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Fragen zu Forderungen seitens eines Inkassos

amd_user

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#1
Hallo,

ich versuche es mal kurz und knackig zu erklären. Wir sind eine BG und beziehen gemeinsam ALG2. Meine Lebensgefährtin hatte vor einigen Jahren mal Schulden bei einem Mobilfunkanbieter angehäuft.Dieser hatte das dann mal an BFS Risk weitergegeben. Es konnte nicht gezahlt werden. Dies geht nun schon einige Jahre so. Forderung hat sich nun quasi verdoppelt, durch die Zinsen etc. Zu unserer Sicherheit hatten wir das damals an unsere Schuldnerberatung weitergegeben, diese führt nun seit langem mit denen den Schriftverkehr. Auch wurde ein durch uns gegebeness Vergleichsangebot von der Inkasso abgelehnt. Es laufen dadurch nun weiter Zinsen auf und es wird nur Ratenzahlung angeboten (aktuell auch wieder), was wir ja durch das wenige Geld nicht aufbringen können.

Gibt es da Möglichkeiten, dem erstmal entgegenzuwirken, sodass es nicht noch unnötig teurer wird?

Danke
 

axellino

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#2
AW: Fragen zu Forderungen seitens InfoScore - vorher BFS Risk als Inkasso

Guten Morgen,

Meine Lebensgefährtin hatte vor einigen Jahren mal Schulden bei einem Mobilfunkanbieter angehäuft.Dieser hatte das dann mal an BFS Risk weitergegeben.
Ich gehe jetzt mal im weiteren Verlauf davon aus, das die Forderung durch MB+VB tituliert wurde.

Dies geht nun schon einige Jahre so. Forderung hat sich nun quasi verdoppelt, durch die Zinsen etc.
Wenn tituliert, dann ist dieser titulierte Betrag erstmal für euch ausschlaggebend, alles was darüber hinaus an Zinsen und Kosten aufgelaufen ist und geltend gemacht wird, müsste geprüft werden, ob ggfls. verjährt oder ob überhaupt berechtigt, wie z.B. geltend gemachte Inkasso Fantasiegebühren.
Ausgenommen wären Kosten der Zwangsvollstreckung, die aufgrund des Titels angefallen sind, diese Kosten unterliegen einer Verjährung von 30 Jahren § 197 Abs. 6 BGB alle anderen Zinsen und Kosten (so denn überhaupt berechtigt) unterliegen der Regelmässigen Verjährungsfrist von 3 Jahren § 195 BGB.

Um dazu weiter etwas sagen zukönnen, müsste man eine aktuelle Forderungsaufstellung des Inkassos sehen oder ebend Infos haben, wann tituliert und was geschah alles daraufhin und wann, was die Verjährung ggfls. hemmen oder ggfls. neu beginnen lassen würde. Zwangsvollstreckungsmassnahmen § 212 Abs. 1 S. 2 BGB, intensive Vergleichsverhandlungen § 203 BGB etc.

Stellt sich raus das Forderungsbestandteile über den Titel hinaus verjährt sind, ist die Einrede der Verjährung gegenüber dem Gläubiger einzulegen und unberechtigte Fantasiekosten des Inkassos sind zu widersprechen.

Gibt es da Möglichkeiten, dem erstmal entgegenzuwirken, sodass es nicht noch unnötig teurer wird?
Auf eine titulierte Forderung laufen leider nunmal Zinsen und Kosten auf, die aber wie beschrieben, bis auf Kosten der ZV, der regelmässigen Verjährung unterliegen, insofern müsste der Gläubiger versuchen, sich diese Zinsen und Kosten separat titulieren zulassen, damit dies nicht geschehen kann.
Gegen gerichtliche Kosten aufgrund von Vollstreckungsmassnahmen des Gläubigers, die weiterhin auflaufen könnten, kann man sich nicht wehren, auch wenn diese Massnahmen einen als sinnlos erscheinen mögen, er kann Vollstreckungshandlungen aufgrund des Titels vornehmen, wie er lustig ist um an seine berechtigte Forderung zukommen, wobei er sicherlich ein Auge drauf wirft, ob er diese vorgestreckten Kosten ggfls.überhaupt jemals vom Schuldner wieder bekommen wird.
Eine sogenannte Schadensminderungsobliegenheit des Gläubigers § 254 Abs. 2 BGB greift bei gerichtlichen Kosten die im rahmen von Vollstreckungshandlungen entstehen nicht, bei geltend gemachten aussergerichtlichen Kosten sehe das wiederum ggfls. wieder anders aus.

Auch wurde ein durch uns gegebeness Vergleichsangebot von der Inkasso abgelehnt.
Im ganzen müsste also ein für euch tragbarer Vergleich her und ggfls.auch langfristig tragbarer, wobei beim Bezug von Sozialleistungen wohl schwierig.

Ich kenne natürlich euer abgegebenes Vergleichsangebot nicht und auch nicht die Höhe der Forderung, aber vielleicht könnte man hier nochmals anknüpfen und ggfls. ein wenig nachlegen um ggfls. ein Vergleich zustande zu bekommen, dafür bräuchte man aber mehr Infos von Euch, damit dann ggfls. auch User @Inkasso etwas zu schreiben kann, der sich damit auch gut auskennt.

VG
axellino
 

amd_user

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#3
Vielen Dank erstmal für die Ausführungen. Ich habe das damals von meiner Lebensgefährtin übernommen bzw. die Finanzen und das managen dieser. Habe eben auch die Unterlagen rausgekramt, zumindest, das was sie sich aufgehoben hat (einiges war ja, bevor wir uns kannten). Ich versuchs mal zusammenzufassen (und auch richtig zu interpretieren):
Mai 2010 hat der Mobilfunkanbieter die Resforderung von knapp 340 € an BFS risk übergeben. Daraus wurde ein Gesamtbetrag von über 423 Euro (am höchsten schlug da die Inkassovergütung von 81 Euro zu).

Im September 2010 kam dann über eine Anwaltskanzlei noch mal die Info dass Mahnbescheid ausgehändigt wurde (habe den derzeit nicht zur Hand). Betrag war dann über 540 Euro. Da meine Lebensgefährtin wohl mit der Post etwas "offener" umging, kann ich das nur soweit zurückverfolgen. Es muss wohl zwischenzeitlich mal was gezahlt worden sein, weil der aktuelle Forderungsstand bei knapp 500 Euro liegt. Wir bzw. meine Lebensgefährtin werden/wird darin aufgefordert, eine Mindestrate von 20 Euro zu zahlen monatlich.

Was den Vergleich betrifft von damals, weiss ich den Betrag nicht mehr genau, aber es wurde auf 75 % der Gesamtforderung gesetzt, glaube um die 300 oder bissel mehr. Dies wurde ja abgelehnt seitens des Inkasso.

Eine Forderungsaufstellung werde ich umgehend noch anfordern, sofern diese nicht bei der Schuldnerberatung schon liegt.

Ich hoffe das war jetzt "kurz" genug. Suchen halt nach Möglichkeiten, das endlich los zu werden, ohne dass es noch teurer wird und auch so dass es finanziell machbar wäre und sich lohnt.
 

axellino

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#4
Im September 2010 kam dann über eine Anwaltskanzlei noch mal die Info dass Mahnbescheid ausgehändigt wurde (habe den derzeit nicht zur Hand).
Also man sollte hier schon genau rausfinden, ob die Forderung durch MB+VB tituliert wurde und wann das war und in welcher Höhe. Info vom Anwalt, MB ausgehändigt, könnte ja ggfls. auch ein grosses flunkern von ihm gewesen sein.

Nicht tituliert, dann könnte der ganze Schmarn hier, ggfls. schon längst verjährt sein, was ich mir ja eigentlich nicht vorstellen kann, da hier ja eine Schuldnerberatung mit im Boot sitzt, aber auch in dieser Hinsicht habe ich schon die dollsten Storys gehört.:wink:

Eine Forderungsaufstellung werde ich umgehend noch anfordern, sofern diese nicht bei der Schuldnerberatung schon liegt.
Das solltest Du dann auch machen, eine Forderungsaufstellung bereinigt um verjährte Zinsen und Kosten anfordern und ggfls. meldest Du dich daraufhin hier wieder, wenn ebend die Schuldnerberatung bis dahin, noch nix zu euren Gunsten reissen konnte.
 

amd_user

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#5
Danke dir erstmal. Forderungsaufstellung ist schon angefordert. Mal schauen, wie lange die sich Zeit lassen. Das mit MB + VB (musste erst genau googlen was VB heisst), bringe ich auch noch in Erfahrung (zumindest glaube ich, dass ein MB existiert). Habe mich da heute erst genau hinter geklemmt, weil mich das nervt mit dem Inkasso. Die Schuldnerberatung ist eigentlich top, bin durch diese (eine vom DRK) auch vor langem schuldenfrei geworden. Sofern ich alle restlichen Infos habe, melde ich mich hier sicher noch mal.

Das doofe ist ja immer, die geben so kurze Fristen, was Zahlungen angeht. Vom Schreiben bis Eingang der ersten Rate geben die gerade mal 10 Tage Zeit. Werden erstmal noch um Aufschub bitten, bis wir alles erforderliche haben.
 

axellino

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#6
Vom Schreiben bis Eingang der ersten Rate geben die gerade mal 10 Tage Zeit.
Nicht unter Druck setzen lassen und sich selbst auch nicht, erstmal ist die gesamte Forderung zu überprüfen. Und wenn die ein Ratenzahlungsangebot gemacht haben, dann werden die das zu einen späteren Zeitpunkt sicher nochmals machen, falls diese Frist hier verstreichen sollte.
Ihr lebt von Sozialleistungen und bei euch gibt es eh nix zuholen, somit kann und wird der Gläubiger froh sein, wenn er überhaupt Kohle von euch sieht.

Ich würde hier aufjedenfall erstmal keine Rate zahlen und auch nix unterschreiben.
Ihr würdet damit sofort die Forderung, in der vom Inkasso geltend gemachten Höhe anerkennen.

Erstmal überprüfen das ganze und sich Überblick darüber verschaffen
 
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