Fallmanager hat Passwort von Bewerbungsprofil

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

kakashix

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
24 August 2015
Beiträge
110
Bewertungen
4
Hallo,

ich habe ein Bewerbungsprofil und mir ist aufgefallen das meine Fallmanagerin sich mit meinem Profil einloggt und kontrolliert.

Meine Frage, darf Sie Rechtens das überhaupt? Sie hat mich dazu aufgefordert, auf die offenen Stellen zu bewerben, dort sind aber auch einige (Zeitarbeitsfirmen) worauf ich mich nicht bewerben möchte.

Aber erstmal würde ich gerne wissen ob sie berechtigt ist, mein Passwort zu kennen und sich über mein Profil einzuloggen?

Grüße

kakashix
 

Fritz Fleißig

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 März 2013
Beiträge
3.322
Bewertungen
3.759
Vermutlich ist mit "Bewerbungsprofil" das persönliche Benutzerkonto im Vermittlungssystem "Jobbörse" gemeint. Ich gehe auch davon aus, daß du hier nichts verwechselst und ein tatsächliches Login der Fallmanagerin in den Benutzerzugang deines Kontos meinst, nicht aber einen Aufruf deiner Daten im VerBIS-System der Arbeitsagentur, das logischerweise für die Vermittlung da ist.

1. Wichtig wäre hier auf jeden Fall, sofort das Paßwort zu ändern, auch wenn nur der Verdacht auf unbefugten Zugriff vorliegt.

2. Das Paßwort für ein neu erstelltes Benutzerkonto wird dir von der Arbeitsagentur brieflich zugesandt, und auch nur dir. Andere Personen dürfen es nicht erfahren, auch nicht Personal von AfA oder JC. Eigentlich sollte das technisch auch gar nicht möglich sein, denn auf dem Server der AfA dürften wie üblich nicht die Paßwörter selbst, sondern nur deren Prüfsummen (Hashes) gespeichert sein.

3. Du solltest dich also vor allem fragen, wie es möglich ist, daß Personal des JC dein Paßwort erfahren haben könnte. Hast du dieses unvorsichtigerweise in irgendeinen nicht unter deiner Kontrolle stehenden Rechner (bei einem Maßnahmeträger?) eingegeben? Hast du es sonstwie mitgeteilt? Auch eine förmliche schriftliche Datenschutzanfrage nach diesem Sachverhalt könnte hier ratsam sein.
 

gelibeh

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2005
Beiträge
23.655
Bewertungen
17.054
Sie hat mich dazu aufgefordert, auf die offenen Stellen zu bewerben, dort sind aber auch einige (Zeitarbeitsfirmen) worauf ich mich nicht bewerben möchte.
Dann hat sie Dir diese Stellenangebote in Papierform inklusive Rechtsfolgenbelehrung zu schicken. Nur dann musst Du Dich darauf bewerben.

Vermutlich ist mit "Bewerbungsprofil" das persönliche Benutzerkonto im Vermittlungssystem "Jobbörse" gemeint. Ich gehe auch davon aus, daß du hier nichts verwechselst und ein tatsächliches Login der Fallmanagerin in den Benutzerzugang deines Kontos meinst, nicht aber einen Aufruf deiner Daten im VerBIS-System der Arbeitsagentur, das logischerweise für die Vermittlung da ist.
Denke mal, das wäre zu klären. In einige Bereich kann die SB natürlich hineinsehen, weil sie die Bereiche ja auch mit "Leben" füllt. Du hast dazu dann einen gesonderten Zugang mit Deinem eigenen Passwort. Also erst einmal abklären, worauf sie denn da Zugriff hatte.
 

kakashix

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
24 August 2015
Beiträge
110
Bewertungen
4
Also das Profil wurde mir vom JC erstellt und das Passwort gegeben.
Habe es schon geändert, aber die können sich über das JC Profil irgendwie einloggen und gucken, ob ich die sachen, die mir vorgeschlagen wurden, bearbeitet habe oder nicht.

Dazu gehört auch Zeitarbeit usw.
 

gelibeh

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2005
Beiträge
23.655
Bewertungen
17.054
Habe es schon geändert, aber die können sich über das JC Profil irgendwie einloggen und gucken, ob ich die sachen, die mir vorgeschlagen wurden, bearbeitet habe oder nicht.
Ja, das können die und das dürfen die, meiner Meinung nach, auch.

Bewerben musst Du Dich aber nur auf etwas, was Du als Vermittlungsvorschlag in Papierform bekommen hast. Du musst Dich dort nicht einloggen und das abarbeiten. Es gibt keine Rechtsgrundlage dafür, auch nicht in Optionskommunen.
 

Fritz Fleißig

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 März 2013
Beiträge
3.322
Bewertungen
3.759
Das scheint ein "selbstgestrickte" Programm einer Optionskommune zu sein.

Du bist nicht verpflichtet, überhaupt ein eigenes elektronisches Benutzerkonto zu unterhalten und beispielsweise Bewerbungen darüber vorzunehmen. Wenn für dich eines standardmäßig angelegt wurde (geschieht auch bei der AfA), brauchst du es nicht zu aktivieren oder kannst es jederzeit ohne Begründung löschen lassen. Du kannst die gesamte Kommunikation mit dem JC und Arbeitgebern auf herkömmliche Weise (brieflich und in bestimmten Fällen per E-Mehl oder Telefon) erledigen.

Das liegt vor allem dann nahe, wenn du den Eindruck hast, daß dir jemand "hintenrum in die eigenen Karten guckt". Aufgrund der Geschehnisse würde ich dir das auch dringend raten, auch wenn das dem JC nicht paßt.

Das JC darf selbstverständlich nach wie vor deine Daten elektronisch verwalten. Sonst geht das ganze System ja gar nicht. Der Knackpunkt ist aber, daß du keinen persönlichen Bereich, in dem auch individuelle Korrespondenz mit Arbeitgebern und ähnliches abgelegt ist, unterhalten mußt.

Hast du möglicherweise eine EGV unterschrieben, in der du dich zur Führung eines solchen individuellen Kontos verpflichtet hast?

Nebenbei: die Ausgabe eines Paßwortes darf nicht offen durch Personal des JC erfolgen, sondern erfolgt datenschutzgerecht immer durch Übersendung in einem verschlossenen und meist noch gesondert gesicherten Umschlag von zentraler Stelle. Dem JC darf das erstellte Paßwort gar nicht bekannt sein, genausowenig wie hinterher dem Rechenzentrum. Es werden dort zur Kontrolle der Berechtigung beim Login ja auch nur Prüfsummen des Paßwortes gespeichert.
 

kakashix

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
24 August 2015
Beiträge
110
Bewertungen
4
Also ich habe dort nichts unterschrieben, was mit dem Profil zu tun hat.
Damals wurde in einer Maßnahme darauf aufmerksam gemacht, das jeder dieses Bewerbungsprofil braucht und uns wurde das Prolfil vom JC erstellt.

Wir haben dann die Logindaten erhalten mit Passwort dazu.

Dort wurde z.B. auch meine persönliche Einstellung vorgenommen, dort muss man ja angeben, welche Arbeit einem am meisten liegt und meine damalige FM hat dort angegeben, das ich für Helfertätigkeiten gut geeignet wäre usw.

Also wir wurden nicht gefragt, es wurde einfach für uns erstellt
 

kakashix

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
24 August 2015
Beiträge
110
Bewertungen
4
@Fritz Fleißig

Aber irgendwer muss doch mein Passwort wissen? Weil das Profil wird ja von denen erstellt und dann wissen die logischerweise auch das Passwort.

Du hast ja geschrieben das die das per Brief schicken müssen und in dem Brief wäre ja auch das Passwort drin, aber jemand hat den Brief doch angefertigt, also derjenige weiß doch dann das Passwort.

Bitte um Erklärung, falls ich da was falsch verstehe
 

Fritz Fleißig

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 März 2013
Beiträge
3.322
Bewertungen
3.759
Damals wurde in einer Maßnahme darauf aufmerksam gemacht, das jeder dieses Bewerbungsprofil braucht und uns wurde das Prolfil vom JC erstellt.
Das Bewerbungsprofil (persönliche Daten, Übersicht über berufliche Qualifikation und so weiter) wird natürlich benötigt und muß erstellt werden. Dagegen ist auch nichts zu sagen. Das läßt sich gar nicht verhindern. Bei der AfA liegt dieses im VerBIS-System, bei der Optionskommune vermutlich in irgendeiner anderen Datenbank. Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, daß der Arbeitsvermittler dieses Bewerbungsprofil einsehen kann - er soll schließlich vermitteln.

Du mußt aber keinen persönlichen Bereich dort unterhalten, über den du dich bewirbst, in dem du eigene Notizen ablegst oder mittels dessen du elektronisch mit Stellenanbietern kommunizierst. So etwas sollte man grundsätzlich immer außerhalb zur Verfügung gestellter elektronischer Kommunikationsplattformen machen. Die Gründe kennst du jetzt. Man kann dir bei entsprechender Einstellung "in die Karten gucken".

Wir haben dann die Logindaten erhalten mit Passwort dazu.
In einem verschlossenen und am besten noch besonders gegen Ausspähung und unbefugte Öffnung gesicherten Umschlag, wie bei PINs und TAN-Listen einer Bank?

Dort wurde z.B. auch meine persönliche Einstellung vorgenommen, dort muss man ja angeben, welche Arbeit einem am meisten liegt und meine damalige FM hat dort angegeben, das ich für Helfertätigkeiten gut geeignet wäre usw.
Die Frage ist, ob das nicht nur Meinung deiner FM ist, sondern auch deine.

Also wir wurden nicht gefragt, es wurde einfach für uns erstellt
Dann solltest du das ganz schnell ändern und einfach Bewerbungen nur noch außerhalb dieser elektronischen Plattform vornehmen. Der Schutz persönlicher Daten und privater Kommunikation scheint bei deiner Optionskommune nicht gewährleistet zu sein.

Nachtrag zum Paßwort: normalerweise - beispielsweise bei der Erstellung von PINs und TANs für den Zugang zu einem Bankkonto - werden diese Daten automatisch im Rechenzentrum erzeugt, automatisch ausgedruckt, besonders gesichert kuvertiert (du kennst ja vermutlich diese doppelt verklebten und mit irgendeinem Druckmuster versehenen Umschläge) und direkt zur Post gegeben. Ein Mitarbeiter der Bank bekommt diese gar nicht zu Gesicht. Das Rechenzentrum kann diese Paßwörter hinterher auch nicht reproduzieren, weil im System lediglich die Prüfsumme des richtigen Paßwortes gespeichert ist und bei einem Login-Versuch überprüft wird. Ein "Rückrechnen" von der Prüfsumme zum Klartext-Paßwort sollte gar nicht möglich sein. Wenn dir Paßwörter "einfach so" von einem Mitarbeiter mitgeteilt werden, kann natürlich beliebig viel Mißbrauch damit betrieben werden.
 

gelibeh

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2005
Beiträge
23.655
Bewertungen
17.054
Nachtrag zum Paßwort: normalerweise - beispielsweise bei der Erstellung von PINs und TANs für den Zugang zu einem Bankkonto
Um mal beim Bankkonto zu bleiben, da können die Mitarbeiter der Bank auch hineingucken, dafür brauchen die auch nicht Dein Passwort.

Dieses Bewerberdingsbums ist in einer Datenbank gespeichert und auf die Datenbank haben unterschiedliche Leute mit unterschiedlichen Passwörten Zugriff, eben einmal Du von der Bewerberseite aus und die SB von der Jobcenterseite her.
 

Fritz Fleißig

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 März 2013
Beiträge
3.322
Bewertungen
3.759
Bei einer Bank können sicherlich Angestellte mir entsprechender Berechtigung in ein Bankkonto hineinschauen, aber beispielsweise keine Überweisungen tätigen oder sonstige Dinge veranlassen, welche nur der Kontoinhaber vornehmen darf (etwa auf elektronischem Wege Freistellungsaufträge erteilen).

Das "Bewerberdingsbums" besteht mindestens aus zwei Datenbank-Abteilungen: den allgemeinen Personen- und Bewerberdaten und dem persönlichen Kommunikationsbereich. Das ist bei der AfA doch genauso. Der Arbeitsvermittler darf hier eigentlich nur Zugriff auf den allgemeinen Bereich haben. Ich habe aus der Schilderung aber den Eindruck, daß es dort mit den Zugriffsberechtigungen ein bißchen lax gehandhabt wird, um das mal vorsichtig auszudrücken. Deshalb auch meine Frage, wie genau das Paßwort eigentlich zugestellt wurde. Kann natürlich sein, daß der Fragesteller hier was verwechselt hat.

So oder so würde ich den persönlichen Bereich der "Jobbörse" (oder einer entsprechenden anderen Kommunikationsplattform) niemals für Bewerbungen verwenden.
 
E

ExitUser

Gast
@kakashix: Ich schließe mich vollumfänglich den Einschätzungen des Users Fritz fleißig an. Da ich selbst mal in Jobcentern (in der BA wie auch in einer Optionskommune) tätig war, hier in Ergänzung dazu noch einige Vermutungen zu deinem Fall aus meiner Sicht:

kakashix meinte:
aber die können sich über das JC Profil irgendwie einloggen und gucken, ob ich die sachen, die mir vorgeschlagen wurden, bearbeitet habe oder nicht.

Ich weiß nun nicht, welche Bewerbermanagement-Software die in Bentheim nutzen (vermutlich comp.ASS), aber grundsätzlich ist es so, dass die JC-Vermittler immer auf dein Profil zugreifen können, wenn mit Profil dein Datensatz gemeint ist, über den z.B. auch Vermittlungsvorschläge an dich verschickt und die Bewerbungen nachgehalten werden.

Die brauchen dafür kein Extra-Passwort. In den Jobcentern, die als gemeinsame Einrichtung geführt werden und wo die Software der BA (VerBIS) Verwendung findet, ist das nicht anders. Dort gibt es die Jobbörse (für die „Kunden), welche aber nur eine etwas anders gelayoutete XML-Schnittstelle des eigentlichen Bewerber-Management-Programms VerBIS ist.

Wenn du dafür ein Passwort erhältst, kann du in deinem Profil einige Einstellungen vornehmen und z.B. Bewerbungen tätigen. Unabhängig davon, ob du das tust (ich würde es nicht tun!), hat deiner Vermittler in der BA aber - über seine Ansicht deiner Daten in VerBIS - immer einen Zugriff auf deine Daten. Ich vermute, dass es in Bentheim mit der dortigen Software ähnlich läuft.

kakashix meinte:
Also wir wurden nicht gefragt, es wurde einfach für uns erstellt

Die alleinige Tatsache, dass gewisse Sozialdaten erhoben werden können, müssen und dürfen, ist schon sachlogisch aus der ALG II Antragstellung herleitbar. Denn die Behörde, die dir ALG II auszahlt, muss schließlich einige vermittlungsrelevante Informationen über dich speichern, was in so einem Profil geschieht.

Du als „Kunde“ kannst aber nicht verpflichtet werden, dieses Ding irgendwie zu nutzen. Du musst dich darin weder einloggen noch irgendwelche Bewerbungen darüber verschicken. Dass aber dein Vermittler in deinem Profil Eintragungen vornimmt und dir darüber ggfs. VVs zuschickt, wirst du kaum verhindern können. Zu diesem Thema hatten wir Ende letzen Jahres, allerdings mit Bezugnahme auf die BA-Software, schon einen Thread. Siehe hier.

kakashix meinte:
Aber irgendwer muss doch mein Passwort wissen? Weil das Profil wird ja von denen erstellt und dann wissen die logischerweise auch das Passwort.

Nein. Es gibt einfach unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten auf das Profil. Unterschiedliche Leute haben unterschiedliche Zugriffsrechte und unterschiedliche Ansichten. Das ist hier im Forum ja auch so. Der Admin kann - so glaube ich - fast alles sehen. Der muss sich in keines der tausenden von Profile hier einloggen. Ähnlich ist das in der Software der Arbeitsverwaltung. Die Mitarbeiter haben schon von der Grundeinstellung her gewisse Sicht- und Zugriffsrechte, die auf Seiten der User die Eingabe eines Passwortes erfordern, auf Seiten der Mitarbeiter aber nicht.

kakashix meinte:
Du hast ja geschrieben das die das per Brief schicken müssen und in dem Brief wäre ja auch das Passwort drin, aber jemand hat den Brief doch angefertigt, also derjenige weiß doch dann das Passwort.

Meistens werden diese Briefe vollautomatisiert erstellt. Dann hat keiner das Passwort eingesehen. Es gibt (oder besser: gab zu meiner dort aktiven Zeit) aber in der BA tatsächlich die datenschutzrechtlich sehr fragwürdige Möglichkeit, dass der Vermittler das Passwort dem „Kunden“ direkt ausdruckt. Der BA-Vermittler kann das in VerBIS direkt anklicken und dann auch einsehen. Das spielt aber - abgesehen davon, dass es eine Datenschutzverletzung ist - faktisch insofern keine Rolle, als der Vermittler ja via VerBIS ohnehin alles im „Kunden“-Profil einsehen kann.
 

kakashix

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
24 August 2015
Beiträge
110
Bewertungen
4
Danke für die Antworten, also dürfen die von mir ein Bewerbungsprofil auf dieser Plattform anlegen, aber ob ich diese nutzen möchte liegt an mir?

Zu den Login informationen: Die haben mir das nicht per Brief zugesandt, sondern mir wurde das bei der Maßnahme auf einem gelben kleinen Zettel mitgeteilt, dort stand Login und Passwort drauf
 
E

ExitUser

Gast
Danke für die Antworten, also dürfen die von mir ein Bewerbungsprofil auf dieser Plattform anlegen, aber ob ich diese nutzen möchte liegt an mir?

JA! Zudem hast du ein RECHT darauf, zu erfahren, was alles von dir gespeichert ist und wer alles in deinen Datensatz gucken darf.

Es wäre nämlich keinesfalls okay, wenn da jeder Vermittler im JC draufgucken darf. Das ist in Optionskommunen, gerade bei der Software comp.ASS, aber leider oft der Fall!

Auch JC-intern gilt der Datenschutz, was leider ganz oft in keiner Weise beachtet und ernst genommen wird.

Zu den Login informationen: Die haben mir das nicht per Brief zugesandt, sondern mir wurde das bei der Maßnahme auf einem gelben kleinen Zettel mitgeteilt, dort stand Login und Passwort drauf

Das ist eine grobe Datenschutzverletzung. Das geht so nicht. Du könntest dich nun natürlich an den Datenschutzbeauftragten wenden, aber wirklich bringen tut das meiner Erfahrung nach meist nichts allzu viel (bis gar nichts).

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, was von dir wie, warum und wie lange im JC Computersystem gespeichert wird und wer darauf zugreifen kann, stelle einfach eine offizielle, formlose Anfrage an deinen Vermittler.

Dieser hat dir gegenüber eine Auskunftspflicht. Siehe diesbezüglich etwa [FONT=&quot]die [/FONT][FONT=&quot]§§ 13[/FONT][FONT=&quot], [/FONT][FONT=&quot]14[/FONT][FONT=&quot] und [/FONT][FONT=&quot]15 SGB I[/FONT][FONT=&quot] , in denen die Aufklärungs-, Beratungs- und Auskunftspflicht der Sozialbehörde explizit genannt ist.
[/FONT]
 

kaiserqualle

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 November 2011
Beiträge
2.498
Bewertungen
1.660
Hallo kakshix,

Danke für die Antworten, also dürfen die von mir ein Bewerbungsprofil auf dieser Plattform anlegen, aber ob ich diese nutzen möchte liegt an mir?

Nein, entgegen der Meinung einiger hier:
Die Nutzung musst du vornehmen, da die Kommunikation (Einstellen von Jobs) auf die du dich bewerben musst anscheinend bei dem Massnahmeträger eine Voraussetzung ist. Wenn du dich also nicht einloggst und entprechende Bewerbungsadressen übersieht (Bewerbung innerhalb 3 Tage) greifst dann die übliche Sanktionspraxis wg . "Nichtbewerbens".

Dabei beziehe ich mich auf deine Aussage:
Damals wurde in einer Maßnahme darauf aufmerksam gemacht, das jeder dieses Bewerbungsprofil braucht und uns wurde das Prolfil vom JC erstellt.


Zu den Login informationen: Die haben mir das nicht per Brief zugesandt, sondern mir wurde das bei der Maßnahme auf einem gelben kleinen Zettel mitgeteilt, dort stand Login und Passwort drauf

Gut, dann kannst du ja das Portal nutzen.
Mach dir Screenhoots und pdf-Ausdrucke, wenn was anliegt. (Bewerbungsangebot, Meldetermin, etc)

Ausserdem ist noch genau zu prüfen, was in einer vorhandener EGV oder ersetzenden VA dazu steht. Hier können nämlich auch Regelungen dazu getroffen sein.
Bspw. "Sie nutzen das Portal xxxx ..........." unter deinen Bemühungen.
Tuest du es nicht, führt das alleine schon ggf. zur Sanktion, weil es als Pflicht definiert worden ist.
 

kakashix

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
24 August 2015
Beiträge
110
Bewertungen
4
In der EGV steht aber nur drin, das ich so und so oft in der Woche bei der Maßnahme erscheinen muss um mich dort zu bewerben.

Sanktionen von ca. 10 % führen dann nur, wenn ich an einem Tag unentschuldigt einfach fehlen würde.

Es war aber nicht die Rede davon, wenn ich mich nicht auf die Stellen bewerbe, die mir über das Onlineprofil erteilt werden, eine Sanktion drohen würde. Auch die Anzahl der Bewerbungszahl ist nicht gegeben.

Lediglich bin ich zur Mitwirkung verpflichtet, arbeit zu finden.
Dazu gehört ja das bewerben, aber schriftlich habe ich das nicht erhalten, das mir eine Sanktion droht, wenn ich mich nicht auf folgende Stellen bewerbe.

Also müssten mir die das doch schriftlich geben mit Rechtsfolgen, damit Sanktioniert werden kann?

bezogen auf kaiserqualle
 

Fritz Fleißig

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 März 2013
Beiträge
3.322
Bewertungen
3.759
Also müssten mir die das doch schriftlich geben mit Rechtsfolgen, damit Sanktioniert werden kann?
Völlig richtig. Rechtsfolgebelehrungen und VV müssen dir immer schriftlich zugehen, und zwar nachweislich. Du bist nicht zur elektronischen Kommunikation mit dem JC verpflichtet. Man kann dir umgekehrt herum auch keine rechtswirksamen Mitteilungen (ohne dein Einverständnis) elektronisch zustellen. Von solchen Dingen wie qualifizierte elektronische Signatur oder Verschlüsselung von E-Mehl wird man beim JC vermutlich sowieso noch nie gehört haben.

Ich würde dir auch nicht raten, dich (in wichtigen Dingen jedenfalls) auf eine elektronische Kommunikation mit dem JC einzulassen. Was ist denn, wenn du aus technischen Gründen - kaputter PC oder Internetstörung - gar nicht auf dein elektronisches Postfach zugreifen kannst? Willst du dann das Zugangsrisiko tragen?

Du kannst durchaus Stellenangebote aus der elektronischen Jobbörse oder einem ähnlichen Stellensuchsystem deines lokalen JC suchen und ausdrucken. Die Bewerbung selbst dann aber immer schön außerhalb dieses Systems per klassischem Brief oder per E-Mehl vornehmen. Genauso die Korrespondenz mit dem JC auf klassischem Wege erledigen.

Die Benutzung von IT-Systemen, die unter Kontrolle des MT stehen, ist ein weiterer Knackpunkt. Ich würde nie sensible Daten in ein PC-System eingeben, das unter fremder administrativer Kontrolle steht. Wie willst du wissen, was dort alles (bewußt oder aus Schlamperei) abgespeichert wird? Einfach nur mal an die Möglichkeit des Befalls mit schädlicher Software (Keylogger oder was weiß ich) auf diesen Systemen denken.
 

kakashix

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
24 August 2015
Beiträge
110
Bewertungen
4
Kannst du mir sagen ob es das im Gesetzbuch steht?

Also das man nicht auf Onlinebewerbungsportalen aktiv sein muss?
Weil ein Mitarbeiter meinte zu mir ich solle all meine Bewerbungsunterlagen und Fotos auf das Profil hochladen, dann habe ich ihn anmerken lassen das ich das Passwort nicht mehr habe.

Jetzt hat er mir ein Zettel von seinem PC ausgedruckt, dort sind meine Logindaten und auch das Passwort was ich geändert habe! Die können also direkt auf mein Passwort zugreifen, auch wenn ich es ändere und die haben das jetzt einfach ausgedruckt und mir gegeben.

Gibt es dazu auch ein Paragraph im Gesetzbuch?
 

Fritz Fleißig

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 März 2013
Beiträge
3.322
Bewertungen
3.759
Du mußt "umgekehrt herum" denken. Alles, zu dem du verpflichtet bist, muß gesetzlich festgelegt sein. Wenn nichts Entsprechendes normiert ist, können dir auch keine Verpflichtungen entstehen. Man kann dich also nicht verpflichten, Bewerbungen oder Korrespondenz mit dem JC über eine JC-interne elektronische Plattform vorzunehmen. Du mußt nur darauf achten, daß man dir eine entsprechende Verpflichtung nicht möglicherweise über eine EGV unterjubelt.
Weil ein Mitarbeiter meinte zu mir ich solle all meine Bewerbungsunterlagen und Fotos auf das Profil hochladen,...
Ja, das kann ich mir denken. Die Kontrolle wird dann für das JC einfacher und die ganze Angelegenheit weniger aufwendig. "Gemeint" wird viel. Hast du den Herrn mal nach der genauen Rechtsgrundlage für sein Ansinnen gefragt?

Nebenbei noch: Fotos hochladen? Suchst du eine Stelle als Fotomodell oder Schauspieler? Bewerberfotos dürfen längst nicht mehr verlangt werden (wegen möglicher Diskriminierung - AGG).

Jetzt hat er mir ein Zettel von seinem PC ausgedruckt, dort sind meine Logindaten und auch das Passwort was ich geändert habe! Die können also direkt auf mein Passwort zugreifen, auch wenn ich es ändere und die haben das jetzt einfach ausgedruckt und mir gegeben.
Das geht so auf gar keinen Fall. Das Paßwort zu deinem persönlichen Bereich (nicht zum allgemeinen Verwaltungsbereich deiner Daten!) darf nur dir bekannt und für niemanden sonst einsehbar sein. Sonst könnte jeder beispielsweise in deinem Namen Bewerbungen schreiben oder sonstigen Unfug anrichten, welcher dann dir (als Paßwortinhaber) zugeschrieben würde.

Bei korrekter Organisation der Daten ist auf dem IT-System auch gar kein Paßwort mehr gespeichert, sondern nur noch eine Art Prüfsumme ("Hash") des Paßworts für die Prüfung der Legitimationsdaten auf Richtigkeit. Das Paßwort ist damit gar nicht mehr ermittelbar. Vergißt jemand sein Paßwort, kann lediglich das alte gesperrt und ein neues erzeugt werden.

Das ist allgemeines Datenschutzrecht und braucht gar nicht im Detail geregelt zu werden.
 

kakashix

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
24 August 2015
Beiträge
110
Bewertungen
4
Danke Fritz Fleißig, super postings.
Ich wusste gar nicht das ich heutzutage kein Bewerbungsfoto mehr brauche, also das ich ohne Foto mich bewerben kann?

Ich habe mir das alles mitgeben lassen, also den Zettel wo die einfach meine Logindaten ausgedruckt haben und mir gegeben haben, aber anscheinend bringt es nichts dagegen anzugehen, wie du schon gesagt hast, aber denen das schriftlich mitteilen würde ich gerne!

Ich möchte dir bzw. euch noch ein paar Fotos zeigen zu der ABC Analyse und der Benutzung des Profils, vielleicht ist dort erkenntlich das ich es nicht nutzen brauche

Bilder 1 und 2 sind die Datenschutzerklärung und Bild 3 ist das mit der ABC Analyse
Kann man daraus noch was schließen?

Nochmals danke für die Hilfe
 

Anhänge

  • 1.jpg
    1.jpg
    403,2 KB · Aufrufe: 214
  • 2.jpg
    2.jpg
    170,9 KB · Aufrufe: 325
  • 3.jpg
    3.jpg
    193,6 KB · Aufrufe: 303

Fritz Fleißig

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 März 2013
Beiträge
3.322
Bewertungen
3.759
1. Es ist inzwischen längst gerichtlich anerkannt (und auch allgemeine Praxis), daß du kein Bewerberfoto mehr mitzusenden brauchst. Das sagt schließlich nichts zu deiner beruflichen Qualifikation und kann nur Anlaß zu Diskriminierungen sein. Ausnahmen gibt es nur bei ganz wenigen Berufen, etwa die schon erwähnten Schauspieler, Fotomodelle und dergleichen, wo es auf das Aussehen ankommt.

2. Was du eingestellt hast, ist das übliche Bla-Bla ("wir passen ganz genau auf Ihre Daten auf"). Mit dem "vertrauensvollen Datenschutz" und dem "Schutz gegen unbefugten Zugriff" scheint es aber in der Praxis nicht so weit her zu sein. Im einzelnen:

2a. Die Datenschutzerklärung brauchst du nicht (Haken auf der zweiten Seite) zu akzeptieren. Dann gilt wieder das allgemeine gesetzliche Datenschutzrecht. Das dürfte letztlich das gleiche wie der der Jobbörse der AfA sein. Dort wird immer ein allgemeines Verwaltungsprofil für dich im VerBIS-System angelegt. Ein persönlicher Nutzerbereich wird nur nach Akzeptanz der AfA-eigenen Datenschutzerklärung freigeschaltet. Das brauchst du aber nicht zu tun, beziehungsweise du kannst deine Zustimmung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Du kannst aber nach wie vor Stellenangebote aus der Jobbörse der AfA abrufen und dich darauf dann extern bewerben. Ich weiß nicht, wie dieser Punkt bei deiner Optionskommune geregelt ist.

2b. Die Zustimmung zu dieser "ABC-Analyse" ist freiwillig, was ja auch extra in der Erklärung steht. Dort steht auch, daß die Ergebnisse auf dein Verlangen hin gelöscht werden müssen.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten