FAZ 20.9.2012, Langzeitstudie ergibt: „Die Zeit heilt keine Wunden“ (1 Betrachter)

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theota

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für mich wird das eine kleine, aber feine Argumentationshilfe sein, wenn es vom SB und/oder Stammtisch-Hetzern mal wieder heißt, man wolle ja gar nicht (mehr) arbeiten und habe sich mit "Hartz IV arrangiert", jammere auf hohem Niveau, etc. pp. :

Zusammen mit seinem Coautor Daniel Oesch hat er herausgefunden: Die Lebenszufriedenheit sinkt unabhängig vom Niveau der Arbeitslosigkeit in der Umgebung. Und das ziemlich stark. Zum Vergleich: „Wer arbeitslos wird leidet stärker als ein Mensch, der eine Trennung von seinem Partner erlebt“, sagt Lipps. „Und das Schlimme ist: Selbst wer einen neuen Job findet, fällt bei der nächsten Arbeitslosigkeit in ein gleich tiefes Loch.“ Es gebe also keinerlei Gewöhnungseffekt. Auch längere Phasen der Arbeitslosigkeit führten nicht dazu, dass sich Menschen mit diesem Zustand arrangierten. Die Unzufriedenheit sei nach mehreren Jahren immer noch ebenso hoch wie unmittelbar nach dem Verlust der Stelle.

Die Forscher sind zu diesem Ergebnis gekommen, indem sie Daten des Sozio-ökonomischen Panels und des Swiss Household Panels ausgewertet haben. Dabei schauten sie sich an, wie sich Arbeitslosigkeit auf das subjektive Wohlbefinden der Menschen auswirkte, und studierten diesen Zusammenhang über die Jahre. „Die Besonderheit unserer Untersuchung ist, dass wir uns der Frage mithilfe von Längsschnittdaten und -modellen nähern und dabei mehrere Episoden der Arbeitslosigkeit betrachten“, sagt Lipps. „Wir konnten uns ansehen, wie sich der Arbeitslose nach einem oder mehr Jahren fühlt und dabei beobachten: Die Zeit heilt keine Wunden.“
Quelle: Arbeitslosigkeit:
 
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