Folgender fiktiver Fall: Überschuldet & Erbe im ALG2 Bezug - Was passiert mit den eigenen Schulden? (1 Betrachter)

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KoalaAustralien

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Liebe Foren-Mitglieder,

ich hoffe, es geht euch gut und ihr hattet ein schönes sonniges Wochenende.

Mein Anliegen betrifft
folgenden fiktiven Fall:​
Angenommen man selbst ist Bezieher von ALG2 ("Hartz 4"), mit etwa 25.000 Euro überschuldet und kurz vor der Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens ("Privatinsolvenz").

Die Mutter ist bereits verstorben und der Vater verstirbt während des ALG2-Bezugs. Man erbt ca. 20.000 Euro an Sparguthaben als auch eine Eigentumswohnung des Vaters (Verkehrswert ca. 50.000 Euro).

Der ALG2-Bezug würde schlagartig enden.
Wie verhält es sich mit den eigenen Schulden?
Müssten diese in Gänze unverzüglich beglichen werden?
Müsste die Eigentumswohnung umgehend veräußert werden?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.
Eine kurze Internet-Recherche ergab, dass wohl 30% der Schulden mit dem Erbe beglichen werden müssten.
Ist dies korrekt oder habe ich da etwas falsch verstanden? Welche Auswirkungen hat ein Erbe auf ein Verbraucherinsolvenzverfahren?

Herzlichen Dank vorab!

Koala
 

TazD

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Das Erbe gehört mit Eröffnung des Insoverfahrens zur Insolvenzmasse und wird vom Treuhänder verwendet, um die Schulden zu begleichen.
 

KoalaAustralien

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Die kompletten Schulden (ca. 20.000 - 25.000 Euro) würden also mit dem geerbten Geld beglichen werden?

Ist das wasserdicht?
Die Eigentumswohnung müsste man aber nicht veräußern, oder?

So wirklich mag ich das erst glauben, wenn mir das ein Fachanwalt für Insolvenzrecht bestätigt hat. Wäre ggf. ratsam eine Meinung von dort einzuholen.

Danke & Gruß!

Koala
 

axellino

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Ist das wasserdicht?
@TazD seine Aussage ist aufjedenfall in der form wasserdicht, das ein Erbe im eröffneten Verfahren und bis zur dessen Aufhebung, grundsätzlich massezugehoerig wäre (§ 35 Abs.1 InsO) und ein Insolvenzschuldner ab Eröffnung des Verfahrens und bis zur dessen Aufhebung (§ 200 InsO), keine Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über sein vorhandenes Vermögen und evtl. neu erlangten Vermögen mehr hat (§ 80 Abs.1 InsO)

Ist das Verfahren erstmal aufgehoben worden und man befindet sich in der sogenannten Wohlverhaltensphase seines Verfahrens, dann wäre (nur) noch die hälfte eines Erbes abzuführen (§ 295 Abs.1 Nr.2 InsO) und sonstiger in diesen Verfahrensabschnitt erlangter Vermögenszuwachs, bliebe irrelevant fürs Verfahren und somit den Insolvenzschuldner in der eigenen Tasche.:feiern:
wenn ebend zu diesen Zeitpunkt kein Sozialleistungsträger die Hände darauf halten könnte:sorry:

wenn mir das ein Fachanwalt für Insolvenzrecht bestätigt hat. Wäre ggf. ratsam eine Meinung von dort einzuholen.
Davon wird dich sicher keiner abhalten :popcorn:
 
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