FirmenverKauf - Was macht mein Minijob? (1 Betrachter)

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alvis123

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Hi...

Hab gestern telefonisch durch meine Chefin erfahren, dass sie ihre Firma verkauft hat, bei der ich seit 2008 (kurz nachdem ich arbeitslos wurde) einen Minijob ausführe.

Mir wurde zugesagt, dass es deswegen noch eine Mitarbeiterversammlung geben würde. Da mein Jobcenter nicht gerade "zart besaitet" ist, frage ich Euch, was ich jetzt alles zu beachten habe. Ich werde heute noch meine SB anrufen und sie fragen, was zu tun ist, aber die hat erfahrungsgemäß von nichts eine Ahnung.:eek: :icon_neutral: :icon_laber:

Es handelte sich um einen Dienstleistungsjob für Bestattungsunternehmen auf Abruf und wurde anständig bezahlt (>10 €/Std.); selbstverständlich bei Minijobzentrale gemeldet und unfallversichert. Dazu wurde hochwertige Arbeitskleidung gestellt und ich bekam anstandslos für jeden Monat meine Einkommensbescheinigung fürs JC. Was der neue Eigentümer mit der Firma machen will, weiß ich noch nicht und auch noch nicht, ob ich für den überhaupt arbeiten will.:confused:

Bitte um Tips und Erfahrungen.

MfG
 

gelibeh

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Im Moment kannst Du noch gar nichts machen, würde ich sagen. Ich würde die Mitarbeiterversammlung abwarten. Erst wenn Du eine Kündigung hast, würde ich das dem JC melden.
 
R

Rounddancer

Gast
Es gilt das Bürgerliche Gesetzbuch.
Und das besagt: Wer eine Firma kauft, "kauft" auch die Verpflichtungen den Mitarbeitern gegenüber mit.
Also die vorhandenen Arbeits-/Anstellungsverträge.

Das ist zwar, seit unter "Rot-Grün" die Kündigungsfristen "geschleift" wurden, nicht mehr so viel wert wie früher,-
aber es gilt weiter.

Nun kann der neue Eigentümer den Mitarbeitern Angebote machen,- er kann ihnen kündigen, oder, wenn er sie an anderem Platz und/oder zu anderen Bedingungen weiterbeschäftigten will, mit einer Änderungskündigung ankommen. Oder alles lassen, wie es ist.

Jedenfalls gelten die regulären Kündigungsfristen auch in dem Fall.

Was würde ich tun? Ich würde erstmal dableiben,- und zu den bisher üblichen Zeiten meine Arbeitskraft anbieten.

Damit kann mir der neue Eigentümer nur mit den gesetzlichen Fristen kündigen.
Wollte ich mit dem Neuen nicht arbeiten,- dann würde ich, gerade als Aufstocker, erstmal die Zähne zusammenbeißen und weiterarbeiten,- und eben aktiv nach einem neuen Job suchen,- mindestens Minijob, besser natürlich mehr (um möglichst aus dem Hilfsbedarf herauszukommen).
Und dann erst dann beim bisherigen, neu übernommenen Betrieb kündigen.

Dann kann auch das Amt nix dagegen haben.

Aber vielleicht hast Du ja Glück, Du kommst mit dem Neuen klar und der neue Eigentümer bohrt sogar Deinen Minijob auf,- am Besten natürlich zum richtigen, auskömmlich bezahlten Arbeitsplatz.
 
E

ExitUser

Gast
hallo alvis123,

Lass es erst mal wie es ist. Wenn das Unternehmen weitergeführt wird, werden auch die Mitarbeiter übernommen. Heinz hat das ja schön ausgeführt was gilt.

LG von Barbara
 

Roter Bock

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Es ist der klassische Fall des Betriebsüberganges nach § 613 BGB. Der Erwerber muss erstmal alle Verpflichtungen als Rechtsnachfolger übernehmen. Es gilt meines Wissens ein Bestandsschutz für 12 Monate Nach 613a darf an den Verträgen ein Jahr lang nichts geändert werden.

Das bedeutet aber nicht das es nicht versucht wird. Wichtig ist auch das der jetzige Firmeninhaber darüber informieren muss. Jeder Beschäftigte muss schriftlich eine Info erhalten und den Übergang des Arbeitsverhältnisses zustimmen. Der 613 ist auch für Firmen mit Unwägbarkeiten gespickt. Macht der Unternehmer dort Fehler - kann es für Ihn teuer werden, wenn er Verträge ändert oder nicht informiert hat.

Jeden Schrieb ab jetzt aufheben - Notizen auf der Betriebsversammlung machen. Bei "Änderungskündigungen" vor Ablauf von 12 Monaten die mit einer Verschlechterung des Arbeitsverhältnisses einhergehen auf den 613er berufen.

Und macht bitte nicht eure Chefs schlau - die haben sich auch vorher zu informieren was sie zu tun haben.

Würde mich nicht bei der Arbeitsagentur melden. Es ist nicht gleichbedeutend mit einer Kündigung. Wird die wegen des Betriebsinhaberwechsels vor Ablauf von 12 Monaten ausgesprochen - ab zum Arbeitsgericht.

Roter Bock
 
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