Fragen über Fragen!!

Leser in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Desantes

Standard Nutzergruppe
Startbeitrag
Mitglied seit
21 Jul 2005
Beiträge
37
Bewertungen
0
Hallöchen alle miteinander,
ich habe die Möglichkeit mich mit einem ehemaligen Komilitonen selbstständig zu machen und ein Unternehmen zu Gründen.Leider beziehe ich zur Zeit, wie viele Schulabgänger, ALG2. Aus diesem Grund war ich auch letzte Woche bei der AfA um mich über Unterstützungen seitens der AfA zu erkundigen. Ich wurde jedoch herb entäuscht. Die Sachbearbeiterin konnte mir so gut wie keine meiner Fragen fundiert beantworten, was doch schon sehr entäuschend war. Deshalb wollte ich meine Fragen an euch richten um wenigstens ein wenig Licht ans Dunkel zu bekommen.

Da wäre z.B. wie hoch das Einstiegsgeld sein würde? Einige sagen 300€ und andere wiederum unter anderem auch die Beraterin bei der AfA das es nur 50% vom ALG2 wären.

Dann bleibt die Frage offen ob ich nach dem Antrag auf Einstiegsgeld meine Sozialleistungen wie z.B. die Krankenversicherung selber bezahlen muss?

Wird das Einstiegsgeld als Zuschuss gezahlt oder bekommt man ab der Bewilligung nur noch das Einstiegsgeld und kein ALG2 mehr?

Wieviel dürfte ich momentan als Nebenverdienst dazu verdienen ohne das mir etwas gekürzt wird. Nehmen wir mal an ich würde 400€ mit meinem Nebenerwerb verdienen, wieviel würde mir davon bleiben ?

Die Sachbearbeiterin sagte irgendwas davon, das wenn ich das Einstiegsgeld bekäme ich kein ALG2 mehr bekomme und somit höchstens Erweitertes ALG2 beantragen könnte. Jedoch müsste ich das mit der ARGE besprechen. Die wiederrum können mir erst einen termin in 2Woche geben. Was genau bedeutet das erweiterte ALG2?

Wie sieht das mit unserem Umsatz aus wenn wir die momentane GbR zu zweit ausüben. Wird für die Berechnung des Nebenerwerbs der Umsatz durch 2 geteilt? Schliesslich werden wir ja auch jeder einzeln Steuerlich veranschlagt.


Wie Ihr seht sind es ne Menge Fragen. es wäre wirklich super wenn Ihr mir zumindest einige beantworten könntet.

Grüsse

Desantes
 

Desantes

Standard Nutzergruppe
Startbeitrag
Mitglied seit
21 Jul 2005
Beiträge
37
Bewertungen
0
Hallo Silvia,
vielen Dank erstmal für deine schnelle Antwort. Auf die Seiten hatte ich schon geschaut . Jedoch wird dort z.B. nicht auf die Frage der Kosten für z:b. die Krankenkasse eingegangen. Ich konnte auch nicht finden wieviel ich momentan dazu verdienen dürfte. Es wäre supi wenn mir das jemand beantworten könnte.

Grüsse

Desantes
 

Martin Behrsing

Redaktion
Mitglied seit
16 Jun 2005
Beiträge
21.602
Bewertungen
4.414
Bei Selbstständigkeit muss Du deine sozialleistungen selber tragen. Eine verbilligte Aufnahme in die gesetzl. Krankenversicherung geht nur über den Existenzgründzuschuss (Ich-AG). Ansonsten wird immer von einem Mindestgewinn von 1750 EUR ausgegangen. Krankenkasse dann ca. 280 EUR. Allerdings besteht im Gegensatz zur Ich-AG keine Rentenversicherungspflicht, so dass man diese mind. 240 EUR wesentlich sinnvoller anlegen kann.

Besser wäre es, Du würdest erstmal die Selbstständigkeit als Nebenerwerb machen und so langsam Dein Geschäftsfeld ausbauen, denn dieses Einstiegsgeld reicht von vorne bis hinten nicht.

Ich kann nur raten, wirklich ein solides Konzept zu erstellen aus dem man ersehen kann, ob daraus etwas tragfähiges werden kann. Erstelle dies erstmal und dann kann ich mal drüber schauen, ob es wirklich Sinn macht.
 

Desantes

Standard Nutzergruppe
Startbeitrag
Mitglied seit
21 Jul 2005
Beiträge
37
Bewertungen
0
Hallo Martin,
Ich hatte vergessen zu erwähnen das es sich zur Zeit nur um einen Nebenerwerb handelt. Deshalb auch meine Frage ob ich trotzdem noch ALG2 weiter bekomme und eventuell die Krankenkasse selber zahlen muss?
Únser Businessplan ist gerade in der Aufbereitungsphase. Sobald er fertig ist kann ich ihn dir ja mal zukommen lassen.

Grüsse

Desantes
 

Martin Behrsing

Redaktion
Mitglied seit
16 Jun 2005
Beiträge
21.602
Bewertungen
4.414
Wenn Du das ganze als Nebenerwerb machst, bist Du natürlich über die ARGE oder wie die sich sonst so alles schimpfen karnkenversichert. Du erhältst auch ALG2 abzügl. Deines bereinigten Gewinnes. Alos mache mal fertig und ich schaue es mir an. Wichtig sind mir vor allen die Ertragsvorschau, Liquiditätsplanung und die Marktanaylse inkl. Marketingplan (bitte hier auch Zahlen rein sonst hat der kein Wert)
 

Desantes

Standard Nutzergruppe
Startbeitrag
Mitglied seit
21 Jul 2005
Beiträge
37
Bewertungen
0
Hallo Martin,
vielen Dank nochmal für deine Hilfe. Da bin ich ja erstmal beruhigt wenn ich weiterhin Krankenversichert bin.
Was du zufällig auch welchen Betrag ich dazu verdienen dürfte ohne das mir was abgezogen wird z:b. bei einem Gewinn von 400€.
Der Businessplan wird vorraussichtlich noch so ca. 2-3 Wochen dauern, ich hoffe ich kann ihn dir dann trotzdem nochmal zur durchsicht schicken?

Mfg

Desantes
 

zulu

Standard Nutzergruppe
Mitglied seit
1 Sep 2005
Beiträge
115
Bewertungen
6
Wenn man ALG II erhält, ist man KV+RV PFLICHTVERSICHERT!
Und die Beiträge zahlt das Amt.
Wenn man das Einstiegsgeld gem. SGB II § 29 beantragt und bekommt (es ist völlig von der Willkür des Sachbearbeiters abhängig), dann hat man wenigstens ein bisschen Kapital, um sich selbständig zu machen, zB jeden Monat 300,00 Euro ZUSÄTZLICH zum ALG II plus KV plus RV.
Und im Gesetz steht, dass das Einkommen aus selbständiger Tätigkeit auf das ALG II anzurechnen ist, aber ZUVOR werden von dem Einkommen die notwendigen Ausgaben abgezogen.
Sprich:
Umsatz = 1.000,00 Euro im Monat
Notwendige Ausgaben:
Telefon, Werbung, Reisekosten, Bürobedarf, Beratungskosten, Fachliteratur, Entsorgungskosten, was weiss ich = -1.000,00 Euro
Also "anrechenbares Einkommen" gleich null.
Und die KV+RV wird bezahlt und es gibt keinen Ein-Euro-Job und man sitzt nicht zuhause und dreht Däumchen.
Ist doch okay?
 

zulu

Standard Nutzergruppe
Mitglied seit
1 Sep 2005
Beiträge
115
Bewertungen
6
Die Volkswirtschaft macht mich nicht satt!
Klar, ist das vwl-mässig Unsinn.
bwl-mässig aber okay!
Verdien als Selbständiger erstmal 345,00 Euro Regelsatz plus Miete plus KV plus RV - da musste schon tüchtig Umsatz machen und wenig Kosten haben!
 

Desantes

Standard Nutzergruppe
Startbeitrag
Mitglied seit
21 Jul 2005
Beiträge
37
Bewertungen
0
Hallo Zulu,

bekommst du denn zur Zeit das Einstiegsgeld. Ich hab heute nämlich meinen Antrag abgegeben und die Sachbearbeiterin meinte ich bekäme max. 50% von 345€ was ja auf keinen fall über 200€ wären. Würde mich interessieren wieviel du momentan an Einstiegsgeld bekommst und wieviel du ALG2 bekommst?

Mfg
Desantes
 

zulu

Standard Nutzergruppe
Mitglied seit
1 Sep 2005
Beiträge
115
Bewertungen
6
@martin
im Ursprunsthread stand, dass der Frager im ALGII Bezug ist.
Du schreibst, er müsse, wenn er sich selbständig mache, seine soziale Absicherung selbst finanzieren.
Das ist falsch. ALGII (plus KV+RV+Einstiegsgeld) gibt es auch für Selbständige (WENN erwerbsfähig und hilfebedürftig).

@desantes?
Ich bekomme 300,00 Euro Einstiegsgeld, zunächst befristet auf 6 Monate, und bekam den Regelsatz (345) plus KdU (bin selbständig) und WEIL Einstiegsgeld, wird jetzt "fiktives Einkommen aus selbständiger Tätigkeit" vom Regelsatz abgezogen. Super.
Bescheideschreiben=Beamtenbeschäftigungstherapie:

die rechte Hand gibt, die linke Hand nimmt,
aber sie haben sooo viel zu tun ...
 

zulu

Standard Nutzergruppe
Mitglied seit
1 Sep 2005
Beiträge
115
Bewertungen
6
@Martin
noch zur Info (für Dich und alle, die es interessiert).
Es ist richtig, was Du schreibst, dass man als Selbständiger (wenn man freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse ist) seinen KV-Beitrag nach der sogenannten Mindestbeitragsbemessungsgrenze zahlen MUSS (es sei denn, man bekommt ALGII).
Das ist bei allen GKV gleich. Diese liegt in 2005 bei 1.811,25 Euro/Monat.
Also, je nach Beitragssatz der Kasse und je nach Tarif (ob mit oder ohne Krankengeldanspruch) so etwa 260,00 - 320,00 Euro KV+PflV-Beitrag pro Monat. Viel Geld für einen Selbständigen, insbesondere, wenn die Geschäfte mal nicht so gut laufen (warum gibt es inzwischen wohl so viele Selbständige ganz ohne KV-Schutz?!).
Aber, jetzt kommt es:
Wenn man seiner Krankenkasse dann sagt (oder gar schreibt), dass die Geschäfte zur Zeit nicht gut laufen und um einen niedrigeren Beitrag bittet, UND DANN längerfristig krank werden sollte und eigentlich Anspruch auf Krankengeld hätte (dafür hat man ja den höheren Tarif "mit KG" bezahlt), dann sagt die Kasse: Ätsch, tut uns leid, Sie haben uns ja mitgeteilt, dass Ihr Einkommen ... (weniger als 1.811,25 Euro im Monat) beträgt, und wir dürfen Ihnen leider, leider das Krankengeld nur nach iIhrem tatsächlichen Einkommen berechnen. Sollte das Vorjahr gar ein Minus-Jahr gewesen sein, gibt es NULL Krankengeld. Der höhere Tarif (MIT KG-Anspruch) wurde aber gern genommen und, Verschärfung hoch drei, MUSS auch weiterhin bezahlt werden, auch während der Krankheit, denn beitragsfrei ist man nur, wenn man Krankengeld erhält!
("Ätsch" sagt die KV natürlich nicht, jedenfalls nicht laut ...)
Und wer jetzt den Beitrag nicht (mehr) zahlen kann (krankheitsbedingt kein Einkommen und noch nicht einmal Umsatz!), der fliegt nach zwei rückständigen Beiträgen umgehend raus aus der KV und kommt auch bei keiner anderen wieder rein (es sei denn: als ALG II Bezieher ...)
Und das Bundessozialgericht bestätigt diese Praxis auch noch, weil es ein "Bereicherungsverbot" gibt: Im Krankheitsfall soll/darf man nicht besser gestellt sein als im Gesundheitsfall (nur: dann kann man arbeiten und Umsatz machen und ist noch "kreditwürdig" bei der Hausbank - aber wenn gar nichts mehr reinkommt ...?
Dass hat das BSG vergessen, auch Richter sind Beamte ...
Und das nennt sich Sozialstaat und Sozialversicherung.
 

Martin Behrsing

Redaktion
Mitglied seit
16 Jun 2005
Beiträge
21.602
Bewertungen
4.414
@ zulu,

deshalb würde ich auch eher raten, den Krankengeldanspruch privat abzusichern. Überhaupt macht eine gesetzl. Krankenkasse nur dann Sinn, wenn man darüber die anderen Familienmitglieder mit versichert oder es gesundheitl.- oder Altergründe gibt.

Leider können die Krankenkassen auch keine niedrigerne Beiträge anbieten und wenn man einmal raus ist, kommt man auch nicht mehr rein. Es sei denn, man nimmt eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf oder bekommt ALG2.

Noch was. Die gesetzl. kündigen die Mitgliedschaft bei Zahlngsverzug immer zum 15. eines Monatas. Damit weiß dann jede private Versicherung, dass man vorher seine Beiträge nicht mehr zahlen konnte und nehmen einen auch nicht auf.
Als Selbstständiger ist man oft gear.... und wenn man dann noch in bestimmten Berufen tätig ist (z.B. pädaggosich) ist man auch noch automatisch Pflichtmitglied der gesetzl. Rentenversicherung, wo man wieder Geld zum vernichten abgeben muss. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man öfters Zeiten hat, wo man weniger Kohle zur Verfügung hat, wie mit ALG2. Deshalb ist eine wirkliche solide Planung wichtig. Aber selbst dann kann es passieren, dass man Rechnungen nicht bezahlt bekommt und schon hängt man wieder da. Da hilft dann auch Titel was und auch keine Inkassobüro.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Erfahre mehr...