Ferienjob - Wie läuft das mit dem anrechnen?

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arucan

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Liebe Leidensgenossen/in,

das Schuljahr ist vorbei und ich dachte mir, mir in den Ferien mal einen Nebenjob zu suchen. Ich habe die Möglichkeit, auf einem Volksfest als Standverkäufer über die Ferien (bis Ende August) rund 600€ zu verdienen.

Nun ist es ja so, dass ich lediglich 100€ verdienen kann pro Monat, da ja alles was drüber geht mit 80% angerechnet wird. Ich frage mich jedoch wie es ist, wenn ich jetzt lediglich einmal innerhalb von 4 Wochen 600€ verdiene? Wird dieser Verdienst auf den ganzen Bewilligungszeitraum verteilt angerechnet, in dem ich ja sonst auch nichts verdient habe?

Also das die 600€ Verdienst Praktisch in einen Bewilligungszeitraum von 6 Monaten je 100€ Freibetrag pro 1 Monat bedeuten oder ist es so, dass mir von dem Geld dann doch nur 100€ Freibetrag + die 20% bleiben.

Wäre schön, wenn mir da jemand eine fundierte Antwort drauf geben könnte.

arucan
 

Hartzeola

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ich frage mich jedoch wie es ist, wenn ich jetzt lediglich einmal innerhalb von 4 wochen 600€ verdiene?

§1 alg ii-vo

 

arucan

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super antwort, genau das trifft auf mich zu. das heißt ich kann das geld ohne anrechnung verdienen. ich danke vielmals für die super antwort!
 

arucan

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ich hätte da mal noch eine frage:

ich hab nun doch einen anderen ferienjob bekommen, bei dem ich ebenfalls in den nächsten 4 Wochen eine Menge Geld verdienen werde. Nun ist es jedoch so, dass ich dieser Tätigkeit auch während der Schulzeit weiter nachgehen kann. Ich würde mich dann natürlich an den Freibetrag von 100€ halten.

Ist es also möglich, dass ich bspw. in den nächsten 4 Wochen 1200€ verdienen und danach nur noch 100€ monatlich, oder sind die 1200€ dann anrechenbar?

Oder ist es nach den 4 Wochen überhaupt nicht mehr möglich, dieser Tätigkeit nachzugehen und ich muss mir wieder was anderes suchen?

Der Arbeitsvertrag den ich jetzt unterschrieben werde gilt für die Ferien (sind sogar noch 5 Wochen, ist das ein Problem?) und würde dann ggf. nach den Ferien auf einen normalen 450€ Job umgewandelt werden.

Ich bedanke mich schon mal für die Antworten!
 

Hartzeola

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Eine fünfte Woche kann zum Problem werden, da Gesetzlage eindeutig ist.

Vermutlich kann ein solcher Job nicht mehr als Ferienjob gem. §6 ALG II-VO betrachtet werden, definitiv kann ich aber nicht sagen.
Als mögliche Folge können übliche Freibetrage berechnet werden.

Ich würde versuchen, einen 4-Wochen Arbeitsvertrag abzuschliessen und, falls überhaup erforderlich, separat alles was drüber liegt.
 

biddy

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Kapitel 5.8.2 - Einkommen aus Ferienjobs:

*klick* https://www.arbeitsagentur.de/web/w...dstbai377935.pdf?_ba.sid=L6019022DSTBAI377938

Nach den Angaben dort verstehe ich es so:

Die 5. Woche würde dann herausgerechnet werden und dieser Teil des Einkommens "normal" freibetragsberechnet werden (also 100 € GFB plus 20 % frei etc.).

Da die Beschäftigung erst in den Sommerferien aufgenommen wurde (nicht schon Anfang des Jahres wie in dem Beispiel im Link unter Randziffer 11.126 - Stichwort "chonologische Reihenfolge"), ist das Einkommen bis 1.200 € brutto privilegiert und es ist m. E. unschädlich, wenn der Job dann nach den Ferien als Minijob weitergeführt wird, der ja dann der "normalen" Freibetragsberechnung unterliegt

Ich würde mich dann natürlich an den Freibetrag von 100€ halten.
Das musst Du aber nicht, das weißt Du, ja? Auch wenn Du nach den Ferien diese Tätigkeit als Minijob weitermachst, kannst/darfst Du mehr verdienen als 100 €.
Bei 100 € Verdienst sind 100 € frei.
Bei 200 € Verdienst wären 120 € frei.
Bei 300 € wäres es 140 € usw. (100 € plus 20 % vom Rest bis 1.000 brutto)
 

arucan

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Das weiß ich, aber über den Freibetrag zu arbeiten ist ja wenig sinnvoll. In meinem Fall würde sich der Stundenlohn von 7,50€ auf 1,50€ verringern, das spar ich mir..

Danke erstmal für eure beiden Antworten. Es ist wirklich klasse, dass hier qualifizierte Auskünfte erhält.

In einem Punkt unterscheiden sich allerdings eure Auffassungen:

Während Hartzeola der Meinung ist, dass ich sicherheitshalber lieber erstmal einen 4-Wochen Vertrag machen soll bist du, biddy, der Auffassung, dass das Arbeiten für 1200€ mit anschließender Beschäftigung kein Problem darstellt und kein seperater Folgevertrag nötig ist.

Meine letzte Frage, um das hier dann auch abzuschließen: Wie gehe ich hier am besten vor?
 

Hartzeola

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Link von @biddy


Mt einem separaten Vertrag würdest Du Dir evtl. ein wenig Bürokratie ersparen.
 

arucan

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liebe genossinen und genossen,

der vertrag ist inzwischen unterschrieben und beinhaltet folgendes:

Geringfügig beschäftigt von 22.7. 2014 - 22.8. 2014.
damit bin ich dann doch auf der sicheren seite und kann 1200€ verdienen, sehe ich das richtig?

wie sieht es mit den sv abzügen aus? bis 450€ ist alles frei, danach wird es mit rund 20% angerechnet?
 

Hartzeola

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Ferien- und Aushilfsjobs von Schülern - Lohnabrechnung
 

biddy

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Verstehe ich jetzt nicht - Du fragst "und kann 1.200 € verdienen?" (Sommerferien) und hast aber vom 22. Juli bis 22. August (also während der Sommerferien) einen Vertrag über eine geringfügige Beschäftigung, sprich maximal mit 450 € Verdienst in diesem Monat?

Edit

Ach so, sorry, das ist ja der zusätzliche Job :/
 

arucan

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ich habe im internet folgendes gefunden:

"Freibeträge bei Überschreiten der Einkommensfreigrenze
Sollten die vier Wochen der Arbeitszeit oder die Einkommensfreigrenze von 1.200 Euro überschritten werden, so wird das Einkommen unter Berücksichtigung der Einkommensfreibeträge nach § 11b Abs. 3 SGB II angerechnet.

Diese sind folgendermaßen aufgeteilt:

100 Euro Grundfreibetrag
20 Prozent Freibetrag für Einkommen zwischen 100 Euro und 1.000 Euro
10 Prozent Freibetrag für Einkommen zwischen 1.000 Euro und 1.200 Euro"

mein vertrag geht jedoch vom 22.7 bis zum 22.8 macht: 32 Tage statt der erlaubten 28 Tage.

laut den obrigen infos blieben mir bei 1200€ verdienst dann nur
100€ freibetrag + 20% von 900€ = 180€ + 10% von 200€ = 20€ was gesamt ergibt: 300€

sehe ich das richtig? und das nur, weil mein Vertrag 4 Tage zu lang geht? was kann ich jetzt noch machen? muss ich versuchen, den vertrag rückwirkend nochmal umschreiben zu lassen oder reicht es aus, wenn ich die letzten 4 Tage auf arbeit verzichte und mir das vom arbeitgeber mit einem schreiben bestätigen lasse?


und noch eine grundsätzliche frage:

bedeuten die 4 wochen, dass man egal wie auf die ferien verteilt 28 tage arbeiten darf oder bedeutet das, dass man einmal nach antritt zu einem ferienjob nur 4 wochen zeit hat unabhängig davon, ob man nun ein oder 28 tage arbeitet?

danke euch schonmal !
 

arucan

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dieser auszug besagt ja, dass die 5 woche seperat berechnet würde und die 1200€ weiterhin anrechnungsfrei sind, das widerspricht aber dem was ich in obrigem beitrag schrieb.. wonach richte ich mich jetzt besser?



ich würde in den letzten 4 tage lediglich noch 100€ verdienen.. werden die dann angerechnet oder wie sieht das jetzt aus?

sorry, ich blick das alles nicht so..
 

arucan

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so, der vertrag wurde jetzt nochmal geändert und geht vom 22.7. bis zum 18.8, genau 28 Tage.

der neue vertrag gilt dann ab dem 25.8., dem ersten Schultag.

damit bin ich doch jetzt endlich auf der sicheren seite, oder?
 
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