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Fragen zu Vermittlungsvorschläge und Antrag a. Bewerbungskostenerst.

Petite Biscuit

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#1
Hallo zusammen,

ich habe verschiedene Fragen, habe mich schon hier durch verschiedene Themen gelesen und bin trotzdem nicht viel schlauer als vorher.

Mein SB schickt mir seit Ende letzten Jahres Schnitt pro Monat etwa acht bis zehn VV. Trotz dass ich mich ausschließlich via Email bewerbe, plane ich rückwirkend ab Januar 2016 die Erstattung der Bewerbungskosten zu beantragen und zwar nur für die Bewerbungen auf die VV. Listen werden von mir geführt und alle erhaltenen Absagen sowie gesendeten Email gespeichert. Eine aktuelle EGV liegt im Moment nicht vor. Wie genau gehe ich jetzt vor?

Wie sieht es mit diesbezüglich mit Bewerbungen aus, auf die man gar keine Antwort erhalten hat? Was reicht da als Nachweis?

Gibt es eigentlich eine maximale Anzahl an VV oder ist man da der Willkür des jeweiligen SB "ausgeliefert"?

Wenn ich mich auf einen VV fristgemäß bewerbe, eine Einladung erhalte, ich auf meinen vorherigen Fahrtkostenantrag nachweislich (d. h., dass ich -weil es schnell gehen musste- per Email eine Antwortbestätigung angefordert habe, aber nie eine bekam und auch seit ein paar Wochen sonst keine Reaktion darauf seitens SB) keine Antwort erhalte und das Vorstellungsgespräch deshalb nicht zustande kommt- wie hoch würdet ihr die Wahrscheinlichkeit einschätzen, dass dann eine Anhörung bei mir eintrudelt?

Danke euch und viele Grüße, Petite Biscuit
 

swavolt

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#2
Was entstehen dir für Kosten?
Muss du Bewerbungsliste drucken?
E-Mail Absagen ausdrucken?
Schickst du die Antwortbögen der VV mit der Post oder gibts du sie bei Meldeterminen ab?

Gibts da eine Regelung in deinen EGVs dazu?

Bekommst du überhaupt irgendwelche Kosten erstattet?
 

Vidya

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#3
Hallo zusammen,Mein SB schickt mir seit Ende letzten Jahres Schnitt pro Monat etwa acht bis zehn VV. Trotz dass ich mich ausschließlich via Email bewerbe, plane ich rückwirkend ab Januar 2016 die Erstattung der Bewerbungskosten zu beantragen und zwar nur für die Bewerbungen auf die VV. Listen werden von mir geführt und alle erhaltenen Absagen sowie gesendeten Email gespeichert. Eine aktuelle EGV liegt im Moment nicht vor. Wie genau gehe ich jetzt vor?
Du brauchst einen Blamko- Antrag auf Bewerbungskosten. Hast du einen ? Dann im Anhang alle VV in Tabelle zum Antrag eintragen dazu die ausgefüllten Antwortformulare der VV (ggf aktualisieren, sofern da doch noch eine Absage kam) anheften, dann chronlogisch ordnen - neuester oben. auch so auf Deinen Listen aufführen und eintragen .Dann machst du Pakete - Alle VV Antwortformulare für einen Monat zusammenheften und Deine Monatsauflistung dazu oben drauf . dann hast Du acht Pakete -August zuletzt. Dann kommt der Erstattungsantrag mit Tabellen dazu oben drauf. Im Antrag schreibst Du: die Anzahl der Seiten, welche Du als Anhang beifügst. Schreibst auch noch rein: Die Bewerbungen wurden auch vorab per Mail an SB versendet. Falls Du keinen Antrag da hast, dann kannst Du den allgemeinen Vordruck in diesem Anhang nehmen, den kann dein SB dann sogar amtlich ergänzen.

Wie sieht es mit diesbezüglich mit Bewerbungen aus, auf die man gar keine Antwort erhalten hat? Was reicht da als Nachweis?
Da würde ich Dir raten, die Sendeprotokolle der Mailbewerbungen an die Antwortfomulare zu heften oder - wahlweise auf einer extra Seite einkopieren - mit Nummern versehen und den Tabellen im Antrag ebenso zuordnen.
 

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Vidya

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#4
Gibt es eigentlich eine maximale Anzahl an VV oder ist man da der Willkür des jeweiligen SB "ausgeliefert"?
Besser jeden Monat die Erstattung der VV beantragen, dann ist das Vermittlungsbudget aufgebraucht und es ist meistens Ruhe dann damit. Eigentlich sind aber 10 VV unverhältnismaßig, denn im Regelsatz ist kein Geld für die vorherige Finanzierung von ggf. 10 Vorstellungsgesprächen - im kurzem Abstand - vorgesehen.
Bei einem Budget von 260 Euro im Jahr sind 4 VV im Monat eher die Regel - falls du 5 Euro pro VV bekommen solltest. Jedoch bei Mail-Bewerbungen ist das meist weniger. Da musst dann auch mehr VV Bewerbungen leisten. Das ist meist dann so. Auf jeden Fall sind es Eigenbemühungen auch wenn es VV sind. Du hast Dich darauf beworben und dies ist eine Eigenleistung.

Wenn ich mich auf einen VV fristgemäß bewerbe, eine Einladung erhalte, ich auf meinen vorherigen Fahrtkostenantrag nachweislich (d. h., dass ich -weil es schnell gehen musste- per Email eine Antwortbestätigung angefordert habe, aber nie eine bekam und auch seit ein paar Wochen sonst keine Reaktion darauf seitens SB) keine Antwort erhalte und das Vorstellungsgespräch deshalb nicht zustande kommt- wie hoch würdet ihr die Wahrscheinlichkeit einschätzen, dass dann eine Anhörung bei mir eintrudelt?

Danke euch und viele Grüße, Petite Biscuit
Das kommt auf den Einzelfall an - ob Dir die vorherige Finanzierung der Fahrtkosten zuzumuten war oder der AG ggf. fußläufig zu erreichen gewesen wäre. Hierbei wäre es auch immer besser , den AG um eine Verschiebung des Vorstellungsterminsper Mail zu bitten,:wink: mit dem Hinweis auf die noch ausbleibende Reaktion Deiner SB .Sagt der AG dann freundlich und mit Bedauern per Mail ab -dann kannst du ggf. dem SB die Schuld in die Schuhe schieben -und hast noch eine Reaktion des AG erhalten. Meistens sind SB, die so viele VV auf einmal vergeben, meistens auch auf Sanktionsmöglichkeiten erpicht. Es kommt auch darauf an, wie Dein SB gestrickt ist und wie Du bisher mit dem ausgekommen bist - und wie sehr der unter Erfolgsdruck steht .Deshalb schwierig zu sagen. Meine Erfahrung : Je mehr Antworten der AG und Vorstellungsgespräche Du auf die VV vorweisen kannst - um so weinger Chancen und Motivation hat der SB - nach Anhörungen einzelner VV Patzer - Sanktionen zu verhängen. Aber das ist meine Erfahrung.
 
E

ExitUser

Gast
#5
Bewerbungskosten müssen nicht jedes Mal zuvor beantragt werden!! Auch dann nicht ,wenn es in der EinV so steht!

https://openjur.de/u/169328.html
BSG 12. Mai 2011 B 11 AL 25/10 R
Rz 13
2. Der geltend gemachte Anspruch scheitert nicht an fehlender oder verspäteter Antragstellung (§ 323 Abs 1, § 324 Abs 1 SGB III). Den tatsächlichen Feststellungen des LSG, das im angefochtenen Urteil ergänzend auf die von der Beklagten vorgelegten Verwaltungsunterlagen Bezug genommen hat, ist zu entnehmen, dass der Kläger bereits am 8.12.2006 bei der Beklagten Leistungen zur UBV beantragt und dass ihm die Beklagte daraufhin ein Antragsformular übersandt hat. Unter diesen Umständen kann auf sich beruhen, inwieweit die später formularmäßig eingereichten Anträge vom 13.12. und 19.12.2006 zeitlich vor Eintritt des jeweils leistungsbegründenden Ereignisses iS des § 324 Abs 1 Satz 1 SGB III (Vorstellungsgespräche vom 13. bzw 19.12.2006) bei der Beklagten eingegangen sind. Denn insoweit ist zugunsten des Klägers auf § 6 der Anordnung des Verwaltungsrats der BA zur UBV (Anordnung UBV) vom 10.4.2003 (ANBA 2003, 731) abzustellen, wonach eine einmal erfolgte Antragstellung bis zur Aufnahme einer Beschäftigung, Berufsausbildung oder der Einstellung der Vermittlungsbemühungen wirksam ist und für alle bis dahin entstehenden Aufwendungen für Bewerbungen oder Fahrten die Voraussetzungen des § 324 SGB III erfüllt sind (ebenso auch Schlaeger, info also 2007, 99, 101 f, 103).
Auch:
Der Vorbehalt ("sofern Sie diese zuvor beantragt haben") widerspricht den Anforderungen gemäß § 15 SGB II i.V.m. § 53 ff SGB X an eine verbindlich zu treffende Leistungszusage und ist damit unzulässig.
Unabhängig davon ist dieser Vorbehalt auch deshalb unzulässig, weil er nicht im Ermessen des JC liegt. § 37 SGB II sieht keinen gesonderten Antrag auf Leistungen aus dem Vermittlungsbudget (§ 16 Abs. 1 SGB II i.V.m. § 44 SGB III) vor. Antrag auf diese Leistung ist damit bereits dem Grunde nach mit dem Hauptantrag gestellt (B14/7b AS 12/07 R, B14/11 AS 17/07 R), die Geltendmachung des Anspruches erfordert somit lediglich den Nachweis der anspruchsbegründenden Voraussetzungen, hier das Entstehen von Bewerbungskosten. Ein gesonderter Antrag ist ebensowenig erforderlich wie eine vorherige Antragstellung. Und mangels gesetzlichem Emessen hat das JC nicht das Recht, etwas Abweichendes festzulegen.
https://openjur.de/u/341450.html
"Das Jobcenter unterstützt Ihre Bewerbungsaktivitäten durch Übernahme von angemessenen und nachgewiesenen Kosten für schriftliche Bewerbungen nach Maßgabe des § 16 Abs. 1 SGB II i. V. m. § 45 SGB II, sofern Sie diese zuvor beantragen (Erstattungen erfolgen nur nach Vorlage von Originalquittungen)."

Mit dieser Regelung hat der Antragsgegner keine Bestimmung im Sinne des § 15 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 SGB II über die Erstattung von Bewerbungskosten getroffen. Abgesehen davon, dass eine unzutreffende Rechtsgrundlage genannt wird (einschlägig wäre § 16 Abs. 1 SGB II i. V. m. § 45 SGB III), lässt die gewählte Formulierung unter Verwendung des unbestimmten Rechtsbegriffs der Angemessenheit völlig offen, ob und ggf. in welcher Höhe die Kosten für schriftliche Bewerbungen erstattet werden. Letztlich wird lediglich eine Prüfung des zu stellenden Kostenerstattungsantrags anhand der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen in Aussicht gestellt. Selbst wenn diese Bestimmungen zutreffend benannt worden wären, wäre der Adressat des Verwaltungsakts nicht in die Lage versetzt worden, die Voraussetzungen und die Höhe des ihm zustehenden Anspruchs festzustellen. Denn § 45 SGB III spricht lediglich von der Erstattung angemessener Kosten, einer erforderlichen Entscheidung des Leistungsträgers über den Umfang der zu erbringenden Leistungen und die Möglichkeit der Festlegung von Pauschalen. Der Antragsteller ist durch fragliche Regelung auch beschwert, da sie ihm die Verpflichtung zur vorherigen Beantragung der Kostenerstattung auferlegt und sie zudem in Verbindung mit den weiteren Regelungen dazu führt, dass der Antragsteller die erforderlichen Eigenbemühungen mit entsprechendem Kostenrisiko durchzuführen hat.
 

Petite Biscuit

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#6
Hallo und Guten Abend :icon_smile:

erst einmal ein großes Dankeschön für all eure Antworten. Ihr habt mir sehr geholfen :icon_daumen:

vorgestern habe ich alle VV-Antwortschreiben plus die wahlweise Arbeitgeber-Antworten oder nur die von mir gesendete Email plus einer langen Liste zusammen mit dem Antrag auf Bewerbungskostenerstattung als kleines Päckchen (immerhin fast 60 Seiten insgesamt :icon_hihi: ) abgegeben.
Pro Email-Bewerbung hatte ich einen Euro angedacht und bei Be- oder Nicht-Bewilligung um einen schriftlichen Bescheid gebeten. Die Liste war auch mit diversen Anmerkungen gespickt; zum Beispiel wenn es Unklarheiten gab. Ob es etwas bringen wird, weiß ich nicht. Auf jeden Fall hatte ich heute wieder eine dieser voreiligen Einladungen von einer ZAF, von denen mir schon jetzt schwant, dass ich wahlweise morgen oder Anfang nächster Woche wieder VVs bekommen werde. Auch auf diese werde ich mit den Anträgen reagieren.

Heute Nachmittag kam dann nochmal per Email eine Reaktion von meinem SB. So, wie es aussieht, werde ich die Kosten wohl bewilligt bekommen.

@Vidya:
Hatte den Thread hier nicht vergessen :wink: Danke dir auch nochmal für die Links im Fremd-Thread.

Viele Grüße :)
 
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