Feststellung meiner Leistungsfähigkeit, Jobcenter möchte das ich den Gesundheitsfragebogen ausfülle und an das Jobcenter zurück schicke, wie läuft das jetzt ab?

Senseo

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Ich habe heute vom Jobcenter einen Gesundheitsfragebogen bekommen.
Ich konnte meinen Termin was ich letztens bekommen hatte nicht wahrnehmen, wegen meiner Schlafstörung(schlafe sehr unregelmäßig).
Das habe ich denen dann auch so berichtet im Anhörungsschreiben.

Habe dann ein Briefumschlag bekommen, in dem folgendes drin steht:

Das letzte Gutachten ist aus dem Jahr 2015 und bestätigt zwar Ihre Schlafstörungen, jedoch nicht, dass Sie nicht in der Lage sind, rechtzeitig aufzustehen. Dies lässt auch vermuten, dass Sie nicht rechtzeitig eine Arbeitsstelle antreten können oder an Maßnahmen zur Integration teilnehmen können.
Daher ist eine Überprüfung Ihrer aktuellen Leistungsfähigkeit erforderlich, um abschließend über den Eintritt einer Sanktion und zukünftige Maßnahmeangebote entscheiden zu können.

Das letzte mal 2015, als ich beim Ärztlichen Gutachter war, musste ich persönlich hin gehen und habe alle meine Krankheiten geschildert.
Danach wurde ein Gutachten erstellt, A und B Gutachten.
Jetzt habe ich ein Gesundheitsbogen bekommen und würde gerne wissen, wie ich da vorgehen muss und was danach passiert.
Wird mein Gutachten von 2015 dann aufgehoben und ein Neues erstellt?
Ist der ärztlichen Dienst eigentlich neutral oder pro Jobcenter?

Und wie kann ich sicher gehen, dass das Jobcenter nicht mein Gesundheitsfragebogen durchliest?
 

abcabc

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Das letzte mal 2015, als ich beim Ärztlichen Gutachter war, musste ich persönlich hin gehen und habe alle meine Krankheiten geschildert.
Danach wurde ein Gutachten erstellt, A und B Gutachten.
Jetzt habe ich ein Gesundheitsbogen bekommen und würde gerne wissen, wie ich da vorgehen muss und was danach passiert.
Dann solltest du erstmal entscheiden, ob du lieber persönlich hingehen möchtest oder versuchen möchtest, dass das Gutachten nach Aktenlage gemacht wird.
Wenn du eine persönliche Begutachtung "erzwingen" willst, füllst du einfach nur den Gesundheitsfragebogen aus, fügst KEINE Unterlagen bei und unterschreibst KEINE Schweigepflichtsentbindungen. Stattdessen fügst du ein Begleitschreiben bei, dass du medizinische Unterlagen zum Termin beim ärztlichen Dienst mitbringen wirst.
Wenn du hingegen einen persönlichen Kontakt vermeiden möchtest, solltest du einen Stapel Befunde/Berichte/.... im Anhang beifügen und/oder selbst formulierte Schweigepflichtsentbindungen mitschicken (die beigefügten gelten uneingeschränkt für 3 Jahre).
Ganz wichtig: Unbedingt der Weitergabe von Daten widersprechen. Also dick auf die 1. Seite vom Gesundheitsfragebogen schreiben "Hiermit untersage ich dem ärztlichen Dienst jegliche Weitergabe von Daten an Dritte, z.B. an andere Sozialleistungsträger!" - ansonsten darf der äD Daten ans Sozialamt, Krankenkasse, usw. usf. Daten weitergeben.

Den ausgefüllten Gesundheitsfragebogen würde ich an deiner Stelle per Einschreiben direkt an den ärztlichen Dienst der Agentur für Arbeit schicken (sofern klar ist, dass dieser das Gutachten durchführt und es nicht mehrere äDs der AfA in deiner Stadt gibt).
Möchtest du das Ganze beschleunigen, informierst du den SB vom JC, dass du die Unterlagen beim äD eingereicht hast.
Möchtest du es verzögern, wartest du einfach ab. Irgendwann bekommst du die Unterlagen wieder zurück oder der SB vom JC wird nachfragen - je nachdem wer schneller ist. Die zurückgesendeten Unterlagen zusammen mit dem Beleg vom Einschreiben reichen dann als Beweismaterial, dass du versucht hast mitzuwirken und es nicht an dir liegt, dass es nicht geklappt hat (muss man als Kunde nicht wissen, dass der äD es nicht schafft beim JC nachzurfragen, wenn Unterlagen ohne Auftrag kommen).

Wenn dann irgendwann ein Termin zur persönlichen Begutachtung kommt, nimmst du den Stapel medizinischer Unterlagen mit, die zu deinem gewünschten Ergebnis passen (einfach etwas selektieren, was du mitnimmst und was nicht).
 
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Senseo

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Wenn du hingegen einen persönlichen Kontakt vermeiden möchtest, solltest du einen Stapel Befunde/Berichte/.... im Anhang beifügen und/oder selbst formulierte Schweigepflichtsentbindungen mitschicken (die beigefügten gelten uneingeschränkt für 3 Jahre).
Ich habe leider selbst keine Berichte zu Hand, meine Berichte sind bei meinem Psychiater und bei meiner Psychologin.
Wenn dann müsste ich es anfordern.
Wie würde dann so eine Schweigepflichtsentbindung aussehen, die man selbst erstellt ohne das die für 3 Jahre gelten?
Dann solltest du erstmal entscheiden, ob du lieber persönlich hingehen möchtest oder versuchen möchtest, dass das Gutachten nach Aktenlage gemacht wird.
Was wäre denn besser? Persönlich oder nach Aktenlage?
Und was ist mit meinem Gutachten von 2015 wird der direkt aufgehoben und durch die neue ersetzt?

Ganz wichtig: Unbedingt der Weitergabe von Daten widersprechen. Also dick auf die 1. Seite vom Gesundheitsfragebogen schreiben "Hiermit untersage ich dem ärztlichen Dienst jegliche Weitergabe von Daten an Dritte, z.B. an andere Sozialleistungsträger!" - ansonsten darf der äD Daten ans Sozialamt, Krankenkasse, usw. usf. Daten weitergeben.

Wenn ich das mache, woher weiß dann das Jobcenter, das ich eben keine Schichten arbeiten kann oder bedingt durch meine Schlafstörung eben keine Termine und Maßnahmen wahrnehmen kann?
Genau deswegen schickt die mich ja zum äD, weil ich meinen Termin nicht wahrnehmen konnte.

Möchtest du das Ganze beschleunigen, informierst du den SB vom JC, dass du die Unterlagen beim äD eingereicht hast.
Möchtest du es verzögern, wartest du einfach ab. Irgendwann bekommst du die Unterlagen wieder zurück oder der SB vom JC wird nachfragen - je nachdem wer schneller ist.

Wenn ich die SB nicht informiere wird sie mir doch meine Leistungen einstellen, habe ja nur Zeit bis zum 09.11.2020 bekommen.

Das stand im mitgefügtem Informationsblatt drinnen:

Sofern Sie weder die erforderlichen Schweigepflichtsentbindungen erteilen, noch bereits vorhandene medizinische Befunde zur Verfügung stellen und die Aufklärung des Sachverhaltes dadurch erheblich erschwert ist, kann dies bei Vorliegen der übrigen Veraussetzung des § 66 SGB I zu einer vollständigen oder teilweisen Versagung oder Entziehung der Leistungen führen. Die Aufklärung des Sachverhaltes ist z.B. dann erheblich erschwert, wenn eine erneute Untersuchung durch den Ärztlichen Dienst erforderlich wird, die ansonsten entbehrlich wäre (Doppeluntersuchung) und die von Ihnen vorgebrachten Gründe zur Verweigerung der Mitwirkung keine erneute Untersuchung durch den Ärztlichen Dienst der Agentur für Arbeit rechtfertigen.
 
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