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Frage zu Jobangebot nach Praktikum

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Ragnaroek

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#1
Tagchen allerseits...

Ich hab da mal eine Frage:

Ich bin seit Oktober in einem Praktikum, was bei der Arge aber als Minijob läuft, da ich 400 Euro im Monat an Vergütung bekomme. Als Vertrag habe ich aber einen Praktikumsvertrag.

Jetzt kann es so ausschauen das der Chef mich nach der Zeit übernehmen will. Damals hat er schon davon geredet und für das erste Jahr den Betrag "1000 Euro" in den Raum geworfen.

Nun ist mir aufgefallen dass die meisten Unternehmer ja von Brutto-Beträgen reden. Das würde heissen dass da ja dann noch Steuern runter kommen und so.

Laut Spiegel-Rechner würden mit dann knapp 750 Euro übrig bleiben. Nach abzug der Fahrtkosten würden mir dann knapp über 600 Euro bleiben, was für mich eindeutig zu wenig ist (zum Leben).

Zu erwähnen bleibt noch das ich gelernter Fachinformatiker bin und als Mediengestalter (auch wenn ungelernt) angestellt werden würde.

Wenn er mich jetzt zu dem Preis übernehmen würde, könnte ich das ganze auch ablehnen? Mein Gedanke ist das er meine Situation dann ausnutzen würde, weil entweder mache ich das oder ich bekomme Ärger mit der ARGE.

Im Grunde fühle ich mich auch nicht so superwohl hier. Die Kollegen sind klasse, aber der Chef ist jemand der den Bezug zur Realität leicht verloren hat.

Zudem sind von den ganzen Versprechungen (das ich geschult und schlau gemacht werde) nichts übrig geblieben. Ich komme mir hier eher wie eine billige Arbeitskraft vor. Ein typischer Praktikant halt...

Kann mir evt jemand bei meinen Fragen helfen?

wäre klasse

besten dank sagt artig

Ragna...
 
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#2
Hallo Ragnaroek,

vielleich bekommst du noch ergänzendes ALG2 dazu, das kann ich dir aus Kopf nicht zusagen.

Dazu müßte ich erstmal deinen Bedarf wissen?
Wohnst du alleine? verheiratret Kinder? Miete?

Schaumal in den §11 SGB2 dort wird einiges erklärt mit zuverdienst. Sonst schreibe mir ein persönliche nachricht.

Bianca
 

Ragnaroek

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#3
An ALG II-Bezügen bekomme ich 647 Euro im Monat. Damit würde ich nach meiner Rechnung nach Abzug der Steuern und Fahrtkosten 20-30 Euro drunter liegen (bei 1000 Euro)...
 
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#4
Hallo,

gehen wir mal von 750 Euro auf die Kralle aus, die du verdienst.

Dann gilt folgendes:
100 Euro Grundfreibetrag
130 Euro Freibetrag im Segment von 100-800 Euro
somit sind anrechenbar 750-230=520 Euro

647 dein jetziges ALG2 Geld - 520 = 127 Euro ergänzendes ALG2 Geld.

Das bedeutet im Umkehrschlus du hast Monatlich 750 plus 127 Euro = 877 Euro zur verfügung.

Dies ist nur grob gerechnet denn wenn dein Grundfreibetrag höher ist bekommst du ja mehr

Bianca
 

Ragnaroek

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#5
Das mag sein...sicher ist das auch was mehr...aber was mich am meißten aufregt dass man im Grunde dabei mit mir machen kann was man will. Wenn mein Chef weiss das ich jeden Job annehmen muss kann er mit mir jedes Gehalt aufdrücken. Weil er weiß das ich dafür arbeiten muss. Und für einen Mediengestalter (oder Fachinformatiker, jenachdem als was er mich einstellt - oder eher welche Arbeit ich dort machen muss) sind 877 Euro ein Witz.

Soll das so den Rest meines Lebens weitergehen? So werde ich immer von anderen abhängig sein und nie wirklich auf eigenen Beinen stehen...
 

Koelschejong

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#7
Das mag sein...sicher ist das auch was mehr...aber was mich am meißten aufregt dass man im Grunde dabei mit mir machen kann was man will. Wenn mein Chef weiss das ich jeden Job annehmen muss kann er mit mir jedes Gehalt aufdrücken. Weil er weiß das ich dafür arbeiten muss. Und für einen Mediengestalter (oder Fachinformatiker, jenachdem als was er mich einstellt - oder eher welche Arbeit ich dort machen muss) sind 877 Euro ein Witz.

Soll das so den Rest meines Lebens weitergehen? So werde ich immer von anderen abhängig sein und nie wirklich auf eigenen Beinen stehen...
Wie Dir bianca.aachen schon vorrechnete, bleiben Dir einige EUR von Deinem Verdienst übrig. Du hast sicherlich Recht, ein Nettolohn von ca. 880 EUR ist nicht gerade üppig - egal, wie Du ich nennst.
Die Frage ist aber doch ganz einfach:
Was willst Du mit Deinem Gejammere bewirken?
Eine Änderung der globalen Lage im Allgemeinen?
Eine Abstrafung Notlagen ausnutzender Arbeitgeber?
Eine Verpflichtung des Staates Dir einen angemessenen Job zu besorgen?

Nichts dergleichen wirst Du erreichen! Dir wird ein, zugegeben vielleicht mieser, Job angeboten. Damit stehst Du schon mal wesentlich besser da, als die Masse der hier Lesenden und Schreibenden.
Du hast in der Praxis folgende Wahl:
a) Ablehnen und ggf. Sanktionen hinnehmen.
b) Annehmen und etwas mehr in der Tasche haben, als jetzt.

Völlig unbenommen ist Dir natürlich die Möglichkeit, Dir selbst einen tollen, super bezahlten Job in Dir angenehmer Umgebung zu suchen. Die Chancen dafür dürften aber bei gleichzeitiger Nutzung der Möglichkeit b) deutlich steigen.

So, jetzt habe ich mich mal wieder bei Einigen unbeliebt gemacht, weil ich es vorziehe, mich im bestehenden System zu bewegen anstatt mich hinzusetzen und das System mit großen Worten klein zu reden. In Erwartung der fälligen Rügen - Kölle Alaaf
 

Ragnaroek

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#8
Wieso unbeliebt? Im Grunde hast Du doch recht...und gerade das ist es was ich so zum kotzen finde: Ich habe keine Wahl...

Ich bin aber auch eher jemand der sein Haupt vor niemanden beugt (wie man so schön sagt)...und daher habe ich mit sowas halt mehr Probleme als andere vielleicht...

Aber ich finde es halt sch.... so "ausgeliefert" zu sein...und das andere meine Notlage so ausnutzen würden....und das darf man doch schließlich noch sagen...;-)

Ragna
 

Rounddancer

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#9
Ja, wir haben da keine Wahl. Job da, und wr müssen annehmen.
Aber: Die Hoffnung auf nen besseren Job bleibt. Also weiter arbeitssuchend gemeldet bleiben.
Und es kommt dazu: Bewerbungen aus einem Job heraus sind beim Bewerbungsverfahren woanders privilegiert, mehr wert als Bewerbungen von Erwerbs- oder gar Langzeiterwerbslosen.
 

Arco

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#10
Wie Dir bianca.aachen schon vorrechnete, bleiben Dir einige EUR von Deinem Verdienst übrig. Du hast sicherlich Recht, ein Nettolohn von ca. 880 EUR ist nicht gerade üppig - egal, wie Du ich nennst.
Die Frage ist aber doch ganz einfach:
Was willst Du mit Deinem Gejammere bewirken?
Eine Änderung der globalen Lage im Allgemeinen?
Eine Abstrafung Notlagen ausnutzender Arbeitgeber?
Eine Verpflichtung des Staates Dir einen angemessenen Job zu besorgen?

Nichts dergleichen wirst Du erreichen! Dir wird ein, zugegeben vielleicht mieser, Job angeboten. Damit stehst Du schon mal wesentlich besser da, als die Masse der hier Lesenden und Schreibenden.
Du hast in der Praxis folgende Wahl:
a) Ablehnen und ggf. Sanktionen hinnehmen.
b) Annehmen und etwas mehr in der Tasche haben, als jetzt.

Völlig unbenommen ist Dir natürlich die Möglichkeit, Dir selbst einen tollen, super bezahlten Job in Dir angenehmer Umgebung zu suchen. Die Chancen dafür dürften aber bei gleichzeitiger Nutzung der Möglichkeit b) deutlich steigen.

So, jetzt habe ich mich mal wieder bei Einigen unbeliebt gemacht, weil ich es vorziehe, mich im bestehenden System zu bewegen anstatt mich hinzusetzen und das System mit großen Worten klein zu reden. In Erwartung der fälligen Rügen - Kölle Alaaf

:icon_daumen: :icon_daumen: ..... und Kassel Helau ;) ein bützje für de pfründe ( wird wohl falsch geschrieben sein - aber wir wissen ja was gemeint war )
 

Koelschejong

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#11
:icon_daumen: :icon_daumen: ..... und Kassel Helau ;) ein bützje für de pfründe ( wird wohl falsch geschrieben sein - aber wir wissen ja was gemeint war )
Pfründe ist das, was so gemeinhin im Rahmen des berühmten kölschen Klüngels unter guten Fründe unter der Hand aufgeteilt wird - wobei die Handlung als solche wohl leider mittlerweile weit verbreitet ist, auf den schönen Namen dafür machen wir aber Urheberrechte geltend.

Und huch, ich bin verwirrt:icon_confused:keine heftige Kritik bisher von den üblichen Verdächtigen an meiner pragmatischen Einstellung - na ja, das wussten wir Jecken doch schon immer - die Narren haben eine durchaus Frieden stiftende Funktion.
Und sich beugen heißt für mich nicht, sich an kurzfristig unabänderlichen Fakten orientieren und unter Berücksichtigung dieser Fakten eine für sich optimal Lösung erarbeiten. Sich beugen heißt nur, aus den Fakten den Schluss zu ziehen: Es hat ja doch alles keinen Zweck, ich mach jetzt gar nichts mehr.
 
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