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Finanzierung einer schulischen Ausbildung - Ü25

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rheinlaenderin

Elo-User/in

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#1
Jemand möchte eine dreijährige schulische Ausbildung an einer staatlich anerkannten privaten Schule machen. Die Zusage der Schule liegt vor, doch die Finanzierung ist noch nicht geklärt. Der Bildungsgang ist von der Agentur für Arbeit nicht zur FbW-Förderung zugelassen, der Bildungsträger ist allerdings zertifiziert.

Die Person ist über 25 und unter 30, wohnt bei einem Elternteil, bezieht ALG II und hat noch keine Ausbildung. Vor einigen Jahren hat die Person bereits Schüler-Bafög bezogen und wollte Abitur machen. Aufgrund langer Krankheit wurde der Schulbesuch abgebrochen.

Die Arge hat im mündlichen Gespräch alles abgelehnt, ein schriftlicher Antrag wird jetzt gestellt.

Mögliche Finanzierungsideen bisher sind:

FbW/Bildungsgutschein, da mehrere Vermittlungshemmnisse vorliegen und eine Ausbildung die Chance auf arge-unabhängiges Leben enorm verbessern würde. Eine Eigungsdiagnostik im Hinblick auf den angestrebten Beruf hat stattgefunden und verlief positiv.

Schüler-Bafög und ALG II: Die Ausbildung ist grundsätzlich förderungsfähig. Schwierigkeit ist hier vorallem, dass ein Antrag auf Vorabentscheid nicht so kurzfristig bearbeitet werden wird. Außerdem ist unklar, ob Schüler-Bafög ein zweites Mal beantragt werden kann.

Finanzierung durch Unterhalt der Eltern: Die Person hat noch keine Erstausbildung. Es finden sich sehr unterschiedliche Meinungen zu der Frage, ob Eltern auch altersunabhängig eine Erstausbildung finanzieren müssen.

Habt Ihr Finanzierungsideen oder könnt von Euren Erfahrungen berichten? Vielen Dank schon einmal!
 

Erolena

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#2
Hier könnte man prüfen, ob (zur Kostensenkung) ein Platz an einer staatlichen Schule ohne Schulgeld erreichbar ist.
Die staatliche berufsbildende Schule reserviert im Bewerbungsverfahren z.T. einen Platz für soziale Härtefälle. An der öffentlichen berufsbildenen Schule erfragen oder auch im Bildungsministerium.

Ggf. käme auch eine Ausbildung im Rahmen eines ESF-Projektes in Frage - zuständig sind Min. für Arbeit/Min. f. Bildung.

Schüler-Bafög:

Dazu § 7 BaFöG und besonders jeweils darunter stehende Verwaltungsvorschrift.
http://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/paragraph/7.php
Aus meiner Sicht ist hier relevant:
§ 7 Erstausbildung, weitere Ausbildung
(1) Ausbildungsförderung wird für die weiterführende allgemeinbildende und zumindest für drei Schul- oder Studienjahre berufsbildender Ausbildung im Sinne der §§ 2 und 3 bis zu einem daran anschließenden berufsqualifizierenden Abschluß geleistet. ....
Hier heißt es also es wird nach der allg.bild. Schule anschließend die berufsbild Schule mind für 3 J. gefördert.
Also kein Problem wg. des Abbruchs an der allg.bildender Schule/Gymnasium zu erwarten.

Er kann nach der Förderung an der Berufsfachschule noch weiter gefördert werden:
(2) Für eine einzige weitere Ausbildung wird Ausbildungsförderung längstens bis zu einem berufsqualifizierenden Abschluß geleistet,
...
3. wenn im Zusammenhang mit der vorhergehenden Ausbildung der Zugang zu ihr eröffnet worden ist, sie in sich selbständig ist und in derselben Richtung fachlich weiterführt,

5. wenn der Auszubildende als erste berufsbildende eine zumindest dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule oder in einer Fachschulklasse, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, abgeschlossen hat.
...
Diese Nr. stehen nebeneinander - also es reicht, wenn Nr. 5 zutrfft oder Nr.3.
Diese Förderungsstufen treffen aufeinander z. B. bei sozialem Grundberuf und dann Erzieherausbildung.

Zum Fachrichtungswechsel/Ausbildungsabbruch für Schüler (während der Berufsbildung):

(3) Hat der Auszubildende
1. aus wichtigem Grund oder
2. aus unabweisbarem Grund
die Ausbildung abgebrochen oder die Fachrichtung gewechselt, so wird Ausbildungsförderung für eine andere Ausbildung geleistet;
bei Auszubildenden an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen gilt Nummer 1 nur bis zum Beginn des vierten Fachsemesters.
...
Beim erstmaligen Fachrichtungswechsel oder Abbruch der Ausbildung wird in der Regel vermutet, dass die Voraussetzungen nach Nummer 1 erfüllt sind;
bei Auszubildenden an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen gilt dies nur, wenn der Wechsel oder Abbruch bis zum Beginn des dritten Fachsemesters erfolgt.
Das heißt aus meiner Sicht: der kleine Berufsfachschüler u.ä. ist priviligiert gegenüber den Studenten. Aber nur beim 1.Fachrichtungswechsel bzw. Abbruch. Wenn ich es recht verstehe, kann er die Ausbildung auch noch in einer späten Phase abbrechen und wird trotzdem noch einmal gefördert.
[Aus meiner Sicht - ganz vorsichtig - wer i.d. Erz.ausbildung scheitert, kann noch eine andere Fachschulausb. machen]

Kurz aus der Verwaltungsvorschrift (zum § 7)
7.1.6 Werden in weniger als drei Schul- oder Studienjahren ein oder mehrere berufsqualifizierende Abschlüsse erreicht, so wird Ausbildungsförderung für die weitere berufsbildende Ausbildung bis zu einem berufsqualifizierenden Abschluß geleistet. Dies gilt auch dann, wenn mit der weiteren Ausbildung die Gesamtdauer von drei Jahren überschritten wird.
Der abgebrochene Abiturient wird vermutlich in zweijähriger BFS zum Abschluss kommen - dann wird also für eine weitere Ausb gefördert, weil er seinen Grundanspruch auf 3 J. Förderung in der Erstausbildung noch nicht ausgeschöpft hat.
_______________________________
Es scheint Mode zu sein, dass die Schulabgänger auf eine private Schule gehen "möchten". Bald können wir die öffentlichen Berufsbildenden Schulen schließen, kein Hahn kräht danach. Aber welch Geschrei und Empörung, wenn es Studiengebühren gibt.
Dagegen diese Schüler hier, die "möchten" gern welche haben!!!
 
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