Förderung 50plus, Vermittlungsvorschlag des Jobcenters

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osmin61

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Guten Abend,

ich bin froh, auf dieses Forum gestoßen zu sein und erhoffe mir Ratschläge zu den Fragen, die ich Euch gerne stellen würde.
Ich beziehe ALGII und habe mich vor ca. 3 Monaten bereit erklärt, an der Förderung älterer Arbeitnehmer freiwillig teilzunehmen. Ich unterschrieb auch die geänderte Eingliederungsvereinbarung. Mittlerweile habe ich festgestellt, dass die berufliche Weiterbildung, die man sich dort aussuchen kann, überhaupt nur dann sinnvoll ist, wenn sie zur Aufnahme einer konkreten Tätigkeit notwendig ist. Der Besuch irgendwelcher Weiterbildungsmaßnahmen ist aus meiner Sicht nicht empfehlenswert. Dazu meine ersten Fragen:

Wie komme ich durch eine nachvollziehbare, vernünftige Argumentation gegenüber meiner Vermittlerin aus dieser Sache wieder heraus, ohne Sanktionen befürchten zu müssen? Muß ich eine neue Eingliederungsvereinbarung unterschreiben?

Es gibt noch einen 2. Sachverhalt, zu dem ich Euch gern um Eure Meinung fragen würde:

In der vergangenen Woche fand im Jobcenter eine Informationsveranstaltung der Firma Porta (Möbeleinzelhandel) statt. Diese Firma bot an, in Zusammenarbeit mit einem externen Bildungsträger, Möbelverkäufer für den eigenen Bedarf binnen 5 Monaten auszubilden. Meine Vermittlerin beim Jobcenter hielt eine Arbeit als Verkäufer für mich für sehr geeignet und riet mir dringend, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, was ich auch tat. Der Verkaufsleiter des Möbelhauses sprach davon, den Verkäufern, die er einstellen würde, einen solchen "Druck zu machen, wie Sie ihn noch nie erlebt haben". Dieser Druck aber ist ein Grund für meine Arbeitslosigkeit, denn ich war früher bereits Möbelverkäufer in einer anderen Firma und bin auch aufgrund dieses Drucks an Depressionen erkrankt (nehme auch Antidepressiva). Ich kann einem solchen Druck nicht mehr standhalten. Ich müßte eine deutliche Verschlechterung meines Gesundheitszustandes befürchten. Im Anschluß an die Informationsveranstaltung fanden für die Interessierten (ca. 15 von 35 Leuten) Vorstellungsgespräche statt, an denen ich nicht teilnahm.

Habe ich einen sicheren Arbeitsplatz abgelehnt und muß nun Sanktionen befürchten? Wie kann ich argumentieren, dass es sich eben nicht um die grundlose Ablehnung einer Tätigkeitsaufnahme handelte?
Gibt es Gerichtsurteile, die sich damit befaßten?

Ich bin für Ratschläge offen und dankbar und hoffe, mein Problem nachvollziehbar geschildert zu haben. Noch einen schönen Abend!
 

Roter Bock

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Ich kann jetzt nicht alle Fragen beantworten aber Du musst keine EGV unterschreiben.

Weder eine neue noch irgendwas. Lass den Mist als Verwaltungsakt kommen - dann kannst Du Widerspruch einlegen und klagen. Unterschreibst Du eine EGV hast Du keine Chance glaubhaft und sanktionsfrei rauszukommen.

Wo Perspektive 50+ draufsteht ist nur Sch..ss..e drin. Bin über 50 und raus aus diesem Prgramm und unterschreibe keine EGV mit Sonderprogrammen - es geht.

Roter Bock
 

San Dero

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Hallo osmin,

ich denke du solltest dir von deinem Hausarzt bestätigen lassen, dass du unter dem Druck leidest / gelitten hast, unter Depris oder Burn out im Anfangsstadium und, und, und.
Also je nachdem was dir widerfahren ist und dies zur Arbeitlosigkeit führte, wie du es beschrieben hast, sollte eine Arztbestätigung vorgelegt werden.

Dich kann schließlich niemand zu einer unzumutbaren Arbeit zwingen.

Landest du, nur aus Angst der Sanktionen im Krankenhaus, hat das JC auch nichts davon.
Bring das mal so dort rüber...

Alles Gute und viel Erfolg wünscht dir

San
 

gelibeh

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Ist dem Jobcenter diese Einschränkung bekannt? Also, nicht die genaue Diagnose, sondern, dass Du Einschränkungen hast? Wäre vielleicht ganz wichtig, dass das vom Amtsarzt abgeklärt wird. Der kann dann in sein Gutachten reinschreiben, dass Du keinem Zeit- und Leistungsdruck ausgesetzt werden darfst. Wenn Dich Druck krank macht, dann ist so eine Arbeit nicht zumutbar.
Ich habe die selben Probleme und würde mich mit Händen und Füßen gegen eine Arbeit wehren, die mich wieder kränker machen würde.
Und man muss nie sofort eine EGV unterschreiben.
 
S

silka

Gast
Hallo, osmin
zunächst:
Du hast keine Tätigkeitsaufnahme abgelehnt.
Du hast lediglich an der Info-Veranstaltung teilgenommen.
Und weniger als die Hälfte der Teilnehmer war überhaupt noch interessiert.

War diese Einladung für die Info-Veranstaltung mit einer Rechtsfolgenbelehrung ergänzt?
Wenn ja, dann hast du auch nichts zu befürchten, denn du bist dieser Einladung ja gefolgt. Nur das wäre dann deine Mitwirkungs-Pflicht gewesen.

Wenn du für dich keine Perspektive in einem Möbelverkäufer-Job siehst, weil du GENAU DAS ja schon kennst, dann ist das dein gutes Argument.

Deine Frage nach einem sicheren Arbeitsplatz:
Nein, du hast einen solchen nicht abgelehnt!!
Man hat dir doch gar keinen angeboten.
Man hat erst mal zusammengetrommelt, um zu informieren---35 sind gekommen.
Dann blieben 15 Interessierte übrig---die werden nun noch aussortiert und die *Besten* werden innerhalb 5 Monaten ---ausgebildet---.
Die Ausbildung kannst du dir vorstellen, wenn du selbst so gearbeitet hast.

Wer von den Rekrutierten dann einen sog. sicheren Arbeitsplatz bekommt, weiß man nicht. Vielleicht 2 Leute??? Die dann befristet, was denn sonst?
Und dann? Sind sie dem Druck nicht gewachsen, werden aussortiert und durch neue naive ersetzt.

wahrscheinlich kriegt PORTA auch noch Maßnahmegelder hinterhergeworfen als AG-Maßnahmeträger nach § 16e SGB II.

Zu Frage1:
das ist üblich. Es gibt leider so gut wie keine erfolgreichen Maßnahmen, die einem den Sprung aus Hartz4 ermöglichen.
Es sind Statistik-Bereinigungs-Maßnahmen, weiter nichts.
Wer in einer Maßnahme ist, ist nicht erwerbslos.

Bitte nicht nochmal eine EGV gleich dort unterschreiben.
 
R

Rounddancer

Gast
Hm, als mir angeboten wurde, freiwillig bei "Perspektive 50plus" mitmachen zu dürfen, habe ich zugestimmt. Natürlich, denn ich bin auf jede Chance scharf, wieder in sozialversicherungspflichtige Arbeit zu kommen.
Gut. Dazu bekam ich eine neue Fallmanagerin, die nur "Perspektive 50plus"-"Kunden" hat, die ist zentral beim Haupt-JobCenter unserer Stadt. Die Leistungssachbearbeitung blieb hier beim JC im Außenbezirk.
Ich sollte dann monatlich bei der Dame vorreiten. Zudem bot sie mir eine Maßnahme an, die spezielle auf Fach- und Führungskräfte 50plus ausgerichtet sein sollte (inklusive Praktikum irgendwo) und einen Termin beim lokalen Geschäftsführer von Donner&Partner, der mir die Einrichtung und die Maßnahme vorstellen sollte. Ich sagte zu, unterschreib die zugehörige EGV, und sie machte mir den Termin mit dem GF von D&P.
Den Termin nahm ich natürlich wahr,- im Gepäck aber hatte ich auch eine Bewerbung als Referent für eine Umschulungsmaßnahme, den die zu der Zeit gerade suchten, entsprach sie doch dem Bereich, dessen Qualifikationen ich vorweisen konnte.

Nun gut, der Termin kam. Dabei stellte mir der GF die Firma und den Kurs vor,- und er versicherte, daß in diesen Kurs diesmal wirklich nur Teilnehmer Fach- und Führungskräfte 50plus sein sollten, und nicht mit Hilfsarbeitern, etc. aufgefüllt werden solle. Auch der Referent sei schon im Rentenalter, aber sehr qualifiziert und engagiert. Man habe den Kurs aber schon einmal verschoben, weil einfach nicht genügend passende Teilnehmer zu finden waren,- aber man müsse wenigstens 13 Teilnehmer dafür haben. Aktuell könne noch nicht
Nun gut, wir verblieben so, daß sein Büro mich informieren würde, wenn der Kurs startbereit wäre und ich dann entscheiden könne, ob ich mitmache, oder nicht.
Natürlich bewarb ich mich bei ihm auch um die ausgeschriebene Stelle,- und übergab ihm meine Bewerbungsunterlagen dafür.

Die Maßnahme verzögerte sich ein weiteres Mal, und während sie dann starten sollte, lag ich gerade im Krankenhaus. So begann sie ohne mich. Offenbar nicht mit dem geplanten Referenten,- aber erfolgreich, wie ich später erfuhr. Ich mußte in keine weitere Maßnahme mehr. Bisher.

Zum Druck:
Ich bin mit Sauerstoffmangel geboren und leider stets langsamer gewesen, als andere. Man stellte mich nach Wiegen und Messen in einem Korb außerhalb des Sichtbereiches meiner Mutter ab und riet meinem Vater, beim Pfarrer die Nottaufe zu bestellen.
Das bedeutet: Ich mußte von der ersten Minute meines Lebens um mein Leben kämpfen. Und das bedeutet: Ich brauche für alles mehr Übung als andere.

Darum schalte ich auch oft in mein "Selbsterhaltungsmodul".
Ich mache grundsätzlich alles, so gut ich es kann und so schnell es geht. Das war's. Kommt mir einer mit Druck,-
dann schalte ich in den "Esel-Mode",- genauer, ich bin einfach weiter so, wie ich bin. Das, was geht, geht,- aber mehr geht einfach nicht.

Sehr oft sah ich die, die lachend oder hämisch an mir vorbeizogen, dann bald frustriert, ausgebrannt, entkräftet, krank am Wegrand liegen,- sie hatten kein "Selbsterhaltungsmodul", oder hatten seine Warnungen ignoriert.

Manche versuchen es weiter mit Druck, in der Gruppe. Auch in der Vertriebstrainingsgruppe, in der ich gerade Teilnehmer bin. Da war beim Start Vorgabe, daß nur der in der Gruppe bleiben könne, der spätestens Ende November einen Dauerauftrag (minimum knapp 60 Euro im Monat) für die Produkte der Firma habe.
Nun, ein paar Leute hat der Vertriebsleiter schon, wie er sagt, "eliminiert", und einer gab selbst auf,- aber jetzt ist schon zwei Montage lang Dezember,- und ich war weiterhin dabei... Noch immer ohne Dauerauftrag. Und zehn Adressen pro Tag notiere ich auch nicht,- weil ich einfach gar nicht so viele Leute kenne. Was geht, geht, aber mehr geht eben nicht. Wenn der mich kicken sollte, auch egal. Hab noch andere Firmen in meinem Bauchladen.

Selbiges auch wenn in der Reha dieses Jahr Schwimmen angesagt war. Ich schwimm halt so schnell ich kann, mehr geht nicht.
Ich mag auch keine Partner-Übungen, jemanden Fremdes anfassen und angefaßt zu werden, geht bei mir nicht. Punkt. Wasser-Ballspiele? Geht nicht, weil ich zum Fangen zu langsam bin,- und wenn ein Ball dann vor mir aufs Wasser platscht, muß ich erst stoppen, meiner Brille das Wasser wegwischen. Seh ja sonst nix.

Mit Druck kann man mir nicht kommen. Der einzige Druck, den ich akzeptiere, ist der Druck meines Beatmungsgeräts (Int-Pap), aber wenn der so stark wird, daß er mich nicht schlafen läßt, dann zieh ich kurz den Schlauch aus der Maske, warte drei Sekunden, stecke ihn wieder rein und das Gerät startet wieder mit Masken-Dichtigkeitsprüfung und dann mit dem Einschlafprogramm.
 

saida25

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Guten Abend,

ich bin froh, auf dieses Forum gestoßen zu sein und erhoffe mir Ratschläge zu den Fragen, die ich Euch gerne stellen würde.
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Wie komme ich durch eine nachvollziehbare, vernünftige Argumentation gegenüber meiner Vermittlerin aus dieser Sache wieder heraus, ohne Sanktionen befürchten zu müssen? Muß ich eine neue Eingliederungsvereinbarung unterschreiben?

Es gibt noch einen 2. Sachverhalt, zu dem ich Euch gern um Eure Meinung fragen würde:

In der vergangenen Woche fand im Jobcenter eine Informationsveranstaltung der Firma Porta (Möbeleinzelhandel) statt. Diese Firma bot an, in Zusammenarbeit mit einem externen Bildungsträger, Möbelverkäufer für den eigenen Bedarf binnen 5 Monaten auszubilden. Meine Vermittlerin beim Jobcenter hielt eine Arbeit als Verkäufer für mich für sehr geeignet und riet mir dringend, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, was ich auch tat. Der Verkaufsleiter des Möbelhauses sprach davon, den Verkäufern, die er einstellen würde, einen solchen "Druck zu machen, wie Sie ihn noch nie erlebt haben". Dieser Druck aber ist ein Grund für meine Arbeitslosigkeit, denn ich war früher bereits Möbelverkäufer in einer anderen Firma und bin auch aufgrund dieses Drucks an Depressionen erkrankt (nehme auch Antidepressiva). Ich kann einem solchen Druck nicht mehr standhalten. Ich müßte eine deutliche Verschlechterung meines Gesundheitszustandes befürchten. Im Anschluß an die Informationsveranstaltung fanden für die Interessierten (ca. 15 von 35 Leuten) Vorstellungsgespräche statt, an denen ich nicht teilnahm.

Habe ich einen sicheren Arbeitsplatz abgelehnt und muß nun Sanktionen befürchten? Wie kann ich argumentieren, dass es sich eben nicht um die grundlose Ablehnung einer Tätigkeitsaufnahme handelte?
Gibt es Gerichtsurteile, die sich damit befaßten?

Ich bin für Ratschläge offen und dankbar und hoffe, mein Problem nachvollziehbar geschildert zu haben. Noch einen schönen Abend!


Unglaubllich. Wie wirbt die Firma denn für sich? Wahrscheinlich
erst einmal 5 Monate billige Arbeitskräfte über den Träger bezahlen
lassen. Vielleicht gehören die sogar zum Träger?
Erinnert mich irgendwie an Amazon (2 Wochen kostenlos arbeiten).
Mache Dir keinen Kopf, warte erst einmal ab. So lange es nur eine
Info-Veranstaltung war und Du nichts unterschrieben hast, kann
Dir keiner was.

Wie lange soll denn die Maßnahme noch dauern (laut Eingliederungs-
vereinbarung?). Das ist es ja, die Maßnahmen sind niemals freiwillig.
Sonst müsste man keine EGV unterschreiben.
Dein Maßnahmeträger bekommt für Deine Teilnahme richtig Geld über
Dein Jobcenter.
Geh zum Arzt, melde Dich krank. Fast die einzige Lösung, wenn Du
Dich dabei wohler fühlst!

Wie werdet Ihr denn insgesamt dort behandelt?
 

osmin61

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Herzlichen Dank an alle, die sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu lesen und natürlich an die, die mir ihre Meinungen dazu mitgeteilt haben.
 
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