Folgeantrag EM-Rente und Schwerbehinderten-Ausweis befristet, es gibt Probleme, wie weiter ?

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musuar

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Hallo zusammen, das ist mein erster Post hier.
Kurz zu mir: ich bin Mitte 30, leide seit über einem Jahrzehnt unter chronischer Depression, einer Angststörung, Sozialphobie und PTSD.
Vor 2 Jahren wurde ich wegen Unvermittelbarkeit vom Jobcenter gezwungen EU-Rente, Grundsicherung und einen Behindertenausweis zu beantragen, welche auch durchging. (auf 2 Jahre befristet, GdB 50%) Ich nehme Medikamente und bin kontrolliert abhängig von Benzodiazepinen. Sie ermöglichen mir ein "Leben".

Ende Juli habe ich meinen Folgeantrag beim DRB eingereicht, sowie Fragebögen beim Landratsamt zur erneuten Bestimmung meines GdB.

Ärztliche Gutachten wurden von meinem Hausarzt erstellt, mit dem ich in allen Belangen zusammenarbeite. Sprich, keine Psychologen / Psychiater / Neurologen mehr, nach ausschließlich schlechten degradierenden und traumatisierenden Erfahrungen.

Nun, knapp 3 Monate später, nach dutzenden Anrufen habe ich von beiden Antwort bekommen.

Im Gutachten meines Arztes wurde die Benzo-Abhängigkeit nicht mehr erwähnt, deswegen wurde vom Landratsamt mein GdB auf 30% abgesenkt. Von DRB kam eine Aufforderung eines neuen Gutachtens. Der ausgewählte Gutachter ist ca 70km entfernt. Ich habe keinen Führerschein und bin nicht reisefähig, das hat mir mein Hausarzt auch attestiert und liegt dem DRB vor.

Wie kann ich am besten gegen diese Entscheidungen vorgehen und vor allem, wie kann ich das Verfahren beschleunigen?

Mich plagen Existenzängste und Panik, es sind gerade mal noch etwa 2 Monate Zeit. Ab dem 01.01.19 werde ich keine Zahlungen mehr bekommen.

Bitte helft mir. Liebe Grüße.
 

Muzel

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Das ist doch merkwürdig: Wie kommst du denn an Benzos ohne Rezept?
Lass dir doch von deiner Apotheke bescheinigen, dass du welche nimmst. Die Dosierung spielt natürlich auch eine Rolle.
Es gibt einen bestimmten Wert, von dem man annimmt, dass es der Schwellenwert zur Suchtgefahr ist. Dann gibt es noch Umrechnungstabellen, mit denen man das eigene Produkt umrechnen kann, ob man suchtgefährdet ist. Google ist da eine Hilfe. Dies könnte in deinem Fall eine Rolle spielen.
 

musuar

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danke dir, aber das ist eine schweizer seite. denke dass in deutschland wieder ganz andere richtlinien existieren. ich bin so überfordert mit alldem, das ganze triggert meine panik und angst ins unermessliche.
 

Doppeloma

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Hallo Muzel,

Auf die Äquivalenztabelle wirst du verwiesen.

Wer soll ihn darauf "verweisen", die DRV (wegen der Rentenverlängerung) oder das Versorgungsamt wegen dem Schwerbehinderten-Ausweis ???

Zur Fragestellung bringt das den TE nicht wirklich weiter, er will vorrangig wissen, wie er seine EM-Rente weiterhin bekommen kann ...
Ob der Schwerbehinderten-Ausweis verlängert wird hat ja dafür eher keine besondere Bedeutung.

MfG Doppeloma
 

Doppeloma

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Hallo musuar, :welcome:

Kurz zu mir: ich bin Mitte 30, leide seit über einem Jahrzehnt unter chronischer Depression, einer Angststörung, Sozialphobie und PTSD.

Das ist natürlich nicht besonders "schön", schon gar nicht in so einem Alter (aber wirklich "schön" ist das wohl nie).

Vor 2 Jahren wurde ich wegen Unvermittelbarkeit vom Jobcenter gezwungen EU-Rente, Grundsicherung und einen Behindertenausweis zu beantragen, welche auch durchging. (auf 2 Jahre befristet, GdB 50%)

An diesem Punkt musst du schon mal die verschiedenen Behörden und ihre Aufgaben trennen, das JC kann dich (nach einem JC-"Gutachten") auffordern eine Rente wergen Erwerbsminderung (EM-Rente) zu beantragen und das war es auch schon.

EU-Rente gibt es schon seit 2001 gar nicht mehr aber das nur zu deiner Information, darum habe ich deine Überschrift geändert.

Ob du Anträge an das Versorgungsamt stellst (auf Feststellung eines Behinderten-Grades) oder nicht, ist alleine DEINE Angelegenheit, der GdB oder der Schwerbehinderten-Ausweis bewirkt ja KEINE Geldleistungen, die das JC irgendwie entlasten würden.

Du hast es also gemacht obwohl dich Niemand dazu "zwingen" konnte, Angst und Panik sind eben ganz schlechte Ratgeber, wenn es um wichtige Dinge in deinem Leben geht.

Der Übergang aus dem SGB II (JC) zum Sozial-AMT (SGB XII / Kapitel 3) ist dann gesetzlich "folgerichtig" wenn deine bewilligte EM-Rente zu gering ist, um davon alles bezahlen zu können.
Die Grundsicherung des SGB XII (nach Kapitel 4) bekommst du noch gar nicht mit einer EM-Rente auf Befristung, die gibt es NUR für Rentner "auf Dauer" (wegen Alter oder EM).

Es ist schon wichtig, dass du wenigstens versuchst diese Unterschiede zu erkennen, denn es macht eben JEDE Behörde (JC / Versorgungsamt/ DRV und Sozial-AMT) immer NUR das was ihre Aufgabe ist.

Ich nehme Medikamente und bin kontrolliert abhängig von Benzodiazepinen. Sie ermöglichen mir ein "Leben".

Mit Mitte 30 sollte das "Leben" aber etwas anders aussehen, das ist nicht böse gemeint aber die EM-Rente wird (in der Regel) genau deswegen befristet gegeben, damit sie mal wieder eingestellt werden kann, wenn es dir (möglichst ohne ständige Einnahme von Suchtmitteln) wieder besser geht.

Ende Juli habe ich meinen Folgeantrag beim DRB eingereicht, sowie Fragebögen beim Landratsamt zur erneuten Bestimmung meines GdB.

Auch wenn das zur gleichen Zeit gemacht wurde von dir, hat es NICHTS miteinander zu tun, die DRV interessiert es NICHT wie das Landrats-Amt zu deinem GdB weiter entscheiden wird, die treffen ihre eigene Entscheidung zu deinem Antrag auf Verlängerung der EM-Rente und NUR DAZU ...

Ärztliche Gutachten wurden von meinem Hausarzt erstellt, mit dem ich in allen Belangen zusammenarbeite.

Dein Hausarzt kann medizinische Stellungnahmen und Behandlungsberichte abgeben, das sind aber KEINE regulären "Gutachten". :icon_evil:
Es sind einfach "Arztberichte" und daraus sollte die DRV erkennen können, ob es dir inzwischen besser geht oder warum das nicht der Fall ist.

Sprich, keine Psychologen / Psychiater / Neurologen mehr, nach ausschließlich schlechten degradierenden und traumatisierenden Erfahrungen.

Daraus wird die DRV (aber auch das Landratsamt zum GdB) gerne entnehmen, dass du solche Fachärzte und deren Behandlung / Betreuung nicht mehr benötigst, weil es dir besser zu gehen scheint.
Deine persönlichen Probleme mit diesen Medizinern kennen die Behörden ja nicht und zudem gibt es viele solcher Fachärzte, da muss man leider oft lange suchen "bis es passt".

Nun, knapp 3 Monate später, nach dutzenden Anrufen habe ich von beiden Antwort bekommen.

Anfragen zum Sachstand bei gestellten Anträgen macht man besser schriftlich, am Telefon wird oft viel erzählt, was man später nicht beweisen kann und man hat NICHTS "in der Hand dazu" ... :icon_evil:

Im Gutachten meines Arztes wurde die Benzo-Abhängigkeit nicht mehr erwähnt, deswegen wurde vom Landratsamt mein GdB auf 30% abgesenkt. Von DRB kam eine Aufforderung eines neuen Gutachtens.

Wenn dein Arzt das "vergessen" hat zu erwähnen, dann solltest du ihn darauf ansprechen, auch beim Landratsamt kannst du einen Widerspruch einlegen und dir die Unterlagen schicken lassen, die man für diese Beurteilung verwendet hat.
Nach deinem Widerspruch und (möglichst) ergänzenden, schriftlichen Angaben von deinem Arzt, muss das noch einmal gründlich überprüft werden, ob diese Entscheidung so korrekt gewesen ist.

Fehlende Facharztbehandlungen / Therapien machen dort natürlich auch keinen "guten" Eindruck.
Du solltest versuchen wenigstens mal selbst mit eigenen Worten zu schildern, wie sich deine Probleme auswirken, manchmal kann das bei der Entscheidung zum GdB wichtiger sein, als die medizinischen Berichte alleine.

Ganz ohne medizinische Nachweise geht es natürlich auch nicht und bei der EM-Rente interessiert es die DRV vorrangig NUR ob du arbeiten kannst oder nicht und das soll nun "begutachtet" werden.

Der ausgewählte Gutachter ist ca 70km entfernt. Ich habe keinen Führerschein und bin nicht reisefähig, das hat mir mein Hausarzt auch attestiert und liegt dem DRB vor.

Das wird aber NICHTS ändern können, wenn du den Gutachter anders nicht aufsuchen kannst, musst du versuchen (bei der DRV) einen Taxi-Transport zu bekommen ODER der Gutachter kommt (eventuell) auch zu dir nach Hause ...

Ob du das wirklich möchtest (und ob es gemacht wird) kann ich nicht beurteilen, aber die DRV wird auf dieses Gutachten (und das ist ein "echtes" Gutachten") NICHT verzichten wollen, um zu deiner Verlängerung zu entscheiden. :icon_evil:

Wie kann ich am besten gegen diese Entscheidungen vorgehen und vor allem, wie kann ich das Verfahren beschleunigen?

Gegen diese Begutachtung KANNST du gar nichts machen, es ist das Recht der DRV deinen Gesundheitszustand selbst gutachterlich prüfen zu lassen.
Ich nehme mal an, dass es ein psychiatrisches Gutachten werden soll und du solltest besser versuchen eine Lösung zu finden(oder mit der DRV abzusprechen), dass du begutachtet werden kannst.

Beschleunigen kannst du da NICHTS und wenn du den Gutachter-Termin nicht wahrnimmst wird man deine Verlängerung ablehnen, weil du deinen Mitwirkungspflichten zur Klärunmg deiner Erwerbsfähigkeit nicht nachgekommen bist.

Du kannst also NUR versuchen das für dich möglich zu machen, damit das Gutachten stattfindet und danach wirst du dann deinen Bescheid bald bekommen.

Mich plagen Existenzängste und Panik, es sind gerade mal noch etwa 2 Monate Zeit. Ab dem 01.01.19 werde ich keine Zahlungen mehr bekommen.

Dann solltest du ja erst recht alles vermeiden, was die DRV veranlassen könnte deine Verlängerung abzulehnen, man möchte dort dieses Gutachten und wenn du das nicht möchtest bekommst du keine Rente mehr ...
Die hängt nun mal von deinem aktuellen Zustand ab und das möchte die DRV nun selbst überprüfen, man könnte dich auch in eine med. Reha schicken, das wäre sicher noch schlimmer für dich.

Ich weiß durchaus wie das ist mit der Existenz-Angst und mit Pankzuständen, aber eine andere Lösung (Taxi oder Hausbesuch) kannst du nur versuchen mit der DRV zu regeln, die Bescheinigung deines Arztes wird dafür nicht ausreichen. :icon_evil:

Musste auch zu mehreren Gutachtern auf die ich gerne verzichtet hätte aber die EM-Rente (auch die Verlängerung) gibt es nun mal nicht ohne nachweisbare gesundheitliche Probleme, mit eigenen Facharzt-Berichten wäre dir das vielleicht erspart geblieben.

Ist aber auch nicht sicher, ich war beim Psychiater in Behandlung seit vielen Jahren und musste trotzdem zu Begutachtungen wegen der EM-Rente.

Wenn du was regeln kannst mit der DRV dazu, dann verlange das ALLES auch schriftlich zu bekommen, erzählen kann man dir viel, das kannst du später nicht beweisen.

MfG Doppeloma
 

musuar

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ich bin jetzt noch verwirrter als zuvor, aber vielen lieben dank für die ausführlichen infos, doppeloma.

sehr vieles davon war mir tatsächlich überhaupt nicht bewusst.
wenn man unter ununterbrochener nahezu unerträglicher angst leidet hat man seltenst die kraft sich mit paragraphen und ähnlichem zu beschäftigen.
 

Muzel

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Lieber musuar!
Vielleicht kannst du deine Probleme etwas genauer beschreiben. Ich weiß nicht, wie ich helfen kann.
 

Tica

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Hallo musuar,

ich kann Dir wirklich gut nachfühlen. Zum Glück sind meine extremen Panikjahre vorbei.
Leider wird bei Gutachterterminen da keine Rücksicht genommen, ob Du vor Angst "fast stirbst" (man fühlt es ja so). Mir wurde damals sogar ein Termin im Nachbarbundesland verpasst.
Ohne meine Eltern und ihrem Auto wäre ich da nie im Leben hingekommen.

Hast Du niemanden, der Dich mit PKW fahren kann? Da kannst Du Dich auch mit Medis etwas mehr "zudrönen". Auch wenn es jetzt dazu hier einen Aufschrei gibt, aber besser höher dosiert zum Gutachter als gar nicht.
"Nicht-Angsthasen" können das eh nicht nachfühlen.

Mein GdB hat übrigens nie eine Rolle gespielt bei der EM-Rente.

lg Tica
 

Muzel

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Als ich zum LSG wegen des Erörterungstermins musste, habe ich auch eine Lorazepam wegen meiner Panikattacken mehr "eingeworfen".
 

Kerstin_K

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Naja, ob das bei einem Gerichtstermin ratsam ist? Aber wenn es halt nicht anders geht, dann muss man das so machen.
[>Posted via Mobile Device<]
 

Muzel

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Der RA , der mich vertreten hat zum Gerichtstermin, hat es gemerkt, dass ich unter der Benzos-Wirkung stand.
Wenn der TE dies macht, sollte der Gutachter dies auch merken und berücksichtigen, dass eine Erwerbstätigkeit so nicht möglich ist, hoffentlich.
 
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