Frage zum Gdb/Körper-Psyche

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SeptemberSun

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Hallo ihr Lieben,

Ich bin neu hier und habe direkt eine Frage: ich habe gehört, dass die Prozente, die man auf psychische Erkrankungen bekommen hat, nicht mit denen für körperliche Erkrankungen addiert wird, sondern diese "nebeneinander" laufen. Mit anderen Worten, dass der GdB auf Psyche nicht den GdB auf körperliche Probleme erhöht.

Eigentlich kann ich das kaum glauben, aber kann mir jemand dies beantworten?

Vielen Dank vorab und LG
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Mona Lisa

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Eine Addition findet nie statt, sondern eine Gesamtschau. Psychische Krankheiten werden dabei aber nicht anders behandelt als körperliche.

Ich habe z.B. für meine psychische Krankheit 30 und für meine körperlichen ebenfalls 30. Die Gesamtschau ergab einen GdB von 40.

Entscheidend für die 30 waren wohl, daß ich keine sozialen Anpassungsschwierigkeiten darlegen konnte, die bei meiner psychischen Krankheit notwendig gewesen wären, um einen höheren Grad zu bekommen.

Ich wünsche Dir viel Glück.

LG

Mona Lisa
 

SeptemberSun

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Liebe MonaLisa,

vielen Dank für deine Antwort, damit hast du mir schon sehr weitergeholfen. Was ich gehört hatte und was ich kaum glauben konnte, war, dass psychische und körperliche Erkrankungen überhaupt nicht addiert werden, sondern gesondert gesehen werden. Nun weiß ich, dass es nicht so ist.

Dass leider Krankheiten zusammengezogen werden und 30 plus 30 nicht 60 ergibt, weiß ich leider auch.
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SeptemberSun

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Hallo Bertolino,
danke für den Hinweis.

@all, ich habe mich wohl ursprünglich falsch ausgedrückt. Addition meinte ich nicht streng mathematisch, sondern ob körperliche und psychische Probleme überhaupt zusammen betrachtet werden.

Ich habe nun auch die Begrifflichkeiten und die Art der Gesamtschau besser verstanden- vielen Dank nochmal!

LG
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Muzel

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In meinem Bescheid nach gutachterlichen Untersuchung steht:
1.Verschleißerscheinungen und Instabilität des li. Knies, Z. n: Fersenbeinfraktur 30
2.Funktionseinschränkungen und Fehlverlauf der Wirbelsäule, Verschleißleiden. 30
Ich habe insgesamt auf die Knochen 40 bekommen und nicht das beantragte G. (2016)
 

SeptemberSun

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Ich habe insgesamt auf die Knochen 40 bekommen und nicht das beantragte G. (2016)

Es ist tatsächlich schwierig nachzuvollziehen, wie man auf das Ergebnis der Gesamtschau kommt.

Ich habe bislang nur 20%, plane aber einen Verschlimmerungsantrag zu stellen. Ob das vorliegend überhaupt Sinn macht, ist fraglich...

LG
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Bertolino

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Es ist tatsächlich schwierig nachzuvollziehen, wie man auf das Ergebnis der Gesamtschau kommt.
Mit Würfeln kommst du auch ans Ziel.:biggrin:

Ernsthaft: Die Anträge steigen wohl in letzter Zeit, also muss die Gesamtheit unserer Gesellschaft Druck auf die Betroffenen ausüben. Das geschieht in der Praxis dadurch, dass der beantragte GdB immer häufiger abgelehnt wird. Wie bei dir vermutlich demnächst oder bei mir zurzeit.

Ich habe bislang nur 20%, plane aber einen Verschlimmerungsantrag zu stellen. Ob das vorliegend überhaupt Sinn macht, ist fraglich...
(Nebenbei: Ich spreche im Alltag von Prozenten, der "richtige" Ausdruck im Umgang mit den Ämtern ist "GdB"= Grad der Behinderung.)

Ich stelle mir an dieser Stelle immer vor, was wäre, wenn ich den Antrag nicht gestellt hätte, sich aber später herausstellt, dass eine Antragstellung sinnvoll gewesen wäre. Lieber setze ich in letzter Zeit Hörner auf::icon_twisted:, spricht definitiv nichts dagegen, wenn ich mein Recht verteidigen will.

Mein Verschlimmerungsantrag (Antrag auf GdB 50, real ist 40) läuft derzeit auch, Ablehnung wie erwartet (es bleibt bei 30), Widerspruch ist schon gestellt, mit Antrag auf Akteneinsicht, damit ich anschließend meinen Widerspruch begründen kann. Der HA befürwortet GdB 40. Das hört sich ein wenig an wie auf einem arabischen Basar:icon_hihi:

Eins noch an dieser Stelle: Zwischen GdB 40 und GdB 50 liegt ungefähr eine ganze Galaxie, denn mit GdB 50 gilt man als "echter" Schwerbehinderter, darunter gibt es nur die Möglichkeit einen Gleichstellungsantrag zu stellen.

Gruß
Bertolino
 

SeptemberSun

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Das hört sich ein wenig an wie auf einem arabischen

Das klingt alles tatsächlich nach Basar, oder auch Glücksrad...

Realistisch wäre bei mir derzeit ein GdB von 30. Damit könnte ich ja,wenn ich mich nicht irre, schon die Gleichstellung beantragen.

Ich denke auch, dass man seine Rechte einfordern sollte. Ist aber eher schwierig in einem Bereich, in dem zumindest ich mich kaum auskenne.

Und wenn man dann mitbekommt, worauf sich entscheidungen stützen.... einer Kollegin wurde die Gleichstellung abgelehnt mit der Begründung, sie habe sich nicht oft genug krankschreiben lassen. Dass sie sich aus Pflichtbewusstsein zur Arbeit geschleppt hat, war da egal.

@Muzel: vielen Dank für den Tipp. Mein Erstantrag liegt ca ein Jahr zurück.

Einiges wurde dabei auch gar nicht erwähnt. Da fand ich es etwas schade, dass es nicht einmal erwähnt, geschweige denn begründet wurde.


LG
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Mona Lisa

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Es kommt eben nicht nur einfach auf eine bestimmte Krankheit an, sondern auf die Einschränkungen, die du durch sie hast, aber wohl auch auf das Bundesland. Und das wäre natürlich sehr ungerecht.

Andere mit derselben Krankheit wie ich (bipolare Störung) bekommen angeblich in Berlin automatisch mindestens 50 Gdb, und ich habe wie erwähnt gerade mal einen von 30 bekommen, obwohl die bipolare Störung eine der schwersten psychischen Krankheiten und die mit der höchsten Selbstmordquote ist.

LG

Mona Lisa
 

SeptemberSun

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Andere mit derselben Krankheit wie ich (bipolare Störung) bekommen angeblich in Berlin automatisch mindestens 50 Gdb, und ich habe wie erwähnt gerade mal einen von 30 bekommen, obwohl die bipolare Störung eine der schwersten psychischen Krankheiten und die mit der höchsten Selbstmordquote ist.

LG

Mona Lisa


Das tut mir sehr leid, dass deine Einschränkungen nicht hinreichend berücksichtigt wurden. Ich weiß selbst, wie einschränkend psychische Erkrankungen sein können. Meine Angststörung wurde gar nicht erwähnt und wohl mit der Depression gleichgesetzt, obwohl sich daraus im Alltag noch ganz andere Einschränkungen ergeben. Meine Zwangsstörung hatte ich damals noch nicht mal erwähnt, weil diese bis dahin noch nicht im Rahmen der Behandlung Gegenstand war.
Der Tinnitus, der mich im Alltag einschränkt, wurde gar nicht erwähnt im Bescheid.

Dass all dies vom Sachbearbeiter und, wie du sagst, auch vom Bundesland abhängen soll, ist einfach mies...

Ich gehe daher auch nicht wirklich davon aus, dass es bei der nächsten Beurteilung interessieren wird, dass meine rechte Hand aufgrund der Schmerzen nur noch bedingt einsatzfähig ist.

LG
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Muzel

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Das Problem fängt damit schon an, dass Ärzte vom Versorgungsamt angeschrieben und um Stellungnahme über den Patienten gebeten werden. Diese Leistung wir nach Meinung der betroffenen Ärzte schlecht vergütet.
Schriftliche Stellungnahmen geben Ärzte überhaupt nicht gern.
Der Arzt, der für ein Amt arbeitet, will keine Karriere machen.
Damit sind Probleme schon angelegt.
 

Mona Lisa

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Ängste und Depressionen sind wirklich zwei paar Dinge.

Ich war eigentlich erstaunt, daß ich für die orthopädischen Einschränkungen 30 Grad erhielt. Da muß der Arzt gut geschrieben haben.

Bei der bipolaren Störung müssen noch soziale Anpassungsschwierigkeiten dazu kommen, wenn man nicht gerade dreimal im Jahr in der Klapse landet.

Mein Arzt schrieb damals erhebliche Konzentrationsschwierigkeiten und geringere Belastbarkeit und dadurch hohe Fehlerquote bei der Arbeit und hohe Kündigungsgefahr. Mehr kann ich auch nicht sagen dazu.

Bei Gericht wurde mal einer Bipolaren gesagt: Sie fahren doch noch Auto und sind schon lange verheiratet. So schwer behindert können Sie also nicht sein.

Da legst Di nieda.

LG

Mona Lisa
 

fredy2206

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Hallo,
bei mir war es ähnlich. Hatte seit Jahren einen GdB von 40 und meine psychischen Beschwerden wurden nie weiter berücksichtigt. Aufgrund einer Krebserkrankung in früheren Jahren hatte man mir einen GdB von 20 für psychische Leiden anerkannt und damit war alles abgegolten. Habe jährlich einen Verschlechterungsantrag gestellt, aber das Integrationsamt hat immer abgelehnt mit der Begründung, ich hätte ja schon einen GdB von 20 für die Psyche. Auch meine Widersprüche wurden genauso abgeschmettert.Es hat auch nicht interessiert, dass ich aufgrund von Depressionen und Anpassungsschwierigkeiten seit 2015 eine Erwerbsminderungsrente beziehe. Irgendwann wurde es mir zu dumm und ich habe mit dem Sozialverband geklagt. Hat 2,5 Jahre gedauert und wir waren Anfang diesen Jahres vor dem Sozialgericht. Auch da tat sich das Integrationsamt sehr schwer, allerdings war der Richter auf unserer Seite und ich habe seitdem einen GdB von 50 unbefristet. Für sowas braucht man aber viel Geduld und einen langen Atem.
Wünsche viel Glück. :smile:
Viele Grüße
fredy
 

Allimente

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Es kommt da sicher auch auf die Art der Krankheit/Behinderung an. Meine Frau hat beim ersten Antrag 80% (G) bekommen und beim Verschlimmerungsantrag ohne Probleme sofort 100% (aG B).

Einige Krankheiten scheinen die wohl nicht richtig ernst zu nehmen.
 
E

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Dass all dies vom Sachbearbeiter und, wie du sagst, auch vom Bundesland abhängen soll, ist einfach mies...

Es hängt eher vom "Jammerlappen" ab und wie gut man selbst begründen und beschreiben kann, welche Einschränkungen sich ( nachvollziehbar) aufgrund deiner Einschränkungen in der täglichen Praxis im Alltag ergeben. "Verglichen" mit gesunden Menschen im gleichen Alter, wird nur berücksichtigt, welche Einschränkungen da sind, die andere in dem Alter nicht haben. Das SB Einschränkungen unterschiedlich bewerten, ist menschlich da ich finde, das man manche Sachen etwas Subjektiv bewertet, nach Unterlage. Oft hilft es, nach einer Zeit einen Verschlimmerungsantrag einzureichen, however.

Die med. Grundsätze werden hier beschrieben.
 

SeptemberSun

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Vielen Dank für eure weiteren Antworten und Hinweise.

Mir scheint, dass ich bislang viel zu naiv an die Sache herangegangen bin. Ehe ich einen Verschlimmerungsantrag stelle, sollte ich mich wohl erst einmal mehr informieren. So hatte ich bei meinem Erstantrag gar keinen Jammerlappen dabei- ich wusste nicht einmal, dass sowas sinnvoll ist.

Wahrscheinlich war ich geprägt davon, dass meinem Ex vorher der GdB nahezu auf dem Silbertablett serviert wurde, GdB 70 und Merkzeichen G. Er hat allerdings ja auch die entsprechenden Krankheiten, die das Versorgungsamt eher überzeugt (u.a. Diabetes Typ 1, Schlaganfall).

Ich werde dann wohl für den nächsten Antrag ein entsprechendes Schreiben verfassen, aus dem die Einschränkungen hervorgehen. Hatte ich wie gesagt beim Erstantrag gar nicht. Dann verstehen die vielleicht auch, dass Ängste andere Probleme im Alltag mit sich bringen als Depressionen.

Und natürlich, klar, die subjektive Wahrnehmung des Sachbearbeiters spielt natürlich auch immer mit rein. Ist ja nur menschlich.

LG
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Muzel

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Grundsätzlich sind körperliche Erkrankungen immer mit psychischen Beschwerden vergesellschaftet. Erst wenn die psychischen Probleme eine eigene Erkrankung mit den daraus folgenden Einschränkungen hervorrufen, werden sie berücksichtigt (das ist die Theorie).
 

SeptemberSun

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(das ist die Theorie).

Krasse Ansicht, diese "Theorie", oder?

In der Praxis können psychische und körperliche Erkrankungen ja sehr wohl völlig unabhängig voneinander bestehen.

Aber wenn für die begutachtende Stelle die Theorie einfacher ist, kommen eben solche für einen "neutralen Dritten" wenig nachvollziehbare Ergebnisse dabei heraus.
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Muzel

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Ich versuche nur zu helfen und habe selbst genug Probleme mit dem "Versorgungsamt". Bei mir läuft derzeit ein Widerspruch gegen meinen Bescheid.
 

SeptemberSun

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Ich versuche nur zu helfen und habe selbst genug Probleme mit dem "Versorgungsamt". Bei mir läuft derzeit ein Widerspruch gegen meinen Bescheid.

Huhu Muzel,

das hatte ich schon so verstanden und meine Aussage war nicht gegen dich gerichtet. Ich meinte damit eher das System.

Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen für dein Widerspruchsverfahren. Von manchen habe ich gehört, dass sie im Rahmen des Widerspruchs mehr Erfolg hatten. Pauschal kann man das aber wohl leider auch nicht sagen.

LG
 

Muzel

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Ich habe so einen merkwürdigen Bescheid bekommen und befürchte, dass man sich verrechnet hat. Das wäre nicht so gut für mich. Das prüft nun ein VDK Anwalt, hoffe ich.
 
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