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Firma akzeptiert keine schriftliche Bewerbungen, habe mich trotzdem schriftlich beworben

Helga40

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Lt. Eingangsbeitrag erwartet der Arbeitgeber ausschließlich eine Online Bewerbung. Eine kostenlose E-Mail z. B. nur für Bewerbungen lege ich dir beispielsweise bei gmx innerhalb von Sekunden an. Man kann es auch echt übertreiben.

Du kannst gern vor Gericht so argumentieren. Ob du in der heutigen hochtechnischen Zeit damit erreichst, dass man dir glaubt, dass du die Arbeit ja soooooooo gern angenommen hättest, bezweifle ich jedoch. Letztendlich muss der TE wissen, was passieren kann und darf natürlich selbst entscheiden.
 

0zymandias

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Im Stader Urteil fehlt der Nachweis, dass durch die Bewerbungsart die Arbeitsanbahnung verhindert wurde
und dass der Elo genau das wusste.

Dementsprechend stellt das Gericht auch auf Folgendes ab (zitiert nach Verlinkung in #19) ...
30 [...] In dieser Form hat sich der Kläger unstreitig nicht beworben. Soweit der Kläger sinngemäß einwendet, er habe von einer schriftlichen Bewerbung abgesehen, weil der Arbeitgeber aufgrund der fehlenden Eignung des Klägers kein Interesse an einer schriftlichen Bewerbung gehabt habe, ist unverständlich, warum der Kläger die Beklagte über diesen Umstand nicht zeitnah und unaufgefordert in Kenntnis setzte, zumal er in dem Vermittlungsvorschlag dazu aufgefordert worden war, der Beklagten bis zum 19. Dezember 2011 das Ergebnis seiner Bemühungen mitzuteilen. In diesem Fall hätte die Möglichkeit bestanden, zeitnah die Einwände des Klägers hinsichtlich seiner fachlichen Eignung zu erörtern.
Im SGB II, wenn es denn gelten würde, träfe das JC die Beweislastumkehrung.

Gibt es denn noch mehr Urteile, vielleicht aus dem SGB II?
Womöglich nicht, denn der Sanktionsparagraf § 31 SGB II stellt nicht auf die Bewerbungsart ab, sondern auf die Arbeitsanbahnung.

Hesse und Schrader, und mit ihnen auch ihre die entsprechenden Nachahmer in den Bewerbungstrainings der BA, wie ich leider aus eigener
Erfahrung auch weiß, empfehlen sehr wohl den Telefonanruf vor der Bewerbung (Link).
Es wäre mir zwar recht, wenn man quellennah sanktionieren würde ( :biggrin: ), aber damit wäre den Erwerbslosen wahrscheinlich eher nicht geholfen.

Im vorliegenden Fall hier wird auch ein unzulässiges Junktim gesetzt.

Die REWE Group hat ihren Geschäftssitz in Köln, Europa, die potentiellen Arbeitnehmer sind Europäer und aller Voraussicht nach findet
in Europa auch die Tätigkeit statt. Damit gilt die DSGVO.
Dagegen verstößt die Datenschutzerklärung immer noch (fehlende Zweckgebundenheit, nicht-europäische Datenspeicherung und -verarbeitung,
eingeschränktes Widerrufsrecht), und die Ablehnung dieses Bewerbungsweges ist rein rechtewahrend und dient nicht der Verweigerung der Arbeits-
anbahnung.
Unterstrichen wird dies auch noch zusätzlich durch eine erfolgte Bewerbung.

Aus dem Stader Urteil sollte man vielleicht noch mitnehmen, dass man sich keinesfalls auf eine weiche Bewerbungsart (E-Mail, Telefon, persönliches
Gespräch) einlässt, sondern immer bei VVs die Papierschriftform wählt. Es gibt zwar keine Sanktionssicherheit im SGB II, aber das ermöglicht die
höchste Nachweisqualität.

Nachtrag zur "hochtechnischen Zeit": Üblichkeit entscheidet nicht immer über Übel. :biggrin:
Drucker und Druckerdienste sind zwar heutzutage leicht zu bekommen, aber eine handschriftliche Bewerbung ist
damit noch kein Sanktionsgrund, SG Berlin, 23.04.15, S 43 as 6331/14, PDF abrufbar über Kay Füßlein:
Es gibt keinen allgemeinen Grundsatz, dass Bewerbungen nur computergeschrieben sein dürfen. Dies lässt sich insbesondere auch nicht dem vom Beklagten im Gerichtsverfahren dargelegten Ausführungen unter Bezug auf die "Karrierebibel" entnehmen. Zwar sind computergeschriebene Bewerbungen heute allgemein üblich, jedoch kann einer handgeschriebenen Bewerbung nicht allein deshalb der Erfolg versagt werden. Vielmehr ist nach Ansicht der Kammer zu berücksichtigen, auf welche Position sich der Hilfebedürftige bewirbt. So sind an die Bewerbung auf eine Tätigkeit in einem Büro sicherlich andere Anforderungen zu stellen, als an Bewerbungen auf dem Bau oder im Verkauf. Für die von der Klägerin anvisierten Tätig-keitsbereiche im Bereich Verkauf und Wachschutz ist die Fähigkeit mit modernen Büroarbeitsmitteln umzugehen ebenso wie eine fehlerfreie Rechtschreibung und Grammatik nicht zwingend erforderliCh. Den Bewerbungen kann daher nicht allein deshalb ein möglicher Erfolg abgesprochen werden.
-> Auch hier wird alleine auf den Möglichkeit zur Arbeitsanbahnung abgestellt, was eine entsprechende Analogie ermöglicht.
 
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wolf77

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Ich empfinde es als hochproblematisch, wenn man sich jedes mal vor einer zwangsbewerbung Mehrseitige AGBs..Datenschutzerklärungen.. Benutzungsbedingungen.., die noch dazu auf weitere Seiten verweisen, durchlesen soll und da findet sich meistens etwas, was man normalerweise nicht akzeptieren muss.

Hatte vor Jahren mal einen VV für dm Drogerie.
Angehangen habe ich ein Bild mit dem Zusammenschitt mehrerer Teile der Webseite.

In diesem Fall erklärte sich jeder Bewerber automatisch mit der Verwendung personenbezogener Daten für (eigene) Marketingzwecke einverstanden.
 

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Fabiola

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Niemand (JC) kann einen zwingen, sich ausschliesschlich online zu bewerben.
Es soll Menschen geben, die gar keinen PC o.ä haben. Oder der PC/Läppi tut es zur Zeit nicht. Bis man dann jemanden gefunden hat, der sich darum kümmern kann, ist die drei-tägige Bewerbungspflicht womöglich schon mal abgelaufen.
Ich z.B. lebe auf dem Dorf, weit und breit kein Internet-Café (wobei ich meine persönlichen Daten und Lebenslauf nicht in einem solchen Shop-PC eingeben wollen würde). Fahrtskosten dort hin zahlt einem ja auch keiner. Das gleiche gilt für die PCs in Jobcentern, die einem so angeboten werden.
 

Ottokar

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Ich habe zwei USb-Sticks im JC "vergiftet" bekommen. Alle Daten waren futsch.
Ich loge mich mit meinen Daten grundsätzlich nicht an fremden Rechnern ein.
Sollte mal eine Emailadresse "Zwang" werden kriegen sie eine für diese einzige Korrespondenz verwendete Emailadresse.
 

Spiegelsaal

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E-Mail Adressen werden nie Zwang werden, denn dazu müsste Deutschland erstmal von den hinteren Plätzen der Internet-Infrastruktur weg und es müsste dann jeder gezwungen werden, dass Medium zu nutzen. Postalisch ist und bleibt zeitlos.

Wenn ich mir VV´s ansehe, die 4 Tage nach Erstellung erst ausgedruckt wurden (steht unten kleingedruckt auf jedem VV) um dann evtl. am 7.Tag einzutreffen, finde ich sowas auch immer sehr putzig, aber der Elo muss alles zeitnah erledigen, um nicht in die Sanktionsfalle zu geraten.
 

0zymandias

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[...]
Z.B. Tel.Nr. als Pflichtangabe - sonst kannst die Bewerbung nicht abschicken.
Die Telefonnummernangabe, die Angabe der E-Mailadresse und die Nennung des Geburtsdatums sind bei dieser Bewerbung als
Teilzeit-Kommisionierer in der REWE Group verpflichtend.

Die Altersangabe erlaubt die Altersdiskriminierung, was schwer in Einklang mit dem AGG zu bringen sein dürfte.

Die Daten sind für den Bewerbungsprozess nicht erforderlich, womit eine Sanktion gegen die datenschutzrechtlich
garantierte Freiwilligkeit der Datenfreigabe verstoßen würde.
 

Imaginaer

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@0zymandias Ja das kriegen einige nicht auf die Kette die Bewerbungsform (schriftlich, mündlich) und Versandweg (postalisch, E-Mail, Online Formular) auseinanderzuhalten. Danke das Du das SG Stade Urteil im weiteren Kontext analysiert hast. (y)


Lt. Eingangsbeitrag erwartet der Arbeitgeber ausschließlich eine Online Bewerbung. Eine kostenlose E-Mail z. B. nur für Bewerbungen lege ich dir beispielsweise bei gmx innerhalb von Sekunden an.
Soweit ich weiß muss man auch dort Daten hinterlegen, Allgemeine Geschäftsbedingungen einwilligen. Man geht also einen Vertrag ein. Mit welchem Recht forderst Du das ein? Damit?:biggrin:

Man kann es auch echt übertreiben.
 
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0zymandias

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BTW: Bei diesen Onlinemasken sollte man auch immer darauf achten, dass die Seite verschlüsselt ist und ein gültiges Zertifikat hat (z. B. https statt http).

Da dürften die ITler hier allerdings mehr dazu zu sagen haben ... 😉
(Scheint mir hier aber okay zu sein.)
 

Zeitkind

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Es geht doch darum, dass eine vom Arbeitgeber nicht gewünschte Art der Bewerbung
mit hoher Wahrscheinlichkeit sofort zum Ausschluss des Bewerbenden führt ...
Dafür wäre eigentlich der AG zu sanktionieren, weil er Bewerbende ohne Internetanschluß vorsätzlich ausschließt.
...und damit einer Nicht- oder Negativbewerbung gleichgestellt wird.
"Nichtbewerbung" liegt garnicht vor und die Art schriftlicher Bewerbung in Negativbewerbung umzuphantasieren rechtfertigt nicht den Vorwurf von Vorsatz,
sondern eher den eigenen Vorsatz, um jeden Preis sanktionieren zu wollen. Ich nenne das fehlerhafte Ermessensausübung. :icon_pfeiff:
 

Helga40

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Ermessensausübung. Du bist ja lustig. Was hat es mit behördlichem Ermessen zu tun, wenn ein AG eine bestimmte Form der Bewerbung wünscht? Und bei Sanktionen selbst gibt es überhaupt kein Ermessen.

Fakt ist, es gibt solche Entscheidungen wie oben verlinkt und Fakt ist, die Entscheidungen aus dem SGB III sind aufs SGB II übertragbar, immerhin stellen Sperrzeittatsbestände sogar eine eigene Sanktionsnorm im SGB II dar.

Der TE sollte schon umfassend über die Rechtslage informiert werden, damit er selbst entscheiden kann, oder nicht?
 

Zeitkind

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Was hat es mit behördlichem Ermessen zu tun, wenn ein AG eine bestimmte Form der Bewerbung wünscht?
Das von mir genannte Ermessen bezieht sich auf Deine Gleichstellung des Sachverhaltes mit Nicht- oder Negativbewerbung,
ohne die vorgegebene Berücksichtigung aller Umstände.
Fakt ist, es gibt solche Entscheidungen wie oben verlinkt ...
Deine verlinkte Entscheidung ist auf den hier geschilderten Sachverhalt
Firma akzeptiert keine schriftliche Bewerbungen
nicht übertragbar. In der Begründung wurde zwar die Bewerbungsform erwähnt,
SG Stade, Urteil vom 17.02.2016 - S 16 AL 52/12 Randziffer 29
Soweit das Fehlen der fachlichen Eignung des Arbeitslosen für die angebotene Beschäftigung nicht offenkundig ist,
kann von dem Arbeitslosen grundsätzlich erwartet werden, dass er sich auf die angebotene Beschäftigung in der vorgegebenen Form bewirbt.
die Entscheidung selbst aber auf Nichtbewerbung abgestellt, da der Betroffene selbst die tel. Bewerbung nicht nachweisen konnte.
SG Stade, Urteil vom 17.02.2016 - S 16 AL 52/12 Randziffer 30
Vorliegend ist von einer Nichtbewerbung auszugehen, denn nach dem Gesamtergebnis des Verfahrens kann nicht festgestellt werden,
dass sich der Kläger auf die im Vermittlungsvorschlag vom 21. November 2011 angebotene Beschäftigung bei der C. beworben hat.
Die C. teilte der Beklagte am 29. Dezember 2011 schriftlich mit, dass der Kläger sich nicht gemeldet bzw. beworben habe.
Für die entgegenstehende Behauptung des Klägers, er habe sich im November 2011 telefonisch mit der Arbeitgeberin in Verbindung gesetzt,
fehlt es an einem entsprechenden Nachweis.
Hätte der Kläger sich schriftlich- statt einer vom AG vorgegebenen Online- oder tel. Bewerbung beworben,
würde die o.g. Urteilsbegründung nicht zutreffen, sofern der Nachweis vorliegt, welcher bei schriftlicher Bewerbung nicht schwerfallen dürfte.
Der TE sollte schon umfassend über die Rechtslage informiert werden, damit er selbst entscheiden kann, oder nicht?
Da stimme ich Dir zu. Dann sollte zu angeführten Entscheidungen aber auch der Bezug stimmen.
Was hier im Thema noch garnicht berücksichtigt wurde, sind die vereinbarten- bzw. auferlegten Pflichten mittels EGV oder ersetzenden VA.
Hier wäre die Formulierung der Bewerbungspflichten interessant und ggf. ließen sich Befürchtungen des TE entkräften.
 

Stauer

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Hallo,
ich möchte ja niemanden schockieren, aber ich kenne eine Menge Leute, die keinen PC, kein Laptop, kein Internet und auch kein Handy besitzen. Die haben noch Gelbe Seiten und Zeitung zur Verfügung. Alle Bewerbungen gehen bei denen schriftlich raus. Manchmal sogar nur handschriftlich. PC- Kurse bekommen die nicht, weil sie über 50 sind. Einer benutzt noch Kohlepapier, weil er nichts zum Koppieren hat. Mancher ist obdachlos und da draußen gibt es keinen Strom. In manchen Tagesaufenthaltsstätten darf man zeitlich begrenzt einen PC benutzen. Mit 1-Fingersuchsystem kriegt man da keine Bewerbung zustande. Wenn das JC da sanktionieren würde, ginge der Schuß nach hinten los.
 

Ottokar

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Ich kenne niemanden mehr ohne PC und Internet. Auch der Teil meiner Freunde /Bekannte unter Hartz hatten die immer.
Die letzte ohne war meine vor einem Jahrzehnt mit knapp 100 verstorbene Oma.
Das heißt nicht das es die von "Stauer" beschriebene Leute nicht gibt.

Aber auch ich schreibe manchmal noch gern per Hand. Zuletzt an ein Amtsgericht welches in einer zivilrechtlichen Frage sich an mich wandte.
 

Regensburg

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Moin :)

ich habe u.a. 2 Freunde (hier in Regensburg):

1 - um 60 Jahre, seit 10 Jahren ein uralte PC mit Win95 (ohne Scanner, ohne Drucker) den ich ihm damals geschenkt habe. Trotz mehreren Einführungen beim Bierchen kommt er nicht weiter.
Einziges was er kann ist Spiel - Wer wird Millionär. Ab und zu besuche ich ihm mit meinem W-Lan Stick und mit meinem Handy (mit W-Lan Funktion) um neue Fragen runterzuladen.
Er hat zwar im Wohnung Glasfaser Modem - aber hat kein Vertrag. Auch kein Festtelefon. Auch kein Smartphone - irgend einer alter Siemens (A 60 ?) mit Prepaid Karte.

2 - um die 55, guten Job, hat nie ein PC gehabt. Am Weihnachten hat ihm seine Tochter ein Smartphone geschenkt um per WhatsApp Familienbilder einfach auszutauschen.
Er ist mit dem Smartphone z.Z. noch überfordert (früher har er auch so altes einfaches Handy gehabt).
Aber er bemüht sich - erst gestern Abend hat mich auf Bierchen eingeladen -> weil? -> er das komplettes Telefonbuch (Kontakte) ungewollt gelöscht hat.
Glasfaser Modem vorhanden - aber kein Vertrag. Auch er hat kein Festnetz.
 

Mueller1852

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Lt. Eingangsbeitrag erwartet der Arbeitgeber ausschließlich eine Online Bewerbung. Eine kostenlose E-Mail z. B. nur für Bewerbungen lege ich dir beispielsweise bei gmx innerhalb von Sekunden an. Man kann es auch echt übertreiben.

Du kannst gern vor Gericht so argumentieren. Ob du in der heutigen hochtechnischen Zeit damit erreichst, dass man dir glaubt, dass du die Arbeit ja soooooooo gern angenommen hättest, bezweifle ich jedoch. Letztendlich muss der TE wissen, was passieren kann und darf natürlich selbst entscheiden.
Eine kostenlose Email richte ich auch innerhalb von paar Sekunden ein. Das Problem ist nur das man dann auch immer über diese Emailadresse dem AG zur Verfügung stehen muss. Läd der AG dich per Mail zu einem VG ein, dann hast du ein Problem wenn die Mail nicht gelesen wurde und der AG dem JC mitteilt das du nicht zum VG erschienen bist.

Hi :)
@Helga40 :

Dann soll auch der AG dafür sorgen, das bei Online / E-Mail Bewerbung ich auf Datenschutz NICHT verzichten muss.
Z.B. Tel.Nr. als Pflichtangabe - sonst kannst die Bewerbung nicht abschicken.
Man muss auch bei vielen anderen Seiten eine Nummer angeben. Dann schreibe ich einfach "0000000000" wenn das nicht geht, dann "0123456789" und bei ganz harten Seiten wo das nicht funktioniert, wird eine Nummer mit existierender Vorwahl erfunden.

Die Frage ist, was wenn man bei solchen Bewerberpoolseiten als Telefonnummer "0123456789" angibt und bei Email "xxxxx@xxx.de". Das JC würde so einen Fall doch bestimmt als Negativbewerbung auslegen. Wäre das rechtens? Die Telefonnr. und Email muss man ja auch nicht angeben.

Ich empfinde es als hochproblematisch, wenn man sich jedes mal vor einer zwangsbewerbung Mehrseitige AGBs..Datenschutzerklärungen.. Benutzungsbedingungen.., die noch dazu auf weitere Seiten verweisen, durchlesen soll und da findet sich meistens etwas, was man normalerweise nicht akzeptieren muss.

Hatte vor Jahren mal einen VV für dm Drogerie.
Angehangen habe ich ein Bild mit dem Zusammenschitt mehrerer Teile der Webseite.

In diesem Fall erklärte sich jeder Bewerber automatisch mit der Verwendung personenbezogener Daten für (eigene) Marketingzwecke einverstanden.
Man muss nicht nur elendslange AGB´s lesen, man muss dann auch noch bedingungslos mit denen einverstanden sein, nur um sich zu bewerben. Finde ich nicht richtig.

In dem DM Beispiel wird auch noch jeder Bewerber für Marketingzwecke missbraucht, unglaublich.

Die Telefonnummernangabe, die Angabe der E-Mailadresse und die Nennung des Geburtsdatums sind bei dieser Bewerbung als
Teilzeit-Kommisionierer in der REWE Group verpflichtend.

Die Altersangabe erlaubt die Altersdiskriminierung, was schwer in Einklang mit dem AGG zu bringen sein dürfte.

Die Daten sind für den Bewerbungsprozess nicht erforderlich, womit eine Sanktion gegen die datenschutzrechtlich
garantierte Freiwilligkeit der Datenfreigabe verstoßen würde.
Wusste noch gar nicht das mein sein Alter überhaupt nicht angeben muss, habe bisher immer mein komplettes Datum preisgegeben. Sein Alter kann man schon angeben, geht aus dem Lebenslauf sowieso hervor, nur halt nicht das genaue Datum.

Das von mir genannte Ermessen bezieht sich auf Deine Gleichstellung des Sachverhaltes mit Nicht- oder Negativbewerbung,
ohne die vorgegebene Berücksichtigung aller Umstände.
Deine verlinkte Entscheidung ist auf den hier geschilderten Sachverhalt
nicht übertragbar. In der Begründung wurde zwar die Bewerbungsform erwähnt,

die Entscheidung selbst aber auf Nichtbewerbung abgestellt, da der Betroffene selbst die tel. Bewerbung nicht nachweisen konnte.
Hätte der Kläger sich schriftlich- statt einer vom AG vorgegebenen Online- oder tel. Bewerbung beworben,
würde die o.g. Urteilsbegründung nicht zutreffen, sofern der Nachweis vorliegt, welcher bei schriftlicher Bewerbung nicht schwerfallen dürfte.
Da stimme ich Dir zu. Dann sollte zu angeführten Entscheidungen aber auch der Bezug stimmen.
Was hier im Thema noch garnicht berücksichtigt wurde, sind die vereinbarten- bzw. auferlegten Pflichten mittels EGV oder ersetzenden VA.
Hier wäre die Formulierung der Bewerbungspflichten interessant und ggf. ließen sich Befürchtungen des TE entkräften.
In meinem VA steht nur das ich so und so viel Bewerbungen schreiben muss pro Monat und das die zielführend, positiv und mit eindeutigem Einstellungswillen formuliert werden müssen.

Hallo,
ich möchte ja niemanden schockieren, aber ich kenne eine Menge Leute, die keinen PC, kein Laptop, kein Internet und auch kein Handy besitzen. Die haben noch Gelbe Seiten und Zeitung zur Verfügung. Alle Bewerbungen gehen bei denen schriftlich raus. Manchmal sogar nur handschriftlich. PC- Kurse bekommen die nicht, weil sie über 50 sind. Einer benutzt noch Kohlepapier, weil er nichts zum Koppieren hat. Mancher ist obdachlos und da draußen gibt es keinen Strom. In manchen Tagesaufenthaltsstätten darf man zeitlich begrenzt einen PC benutzen. Mit 1-Fingersuchsystem kriegt man da keine Bewerbung zustande. Wenn das JC da sanktionieren würde, ginge der Schuß nach hinten los.
Frage mich was die Leute bei solchen VV machen und was dann rauskommt dabei. Ohne Internet wäre ich gar nicht an die Adresse von REWE Digital Fulfilment gekommen.
 

Stauer

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Frage mich was die Leute bei solchen VV machen
Hallo,
Bei solchen VV wird vorausgesetzt, dass ausreichende PC-Kenntnisse vorhanden sind. Da aber ein PC-Grundkurs nicht genehmigt wurde, kann so jemand nachweisen, dass es so nicht gehen kann. Man teilt dem JC mit, warum eine Bewerbung auf diese Art nicht gehen konnte und bittet um eine Anschrift oder Telefonnummer. Gut wäre noch, wenn man mitteilen könnte, man habe sich stattdessen bei xy-Firma beworben( Zeitungsinserat ). Wenn dann trotzdem Sanktion angedroht wird, teilen die dem JC mit, sie mögen davon Abstand nehmen, da man ansonsten rechtlichen Beistand sucht. Sollten die nicht nachlassen, suchen die einen RA auf und tragen dem ihr Anliegen vor. PC-Wissen fällt nicht vom Himmel und nicht jeder ist Autodidakt.
Unter den älteren Arbeitslosen ist es sehr häufig, dass die keinen PC bedienen können. Darüber schweigen JC's gerne. Lieber sanktionieren die ins Bodenlose.
 
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