Frage zu verweisberufen durch die Gutachter der DRV (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Meai

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 April 2018
Beiträge
2
Bewertungen
0
Sehr geehrte Damen und Herren, mich (44Jahre jung) treibt seit einiger Zeit eine Frage um. Und zwar hatte ich 2001 einen Arbeitsunfall und beziehe seit 2003 eine BG Unfallrente. ( Nach Rechtsstreitigkeiten mit der BG ). Nun kann ich meinen Beruf seit dem Unfall nicht länger als 5 Std. ausüben arbeite also Teilzeit tägl.5 Std von Mo-Fr. Ich habe einen GdB von 40% und eine Erwerbsfähigkeit von 30%. Eine besserung ist laut BG Gutachten nicht mehr zu erwarten.
Nun würde mich interessieren, wenn ich jetzt eine teilweise Erwerbsminderungsrente beantragen würde, kann, wenn ich zum Gutachter müsste, kann der Gutachter auf einen anderen Job auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verweisen, obwohl ich einen Job habe, diesen aber nur 5Std.ausüben kann ??
Und kann es auch sein, das es per Aktenlage entschieden wird oder muss man auf alle Fälle zum Gutachter ?
Über eine Antwort würde ich mich freuen und bedanke mich schonmal im vorraus.
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
20.828
Bewertungen
21.180
Der Gutachter hat gar nichts zu entscheiden, er gibt nur eine Stellungnahme ab.

Ein Job im Verweisberuf muss ja auch erstmal gefunden werden, ein Arbeitgeber, der trotz deiner Beeinträchtigungen bereit ist, dich einzustellen und dann noch deine Kündigungsfrist abzuwarten.

Ob nach Aktenlage entschieden wird, entscheidet sich nach der Aussagekraft der vorliegenden Unterlagen.
 

Dark Vampire

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 April 2014
Beiträge
1.983
Bewertungen
1.053
ja der Gutachter kann das so sehen dass du für den allgemeinen Arbeitsmarkt vollschichtig fähig bist. Hat ja nix mit deinem Beruf zu tun.

Ich selber bin für meinen Beruf und artverwandtes unter 3 Std. leistungsfähig. Aber vollschichtig für anderes zu haben.

Ist zwar utopisch aber nun denn, so war die Entscheidung der DRV. Wie es auf dem Arbeitsmarkt aussieht ist der DRV mal herzlich egal solange theoretisch die Möglichkeit eben dazu besteht.
 

Meai

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 April 2018
Beiträge
2
Bewertungen
0
d.h wenn der Gutachter der Ansicht ist, das ich in einem anderen Job 6std arbeiten kann, wird die teilweise Erwerbsminderungsrente nicht genehmigt?
 
E

ExitUser

Gast
d.h wenn der Gutachter der Ansicht ist, das ich in einem anderen Job 6std arbeiten kann, wird die teilweise Erwerbsminderungsrente nicht genehmigt?
Wie Kerstin schon geschrieben hat entscheidet nicht der Gutachter sondern nur der/die Ärzte vom sozialmedizinischen Dienst der DRV.

Der Gutachter empfiehlt in seinem Gutachten nur aus seiner Sicht, die DRV/sozialmedizinischer Dienst kann sich diesem Gutachten anschließen muss aber nicht.

Also durchaus möglich: Gutachter empfiehlt EM-Rente, DRV lehnt ab, Gutachter empfiehlt keine EM-Rente, DRV bewilligt sie...:biggrin:


liesa
 

saurbier

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
4.903
Bewertungen
7.185
Hallo Meai,

ich frag mich jetzt aber doch, warum du nicht schon lange mal bei der DRV einen Rentenantrag gestellt hast.

Was liesa hier ausführte ist zwar korrekt - der DRV Gutachter gibt eine medizinische Beurteilung ab - und niemand weiß genau wie die DRV dann entgültig entscheiden wird.

Allerdings kann es ohne weiteres ja sein, dass die DRV je nach deinem Beruf dennoch ein Teil-EMR bewilligt. Die hängt letztendlich davon ab, was du überhaupt noch leisten kannst und ob es (falls es passsiert) auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt überhaupt solche Stellenangebote (allgemeiner Arbeitsmarkt) gibt, in die man dich zur Vermeidung einer Rentenzahlung überhaupt reindrücken könnte.

Da der Arbeitsmarkt ja leider kaum Arbeitsstellen für Teil-EMR hergibt und du ja einen Teilzeitarbeitsplatz bereits inne hast, warum sollte die DRV diesen riskieren. Da wird man schon abwägen.

Du solltest dazu auch mal den § 93 SGB VI anschauen, denn die DRV wird hier auf die BG-Rente eine Anrechnung vornehmen, heißt du wirst nicht eine volle Teil-EMR plus deine BG-Rente erhalten.

Ist dann echt die Frage ob dir das was bringt, denn mehr als ca. 70% des zugrunde gelegten Jahreseinkommens wird es wohl nicht geben.

Und noch eins solltest du dabei nicht vergessen, mit einer Teil-EMR verlierst du Lebenlang 10,8% deiner Rentenansprüche durch die vorzeitige Inanspruchnahme dieser, gegenüber der Regelaltersrente. Auch wenn die geplante Rentenreform ggf. in Zukunft eine nochmals bessere Zurechnungszeit (bis 65 Jahre anstatt aktuell 62 Jahre) ergeben wird, was ja ca. 3*30,-€ also 90,-€ mehr Brutto-Rente monatlich ausmachen würde.


Grüße saurbier
 

FrauRossi

Elo-User*in
Mitglied seit
7 August 2016
Beiträge
204
Bewertungen
47
Ganz oft ( nicht immer, aber wirklich oft) akzeptiert die DRV das BG Gutachten und übernimmt es. Da die Beguachtung bei der BG Echt streng ist. Aktuell bei meiner Bekannten,erhält 50% ( Grad) von der BG, hat das Gutachten zur DRV geschickt und die haben es gleich akzeptiert und halbe EMR bewilligt. 5 h arbeiten darf sie auch
 

FrauRossi

Elo-User*in
Mitglied seit
7 August 2016
Beiträge
204
Bewertungen
47
Bei erwarteter halber EMR/ BG Rente eher unwahrscheinlich. Aber möglich. Es wird zur hinzuverdiensgrenze dazu gerechnet.
 

saurbier

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
4.903
Bewertungen
7.185
Hallo FrauRossi,

Bei erwarteter halber EMR/ BG Rente eher unwahrscheinlich. Aber möglich. Es wird zur hinzuverdiensgrenze dazu gerechnet.
Was heisst hier eher unwahrscheinlich.

Der § 93 SGB VI dürfte doch alles sagen.

Sozialleistungen werden nicht parallel gezahlt, da heisst es immer die oder die. Der Gesetzgeber hat keinen doppelten Leistungsbezug zur Absicherung vorgesehen.

Wenn jemand jetzt eine BG-Rente erhält, denn wird die DRV diese als bisherigen Sozialleistung mit Sicherheit anrechnen.

Ganz anders würde es aussehen, wenn hier eine private Absicherung leisten würde. Auf diese hätte die DRV dann keinen Anrechnungsanspruch.

Demzufolge sollte man es sich gründlich überlegen, ob man eine BG-Rente so einfach aufgibt.

Man kann sich ja im Vorfeld jederzeit bei der DRV eine Rentenauskunft einholen, anhand derer man abschätzen kann in welcher Höhe eine Teil-EMR ggf. ausfallen würde. Aber auch Vorsicht bei den Zahlen, denn diese sind Brutto - heisst von der dort "hoch" gerechneten Rente sind immer noch die KV und PKV Eigenanteile abzuziehen und natürlich bei allen die Arbeiten noch der Lohn-/Einkommensteueranteil.

Aber bitte auch nicht vergessen, eine Rentenauskunft stellt keine 100%ige Leistungsangabe dar, die gibt es leider nur erst dann wenn die DRV die Rente für einen Leistungsbescheid berechnet.

Ich persönlich würde mir zuerst einmal einen Überblick über die Höhe einer möglichen Teil-EMR verschaffen, bevor ich die BG-Rente aufgeben würde.

Übrigens, bei einer Teil-EMR darf man zwischen 3-6Std./tägl. Leidensgerecht arbeiten. Dort gibt es aber auch Fallstricke, wie z.B. die Hinzuverdienstgrenzen, ab der die DRV dann die Rentenleistung reduziert (volle Rente, 2/3-Rente, 1/3-Rente bis hin zum Wegfall der Rente) und die sind auch nicht gerade üppig bemessen. Z.B. durfte ich damals (2005 1100,-€/mtl. voll zu meiner Teil-EMR hinzuverdienen und dann in ca. 250,-€ schritten mehr mit entsprechender Rentenkürzung). Unterm Strich hätte ich so dann bei einer nur noch 1/3-Rente ca. 100,-€ im Monat Netto mehr gehabt (dafür muss man aber auch mehr Stunden arbeiten) als mit der anfänglich vollen Teil-EMR.

Es gibt also so einiges was man vorher mal genauer überlegen sollte.


Grüße saurbier
 
Oben Unten