Fragen zu einer Gegendarstellung (1 Betrachter)

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BFBeast666

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Hallo!

Ist mein erster Post hier und leider komme ich mit einem Großbrand daher, der gelöscht werden muß.

Ich bin de facto blind (bekomme Blindengeld und habe auch die vollen 100% GdB), werde aber vom jobcenter Köln nach wie vor wie ein Normalsehender behandelt. Meine SB scheint es einfach nicht zu kapieren. Bisher habe ich immer gute Miene zum bösen Spiel gemacht, aber kürzlich ist die Situation leider eskaliert. Ich bekomme mit schöner Regelmäßigkeit Jobangebote im Call-Center-Bereich, auf die ich mich dann per e-Mail bewerben soll. Es gehört ja zum guten Ton einer E-Mail-Bewerbung, sich vorher über die Parameter des Jobs zu erkundigen, also mache ich das auch, insbesondere ob die Arbeitsplätze überhaupt sehgeschädigtengerecht sind. Bei meinem lezten Telefonat muß ich etwas angefressen geklungen haben, was mir aber nicht bewußt war. Die Dame am anderen Ende hat mich freunlich darauf hingewiesen, daß ihre Firma keine sehgeschäidgtengerechten Arbeitsplätze besäße und es auch nicht sinnig sei, sie für eine Kurzzeittätigkeit einzurichten. Also war die Sache für mich erledigt, ich schrieb eine E-Mail an meine Sachbearbeiterin und wartete also au den nächsten Schrieb.

Samstag morgen (27. August) finde ich eine ganze Wagenladung Briefe vom Jobcenter in meinem Briefkasten, inklusive einer Androhung einer 30%-Sanktion, weil ich angeblich "das Telefongespräch sabotiert und so ein Zustandekommen des Arbeitsverhältnisses von vorneherein zunichte gemacht habe". Ich habe angeblich bis zum 4. September Zeit, eine Gegendarstellung abzuliefern.

Meine Fragen dazu:
1. Ist die Zeit überhaupt fristgerecht? Sollte ich nicht mindestens zwei Wochen Zeit haben, um auf die Vorwürfe Stellung zu nehmen?

2. Im Telefongespräch mit der Personaldame wurde mir ja klargemacht, daß es eh keinen Sinn machen würde, mich einzustellen - darf da der Gesprächston überhaupt als Aufhänger für eine Sanktion dienen? Ich bin jetzt neun Jahre arbeitslos, habe in der Zeit keinen Termin verpennt, jede noch so dämliche Maßnahme mitgemacht und bekomme gleich einen derartig dicken Klatscher? Das ist doch nicht verhältnismäßig!!

3. Irgendwelche Tipps, was ich in die Gegendarstellung schreiben sollte?

Es tut mir leid, gleich so mit der Tür ins Haus zu fallen, aber ich weiß mir solo keinen Rat mehr und das Zeitfenster ist zu knapp, um noch ein neues augenärztliches Attest bzw. einen Beratungstermin bei einer Beratungsstelle vor Ort zu kriegen.
 
G

gast_

Gast
Kannst du das Schreiben anonymisiert einstellen?

Das ist doch nicht verhältnismäßig!!
JC Mitarbeiter verstehen - zu oft unmöglich!

Ich denke, spätestens vor dem Sozialgericht bekommst du dein Recht.
 

Speedport

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Der Gesprächston muß erst mal bewiesen werden und das düfte dem/der SB bei einem Telefongespräch schwerfallen. Außerdem weiß man nie, welche Mimose am anderen Ende der Leitung sitzt. Es gibt ja auch Leute, die sind bei jeder Gelegenheit aus Prinzip "verletzt".
Bestreite die Vorwürfe, Du kannst Dir überhaupt nicht erklären, wie es zu einer solchen Aussage kommen konnte. Vermutlich hatte Dein Gesprächspartner einen schlechten Tag, Du hast Dir jedenfalls nicht vorzuwerfen.

Daß Deine "Verdienste" in der Vergangenheit keine Rolle spielen, solltest Du spätestens jetzt verinnerlichen.
Hättest Du in der Vergangenheit bei einem gegebenen Anlaß der/dem SB seine Grenzen gezeigt, wäre er vermutlich jetzt vorsichtiger gewesen.

Stelle Dich aber schon mal aufs SG ein, spätestens dort solltest Du Dein Recht erhalten.
 

BFBeast666

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Sowas in der Art hab ich ja schon in meiner vorläufigen Fassung der Gegendarstellung stehen, Speedport. Ich bräuchte jetzt erstmal dringend noch eine Woche Aufschub, um die benötigten Papiere beizuschaffen - der nächste freie Termin bei einem für mich erreichbaren Augenarzt ist nächsten Montag, und ich habe eben nur bis kommenden Sonntag (!) Zeit, die Gegendarstellung einzureichen. Gibt's irgendwelche kurzfristigen Möglichkeiten, das Zeitfenster auszudehnen?

Ich pack hier mal rein, was mir als Gegendarstellung vorschwebt:
---snip---
Sehr geehrte XY

hiermit mache ich von meinem Recht Gebrauch, eine Gegendarstellung zu den in Ihrem Schreiben vom 25. August 2011 erhobenen Anschuldigungen abzugeben.

Punkt eins: Bei dem Telefonat hat es sich mitnichten um ein
Bewerbungsgespräch gehandelt, die Bewerbung sollte laut Ihrem
Schreiben vom 17. August per e-mail erfolgen. Da es zum guten Stil
einer e-mail-Bewerbung gehört, wollte ich mich vorab informieren, ob der Arbeitsplatz, an dem ich ggf. hätte arbeiten sollen, überhaupt für jemanden mit starker Sehschädigung tauglich ist und mich nebenbei noch nach einigen weiteren Parametern der Stelle (inbound/outbound, Bezahlung, Schulung) erkundigen.
Was für einen Sinn macht es denn, sich auf eine Stelle zu bewerben, in der ich nicht arbeiten kann? Das beigelegte Attest meines Augenarztes sollte klarmachen, daß für mich ein Computer-Arbeitsplatz ohne entsprechende Hilfsmittel nicht brauchbar ist. Um Blindengeld zu empfangen, wie es bei mir seit Mitte letzten Jahres der Fall ist, darf der Sehrest einen Wert von zwei Prozent nicht überschreiten. Nach geltender Gesetzeslage (§ 72 SGB XII) bin ich blind. Das bedeutet im günstigesten Fall und je nach Einsatzgebiet, daß mein PC-Arbeitsplatz mit einem Bildschirm in 25- bis 27-Zoll-Format nebst Vergrößerungssoftware oder mit einer Sprachausgabe ausgestattet sein müßte. Letzteres gestaltet sich bei einer Call-Center-Tätigkeit als eher schwierig, da ich dann auf einem Ohr das Telefon-Headset und auf dem anderen Ohr gleichzeitig die konstant brabbelnde Sprachausgabe hätte.

Punkt zwei: Ich empfand das Telefongespräch mit Frau XY als sehr angenehm und entspannt. Da ich von einem informellen
Informationsgespräch ausgegangen bin, kann es sein, daß mein Tonfall etwas ins Flapsige abgerutscht ist. Nachdem Frau Kropmanns mich darüber informiert hatte, daß ihre Firma keine sehgeschädigten-gerechten Arbeitsplätze besitzt und es auch nicht sinnig sei, sie für eine dreimonatige Aushilfsstelle anzuschaffen, waren wir meinem Verständnis nach übereingekommen, daß es für mich nicht nötig wäre, weitere Schritte in Richtung Bewerbung zu unternehmen.

Sollte ich bei Frau XY als "verärgert" in Erinnerung geblieben sein, dann mag das mit der Tatsache zu tun haben, daß ich ein weiteres für mich nicht brauchbares Jobangebot erhalten habe. Im weiteren Verlauf des Gespräches hat mich Frau Kropmanns außerdem gefragt, warum ich mich - obwohl ich keine der im Stellenangebot geforderten Qualifikatonen besitze - überhaupt bei ihr gemeldet habe, Also habe ich ihr nur die Wahrheit gesagt.

So gut ich es auch finde, daß ich in den letzten zwei Monaten mehr
Jobangebote bekommen habe, als in den neun Jahren davor, würde ich es sehr schätzen, wenn besagte Jobangebote auch auf meine
Leistungsfähigkeit zugeschnitten sind. Und um nochmal auf den Anfang dieser Gegendarstellung zurückzukommen: Ich bin blind. Ich werde allerdings wie ein normaler Arbeitssuchender behandelt. Das ist nicht richtig. Ebenso unpassend finde ich, daß mir nach nur einem angeblich unfreundlichen Telefongespräch - in dessen Verlauf sich ohnehin gezeigt hat, daß die Firma wegen meiner Sehschädigung keine Verwendung für mich hätte - gleich mit Sanktionen gedroht wird.


Mit freundlichen Grüßen
 

Speedport

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Sowas in der Art hab ich ja schon in meiner vorläufigen Fassung der Gegendarstellung stehen, Speedport. Ich bräuchte jetzt erstmal dringend noch eine Woche Aufschub, um die benötigten Papiere beizuschaffen - der nächste freie Termin bei einem für mich erreichbaren Augenarzt ist nächsten Montag, und ich habe eben nur bis kommenden Sonntag (!) Zeit, die Gegendarstellung einzureichen. Gibt's irgendwelche kurzfristigen Möglichkeiten, das Zeitfenster auszudehnen?
Dann schreibe doch, daß die eingeräumte Zeit für eine Antwort zu kurz ist, was u.a. auch auf Deine Behinderung zurückzuführen ist. Ich könnte mir auch nicht die Frage verkneifen, ob dieser spezielle Zeitdruck auf einen Schwerbehinderten aus Sachzwängen erfolgt und welche Gründe das sonst sind.
 

Scarred Surface

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... in meiner vorläufigen Fassung der Gegendarstellung stehen, ...
Den Begriff "Gegendarstellung" würde ich nicht verwenden. Du hast eine Anhörung nach § 24 SGB X bekommen. Dementsprechend würde ich genau das (plus Datum) in den Betreff des Antwortschreibens setzen und meine Stellungnahme mit den Worten "... zu Ihrem genannten Schreiben vom 25.08.2011 nehme ich wie folgt Stellung:" einleiten.


Ich bräuchte jetzt erstmal dringend noch eine Woche Aufschub, um die benötigten Papiere beizuschaffen ...
Die Frist ist zwar in der Tat sehr kurz, aber wozu einen Aufschub? Warum willst Du Dir die Mühe mit einem augenärztlichen Attest machen? -> imho unnötig. Du hast mit Sicherheit einen Behindertenausweis mit entsprechendem Merkzeichen. Der sagt doch alles Nötige aus. Also eine Kopie davon Deiner Stellungsnahme beifügen und fertig.


Nach dem vorletzten Absatz würde ich noch folgenden Passus einfügen:

"Sie unterstellen, dass ich durch mein Verhalten das Zustandekommen eines Beschäftigungsverhältnises verhindert hätte. Das ist - unabhängig von der von Frau X möglicherweise empfundenen Unhöflichkeit - objektiv falsch.

Richtig ist, dass ein Beschäftigungsverhältnis in keinem Fall zustande gekommen wäre, da bei der Firma EUI Ltd. keine meiner Sehbehinderung entsprechenden Arbeitsplätze vorhanden sind und eine Einrichtung derartiger Arbeitsplätze auch nicht beabsichtigt ist. Insofern kann ich auch nichts "verhindert" haben.

Somit liegt kein Sanktionstatbestand nach § 31, Abs. 1, Satz 2 SGB II vor."
 

jockel

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BFBest666,

was macht eigentlich der Integrationsfachdienst für Dich, um eine behindertengerechte Arbeit in Wohnortnähe zu bekommen?

Ich weiß jetzt nicht, ob meine Infos barrierefrei bei Dir ankommen und Du sie auch bedienungsmäßig nutzen kannst. Deshalb habe ich vor einem Link noch den Begriff Hyperlink formuliert.

Ich probier es mal, Dir zu helfen.

Das Internet ist gespickt mit Java-, Javasscript-, css- und php-Programmteilen, die die optische Aufmachung einer Internetseite verschönen.

Das Problem: Die Braille-Übersetzungsprogramme von Sehschwachen und Blinden können damit nicht umgehen. Wenn eine Internetseite barrierefrei sein soll, dann möglichst nur im astreinen HTML-Code.

Bei anderen Behindertengruppen verhindert diese Programmteile die Bedienbarkeit von Schaltflächen. Auch Internetseiten mit Frames machen Behinderten Probleme. Am besten eine Internetseite besteht nur aus HTML und ist aus einem Guß - z.B. frame- und flashfrei. Statt der Frames sollte man die Seiteninhalte in Tabellen unterbringen, um sie zu trennen.

Gehe einmal im Internet auf die Seite von Rehadat.

Hyperlink - REHADAT - Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation

Dort gibt es eine spezielle Datenbank, wo Unternehmen und Integrationsprojekte nach Bundesländern gelistet sind. Da könnte man gezielt versuchen, diese Unternehmen oder Projektbetreiber zu kontaktieren und nach einer Arbeitsmöglichkeit zu befragen, die die Behinderungsart berücksichtigt.

Die Datenbank findet man auf der Startseite von Rehadat unter dem Begriff Adressen.

Bist Du dann in der Datenbank:

Gebe als Schlagwort Integration ein und in Bundesland den Namen Deines Bundeslandes ein und nun bekommst Du von der Datenbank eine ausgefilterte Liste ausgespuckt, wo Du nur noch die Firmen und Betreiber rauspickst, die in Deiner Nähe sich befinden. Die kontaktierst Du.

Ich wünsche Dir, daß das vielleicht weiterhilft und endlich mal zu einem Treffer führt.

Wenn Du einen Telefonarbeitsplatz von einem seriösem Callcenter haben willst, dann versuche Mal eine Dozentin für Dialogmarketing zu kontaktieren.

Hyperlink - Elsbeth Pohl-Roux | Telekommunikation

Postadresse: - https://www.klosterbuch.com/kontakt.html

Die Frau Pohl-Roux - eben diese Dozentin - hat sich auf Arbeitsplatzeinrichtung für sehgeschädigte und blinde Arbeitskräfte spezialisiert und sie ausgebildet. Sie hat im bayerischen Rosenheim und in Sachsen spezialisierte Callcenter eingerichtet und ganz gezielt mit seh- bzw. blinden Arbeitskräften besetzt und sie in die Handhabung mit den Programmen und der Technik eingewiesen. Sie kennt Kontakte zur Wirtschaft.

Wenn ich das auf Ihrer Internetseite richtig verstehe, dann hat Sie auch eine Arbeitsgruppe Business-Angel aufgebaut oder sieht sich selbst als solcher.

Unternehmen itCampus Software- und Systemhaus GmbH Leipzig

Hyperlink - itCampus Group: Startseite

Auch beim barrierefrei kommunizieren ist sie zu finden

Hyperlin - barrierefrei kommunizieren! - Bundesweites Kompetenz- und Referenzzentrum

Es gibt auch spezielle Arbeitsförderzentren für Sehschwache und Blinde. In einer Entfernung meines Wohnorts von ca. 75 km in Chemnitz gibt es z.B. das SFZ Chemnitz Förderzentrum und Bildungswerk - Hyperlink Home

Solche spezialisierten Einrichtungen muß es doch auch in Deiner Wohnortnähe geben.

Frage auch mal bei den Berufsförderwerken und beim VdK an, ob die Dir Ansprechmöglichkeiten nennen können.

Hyperlink - Die Deutschen Berufsförderungswerke Startseite

Sozialverband VdK Deutschland - Willkommen beim Sozialverband VdK!
 

BFBeast666

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Danke, Scarred Surface, das ist genau die Art von Munition, die ich gebraucht habe. Werde das Schreiben heute noch aufsetzen, ausdrucken und morgen früh gleich in die Post damit.

Jokel: Der IFD Köln besteht aus exakt einer Person und ich stehe da seit zwei Jahren auf der Warteliste. Es gibt zwar in Düren ein BHW, aber ich sehe meine Chancen, dort eine meiner Qualifikation (Abiturient, Informatiker) entsprechende Weiterbildung oder Umschulung zu erhalten, als null und nichtig an.
 

Muzel

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"ich möchte diesen Vorwurf an dieser Stelle auch ausdrücklich zurückweisen."
So äußern sich Behörden, wenn man ihnen Fehlverhalten vorwirft. Mehr täte ich auch nicht zu den Vorwürfen schreiben, die man dir gemacht hat. Je mehr man zu haltlosen Vorwürfen schreibt, desto angreifbarer macht man sich.
 

Foederalist

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Danke, Scarred Surface, das ist genau die Art von Munition, die ich gebraucht habe. Werde das Schreiben heute noch aufsetzen, ausdrucken und morgen früh gleich in die Post damit.

Jokel: Der IFD Köln besteht aus exakt einer Person und ich stehe da seit zwei Jahren auf der Warteliste. Es gibt zwar in Düren ein BHW, aber ich sehe meine Chancen, dort eine meiner Qualifikation (Abiturient, Informatiker) entsprechende Weiterbildung oder Umschulung zu erhalten, als null und nichtig an.
Ich denke, Du wirst keine Probleme kriegen. Der Arbeitgeber hat halt schriftlich dem Jobcenter diese Rückmeldung gegeben. Der SB kann das ja nicht einfach ignorieren und wegzuwerfen als würde dieser Vorwurf nich existieren, sonder dafür gibt es ja die Möglichkeit der Anhörung. Wenn Du das in der Anhörung schreibst, was Du hier geschrieben hast, dann dürfte das für Dich normalerweise erledigt sein.

Der IFD in Köln hat echt nur eine Person??? Da hat ja der IFD in jeder mittleren Stadt mehrere Mitarbeiter. Auch aufgrund der Homepage des IFD Köln und der darauf angebotenen vielfältigen Angebote und Fachdienste kann ich mir eine Besetzung von nur einer Person für eine Millionenstadt nur schwer vorstellen. Aber wenn es so ist (Du weißt es ja mit Sicherheit aus eigener Erfahrung) dann ist das für Köln sicherlich skandalös.

Was mich auch überrascht: Du bist als Informatiker seit 9 Jahren arbeitslos? Auch wenn Du nahezu blind bist, sind doch eigentlich die Voraussetzungen recht gut (einen behinderungsgerechten Arbeitsplatz einzurichten durch den entsprechenden Reha-Träger, oder evtl. durch Integrationsamt, dürfte eigentlich kein Problem sein). Nach einer so langen Zeit der Arbeitslosigkeit wird zugegebenermaßen Deine Qualifikation nicht mehr aktuell sein. Sind in der Vergangenheit schon Qualifizierungsmaßnahmen von Seiten Arbeitsagentur/Jobcenter/DRV etc. unternommen worden? Ist schonmal ein Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben gestellt worden?
Wieso schätzt Du die Chancen einer Qualifizierung über das BHW als "null und nichtig" ein?
 

JürgenK

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Man sind die Behindert beim JC????:icon_neutral:Oder was???:icon_evil:


Wie stellen die sich das vor,als Callcenter Agent zu arbeiten mit Sehbehinderung.

Wo man viel lesen muss und mit Computer arbeiten muss.Wie soll das gehen mit deiner Sehbehinderung????


Wäre genau so als wenn jemand eine Stelle vorgeschlagen bekommt als Nachtkurierfahrer für irgend welche Zeitungen auszufahren.Und der oder die jenige ist Nachtblind.

Also spätestens beim SG wird das JC gefragt ob sie nicht mehr alle Tassen im Schrank haben.
 

jockel

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Danke, Scarred Surface, das ist genau die Art von Munition, die ich gebraucht habe. Werde das Schreiben heute noch aufsetzen, ausdrucken und morgen früh gleich in die Post damit.

Jokel: Der IFD Köln besteht aus exakt einer Person und ich stehe da seit zwei Jahren auf der Warteliste. Es gibt zwar in Düren ein BHW, aber ich sehe meine Chancen, dort eine meiner Qualifikation (Abiturient, Informatiker) entsprechende Weiterbildung oder Umschulung zu erhalten, als null und nichtig an.
1 Person beim IFD Köln - einer weltbekannten Stadt wie Köln ist doch ein Lacher. Wo leben denn die?

Immer noch im Mittelalter?

Was hat der Mensch für einen Stellenwert in Köln?
 

jockel

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Der IFD ist nicht Leistungsträger.
Doch, da er als Auftraggeber gegenüber spezialisierten Ausstatter-Drittfirmen behindertengerechte Arbeitsplätze einzurichten hat und Fördermittel dafür ausreicht. Ansonsten läuft dasselbe über das Integrationsamt.
 

jockel

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Man sind die Behindert beim JC????:icon_neutral:Oder was???:icon_evil:


Wie stellen die sich das vor,als Callcenter Agent zu arbeiten mit Sehbehinderung.

Wo man viel lesen muss und mit Computer arbeiten muss.Wie soll das gehen mit deiner Sehbehinderung????


Wäre genau so als wenn jemand eine Stelle vorgeschlagen bekommt als Nachtkurierfahrer für irgend welche Zeitungen auszufahren.Und der oder die jenige ist Nachtblind.

Also spätestens beim SG wird das JC gefragt ob sie nicht mehr alle Tassen im Schrank haben.
Doch Callcenterarbeit geht für Sehschwache und Blinde mit Braillelesegerät und speziellen Tastaturen. Das Seförderzentrum in Chemnitz bildet Leute auch aus bzw. besagte Dozentin für Telekommunikation in Leisnig (Landkreis Mittelsachsen).
 

JürgenK

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Doch Callcenterarbeit geht für Sehschwache und Blinde mit Braillelesegerät und speziellen Tastaturen. Das Seförderzentrum in Chemnitz bildet Leute auch aus bzw. besagte Dozentin für Telekommunikation in Leisnig (Landkreis Mittelsachsen).

Ja......



Wo wir wieder beim Thema sind.

Wer trägt die Kosten dafür????Der Arbeitgeber,oder das JC?????

Gute Frage wer die Kosten trägt.Kann man sich an einer Hand abzählen wer die trägt.


Es sei den er würde Zuschüsse aufgrund seiner Behinderung seitens des JC bekommen.Was ich aber nicht glaube weil sie ja angehalten werden zu sparen.

Und der Arbeitgeber würde niemals die Kosten tragen oder alleine tragen wollen.
 

jockel

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Ja......



Wo wir wieder beim Thema sind.

Wer trägt die Kosten dafür????Der Arbeitgeber,oder das JC?????

Gute Frage wer die Kosten trägt.Kann man sich an einer Hand abzählen wer die trägt.


Es sei den er würde Zuschüsse aufgrund seiner Behinderung seitens des JC bekommen.Was ich aber nicht glaube weil sie ja angehalten werden zu sparen.

Und der Arbeitgeber würde niemals die Kosten tragen oder alleine tragen wollen.
Auf Antrag der Leistungsträger.
 
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Was für Stasimethoden sind denn das .. kaum zu fassen.
Geh mal an die Presse damit. :icon_daumen:
Wenn das Callcenter keine Plätze hat wäred das sowieso nicht zustande gekommen. Da sieht man das die VV Stellen gar nicht vorher prüfen. Und somit liegt die Verantwortung wieder beim SB der seinen Job nicht gemacht hat.
Anzeige und Dienstaufsichtbeschwerde gegen den würde ich auch noch stellen, ausnutzen einer Notlage, in dem Fall Santionen verhängen nachdem er Dir einen ungeeigneten VV vorgeschlagen hat.
Bei der Anzeige den entstehenden Schaden durch Sanktion als Schaden angeben wegen vorsätzlicher Sanktionierung.
 

jockel

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Was für Stasimethoden sind denn das .. kaum zu fassen.
Geh mal an die Presse damit. :icon_daumen:
Wenn das Callcenter keine Plätze hat wäred das sowieso nicht zustande gekommen. Da sieht man das die VV Stellen gar nicht vorher prüfen. Und somit liegt die Verantwortung wieder beim SB der seinen Job nicht gemacht hat.
Anzeige und Dienstaufsichtbeschwerde gegen den würde ich auch noch stellen, ausnutzen einer Notlage, in dem Fall Santionen verhängen nachdem er Dir einen ungeeigneten VV vorgeschlagen hat.
Bei der Anzeige den entstehenden Schaden durch Sanktion als Schaden angeben wegen vorsätzlicher Sanktionierung.
Es gibt keine Stasi-Methoden, sondern bis ins Kleinste perfektionierte, perfide, hinterhältige und hinterlistige Büttel- und Lakaienmethoden der bundesdeutschen Arbeitslosenverwahrlosungsanstalten. Wenn schon der Vergleich zu Geheimdienstmethoden gezogen werden muß, dann bitte bleibt bei Eurem eigenem Hausmüll - dem BND und Verfassungsschutz - oder den Betriebsschnüfflern, die die Privatsphäre der AN ausspähen und die Privatdaten über Adreßhandelsfirmen vermarkten.

Versteife Dich mal nicht nur auf die menschenverachtenden Umgangsformen in Callcentern. Die bundesdeutschen, schlechten, neoliberal versauten Unternehmenskulturen in Verwaltungen und Betrieben trifft man flächendeckend überall an.

Du empfiehlst eine Dienstaufsichtsbeschwerde?

Ich frage mich, was da für ein Nutzen für den Beschwerdeführer zu erwarten ist. Keiner. Im Gegenteil, der betreffende angegriffene SB und seine Vorgesetzten werden das nächste Mal in rachsüchtiger Weise noch stärker den jobsuchenden, behinderten Erwerbslosen mit Schikanen bedenken. Sie sitzen am längeren Hebel.

Eine Beschwerde wirkt wie ein Eimer Wasser, mit dessen Inhalt Du eine mißliebige Person übergießen willst, die auf einen Balkon über Dir steht: Du bekommst nach den Gesetzen der Schwerkraft die ganze Brühe auf Deinen eigenen Balg ab. So funktioniert ein kapitalistischer Ausbeutungsstaat. Fühlt man sich als Politik, Wirtschaft oder Bürokratie angegriffen, dann schießt man mit unverhältnismäßig großkalibriger Munition auf Spatzen, um eine Friedhofsruhe zu erzeugen. Der aufmüpfige, ungerecht behandelte Untertan soll's so zu spüren bekommen, damit er es kein zweites Mal versucht, sich zu wehren.
 

JürgenK

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Auf Antrag der Leistungsträger.


Ja auf Antrag.

Die Realität sieht aber anders aus.Und das weiss jeder.


Eine Bekannte hat schon Probleme,das ihre Kinder Geld bekommen damit sie in den Sportverein gehen können.
Wie es ja eigentlich jedem zusteht der die entsprechenden Anträge stellt.

Pustekuchen......nix is,abgelehnt mit einer Saublöden Begründung.
Wiederspruch läuft.

Anträge für jeden Mist gibt es,aber ob du das bekommst ist eine andere Sache.:wink:
 

BFBeast666

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So, mal einen kurzen "Zwischenstand".

Ich hab am Montag, dem 29. August, eine E-Mail mit meiner Stellungnahme an meine SB gemailt, dazu zeitgleich das Ganze nochmal per Post direkt an's JC. Weil mir das Geld gefehlt hat, erstmal als einfacher Brief. Und in einem Anfall von Paranoia am Donnerstag nochmal per Einschreiben + Rückschein. Meine Frist sollte ich also definitiv eingehalten haben. Bis jetzt hat das JC allerdings keinen Piep von sich gegeben.

Wie lange dauert denn so eine "Anhörung"? Würde es Sinn machen, nächste Woche mal direkt bei der Teamleitung anzuklopfen und nachzufragen?

Außerdem überlege ich ernsthaft, eine Dienstaufsichtsbeschwerde wegen Diskriminierung gegen meine SB einzureichen. Wie hoch rechnet ihr meine Chancen diesbezüglich?
 

Scarred Surface

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Meine Frist sollte ich also definitiv eingehalten haben.
Welche Frist? Es war gar keine rechtlich verbindliche Frist einzuhalten.


Würde es Sinn machen, nächste Woche mal direkt bei der Teamleitung anzuklopfen und nachzufragen?
Wozu? Im Idealfall hörst Du in dieser Sache gar nichts mehr vom argen Gesindel. Mach Dich also nicht verrückt, in der Ruhe liegt die Kraft. Einfach abwarten.


Außerdem überlege ich ernsthaft, eine Dienstaufsichtsbeschwerde wegen Diskriminierung gegen meine SB einzureichen. Wie hoch rechnet ihr meine Chancen diesbezüglich?
Auch hier gilt: Erst mal abwarten. Wenn die Sanktion wider Erwarten kommt und/oder trotz Deines jetzigen Schreibens weiterhin Deiner Behinderung unangemessene Stellevorschläge kommen, dann ist die richtige Zeit dafür.
 

BFBeast666

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@Scarred Surface:

guck mal auf das eingescannte Schreiben, Seite 2. Da steht "Reichen Sie den ausgefüllten Antwortvordruck bis spätestens 4. September ein".

Ist das keine rechtsgültige Frist?

Ganz ehrlich? Seitdem ich diese Sanktionsdrohung erhalten habe, habe ich schubweise heftige Zitteranfälle, Herzrasen, Appetitlosigkeit und kann nur noch sehr schlecht schlafen. Es wäre schon schön, wenn ich zumindest einen Wisch kriegen würde, in dem steht, daß das Thema erledigt sei. Ich hab zwar eine Vorladung für den 16. September mit der Sanktionsdrohung erhalten, aber bis dahin zu warten würde mich total kirre machen. Ich bewundere meine Lebensgefährtin, daß sie mich in meinem momentanen Zustand ertragen kann :)
 
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Ja auf Antrag.

Die Realität sieht aber anders aus.Und das weiss jeder.


Eine Bekannte hat schon Probleme,das ihre Kinder Geld bekommen damit sie in den Sportverein gehen können.
Wie es ja eigentlich jedem zusteht der die entsprechenden Anträge stellt.

Pustekuchen......nix is,abgelehnt mit einer Saublöden Begründung.
Wiederspruch läuft.

Anträge für jeden Mist gibt es,aber ob du das bekommst ist eine andere Sache.:wink:
Der Leistungsträger ist das örtliche Integrationsamt; bei entsprechenden Beitragszeiten evtl. die Agentur für Arbeit (das JC ist kein Reha-Träger) bzw. die Deutsche Rentenversicherung.

Vermittlungsvorschläge kommen übrigens nicht zwingend von der /dem zuständigen SB, sondern häufig vom Arbeitgeberservice der Agentur - dieser entscheidet übrigens auch, wesen Name als Absender erscheint.
 
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