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Fragebogen über persönliche/berufliche Verhältnisse?!

recon

Elo-User/in

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#1
Ich war heute beim Jobcenter, da ich Leistungen beantragen musste und bekam einen Fragebogen mit 12 Seiten mit. Dies sieht mir mehr oder weniger nach einem kompletten Lebenslauf aus, der erstellt werden muss. Ebenfalls wird nach Erkrankungen und Qualifikationen gefragt.
Muss ich so einen Kram ausfüllen?

Im Anhang mal ein paar Seiten davon.
Ebenfalls habe ich das "Merkblatt" mit angehängt, auf welchem steht, was ich erhalten habe und was abgegeben werden muss. Ich sehe hier nichts von dem Fragebogen. Kann ich den also direkt in den Müll werfen, oder werden mir dann die Leistungen verweigert?
 

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Fritz Fleißig

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#2
Ich denke, du hast den zentralen Punkt schon selbst sehr gut herausgearbeitet.

In dem anfänglichen Schreiben ist davon die Rede, daß du den ausgehändigten Antragsvordruck korrekt ausfüllen und die angeforderten Unterlagen (vermutlich diverse Nachweise) beifügen mußt. Soweit wäre das auch in Ordnung.

Es ist aber nirgends von diesem seltsamen Fragebogen die Rede. Dieser wurde offenbar von einem Grundsicherungsträger selbst zurechtgebastelt, um dich "besser kennenzulernen" (steht ja auch so ähnlich drauf: "zur Verbesserung der Vermittlungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten"). Hier geht diverses viel zu weit, beispielsweise Angaben zu Erkrankungen und ihrer Art. Das sind weitgehend keine leistungs- oder vermittlungsrelevanten Angaben.

Ich würde das einfach nicht ausfüllen und mich bei Problemen mal nach der genauen Rechtsgrundlage für die einzelnen Fragen erkundigen. Soweit Angaben darin tatsächlich zulässigerweise benötigt werden (beispielsweise zu deiner beruflichen Qualifikation, deiner zeitlichen Verfügbarkeit für die Arbeit oder deine Schwerbehinderteneigenschaft), kannst du sie separat machen.

Stammt dieser Fragebogen von der Arbeitsagentur oder von irgendeinem kommunalen Träger?
 

recon

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#3
Stammt dieser Fragebogen von der Arbeitsagentur oder von irgendeinem kommunalen Träger?
Also hier wo ich nun wohne, nennt sich das "Kommunale Arbeitsförderung xxx - Außenstelle xxx - Jobcenter".
In meiner Heimat kannte ich bisher nur "Jobcenter".
 

Hartzeola

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#4
Viele Fragen gehen einfach zu weit. Etwa Staatsangehörigkeit Deutsch, früher war aber nicht Deutsch.

Früher gab es bei vielen JC Fragebogen mit Migrationshintergrund, die Angaben waren freiwillig.

Ob Du rauchst oder nicht hat das JC nicht zu interessieren usw.

Ich würde Fragebogen kopieren und an die AfA in Nürnberg senden mit der Frage was es soll.
 

recon

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#5
Ich würde Fragebogen kopieren und an die AfA in Nürnberg senden mit der Frage was es soll.
Was genau ist die AfA? Hast du mir dazu einen Link? Über Google finde ich verschiedene Dinge dazu.
 

Anna B.

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#10
der Fragebogen ist ja wohl der Gipfel...

nichts beantworten und die Datenschützer informieren...

eben mit der Frage, ob aus datenschutzrechtlicher Sicht dieser Fragebogen den Sozialdatenschutz verletzt..

deiner Meinung nach in extremster Form...weil eben genaue Fragen nach Gesundheit, Rauchen, sonstiges Suchtverhalten gestellt werden...

gleichzeitig auch unbedingt Nürnberg informieren..

ich glaub es hackt, so langsam komm ich mir vor wie im schlechten Film..was sind das für Ar..löcher, die einen solchen Fragebogen entwickeln und auch noch meinen, richtig zu liegen..

im übrigen sind dort auch noch andere Fragen versteckt: Telefonnummer, e-mail-Addi usw....muß alles nicht beantwortet werden..

heute noch an den Datenschutz..
du bekommst dann die Antwort von denen in Briefform...
 

rumpfi

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#11
Das die sich aber auch nicht schämen für so eine bodenlose Frechheit??
Das wirklich Traurige daran: Der Großteil wird das ausfüllen, einfach weil sie es nicht besser wissen und Angst haben sonst keine Leistungen zu bekommen.

Und dann noch mit dem Gummiparagrafen kommen (Mitwirkungspflichten) ... unerhört!
 

recon

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#12
Brief an Datenschutz geht heute raus.
Antwort aus Nürnberg, die angeblich nicht zuständig sind für kommunale Träger:
vielen Dank für Ihr Schreiben. Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass ich seitens der Bundesagentur für Arbeit zu Ihrer Beschwerde keine Aussage treffen kann.

Die Grundsicherung für Arbeitsuchende wird getragen von der Bundesagentur für Arbeit (den örtlichen Agenturen für Arbeit) und den kreisfreien Städten und Kreisen (kommunale Träger).

In den meisten Gebieten haben sich die Agenturen für Arbeit und die kommunalen Träger zur Aufgabenerledigung zusammengeschlossen und gemeinsame Einrichtungen gebildet.

Von derzeit 105 kommunalen Trägern werden alle Aufgaben des SGB II allein wahrgenommen. Diese zugelassenen kommunalen Träger zahlen dann das Arbeitslosengeld II aus und sind für die Integration der Leistungsbezieher in das Erwerbsleben verantwortlich.

Für Ihre Region nimmt der Landkreis XXXX alle Aufgaben des SGB II als optierende Kommune alleine wahr. Die Bundesagentur für Arbeit hat keine Dienst- und Fachaufsicht über kommunale Behörden und kann auf Daten der Kunden nicht zugreifen. Ich bitte Sie deshalb Ihre Beschwerde direkt an den Landkreis zu richten.

Ich bedaure Ihnen keine andere Nachricht übermitteln zu können.
 

recon

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#13
So, Mail an den Datenschutz ist raus.
Hier mal noch die kompletten 12 Seiten im PDF Format :)
 

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Anna B.

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#14
das ist ja der Gipfel...

Fragen nach Schulden, und wer Schuldner ist..

Fragen nach Suchterkrankungen..nach anderen Erkrankungen...

Frechheit..

hast du dem Bundesdatenschutz auch eine schriftliche Erlaubnis zukommen lassen, dass sie direkt beim JC eine Anfrage starten dürfen?

die werden nämlich in dem Fall sicherlich tätig werden...

und heute noch e-mail hinterher...und um schnelle Bearbeitung bitten, da dir sonst eine Sanktion droht..
 

recon

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#15
und heute noch e-mail hinterher...und um schnelle Bearbeitung bitten, da dir sonst eine Sanktion droht..
Warum sollte mir eine Sanktion drohen? Ich beziehe ja noch nicht mal Leistungen und der Antrag liegt noch hier ;)
Desweiteren bezweifle ich, dass die mir die Leistungen verweigern können, wenn ich den Antrag ohne Fragebogen abgebe, da dies, wie bereits schon erwähnt wurde, keine leistungs- oder vermittlungsrelevanten Angaben sind.

Sollten die mich bei Abgabe fragen wo der Fragebogen ist, dann habe ich einen solchen Fragebogen einfach nicht erhalten :) Immerhin ist er ja auch nicht auf dem Merkblatt eingetragen worden... Von daher *schulterzuck*
 

ThisIsTheEnd

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#16
Frechheit hoch 10. Ich würde einfach nur den üblichen Antrag abgeben und mir auf einer Kopie den Eingang bestätigen lassen.

Es ist aber nirgends von diesem seltsamen Fragebogen die Rede. Dieser wurde offenbar von einem Grundsicherungsträger selbst zurechtgebastelt, [...]
Ja, ist offensichtlich eine Optionskommune.
 

recon

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#18
Sehr geehrter Herr X,

vielen Dank für Ihre E-Mail.
Wir prüfen Ihr Anliegen und werden auf Sie zukommen. Bitte haben Sie bis dahin Geduld.

Mit freundlichen Grüßen
Poststelle beim Landesbeauftragten für den Datenschutz
Ich melde mich nochmal, sobald ich weitere Post bekomme vom Datenschutz :)

Meinen ALGII Antrag habe am Donnerstag ohne Fragebogen abgegeben... Leider war niemand mehr in der Leistungsabteilung da und der Antrag wurde dann einfach weitergereicht.
Bin mal gespannt, ob eine Aufforderung zur Mitwirkung kommt aufgrund des fehlenden Fragebogens. Ich würde ja lachen :)
 

recon

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#19
Leider keine Antwort vom Datenschutz aber wieder ein Schreiben von kommunalen Träger, dass unter aller Sau ist. Bräuchte wohl nochmals Hilfe.

Es sind nicht alle Unterlagen vorhanden, um eine Entscheidung über meinen Leistungsanspruch zu treffen. Siehe Anhang.
Ich habe die Zeilen wie folgt markiert:
- Rot = Scheint für mich nicht in Ordnung zu sein bzw nicht relevant
- Grün = Scheint für mich in Ordnung zu sein

Zu den "Vermutungen" der rot markierten:
1. Fragebogen: Das Thema hatten wir ja schon, nur was sage ich denen?
2. Aktueller Lebenslauf: Relevant für die Leistungsberechnung? Denke nicht?!
3. Telefonnummer? Seit wann geht die meine Nummer was an?
4. Haupt Mietvertrag: Das sollte die auch nichts angehen, da ich zur Untermiete wohne. Was schreibe ich?
5. Bestätigung Hauptmieter: Sollte doch auch nicht mehr relevant sein oder?
6. Zusätzlich, nicht im Anhang aufgeführt: Eine Mietbescheinigung. Wie schaut es hier aus als Untermieter?

Kann mir dazu jemand ein Schreiben aufsetzen, was ich denen zusammen mit den Unterlagen die ok sind hinpfeffern kann?
 

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Anna B.

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#20
das Pamphlet, mit deinen Erkenntnissen versehen, direkt an den Datenschützer, per e-mail...mit dem Hinweis, das du Sanktionen befürchtest....
sie möchten sich doch bitte schnellstens um die Angelegenheit kümmern...
 

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#21
das Pamphlet, mit deinen Erkenntnissen versehen, direkt an den Datenschützer, per e-mail...mit dem Hinweis, das du Sanktionen befürchtest....
sie möchten sich doch bitte schnellstens um die Angelegenheit kümmern...
Wenn's denn nur Sanktionen wären... Ich beziehe ja noch nicht mal etwas und bin bereits mit einer Miete im Rückstand, da das Amt nicht aus dem Ar*** kommt.
Das mit dem Datenschutz kann ich direkt vergessen, da ich bis heute noch keine Antwort auf mein letztes Schreiben habe. Auch dort habe ich erwähnt, dass dies dringend ist.
 

recon

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#22
Ich habe mir nun selbst ein Schreiben verfasst und mir die nötigen Information dazu aus der Forensuche gezogen. Leider bin ich mir nicht zu 100% sicher, ob ich das so abschicken kann und ob alles seine Richtigkeit hat.
Hoffe mir kann hierzu nochmal wer schnell helfen...
Ich möchte ja schließlich meine Leistungen auch irgendwann mal bekommen und meinen Mietrückstand begleichen...
 

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recon

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#24
@recon;

Hast du schon so ein Profilingbogen ausgefüllt? Dazu wurden dir auch viele und genaue Fragen zu deinen Kenntnissen und Fähigkeiten gestellt?

Normalerweise wird für deinen Arbeitsvermittler so eine komplette Bewerbungsmappe angefordert.
Steht doch alles hier im Thema. Es handelt sich um einen Erstantrag, daher wurde noch nie irgendetwas ausgefüllt. Desweiteren spielen meine Fähigkeiten keine Rolle für die Antragsstellung. Leistungen müssen mir auch ohne diese Angaben gewährt werden.
Das Problem mit dem Fragebogen hatte sich ja weitestgehend nun geklärt. Aktuell habe ich ganz andere Probleme (Siehe meine letzten 3 Antworten).
 

recon

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#25
Da leider keine Antwort mehr kam hier, habe ich das Dokument nun zusammen mit den restlich geforderten Unterlagen beim Jobcenter eingeworfen.
Ich hoffe nun einfach mal, dass das so durchkommt. Werde dafür dann ein neues Thema aufmachen, sofern es der Tante beim JC nicht passt.
Das Problem mit dem Fragebogen hier hat sich ja mehr oder weniger bereits erledigt :)
 

recon

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#26
Habe heute eine neue "Anforderung von Unterlagen" erhalten.
Dieses mal wollen sie nur noch folgende Dokumente:

- Fehlende Lohnabrechnung
- Einen "Einstellungsbescheid" vom alten Jobcenter
- Den Nachweis von der Agentur für Arbeit (Kein Anspruch auf ALG1)
- Eine Erklärung, um was sich bei den 60€ handelt, die auf meinem Kontoauszug zu sehen sind

Ich denke mal, dass das doch recht gut geklappt hat nun :)
Durch mein Schreiben (siehe Anhang in diesem Post) verzichtet die Tante vom Jobcenter nun auf die sinnlos geforderten Dokumente. Wer also mal ähnliche Probleme hat, darf gerne den ein oder anderen Abschnitt kopieren ;)
 

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#27
So etwas Ähnliches wurde auch mal im J-C Märkischer Kreis versucht, ein Verfahren am SG Dortmund müsste m.E. abgeschlossen sein. Urteil Beschluss und Az. liegt mir nicht vor.
Vielleicht versucht man hier einen Präzedenzfall zu machen und prozessziert, von Seiten des J-C durch alle Instanzen.
Gruß:
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