Folgeeinladung! Wie Bitte?

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Gommer

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Habe am 23.07 einen Termin bei mein Liebling SB gehabt habe ihnen dann mit einer Begleitung natürlich auch wahr genommen. Als wir denn Raum betreten war auch jemanden anwesend denn ich noch nie kannte, diese Person hat dann mein Beistand mehrmals aufgefordert ihm sein Ausweis zu zeigen. Da es dann im Gespräch dann ziemlich rau zuging habe ich dann mit mein Begleiter das Gespräch abgebrochen und bin dann gegangen.

Heute kam dann eine Folgeeinladung die auch nur zum lachen ist?

Meine frage muß ich die so wahrnehmen?

Ist diese Aufforderung überhaupt rechtmäßig?
 

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edelweiß

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eine Anhörung nach §24 ist kein zulässiger Meldegrund .
Du solltest aber schriftlich Stellung nehmen,Du hast ja Zeugen für den Verlauf des "Gesprächs".
Mal sehen ob "Es" dann immernoch sanktionieren will.
 

Couchhartzer

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Ist diese Aufforderung überhaupt rechtmäßig?
Ja, ist sie, denn es steht zwar oben in der Einladung etwas von "Anhörung", aber das ist nur ein zusätzlicher Hinweis wegen der beabsichtigten Sanktionssache.
In der Anhörungssache solltest du - wenn - dann nur schriftlich mit deiner Stellungnahme des Sachverhaltes antworten (sofern du überhaupt darauf antworten möchtest / Hinweis: Es gibt KEINE gesetzliche Pflicht auf Anhörungen unmittelbar zu antworten, sondern man kann darauf auch noch später bei einer eingetroffenen Sanktion über das Rechtsverfahren seine Darstellungen des Tatsachenverlaufes vorbringen).

Der eigentliche beabsichtigte Einladungsgrund steht allerdings unter dem Termin der für den 06.08.2014 ist und der ist so auch zulässig.
Bei diesem Termin also einfach wieder mit Beistand erscheinen und im Termin aber NICHTS in der Anhörungssache erwähnen!
 

Caso

Accountproblem bitte Admin informieren.
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Habe am 23.07 einen Termin bei mein Liebling SB gehabt habe ihnen dann mit einer Begleitung natürlich auch wahr genommen. Als wir denn Raum betreten war auch jemanden anwesend denn ich noch nie kannte, diese Person hat dann mein Beistand mehrmals aufgefordert ihm sein Ausweis zu zeigen. Da es dann im Gespräch dann ziemlich rau zuging habe ich dann mit mein Begleiter das Gespräch abgebrochen und bin dann gegangen.

Heute kam dann eine Folgeeinladung die auch nur zum lachen ist?

Meine frage muß ich die so wahrnehmen?

Ist diese Aufforderung überhaupt rechtmäßig?
Das Ding wäre doch eine grandiose Gelegenheit, den SB mal über seine eigene *** stolpern zu lassen.
Am 23.7 geschrieben.
Du wurdest am 23.7. eingeladen.
Du wurdest zum 23.7. eingeladen.
Schon 3 Ohrfeigen fällig---verbale natürlich!

Und was steht auf Seite 2? Daß die Einladung sanktionsbewehrt ist?
Der Meldetermin ist zulässig, denn der SB will mit dir über deine berufliche Situation sprechen.
 

Fritz Fleißig

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Nein - meiner Ansicht nach.

Der SB weiß hier offenbar selber nicht, weshalb eingeladen wird.

Eine verbindliche Aufforderung zur persönlichen Meldung muß nach § 309 SGB III (gegebenenfalls in Verbindung mit § 59 SGB II, der aber eigentlich nur auf ersteres verweist) erfolgen und könnte "zur Besprechung der beruflichen Situation" erfolgen. Es wird hier aber gerade nicht nach § 309 SGB III eingeladen. Folglich ist das auch keine verbindliche Meldeaufforderung. Es ist auch nicht davon die Rede, daß der erste Meldetermin jetzt nachgeholt werden soll oder ähnliches. Ich kann auch keine RFB finden, befindet sie sich auf der Rückseite?

Es soll, wie aus dem ganzen Brief hervorgeht, eine mündliche Anhörung durchgeführt werden, bei der es um die "Verhinderung" des letzten Meldetermins durch angebliche Verweigerung eines Gesprächs geht. Dazu kann man sich aber auch schriftlich äußern. Der letzte Satz ist ganz offensichtlich nur ein vorgeschobener Grund.

Nebenbei: "Zuhörer" auf Sachbearbeiterseite braucht man nur zu dulden, wenn diese mit dem Fall irgendwie dienstlich befaßt sind, beispielsweise der Vorgesetzte (Arbeitsgruppenleiter, englisch: Team-Leiter) des SB, aber keine zufällig hinzugebetenen Kollegen des SB. Grund: Datenschutz, auch innerhalb der Behörde.

Der Beistand braucht sich nicht auszuweisen, da er nicht anstatt des Meldepflichtigen als Bevollmächtigter auftritt, sondern nur zusammen mit diesem.
 

Gommer

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Nein - meiner Ansicht nach.


Nebenbei: "Zuhörer" auf Sachbearbeiterseite braucht man nur zu dulden, wenn diese mit dem Fall irgendwie dienstlich befaßt sind, beispielsweise der Vorgesetzte (Arbeitsgruppenleiter, englisch: Team-Leiter) des SB, aber keine zufällig hinzugebetenen Kollegen des SB. Grund: Datenschutz, auch innerhalb der Behörde.

Der Beistand braucht sich nicht auszuweisen, da er nicht anstatt des Meldepflichtigen als Bevollmächtigter auftritt, sondern nur zusammen mit diesem.

Ich habe auch diese Person gefragt ob er Teamleiter oder auch Vorgesetzte von mein SB ist. dieses wurde auch dann verneint!

Gibt es ein Paragraph dazu? wo finde ich dieses und wie gehe ich hier am besten damit weiter?

Das mein Beistand sich nicht legitimieren muß weis ich!

Ja ein RFB ist dabei werde ich gleich hoch laden........
 

Fritz Fleißig

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@Gommer

Dazu gibt es keinen besonderen Paragraphen, sondern das ist ein ganz grundsätzlicher Aspekt des Datenschutzes. Dieser muß nicht nur nach außen, sondern auch innerhalb einer Behörde gewährleistet sein. Ein Mitarbeiter darf nur Kenntnis von Fällen haben, die er selbst bearbeitet oder für die er sonst irgendwie dienstlich zuständig ist - also beispielsweise als Vorgesetzter des SB. Es geht hier schließlich um recht persönliche Lebensumstände.

Aus dem gleichen Grund darf beispielsweise beim Finanzamt ein Finanzbeamter auch nicht in Steuerakten hineinschauen, die er nicht zu bearbeiten hat.
 
E

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Vorsicht! Es wurde ein konkreter Termin genannt und ein Grund:

Ich möchte mit ihnen über ihre aktuelle berufliche Situation sprechen.

Somit ist meines Erachtens ein bestimmter Grund vorgegeben. Hier versucht ein SB zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Die Einladung bestimmt zu halten und dabei gleich eine mündliche Anhörung durchziehen.
 

Gommer

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@Gommer

Dazu gibt es keinen besonderen Paragraphen, sondern das ist ein ganz grundsätzlicher Aspekt des Datenschutzes. Dieser muß nicht nur nach außen, sondern auch innerhalb einer Behörde gewährleistet sein. Ein Mitarbeiter darf nur Kenntnis von Fällen haben, die er selbst bearbeitet oder für die er sonst irgendwie dienstlich zuständig ist - also beispielsweise als Vorgesetzter des SB. Es geht hier schließlich um recht persönliche Lebensumstände.

Aus dem gleichen Grund darf beispielsweise beim Finanzamt ein Finanzbeamter auch nicht in Steuerakten hineinschauen, die er nicht zu bearbeiten hat.


Gut aber ofensichtlich interessiert das mein SB nicht!
Wie gehe ich jetzt damit um?
 

Charlot

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Gut aber ofensichtlich interessiert das mein SB nicht!
Wie gehe ich jetzt damit um?

Hingehen.
Natürlich mit Beistand.
Wird nach dem Ausweis gefragt, ihn darauf hinweisen, das er dazu nicht befugt ist. Soll er die Polizei rufen, die dürfe das.
Über die berufliche Situation sprechen. Wenn er eine Anhörung machen will, sage ihm das Du Dich schriftlich dazu äußerst. aber vorher brauchst Du schriftlich, was Dir eigentlich vorgeworfen wird.
ist eine zweite Person dabei und nicht der Teamleiter oä, ihn bitten, den raum zu verlassen.
 

Fritz Fleißig

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@Gommer

Ich würde an deiner Stelle folgendes machen, wenn du auf Nummer Sicher gehen willst:

Begib dich mit deinem Beistand zu diesem Termin, ob er nun verbindlich ist oder nicht. Sollte wieder ein Kollege des SBs da sein, fragst du danach, inwieweit er für die Bearbeitung des Falles dienstlich zuständig ist und wer er überhaupt ist. Hat er mit deinem Fall nichts zu tun, bittest du darum, daß diese Person aus Datenschutzgründen vor einer Fortsetzung des Gesprächs bitte den Raum verlassen möge. Geschieht dies nicht, wird das Gespräch höflich beendet, da der Datenschutz nicht gewährleistet ist.

Du hast dafür ja deinen Beistand als Zeugen.

Sollte die Sprache auf den vergangenen Termin kommen, verweist du darauf, daß du dich aus rechtlichen Gründen nur schriftlich äußern möchtest, da hier ein Sanktionsverfahren im Raume steht.

Abgesehen davon halte ich die Einladung jedoch für unverbindlich, da bislang kein Verweis auf die korrekte Rechtsgrundlage der Einladung - § 309 SGB III - ersichtlich ist, sofern es nicht noch in der rückseitigen RFB stehen sollte.
 

Gommer

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Hier noch die Seite 2 und 3 RFB
 

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Fritz Fleißig

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@Gommer

Das hättest du mal gleich einstellen sollen - vollständige Informationen hätten mir und anderen einiges an Schreiberei erspart. :frown:

Auf Seite 2 ist der nötige Verweis ("dies ist eine Einladung nach § 59 SGB II / 309 SGB III)". Folglich mußt du auch dort erscheinen.
 

Gommer

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@Gommer

Ich würde an deiner Stelle folgendes machen, wenn du auf Nummer Sicher gehen willst:

Begib dich mit deinem Beistand zu diesem Termin, ob er nun verbindlich ist oder nicht. Sollte wieder ein Kollege des SBs da sein, fragst du danach, inwieweit er für die Bearbeitung des Falles dienstlich zuständig ist und wer er überhaupt ist. Hat er mit deinem Fall nichts zu tun, bittest du darum, daß diese Person aus Datenschutzgründen vor einer Fortsetzung des Gesprächs bitte den Raum verlassen möge. Geschieht dies nicht, wird das Gespräch höflich beendet, da der Datenschutz nicht gewährleistet ist.

Du hast dafür ja deinen Beistand als Zeugen.

Sollte die Sprache auf den vergangenen Termin kommen, verweist du darauf, daß du dich aus rechtlichen Gründen nur schriftlich äußern möchtest, da hier ein Sanktionsverfahren im Raume steht.

Abgesehen davon halte ich die Einladung jedoch für unverbindlich, da bislang kein Verweis auf die korrekte Rechtsgrundlage der Einladung - § 309 SGB III - ersichtlich ist, sofern es nicht noch in der rückseitigen RFB stehen sollte.

Ich habe beim letzten Termin auf dem Datenschutz auch hingewiesen darum habe ich ja auch das Gespräch abgebrochen! Mein SB interessiert die Datenschutz Bestimmungen nicht!
 

Makale

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Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass derartige Meldeaufforderungen mangels Bestimmtheit rechtswidrig sind. Anerkannt in der Rechtsprechung ist, dass der Meldegrund mindestens stichpunktartig angegeben werden muss.

Ich möchte mit ihnen über ihre aktuelle berufliche Situation sprechen.

Damit könnte ich gar nichts anfangen. Was erwartet mich konkret denn nun bei dem Termin? Zulässig wäre z.B. Ausarbeitung einer (neuen) Eingliederungsstrategie, über vergangene Bewerbungsbemühungen und -erfahrungem sprechen, ggf. über eine Weiterbildung sprechen/vorstellen u.s.w.

Dieser Satz lässt Betroffene ins offene Messer laufen. Am besten mal anfragen, was konkret Inhalt der Vorladung sein soll, damit man sich wie das Gegenüber aufs Gespräch vorbereiten kann. Dieses Recht hat jeder Bürger. Wenn auf Stur seitens der Behörde gestellt wird, dann muss ggf. eine Korrektur der bisherigen z.T. unschlüssigen Rechtsprechung mithilfe eingehender Begründung erzwungen werden.
 

Fritz Fleißig

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Ich habe beim letzten Termin auf dem Datenschutz auch hingewiesen darum habe ich ja auch das Gespräch abgebrochen!
Das ist auch dein gutes Recht. Sollte es nochmal vorkommen, würde ich es genauso machen. Immer höflich bleiben und darauf hinweisen, daß du gerne das Gespräch fortsetzen würdest, nachdem nicht zuständige Personen sich entfernt haben.

Die ganze Sache kannst - und solltest - du dann schriftlich in der Anhörung schildern. Sollte es zu einer Sanktion kommen, darf sich dann die Rechtsabteilung damit befassen.
 

Gommer

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Das ist auch dein gutes Recht. Sollte es nochmal vorkommen, würde ich es genauso machen. Immer höflich bleiben und darauf hinweisen, daß du gerne das Gespräch fortsetzen würdest, nachdem nicht zuständige Personen sich entfernt haben.

Wo steht das? ich habe es mal irgendwo gelesen aber kann es leider nicht mehr finden. es wäre bestimmt für andere ELO's auch interessant da es öfters vorkommen wird!
 

Makale

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Im Übrigen gibt es bei Arbeitslosen schon begrifflich nix über ihre berufliche Situation zu sprechen. Sinn ergibt dies bei Aufstockern...

Nicht ohne Grund darf eine Meldeaufforderung nur zur jeweiligen Regelung eines konkreten Einzellfalls erfolgen (Verhältnismäßigkeitsprinzip). Meines Erachtens ist sie in der Form rechtswidrig, da zu unbestimmt. Bewerbungsnachweise lassen sich auch ohne Vorsprache übersenden bzw. die EGV/der EGV-VA enthält hierzu konkrete Regeln ...
 

paemi

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Vorsicht! Es wurde ein konkreter Termin genannt und ein Grund:

Ich möchte mit ihnen über ihre aktuelle berufliche Situation sprechen.

Somit ist meines Erachtens ein bestimmter Grund vorgegeben. Hier versucht ein SB zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Die Einladung bestimmt zu halten und dabei gleich eine mündliche Anhörung durchziehen.

In einem Anhörungsschreiben ????

Und seit wann bestimmt ein SB wie eine Anhörung ; mündlich,schriftlich,.... zu erfolgen hat ?

Sind im Rahmen der Anhörung nicht bestimmte Vorgaben einzuhalten, so. z.B. auch bis wann eine Antwort zu erfolgen hat ?

Ich halte diesen Schreiben, Anhörung kombiniert mit Termin zur Besprechung der beruflichen......... für doch arg konstruiert, und ein bestimmter Grund ist hier vorgeschoben.....vorgegeben eher nicht :icon_hihi:
 

Claus.

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In der FH zu § 32 SGB II Stand 20.06.2012 Rd.Nr. 32.1 Abs. 3 heißt es
Der Leistungsberechtigte ist zum Sachverhalt und evtl. vorliegenden wichtigen Gründen für sein Nichterscheinen anzuhören (§ 24 SGB X). Die Anhörung erfolgt i. d. R. mit der Folgeeinladung, dann mündlich im Rahmen des Termins. _Ist eine mündliche Anhörung nicht möglich, hat diese schriftlich zu erfolgen. Die Sanktionsentscheidung ist in den Leistungsunterlagen ausführlich zu dokumentieren.
Da stellen sich mir doch 2 Fragen

a) sind pro 1 Termin überhaupt 2 Meldezwecke zulässig? Immerhin empfielt z.B. die BA_SGB-II-Arbeitshilfe_Mindestkundenkontaktdichte_Stand09-2010 eine Dauer von 60min incl. Vor- und Nachbearbeitungszeit; und das dort (nur) für das Ziel ´Erarbeitung bzw. Umsetzung und Nachhaltung des individuellen Integrationsplans´. Eine mündliche Anhörung incl. Vor- und Nachbearbeitung derselben ist in diesen 60min noch lange nicht drin. Und

b) was will sie denn überhaupt sanktionieren? (Auch) die FH zu § 32 spricht von ´Nichterscheinen´. Teilnahme und Mitwirkung am Beratungsgespräch verweigert und damit ... vereitelt´ klingt eher nach § 31 ´Verweigerung der Anbahnung´; das dürfte also kompletter Quatsch sein. Zwar gibt es (und m.W.n. auch nur lediglich) ein Urteil (des Bay. LSG?) in dem es um die Mitwirkung in einem Meldetermin ging, aber das war m.E.n. von der Qualität ´reinhocken und nichts sagen, noch nichtmal seinen Namen´. Wenn der SB nicht zum Punkt findet und stattdessen lieber über den § 13 SGB X streitet, ist das sein Problem. Wenn er dabei auch noch gegen seine Beratungspflichten aus § 13 ff. SGB I verstößt durch eine eigenmächtige Neuauslegung der Rechtslage, kann wohl auch niemandem ewig zugemutet werden, weiterhin auf die Erleuchtung des SB zu warten. Außerdem fehlt sowieso in der RFB der Hinweis "Wenn wir im Termin nicht über den genannten Meldezweck sprechen, werde ich Sie auch sanktionieren´.
 
E

ExitUser

Gast
a) sind pro 1 Termin überhaupt 2 Meldezwecke zulässig?

Ja. Gerade aus Gründen der Verhältnismäßigkeit sind auch mehrere Meldezwecke für einen Meldetermin möglich. Es wäre unverhältnismäßig, für jeden Grund immer einen neuen Termin anzusetzen, denn dann müsste der "Kunde" ggfs. wesentlich häufiger im Jobcenter erscheinen. Alle Melde-Aufforderungsgründe, die im § 309 SGB III genannt sind, sind frei kombinierbar.

Dass in den Einladungsschreiben immer nur ein einziger Meldezweck genannt wird, ist schlicht und einfach ein Software-Problem. Man kann beim Erstellen der Einladung nur einen Zweck auswählen. Es kann aber sehr gut sein, dass ein und derselbe Termin zum Grund der Vermittlung in Arbeit wie auch zwecks Vorbereitung aktiver Arbeitsförderungsleistung erfolgt.

Genau genommen ist das sogar die Regel. Da werden z.B. bei einem einzigen Termin Vermittlungsvorschlage ausgedruckt (Vermittlung in Arbeit) und da wird der "Kunde" in eine Maßnahm zugewiesen (Vorbereitung aktiver Arbeitsförderungsleistung). Oftmals wird dann auch noch leistungsrelevantes (Fragen zu Darlehen etc.) geklärt.

Immerhin empfielt z.B. die BA_SGB-II-Arbeitshilfe_Mindestkundenkontaktdichte_Stand09-2010 eine Dauer von 60min incl. Vor- und Nachbearbeitungszeit; und das dort (nur) für das Ziel ´Erarbeitung bzw. Umsetzung und Nachhaltung des individuellen Integrationsplans´. Eine mündliche Anhörung incl. Vor- und Nachbearbeitung derselben ist in diesen 60min noch lange nicht drin.

Was solche BA-Papiere angeht, ist es wie mit der Bibel: Die widersprechen sich an diversen Stellen selbst. Dass man so, wie man laut BA-Weisungen arbeiten soll, nicht arbeiten kann, weiß jeder in der BA. Zynisch könnte man sagen: Wer wirklich so arbeitet, wie die BA offiziell anweist, ist nach wenigen Wochen gekündigt oder erledigt (Burnout).

Denn neben den fachlichen Hinweisen und sonstigen BA-Konzeptpapieren gibt es in jedem Jobcenter eben noch diverse interne Weisungen, die deutlich anderes vorgeben.

Irgendwelche BA-Papiere sagen, ein Termin hätte in etwa so und so lange zu dauern. Es gibt aber in den Jobcentern auch interne Anweisungen, die eine andere Termin-Zeittaktung vorgeben, wonach man z.B. auch nach Art der Termine die Zeit völlig anders einzuteilen hat. Für einen Erst-Termin soll man dan z.B. 45 Minuten veranschlafen, für einen Standard-Folge-Termin aber nur 20-30 Minuten usw. Das variiert.

Hinzu kommt, dass die BA-Konzepte von dem fiktiven, in der Realität völlig unerreichbaren Ideal ausgehen, dass man als pAp ca. 150 "Kunden" hat. In der Realität haben die pAps, die in Vollzeit arbeiten, aber zwischen 250 und 500 "Kunden" zu "betreuen". Da ist es geradezu geboten, auch viele 5-Minuten-Termine zu haben.

b) was will sie denn überhaupt sanktionieren? (Auch) die FH zu § 32 spricht von ´Nichterscheinen´. Teilnahme und Mitwirkung am Beratungsgespräch verweigert und damit ... vereitelt´ klingt eher nach § 31 ´Verweigerung der Anbahnung´; das dürfte also kompletter Quatsch sein.

Maßgeblich relevant ist hier erneut der § 59 SGB II i.V.m. § 309 SGB III. Im letzteren heißt es in Abs. 3:

"Die meldepflichtige Person hat sich zu der von der Agentur für Arbeit bestimmten Zeit zu melden. Ist der Meldetermin nach Tag und Tageszeit bestimmt, so ist die meldepflichtige Person der allgemeinen Meldepflicht auch dann nachgekommen, wenn sie sich zu einer anderen Zeit am selben Tag meldet und der Zweck der Meldung erreicht wird."

Allein zu einem Termin zu erscheinen, reicht nicht aus. Es muss auch der Zweck der Meldung erreicht werden. Das geschieht nicht, wenn der Termin verfrüht abgebrochen wird. Von daher ist es - rein rechtlich gesehen - möglich, sowas zu sanktionieren.

Aber: Ebenso ist gut möglich, dass eine etwaige Sanktion vom SG gekippt würde. Hier kommt es auf die Spezifika des Einzelfalls an, also im Detail darauf, ob ein wichtiger Grund für den Abbruch vorlag. Da will ich mich per Ferndiagnose ohne Kenntnis des Falls nicht aus dem Fenster lehnen.

Außerdem fehlt sowieso in der RFB der Hinweis "Wenn wir im Termin nicht über den genannten Meldezweck sprechen, werde ich Sie auch sanktionieren

Nein, da feht - rein rechtlich gesehen - nichts, denn eine Äußerung des "Kunden" beim Termin wird im Folgeeinladungsschreiben nirgends verlangt. Da steht sinngemäß lediglich: Ich gebe Ihnen hiermit - das heißt: mit diesem Schreiben - Gelegenheit, sich zu äußern. Ob der "Kunde" sich nun schriftlich äußert oder dies mündlich beim Folgetermin am 06.08.14 tut, ist egal.

Er wurde nicht aufgefordert, sich mündlich zum Folgetermin zu äußern. Überdies ergeht der Folgetermin korrekt nach § 59 SGB II i.V.m. § 309 SGB III, da er zum Zweck der Besprechung der beruflichen Situation erfolgt. Der "Kunde" kann sich - abgesehen von der Besprechung der beruflichen Situation - zum diesem Termin auch mündlich zur Anhörung äußern, er muss das aber nicht.

Davon ab als Info: Es handelt sich um einen Standard-Textbaustein und es ist ein übliches Verfahren, eine Anhörung mit einer Folgeeinladung zu kombinieren! Das passiert täglich 100-fach in den Jobcentern der Republik. Das BA-Programm zum Versand von Einladungsschreiben (ATV) sieht es auch genauso vor, dass diese Kombination aus Anhörung/Einladung erfolgt.

Ich würde zu folgendem Vorgehen raten:

1) Zum Folgetermin erneut mit Beistand erscheinen.

2) Sich zum Abbruch des 1. Termins schriftlich äußern. In der schriftlichen Äußerung sollte darauf eingegangen werden, dass und warum ein wichtiger Grund für den Abbruch des Termins vorlag. Hier kann alles rein, was man als relevant erachtet (keine Ausweispflicht des Beistandes, Datenschutz etc.).

3) Die schriftliche Äußerung nachweislich der Aushändigung (Quittung oder VerBIS-Vermerk) beim Termin abgeben und bei diesem Termin freundlich und bestimmt die eigene Wehrhaftigkeit zur Schau stellen.

4) Die schriftlich formulierten Gründe zusätzlich nun nochmal beim Folge-Termin vortragen.

5) Sollte es dann wieder "hoch hergehen", würde ich von einem erneuten Abbruch abraten und zwecks Klärung des Sachverhalts auf ein direktes Gespräch mit der Teamleitung bestehen.
 
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