fiktives Arbeitsentgelt - Festlegung der Qualifikationsstufe

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chaoszwergi

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Hallo zusammen

Ich habe mich nach meiner 3 -jährigen Elternzeit arbeitslos beim Arbeitsamt gemeldet.
dort wurde mir nur erzählt das die Berechnung nach dem fiktives Arbeitsentgelt berechnet wird.

Ich habe zwar eine Ausbildung abgeschlossen aber beim Arbeitsamt wird jetzt in erste Linie nach einer Helfertätigkeit im Bereich Reinigung oder Küche gesucht da das meine Letzten zwei Arbeitsbereiche waren vor der Elternzeit.
Dem nach würde ich in die Qualifikationsgruppe 4 fallen für die Berechnung

Sehe ich das so richtig ?

lg
 

Gaddezwerg

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@chaoszwergi

Die fiktive Bemessung nach §152 SGB III sagt tatsächlich, dass die Qualifikation der gesuchten Stellen relevant ist, nicht deine tatsächliche Ausbildung.

(2) Für die Festsetzung des fiktiven Arbeitsentgelts ist die oder der Arbeitslose der Qualifikationsgruppe zuzuordnen, die der beruflichen Qualifikation entspricht, die für die Beschäftigung erforderlich ist, auf die die Agentur für Arbeit die Vermittlungsbemühungen für die Arbeitslose oder den Arbeitslosen in erster Linie zu erstrecken hat

Wenn du also bisher als Helfer gearbeitet hast und das Stellengesuch der AfA daher auch nur auf helferstellen abzielt, dann wirst du in die Qualigruppe 4 eingestuft.
 

chaoszwergi

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Danke Gaddezwerg für deine Antwort

dann habe ich es richtig verstanden in welche Qualifikationsstufe ich jetzt falle
und kann daran berechen wie hoch mein ALG1 ausfallen wird und auch was wir zum aufstocken noch vom Jobcenter bekommen werden .
 

Anna B.

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ja, leider ist das so richtig...

aufgrund einer für mich günstigen Konstellation habe ichca. 2,5Jahre Krankengeld bezogen (während des lfd. KG-Bezuges begann nach 9 Monaten eine neue Blockfrist)...

ich hätte, nach der normalen Berechnung, ca. Anspruch auf 1.500 Euro ALG I gehabt.

da ich aber in diese Qualifikationsstufen eingestuft wurde, bekam ich lediglich 817 Euro.

Hab noch Widerspruch eingelegt, aber bei so langen Zeiträumen, wie Elterngeld und längeres KG, wird das halt so berechnet..
 

Anna B.

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es kommt halt auf den Beruf drauf an..

Ich habe Sozialversicherungsfachangestellte im BEreich KV gelernt.
Dieser Ausbildungsberuf ist ohne Abitur machbar...

(die meisten KK nehmen aber nur ABiturienten)...

also wurde ich in die Qualifikationsstufe 3 eingestuft...obwohl ich 40 Jahre Berufserfahrung hatte..und auf Führungsebene tätig war.

https://www.ratgeber-aktuell.com/ausbildung-weiterbildung/arbeitsamt-arbeitslosengeld-fiktive-bemessung.htm

Es wird also keine Rücksicht genommen, auf die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit.
Ich hätte, wie gesagt, 67 % meines letzten Nettos (oder sind es 60%?) als ALG bekommen müssen..
habe aber wegen des Bemessungszeitraumes eben nur diese 870 Euro bekommen.
In keinster Weise entsprach dieses der Realität...

Wenn jemand vor unendlich langer Zeit mal Abitur und Studium gemacht hat..und als Friseur gearbeitet hat, dann wäre derjenige in die Stufe I eingestuft worden, obwohl das Entgelt wesentlich niedriger wäre, als z.B. mein Entgelt.

Ich habe jahrzehntelange eingezahlt, nach der Beitragsbemessungsgrenze!! und nur wegen Krankheit bekam ich dann diese ominöse Qualifikationsstufe III.
 

DieElla

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es kommt halt auf den Beruf drauf an..
........also wurde ich in die Qualifikationsstufe 3 eingestuft...obwohl ich 40 Jahre Berufserfahrung hatte..und auf Führungsebene tätig war....
.......Es wird also keine Rücksicht genommen, auf die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit.
Ich hätte, wie gesagt, 67 % meines letzten Nettos (oder sind es 60%?) als ALG bekommen müssen..
habe aber wegen des Bemessungszeitraumes eben nur diese 870 Euro bekommen.
In keinster Weise entsprach dieses der Realität...
......Wenn jemand vor unendlich langer Zeit mal Abitur und Studium gemacht hat..und als Friseur gearbeitet hat, dann wäre derjenige in die Stufe I eingestuft worden, obwohl das Entgelt wesentlich niedriger wäre, als z.B. mein Entgelt........
Das ist so nicht richtig und wenn das bei dir so gelaufen ist hättest du dich dagegen wehren müssen. Wenn es nicht zu lange her ist kannst du das auch jetzt noch. Ich habe das gerade für 2015 gemacht und eine satte Nachzahlung bekommen. Da ich direkt nach dem ALG 1 Bezug 1,5 Jahre AU war musste auch die Krankenkasse nachzahlen da sich rückwirkend die Höhe des ALG 1 geändert hat das auch Bemessungsgrundlage für das Krankengeld war.

Rechtsgrundlage:
§ 152 SGB III Fiktive Bemessung
........
(2) Für die Festsetzung des fiktiven Arbeitsentgelts ist die oder der Arbeitslose der Qualifikationsgruppe zuzuordnen, die der beruflichen Qualifikation entspricht, die für die Beschäftigung erforderlich ist, auf die die Agentur für Arbeit die Vermittlungsbemühungen für die Arbeitslose oder den Arbeitslosen in erster Linie zu erstrecken hat. Dabei ist zugrunde zu legen für Beschäftigungen, die

1. eine Hochschul- oder Fachhochschulausbildung erfordern (Qualifikationsgruppe 1), ein Arbeitsentgelt in Höhe von einem Dreihundertstel der Bezugsgröße,

2. einen Fachschulabschluss, den Nachweis über eine abgeschlossene Qualifikation als Meisterin oder Meister oder einen Abschluss in einer vergleichbaren Einrichtung erfordern (Qualifikationsgruppe 2), ein Arbeitsentgelt in Höhe von einem Dreihundertsechzigstel der Bezugsgröße,

3. eine abgeschlossene Ausbildung in einem Ausbildungsberuf erfordern (Qualifikationsgruppe 3), ein Arbeitsentgelt in Höhe von einem Vierhundertfünfzigstel der Bezugsgröße,

4. keine Ausbildung erfordern (Qualifikationsgruppe 4), ein Arbeitsentgelt in Höhe von einem Sechshundertstel der Bezugsgröße.


Basis für die Einstufung ist eben nicht die vorhandene Qualifikation sondern die Qualifikation die normalerweise für den Beruf erforderlich ist den man ausgeübt hat und weiter ausüben möchte. Der "Kunde" ist dann in die Qualifikationsgruppe einzuordnen die der Tätigkeit und der dort normalerweise geforderten Qualifikation entspricht.

Genau wie du war ich in leitender Position und die Anforderungen dafür setzen normalerweise einen Hochschulabschluß voraus. Über diesen verfüge ich aber nicht und habe diese Tätigkeit trotzdem bekleidet und möchte da auch wieder hin.
Deswegen hat die AFA ihre Vermittlungsbemühungen auf eine gleichwertige Stelle auszurichten und die Einstufung erfolgt in Qualifikationsgruppe 1.

Allerdings darf man einen Fehler nicht machen den ein Bekannter von mir gemacht hat. Der hat beim Vermittler gesagt er würde gerne wieder in den Job würde aber auch etwas darunter nehmen. Damit hat er sich selber ins Knie geschossen denn dadurch konnte die AFA ihre Vermittlungsbemühungen auch auf Job unter dem ursprünglichen ausdehnen. Mein Bekannte wurde trotz Hochschulabschluss dadurch in Qualifikationsgruppe 3 eingestuft und hat jede Menge Geld dadurch verloren.

Wenn es bei dir noch nicht zu lange her ist und du nicht auch eine solche Äußerung bei der AFA getätigt hast stelle einen Überprüfungsantrag und begründe diesen. Es kann sich richtig lohnen wenn du wirklich falsch eingestuft wurdest.
Kenne hier noch ein der hat auch den Ü-Antrag gestellt. Seine Einstufung wurde nicht geändert aber er wurde damals bei der Bemessung Ost eingestuft. Diese Einstufung hat das BSG 2015 gekippt und es muss seitdem immer West zu Grunde gelegt werden. Bei Ihm machte das 4,05 @ pro Tag aus. Rückwirkend für 12 Monate ALG 1 und dann 78 Wochen Krankengeld. Auch eine ordentliche Summe.
 

Anna B.

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Hallo,

ähnlich ist es:

zwar war seinerzeit kein Studium für den Beruf erforderlich, auch kein Abitur...
auch heute reicht für die Ausbildung der Abschluß der Realschule..

nur..Realschüler werden nicht eingestellt...es werden lediglich Abiturienten eingestellt..

für die Tätigkeiten in Führungsebene ist kein Studium erforderlich..

also war das bei mir mit der 3 schon richtig:

Voraussetzung: Ausbildung...ist für den Beruf erforderlich..

und genau eine solche Ausbildung habe ich.

Also stimmt die Stufe 3,

nur die Berechnung an sich finde ich nicht stimmig: ich habe eben wie gesagt über der Beitragsbemessungsgrenze verdient..
und das dadurch errechnete ALG I liegt dann bei ca. 817 Euro...also 67 % vom Durchschnitt..Netto..


Das kann m.E. nicht stimmen...dann müßten ja rein rechnerisch jeder ausgebildete Arbeitnehmer in Deutschland lediglich knapp über 1.500 Euro verdienen..das kann m.E nciht sein, das ist zu wenig.

aber egal..ist schon zu lange her, 2011....längst verjährt..
 
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