Frage wegen Sperrzeit bei ALG 1

  • Starter*in Gelöschtes Mitglied 59731
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G

Gelöschtes Mitglied 59731

Gast
Hallo zusammen
bin sehr neu hier und hoffe mein Anliegen in der richtigen Rubrik untergebracht zu haben :)
Ich habe 2015 in einer Firma für 6 Monate gearbeitet. Durch ein vertragswidriges Verhalten meiner seits kam es zur Kündigung.(Sehr grosser Streit mit einer Kollegin wo ein Becher Kakao geflogen war)Kündigung also gerechtfertigt.
Bin seitdem Krankgeschrieben in Behandlung usw...Nun muss ich mich bald wegen Arbeitslosengeld beim Arbeitsamt wieder melden.Meine Frage ist nun kann man mich noch für den Vorfall sperren?
Oder ist das zulange her?
Ein Attest würde ich bekommen das es aus einem Affekt das ganze heraus passiert ist und mit meiner Erkrankung mehr oder weniger zusammenhängt.
Hoffe auf hilfreiche Antworten eurerseits.Danke
 
G

Gelöschtes Mitglied 59731

Gast
Durchgehende Krankschreibung stehe kurz vor Aussteuerung,habe bis jetzt Krankengeld bezogen...Kündigung wurde mit frist von 4 Wochen eingehalten aber war ja noch in der Probezeit....befristeter Vertrag und so...
Berufliche reha über Rentenversicheung genehmigt warte jetzt nur noch ab wann sie anfängt.
Eigentlich ist nur wichtig kann man mich solange noch rückwirkend wenn sperren?Wenn ich ab Ende Mai ALG 1 bantrage weil das ganze ja jetzt 16 Monate fast her ist.
Gibt es da irgendeinen bestimmten Paragraphen der das irgendwie regelt??.
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Ich hab da nirgends was zu gefunden.
Ich gehe mal davon aus das du eine 12 Wochen Sperrzeit bekommst.
Die Sperrzeit tritt ja gemeinerweise erst am ersten Tag des ALG I Anspruches in Kraft. Und bisher hast du dich ja noch nicht arbeitslos gemeldet.
Kannst es versuchen und die Krankheit für die Kündigung verantwortlich machen.
Dran denken dich 3 Monate vor dem ersten Arbeitslostag Arbeitssuchend zu melden.
 

Makale

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Ich beantworte die Frage mal....

Die Sperrzeit ist bereits abgelaufen. Eine solche tritt kraft Gesetzes am Tag nach dem sperrzeitbegründeten Ereignisses unabhängig von der Inanspruchnahme von ALG I ein.

Beispiel: Am 15.03.2015 erfolgte eine verhaltensbedingte fristlose Kündigung. Mit Ablauf dieses Tages tritt kraft Gesetzes die Sperrzeit von 12 Wochen ein. Ein ALG I Antrag spielt für den Fristbeginn keine Rolle. Die zweite Sanktion neben der Sperrzeit -> die Minderung der Anspruchsdauer setzt einen Antrag auf ALG I sowie Feststellung des sperrzeitrelevanten Umstandes durch die AfA innerhalb des Sperrzeitzeitraumes voraus. Ohne Antrag keine Feststellung, ohne Feststellung keine Anspruchsminderung. Also immer erst nach Ablauf von 12 Wochen zur AfA gehen. Achtung: Eine Sperrzeit wird Tag genau berechnet! Wenn zum Ende des 12 Wochenzeitraumes ALG I beantragt wird, kassiert man noch die Anspruchsminderung bzw. Verkürzung des Anspruchszeitraumes.
 
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ALGler

Gast
Hallo Makale,

der TE ist fristgerecht gekündigt worden.

Ich beantworte die Frage mal....

Die Sperrzeit ist bereits abgelaufen. Eine solche tritt kraft Gesetzes am Tag nach dem sperrzeitbegründeten Ereignisses unabhängig von der Inanspruchnahme von ALG I ein.

Die Sperrzeit tritt mit dem Beginn der Leistungzahlung durch die AfA ein. Beginnt eine AU direkt im Anschluß einer Kündigung erfolgt eine Sperrzeit bei Leistungsbeginn und nicht nach dem ersten Tag nach der Kündigung.

Kannst du mir bitte die Rechtsgrundlage dazu senden? Ich kenne nur meine beschriebene Variante.

Gruß vom ALGler
 
G

Gelöschtes Mitglied 59731

Gast
Das habe ich grade gefunden ist doch das was Makale meint oder??:)

Denn die so genannte Sperrzeit beginnt entgegen einer - auch in vielen Arbeitsagenturen - verbreiteten Ansicht jedoch nicht mit dem Tag der Arbeitslosmeldung, sondern ab dem Tag der Beschäftigungsaufgabe. Auf ein entsprechendes Urteil des Bundessozialgerichts (AZ: B 7 AL 136/01 R vom 17. Oktober 2002) hat kürzlich das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen in Essen (AZ: L 12 (1) AL 119/03 vom 22. September 2004) Bezug genommen.
 

BerndB

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Meine allgemeine Auffassung zum Beginn einer Sperrzeit:
Die Sperrzeit beginnt mit dem Tag nach dem Ereignis.
Ereignis ist der letzte Beschäftigungstag.
Die Sperrzeit beginnt also mit dem ersten Tag der Beschäftigungslosigkeit (Ende der Beschäftigung). Nicht mit Beginn der Arbeitslosigkeit, die ja bspw. Verfügbarkeit voraussetzt.
Beispiel: AU läuft nahtlos 6 Monate über die Beschäftigung weiter. Arbeitslosmeldung erfolgt nach 6 Monaten. Die Sperrzeit ist schon abgelaufen.
Alg wird sofort gezahlt. Der Alg-Anspruch wird aber trotzdem um 12 Wochen gekürzt.

Allerdings wird keine Sperrzeit mehr verhängt, wenn zwischen Ereignis und Arbeitslosigkeit ein zu großer Zeitraum liegt.
 
A

ALGler

Gast
Hallo lenovo1,

diese Urteile beziehen sich auf die Tatsache, dass es einen wichtigen Grund für die Kündigung gab. Sie sind nicht auf normale Kündigungen anzuwenden.
Daher ist es meiner Ansicht nach wichtig für dich deine Kündigungsgründe "ärztlich" begründen zu können.

Das habe ich grade gefunden ist doch das was Makale meint oder??:)

Denn die so genannte Sperrzeit beginnt entgegen einer - auch in vielen Arbeitsagenturen - verbreiteten Ansicht jedoch nicht mit dem Tag der Arbeitslosmeldung, sondern ab dem Tag der Beschäftigungsaufgabe. Auf ein entsprechendes Urteil des Bundessozialgerichts (AZ: B 7 AL 136/01 R vom 17. Oktober 2002) hat kürzlich das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen in Essen (AZ: L 12 (1) AL 119/03 vom 22. September 2004) Bezug genommen.

Gruß vom ALGler
 
G

Gelöschtes Mitglied 59731

Gast
Wo steht es denn das es dafür einen wichtigen Grund geben muss ? Ich hatte eine verhaltensbedingte Kündigung ende 2015 bekommen also ich hoffe halt nicht das man daraus noch was drehen kann :-(
insgeheim stütze ich mich doch darauf auf diese urteile oder das es hoffentlich schon zu lange her ist usw

ich finde auch gerade immer nur die sätze sperrzeit beginnt mit arbeitsaufgabe und nicht mit antragsstellung
ja hoffe ich verstehe das alles richtig :)

(2. Nach § 148 Abs. 2 Satz 2 SGB III entfällt die Minderung für eine Sperrzeit, wenn das die Sperrzeit begründende Ereignis länger als ein Jahr zurückliegt. )gerade auch noch gefunden durch stundenlanges googeln ich hoffe ich bringe mir gerade selbst noch ein bisschen licht ins dunkel :)

trotzdem vielen dank für euer bemühen mir zu helfen :)
 

Makale

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§ 159 Abs. 2 Satz 1 SGB III - steht alles drin im Gesetz und diesen habe ich oben übersetzt.

Hinsichtlich der Anspruchsminderung habe ich mich geirrt. Diese entfällt erst nach Ablauf von 12 Monaten bzw. 1 Jahr nach dem sperrzeitbegründeten Ereignis. Dies spielt in dem Fall hier aber auch keine Rolle.

Es steht also keine Leistungseinschränkung zu befürchten.
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Ich hab nochmal ein bischen gestöbert und das gefunden
https://www.arbeitsagentur.de/zentr...beitslosigkeit/Publikation/pdf/GA-Alg-159.pdf
159.2.1
(1) Sie beginnt grundsätzlich mit dem Tag nach dem Ereignis, an dem alle Tatbestandsmerkmale erfüllt sind, welche die Sperrzeit begründen. Wird ein Beschäftigungsverhältnis beendet, beginnt die Sperrzeit mit der Beschäftigungslosigkeit, auch wenn das Arbeitsverhältnis fortbesteht.
Die Sperrzeit läuft unabhängig von einem Leistungsanspruch kalendermäßig ab. Andere Ruhenstatbestände, Versagungs- und Entziehungstatbestände haben darauf keinen Einfluss.
Das wäre meiner Meinung nach dein erster Krankheitstag als du noch beschäftigt wars(ab da wars du beschäftigungslos). Demnach wäre deine Sperrzeit schon lange vorbei.
 
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