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Frage zu Teilzeit-Studium und ALG II

limangos

Elo-User/in
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#1
Guten Tag,

ich stehe derzeit vor folgendem Problem.

Mein befristeter Vertrag lief vor einem halben Jahr bei meinem ehemaligen Arbeitgeber aus.

Seitdem absolviere ich ein "berufsbegleitendes" Studium bei der FOM zum Bachelor of Arts.

Da ich vor allem in Mathematik und Statistik enorme Probleme habe und der Lernaufwand größer als gedacht ist müsste ich Teilzeit arbeiten.

Ich bewerbe mich derzeit auf Teilzeitstellen, bekomme jedoch mit meiner Gehaltsvorstellung von 1300 Euro Netto nur Absagen.

Kurze Facts zu mir:
Alter: 30 Jahre
Geplantes Einkommen: ca. 1200 Euro netto monatlich, Teilzeit
Miete: derzeit 875 Euro für 50m2 / Wohnung einer Verwandten, Miete "muss" dennoch auf den Cent genau gezahlt werden
Einwohner: ich zahle monatlich 430 Euro Miete, meine Mitbewohnerin zahlt derzeit 430 Euro Miete
Wohnort: München
Ausgaben: Studiengebühren monatlich 300 Euro, Fahrkarte 60 Euro, Handy 20 Euro, Internet 20 Euro, Bücher für Hochschule monatlich 30 Euro



Meine Frage lautet daher:

Für den Fall, dass ich einen Teilzeitjob bekomme - könnte ich mit ALG II zumindest für eine zeit lang "aufstocken"?

Was würde mir für den Fall zur Verfügung stehen?

Dann könne ich meine "Gehaltsanforderung" auch etwas herunterschrauben.
Das Problem ist, dass man in München, vor allem auch mit den Studiengebühren netto mindestens 1300 Euro netto bräuchte.
Aber das ist trotz Berufserfahrung und einem Fachwirtabschluss wohl nicht drin. Ich absolviere seit 6 Monaten das Studium und bin erfolglos auf Jobsuche.

Wäre eine Unterstützung zumindest für ein paar Monate möglich?

Bafög habe ich schon geprüft, keine Chance. Einzig die Studiengebühren könnte man anteilig steuerlich "absetzen". Das Problem ist, dass ein Vollzeitjob derzeit einfach nicht möglich ist.

Danke!
 

Fritz Fleißig

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#2
Dein Problem dürfte im Grundsätzlichen liegen.

ALG II ist eine Sozialleistung für Arbeitssuchende, die kein oder kein ausreichendes Arbeitsentgelt erzielen. Sie ist aber nicht als "Ersatz-BaföG" oder sonstige Studienförderung gedacht. Du wärst als Bezieher von ALG II verpflichtet, durch Arbeitssuche deine Hilfsbedürftigkeit zu beenden oder zu mindern.

Hier wird die Frage sein, ob dir nicht die Aufgabe des Studiums und die Aufnahme einer Vollzeittätigkeit beziehungsweise einer weiteren Nebenbeschäftigung zumutbar sein wird. Oder du müßtest dein Studium so einrichten, daß es auch neben einer Vollzeittätigkeit möglich wäre, also berufsbegleitend. Für die Mathematiklektionen müßte dann eben das Wochenende herhalten.

Interessehalber gefragt: was für ein Studium zum "Bakkalaureus der Künste" ist dies denn überhaupt? Waren das noch Zeiten, als es ordentliche Diplomgrade gab und keine Bätschelohr- und Mahster-Grade von irgend etwas Englischem....
 

limangos

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#3
Besten Dank!

Das Problem ist, dass ein Teilzeitgehalt in Höhe von wahrscheinlich 1000 Euro netto nicht ausreichend wird.

Deswegen wollte ich prüfen ob es möglich wäre das Gehalt etwas "aufzustocken".

Das ist ein Bachelor of Arts - Wirtschaft. Die zweite Stufe wäre der Master.

Ich kenne von Freunden die alten Diplomstudiengänge, die hätte ich bevorzugt.

Das Bachelorstudium läuft "berufsbegleitend", ist allerdings über das ganze Semester über so mit Prüfungen und Hausarbeiten vollgestopft, dass eine Vollzeitarbeit in der Praxis nicht möglich ist.

Streng genommen könnte man ja sagen, dass das Studium meine "Freizeitbeschäftigung" ist.

Kann man sagen, dass man ein Teilzeitgehalt in meinem Fall durch ALG II aufstocken lassen könnte wie es beispielsweise viele Frisöre machen?
 
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#4
1000 Euro Netto... . Da dürfte erst gar kein Anspruch auf ALG II bestehen. Egal wofür du das Geld ausgiebst... .

Ansonsten: Teilzeiststudium und ALG II -Bezug ist möglich, aber du müsstest dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und deine "Hilfbedürftigkeit beenden" wollen.

Andererseits, es gibt hundertausende die nur Teilzeit arbeiten, inklusive 450 Euro-Jobs, und auftstocken . Und das jahrelang.
 

Erolena

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#5
Wenn tatsächlich ein Teilzeitstudium vorliegt, dass deshalb nicht mit Bafög gefördert werden kann, dann könntest du aufstockend ALG 2 beziehen.

Du benötigst einen Ablehungsbescheid vom Bafögamt, in dem sinngemäß steht, das wegen dem Teilzeit-Studium kein Bafög gezahlt werden kann. (dein Alter spielt dabei keine Rolle).

Studierende im Teilzeitstudium
(7.82a)


(5a) Ein Anspruch auf Ausbildungsförderung nach dem BAföG be-steht für Studierende nur dann, wenn das Studium die Arbeitskraft des Studenten im Allgemeinen voll in Anspruch nimmt (§ 2 Abs. 5 BAföG). Dies wird bei einer Vollzeitausbildung an einer Hochschule unterstellt (Tz. 2.5.3 der BAföG-VwV). Für ein Teilzeitstudium be-steht demnach kein Anspruch auf Ausbildungsförderung, da die Ar-beitskraft nicht voll in Anspruch genommen wird. Der Ausschlus-statbestand des § 7 Abs. 5 greift in diesen Fällen nicht und Leistun-gen nach dem SGB II sind zu gewähren, wenn der fehlende BAföG-Anspruch nachgewiesen wird. Es ist in jedem Einzelfall, in dem der Antragsteller keine Leistungen nach dem BAföG bezieht, festzustel-len, ob der Förderbarkeit nach dem BAföG die Regelung des § 2 Abs. 5 BAföG entgegensteht. Die Entscheidung über den Förder-ausschluss nach § 2 Abs. 5 BAföG trifft die örtliche BAföG-Stelle.

Quelle: Fachliche Hinweise zum § 7 (Stand Dezember 2013), Randziffer (7.82a)
 

Caso

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#6
Meine Frage lautet daher:

Für den Fall, dass ich einen Teilzeitjob bekomme - könnte ich mit ALG II zumindest für eine zeit lang "aufstocken"?
Ich habe dazu folgende (Verständnis)fragen:
-mußt du in München wohnen?
-mußt du an der Privatschule FOM studieren?
-warum hast du nach dem Jobverlust vor 6 Monaten begonnen, an einer berufsbegleitenden FOM zu studieren? Ist das nicht ein Widerspruch?
-warum mußt du Teilzeit arbeiten, WEIL du in Mathe und Statistik große Probleme hast?
-wieso willst du ausgerechnet für den Fall, daß du einen Job bekommst, mit Alg2 aufstocken?
-in welcher Form findet denn das Studium statt? Abends oder wie?
 

Erolena

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#7
Eine offene Frage ist, ob diese Hochschule (FOM) überhaupt staatlich anerkannt ist, so dass ein Vollzeitstudent überhaupt Bafög bekommen könnte. Ich lese nichts vom Bafög-Anspruch (für Präsenzstudenten) auf den FOM-Seiten.

Welche Auswirkungen es beim Jobcenter hat, wenn die HS gar nicht anerkannt beim Bafög ist, kann ich dir nicht sagen.
Meine Vermutung: Wenn die Arbeitskraft nicht voll in Anspruch genommen wird, könntest du trotzdem ALG 2 beziehen. Denn nach meiner Meinung kannst du in deiner "Freizeit" machen was du willst, also auch Teilzeit irgenwo studieren. Die Frage der Vermittelbarkeit ist dann ein anderes Problem. Da könnte ein verständnisvoller Sachbearbeiter evtl. ein Auge zudrücken.

Aber zwei Schwierigkeiten:
1. deine Steuererstattung kassiert das Jobcenter im Zuflussmonat ein. Die kannst du nicht behalten.

2. Die privaten Studiengebühren (ebenso Schulgeld) werden vom Jobcenter nicht als Ausgabe anerkannt. Die sind dein Privatprobelm!

Lösungsideen: du hast eine reiche (Erb-)tante / Elternteil, die die Studiengebühr für dich bezahlt. Und am besten gleich direkt an die FOM überweist. Derjenige kann dann die Studiengebühr als Unterstützung eines armen Verwandten von der Steuer absetzen.

Oder: Angenommen du wllst die Studiengebühr aus dem erwerbstätigenfreibetrag selber bezahlen (Freibetrag ist bei 1000 Brutto etwa 280 Euro). Dann frag einen Steuerberater, ob du die Studiengebühr später nach Ende das Studiums, wenn du einen gut bezahlten Job hast, von der Steuer absetzen könntest. So ist es ja beim Vollzeitstudenten auch irgendwie gelöst, der aber meist nur einen Minijob hat. Aber dein (steuerliches) Problem: du willst ja jetzt schon steuerpflichtig arbeiten. Keine Ahnung, ob du dann trotzdem die Studiengebühren auf spätere Jahre verlagern könntest. (Auf frühere Jahre verlagern wäre zwar theoretisch möglich, aber dann kassiert das Jobcenter die Steuervergütung im Zuflussmonat ein, wie oben beschrieben.)

Dritte und vermutlich beste Lösung:
Geh zum Wohngeldamt und lass dir ausrechnen, wieviel Wohngeld dir zustünde, wenn du einen Teilzeitjob mit xxxx Euro Brutto hättest. Oder Wohngeldrechner benutzen. Etliche Wohngeldrechner findest du im Internet. Zum Beispiel diesen:

Ingo Turski: Wohngeld-Berechnung
 
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