Folgeantrag rückwirkend auf Monatsanfang? (1 Betrachter)

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Erolena

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Mich interessiert eure Meinung zu folgendem Fall.

Ein Folgeantrag war angeblich im Amt nicht eingegangen.
Der Antragsteller kann den Zugang nicht beweisen.
Der Folgeantrag wurde ohne Zeugen direkt beim Jobcenter in den Hausbriefkasten eingeworfen.

Wirkt der später noch einmal gestellte Folgeantrag auf den Monatsersten zurück?
(wichtig wegen der Miete)

Ich gebe gleich die einschlägigen Texte dazu:
§ 37Antragserfordernis
(1) Leistungen nach diesem Buch werden auf Antrag erbracht. Leistungen nach § 24 Absatz 1 und 3 und Leistungen für die Bedarfe nach § 28 Absatz 2, Absatz 4 bis 7 sind gesondert zu beantragen.

(2) Leistungen nach diesem Buch werden nicht für Zeiten vor der Antragstellung erbracht. Der Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts wirkt auf den Ersten des Monats zurück.
Hier wird für die Rückwirkung bei Folgeanträgen argumentiert:
Antragstellung
Der Antrag auf ALG II wirkt zum 1. des Monats zurück, in dem der Antrag gestellt wurde (§ 37 Abs. 2 S. 2 SGB II).

Anmerkung: Bisher war alles, was man bis einschl. einen Tag vor Erstantragstellung erhielt, Vermögen. Hiermit wird nun das Zuflussprinzip auf den Antragsmonat erweitert.
Außerdem erhielt man bisher die beantragte Leistung erst ab Antragstellung. Von der Änderung profitieren alle Antragsteller, indem jeder Antrag, der innerhalb eines Monats gestellt wird, auf den 1. des Monats zurück wirkt - auch solche auf einmalige Leistungen, deren nun erforderliche gesonderte Beantragung damit etwas „entschärft“ wird. Verspätete Antragstellungen, wie z.B. „verschlafene“ Weiterbewilligungsanträge, führen damit nicht mehr automatisch zu einem Leistungsverlust.
Quelle: https://elo-forum.org/index.php?topic=24980.0
 

Erolena

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In den Fachlichen Hinweisen § 37 steht:
(Stand 20.05.2011)
Wirkung (37.6)

(6) Die Antragstellung hat konstitutive (anspruchsbegründende)
Wirkung. Leistungen stehen daher erst ab Antragstellung zu. Der
Antrag wirkt auf den Ersten des Monats zurück (§ 37 Abs. 2 Satz 2).
Eine Weitergewährung von Leistungen der Grundsicherung für Ar-
beitsuchende nach Ende eines Bewilligungsabschnitts setzt einen
neuen, konstitutiv wirkenden Antrag voraus. § 37 gilt nicht nur für
die Erstbewilligung, sondern für jede Folgebewilligung. Für einen
Zeitraum vor der (erneuten) Antragstellung können Leistungen der
Grundsicherung für Arbeitsuchende nicht erbracht werden (§ 37
Abs. 2 Satz 1).
https://www.harald-thome.de/media/files/SGB II DA/FH-37---20.05.2011.pdf
 
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