Finanzierung einer Ausbildung ab 40?

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KK aus C

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Hallo zusammen,

brauche mal Anregungen.
Ein Bekannte von mir wird 40. Sie ist Spätaussiedlerin aus der Ukraine.
Sie hat keinerlei Schulabschluß oder Berufsausbildung.

Derzeit arbeitet sie als kaufm. Mitarbeiterin bei einem Landsmann, ohne Berufsabschluß und bei mieser Bezahlung. Sie möchte dringend dort weg, weil er sie nur ausbeutet und auch als Mensch launisch und cholerisch ist. Sie hälts sich mit zusätzlichen Putz-Jobs über Wasser.

Sie möchte gern eine Ausbildung machen, ihr Chef möchte das aber nicht. Sie sucht jetzt eine Möglichkeit, wie sie als Erwachsene noch einen Berufsabschluss machen kann.

Mit wenig Ausbildungsvergütung würde sie klar kommen, wenn sie ihre Putzstellen behalten kann.
Sie hat sich bei einer Altenpflegerin mal letzten Samstag ein paar Stunden drangehängt und festgestellt: Das ist NICHTS FÜR MICH! :icon_evil:

Habt Ihr eine Idee, welche Möglichkeiten es für eventuell geben könnte?

LG von KK
 

KK aus C

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Danke Fuzzi. Ihr Deutsch ist ganz passabe, sie schreibt auch halbwegs gut auf deutsch.

LG von KK
 

stummelbeinchen

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Ganz passabel? Oder gut genug, um eine Ausbildung machen zu können?

Was sagt denn das Integrationsamt? Hat sie dort mal einen Deutschtest gemacht und sich einstufen lassen?

Wenn sie angestellt ist, muss sie in ihren Arbeitsvertrag schauen, ob es Regelungen zu weiteren Tätigkeiten gibt. Wenn weitere Arbeitsstellen zustimmungspflichtig durch den Arbeitgeber sind, dann wird sie schlechte Karten haben. Es würde dann darauf hinauslaufen: Entweder Arbeit oder Ausbildung.

Wie siehts denn aus mit Kinderbetreuung? Da gibts meines Wissens nach aus Initiativen zur Unterstützung bei der Ausbildung.
 

KK aus C

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Danke erst mal, Stummelbeinchen.
Schriftlicher Arbeitsvertrag existiert nicht. Insofern ist das mit der Zustimmungspflicht unerheblich, zumal sie das - mit Wissen vom Boss - schon 17 Jahre so macht.

Ihr Sohn ist erwachsen, das ist also auch kein Thema.

Integrationsamt meinte: Sie sind doch integriert....

Natürlich läuft es darauf hinaus: Arbeiten oder Ausbildung.

Aber genau das ist die Frage: wer bildet eine Frau im Alter von 40 Jahren noch aus?

LG von KK
 

KK aus C

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Danke, Neudenkender.
Die Fälle im Tagesspiegel sind natürlich ziemliche Einzelfälle.

Bei uns hier im Großraum Stuttgart gibt es mehrere Gesundheitseinrichtungen und Kliniken, die Pflegepersonal auch bis 45 ausbilden.
Dorthin habe ich ihr auch schon Kontakte vermittelt und sie hat sich ein eigenes Bild gemacht. Aber sie ist sich sicher: andere pflegen, ob alte Menschen oder Kinder ist egal, ist nichts für sie.

LG von KK
 

Thillie82

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Aber genau das ist die Frage: wer bildet eine Frau im Alter von 40 Jahren noch aus?

Ich will das jetzt nicht pauschalisieren, aber ich habe gerade die Erfahrung gemacht, dass zahlreiche Arbeitgeber ältere Azubis den Jüngeren vorziehen.

Ich selbst hatte mich letztes Jahr entschieden mit 31 noch eine Ausbildung zu machen. Bei ca. 80% meiner Bewerbungen hatte ich eine Einladung zum Eignungstest bzw. zum Vorstellungsgespräch, was mich selbst überraschte. Selbst auf Stellen wo der mittlere Bildungsabschluss oder Fachhochschulreife vorgegeben war, wurde ich mit meinem miserablen Hauptschulabschluss eingeladen. Aus den Gesprächen ging hervor, dass die Unternehmen mit älteren Azubis bessere Erfahrungen gemacht haben was z.b. Verantwortungsbewusstsein, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Krankenstand etc. angeht. Ich hatte dann das Glück zwischen mehreren Firmen wählen zu können und hab nun letzte Woche meinen Arbeitsvertrag für August unterschrieben.

Deine Bekannte sollte natürlich in dem Alter genau wissen was sie will und einen Beruf mit Perspektive wählen. Denn was bringt es ihr, nach der Ausbildung plötzlich wieder ohne Arbeit dazustehen und sich bei zig-Tausend Arbeitssuchende Bürokauffrauen einzureihen.

Finanziell kann sie zur Ausbildungsvergütung noch BAB beantragen. Da BAB nicht den kompletten Mietanteil deckt gibt es noch Mietbeihilfe vom Jobcenter, sofern sie das will. Ich hab mich gegen das Jobcenter entschieden und mit meinem Ausbildungsbetrieb drauf geeinigt einen Minijob ausüben zu dürfen. Der ist Anrechnungsfrei auf das BAB.

Wie gesagt, man kann das ganze nicht pauschalisieren und 31 ist nicht 40. Aber ganz Aussichtslos ist es für deine Bekannte nicht.
 
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Hi,

also ich würde mich erst einmal an die arbeitsagentur wenden um zu hören welche finanziellen Möglichkeiten ich habe. BAB und Wohngeld wurden hier ja schon genannt.

Welche Berufliche Neigung deine Bekannte hat, kann natürlich keiner herauslesen, aber wenn sie sich entschieden hat, sollte sie sich konkretauf Ausbildungsstellen bewerben. Tipps werden die bei der Arbeitsagentur ja wohl haben oder sonst ist auch das Internet voll von "Ratgebern".
Tipps für die Bewerbung
Anders bewerben - Tipps vom Bewerbungshelfer


@Thillie82
Kommt sicherlich auch auf die Popularität des Ausbildungsplatzes an. Zootierpfleger wird wahrscheinlich schwierig, Einzelhandelskaufmann weniger.
 

Mäusefalle

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Hallo KK,

Ein Bekannte von mir wird 40. Sie ist Spätaussiedlerin aus der Ukraine.
Sie hat keinerlei Schulabschluß oder Berufsausbildung.

hat deine Bekannte eine ukrainische Ausbildung? Wenigsten die Schule musste sie da fetig gemacht haben. Ich vermute, dass sie noch entweder studiert oder eine Ausbildung gemacht hat, nur hier in Deutshland nicht.

Falls sie als Spätaussiedlerin nach Deutschland gekommen ist und in der Ukraine eine Ausbildung gemacht hat, würde ich ihr Otto-Benecke-Stiftung vorschlagen. Da sind mehrere Kurse und Programme, die ihr, vielleicht, weiter helfen.

https://https://www.obs-ev.de/startseite/
 

KK aus C

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Sorry alle zusammen, hatte ein bischen viel zu tun die letzen Tage.

@Thillie82 - mit 31 ist, wie Du beschreibst, noch machbar, aber sie wird im Sommer 41.
BAB - da konnte mir niemand sagen, ob sie in Ihrem Alter darauf Anspruch hat.

@Walter v. d. Vogelweide - die Arbeitsagentur hat sich bereits für nicht zuständig erklärt, Begründung: sie ist weder arbeitslos noch von Arbeitslosigkeit / Kurzarbeit bedroht.

@Mäusefalle - wenn ich schreibe, dass sie keinerlei Schulabschluss oder Ausbildung hat, ist das doch eine klare Aussage, sonst hätte ich doch geschrieben, dass sie in der Ukraine diesen oder jenen Bildungsgang absolviert hat, dann hätte man in Deutschland eine Anerkennung anstreben können.
Sie hat mit 12 ihre Mutter verloren, der Vater hat wieder geheiratet und alle zusammen sind nach Kirgisien gezogen. Dort wurde sie die Haushälterin und das Kindermädchen, bis sie 1993 mit 20 Jahren nach Deutschland kam.

Otto-Benecke-Stiftung ist zu weit weg, Frankfurt und Offenbach sind aus dem Großraum Stuttgart einfach zu weit weg

@ all - die IHK hat sich auch mehr oder weniger für unzuständig erklärt, und sie auf die Ausbildungsplatzsuche bei der Arbeitsagentur verwiesen.

Das ist der aktuelle Stand.

LG von KK
 

Mäusefalle

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Na ja, so wie mir bekannt ist gehörte Kirgisien früher zur UdSSR, und hatte somit die Schulpflicht für alle Kinder. Es musste mindestens 9 Klassen gemacht werden (bis man 14 Jahre als wurde), was mit der Hauptschule vergleichbar ist.

Aber ich kann mich auch irren, sicher gab da auch ganz kleine Dörfe, wo keine Schule gabs, oder sie führte ein Nomaden Leben mit dem Vater und seiner neue Familie.

Wenn das der Fall ist, kann ich, leider nicht helfen. Wünsche aber alles Gute für deine Bekannte :icon_daumen:
 
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