Frage wegen 6 Wochen Lehrgang (1 Betrachter)

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Pitti666

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Hallo, bin seit 1.06.07 nun wieder arbeitslos. Da meine Frau schon länger arbeitslos ist bekomm ich zwar Arbeitslosengeld aber alles andere wird über das alg2 Amt abgewickelt (Bedarfsgemainschaft) nun teilte man mir dort beim ALG2 Amt mit das nach etwa 3 Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein 6-Wöchiger Lehrgang ins Haus steht in dem die Leute Bewerbungsschreiben verfassen müssen sowie als Praktikanten in Betrieben untergebracht werden. Ansich eigentlich ne gute Idee da man so wieder Kontakte knüpfen kann. Was mich aber wundert ist, das die Frau dort meinte das sowas generell nach 3 Monaten bei jeden passiert sofern dieser weder ein neues Arbeitsverhältnis noch ein Nebenjob vorweisen kann.

Meine Frage: ist dem so oder wird hier jemand nur in eine Massnahme gedrängt um Ihre Statistiken zu schönen? Wenn ja laut welcher Rechtsgrundlage können die einen dazu verdonnern? Mich würde es jetzt im September treffen. Persönlich bin ich schon etwas enttäuscht darüber, dass ich zwar vom Arbeitsamt mein Geld bekomme aber Verwaltet bzw. Betreut werde durch das ALG2 Amt. Beim Arbeitsamt wird man zur Vermittlung garnicht geführt, und gerade da denke ich hätte ich mehr Chancen einen neuen Job zu bekommen als beim ALG2 Amt.
 
E

ExitUser

Gast
Bewerberseminare = zum gammeln genötigt

Hallo Pitti,

[...] teilte man mir dort beim ALG2 Amt mit das nach etwa 3 Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein 6-Wöchiger Lehrgang ins Haus steht in dem die Leute Bewerbungsschreiben verfassen müssen sowie als Praktikanten in Betrieben untergebracht werden. Ansich eigentlich ne gute Idee da man so wieder Kontakte knüpfen kann.
... an sich eine gute Idee. Nur werden solche Seminare in der Regel nach dem Kontraprinzip verteilt. D.h., wer darum bittet bekommt nichts - wer sie nicht braucht wird dazu gezwungen.
Ich hatte mein letztes Bewerberseminar 2003. Ein massiver Reinfall! Offiziell waren 4 Wochen Schulung und begleitende EDV-Praxis, Stellensuche unter Anleitung und aktive Hilfe bei den Anschreiben versprochen. Praktisch wurden wir eine Woche lang vollgelabert und dann drei Wochen lang mit uralten PCs allein gelassen. Die PCs mußten wir uns noch mit drei weiteren Gruppen teilen. Die Dozenten, die für 4 Wochen Arbeit bezahlt wurden, die waren bereits bei der nächsten Gruppe die sie eine Woche volllaberten. Und so weiter. Je 20 Menschen wurden eine Woche lang bedient, drei Wochen lang allein gelassen; dafür wurde 4 Wochen lang bezahlt. Und mehr als unausgegorene Vorschläge aus Büchern abzulesen, wurde auch nicht geboten.
Das angestrebte Praktika ist mehrheitlich ausgefallen. Die Industrie wollte die Bemühungen nicht hinnehmen.
Nun, ja, vier Wochen Urlaub und abhängen. Bei dir werden es wohl 6 Wochen sein.


Was mich aber wundert ist, das die Frau dort meinte das sowas generell nach 3 Monaten bei jeden passiert sofern dieser weder ein neues Arbeitsverhältnis noch ein Nebenjob vorweisen kann.

... hier kocht jeder Landkreis sein eigenes Süppchen. Manche Regionen bieten überhaupt nichts an. Andere wollen ihre Kunden mehrfach in denselben Kurs schicken.


Meine Frage: ist dem so oder wird hier jemand nur in eine Massnahme gedrängt um Ihre Statistiken zu schönen? Wenn ja laut welcher Rechtsgrundlage können die einen dazu verdonnern?
... die Beschönigung der Statistik ist einer der Gründe. Denn ab 4 Wochen Kurs im Sinne des SGB III gilt man nicht mehr als Arbeitslos gemeldet.
Ein anderer Grund ist die Kungelei und Korruption die sich in Deutschland breit macht. Anbieter die Golffreunde des ARGE-Leiters sind, die bekommen alles bewilligt, teuer bezahlt, und müssen nur angebliche Leistungen abliefern.

Das Recht auf solche Maßnahmen findest du im SGB III. Z.B. hier: https://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/
Im vierten Kapitel ist umschrieben wann du etwas bekommen kannst, falls du es benötigst.
Der Zwang derlei zu benötigen, ob es dir passt oder nicht, den findest du dann im SGB II - dem am deutlichsten vermurksten Buch der PHartz-Reform. Hier besonders der § 2 der dich gegen deinen Willen zu allem zwingen kann; und der § 16, der ausdrücklich auf die Hilfen aus Buch Drei verweist.



Mich würde es jetzt im September treffen. Persönlich bin ich schon etwas enttäuscht darüber, dass ich zwar vom Arbeitsamt mein Geld bekomme aber Verwaltet bzw. Betreut werde durch das ALG2 Amt. Beim Arbeitsamt wird man zur Vermittlung garnicht geführt, und gerade da denke ich hätte ich mehr Chancen einen neuen Job zu bekommen als beim ALG2 Amt.

... du sollst aber keine neue Arbeitsstelle bekommen. Du sollst an HIV sterben, je früher desto besser, und möglichst noch deine Verwandtschaft anstecken.
Die PHartz-Reform hat nicht das Ziel die Menschen aus der Arbeitslosigkeit zu befreien, sondern sie in der Arbeitslosigkeit zu halten. Und wenn sich eine Möglichkeit bietet dich schneller an das PHartz-Amt zu überstellen, dann wird diese konsequent genutzt. Wir leben doch nicht im Märchen wo der Prinz die Bauerntochter ehelicht und diese zu Adel erhebt. Wir stehen kurz vor einem indischen Kastensystem! Und wer aus einer höheren Kaste stammt, sich aber mit einer niederen Kaste verbündet, der fällt in die niedere Kaste.
 

Pitti666

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na is schon krass was hier in Deutschland so abgeht :(


danke für deine antwort :)
 
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Rounddancer

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Gleiche Datenbasis

Pitt et al,
wenn es darum geht, über das AA oder die ARGE Jobs angeboten zu bekommen,
so ist das Jacke wie Hose. Denn die Basis der Stellenangebote ist die selbe Datenbank. Und in der ist meistens nichts/nicht viel drin.

Und das Handling, d.h. das Suchprofil?
Nun, bei mir war das so, daß erst meine Alg II-Fall-Managerin es bemerkte, daß die "Arbeitsvermittler" beim AA die Maschine nur nach GF-Stellen für Leute ohne Berufsausbildung suchen ließen,- klar, daß da nichts bei rauskam (selbst wenn was dringewesen sein sollte). Und erst sie hat dann der Maschine gesagt, daß ich aus- und weitergebildet bin,- und daß ich außer für leitende- auch für Support-, und Sachbearbeiterstellen, etc. einsetzbar bin.

Also: Kopf hoch!
Und eine evtl. angebotene Maßnahme einfach absitzen/mitnehmen/mitmachen,- vielleicht sagen ja dann auch Deine Referenten, daß sie von Dir/Euch mehr gelernt hätten, als Du/Ihr von ihnen...
 

Pitti666

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Pitt et al,
wenn es darum geht, über das AA oder die ARGE Jobs angeboten zu bekommen,
so ist das Jacke wie Hose. Denn die Basis der Stellenangebote ist die selbe Datenbank. Und in der ist meistens nichts/nicht viel drin.
ne ne, stimmt nicht, Laut einem Fernsehbericht vor einiger Zeit stehen das Arbeitsamt und das ALG2 Amt im direkten Konkurenzkampf wer am meisten Stellen vermittle. Überleg mal wo als erstes Stellenangebote eingehen, beim Amt für Grundsicherung oder beim Arbeitsamt? ;-(


selbst wenn die auf ein und dieselbe Datenbank zugreifen ist es in der Praxis doch so das viele Jobs vor Ihrer Veröffentlichung in der Datenbank schon vergeben sind, warum nur? !


Wer Bezeihungen hat... mehr sag ich dazu nicht
 
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