Festlegung der KDU durch Wirtschaftsagentur-Konsequenz Wohnghettoisierung!

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Floridaner

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Hallo Leute!

Im Rahmen des Umzuges meiner Freundin und der Beschäftigung mit dem Thema Kosten der Unterkunft bin ich auf eine für mich
sehr interessante Sache gestoßen,wo ich mir nicht sicher bin, ob dies hier schon allgemein bekannt ist, oder es nur ein
Einzelfall hier in diesem Landkreis bzw. Bundesland ist.
So viel mir auf,das konkret das Grundsicherungsamt im Landkreis *** für die Berechnung der Unterkunft sich nicht an die
Vergleichsmieten des Landkreises orientiert,sondern damit eine Agentur aus Hamburg beauftragt hat.Ob dies nun ungewöhnlich
ist,kann ich nicht beurteilen,da ich mit dieser Materie jetzt nicht so betraut bin.Was aber ganz auffällig war:Die Höhe
der Kosten der Unterkunft fielen im Vergleich zum Jahr 2008.So lag die Obergrenze damals bei über 4 Euro, jetzt nur noch
bei 3 Euro.Komisch, wo doch überall die Kosten steigen.Auch das ist noch nicht das, was ich jetzt am schärftsten kritisiere.
Mir fiel auf,das es in Gegenden wo die Vergleichsmieten sehr hoch waren,also eine gehobene Wohngegend war,die KDU durch das
Amt sehr niedrig eingestuft war und man dort natürlich keine Wohnung fand,da die Vergleichsmiete logischerweise ca. 50 Euro
höher lag.Jetzt das andere Phänomen:In vergleichsweise sehr schlechten Wohngegenden,wie Plattenbau,etc. war die KDU sehr
hoch.Jetzt drängt sich natürlich der Verdacht auf,das dies künstlich so vom Sozial/Grundsicherungsamt/Arge gesteuert wird und
die Menschen mit geringen Einkommen an Orte verbracht werden, wo dann sogenante Wohnghettos entstehen.Dies lässt sich
eindeutig an den Tabellen der KDU des Landkreises ablesen.Nur als Beispiel:In einer Gemeinde mit großen Flughafen in der
Nachbarschaft(also Fluglärm) beträgt die KDU 6 Euro,hingegen in einer Gegend mit Wald,See,sehr vielen Einfamielenhäusern
und sogar Villen, nur 3 Euro.Also für mich ist das offensichtlich.Die armen Menschen sollen aus diesen Gegenden verdrängt
und herausgehalten werden.Liege ich jetzt mit dieser Einschätzung richtig,oder kann man das so nicht sagen und ist wie
gesagt ein Einzelfall?Wie es wo anders ist,habe ich jetzt nicht recherchiert,wer kann dazu etwas sagen?!

Vielen Dank im voraus!
 
E

ExitUser

Gast
Hallo Leute!

Jetzt drängt sich natürlich der Verdacht auf,das dies künstlich so vom Sozial/Grundsicherungsamt/Arge gesteuert wird und
die Menschen mit geringen Einkommen an Orte verbracht werden, wo dann sogenante Wohnghettos entstehen.Dies lässt sich
eindeutig an den Tabellen der KDU des Landkreises ablesen.Also für mich ist das offensichtlich.Die armen Menschen sollen aus diesen Gegenden verdrängt
und herausgehalten werden.Liege ich jetzt mit dieser Einschätzung richtig,oder kann man das so nicht sagen und ist wie
gesagt ein Einzelfall?
Vielen Dank im voraus!
Hallo...schau dir Berlin an!!:icon_twisted:
 

Kikaka

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Die Firma "Analyse und Konzepte " treibt Ihr Unwesen bundesweit.

-Das letzte Konzept wurde vom SG verworfen

-Hier hilft nur eines :

-schriftliche Wohnungssuchedokumentation anlegen zum Nachweis das Wohnungen nicht zu bekommen sind
-dann Klage

-bzw. Anwalt vor Ort einbeziehen,der weiß am besten wie die Musik vor Ort spielt.Evtl. dann auch EA möglich
-Würderst Du konkret das JC benennen könnten unsere Hilfestellungen auch konkreter werden.
 

Floridaner

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^^^^

Danke für die Auskunft.Kann das Amt ruhig benennen,wenn denn gewünscht.Ist das Sozialamt /Grundsicherungsamt in Lübben also vom Landkreis Dahme Spreewald,Land Brandenburg.Vielleicht nützt euch das was und ihr könnt darüber noch mehr sagen!:icon_smile:
 

Kikaka

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-Schreiben an JC :Vorschlag :

Sehr geehrte DAmen und Herren,

Im Rahmen meiner Wohnungssuche
muß ich leider feststellen

dass Ihre Vorstellungen über die zu gewährenden "angemessenen“ Unterkunfts- und Heizkosten nach § 22 SGB II ganz offensichtlich nur aus den Überlegungen einer Kostenersparnis resultieren und mithin nichts mit der Angemessenheit im rechtlichen Sinne zu tun haben.


Ich fordere Sie hiermit auf, ihre Vorstellungen darüber, welche Unterkunftskosten in meinem Falle angemessen sind oder nicht, genauer und vorallem auch rechtssicher zu definieren. Es reicht nach ständiger BSG-Rechtssprechung nicht aus, hier einfach nur auf irgendwelche Richtlinien der Kommune zu verweisen.



Diese umfassende Ermittlung zur Feststellung meiner angemessenen Unterkunfts- und Heizkosten gemäß § 22 SGB II ist mir daher Ihrerseits bitte offenzulegen.

Zudem verweise ich hilfsweise auch noch auf folgende BSG-Urteile zu § 22 SGB II.

BSG, Urteil vom 07. 11. 2006 - B 7b AS 10/06 R

BSG, Urteil vom 07. 11. 2006 - B 7b AS 18/06 R
BSG, Urteil vom 18. 06. 2008 - B 14/7b AS 44/06 R

BSG, Urteil vom 02. 07. 2009 - B 14 AS 36/08 R
BSG, Urteil vom 19. 10. 2010 - B 14 AS 2/10 R

BSG, Urteil vom 19. 10. 2010 - B 14 AS 50/10 R
Gemäß dieser höchstrichterlichen Entscheidungen ist nicht erkennbar, dass Ihre Vorstellungen zur Bestimmung und Gewährung von angemessen Unterkunfts- und Heizkosten auch nur ansatzweise einem schlüssigem Konzept gemäß der zitierten BSG-Rechtsprechung unterliegt.

Wie Sie aus beigefügter Wohnungssuchedokumentation für den Zeitraum......... entnehmen können ist eine Wohnung zu den Konditionen Ihrer KdU-Richtlinie nicht zu bekommen.

Hiermit stelle ich hilfsweise den Antrag die Wohnungssuche nach WoGG§ 12 -Bedingungen gemäß BsG-Rechtsprechung für mich freizugeben.
Im falle negativer Bescheidung wird eine gerichtliche Klärung unausweichlich sein
 

Floridaner

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Dank dir Kikaka für deine Mitarbeit,war mir eine Hilfe!Was mich aber noch interessieren würde ist,ob du meine Meinung teilst, in Bezug darauf,das tatsächlich versucht wird, durch dieses sonderbare Modell der Festlegung der Höhe der Kosten der Unterkunft,sozial schwächer gestellte Menschen in unattraktive Wohngegenden zu zwingen,oder kann man das so nicht sagen?Wie sind da so deine Erfahrungen?
 

Kikaka

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Was mich aber noch interessieren würde ist,ob du meine Meinung teilst, in Bezug darauf,das tatsächlich versucht wird, durch dieses sonderbare Modell der Festlegung der Höhe der Kosten der Unterkunft,sozial schwächer gestellte Menschen in unattraktive Wohngegenden zu zwingen,oder kann man das so nicht sagen?Wie sind da so deine Erfahrungen?
-Deine Aussagen belegen das doch eindeutig :
Jetzt das andere Phänomen:In vergleichsweise sehr schlechten Wohngegenden,wie Plattenbau,etc. war die KDU sehr
hoch.Jetzt drängt sich natürlich der Verdacht auf,das dies künstlich so vom Sozial/Grundsicherungsamt/Arge gesteuert wird und
die Menschen mit geringen Einkommen an Orte verbracht werden, wo dann sogenante Wohnghettos entstehen.Dies lässt sich
eindeutig an den Tabellen der KDU des Landkreises ablesen.Nur als Beispiel:In einer Gemeinde mit großen Flughafen in der
Nachbarschaft(also Fluglärm) beträgt die KDU 6 Euro,hingegen in einer Gegend mit Wald,See,sehr vielen
und sogar Villen, nur 3 Euro.Also für mich ist das offensichtlich.Die armen Menschen sollen aus diesen Gegenden verdrängt
und herausgehalten werden
-
Eindeutige Ghettoisierung !
- Diesen Vorwurf würde ich ausformulieren und in das Anschreiben
an das JC mit aufnehmen.
 
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