen Dank für die Antworten. Ich bin froh, dieses Forum gefunden zu haben. Hier wird einem wirklich geholfen. Allerdings habe ich immer noch Bauchschmerzen, wenn ich an das ganze denke.
Finden solche Maßnahmen eigentlich 5x in der Woche statt? Und wie schnell wird man in sowas gesteckt?
Ich finde einiges was ich hier lese echt unmöglich und traue mir das in meiner momentanen, psychischen Situation gar nicht zu. Bin seit Oktober 2016 wegen Depressionen in Therapie und ich glaube, solche Dinge ziehen mich eher runter als alles andere. Das wirkt sich sicherlich wieder auf meine Gesundheit aus. Vor allem, weil man beim JC hartnäckig sein muss. Da ich von niemandem Unterstützung bekomme, bin ich auf mich allein gestellt und muss wahrscheinlich alles in diesem Forum erfragen.

Ich hoffe, dass ich da schnellstmöglich wieder raus komme. Ich brauche einfach nur einen 450€ Job, wovon ich die KV zahlen kann, dann kann ich mich wieder vom JC verabschieden.

Muss ich bei der Beantragung morgen (bzw heute) irgendwas beachten? Ich werde auf keinen Fall irgendwas unterschreiben und alles schön mitnehmen. Soll ich die "nicht relevanten Daten" gar nicht erst angeben, damit ich nur postalisch erreichbar bin? Oder erstmal alles brav mitteilen und dann (postalisch? Mail?) die daten löschen lassen?
 
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Gast1

Gast
Vielen Dank für die Antworten.

Gern geschehen.

Finden solche Maßnahmen eigentlich 5x in der Woche statt?
Das ist unterschiedlich. Es gibt Vollzeit-, aber auch Teilzeitmaßnahmen. Oder auch Maßnahmen, wo man 1 oder 2 Mal pro Woche zum Gespräch mit einem Bewerbungscoach muss.

Und wie schnell wird man in sowas gesteckt?
Auch das ist unterschiedlich.

Ich finde einiges was ich hier lese echt unmöglich und traue mir das in meiner momentanen, psychischen Situation gar nicht zu. Bin seit Oktober 2016 wegen Depressionen in Therapie und ich glaube, solche Dinge ziehen mich eher runter als alles andere.
Wichtig: Wenn Du im Antrag auf ALG II verneinst, dass Du mindestens 3 h pro Tag arbeiten kannst, bekommst Du kein ALG II.

Das wirkt sich sicherlich wieder auf meine Gesundheit aus. Vor allem, weil man beim JC hartnäckig sein muss. Da ich von niemandem Unterstützung bekomme, bin ich auf mich allein gestellt und muss wahrscheinlich alles in diesem Forum erfragen.
Gibt es in Deiner Stadt oder Deinem Landkreis oder in der nächstgelegenen Stadt eine Erwerbsloseninitiative? Google mal danach. Und Du kannst in diesem Forum nach einem Beistand für Meldetermine beim Jobcenter suchen, und zwar hier:

https://www.elo-forum.org/suche-biete-begleitung-arge-jobcenter/

Ich hoffe, dass ich da schnellstmöglich wieder raus komme. Ich brauche einfach nur einen 450€ Job, wovon ich die KV zahlen kann, dann kann ich mich wieder vom JC verabschieden.
Du solltest Dich unbedingt bei Deiner Krankenkasse informieren, wie hoch Dein monatlicher Krankenkassenbeitrag wäre, wenn Du Dein Einkommen u. a. über einen Minijob bestreiten würdest, ohne dabei ALG II zu beziehen. Ich könnte mir vorstellen, dass man dann von Dir mehrere hundert Euro Krankenkassenbeitrag pro Monat haben will. Dann lohnt sich der Minijob nur, wenn Du daneben ALG II beziehst.

Weil das Jobcenter Deine Krankenkassenbeiträge übernimmt.

Muss ich bei der Beantragung morgen (bzw heute) irgendwas beachten? Ich werde auf keinen Fall irgendwas unterschreiben und alles schön mitnehmen.
Achte darauf, dass man Dir auf Deinen Antrag auf ALG II einen Stempel mit dem Datum des Tages, an dem Du den Antrag im Jobcenter abgeholt hast, anbringt. Der dient als Nachweis des Datums Deiner Antragsstellung. Durch Deine Vorsprache beim Jobcenter um den Antrag abzuholen gilt Deine Vorsprache als Antragstellung.

Wenn Du den Nachweis dafür hast, dass Du bereits diesen Monat den Antrag auf ALG II durch den Erhalt der Antragsunterlagen gestellt hast (durch den Datumsstempel in Deinem Antrag), muss das Jobcenter Dir auch für den Monat Februar ALG II bezahlen. Denn die Antragsstellung auf ALG II wirkt auf den jeweiligen Monatsersten zurück.

Du solltest den Antrag als noch diesen Monat stellen, um auch für diesen Monat ALG II zu bekommen.

Soll ich die "nicht relevanten Daten" gar nicht erst angeben, damit ich nur postalisch erreichbar bin? Oder erstmal alles brav mitteilen und dann (postalisch? Mail?) die daten löschen lassen?
Die Angabe der eigenen Telefonnummer und einer Emailadresse sind freiwillig. Du musst diese Felder im Antrag nicht ausfüllen. Wenn das Jobcenter Dich deswegen anspricht, teile ihm mit, dass Du keine telefonische Erreichbarkeit und Erreichbarkeit per Mail wünscht, und dass Du alles nur auf schriftlichem Wege regeln willst, abgesehen von den Meldeterminen im Jobcenter.

Hintergrund: Deine Kontaktdaten werden vom Jobcenter in die Jobbörse der Agentur für Arbeit eingetragen. Dort suchen Arbeitgeber nach Personen, die arbeitslos sind. Wenn Deine Kontaktdaten auch Deine Telefonnummer und Emailadresse beinhalten, die Du beim Jobcenter hinterlegt hast, wirst Du unvermittelt von gewissen Arbeitgebern (vor allem von Zeitarbeitsfirmen) angerufen bzw. angemailt, nachdem zwischen Dir und diesen Arbeitgebern Vermittlungsvorschläge in der Jobbörse erstellt worden sind, aber bevor Du die Vermittlungsvorschläge per Post erhalten hast. Dadurch wirst Du überrumpelt. Du musst aber ausreichend Zeit haben, Vermittlungsvorschläge auf deren Zumutbarkeit hin überprüfen zu können.

Du musst aber nur auf Vermittlungsvorschläge reagieren, die Dir per Post zugestellt oder im Jobcenter überreicht worden sind.
 
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skorpi1958

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Moin,
Sie schreibt doch die ganze Zeit das Sie in Behandlung ist, Depression und Therapie.
Wenn Sie eine Arbeitsunfähigkeit vorlegt , wie verhält sich das dann bei ALGII ?
Schützt Sie das nicht vor irgendwelchen Maßnahmen ?

Drücke die Daumen Skorpi
 
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Gast1

Gast
Wenn Sie eine Arbeitsunfähigkeit vorlegt , wie verhält sich das dann bei ALGII ? Schützt Sie das nicht vor irgendwelchen Maßnahmen ?

Sehr wahrscheinlich schützt sie das vor Maßnahmen.

Aber sie sollte keine AU dem Jobcenter vorlegen, die eine Dauer von einem halben Jahr hat. Dann nämlich kommt das Jobcenter auf die Idee, sie zum Sozialamt abzuschieben, damit sie von dort Leistungen nach dem SGB XII (Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung) erhält.

Beim Bezug von Sozialhilfe nach dem SGB XII sind aber die Zuverdienstgrenzen noch schlechter als wenn sie ALG II beziehen würde. Beim Bezug von Sozialhilfe zieht das Sozialamt 70% des Zuverdiensts ein. Bei ALG II sind die ersten 100 € des Zuverdienstes frei (darf man behalten); darüber, bis 1000 €, darf man 20% des Zuverdienstes behalten.

Bienchen sollte bei Antragstellung im Jobcenter aber auch nicht grade mit einer kurzfristigeren AU-Bescheinigung wedeln, weil vielleicht kommt dann das Jobcenter auf die Idee sie aufs Sozialamt zu verweisen, was nur Rennerei bedeuten würde: Sie müsste dann beim Sozialamt eine so genannte Negativbescheinigung besorgen (aus der hervorgeht, dass das Sozialamt nicht für sie zuständig ist) und diese dem Jobcenter vorlegen, damit das Jobcenter ihr dann doch ALG II bewilligt.

Wenn Bienchen aber tatsächlich längerfristig krank ist (mindestens ein halbes Jahr) und nicht in der Lage ist mindestens 3 h pro Tag zu arbeiten (aus der Sicht eines Facharztes, also Psychiaters), und der Arzt ihr das bescheinigt, sollte sie den Gang zum Sozialamt in Betracht ziehen.
 

bienchen12

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Hallo,

nachdem ich Freitag erfolglos blieb (war beim falschen Jobcenter. Hier in der Gegend ist das etwas kompliziert, da alles in mehreren Städten verteilt ist), wollte ich heute eigentlich zum richtigen. Dieses hat aufgrund von Karneval allerdings zu. Und auch Dienstag ist es nicht geöffnet (allerdings nicht wegen Karneval, das ist immer Dienstags geschlossen.) Jetzt habe ich natürlich ein Problem, weil ich eigentlich gehofft hatte, das Geld rückwirkend für Februar zu bekommen. Kann man das auch anders machen? Vielleicht per Mail? Wäre um rasche Hilfe dankbar

Schöne Karnevalstage
 

MisterU

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Es ist egal an welchem Jobcenter du deinen Antrag stellst. Sobald dein Antrag bei irgendeinem Jobcenter ankommt, gilt sie als gestellt. Das Jobcenter ist dann verpflichtet, dein Antrag an die richtige Stelle weiterzuleiten. Sie werden dich aber wahrscheinlich versuchen abzuwimmeln mit "falsche Dienststelle", "Unterlagen unvollständig" usw. Du musst aber darauf bestehen, dass du dein Antrag abgibst. Die vollständigen Unterlagen kann man auch später nachreichen.

Wenn du es sicher haben willst: nochmal per Fax, per bezeugter Briefkasteneinwurf, per E-Mail oder persönlich bei irgendeinem anderen Jobcenter beantragen.
 

bienchen12

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Sie werden dich aber wahrscheinlich versuchen abzuwimmeln mit "falsche Dienststelle", "Unterlagen unvollständig" usw.

Genau das war dann wohl mein Fehler. Bin allerdings auch noch nicht arbeitslos gemeldet und dachte, dass ich die Unterlagen erst vor Ort bekomme, wenn das erledigt ist. Bin gerade am überlegen wie ich das noch geregelt bekomme. Online vielleicht? Man kann ja soweit ich weiß einen Account anlegen und sich auch arbeitslos melden. Aber ob das dann auch zählt, ist die andere Frage. Die Dame bei der ersten Stelle war sehr unkooperativ. Habe ihr gesagt, dass ich das gerne trotzdem dort machen würde und sie ist knallhart geblieben.
 
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Gast1

Gast
Bienchen, online kannst Du keinen Antrag auf ALG II stellen. Das geht übrigens bei ALG I auch nicht. Man kann sich aber online arbeitssuchend melden bei der Agentur für Arbeit. Mit dem Status "arbeitssuchend" hat man aber keinen Antrag auf ALG I oder ALG II gestellt.

Wenn Du die Antragsunterlagen ans Jobcenter faxen würdest, dann könnte es sein, dass das Jobcenter von Dir verlangt Deinen Antrag im Original nachzureichen, weil es der Meinung ist, dass es die Originalunterschriften auf Deinen Antragsunterlagen braucht. Aber vielleicht erkennt es dann wenigstens an, dass Du den Antrag noch im Februar gestellt hast.

Per Post den Antrag zu schicken könnte äußerst knapp werden um noch den Anspruch auf ALG II für den Monat Februar zu wahren. Am besten wäre es den ausgefüllten Antrag, wie MisterU vorschlägt, beim Jobcenter in den dortigen Briefkasten noch im Februar zu werfen, aber unter Beisein eines Zeugen.

Wenn es sich bei Deinem Jobcenter nicht um eine so genannte Optionskomme* handelt, kannst Du Dir die Antragsunterlagen hier herunterladen:

https://www.arbeitsagentur.de/content/1463061318106#1463061318477

Du wirst aber wahrscheinlich auf dieser Seite nicht wissen, welche Anträge Du ausfüllen musst und welche nicht. Deswegen ist die Vorsprache im Jobcenter zwecks Antragsstellung sinnvoll, weil man Dir dann die richtigen Formulare mitgibt.

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* Was ist eine Optionskommune?

Ein Jobcenter wird entweder in Zusammenarbeit zwischen der Bundesagentur für Arbeit und der jeweiligen Kommune betrieben, dies werden "gemeinsame Einrichtungen" genannt. Die Mehrzahl der bundesweiten Jobcenter sind "gemeinsame Einrichtungen".

Es gibt aber Jobcenter, in die die Bundesagentur für Arbeit nicht involviert ist, sondern diese Jobcenter werden allein durch die jeweilige Kommune betrieben. Diese Jobcenter werden Optionskommunen genannt.

Optionskommunen verwenden andere Antragsformulare als die "gemeinsamen Einrichtungen". Oben habe ich Dir den Link zu den Antragsformularen der "gemeinsamen Einrichtungen" genannt.

Hier kannst Du nachschauen, ob Deine Kommune eine Optionskommune ist:

framekfz
 

MisterU

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Die AfA hat seit neuestem ein neues Online-Portal, und so wie ich es lese kann man dort tatsächlich online den Antrag ausfüllen und auch abschicken.

Zur Sicherheit würde ich aber trotzdem ein formloses Schreiben dem Jobcenter zwecks Fristwahrung zukommen lassen. Den richtigen Antrag samt Nachweise und so kann man auch später nachreichen.
 

yukiko

Accountproblem bitte Admin informieren.
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lade dir die ALG II Unterlagen online runter:
  • Hauptantrag ~> 4 Seiten
  • EK Erklärung ~> 2 Seiten
  • evtl. EKS Erklärung ~> auch nochmal 2 oder 4 Seiten
  • Antrag auf Sozialticket ~> 1 Seite
druck dir alles doppelt aus und füll auch alles doppelt aus. Die erste Version reichst du nachweisbar ein mit Stempel/Unterschrift/Datum des Eingangs auf einem Duplikat für deine Unterlagen.

Das Wichtigste ist, dass das Datum drauf ist, denn ab diesem beginnt die Antragstellung evtl auch rückwirkend für den noch laufenden Monat ~> also wenn du noch Anspruch für Februar hast, dann beeil dich :welcome:

MisterU meinte:
Die AfA hat seit neuestem ein neues Online-Portal, und so wie ich es lese kann man dort tatsächlich online den Antrag ausfüllen und auch abschicken.
Davon würde ich dringend abraten, ausschließlich PAPIER schwarz auf weiß ist relativ "Wahres".
 
G

Gast1

Gast
Die AfA hat seit neuestem ein neues Online-Portal, und so wie ich es lese kann man dort tatsächlich online den Antrag ausfüllen und auch abschicken.

Kann mir nicht vorstellen, dass das möglich ist. Da könnte ich ja online für meinen Nachbarn einen Antrag auf ALG II stellen. Weil, wie soll das Jobcenter wissen, dass der Antragsteller nicht jemand anders ist?

Will damit sagen: Es gibt noch kein elektronisches Authentifizierungsverfahren für die Bürger, wie es bei Elster Online der Fall ist.

Zur Sicherheit würde ich aber trotzdem ein formloses Schreiben dem Jobcenter zwecks Fristwahrung zukommen lassen. Den richtigen Antrag samt Nachweise und so kann man auch später nachreichen.
Das sollte auch gehen, denn irgendwo im SGB X (?) steht, dass Anträge nicht an eine gewisse Form gebunden sind, meine ich zu wissen.
 
Status

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