Feststellung der Leistungsfähigkeit

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

WilmaKroeterich

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
1
Bewertungen
0
Hallo zusammen,

nachdem ich jetzt schon so Einiges gelesen hab, raucht mir zwar der Kopf aber viel weiter bin ich leider noch nicht...

Vor einiger Zeit wurde einem Freund von mir vom JC vorgeschlagen, überprüfen zu lassen, inwieweit er noch arbeitsfähig sei, oder ob zukünftig eher die Grundsicherung zuständig sein könnte. Argument war, dass er dann nicht mehr alle halbe Jahre zum Jobcenter müsse. So weit so gut.

Vorab zur Erklärung:
Er ist alkoholkrank, leidet nach eigener Aussage unter Depressionen, Schlafstörungen, einem gestörten Essverhalten... bei Ärzten war er seit ca. 15 Jahren nicht mehr, festgestellt wurde irgendwann mal ein IQ von 167 und etwas wie ein fotografisches Gedächtnis mit dem Unvermögen, einmal gesehenes/gelesenes wieder zu Vergessen...
Bisherige Versuche mit Drogenberatung, Psychologen sind kläglich gescheitert.

Kurze Zeit später kam die Einladung zur ärztlichen Untersuchung bei der AFA
Ich war als Begleitung dabei aber nicht mit im Raum, da ich heute erstmals von der Möglichkeit, als Begleitperson mit zu gehen, gelesen habe.
Er war allerdings zum Termin enorm alkoholisiert, was evtl.wichtig sein könnte, für das was ich noch schreiben werde - er selbst vermutete am Tag danach einen Pegel von mindestens 2 Promille.

Gemacht wurden Drogenscreening, Blutentnahme und die (wie ich derweil gelesen hab) üblichen Untersuchungen.
Außerdem wurde er gefragt, ob er sich auf freiwilliger Basis auf ein Gespräch mit einem Psychologen einlassen würde, was er wohl bejaht hat.
Daraufhin hat er nach eigenen Angaben "irgendetwas" unterschrieben, weiß aber nicht mehr, was das war.

Eine Woche später kam auch prompt eine Einladung nach §59 SGBll i.V.m.§309 SGBlll mit dem Ziel, seine Erwerbsfähigkeit zu prüfen.

Gestern war nun dieser Termin...
Ich hab ihn wieder begleitet, auch dieser Termin fand wieder unter Alkoholeinfluss statt, allerdings muss ich dazu schreiben, dass man sich trotzdem normal mit ihm unterhalten kann.
Ich saß im Zimmer nebenan und konnte diesmal allerdings jedes Wort hören.

Binnen kürzester Zeit warf der "Arzt für Psychiatrie&Psychotherapie, Sozialmedizin" (Bezeichnung laut Stempel) ihm vor, dass er seine Fragen nicht konkret genug beantwortete, zu sehr abschweife und deutete an, dass ihm das alles zu lange dauere.
Der Versuch zu erklären, "dass man dass nicht so schnell und einfach beantworten könne und dass dafür nicht zwei oder drei Sätze ausreichen würden" wurde kommentiert mit:
"Das müssen Sie schon mir überlassen, schließlich bin ich seit über 20 Jahren Profi"

Die Überheblichkeit meinem Kumpel gegenüber war für mich nicht zu überhören


ca. weitere 5 Minuten ging das Gespräch halbwegs gut...
wobei ich den folgenden Dialog schon fragwürdig fand:
Frage: Haben Sie heut schon getrunken?
Antwort: Ja, um keine Entzugserscheinungen zu haben
Frage: Haben Sie jetzt Entzugserscheinungen?
Antwort: nein, deswegen habe ich ja heute vormittag was getrunken

dann kam die Frage nach der Arbeitsfähigkeit...
Der Arzt fragte ihn, inwieweit er sich selbst für arbeitsfähig hält, was mein Kumpel mit "eigentlich nicht arbeitsfähig, aufgrund des Alkoholproblems, der Schlafstörungen, ..." beantwortete.
nächste Frage: "Ob er sich vorstellen könne, als Pförtner zu arbeiten"
Die Antwort fiel dann doch ziemlich sarkastisch aus:
"Klar, mit dem dementsprechenden Pegel würd ich das schon irgendwie schaffen, aber sie sind doch der Profi"

Kurz darauf unterstellte ihm der Arzt, "er sei noch nie in der Lage gewesen, sich neuen Gegebenheiten anzupassen"

Worüber sich mein Kumpel derart empörte, dass er von sich aus das Gespräch beendete.

Tja, wir haben lange und viel darüber geredet, und man kann sicher darüber denken, wie man will...
aber unterm Strich bleiben nun etliche Fragen:icon_question:

-was könnte da jetzt hinterher kommen?
-kann man noch irgendwas tun, um möglichen Sanktionen entgegen zu wirken?

Sein Fallmanager ist erst am Dienstag wieder da, somit erst dann die Möglichkeit, das Gespräch zu suchen.

Vielleicht habt ihr ja Ideen, wie man jetzt weiter vorgehen kann, bin für jede Anregung dankbar:icon_wink:

Gruss,
Wilma
 

gelibeh

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2005
Beiträge
23.663
Bewertungen
17.055
Mehr könnt Ihr im Moment nicht machen. Er ist ja dagewesen und hat ja anfangs auch alle Fragen beantwortet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man daraus eine Sanktion basteln kann. Eventuell wird man ihm das Gutachten nicht aushändigen, dann muss das der Hausarzt anfordern. Den sollte er sich suchen.
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.183
Hallo Wilma,

ich warne dich mal vor, dass dir (vermutlich) nicht gefallen wird, was ich schreibe, nimm es bitte nicht als persönliche Kritik sondern als Hilfe für (vor ALLEM) dich und deinen Freund an ...

Vor einiger Zeit wurde einem Freund von mir vom JC vorgeschlagen, überprüfen zu lassen, inwieweit er noch arbeitsfähig sei, oder ob zukünftig eher die Grundsicherung zuständig sein könnte. Argument war, dass er dann nicht mehr alle halbe Jahre zum Jobcenter müsse. So weit so gut.

Das ist keine Lösung des Problems, das JobCenter will ihn nur loswerden und in die Sozial-HILFE (SGB XII) abschieben, sofern das ohne Beantragung einer EM-Rente überhaupt funktioniert.

Das Argument "hinkt" gewaltig denn die Grusi (SGB XII) will (auf Dauer) auch keine Leistungsbezieher haben, die dort nicht hingehören.
Das heißt, nach 6 - 12 Monaten geht es Retoure zum JobCenter, weil der nöächste Amtsarzt feststellen wird, dass er sich behndeln /therapieren lassen soll und dann (vielleicht) auch arbeitsfähig ist /wird.

Er ist alkoholkrank, leidet nach eigener Aussage unter Depressionen, Schlafstörungen, einem gestörten Essverhalten... bei Ärzten war er seit ca. 15 Jahren nicht mehr, festgestellt wurde irgendwann mal ein IQ von 167 und etwas wie ein fotografisches Gedächtnis mit dem Unvermögen, einmal gesehenes/gelesenes wieder zu Vergessen...
Bisherige Versuche mit Drogenberatung, Psychologen sind kläglich gescheitert.

darf ich fragen wie alt er ist und wieviele Jahre das schon so geht mit seinen Problemen, wie lange versuchst DU schon (vergeblich) ihm zu helfen, ihn (vermeintlich und gut gemeint) "vor dem Schlimmsten" zu bewahren ... :confused:

Kurze Zeit später kam die Einladung zur ärztlichen Untersuchung bei der AFA
Ich war als Begleitung dabei aber nicht mit im Raum, da ich heute erstmals von der Möglichkeit, als Begleitperson mit zu gehen, gelesen habe.

Es ist richtig, dass ein Beistand (§ 13 SGB X) gestattet werden sollte (man hält sich eher selten dran bei den Ärzten /Gutachtern), in diesem Falle glaube ich aber nicht, dass es was geändert hätte.

Er war allerdings zum Termin enorm alkoholisiert, was evtl.wichtig sein könnte, für das was ich noch schreiben werde - er selbst vermutete am Tag danach einen Pegel von mindestens 2 Promille.

Das dürfte der "übliche" Zustand einbes schweren Alkoholikers sein und ich denke nicht, dass es da noch irgendwelcher Untersuchungen bedurft hätte das festzustellen...

Gemacht wurden Drogenscreening, Blutentnahme und die (wie ich derweil gelesen hab) üblichen Untersuchungen.
Außerdem wurde er gefragt, ob er sich auf freiwilliger Basis auf ein Gespräch mit einem Psychologen einlassen würde, was er wohl bejaht hat.

Wurde das Gutachten (Teil A und Teil B) direkt beim medizinischen Dienst angefordert, er hat Anspruch auf eine Kopie des kompletten Gutachtens (§ 25 SGB X), es ist schon makaber wenn man einem schwer Alkoholisierten die Zustimmung zu freiwillgen Untersuchungen "entlockt", über so einen Mediziner würde ich mich an höherer Stelle beschweren... :icon_dampf:

Daraufhin hat er nach eigenen Angaben "irgendetwas" unterschrieben, weiß aber nicht mehr, was das war.

Dann sollte er (im halbwegs bewußten Zustand) mal die komplette Akten-Einsicht beim Med. Dienst (gemäß § 25 SGB X), aber mindestens eine Kopie von dem unterschriebenen Schriftstück verlangen.

Eine Woche später kam auch prompt eine Einladung nach § 59 SGBll i.V.m.§ 309 SGBlll mit dem Ziel, seine Erwerbsfähigkeit zu prüfen.

Da wird er wohl was in der Richtung unterschrieben haben, ärztliche /psychologische Untersuchungen laufen allerdings üblicherweise unter § 62 SGB I, die (von dir) genannten §§ betreffen die üblichen Meldetermine beim Vermittler... und der prüft normal nicht die Erwerbsfähigkeit.

§ 62 SGB I Untersuchungen

Regulär macht das (rechtsgültig) eigentlich nur die Rentenversicherung ...

Gestern war nun dieser Termin...
Ich hab ihn wieder begleitet, auch dieser Termin fand wieder unter Alkoholeinfluss statt, allerdings muss ich dazu schreiben, dass man sich trotzdem normal mit ihm unterhalten kann.

Was NIX daran ändert, dass er unter Alkohol stand (in welchem Ausmaß auch immer) und damit eben nicht "wirklich normal" beurteilen kann, was da gerade mit ihm geschieht...

Ich saß im Zimmer nebenan und konnte diesmal allerdings jedes Wort hören.

Wird nicht viel nützen, wobei ich hier sogar die Frage stellen würde, wie man es dort so mit dem Schutz von Sozialdaten /Gesundheitsdaten hält, wenn im Nebenraum Jeder (auch Fremde Personen) hören kann was besprochen wird... :icon_dampf:

Binnen kürzester Zeit warf der "Arzt für Psychiatrie&Psychotherapie, Sozialmedizin" (Bezeichnung laut Stempel) ihm vor, dass er seine Fragen nicht konkret genug beantwortete, zu sehr abschweife und deutete an, dass ihm das alles zu lange dauere.

Soviel zum "normalen Gespräch trotz Alkohol", einem Arzt (besonders dieser Fachrichtung) sollte das allerdings bekannt sein, wie sich das auswirkt ...

Ich erspare es dir und mir den Rest zu kommentieren, es bringt NICHTS, denn deine Gegenwart im Raum hätte auch nichts geändert...

Ändern KANN sich nur dein Freund und dazu muß er begreifen, was da mit ihm passiert und MUSS es SELBER loswerden WOLLEN... bis dahin KANN ihm KEINER wirklich HELFEN, auch du nicht...:icon_evil:

Man wird ihn überall wo er Geld kostet hin und her schieben ohne Ende, bis er mal selber merkt, dass er GANZ UNTEN angekommen ist, solange sich Freunde finden die diesen Komplett-Absturz verhindern wollen, wird er keinen Grund haben/finden, was an sich zu ändern.

"Ob er sich vorstellen könne, als Pförtner zu arbeiten"
Die Antwort fiel dann doch ziemlich sarkastisch aus:
"Klar, mit dem dementsprechenden Pegel würd ich das schon irgendwie schaffen, aber sie sind doch der Profi"

OHH, schon wieder ein Pförtner, nur wird ihn KEINE Sicherheitsfirma in diesem Zustand einstellen, die nehmen ja nichtmal mehr Leute mit anderen Gesundheitsproblemen ... das zeugt nur davon, dass dieser "Profi" keine Ahnung hat, was ein Pförtner (Wachschutz-Mitarbeiter im Sicherheitsdienst) heutzutage alles für Aufgaben zu erfüllen hat.

Kurz darauf unterstellte ihm der Arzt, "er sei noch nie in der Lage gewesen, sich neuen Gegebenheiten anzupassen"

Das kann er wohl nicht wirklich beurteilen, wenn er so gut wie nichts von deinem Freund weiß, allerdings ist das auch sicher nicht der richtige Ort /Arzt gewesen, um da was dran zu ändern

-was könnte da jetzt hinterher kommen?
-kann man noch irgendwas tun, um möglichen Sanktionen entgegen zu wirken?

Er hat den Termin wahrgenommen, Sanktion wäre nur bei Meldeversäumnis (also Nichterscheinen) möglich, wegen "falschem Benehmen beim Arzt" darf nicht sanktioniert werden.

Sein Fallmanager ist erst am Dienstag wieder da, somit erst dann die Möglichkeit, das Gespräch zu suchen.

Unworüber soll ad dann gesprochen werden, was da beim Arzt losgewesen ist /besprochen wurde geht den FM nichts an, dann kann dein Freund sich ja auch gleich vom FM "untersuchen lassen".

Gutachten (in Kopie) geben lassen wie gehabt und abwarten was passiert ... kommt wirklich ein Sanktionsbescheid, dann bitte hier melden damit (anonymisieren und einstellen), erst dann kann man entscheiden was zu tun ist.

Dir wünsche ich die Kraft deinen Freund "fallen zu lassen", ehe du selber mit untergehst (zumindest nervlich und Gesundheitlich), ich weiß wovon ich hier schreibe, habe selber mit schweren Alkoholikern (im näheren Umfeld) schon zu tun gehabt, mit Einem war ich mal verheiratet ... ICH konnte ihn auch NICHT "retten"...NUR noch mich SELBER irgendwann, als ich das begriffen hatte ...

Alles Gute!

MfG Doppeloma
 

gelibeh

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2005
Beiträge
23.663
Bewertungen
17.055
Dir wünsche ich die Kraft deinen Freund "fallen zu lassen", ehe du selber mit untergehst (zumindest nervlich und Gesundheitlich), ich weiß wovon ich hier schreibe, habe selber mit schweren Alkoholikern (im näheren Umfeld) schon zu tun gehabt, mit Einem war ich mal verheiratet ... ICH konnte ihn auch NICHT "retten"...NUR noch mich SELBER irgendwann, als ich das begriffen hatte ...
Danke. Sehr treffend gesagt. Wenn Du Deinem Freund wirklich helfen willst, dann darfst Du ihm nicht mehr helfen. Stichwort Coabhängigkeit.
 

Holger01

Accountproblem bitte Admin informieren.
Mitglied seit
26 Januar 2012
Beiträge
1.398
Bewertungen
566
Sucht ist eine Krankheit.
Alkoholsucht betrifft in aller Regel nicht nur den Trinkenden, sondern auch seine Angehörigen (Familie, Freunde, Arbeitskollegen).

Klar, idealerweise hätte dein Bekannter eine Einsicht in seine Suchterkrankung und die Bereitschaft, jetzt etwas zu ändern.

Hat er aber offensichtlich nicht. Kommt mit 2 Promille, quasi als Spiegeltrinker, noch gut durchs Lebens. Auch mit bzw. wegen deiner Hilfe.

Da gibt es hier noch mehr gute Infos:

"Freundeskreisarbeit richtet sich an Abhängige wie Angehörige gleichermaßen. Freundeskreise sehen die Auswirkungen von Sucht auf das Familiensystem und betrachten Sucht daher als Familienkrankheit. Deshalb sind in den Gesprächsgruppen der Freundeskreise Abhängige und Angehörige zusammen anzutreffen."
Quelle: Freundeskreise Sucht: Gruppenangebote

oder auch alle anderen Selbsthilfe- und Beratungsangebote.


Letztlich ist es so, dass du Hilfestellungen zum Über- und Weiterleben gewährst.
Noch besser wäre deine Hilfe, wenn du ihm vermitteln könntest, dass es ihm mit Alkohol nicht wirklich besser, sondern nur etwas weniger schlecht geht.

Ein Alkoholentzug unter ärztlicher Aufsicht wäre mal ganz gut.
Wird in diesem Stadium wohl nur in einem Krankenhaus gehen (klappt mit ärztlicher Einweisung ohne Probleme).
Allerdings muss auch er es wollen!

...
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten