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Fast 60 und wohl noch länger krank.

3facheHumerusfraktur

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Hallo in die Runde,
werde dieses Jahr 60 (hoffentlich) und habe viel gearbeitet, auch im Ausland. Im Oktober bin ich in der Wohnung ausgerutscht und habe mir gleich einen 3-fachen Schultergelenkbruch eingefangen, der sofort operiert wurde. Seitdem trage ich eine Titan-Platte im Arm und das, obwohl ich eine Zahnmetallallergie habe. Jetzt im April wird das Ding dann hoffentlich rausgenommen, aber ich werde sicher noch weitere Monate krank sein und hoffentlich nochmals eine stationäre Reha bekommen. Der Arm geht seitlich gar nicht mehr hoch, nach vorne noch 60 Grad.

Überlege den Grad der Behinderung prüfen zu lassen, denn auch jetzt, am Laptop kann ich nicht länger als 3 Minuten schreiben. Bin somit also weder fürs Büro noch für den direkten Verkauf, was ich zuletzt sehr gerne tat, einsetzbar. Mein Orthopäde meinte, dass dieser Antrag erst nach der nächsten OP gestellt werden sollte, da eine Schultersache bis zu 18 Monate braucht, bis keine Besserung mehr möglich ist.

Hat da jemand hier im Forum Erfahrung mit so einer Behinderung? Ich war immer ziemlich fit und auch psychisch belastet mich das sehr, dass ich mit dem rechten Arm fast gar nichts mehr machen kann.

Bekomme noch bis Juni 2020 Krankengeld, danach 2 Jahre ALGI, aber meine Hausärztin meinte, ich solle die volle Erwebsminderungsrente dann irgendwann beantragen. Laut Rentenauskunft von 2018 würde das aber nur 715 Euro sein. Mit der neuen Regelung von 2019 vielleicht ein paar Euro mehr.

Ist es wirklich so, dass Jahrgänge wie ich, 1959, gnädiger behandelt werden als die ab 1961? Ich habe keine Ahnung und würde mich über Eure professionelle Erfahrung im Austausch freuen. Wie ihr seht, schreibe ich das mitten in der Nacht, kann nicht schlafen und muss nachher wieder zum Orthopäden, fragen, warum, wie im Entlassungsbericht des Krankenhauses gefordert, immer noch keine Osteoporose Messung gemacht wurde und und und,

Liebe Grüße
 

saurbier

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Hallo 3facheHumerusfraktur,

Also ich hab mich damals auch eine Schulter-OP unterziehen müßen, nachdem ich auf Glatteis mit meiner Schulter auf den Einstiegsholm meiner Autos aufgeschlagen bin.

Anfangs sagte man mir das wäre in 3 Monaten alles erledigt. Ha, bereits in der anschließenden Reha sagte mir ein Therapeut das kann bei sowas sehr lange dauern. Er sollte recht behalten, nach 1 1/2 Jahren konnte ich den Arm immer noch nicht vollständig frei bewegen und selbst heute nach über 7 Jahren geht er nicht mehr zu 100% gerade hoch, von Belastung mal keine rede, denn die Herrschaften haben mir den kleinen Muskel durchtrennt.

Also es kann lange dauern bis der Arm wieder fit ist.

Ob das allerdings für eine EMR reicht, nun da hab ich schon meine Zweifel, denn es gibt genügend andere Berufe wo man noch was arbeiten könnte.

Genauso ob man dich als 61-jährigen jetzt großartig gnädiger behandelt, da hab ich in der heutigen Zeit ebenso zweifel, den keiner zahlt gerne freiwillig Geld.

Für dich bleibt es daher eben beim Versuch. Je nachdem welche anderen Krankheiten noch dazu kommen könnte man den Versuch einer EMR unternehmen, das aber mußt du mit deinem behandelnden Arzt mal durchsprechen.

Da du ja Jahrgang 59 bist, könnte ggf. eine BU-Rente noch in Frage kommen, die allerdings setzt voraus, daß du auch einen erlernten Beruf hast den du jetzt eben nicht mehr ausüben kannst. Wenn du da aber in der Vergangenheit bereits öfters den Beruf gewechselt haben solltest, nun dann wäre das eher mal negativ, weil die DRV sich dann wohlmöglich als Verweisung auf eine frühere berufliche Tätigkeit heraus reden könnte.

Wie gesagt, sowas muß man mit dem behandelnden Arzt ausgiebig erörtern, welche Chancen da für eine Frühverrentung bestehen.


Grüße saurbier
 

3facheHumerusfraktur

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Hallo Saurbier,
vielen Dank für die ausführliche Antwort.
In der Reha Klinik hatte man mir auch gesagt, dass das bis zu 18 Monate dauern kann und da ich jetzt im April den Metall-Mist wieder rausbekomme, muss ich ja von da ab rechnen. Kann jetzt, nach 5 Monaten immer noch nicht an der Tastatur arbeiten, ohne nach 2 Minuten den Arm wieder abzulegen. Da frage ich mich dann schon, was für eine Arbeit ich dann noch machen kann. Im stationären Handel sicher nicht, im Büro aber auch nicht. War Werbetexterin und habe Handelskammerabschluss Reiseverkehr, habe aber auch schon als Immobilien- und Schiffmaklerin, Redakteurin und zuletzt als ganz einfache Verkäuferin am Flughafen gearbeitet.

Naja, schaun wir mal, erstmal die nächste OP überleben und dann irgendwann den Opiatentzug angehen. Man kann ja nicht monatelang den freiverkäuflichen Mist wie Ibuprofen, Diclofenac etc. zu sich nehmen, zumal die Maximaldosen den Schmerz nicht gelindert hatten. Hattest Du auch so wahnsinnige Schmerzen? Hätte nie gedacht, dass Knochen so weh tun können.

Hoffe mal, dass sie bei mir keinen Muskel oder Sehne verletzt haben, der Physiotherapeut meinte, die Kapsel sei verwachsen. Muss wohl in einer Narkosemobilität zerrissen werden. Ach ja, zum Glücl gibt´s Tramadol und co.

Du bist dann danach in die Erwerbslosigkeit gerutscht oder schon vorher?

es grüßt die
3facheHumerusfraktur
 

hansklein

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Wie wäre es, zu versuchen, statt EMR erstmal eine Schwerbehinderung zu beantragen? Das kostet nix und wenn du über 50% bekommen solltest: Renteninfo
bei Beginn der Rente schwerbehindert sind, bei vor 1951 geborenen Versicherten reicht die Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit nach dem bis Ende 2000 geltenden Recht,
und
  • die Mindestversicherungszeit (Wartezeit) von 35 Jahren erfüllen
Hier sind die verschiedenen Bedingungen gut erklärt: Rente bei Schwerbehinderung

Für deinen Jahrgang 1959 könntest du mit Abschlag mit 62 Jahren 2 Monaten in Rente (-10.8%) ohne Abschlag mit 64 Jahren/2 Monaten.
Generell gilt: Den Übergang in die Rente sollten Sie schon einige Jahre vorher planen. Lassen Sie sich dazu am besten von einer unabhängigen Rentenstelle beraten. Im Beratungsgespräch kann geklärt werden, ob es Alternativen zum vorgezogenen Rentenbeginn gibt, ob es lohnt, Ausgleichszahlungen wegen des Abschlages vorzunehmen und ob Risiken mit einem späteren Rentenbeginn verbunden sind. Geprüft werden kann auch, ob eine Rente wegen Erwerbsminderung höher als die vorgezogene Altersrente wegen Schwerbehinderung ausfällt.

Die Rente selbst sollte nach Möglichkeit schon vier bis fünf Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn beantragt werden. Dabei gilt es dann zu überlegen, ob man dem beschleunigten Rentenantragsverfahren zustimmt, bei dem das Gehalt in den letzten drei Monaten vor Rentenbeginn hochgerechnet wird, oder ob man dem regulären Verfahren zustimmt.
Beantragung einer Schwerbehinderung kann Online erfolgen, ein "Jammerlappen", in dem man beschreibt wie sich die verschiedenen Handycaps, die man haben kann auswirkt, ist da sehr hilfreich. Mehr Infos: Schwerbehinderung und Antrag

Schwerbehinderung zu beantragen kostet nix und bringt absolut keine Nachteile, egal wie entschieden wird. Man muss - gegenüber anderen - auch nicht angeben, das man Schwer behindert ist, sofern man nicht von seinen Rechten als Schwerbehinderter Gebrauch machen möchte.

. Mein Orthopäde meinte, dass dieser Antrag erst nach der nächsten OP gestellt werden sollte, da eine Schultersache bis zu 18 Monate braucht, bis keine Besserung mehr möglich ist.
Unsinnig, weil die Behörde dir einen befristeten Ausweis bei GDB über 50 gewähren kann, dann wird dein Status irgendwann nochmal geprüft. Gegebenenfalls erst in der Rente, die dir dann keiner wegnehmen könnte.
Beziehen Sie zu diesem Zeitpunkt schon die Rente, ist das kein Problem. Die Rente bleibt, wie sie ist und wird sich nicht verändern. Wenn Sie aber erst in Rente gehen wollen, kann das zu einem Problem werden. Solange die Reduzierung noch nicht bestandskräftig ist, also das Verfahren noch läuft, besteht der Status der Schwerbehinderung weiterhin. Wird er aber vor dem gewünschten Rentenbeginn aberkannt, kann die Rente nicht mehr beansprucht werden. Ausnahme:
Quelle
 

3facheHumerusfraktur

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Danke für den Tipp mit dem befristeten Ausweis. Macht auch keinen Sinn, da ich ja bereits seit dem Unfall behindert bin und seitdem auch alle Vorteile, wie z.B. vergünstigte Monatskarten für den ÖPNV etc. hätte nutzen können. Werde das im April mit meiner Hausärztin besprechen, der Orthopäde schien mir auch eher gleichgültig, wenn nicht sogar ablehnend meinem Anliegen gegenüber- Das Formular habe ich bereits , sollte im günstigsten Fall von mindestens zwei Ärzten ausgefüllt werden. Jajaja, man hat nicht nur den Schaden und die Schmerzen, sondern auch gleich noch einen riesigen Papierberg abzuarbeiten. Euch allen einen schmerzfreien und sonnigen Sonntagnachmittag
Liebe Grüße
 

saurbier

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Nun ja, da würde ich nach der Schulter-OP vielleicht mal die anschließende Reha abwarten.

In meinem Reha-Abschlussbericht stand ausdrücklich drin, daß ich wenn möglich einen SchwerB-Antrag stellen sollte. Da ich bereits seit langem ja einen GDB 30 hatte, hab ich des spasses wegen gleich mal einen neuen gestellt. Oh welch erstaunen bei mir, als ich nach 2 Monaten plötzlich meinen SchwerB-Ausweis erhielt und noch mehr staunen als das ein GDB 100 vermerkt war mit diversen Merkzeichen und all das unbefristet.

Manchmal geschehen doch echt Wunder.

Als wenn du eh schon einen SchwerB-Ausweis hast, wirst du mit der Schulter wohl nicht viel dazu bekommen, wenn überhaupt. Aber dazu muß man eben erst die OP abwarten, denn leider kann da wie auch bei jeder anderen OP so einiges schief gehen.

Nur solltest du nicht darauf hoffen, das der Arm sofort wieder fit ist, bei mir hat das ganze sehr sehr lange gedauert.


Grüße saurbier
 

hansklein

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Naja Saurbier, ich würde nie eine Voraussage treffen, wie das Versorgungsamt entscheiden könnte. Es entstehen keine Nachteile, sofort einen Antrag zu stellen, man kann nix verlieren. Wenn man über 50% kommt ist alles andere egal, das reicht um früher in Rente zu können. Nach der OP kann ein Verschlimmerungsantrag gestellt werden. Dann dauert es eh wieder bis zu einer Beurteilung.

Derzeit scheint er seinen Arm nicht nutzen zu können, wenn man das im "Jammerlappen" gut beschreibt, kann das schon Punkte geben. Bis er vielleicht geheilt ist oder eben nicht, wird er eh schon fast 62 sein, wenn ich richtig gerechnet habe. Ob das Versorgungsamt, wenn es die % anhebt eine Befristung einträgt und wie lange, das wird eh ausgewürfelt. Das kann reichen, wenn bis dahin der Arm immer noch nicht benutzbar ist, um mit 62.x in Rente zu gehen, wenn es nicht anders geht.
 

saurbier

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Hallo 3facheHumerusfraktur,

Du bist dann danach in die Erwerbslosigkeit gerutscht oder schon vorher?
Nun ja, meine Geschichte sieht da schon etwas anders aus.

Ich bin 1997 an einer Drehbank (gelernter Werkzeugmacher im Blasformenbau) wegen einer plötzlichen Taubheit eines Beines fast in diese reingefallen. Das hat sich dann wenigen Minuten danach nochmals an meiner Werkbank wiederholt und dann fing das Martyrium an.

Ich hab alle Ärzte bis hin zur Uni durchlaufen mit dem Ergebnis eines LWS-Syndrom L5/S1 und kam dann aus der Reha mit dem Hinweis das ich meinen Beruf nicht mehr ausüben könnte. Damals war ich noch sehr jung und die DRV bot mir deshalb nach langer Prüfung eine Umschulung zum Techniker an, die sie kurze Zeit später dann einstellte als sich heraus stellte, daß ich wegen diverser Mängel (kein passenden Schulungsgerät wie spezieller orthopädischer Stuhl/Tisch/Tischpult in jedem Unterrichtsraum sowie fehlenden Vorschulungsmaßnahme (3 Monate) die vom Ingenieur zwingend vorgegeben wurde) seitens der DRV die Maßnahme nur mit Hindernissen ausführen konnte. Daraufhin erfolgte meinerseits eine Klage vor dem Sozialgericht welche sich über gut 5 Jahre hinzog mit dem Ergebnis das man mir a) eine BU-Rente zubilligte und b) zumindest einen Hinzuverdienst mittels Minijob und c) die Auflage an die DRV mir binnen 6 Monaten eine neue Umschulungsmaßnahme anzubieten.

Ich war nun BU-Rentner und bekam daraufhin auch auf meinem Antrag beim Versorgungsamt sofort einen GDB 30 und fand kurze zeit später eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeitsstelle in meinem alten Betrieb, allerdings mit max. 4 Std./tägl. leichter Springertätigkeit, was dann von der DRV geprüft und genemigt wurde.

Ende 2010 stürzte ich dann auf Glatteis und zog mir eine massive Prellung des Schultergelenkes zu, was sich dann im laufe der fast 6 monatigen AU als Verdacht auf Anriß der Sehne angesehen wurde. Nach der OP kam heraus das es ein Impingement, Tendinitis der langen Bizepssehne und Arthrose war/ist, wobei lt. Aussage der Op-Ärztin der Gelenkspalt extreme Verkalkung aufwies.

Nach der OP erfolgte dann eine Reha, in der ich auch noch Probleme mit meiner Hüfte bekam, die sich dergesalt ergab das ich mein Bein nur noch eingeschränkt (Aktionsradius) bewegen konnte. Also das ganze nochmals von vorne.

Da bei mir auch noch weitere gesundheitliche Probleme in den letzten Jahren ja auftraten wie z.B. 2 Hörstürze innerhalb eines Jahres, Sehkraftverlust auf einem Auge, Nierenschädigung, Magenprobleme durch die Medikamente u.s.w. wurde meine bisherige BU-Rente dann seitens der DRV auf eine volle EM-Arbeitsmarktrente angehoben.

Nach der Reha stellte ich dan auf anraten der Reha-Ärztin einen neuen Antrag beim Versorgungsamt (siehe oben).

Inzwischen darf ich sagen, daß meine Gesundheit so langsam auf den absteigenen Ast ist, denn bei jedem weiteren Weiterbewilligungsantrag bezüglich meiner Arbeitsmarktrente (wird ja immer nur befristet für max. 3 Jahre bewilligt), findet mein Hausarzt leider immer wieder neuerliche Dinge, zuletzt eben Bluthochdruck und Diabetis im Anfangsstatium.

Inzwischen liegt der 3 Weiterbewilligungsantrag vor und nun dürfte wohl auch noch Schwerhörigkeit dazu kommen, denn sobald sich 2 Unterhalten bekomme ich so gut wie nichts mehr mit vom Gespräch.

Ganz so einfach ist es keineswegs mit einer EMR, da solltest du dir nichts vormachen. Nur wegen einer Einschränkung im Schulterbereich, da dürfte die DRV selbst in deinem Alter kaum bereit sein eine EMR zu bewilligen.


Grüße saurbier
 
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