Fragebogen zwecks Kündigung des AG (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

ZweiLeipziger81

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 November 2006
Beiträge
71
Bewertungen
3
Hallo,

mein Mann hat heute vom JC den obengenannten Fragebogen erhalten. Er ist zum Monatsanfang fristlos gekündigt worden, da er seit 1 Monat krankgeschrieben ist (400€ Job)

Nun mein Frage: Frage 4 ist ja "Haben Sie versucht, die Kündigung abzuwenden?" Antwort wollen sie haben, egal ob bei Ja oder Nein. Er hat nichts versucht, weil es ihm sinnlos erschien, da ja er krank ist. Aber wie schreibt man das am besten, ohne Gefahr zu laufen, eine Sanktion zu erhalten? :icon_kinn:

Es lag keine Probezeit mehr vor.
 
E

ExitUser

Gast
Mal völlig abgesehen von der Arbeitsagentur:

Eine fristlose Kündigung dürfte unwirksam sein, allein schon aus formalen Gründen. Für geringfügige Beschäftigungen gelten arbeitsrechtlich (Voraussetzungen für eine Kündigung) genau dieselben Bedingungen wie für SV-pflichtige Beschäftigungen.

Einmal unterstellt, daß es sich um einen Kleinbetrieb handelt, ist kein Kündigungsgrund erforderlich. Die gesetzliche oder vertragliche Kündigungsfrist ist freilich einzuhalten. Solange muß der Arbeitgeber auch Lohnfortzahlung leisten, maximal für sechs Wochen, die hier anscheinend noch nicht abgelaufen sind.

Dein Mann sollte binnen drei Wochen nach Erhalt der Kündigung Kündigungsschutzklage erheben, sofern die Frist noch nicht abgelaufen ist. Heißt "zum Monatsanfang" zum 01. Oktober oder zum 01. November? Mit der Zulassung einer verspäteten Klage wird es schwierig, es wäre aber einen Versuch wert. Begründung dann: krankheitsbedingt war die Einhaltung der Frist nicht möglich. Dann müßte man jetzt aber unverzüglich handeln.
 

Seepferdchen 2010

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
24.334
Bewertungen
15.868
Ja das war auch mein Gedanke, darum die Frage wie die Kündigung/Grund im Schriftsatz aussieht!
 

wommi

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
18 Februar 2010
Beiträge
844
Bewertungen
230
Da kann man jetzt raten, soviel man will, aber eine fristlose Kündigung ist auf jeden Fall unwirksam (es sei denn, der AN hätte geklaut oder den Chef verprügelt o.ä.) !

Ich würde vorschlagen, sofort mit den Unterlagen zur Gewerkschaft zu gehen.
Das JC wird ohne Angabe eines nachvollziehbaren Grundes davon ausgehen, dass die Kündigung auf Verschulden des AN zurückzuführen ist und eine Sperre aussprechen !

Und er hat nicht versucht, die Kündigung abzuwenden, weil erkrank war ??? Was ist das denn für eine Aussage, eine Krankheit ist ja nun wirklich kein Kündigungsgrund !
 

Claus.

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 November 2010
Beiträge
2.252
Bewertungen
1.243
Antwort wollen sie haben, egal ob bei Ja oder Nein.
Klar wollen sie eine Antwort haben. Zum prüfen, wie sie am besten sanktionieren können. Die hoffen doch, daß sich jemand verplappert.
Es steht aber nirgendwo, daß die Antwort nur Ja oder Nein sein darf.

Ich würde den Wisch überhaupt nicht zurückschicken. Sondern schreiben (unter vollständiger Fristausnutzung und ohne Kopie des Kündigungsschreibens):
Bitte um Fristverlängerung
Leider haben sich rechtliche Zweifel ergeben bei der Frage, ob ich eine Kündigung erhalten habe. Daher muß ich bezüglich der Abgabe Ihres ´Fragebogens zwecks Kündigung´ leider um Fristverlängerung bitten. (Eine rechtsungültige Kündigung gilt nämlich als nicht ausgesprochen.)

Die schicken dann schon ein Briefchen, in dem sie einen neuen Abgabetermin benennen. Hier wieder volle Fristausnutzung und ein ähnlich aussagekräftiges Schreiben ala
"Da seitens Fa. xxx gegen elementare Rechtsgrundsätze der deutschen Arbeitswelt verstoßen wurde, sah ich mich leider gezwungen vorgenannte arbeitsrechtliche Angelegenheit zur Klärung an RA yyy zu übergeben. Bezüglich vorg. arbeitsrechtlicher Angelegenheit musste mittlerweile auch Klage vor dem zuständigen Gericht erhoben werden. Ich muß daher leider noch um ein wenig Geduld bitten."
Das der RA für die arbeitsrechtliche Sache zuständig ist, aber nicht für die sozialrechtliche, muß denen ja nicht unter die Nase gerieben werden. Und niemand kann was dafür, wenn dieser Fragebogen anschließend vom JC vergessen werden sollte.
Eine Sanktion wegen fehlender Mitwirkung ist dazu auch nicht aussprechbar, dafür bräuchten sie vorher erst eine Anhörung nach § 24 SGB X. Nur fällt bei Nachholung der Mitwirkung in der Anhörung der Sanktionsgrund wieder weg. Blöde Sache für das JC :biggrin: . Ergo wenig Risiko.

Das Sanktionsrisiko wegen der Kündigung kann so mittels Zeit schinden eben kräftig reduziert werden. Und die haben nur ein halbes Jahr zur Verfügung.
Schnell geht bei sowas sowieso leider gar nichts ...
 

Aras

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
17 Juni 2012
Beiträge
590
Bewertungen
104
Rechtliche gesehen dürfte das eine personenbedingte Kündigung sein. Jedenfalls, wenn die Angaben hier so stimmen. Und auch da muss man sich an die Kündigungsfristen halten. Aber wie sich hier eine Sache mit Arbeitsgericht oder Gewerkschaft entwickelt? Dazu wird es wohl zu geringfügig sein :-(
 
Oben Unten