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Fall Emmely (ehm. Kaisers Mitarbeiterin): Urteil am 24.02. um 8:45 in Saal 334

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Martin Behrsing

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#1
Liebe FreundInnen und KollegInnen,

am 24.02. um 8:45 wird das Landesarbeitsgericht das Urteil in der Berufungsverhandlung der Kündigungsschutzklage von Emmely gegen die fristlose Verdachtskündigung durch die Kaiser's-Tengelmann AG fällen. Die BerlinerInnen unter Euch bitten wir: Lasst Emmely in diesem entscheidenden Moment nicht alleine!

Nach der Urteilsverkündung wird das Solikomitee eine Pressekonferenz veranstalten.

Wir haben diesmal darauf verzichtet, eine Kundgebung vor dem Arbeitsgericht anzumelden. Der spannende Höhepunkt dieses Dienstags wird die Urteilsverkündung sein. Dabei sein ist alles!
Nach den Terminen haben sich in der Kantine des Arbeitsgerichtes immer rege diskutierende Grüppchen gebildet. Auch so können Solidaritätsnetzwerke entstehen. Wir freuen uns auf alle, die am 24.02. vor Ort mit Emmely solidarisch sein wollen und werden den anderen per E-Mail berichten.

ALSO: DIENSTAG, 24.02., 8:45 UHR, Landesarbeitsgericht, Magdeburger Platz 1, Berlin-Schöneberg, Saal 834

Wie geht es weiter?

Sollte Emmely das Verfahren verlieren, wird sie die nächsten juristischen Schritte einleiten: Vor's Bundesarbeitsgericht und das Bundesverfassungsgericht ziehen.
Sollte Emmely die Kündigungsschutzklage dagegen gewinnen, muss Kaiser's sie wieder einstellen. Ob die Kaiser's-Tengelmann AG in diesem Fall den weiteren Weg durch die Instanzen gehen wird, ist unklar -- immerhin gehen sie damit das Risiko ein, dass sich der Imageschaden, den der Konzern durch die Publizität des Falls bislang erlitten hat, erweitert.
In jedem Fall würde eine juristische Fortsetzung Jahre dauern.

Unsere Kritik an der herrschenden Rechtsprechung wird vom Ausgang dieses einzelnen Verfahrens freilich kaum beeinflusst werden.


Hintergrund/Pressespiegel

Mit einem so großen Medienecho wie nach der Berufungsverhandlung haben wir auch nicht gerechnet. Wir hoffen, dass dadurch mehr Leute angeregt werden a) sich nicht alles gefallen zu lassen und b) sich solidarisch hinter aufmüpfige KollegInnen zu stellen. Neben unserer Materialiensammlung unter Einzelhandel: Kaiser's findet Ihr einen Pressespiegel unter Pressespiegel — Netzwerk IT

Sehr gut dargestellt ist der Fall in
Gekündigt wegen 1,30 Euro : Tausche Abfindung gegen Ehre - Wirtschaft - STERN.DE

Ein guter Fernsehbeitrag zur Verdachtskündigung findet sich als Video beim RBB:
Rundfunk Berlin-Brandenburg | WAS! - beitragsfolgeseite
(oben Link zum Video).

Solidarische Grüße,
Gregor für's Solikomitee
 

Hexe45

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#3
Vor allem muß auch etwas daran geändert werden, daß im Arbeitsrecht ja uU schon der Verdacht des Diebstahls ausreicht um gefeuert zu werden.

LG
Hexe
 

destina

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#4
1,30 Euro veruntreut - Kündigung bestätigt

Erschienen am 24. Februar 2009
Eine Berliner Supermarkt-Kassiererin, die Pfandbons im Wert von 1,30 Euro unterschlagen haben soll und deshalb gekündigt wurde, hat den Rechtsstreit auch in zweiter Instanz verloren. Das Landesarbeitsgericht erklärte die fristlose Kündigung durch ihren Arbeitgeber am Dienstag für wirksam.

Es seien alle Voraussetzungen für eine Verdachtskündigung erfüllt, urteilten die Richter. Damit bestätigten sie die Vorinstanz.

Berliner Kassiererin unterschlug 1,30 Euro: Kündigung rechtswirksam
 

M.aus.B

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#5
Glück Auf,

SCHADE, dass die Richter das offensichtliche nicht zur Kenntnis nehmen wollten. Einer um ihre gesetzlich verbrieften Rechte kämpfenden Angestellten wurden zwei Pfandbons untergeschoben, um sie loszuwerden.
AB HEUTE BOYKOTTIERE ICH AUCH KAISERS. SO, WIE SCHLECHER UND LIDL SCHON SEIT VIELEN JAHREN.


( Mal davon abgesehen: So dämlich kann man gar nicht sein, 1 Euro- paar zerquetschte zu unterschlagen. )
 

Hexe45

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#6
Hier ist muß dringend eine Gesetzesänderung her.
Um fristlos gekündigt zu werden reichtr uU schon allein der Verdacht des Diebstahls aus.
Ein Skandal
LG
Hexe
 

dellir

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#7
Um fristlos gekündigt zu werden reichtr uU schon allein der Verdacht des Diebstahls aus.
Ein Skandal
Ein Skandal? Allein der Verdacht?


Das Urteil ist ein absolutes MUSS. Die Beweislage war schon im 1.Urteil (2008) erdrückend.Nur wer das Urteil gelesen hat,weiß worum es geht..

Es geht um folgendes:
In dieser Filiale wurden 2 Leergutbons in Wert von 1,30€ auf dem Boden gefunden. Eine Kollegin gab diese an "Emmely"(da das Fundsache ist), falls sich ein Kunde melden sollte. 10-Tage lang lagen diese 2 Leergutbons auf der Ablage des Kassenbüros. Dann hat man die "Emmely" beim Einlösen damit an der Kasse erwischt und die Bons waren auch auf einmal verschwunden.Im übrigen muß jeder Kaisers-Mitarbeiter eigene Leergutbons bei betreten der Filiale als Mitarbeiterbons abzeichnen lassen. Also worüber reden wir hier überhaupt, so dumm kann eine Kassiererin gar nicht sein!

P.S. An der Kasse (im supermarkt) wollte man mich auch schon 3.Mal mit den Pfandbons betrügen:mad:

Hier das 1.Urteil:
Bürgerservice Berlin - Brandenburg
 

Kaleika

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#8
Als Begründung gaben die Richter an, eine Kassiererin müsse "unbedingte Zuverlässigkeit und absolute Korrektheit" zeigen. Kündigungsgrund sei der Vertrauensverlust, nicht aber der Wert der Sache. (...)
Das betrifft selbstredend nur die kleinen Kassiererinnen in den Discountern.

Solch eine absolute Korrektheit wird in den Manageretagen natürlich weder verlangt noch eigehalten - oder wie kommen die vielen "Fehlspekulationen" zustande, wegen denen die Bundesregierung nun die Hand unter den Allerwertesten der notleidenden Banken halten muss, um dort Milliarden hineizuschieben?

Wegen 1,30 - nach dreißig Jahren - das fasse ich nicht! Auch wenn es natürlich nie nicht um den Wert der Sache geht...

Die Kleinen hängt man - die Großen lässt man laufen!

Kaleika
 

Mario Nette

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#9
@dellir
Magst du mal kurz die betreffenden Stellen aus dem Urteil zitieren?

Mario Nette
 

dellir

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#10
@dellir
Magst du mal kurz die betreffenden Stellen aus dem Urteil zitieren?

Mario Nette

Gerne:

Zeile 41...."(c) Die Tatsachen begründen den dringenden Verdacht, dass die Klägerin die von Kunden am 12. Januar verlorenen, von der Zeugin Ke. aufgefundenen und von der Beklagten aufbewahrten Leergutbons an sich genommen und im Rahmen des Mitarbeitereinkaufs eingelöst hat. Es stand nach der Zeugenvernehmung für die Kammer fest, dass die Klägerin am 22. Januar 2008 Leergutbons eingelöst hatte, deren Ausstellungsdatum und Wert identisch mit den von Kunden am 12. Januar 2008 verlorenen Leergutbons waren. Weiterhin stand fest, dass auch die von der Klägerin eingelösten Leergutbons durch die fehlende Abzeichnung ersichtlich von Kunden und nicht von Mitarbeitern stammten und dass die am 12. Januar aufgefundenen Leergutbons nach dem Personaleinkauf der Klägerin nicht mehr auffindbar waren. Die Wahrscheinlichkeit, dass es neben den aufgefundenen Kundenbons weitere Leergutbons von Kunden mit identischem Ausstellungsdatum vom 12. Januar 2008 gab, die dann auf anderem Wege in den Besitz der Klägerin gelangten sind, ist nach aller Lebenserfahrung so extrem gering, dass die vorliegenden Tatsachen zumindest den dringenden Verdacht begründen, dass die Klägerin von Kunden verlorene und ihr zur Aufbewahrung übergebene Leergutbons zu ihren Gunsten im Rahmen des Mitarbeiterkaufes eingelöst hatte. Dieser Verdacht wird dadurch weiter erhärtet, dass die entsprechenden Leergutbons nach dem Personaleinkauf der Klägerin nicht mehr auffindbar waren."
 

dellir

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#12
Es liest sich eh etwas anders, selbst Verdi hatte sich distanziert und ein Vergleich wurde abgelehnt, das Ganze hätte nicht sein müssen
Der ganze Prozess war doch von Anfang an reine Polemik. Sicher,für eine bekannte Boulevard-Zeitung war das ein gefundenes Fressen-"Wegen 1,30€ nach 30 Jahren gekündigt" usw. Nichtsdestotrotz hätte die "Emmely" mit einem blauen Auge davon kommen können, hätte sie nur kleinlaut zugegeben "daß es sein könnte,aus Vesehen was mitgenommen zu haben.." Und das nicht unbedingt beim 1,2,oder 3 Mal beim Gespräch mit der Geschäftsführug.. Aber Nein, sie wollte es unbedingt durchziehen und hat die Öffentlichkeit manipuliert und ihre Mitgliedschaft bei der Gewerkschaft als Grund für die Kündigung im Vordergrund angegeben, nur,damit sie ein reines Gewissen kriegt. Dabei ist alles so einfach, ich zitiere aus dem Urteil (2008) erneut:

Absatz(Zeile)...44

..."(cc) Es gibt auch nicht im Ansatz Anhaltspunkte dafür, dass die Beklagte der Klägerin wegen der Teilnahme an dem Streik im Einzelhandel „eine Falle gestellt“ hätte. Es ist schon nicht ersichtlich wie die Beklagte Leergutbons in dem Portemonnaie der Klägerin hätte platzieren können. Dass die Beklagte im Übrigen keine Möglichkeit hätte, die Klägerin gegen ihren Willen zu bewegen, als Kundenbons ausgewiesen Bons für sich einzulösen, ist offensichtlich. "

Also Leute,laßt euch nicht manipulieren.:cool:
 

DomiOh

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#13
Ich persönlich finde eine Kündigung aufgrund von Verdacht aber dennoch einen Skandal.

Mal nicht bezogen auf diesen speziellen Fall - ein Verdacht lässt sich IMMER konstruieren...
 

HajoDF

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#14
Hoch gepokert...und verloren.
Sollte man nur machen, wenn das Blatt auch wasserdicht ist.
 

Fortunatus

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#15
Tja, das Ganze dürfte ein verheerendes Signal für die Arbeitnehmer im Einzelhandel sein. So nach dem Motto, wenn Du nicht spurst, dann finden wir vielleicht Pfandbons oder Geld aus der Kasse bei Dir. Hast ja gesehen, dass du vor Gericht keine Chance hast...

Einen ähnlichen Fall hatte ich vor 15 Jahren im Arbeitsamt, als ich dort noch gearbeitet habe. Einer schwerbehinderten Kassiererin wurde fristlos gekündigt, da man bei Ihr Geld unter der Kassenlade gefunden hat. Die Frau stand vorher schon unter Druck, da der Arbeitgeber sie los werden wollte. Sie wurde ständig gemobbt und als das nichts half, kam eines Nachmittags eine Kassenkontrolle. Kurz vor der Kontrolle war sie kurz auf der Toilette und wurde von einer Kollegin vertreten. Jedenfalls wurde sie dann im Büro unter Druck gesetzt, dass sie sofort ihre fristlose Kündigung unterschreiben soll, da sie ansonsten ein Strafverfahren zu erwarten habe. Im Arbeitsamt hatten wir dann noch das Dilemma ihr eine Sperrzeit wegen Eigenkündigung zu geben. Letztlich wendete sich aber dann vor dem Arbeitsgericht alles zum Guten, da ihr Anwalt die Situation vor dem Geldfund ausreichend begründen konnte. Der Richter glaubte in diesem Fall der Kassiererin und nicht dem Arbeitgeber. Die Kündigung wurde entsprechend zurückgezogen aber aufgrund der Umstände konnte sie dann ohne Sperrzeit vom Arbeitsamt selbst kündigen. So ändern sich die Zeiten, damals ging es um 200 DM.
 

klaus1233

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#16
Das sind keine Einzelfälle. Da wird Jagd auf Alte gemacht, die noch in Lohn und Brot stehen.
Ich war vor ein paar Jahren im Rahmen einer Schulung einen halbenTag beim Landesarbeitsgericht, da wurden zwei ähnliche Fälle verhandelt. Auch beides ältere, langjährige Mitarbeiter. Auch dies Bon-Spiel. Einmal ging es um die neumodischen Rabattmarken, die Kunden nicht nehmen und die sich eine Angestellte eingelöst hat, das andere Mal im Schwimmbad, um alte abgelaufene Eintrittskarten, die ein Angestellter einer Kundin versehentlich verkauft hatte, weil der Automat kaputt war.

1,30, nun ist der Gerechtigkeit genüge getan. Die Gesellschaft hat die Kosten zu tragen. Bis 63 wird sie wohl arbeitlos bleiben, als abgestempelte Diebin dürfte es schwer finden in dem Alter noch einen Job zu finden, danach dann Grundsicherung im Alter, da bei dem hohen Gehalt ihre Rente wohl nicht ausreichen wird. Kosten grob so um die 200.000 EUR. Kaisers wird zukünftig Lohnkosten einsparen von ? Alte Kasserinn ca 1600, neue 900, Gewinn 700 je Monat, mal 12 sind 8400 im Jahr eingespart, mal 25 Jahre wären 210.000. Ungefähr die Summe, die nun durch Steuern und Versicherung aufgebracht werden müsse. Die Strukturanpassung bezahlt die Gesellschaft. Toll.

Welcher Gerechtigkeit wurde hier genüge getan? Ich meine, der von Kaisers.

Bei meinen Fällen lief das auf eine hohe Abfindung heraus.
 

avalon

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#17
Die Anforderungen an eine Verdachtskündigung sind schon ein wenig höher. Zumindest gibt es in diesem Fall keinen hinweis auf eine manipulation seitens das AG. Und in Kündigungsschutzprozessen ist die rechtsprechung durchaus nicht arbeitgeberfreundlich.
Zumindest nicht in dem Sinne, dass die An die Verfahren dauernd verlieren. Dass sie mit irgendeiner Abfindung rauskommen und meist nicht ihren Job behalten können, weil das AV wegen des "zerstörten Vertrauensverhältnisses" aufgelöst wird, ist eine andere Geschichte. Ihren Job verlieren am Ende die meisten, den Prozess aber nicht!
 

Trajan

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#18
Die Anforderungen an eine Verdachtskündigung sind schon ein wenig höher. Zumindest gibt es in diesem Fall keinen hinweis auf eine manipulation seitens das AG.
Soll das ein Witz sein ???????

Um eine Kündigung für 1,30 Euro auch nur indirekt in Zeiten zu rechtfertigen, wo Bankmanager Milliarden verzocken, muss man schon ziemlich stoned sein.
 

redfly

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#20
Tja, bitter so ein arbeitsrechtliches Verdachtsurteil"!

Wurde sie auch aufgrund einer Straftat verurteilt? Das konnte ich nämlich bis jetzt nicht erkennen.
 

Rounddancer

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#21
Ja, man muß.
Zumal es gar nix heißt, wenn verdi den Schwanz vorzeitig eingezogen hat. Denn das machen die leider allzu gerne.
 

blattkaktus

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#22
Na ich sehe da aber ganz deutlich Hinweise der Manipulation des AG.
Der Marktleiter gibt Emmely die 2 gefundenen Bons zur Aufbewahrung.
Ihre Vorgesetzte beobachtet hinter ihr ihren Einkauf.
Die Kassiererin erinnert sich 10 Tage später an die nicht abgezeichneten Bons.
Die Vidoeaufzeichnung des Kassiervorgangs waren nach drei Tagen ja schon gelöscht.
Wie soll man denn da seine Unschuld beweisen können. Ein Unding ansich, beweisen zu müssen, dass man nichts Unrechtes gemacht hat.
Und eine Kollegin, die sie warnt, dass die Kollegen auf der Streikbrecher-Party dazu angehalten wurden, zu schauen, ob man etwas gegen sie finden kann.
Das sieht aber sehr nach konstruiert und abgesprochen aus.
Ach ein guter Anwalt ist manchmal Gold wert.
 

Rambow

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#23
Soll das ein Witz sein ???????

Um eine Kündigung für 1,30 Euro auch nur indirekt in Zeiten zu rechtfertigen, wo Bankmanager Milliarden verzocken, muss man schon ziemlich stoned sein.
das finde ich garnicht, denn ich war auch lange zeit Kassiererin bei R.....
1. alle Mitarbeiter hatten einen eigenen Abschließbaren Schrank
2. alles was mirgebracht bzw. dort gekauft wurde mußte von der Cheffin abgezeichnet werden sowie der dem entsprechende Kassenbon dazu getan werden
3 jede Mitarbeiterin hatte eine eigene Kasse mit zugangscode, das Geld wurde vor Schichtbeginn und nach Schichtende gezählt und per PC konnte gleich festgestellt werden wo eventuell eine Differenz ist, dafür wurden wir nicht geköpf,
4. gab es beim Verlassen der Filiale immer Taschenkontrollen, die ich nie zu fürchten brauchte
Also mal ganz ehrlich ,so recht kann ich E... nicht glauben. da steckt meiner Meinung nach etwas anderes hinter, kann aber auch sein das ich mich irre:icon_pause:
 

Arania

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#24
Ja, man muß.
Zumal es gar nix heißt, wenn verdi den Schwanz vorzeitig eingezogen hat. Denn das machen die leider allzu gerne.
Also hin oder her, wenn man das ganze Urteil liest ergibt sich schon mehr als nur ein Verdacht
 

avalon

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#25
Soll das ein Witz sein ???????

Um eine Kündigung für 1,30 Euro auch nur indirekt in Zeiten zu rechtfertigen, wo Bankmanager Milliarden verzocken, muss man schon ziemlich stoned sein.
Mit einem Schäumchen vor dem Mündchen redet es sich schlecht!
Ich habe nicht über die Kündigung, sondern über das Urteil gesprochen.
Und da hat bisher noch niemand was dran gefunden, was nicht korrekt wäre.
 

Rounddancer

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#29
Wurde sie auch aufgrund einer Straftat verurteilt? Das konnte ich nämlich bis jetzt nicht erkennen.
Nein, hätte sie auch gar nicht werden können, erstmal wegen der Geringfügigkeit, 2. mangels Beweises, 3. weil ja, wenn die Tat wirklich war, NICHT ihr Arbeitgeber bestohlen, sondern dieser nur davon abgehalten wurde, sich an den 1,30 EUR des von Kunden nicht eingelösten Pfandbetrages bereichern zu können. 4. etwas, was am Boden liegt und einem Kunden, nicht dem Arbeitgeber gehört, eine Fundsache ist. Doch Fundsachen, deren Wert geringfügig ist (zu DM-Zeiten waren das mal max. 16 DM), darf man an sich nehmen und behalten.

Aber ich gehe weiter davon aus, daß die Tat nicht von ihr begangen wurde, auch weil der Vermutungstatbestand bis zuletzt im Verfahren Hauptpunkt gewesen zu sein scheint.

Seit Erivan Haub merkte, daß es Zeit für ihn war, in Ruhestand zu gehen, er aber bis zuletzt seine Nachfolger nicht fest und sicher hatte, bricht der Tengelmann-Konzern auseinander,- und es sind nun von außen kommende Manager da, die alles daran legen, den Konzern aufzusplitten, und Personalkosten zu sparen. Da sind alie, erfahrene Vollzeitkräft dann "natürlich" etwas, was sie weghaben wollen, genauso wie Betriebsräte.
Ersetzt werden sie, wie überall im Einzelhandel, durch real ungesicherte Minijobber. Minijobber, die auf jeden Cent angewiesen, sich weder den Gewerkschaftsbeitrag leisten können, noch gegen schlechtere Arbeitsbedingungen, für bezahlten Urlaub und für bezahlte Krankheitstage eintreten können.
 

eiszeit

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#30
Bei Labournet kann man die Sichtweise beider Parteien betrachten.
Für mich sieht es eher nach einem konstruierten Fall des AG aus.
Die Kassiererin stand unter besonderer Beobachtung. Und so blöd kann man ja wirklich nicht sein, für 1,30 € seinen Arbeitsplatz auf`s Spiel zusetzen.
ver.di hat auch nicht den Schwanz eingezogen, sondern die gute Frau hat sich für einen Anwalt ihres Vertrauens entschieden, sodass ver.di außen vor war.

LabourNet Germany: Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch
 

redfly

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#31
Nein, hätte sie auch gar nicht werden können, erstmal wegen der Geringfügigkeit,
So einfach geht das nicht mit der Geringfügigkeit. Klau du doch mal im Supermarkt eine Bildzeitung, dann setzt es eine Anzeige. Nix Geringfügigkeit, als Belohnung gibt es zusätzlich noch ein Hausverbot!


2. mangels Beweises,
Es gab aber Zeugen. Das reicht.

3. weil ja, wenn die Tat wirklich war, NICHT ihr Arbeitgeber bestohlen, sondern dieser nur davon abgehalten wurde, sich an den 1,30 EUR des von Kunden nicht eingelösten Pfandbetrages bereichern zu können.

4. etwas, was am Boden liegt und einem Kunden, nicht dem Arbeitgeber gehört, eine Fundsache ist. Doch Fundsachen, deren Wert geringfügig ist (zu DM-Zeiten waren das mal max. 16 DM), darf man an sich nehmen und behalten.
Wenn das auch ein Richter so sieht. Was ist wenn z.B. eine Ware auf den Boden fällt, ist das dann auch eine Fundsache und die Verkäufern kann sie einstecken? Bestimmt nicht!
 

dellir

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#32
Also manche Leute hier kann ich überhaupt nicht verstehen, wenn sie ständig von "Verdacht" oder "Falle" des Arbeitgebers sprechen. Deshalb nochmal: Lest euch das Urteil erstmal an,bevor hier der falsche Eindruck entsteht. In Zeiten von Computern und EDV ist es ein leichtes Spiel bestimmte Vorgänge nachzuvollziehen. Es ist nachgewiesen:

-die existenz (mit Datum,Uhrzeit) der beiden Pfandbons
-daß "Emmely" diese aufbewahren sollte (Zeugenaussageen)
-daß "Emmely" wußte,daß sie diese Kunden-Pfand-Bons gar nicht einlösen darf (laut Arbeitsvertrag)
-daß "Emmely" die selben Pfandbons (s.oben mit Datum u. Uhrzeit) 10 Tage später eingelöst hat (Auszug EDV System)
-daß ihr mehrmals die Möglichkeit gegeben wurde sich zu äußern
-daß sie dann behauptet hat,die Pfandbons hätte ihr ihre Tochter zugesteckt
-daß die Tochter auch zum Gespräch eingeladen wurde,um für Emmely auszusagen
-daß die Tochter nicht erschien, nur sich schriftlich äußerte

Nur zur Klarstellung: Ich bin kein Anwalt von Kaisers/Tengelmann. Ich bin nur ein Kunde, der jedesmal auf die Finger der Kassieren kucken muß,damit mein Pfandbon nicht verschwindet. Denn die Masche,die ich mehrmals erlebt habe läuft so: Ich,wie viele Kunden auch, lege mein Pfandbon auf dem schwazen Band an der Kasse zusammen mit den gekauften Waren.Die Kassieren läßt dann das Band ganz schnell laufen und mein Pfandbon verschwindet im "Schlitz" vor dem Scanner. Dadurch landet mein Pfandbon dann wörtlich auf ihre Füsse unter der Kasse. Wenn ich dann nach mein Pfandbon frage, kommt immer so ein "Wie?,was?". Und dann kommt dann mein Spruch "Wollen Sie nochmal kucken,oder soll ich die Polizei holen". Danach findet man ganz schnell mein Pfandbon.

Also die Masche mit den Pfandbons ist so gesehen sehr lukrativ, warum also bei Emmily nicht? Weil sie 30 Jahre dort arbeitet? Weil sie bei der Gewrkschaft ist?:confused:
 

avalon

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#33
Ja, das trifft es recht gut. Es kommen hier halt jede Menge Diskussionsebenen zusammen, das macht es so schwierig. Das Urteil ist nicht zu beanstanden, aber richtig ist sicherlich auch folgendes: wenn man eine Strafe danach beurteilt, welche Folgen sie für das weitere Leben des/der Bestraften hat, ist Emmily härter Bestraft worden als Zumwinkel. Ihr ist Hartz4 lebenslänglich relativ sicher, Z. hat ein bißchen Klimpergeld auf den Tisch gelgt. Das ändert aber nichts daran, dass die Richter keine andere Wahl hatten, soweit man das von aussen anhand der Dokumente beurteilen kann.
 

Hexe45

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#34
Also hin oder her, wenn man das ganze Urteil liest ergibt sich schon mehr als nur ein Verdacht
Aber noch kein Beweis.

Und bevor ich nach 31 Berufsjahren wegen 1,30€ eine Kündigung für rechtens erkläre, müßte ich mir nahezu 100% sicher sein.


LG
Hexe
 

eiszeit

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#35
Nur zur Klarstellung: Ich bin kein Anwalt von Kaisers/Tengelmann. Ich bin nur ein Kunde, der jedesmal auf die Finger der Kassieren kucken muß,damit mein Pfandbon nicht verschwindet. Denn die Masche,die ich mehrmals erlebt habe läuft so: Ich,wie viele Kunden auch, lege mein Pfandbon auf dem schwazen Band an der Kasse zusammen mit den gekauften Waren.Die Kassieren läßt dann das Band ganz schnell laufen und mein Pfandbon verschwindet im "Schlitz" vor dem Scanner. Dadurch landet mein Pfandbon dann wörtlich auf ihre Füsse unter der Kasse. Wenn ich dann nach mein Pfandbon frage, kommt immer so ein "Wie?,was?". Und dann kommt dann mein Spruch "Wollen Sie nochmal kucken,oder soll ich die Polizei holen". Danach findet man ganz schnell mein Pfandbon.

Also die Masche mit den Pfandbons ist so gesehen sehr lukrativ, warum also bei Emmily nicht? Weil sie 30 Jahre dort arbeitet? Weil sie bei der Gewrkschaft ist?:confused:[/quote]

Also gelinde gesagt hast du doch was an der Klatsche.
Ich persönlich habe es in über 40 jähriger Einkaufspraxis noch nicht erlebt, dass jemand versucht hat einen Pfandbon verschwinden zu lassen.
Ich muss jetzt aufhören bevor ich meine gute Erziehung vergesse.
 

Rounddancer

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#36
Ich,wie viele Kunden auch, lege mein Pfandbon auf dem schwazen Band an der Kasse zusammen mit den gekauften Waren.

Bevor Deine Kassiererinnen-Pfandbonklau-Phobie chronisch wird:
Den Pfandbon legt man mit der Kundenkarte auf die Ablage fürs Geld.

Fertig ist die Laube.
 

dellir

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#37
Ich persönlich habe es in über 40 jähriger Einkaufspraxis noch nicht erlebt, dass jemand versucht hat einen Pfandbon verschwinden zu lassen.
Das dachte ich auch, als mir das zum 1.Mal passiert ist. Beim 2.Mal war ich schon stutzig und beim 3. Mal kam schon souverän mein Spruch mit der Polizei.Und glaub mir, ich sehe nicht so aus,als könnte man mit mir so eine Copperfield-Nummer abziehen, aber die machen es dennoch...:biggrin:
 

dellir

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#38
Bevor Deine Kassiererinnen-Pfandbonklau-Phobie chronisch wird:
Den Pfandbon legt man mit der Kundenkarte auf die Ablage fürs Geld.

Fertig ist die Laube.
Was soll ich dazu sagen? Vielleicht sollte ich immer das Geld passend haben,dann bin ich wohl immer auf der sicheren Seite...:cool:
 

Rote Socke

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#39
Bevor Deine Kassiererinnen-Pfandbonklau-Phobie chronisch wird:
Den Pfandbon legt man mit der Kundenkarte auf die Ablage fürs Geld.

Fertig ist die Laube.

So ne shice Kundenkarte besitzt man nicht. Ist viel zu teuer
Kostet sie doch sehr viel: Deine Daten.
Vor allem noch von solch einem Laden.
 

Rounddancer

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#40
Aber noch kein Beweis.

Und bevor ich nach 31 Berufsjahren wegen 1,30€ eine Kündigung für rechtens erkläre, müßte ich mir nahezu 100% sicher sein.

Das sehe ich, der ich 30 Jahre Geschäftsführer in Groß- und Einzelhandel war, auch so.
 

sun2007

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#41
Ich finde es richtig, dass ArbeitnehmerInnen und auch KassiererInnen korrekt arbeiten. Ich habe auch kein Problem damit, dass man jemandem wegen Veruntreuung von kleinen Beträgen kündigt.

ABER:

1. Ich würde mir wünschen, dieselbe Härte würde auch gegen alle Manager angewendet, die mit Lug und Trug und Gier so viel verbockt haben - und zwar vom Ende her gedacht, dass die am Ende mit genauso wenig Geld und schlechten Berufschancen dastehen wie Emmely. Statt dessen hagelt es immer noch Boni in Banken, die bereits von den Steuerzahlern gestützt werden, also auch von uns.

UND:

2. Ich habe ein großes Problem mit dem Konzept der "Verdachtskündigung". Ich wusste bis vor kurzem gar nicht, dass es sowas gibt. Dieses ganze Konzept stellt die Beweislast auf den Kopf, die einer der wichtigsten Grundpfeiler unseres Rechtssystems ist.

Denunzianten und Mobbing (das sich ja schnell zu einer Massenbewegung ausweitet - "Zeugen" zu finden, die sich gegen den Gemobbten wenden, ist im Rahmen von Mobbing oft das geringste Problem) wird hiermit Tür und Tor geöffnet.

Sowas hat die Welt noch nicht gehört - ich denke mal, für jedes Ausland steht Deutschland mit diesem Konzept und dieser Rechtsprechung da wie die letzte Bananenrepublik.

Ich hoffe, dass entweder BVerfG oder EuGHfMR oder beide dieses Konzept vollends kippen.
 

Guevara

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#42
Boykott !!
Kaiser's-Tengelmann AG
und Läden !!!!

Solches Asoziales Treiben dieser sollte man unterbinden.

Und ich sehe das Gericht
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg als befangen an
zu Gunsten der

Kaiser's-Tengelmann AG .

Das Gericht begründete seine Entscheidung mit dem »irreparablen Vertrauensverlust« des Arbeitgebers. Dabei komme es nicht auf den geringen Wert der besagten Pfandbons an.
Dieser Richter ist kein Demokrat !!

Natürlich !!! "»irreparablen Vertrauensverlust« des Arbeitgebers"

Warscheinlich hätte man ihn Schmieren sollen,da wär das Urteil anders ausgegangen !!

Ist doch schon inzwischen üblich bei Gerichten !!

Zahlen und Abspechen,sonst kein positives Urteil
für den Beschuldigten !!

Hier geht es doch nur darum Gewerkschaftsmitglieder und Streickende los zu werden !!


Gewerkschafter bekräftigten am Montag den schon lange bestehenden Verdacht, daß die Kaiser’s-Tengelmann AG Barbara E. wegen ihrer Beteiligung an Streikaktionen loswerden wollte. Augenscheinlich sei das Interesse des Arbeitgebers stark gewesen, hier eine Kollegin abzustrafen, die sich als Gewerkschafterin engagiert habe, erklärte die stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg, Doro Zinke. Es sei arbeitnehmerfeindlich und ignoriere die Verhältnismäßigkeit der Mittel, wenn hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen werde. Gerade in den Zeiten der Finanzkrise, in denen es nicht einmal gelänge, Bankmanager haftbar zu machen, habe dies einen schalen Beigeschmack. Der DGB spricht von einem »schwarzen Tag für Arbeitnehmer«. Barbara E.s Anwalt Benedikt Hopmann kündigte an, gegen das Urteil Verfassungsbeschwerde einzulegen und notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen.
Kauft keine Artikel mehr von der
Kaiser's-Tengelmann AG


Boykott !!




Guevara
 

eiszeit

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#43
@Guevara,

deinen Boykottaufruf würde ich gerne unterstützen, die haben sich aber, leider oder Gott sei Dank, schon lange aus unserer Region zurück gezogen
 

Rounddancer

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#44
Nachher um 22.45 Uhr sind die Beteiligten, ohne den Richter, im ZDF bei "Kerner"

Dort, im ZDF, läuft gerade ein Bericht über drei Tagelöhner, Motto: Hauptsache Arbeit.
 
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#45
Also für mich ist ganz klar, daß hier etwas konstruiert wurde.

Die Kollegin, bei der Emmily ihre Bons eingereicht hatte, hätte die gar nicht annehmen dürfen, wenn sie nicht abgezeichnet gewesen wären.

Ich zieh mal daraus den Umkehrschluß, daß die eingereichten Bons tatsächlich abgezeichnet waren.
 

Rounddancer

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#46
So sehe ich das auch. Zudem ist es beim regulären, heutigen Personalschlüssel ungewöhnlich, daß da "zufällig" eine zweite Kassiererin herumsteht, und von hinten zuguckt, was da abgeht. Denn: Sobald mehr als eine Kassiererin an der Kassenzone ist und keine Kunden hat, muß sie sofort da weg, in die von ihr aufzufüllenden Gänge, ins Lager, oder irgendwo putzen, abschachteln, auffüllen. Und daß beide gesehen haben sollen, daß da unabgezeichnete Bons vorgelegt worden sein sollen,- und dann danach gemeinsam das zu melden? Das ist ungewöhnlich,- sieht mir aus nach bewußter Falle, nach Mobbing. Denn normal wäre es, wenn die kassierende Kollegin da was merkt, das der einkaufenden Kollegin gesagt hätte: "Du, guck mal, nicht daß Du Ärger kriegst: Deine Bons sind nicht abgezeichnet!",- und schon wäre der Fehler keiner mehr gewesen.
Auch, daß da eine Kamera ist, -wenn da nach einer von zwei Mitarbeiterinnen beim Vorgesetzten gemachten Beschwerde würde im Normalfall der Vorgesetzte zum Rekorder der Kamera, der ja in der Regel eh im Büro des Ladens steht, gehen, und auf dem Band gucken, ob und was von der Kamera gesehen wurde,- jedenfalls würde das Band gesichert werden.

Ja, ich denke, da wurde was konstruiert, und "Emmily" angehängt.

Das war auch der Eindruck, den der Auftritt der Hauptbeteiligten gestern Abend bei Kerner bei mir hinterließ.

Heinz
u.a. ehrenamtl. Strafrichter a.D.
 

redfly

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#47
Nur komisch das in den Zeitungen von Straftat geschrieben wird. So bitter das auch sein mag, an der Situation ist sie bestimmt nicht unschuldig. Klar hat man so seine Zweifel wenn man sieht wie in der heutigen Zeit die Arbeitgeber mit ihren Managern haufenweise Geld in den Sand setzen oder veruntreuen. Das stand hier aber nicht zur Debatte.
 

Hexe45

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#48
So ich habe mir jetzt alles an Infos reingezogen, was zu diesem Fall aufzutreiben war.

Ja es gibt Verdachtsmomente, aber klar nein, es kann nicht zweifelsfrei bewiesen werden, daß dem auch so war.

Wie heißt es so schön im- Zweifelsfalle für den Angeklagten.

Und die, die hier von erdrückender Beweislast schreiben, halte ich entgegen daß es auch anders gewesen sein kann.

Es gibt Fälle wo Kündigungsgründe konstruiert werden, und insbesondere im Einzelhandel ist dem so.

Und was ich in erster Linie anprangere ist der Umstand, daß uU allein der Verdacht eine Kündigung rechtfertige.

Hier sind 31 Berufsjahre ( wer sich so lange im Einzelhandel hält, kann so schlecht und unvertrauenswürdig ja wohl kaum gewesen sein).

Ich finde es ziemlich traurig, wie sich grade in so einem Forum hier einige schon regelrecht als Scharfrichter aufspielen.

Der mit seiner Pfandparanoia muß sich hier sagen lassen, daß er ja wohl klar von Vorurteilen gesteuert ist, also Gift für eine objektive Beurteilung.

Man kann niemand von vornerein für schuldig erklären, nur weil man sich Pfansbons klauen läßt und darauf schließen, daß das ein Kassiererinnensport ist.

Aber zurück zur Kündigung auf Verdacht:

Verlegen wir diese Rechtlage mal nach den USA und lassen es mal fiktiv um Mord gehen.

Diese Rechtslage hieß dann, ich kann als Richterin ein Menschenleben auslöschen, weil da jemand der Tat verdächtig ist.

Und Leute die sich im Supermarkt Pfandbons klauen lassen, geben mir darin dann auch nich Recht.
Ok da gehts dann nicht mehr um Pfandbons, sondern weil derjenige zum Beispiel aus Puerto Rico kommt.

Dann heißt es: "Ja die Puertoricaner scheren sich ja nie um Gesetze, daß kann ich in unserem Viertel ja jeden Tag sehen" und ähnlichen Unsinn.

Wie gesagt es soll jetzt einfach ein fiktives Beispiel sein, gebe zu das ist jetzt sehr weit hergeholt.

Ich will nur aufzeigen was es heißt jemanden allein auf Verdacht verurteilen zu können.

Grad hier wo Erwerbslose mit so vielen Vorurteilen überzogen werden, bedient man sich plötzlich den gleichen Methoden????

Ich dachte wir kämpfen hier ua. auch um Gerechtigkeit für alle und nicht darum Ungerechtkeit nur umzudrehen.

Nehmen wir de Fall Max Strauß der damals freigesprochen wurde, da wurd hier auch viel von Willkürjustiz gesprochen.

Ich mag ihn nicht, und ich traue ihm so etwas locker zu.
Aber mit diesem Vorurteil bin ich nicht berechtigt jemanden schuldig zu sprechen.
Denn die Beweise reichten dafür einfach nicht aus.

Und jetzt sind wir wieder bei Emily-- ja beim Lesen der Infos bleibt ein Verdacht zurück, es kann, aber ich betone kann, so gewesen sein wie von der Gegenseite dargestellt.

Aber trotz alledem, es kann auch ganz anders gewesen sein.
Es gibt keinen eindeutigen Beweis für den Diebstahl.

Und wie schon mal erwähnt, auf der anderen Seite sind 31 Jahre ohne daß sie auffällig war.

Nein es reicht einfach nicht um einen Menschen zu verurteilen.

Und letzlich ist hier sogar Emily unwichtig, es geht darum, daß für Arbeitnehmer die Gerechtigkeit eingeschränkt ist.

Die Emilyfälle werden zunehmen, es werden noch viele Existenzen vernichtet, nur weil bereits der Verdacht ausreicht und nicht die erwiesene Schuld.

LG
Hexe
 

sun2007

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#50
Kündigung auf Verdacht geht gar nicht und ich hoffe nur, dass dieses Konzept so bald wie möglich für verfassungswidrig erklärt wird. Denn das ist eine Umkehr der Beweislast, dei den Grundpfeilern unseres Rechtssystems widerspricht.

Im konkreten Fall macht mich allerdings eine Sache stutzig, ich bin mir aber nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe: Drei Tage, bevor Emmely ihre Pfandbons einlöste, hat eine andere Kundin/ein Kunde ebenfalls zwei Pfandbons mit jeweils demselben krummen Betrag vergessen und Emmely behauptet nun, das seien nicht dieselben? Das finde ich, ehrlich gesagt, auch ein wenig unglaubwürdig. Ich könnte mir vorstellen, dass der konkrete Fall vom Arbeitgeber auch aufgrund von Indizien gewonnen werden könnte, die dann Beweiskraft erhalten würden.

Das ändert nichts daran, dass Verdachtskündigung ein Konzept ist, das gar nicht geht.

So sehr ich dafür bin, dass das Konzept der Verdachtskündigung vom BVerfG gekippt wird, so ist mir doch etwas mulmig bei dem Gedanken, ob ausgerechnet dieser Fall dafür geeignet ist oder ob das dann nicht nach hinten losgeht.
 

avalon

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#51
Verlegen wir diese Rechtlage mal nach den USA und lassen es mal fiktiv um Mord gehen.

Diese Rechtslage hieß dann, ich kann als Richterin ein Menschenleben auslöschen, weil da jemand der Tat verdächtig ist.

Und Leute die sich im Supermarkt Pfandbons klauen lassen, geben mir darin dann auch nich Recht.
Ok da gehts dann nicht mehr um Pfandbons, sondern weil derjenige zum Beispiel aus Puerto Rico kommt.

Dann heißt es: "Ja die Puertoricaner scheren sich ja nie um Gesetze, daß kann ich in unserem Viertel ja jeden Tag sehen" und ähnlichen Unsinn.

Wie gesagt es soll jetzt einfach ein fiktives Beispiel sein, gebe zu das ist jetzt sehr weit hergeholt.

Ich will nur aufzeigen was es heißt jemanden allein auf Verdacht verurteilen zu können.
So geht's nicht, Zivilrecht und Strafrecht einfach durcheinader würfeln.
Emmily ist NICHT verurteilt worden, wenngleich das Urteil ähnliche Konsequenzen für sie hat. Eine Verdachtskündigung ist darin begründet, dass de Verdacht so schwer wiegt, dass das Vertrauensverhältnis gestört ist. Das funktioniert u.U. sogar, wenn in der gleichen Sache der Beschuldigte in einem Strafverfahren freigesprochen wird. Beispiel gab es bei Lehrern bzw. Erziehern, gegen die wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt wurde und die freigesprochen wurden. Dem AG konnte eine Fortführung des AV nicht zugemutet werden, weil einfach niemand mehr seine Kinder hinschickte! Wer schickt seine Knder zu einem Erzieher, der wegen Mangels an Beweisen vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen wurde?

Es geht hier nicht um ein juristisches Verurteilen auf Verdacht, sondern um ein privates Handeln aufgrund eines Verdachts. Beispielsweise darum, die
Supermarktkette "Kaisers" zu boykottieren wegen des Verdachts, dass hier etwas kontruiert wurde. Das darf jeder tun, der das tun will! Zumindest liegen diesem Boykottaufruf nicht mehr Beweise zu Grunde als der Kündigung von Emmily, trotzdem regt sich hier niemand über eine Vorverurteilung auf. Oder gibt es Beweise, dass vor Gericht gefälschte Beweise vorgelegt wurden?
 

Fotoz

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#52
Ich denke, hier stehen verschieden Ansatzpunkte zu dem Thema, welche irgenwie manchmal durcheinander gebracht werden.

Erst mal geht es darum, ob und wie die Beweise für die Unterschlagung gemacht wurden.
Wie ich aus den ganzen Informationen (auch aus der Fernsehsendung) erfahren habe, und da sind sich alle einig, wie die Beweise festgestellt und gesichert wurden.
Bei der angeblichen Unterschlagung war eine Mitarbeiterin anwesend, die andere nahm an der Kasse die Bons entgegen, die angeblich nicht abgezeichnet wurden.

Frage: Warum hat keine von den beiden dies bemängelt, mindestens aber die Kassiererin?

Wo ist das Video der Überwachungskamera geblieben, da ja selbst nach Aussagen Kaisers die vermutete Unterschlagung bei Annahme der Bons festgestellt wurden und die Information umgehend bei den entsprechenden Stellen vorlag?

Also, es wurde eine versuchte und durchgeführte Unterschlagung schon an der Kasse festgestellt. Aber man lässt die Mitarbeiterin so durchgehen?

Warum wird schon als Beweis (der Unterschlagung) angesehen, dass während der Arbeitszeit der Mitarbeiterin der/die Pfandbon`s gezogen wurden?

Wenn es eine Anweisung gibt, dass man während der Arbeitszeit, also innerhalb der Pausen keine Pfandflaschen abgeben darf, ist das selbts doch noch keine Unterschlagung, sondern nur ein Verstoß gegen Vorgaben, die wohl mit Sicherheit keine Unterschlagung sind.

Und in Zeiten der Elektronik, kann man diese Bons mit dem Wert der dort vorgeworfen wurde, mit 100% nachvollziehen. Das heißt, es kann ein Duplikat erstellt werden.

Außerdem sollte es ein zweites auf Papier lesbares Duplikat geben, welches ja nach Vorgaben zur Sicherheit aufbewahrt werden sollte.

So wie es Aussieht, hat man sich mit der Beweissicherung keine große Mühe geben, weil man wusste, dass eine Verdachtskündigung ausreichen würde. Und die, wenn man die vorhandenen "Beweise" erbracht hätte, die Unschuld der Beklagten Mitarbeiterin bewiesen hätte.

Dies sind meine Bedenken gegenüber den nicht mehr vorhandenen Beweisen, die vorlagen.

Dann noch der zweite Punkt. Die Härte die gegen eine Mitarbeiterin an den Tag gelegt wurde, die über 30 Jahre mit die Firma aufgebaut hat.

Denn, Verstöße gibt es viele und dann muss es auch den Gleichheitsgrundsatz entsprechen. Und mir muss nun keiner kommen, ja, wenn der Geschäftsführer das Gleiche gemacht hätte....

Was ist, wenn Mitarbeitern verboten wird, mit dem Diensttelefon private Gespräche zu führen?
Und wer mir jetzt erzählt, dass er trotzdem in 30 Berufsjahren nicht ein Gespräch privat auf Firmenkosten geführt hat, der lügt.

Nur mal zu Haus anrufen, ich komme gleich. Vielleicht noch auf Handy.

Oder der Kugelschreiber, der noch in der Tasche des Diensthemdes steckt.
Das ist ganz einfach auch Unterschlagung. Der Notizblock, oder der Firmenkatalog.

Oder ganz einfach nur den Pfandeuro aus dem Supermarkt in der Hosentasche vergessen.
Dann ein Kassensturz und ein Euro fehlt.
Oh, und sieh an, da steckt ja einer in der Tasche.
Und: Wegen Unterschlagung dann fristlos gekündigt.

Na dann schaut mal in eure Taschen, ob ihr innerhalb des letzten Jahres nicht mal irgendwo einen Euro hattet, an den ihr nicht mehr gedacht habt.
----------------------------------------------------------------------
Oder noch besser, vielleicht noch einen neuen exquisiten Kugelschreiber in der Jackentasche und seid damit in dem Geschäft wo man auch solche verkauft?
Aha, jetzt aber auf den Beweis pochen, dass ihr den dort geklaut haben sollt.
Und nun kommt der Händler und sagt, meine Mitarbeiterin hat gesehen, dass Sie sich in die Jackentasche gefasst haben. (Dort wo man gerade die Lesebrille wieder reingesteckt hat und auch der Kugelschreiber ist).
Und dann noch dummer Weise kurz zuvor bei den "guten" Kugelschreiber gestanden hat. Und oh, das Überwachungsvideo ist gar nicht auf dem Band. Und jetzt bekommt ihr die Strafanzeige, kurz bevor Ihr den Posten als Kassenleiter eines großen Versandhauses bekommen solltet, die aber auf ein einwandfreies Führungszeugnis bestehen. Also auch privat keine Ausreißer. Na dann mal viel Glück, wenn dann noch ein paar Angestellte den "Diebstahl" genau gesehen haben und das bis vors Gericht so durchziehen.
-----------------------------------------------------------------------

Dies rechtfertig noch lange keine fristlose Kündigung, nur weil man Unterschlagung vermutet.

Ich wollte einfach nur mal darstellen, was durch das Gesetzt leicht gemachten Tatbestand des Verdachtes einer Unterschlagung bewirkt und wie leicht man ohne jegliche Beweise zum Täter gemacht werden kann.
Dies muss das Gericht berücksichtigen, zumal, dass weder Bons noch Videoaufnahmen als Beweis gesichert wurden.
Leider vermute ich jetzt schon im Vorherein, dass die Klagen und Beschwerden alle abgewiesen werden.
Die einzigste Möglichkeit wäre, dass Kaiser`s dies als Betrug und Beweisfälschung nachgewiesen werden könnte. Das glaube ich aber auch nicht.

Wenn das allerbeste für die Mitarbeiterin rauskommen könnte, dass sie die Beschwerde und weitere Klage einstellt und dafür eine Geldzahlung erhält, mit der sie zufrieden sein könnte.
Denn eines ist klar, positiv wäre diese "Werbung" (jahrelanges Verfahren)
für Kaisers nicht.
 

sun2007

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#53
Es geht hier nicht um ein juristisches Verurteilen auf Verdacht, sondern um ein privates Handeln aufgrund eines Verdachts.
So ist das nun auch wieder nicht. Wir haben erstens in unserem Land Gesetze zum Kündigungsschutz. Fristlos gekündigt werden darf nur unter bestimmten Umständen. Zweitens: Diebstahl wäre so ein Grund. Drittens: Diebstahl muss immer bewiesen werden.

Ich bleibe dabei, dass das Konzept der Verdachtskündigung per se m. E. verfassungswidrig ist, weil hier de facto die Beweislast umgekehrt wird, was die Grundpfeiler unseres Rechtssystems erschüttert.

Auf der anderen Seite bin ich mir nicht so sicher, ob ausgerechnet dieser Fall hier besonders geeignet ist, das Konzept zu kippen, da einige Dinge, die von Emmely vorgebracht werden, unglaubwürdig wirken und sie möglicherweise auch aufgrund von Indizien, die Beweiskraft erlangen könnten, dasselbe Schicksal hätte ereilen können.

Es bleibt aber dabei, dass das Konzept der Verdachtskündigung völlig daneben ist.
 

dellir

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#54
Hallo @Hexe45,

mir war von Anfang an bewusst, dass viele in diesm Forum auf mich herfallen würden, wenn meine Meinung von der allgemeinen Medien-Meinung abweicht. Das Thema ist auch deshalb so interessant für die Medien, weil man eben polarisieren kann. Ich bin auch wahrlich kein Strafrichter oder Arbeitgebervertreter der hier eine bestimmte Richtung der Diskussion geben will. Im Gegenteil, ich bekomme auch Hartz IV und muss täglich dadurch mit Vorurteilen kämpfen und muss sogar doppelt so viel leisten, damit ich überhaupt auf den „Status Quo“ komme. Und ja, ich bin sicherlich befangen, weil man mich mit Pfandbons betrügen wollte, das ändert aber nichts an den Tatsachen, die im 1.Urteil festgestellt wurden. Ich bin auch deshalb befangen, weil ich einfach das Geld nicht habe nach so einen Pfandbetrug (bei mir) schmunzelnd aus dem Supermarkt zu gehen und sich dabei denken „Was solls..“. Ich möchte auch was klarstellen: Im Gegenteil zu diesem Urteil empfinde ich das „Bienenstich-Urteil“ vielmehr als ein Skandal, denn obwohl beide Urteile auf die selbe Rechtssprechung beruhen, finde ich persönlich, daß sie völlig unterschiedlich sind. Im 1.Urteil geht es um bares Geld, im 2.Urteil (Bienenstich-Urteil) geht es salopp gesagt um Appetit. Bekanntermaßen ist das deutsche Arbeits-bzw. Sozialrecht eines der sozialsten und wohlwollendsten in der Welt. Glaubst du im Ernst, da setzen sich paar Richter vor der ganzen aufgeheizten Öffentlichkeit hier und auch im Ausland hin, um über 1,30€ zu entscheiden und sind sich dabei nicht 1.000% sicher?

Ich habe mir gestern die Sendung bei Kerner angeschaut, und muss sagen, die Emmely war überhaupt nicht überzeugend. Sie hat stets wiederholt-sie war es nicht-, und dass sie so lange dort arbeitet. Für mich ein Indiz dafür, dass sie auf das sichere Ufer bleiben will. Ich hätte mir z.B. gewünscht, dass sie mit irgendwelchen Geschichten aus der Vergangenheit kommt, wonach sie z.B. vor der Filiale 100€ gefunden hat und diese am nächsten Tag abgegeben hat usw. (nur als Beispiel). Sie hat nichts der gleichen wenigstens versucht. 31 Jahre Zugehörigkeit und 1,30€ Beschuldigung sind zwar sehr, sehr viel aber nicht alles. Wer nur auf Zugehörigkeit und den geringen Betrag pocht, der ist nicht glaubwürdig.

Abgesehen davon, stehen alle Hartz IV Empfänger unter Generalverdacht, warum also nicht auch eine Kassiererin die ca.1800 Brutto verdient und bis vor kurzem beinahe einen totsicheren Job hatte?

 

Fotoz

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#55
Hallo @dellir

-mir war von Anfang an bewusst, dass viele in diesm Forum auf mich herfallen würden, wenn meine Meinung-
-Abgesehen davon, stehen alle Hartz IV Empfänger unter Generalverdacht, warum also nicht auch eine Kassiererin die ca.1800 Brutto verdient und bis vor kurzem beinahe einen totsicheren Job hatte?-

deine Aussagen sind deine Meinung, aber anderer Leute wertest du als -auf mich herab fallen-. Dann betrachte bitte auch die Meinungen anderer als eine Solche.

Und zu dem zweiten Stichpunkt, vor dir haben andere das Recht erkämpft, welches du jetzt genießt. Und selbst den Erhalt auf ALG II haben andere erkämpft, was die sicherlich jetzt auch beziehst.

Auch ich habe mir heute noch mal die Sendung angesehen. Auch die Rechtsanwältin hat nur Wiederholungen bekannt gegeben und sich auf das Urteil berufen.
Solange noch ein Verfahren angestrebt wird, ist das auch richtig so. Normaler Weise wird gar kein Interview gegeben. Viele Firmen machen sich noch nicht mal die Mühe, und geben nach Verfahren einen Kommentar dazu.
Wieso auch. Und das gleiche Recht steht auch der Beschuldigten zu.
Es geht schließlich immer noch um das Thema, wie und welche Beweise anerkannt werden, um eine fristlose Kündigung auszusprechen und die vor Gericht auch zu beweisen.
Und im Arbeitsrecht ist leider eine Beweislastumkehr die gesetzliche Grundlage. Beweislastumkehr trägt hier leider den schönen Namen Verdachtskündigung. Das bedeutet, nicht mal der Wille, nur/auch die Tatsache ist ausschlaggebend, dass der Tatbestand yxz als erwiesen angesehen wird. Lies dir bitte am besten noch mal meinen oberen Beitrag durch.
Du möchtest auch nicht das dir was untergeschoben wird, oder du nur aus Verdachtsgründen mit einer Strafe rechnen musst.
Es wäre ausserdem mal interessant, wenn Mitarbeiter den Geschäftsführer mit einem nicht abgezeichneten Pfandbon durch den Kassenbereich ertappen würden.
Dann müsste nach dem Vorliegen des Tatbestandes auch er fristlos gekündigt werden.
Wird er aber nicht, da es keine Straftat ist und Unterschlagung von der Firma her geahndet werden muss/darf. Mitarbeiter können da gar nichts bewegen.
Und das ist auch ein Grund, dass die Leute das Recht bei der Mitarbeiterin sehen. Da geht es noch nicht mal um die Höhe des Schadens und Betriebszugehörigkeit.
Es ist immer noch das Thema der fairen Rechtssprechung und Beurteilung dieses Vorfalles. Und dass sehen die meißten Leute eben nicht als korrekt an.
Warum? Weil sich so gut wie alle in ähnlichen Positionen wissen, dass sie durch diese Kündigungsmöglichkeit keinerlei Beweise von ihrer Unschuld vorlegen können.
Jeder Kunde hat das Recht, bei einem Diebstahlverdacht die Polizei zu rufen.
Der Wachschutz kann bei einem Verdacht auf Diebstahl den Kunden noch nicht mal zwingen in einen seperaten Raum zu kommen. Als Kunde kann man im Kassenbereich warten und erst dort der Polizei seine Dokumente vorzeigen. Der Wachmann ist weder zur Durchsuchung noch zur Taschenkontrolle berechtigt. Das obligt der Staatsmacht.

Und da ist leider das Problem. Der Arbeitgeber hat in gewissen Fällen bis zu 14 Tage Zeit(nach dem bekannt werden), dem Angestellten ein Verdacht vorzuwerfen.

Und wie schon gesagt, der angebliche Tat musste ja schon beim Einlösen des Bons bekannt gewesen sein.

Ich glaube leider, es gibt zu viele Leute, die einfach nur Blut sehen wollen. Scheinbar ist die Zeit in Deutschland gekommen wo nicht mehr gekämpft, sonder lieber in die Arena gegangen wird, um dort zuzusehen und sich zu ergötzen, wie Leute gehängt und erschlagen werden. Dann fühlt man sich vielleicht etwas besser, wenns einem anderen noch schlechter geht.
 

physicus

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#56
Und zu dem zweiten Stichpunkt, vor dir haben andere das Recht erkämpft, welches du jetzt genießt. Und selbst den Erhalt auf ALG II haben andere erkämpft, was die sicherlich jetzt auch beziehst.
selten soviel schwachsinn gelesen....

du weist nicht wirklich was über hartzIV?
das hat niemand für uns erstritten, das wurde uns übergeholfen, von der schweinebande um schröder und hartz!

gruß physicus
 

dellir

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#58
Hallo @dellir


deine Aussagen sind deine Meinung, aber anderer Leute wertest du als -auf mich herab fallen-. Dann betrachte bitte auch die Meinungen anderer als eine Solche.
Hallo @Fotoz

...meinst du diese:


Ich finde es ziemlich traurig, wie sich grade in so einem Forum hier einige schon regelrecht als Scharfrichter aufspielen.


Der mit seiner Pfandparanoia muß sich hier sagen lassen, daß er ja wohl klar von Vorurteilen gesteuert ist, also Gift für eine objektive Beurteilung.


Man kann niemand von vornerein für schuldig erklären, nur weil man sich Pfansbons klauen läßt und darauf schließen, daß das ein Kassiererinnensport ist.


Und Leute die sich im Supermarkt Pfandbons klauen lassen, geben mir darin dann auch nich Recht.


Ich will nur aufzeigen was es heißt jemanden allein auf Verdacht verurteilen zu können.


Grad hier wo Erwerbslose mit so vielen Vorurteilen überzogen werden, bedient man sich plötzlich den gleichen Methoden????


...oder diese:


Bevor Deine Kassiererinnen-Pfandbonklau-Phobie chronisch wird:
Den Pfandbon legt man mit der Kundenkarte auf die Ablage fürs Geld.

Fertig ist die Laube.

Liebe Leute,

ich habe hier niemandem beleidigt oder zum **** gemacht. Mit meinen 30 Beiträgen bin für euch vielleicht jemand, der nicht weiß wovon er spricht, oder vielleicht Paranoia hat, nur weil ihm zufälligerweise mehrmals der Pfandbon auf die selbe Art an der Kasse verschwunden ist. Mag sein, ist mir aber auch egal, denn ich passe für mich auf. Für mein Geld. Was meine Vorurteile angeht: Ich habe nie gesagt, daß alle Kassierinen so eine Pfand-Nummer abziehen. Ich habe auch nie gesagt, die Emmely muß es sein, weil sie Kassierin ist. Ich habe nur gesagt, die Beweislage gegen Emmely ist erdrückend, laut 1.Urteil.


Und zu dem zweiten Stichpunkt, vor dir haben andere das Recht erkämpft, welches du jetzt genießt. Und selbst den Erhalt auf ALG II haben andere erkämpft, was die sicherlich jetzt auch beziehst.

Welches Recht meinst du? Daß man in einer WG nachweisen muß, daß man kein Sex mit den anderen Bewohner hat, damit man nicht zu BG wird? Oder das Akademiker Hilfstätigkeiten ausüben müssen? Oder Kindergeld mit dem Regelsatz verrechnet wird? Oder in Berlin zusätzliche Richter eingestellt werden, wegen der vielen Hartz IV Klagen? Und zum "Erkämpfer" dieser Reform: Der ist doch längst wegen Korruption und Vereitelung von Prostitution verurteilt und gekündigt worden...:cool:


Ich will hier niemand verteidigen oder verurteilen, ich will nur eine sachliche Diskussion-ohne Polemik.
 

destina

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#59
AW: H.Prantl bringt es a.d.Punkt,Justiz und kleine Leute

Vielleicht noch etwas zur Richterin, denn sie hat ja letztendlich "Recht" gesprochen in diesem Fall.
Das Recht ist nur so gut, wie sein Staat...unser Staat ist schwach.

Verhandlungsführend war die Richterin Daniele Reber – sie hält neben ihrer richterlichen Tätigkeit auch Referate für Führungskräfte, die von der „Forum - Institut für Management GmbH“ abgehalten werden. Wie hoch ihr Honorar bei solchen Veranstaltungen ist, die pro Teilnehmer auch schon mal über 1.300 Euro kosten, bleibt verständlicherweise im Dunkeln. Ob dies, und der Umstand, dass die „Forum - Institut für Management GmbH“ auch Seminare unter dem Titel „So beenden Sie effektiv Arbeitsverhältnisse“ abhält, in denen auch Tipps gegeben werden, „wie man ´Unkündbare´ kündigt“, ihre richterliche Unvoreingenommenheit beeinträchtigt, muss ein jeder wohl für sich selbst beantworten. Das Arbeitsgesetz in Deutschland ist ein Arbeitgebergesetz. Von Arbeitgebern wie der Tengelmann-Gruppe wird es eingesetzt, um die Mitarbeiter zu Duckmäusern, Mitläufern und Denunzianten zu erziehen. Die Politik hat mit „Hartz-IV“ auch gleich die passende Begleitmusik aufgelegt. Wer kritisch ist und gegen den Strom schwimmt, muss sich warm anziehen, den von Hartz-IV lassen sich in Berlin nicht einmal die Heizkosten bezahlen.
Der Spiegelfechter
 

Kaleika

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#60
AW: H.Prantl bringt es a.d.Punkt,Justiz und kleine Leute

Anmerkung WL: Man muss sich nur einmal diese schreiende Ungerechtigkeit vor Augen halten:
Da wird eine Niedriglöhnerin ihrer beruflichen Existenz beraubt, weil sie einen Pfandbonus von 1,30 Euro (in Worten: ein Euro und 30 Cent) unterschlagen haben soll, und andere, die in krimineller Weise Milliarden veruntreut haben, bekommen dafür noch Millionen an Boni hinterhergeworfen. (...)
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#61
@ dellir
Als über dich herfallen sehe ich es nicht , du hast eben deinen Standpunkt, ich meinen.

Ok die Pfandparanoia war etwas überzogen.

Aber so findet Diskusion statt, eben was du doch auch wolltest.

@ avalon mir ist schon klar daß ich ivil und Strafrecht vermischt habe.

Schrieb ja selber das ich es etwas herbeigezogen habe.

Mir gehts hier um Gerechtigkeit, ob Straf oder Zivilrecht, es kann nicht angehen, daß jemand seine Existenz auf Verdacht verliert.

Nicht mehr und nicht weniger.

Und wenn die Richterin wirklich Seminare für Führungskräfte hält, bekommt der ganze Fall in der Tat noch mal ein völlig anderes Licht.

LG
Hexe
 

penelope

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#62
Hallo ihr lieben

ohne diesen Tread zu lesen:

Sorry aber für mich klingt es nach Mobbing, 1,30 € kostet also das Leben hm, wer frei von Schuld ist, werfe hier mit den ersten Stein!
 

avalon

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#63
Emmily ist jetzt Thema in der Phoenixrunde (Wdh von 22:15). Kleiner Tip für kurzentschlossene Nachteulen!
 

isabel

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#64
Phoenixrunde habe ich schon verpasst.

Destina hat ein sehr wichtiges Zitat hier gestellt, was die Richterin betrifft.
In der Beschreibung von ihren (der Richterin) Tätigkeiten ist zu lesen:

...Seminare unter dem Titel „So beenden Sie effektiv Arbeitsverhältnisse“ abhält, in denen auch Tipps gegeben werden, „wie man ´Unkündbare´ kündigt“, ...
Könnte man den Richterspruch wegen "Befangenheit" der Richterin nicht in Frage stellen? War bei den Referaten der Richterin ein Stellvertreter von Kaisers gewesen?
Das sollte dann reichen, um die Verhandlung weiter zu leiten.

Sonst, empfinde ich das Urteil als ein Skandal.

MfG
Isabell
 

avalon

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#66
Habe gestern in der Phoenix-Runde erst mitbekommen, dass es garkeine Verdachtskündigung war! Das Gericht sah den Vorwurf als bewiesen an und hat
das ganze als Tatsachenkündigung gewertet.
 
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#67
Habe gestern in der Phoenix-Runde erst mitbekommen, dass es garkeine Verdachtskündigung war! Das Gericht sah den Vorwurf als bewiesen an und hat
das ganze als Tatsachenkündigung gewertet.
Nuja, wenn sich da die Tengelmann-Gruppe an die Tipps der Richterin aus ihrem Kurs gehalten haben sollte, mußte das Urteil konsequenterweise so ausfallen.:icon_twisted:
Sonst hätten die Kursteilnehmer vielleicht ihre Gebühren zurückverlangt :eek:
 

dellir

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#68
Hallo,

ist jemand aufgefallen, daß in der Phoenix-Runde gestern von 15 offiziellen Anzeigen pro Jahr wegen "Pfandbetrug" nur in Berlin die Rede war? Bin ich jetzt für manche immer noch ein Spinner oder gar Paranoid, weil mir das auch passiert ist?:confused:
 
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#69
Nein, dellir!
Ich glaube nicht, daß Du ein "Spinner" bist, das ist mir auch schon passiert.
Allerdings bevor es diese Automaten gab, und immer nur bei der Firma ****.
Dort haben die Kassiererinnen sich gerne zu meinen Ungunsten verzählt.

Reklamationen meinerseits wurden aber auch ohne Zeugen und ohne Überprüfung anerkannt ! ! !

Es wird auch niemand bestreiten, daß es unehrliche Kassiererinnen gibt, genau wie in jedem anderen Berufsstand.

Hier geht es aber um eine einzelne Person und einen Einzelfall.
Wer immer noch glaubt, daß hier "Recht im Namen des Volkes" gesprochen wurde, ist ein armer ****!

He, die unteren Sterne hab ich nicht hingeschruben.......das war nun wahrlich kein Schimpfwort!!!
 

sun2007

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#70
Habe gestern in der Phoenix-Runde erst mitbekommen, dass es garkeine Verdachtskündigung war! Das Gericht sah den Vorwurf als bewiesen an und hat
das ganze als Tatsachenkündigung gewertet.
Das macht schon mehr Sinn. Dann wundert es mich aber, dass in der Presse die ganze Zeit noch von Verdachtskündigung die Rede war (sogar die Kaisers-Tante hat das bei Kerner immer wieder so gesagt) - denn sowas dürfte es m. E. sowieso nicht geben. Wie gesagt, hielt ich diesen Fall für ungeeignet, dieses Konzept zu kippen, da ich auch den Eindruck hatte, die Indizien wiegen so schwer, dass sie bereits Beweiskraft erlangen.
 

avalon

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#71
Ich frag mich auch, wie die Nichtzulassungsbeschwerde aussehen soll, die da angekündigt wurde. Es gibt keine Frage grundsätzlicher Bedeutung, die zu klären wäre.
Bliebe eine Anhörungsrüge, aber mit welcher Begründung? Die Würdigung der Beweisemittel kann nicht gerügt werden, sonst könnte jeder Revision beim BAG einlegen.
 

sun2007

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#72
Ich frag mich auch, wie die Nichtzulassungsbeschwerde aussehen soll, die da angekündigt wurde. Es gibt keine Frage grundsätzlicher Bedeutung, die zu klären wäre.
Bliebe eine Anhörungsrüge, aber mit welcher Begründung? Die Würdigung der Beweisemittel kann nicht gerügt werden, sonst könnte jeder Revision beim BAG einlegen.
Oder die Phoenix-Runde irrt - ich weiß es jetzt auch nicht. Denn sowohl der Anwalt von Emmely als auch die Kaisers-Tante haben die ganze Zeit immer nur von Verdachtskündigung gesprochen.
 

avalon

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#73
Es gibt inzwischen eine Pressemitteilung des Gerichts:

Pressemitteilung 07/09 - Berlin.de

Daraus:

"Im zu entscheidenden Rechtsstreit sei das Berufungsgericht unter Würdigung aller Umstände dabei unabhängig von der Rechtfertigung der Kündigung bereits als Verdachtskündigung sogar davon ausgegangen, dass hier nicht nur ein „Verdacht“ gegeben sei, sondern dass die Tatbegehung durch der Klägerin zur Überzeugung des Gerichts feststehe."
 

destina

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#74
Oder die Phoenix-Runde irrt - ich weiß es jetzt auch nicht. Denn sowohl der Anwalt von Emmely als auch die Kaisers-Tante haben die ganze Zeit immer nur von Verdachtskündigung gesprochen.
Ich habe einmal das alte Urteil in 1. Instanz herausgesucht:

Gericht:ArbG Berlin 2. KammerEntscheidungsdatum:21.08.2008Aktenzeichen:2 Ca 3632/08Dokumenttyp:UrteilQuelle:
Norm:§ 626 Abs 1 BGB
Kündigung wegen Manipulationsverdachts


Leitsatz



Nach der ständigen Rechtsprechung des BAG kann nicht nur eine erwiesene Vertragsverletzung, sondern auch schon der schwerwiegende Verdacht einer strafbaren Handlung oder einer sonstigen Verfehlung einen wichtigen Grund zur außerordentlichen Kündigung darstellen.

Auch der dringende Verdacht einer Straftat bezogen auf geringwertige Vermögensnachteile zu Lasten des Arbeitgebers stellt nach ständiger Rechtsprechung des BAG an sich einen wichtigen Grund zur außerordentlichen Kündigung dar (Prüfung auf der ersten Stufe des § 626 Abs. 1 BGB). (Rn.28)
http://www.gerichtsentscheidungen.berlin-brandenburg.de/jportal/portal/bs/10/page/sammlung.psml?doc.hl=1&doc.id=KARE600023497%3Ajuris-r02&showdoccase=1&documentnumber=3&numberofresults=37&doc.part=L&doc.price=0.0¶mfromHL=true#rd_28



http://www.gerichtsentscheidungen.b...=37&doc.part=L&doc.price=0.0&paramfromHL=true

das neue Urteil findet man dann unter der Nummer:

Landesarbeitsgericht bestätigt Kündigung einer Kassiererin wegen Verwendung von Leergutbons in Höhe von 1,30 € (Fall "Emmely")
(Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg; Urteil vom 24.02.2009
[Aktenzeichen: 7 Sa 2017/08])


Das ist aber noch nicht veröffentlicht.
 

dr.byrd

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#75
Es gibt inzwischen eine Pressemitteilung des Gerichts:

Pressemitteilung 07/09 - Berlin.de

Daraus:

"Im zu entscheidenden Rechtsstreit sei das Berufungsgericht unter Würdigung aller Umstände dabei unabhängig von der Rechtfertigung der Kündigung bereits als Verdachtskündigung sogar davon ausgegangen, dass hier nicht nur ein „Verdacht“ gegeben sei, sondern dass die Tatbegehung durch der Klägerin zur Überzeugung des Gerichts feststehe."
Die PM des Landesarbeitsgerichts gibt allerdings keine Auskunft darüber, aufgrund welcher Tatsachen oder Beweise oder Zeugen das Gericht zu dieser Überzeugung gekommen ist.
Aus meiner Sicht ganz billige Meinungsmache.

Nach dem Pfandbons-Urteil

So will die gekündigte Kassiererin weiter kämpfen

Die Berlinerin Barbara E. (50) ist Deutschlands bekannteste Kassiererin. Ihr wurde wegen 1,30 Euro fristlos gekündigt. Das Urteil dazu empfinden viele Menschen als ungerecht. Sogar Politiker sind entsetzt über die Justiz. Barbara E. sagt Morgenpost Online, wie sie weiter für ihr Recht auf Arbeit kämpft.
Weiterlesen auf: Morgenpost

Fall Emmely: Kaiser’s macht Angebot

Die Supermarktkette Kaiser’s bietet der fristlos entlassenen Kassiererin Barbara E. eine fristgerechte Kündigung an. Dann würde sie noch bis September Geld erhalten. Ihr Anwalt setzt jedoch auf juristischen Kampf.
Weiterlesen auf: Tagesspiegel

Das Thema muss in Öffentlichkeit bleiben. Der Schaden für Kaiser´s sollte richtig umfangreich werden.
 

avalon

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#77
Ja, es gibt eigentlich keine begründeteen Zweifel, sehe ich auch so!
Letztlich eiert "Emmily" völlig planlos durch die Gegend und hat keine klare Argumentation.
Irgendwie bestreitet sie die Geschichte mit den Bons nie richtig, sodern bastelt obskure Alternativszenarien zusammen, andererseits spricht sie von einer "skandalösen Rechtsprechung des BAG".

Es wird an keiner Stelle wirklich klar, wie sie ihre Klage begründet. Bestreitet sie den Tatvorwurf oder bestreitet sie, dass dieser Vorfall ein Kündigungsgrund ist?

Ne, das konnte nix werden. Das Urteil sieht sauber begründet aus, die Beweiserhebung war gründlich und es gab keine Alternative für das Gericht.

Dass man sich ein paar Etagen höher straffrei erheblich mehr leisten kann, ist leider wahr. Aber was kann das Gericht dafür, dass keine Bank ihre Manager fristlos feuert?
 

dellir

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#78
Ne, das konnte nix werden. Das Urteil sieht sauber begründet aus, die Beweiserhebung war gründlich und es gab keine Alternative für das Gericht.
Und es gibt nähmlich noch ein entscheidenden Punkt,den sich niemand traut auszudiskutueren und zwar: Die Logik !

Mal angenommen Kaisers hat alles manipuliert und hat Emmely eine Falle gestellt. Dann stellen sich für mich persönlich folgende Fragen:

1. Wie bringt man Angestellte zur Falschaussage ?
2. Wenn mit Geld, wieviel?
3. Wenn diese Angestellten gekauft, welche Garantien,daß sie nicht irgendwann "singen"?
4. Wenn diese Angestellten dennoch schweigsam, welche Garantien, daß sie dann nicht Kaisers erpressen?
5. Wenn die Bons echt waren, warum dann die Tochter ins Spiel?
6. Wenn die Bons abgezeichnet waren, warum 2 und nicht 1?
7. Wenn Kaisers "2-gleisig" fährt (Angestellte manipulieren+fristgerechte Kündigung anbietet), wie teuer muß Emmely sein?

Erst mal soviel, vielleicht fällt mir noch was ein:cool:
 

dr.byrd

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#79
Pressemitteilung

Solidarität mit Emmely! Wolfgang Thierse hat recht!

Wolfgang Thierse wird vom Berliner Anwaltsverein zum Rücktritt aufgefordert, da er die
Unabhängigkeit der Justiz infragegestellt habe.

Jörg Nowak vom Komitee „Solidarität mit Emmely“ erklärt: „Die Richterin Daniele Reber ist
unabhängig und nicht weisungsgebunden. Sie darf nebenberuflichen Tätigkeiten für das Forum –
Institut für Management nachgehen, die darin bestehen, Arbeitgeber zum Thema Kündigungen zu
beraten. Zuletzt referierte sie am 17./18. Oktober 2008 dort unter anderem zur Verdachtskündigung.
Das FORUM gehört nach eigener Angabe zum Springer Science Business + Media Konzern und
befasst sich mit der Weiterbildung von Führungskräften.
http://www.bwb-law.de/fileadmin/pdf-dokumente/Forum-Arbeitsrecht.pdf
Am 01.04.2009 organisiert das FORUM - Institut für Management GmbH ein Seminar in Frankfurt.
Titel: Die besten Kündigungsstrategien - So beenden Sie effektiv Arbeitsverhältnisse. Dies ist zu
finden unter: http://www.foruminstitut.
de/de/veranstaltungen/recht/veranstaltung/details/0904442-die-bestenkuendigungsstrategien/“

Gregor Zattler vom Solikomitee fügt hinzu: „Die Unabhängigkeit der Gerichte steht nicht durch die
Äußerungen von Wolfgang Thierse in Frage. Die Unabhängigkeit der Justiz besteht darin, dass
sie nicht weisungsgebunden ist. Das bedeutet aber keineswegs, dass ihre Entscheidungen
und Verfahren nicht kritisiert werden dürfen. Die konkrete Kritik wird geäußert wegen der
herrschenden Rechtspraxis der Verdachtskündigung, die nicht auf Gesetzen, sondern auf
Richterrecht beruht. Barbara E. erklärt nach wie vor, den ihr vorgeworfenen Diebstahl nicht
begangen zu haben.
Laut der Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin vom Dienstag reichen objektive Tatsachen
aus, die eine Wahrscheinlichkeit nahe legen. Dass aber auch andere Hergänge wahrscheinlich sind,
wird in der ständigen Rechtsprechung kontinuierlich zugunsten der Arbeitgeber ignoriert. Dies legt
unter anderem der aktuelle Fall der Betriebsrätin Ute Elze bei Kaufland aus Lüneburg nahe, die
beschuldigt wurde, die Kreditkarte ihrer Chefin entwendet zu haben. Es gab drei Zeuginnen, die den
Diebstahl gesehen haben wollen. Der Richter entschied, dass die Zeuginnen unglaubwürdig sind, Ute
Elze wurde wieder eingestellt. Auch hier ging es um eine Verdachtskündigung.“
Jörg Nowak führt dazu aus: „Wir sprechen uns ausdrücklich für eine unabhängige Justiz aus, aber
gegen die herrschende Rechtspraxis der Verdachtskündigung, in der Indizien ausreichen. Hier ist die
Politik gefordert, regulierend einzugreifen. Wir fordern ein Gesetz, das Verdachtskündigungen
verbietet.“
Bärbel Schönafinger ergänzt: “Das Gericht hat auch in seinem zweitinstanzlichen Urteil die geltende
Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes nicht in Frage gestellt. Dazu hätte sie die gängige
Interessensabwägung bei Verdachtskündigungen revidieren müssen. Eine Interessensabwägung, die
nicht nur die Interessen des Arbeitgebers abwägt, wäre ein großer Schritt für die festgefahrene Praxis
in der Arbeitsrechtsprechung gewesen. Das Gericht hätte dann, ohne genauer untersuchen zu
müssen, ob der vom Arbeitgeber vorgebrachte Verdacht begründet sei oder nicht, zu dem Schluss
kommen können, dass 31 Dienstjahre ohne Abmahnung und das Interesse von Frau E. ihren Job zu
behalten, höher zu bewerten sind als der Verdacht, Frau E. hätte sich zu Unrecht einen Vorteil von
1,30 Euro verschafft.
Diesen Weg hat das Gericht auch in der 2. Instanz nicht beschritten. Es hat erneut die
herrschende Rechtsprechung des BAG unangetastet gelassen. Die Richterin ist jedoch in ihrer
Urteilsbegründung noch weiter gegangen und hat ohne Not und ohne ein Recht darauf zu haben,
nicht nur den Verdacht, sondern die Tat selber als von Frau E. begangen erklärt. Ungehöriger Weise
unterstellt sie der Verkäuferin dann noch, sie hätte eine andere Kollegin unrechtmäßig beschuldigt
und verschiedene Visionen des Tathergangs berichtet. Das ist infam, weiß doch die Richterin, daß
der oder die Beschuldigte in einem Verdachtsfall sich rechtfertigen und dem Gericht verschiedene
Angebote machen muß, wie der Fall anders gewesen hätte sein können! Umgekehrt hat die Richterin
keine entlastenden Überlegungen für Frau E. angesprochen, etwa den Umstand, daß es absurd sei,
anzunehmen, die Frau E. hätte ausgerechnet im Beisein ihrer Chefin und einer ihr nicht
wohlgesonnenen Kassiererin die Pfandbons unrechmäßig einlösen wollen. Die Parteilichkeit der
Richterin, Frau Reber, ist ein Skandal!“

Mit der Bitte um Veröffentlichung,
für das Komitee ,,Solidarität mit Emmely“: Einzelhandel: Kaiser's
Jörg Nowak, Gregor Zattler
 
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#84
Thierse nennt Pfandbon-Urteil "asozial"

(393) 26. Februar 2009, 13:26 Uhr
Das Urteil, nach dem eine Kündigung wegen Unterschlagung von 1,30 Euro in Pfandbons rechtens ist, schlägt weiter hohe Wellen. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) nannte die Entscheidung des Gerichts „asozial" und „barbarisch". Das bringt ihm jetzt einigen Ärger ein. Doch er ist nicht der einzige Kritiker.


Gefeuert wegen 1,30 Euro: Thierse nennt Pfandbon-Urteil "asozial" - Nachrichten Politik - WELT ONLINE



 

Guevara

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#85
Pressemitteilung

Solidarität mit Emmely! Wolfgang Thierse hat recht!

Wolfgang Thierse wird vom Berliner Anwaltsverein zum Rücktritt aufgefordert, da er die
Unabhängigkeit der Justiz infragegestellt habe.

Jörg Nowak vom Komitee „Solidarität mit Emmely“ erklärt: „Die Richterin Daniele Reber ist
unabhängig und nicht weisungsgebunden. Sie darf nebenberuflichen Tätigkeiten für das Forum –
Institut für Management nachgehen, die darin bestehen, Arbeitgeber zum Thema Kündigungen zu
beraten. Zuletzt referierte sie am 17./18. Oktober 2008 dort unter anderem zur Verdachtskündigung.
Das FORUM gehört nach eigener Angabe zum Springer Science Business + Media Konzern und
befasst sich mit der Weiterbildung von Führungskräften.
http://www.bwb-law.de/fileadmin/pdf-...beitsrecht.pdf
Am 01.04.2009 organisiert das FORUM - Institut für Management GmbH ein Seminar in Frankfurt.
Titel: Die besten Kündigungsstrategien - So beenden Sie effektiv Arbeitsverhältnisse. Dies ist zu
finden unter: http://www.foruminstitut.
de/de/veranstaltungen/recht/veranstaltung/details/0904442-die-bestenkuendigungsstrategien/“

Gregor Zattler vom Solikomitee fügt hinzu: „Die Unabhängigkeit der Gerichte steht nicht durch die
Äußerungen von Wolfgang Thierse in Frage. Die Unabhängigkeit der Justiz besteht darin, dass
sie nicht weisungsgebunden ist. Das bedeutet aber keineswegs, dass ihre Entscheidungen
und Verfahren nicht kritisiert werden dürfen. Die konkrete Kritik wird geäußert wegen der
herrschenden Rechtspraxis der Verdachtskündigung, die nicht auf Gesetzen, sondern auf
Richterrecht beruht. Barbara E. erklärt nach wie vor, den ihr vorgeworfenen Diebstahl nicht
begangen zu haben.
Laut der Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin vom Dienstag reichen objektive Tatsachen
aus, die eine Wahrscheinlichkeit nahe legen. Dass aber auch andere Hergänge wahrscheinlich sind,
wird in der ständigen Rechtsprechung kontinuierlich zugunsten der Arbeitgeber ignoriert. Dies legt
unter anderem der aktuelle Fall der Betriebsrätin Ute Elze bei Kaufland aus Lüneburg nahe, die
beschuldigt wurde, die Kreditkarte ihrer Chefin entwendet zu haben. Es gab drei Zeuginnen, die den
Diebstahl gesehen haben wollen. Der Richter entschied, dass die Zeuginnen unglaubwürdig sind, Ute
Elze wurde wieder eingestellt. Auch hier ging es um eine Verdachtskündigung.“
Jörg Nowak führt dazu aus: „Wir sprechen uns ausdrücklich für eine unabhängige Justiz aus, aber
gegen die herrschende Rechtspraxis der Verdachtskündigung, in der Indizien ausreichen. Hier ist die
Politik gefordert, regulierend einzugreifen. Wir fordern ein Gesetz, das Verdachtskündigungen
verbietet.“
Bärbel Schönafinger ergänzt: “Das Gericht hat auch in seinem zweitinstanzlichen Urteil die geltende
Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes nicht in Frage gestellt. Dazu hätte sie die gängige
Interessensabwägung bei Verdachtskündigungen revidieren müssen. Eine Interessensabwägung, die
nicht nur die Interessen des Arbeitgebers abwägt, wäre ein großer Schritt für die festgefahrene Praxis
in der Arbeitsrechtsprechung gewesen. Das Gericht hätte dann, ohne genauer untersuchen zu
müssen, ob der vom Arbeitgeber vorgebrachte Verdacht begründet sei oder nicht, zu dem Schluss
kommen können, dass 31 Dienstjahre ohne Abmahnung und das Interesse von Frau E. ihren Job zu
behalten, höher zu bewerten sind als der Verdacht, Frau E. hätte sich zu Unrecht einen Vorteil von
1,30 Euro verschafft.
Diesen Weg hat das Gericht auch in der 2. Instanz nicht beschritten. Es hat erneut die
herrschende Rechtsprechung des BAG unangetastet gelassen. Die Richterin ist jedoch in ihrer
Urteilsbegründung noch weiter gegangen und hat ohne Not und ohne ein Recht darauf zu haben,
nicht nur den Verdacht, sondern die Tat selber als von Frau E. begangen erklärt. Ungehöriger Weise
unterstellt sie der Verkäuferin dann noch, sie hätte eine andere Kollegin unrechtmäßig beschuldigt
und verschiedene Visionen des Tathergangs berichtet. Das ist infam, weiß doch die Richterin, daß
der oder die Beschuldigte in einem Verdachtsfall sich rechtfertigen und dem Gericht verschiedene
Angebote machen muß, wie der Fall anders gewesen hätte sein können! Umgekehrt hat die Richterin
keine entlastenden Überlegungen für Frau E. angesprochen, etwa den Umstand, daß es absurd sei,
anzunehmen, die Frau E. hätte ausgerechnet im Beisein ihrer Chefin und einer ihr nicht
wohlgesonnenen Kassiererin die Pfandbons unrechmäßig einlösen wollen. Die Parteilichkeit der
Richterin, Frau Reber, ist ein Skandal!“

Mit der Bitte um Veröffentlichung,
für das Komitee ,,Solidarität mit Emmely“: Einzelhandel: Kaiser's
Jörg Nowak, Gregor Zattler


Die Berliner Anwaltsverein redet von Unabhängigkeit der Justiz
Die Deutsche Justiz ist schon lange nicht mehr Unabhänig !!

Eher Skupelos,Bestächlich,Käuflich Verein!!

Viele Urteile der letzten Zeit zeigen absolut nichts von Unabhängigkeit,Gerechtigkeit und Gleichheit !!!

Vor allem was das Rechtsprechung betrifftist ist die Deutsche Justiz vom Geld geleitet !!

Und diese Riichterin sehe ich als befangen an,imner hin gibt sie ja auch Seminare gerade für diese Firmen was Unternehmenskultur betrifft.

Zumindest diese Kultur,der Arbeiter und Angestellte hat zu Spurten:Wenn man ihn los werden will,sorgt man halt mit Nachdruck dafür und Unterstellt ihnen was.

Und wenn dann noch eine Richterin Firmennah ist ,können dann schon Urteile zum vorteil der Firma fallen !!

Man ist ja Unabhängig !!

Warscheinlich hat die Dame angst das sie keine Seminar-Kunden mehr bekommt die sie Schulen kann was den Umgang mit langjährigen Mitarbeitern betrifft !!

Und gerade die Östlichen Gerichte haben immer noch ein grosses Problem mir Demokratie und Gerichtigkeit !! Und da muss gerade der Berliner Anwaltsverein jammern was die Unabhängigkeit betifft !!

Der Herr Thierse hat schon völig Recht damit !!



Guevara

 

Woodruff

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#86
Fall Emmely: Richterin in der Kritik

Parteilichkeit wegen Auftritt bei Manager-Seminar? Das Gericht weist Zweifel an der Unabhängigkeit zurück.


[...]

Hintergrund der Diskussion ist, dass die Richterin als Referentin für das „Forum – Institut für Management“, eine Weiterbildungseinrichtung für Führungskräfte der Wirtschaft, aufgetreten ist. Im Oktober hatte sie auf dem „Deutschen Fachanwaltstag Arbeitsrecht“ des Instituts unter anderem über das Kündigungsrecht und dabei auch das Instrument der Verdachtskündigung gesprochen.
Vollständiger Artikel: Fall Emmely: Richterin in der Kritik
 

dr.byrd

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#87
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#90
Kleine Sünden ...

... bestrafen Richter sofort.
Der Fall der Kassiererin Barbara E., die wegen der Unterschlagung von 1,30 Euro gekündigt wurde, legt die Widersprüche im Arbeitsrecht offen.

So viel öffentliche Beachtung ist man im Landesarbeitsgericht Berlin nicht gewohnt.

"Man kann nicht allein auf den Schaden abstellen, es geht um die Schuld, um die persönliche Vorwerfbarkeit", meint Arbeitsrechtler Thüsing. "Wer als Mitarbeiter eines Atomkraftwerks einen leichten Fehler macht, kann nicht ohne Weiteres gekündigt werden." Anders derjenige, der in den Verdacht gerät, vorsätzlich Bons im Wert von 1,30 Euro unterschlagen zu haben - er bewegt sich im Bereich einer vorsätzlichen Straftat, und darin liegt ein schwerer Vorwurf.

Trotzdem bleibt es vom Betrag her eine Bagatelle, und dafür gibt es in anderen Rechtsgebieten das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Im Strafrecht etwa: Dort ist ein Diebstahl auch nicht gleich ein Diebstahl. Wer nur "geringwertige Sachen" im Wert von bis zu 25 Euro klaut, muss mit der strafenden Hand des Staates oft nur dann rechnen, wenn der Verletzte einen Antrag auf Strafverfolgung stellt. Ansonsten fällt das Mäntelchen des Schweigens über die Sache.

Und warum gilt das nicht im Arbeitsrecht? "Es ist etwas anderes, ob man einen öffentlichen Strafanspruch geltend macht oder ob es um das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber geht", sagt Gregor Thüsing. Aber ist es deutschen Arbeitsrichtern wirklich unmöglich, das Kündigungsrecht am Prinzip der Verhältnismäßigkeit festzubinden?
Also doch eine Zweiklassenjustiz? Darüber darf bald ein noch höheres Gericht befinden. Barbara E. hat eine Verfassungsbeschwerde angekündigt.

FTD: Kleine Sünden ..., 03.03.2009 - Nachrichten / News von finanztreff.de
 

sun2007

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#91
Ja, es gibt eigentlich keine begründeteen Zweifel, sehe ich auch so!
Letztlich eiert "Emmily" völlig planlos durch die Gegend und hat keine klare Argumentation.
Irgendwie bestreitet sie die Geschichte mit den Bons nie richtig, sodern bastelt obskure Alternativszenarien zusammen, andererseits spricht sie von einer "skandalösen Rechtsprechung des BAG".

Es wird an keiner Stelle wirklich klar, wie sie ihre Klage begründet. Bestreitet sie den Tatvorwurf oder bestreitet sie, dass dieser Vorfall ein Kündigungsgrund ist?

Ne, das konnte nix werden. Das Urteil sieht sauber begründet aus, die Beweiserhebung war gründlich und es gab keine Alternative für das Gericht.

Dass man sich ein paar Etagen höher straffrei erheblich mehr leisten kann, ist leider wahr. Aber was kann das Gericht dafür, dass keine Bank ihre Manager fristlos feuert?
Der Vollständigkeit halber will ich hier noch einmal darauf hinweisen, dass ich gegen das Konzept der Verdachtskündigung bin. Ich halte den vorliegenden Fall jedoch für ungeeignet, gegen dieses Konzept vorzugehen.

Denn hier gilt das Fehlverhalten von Emmely aufgrund der Indizienbeweise für erwiesen und das ist nicht das erste und einzige mal, dass Indizienbeweise ausreichen, um eine Sachlage zu klären. Somit sind wir also weg von der Verdachtskündigung.

Und ich habe auch ein Problem damit, wenn Aufrufe zur Solidarität derart strapaziert werden, dass ich mich gleich vor jeden Karren spannen lassen soll, auch wenn er noch so unglaubwürdig ist.

Vielen Dank für die Links zu den Urteilen. Wir können hier ja nur über das letzte Urteil diskutieren.

Während ich es auf der einen Seite völlig überzogen finden würde, wenn Kaisers wegen zwei Bons von insgesamt 1,30 € Strafanzeige stellen würde (was vielleicht auch wegen Geringfügigkeit abgewiesen werden würde), liegt die Sache hier ja genau umgekehrt.

Emmely ist ja diejenige, die geklagt hat. Und es ist schon ein ziemlich unglaubwürdiger Zufall, wenn sie drei Tage später zwei Bons mit zwei identisch krummen Beträgen abliefert, wie die, die vorher abgegeben worden sind. Es stimmt schon, eine ihrer Kolleginnen muss sich falsch verhalten haben, denn entweder hat die Kollegin die Bons abgezeichnet, was sie nicht hätte dürfen oder die Kollegin hat das Geld gegen unabgezeichnete Bons rausgegeben, was sie auch nicht hätte dürfen. Es kann auch sein, dass diese Kollegin Emmely wirklich eine Falle stellen wollte und hier ihre Gelegenheit gekommen sah. Das ändert aber nichts daran, dass die Aussage von Emmely einfach sehr unglaubwürdig ist und sie sich vermutlich falsch verhalten hat. Die Kollegin wird ihr nicht die Bons vor die Nase gehalten haben und gesagt haben: "Lös' die doch mal ein." Es macht, wenn es eine Falle war, mehr Sinn, dass die Kollegin geblickt hat, dass Emmely hier versucht, was Unrechtes zu tun und hat die Situation laufen lassen und Emmely später ans Messer geliefert.

Ob Emmely deswegen hätte gekündigt werden müssen, ist so eine Sache. Ich weiß es nicht. Sie hat meiner Meinung nach niemandem wirklich weh getan, denn wenn ich als Kunde Pfandbons vergessen und sie drei Tage lang nicht abholen würde, wäre es mir auch egal, wer sie bekommt. Sie hat Kaisers jedenfalls nicht bestohlen, denn die Bons gehörten ja einer Kundin/einem Kunden, die/der sie wohl bis heute nicht vermisst, sonst hätten wir diese Story auch längst in den Medien.

Wenn aber die Arbeitsverträge so gestaltet sind, dass das strikt verboten ist und einer Unterschlagung gleichgesetzt wird, dann kann ich das auch verstehen. Denn wenn Kaisers erlauben würde, dass jeder Kassierer verlorene Bons behält, dann werden bestimmte Anreize gesetzt und dann "finden" die Kassierer plötzlich Bons, die der Kunde noch nicht verloren hat. Solche Regeln sind natürlich dafür da, um bestimmte Anreize zu setzen oder nicht zu setzen.

Und wenn Emmely dann dagegen verstößt, kann es nach der derzeitigen Rechtsprechung wohl so geahndet werden, als hätte sie gestohlen - damit wäre der Vertrauensbruch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorhanden und die Kündigung gerechtfertigt. (Vielleicht hätte Kaisers sie auch aus Freundlichkeit dafür abmahnen können aber Tatsache ist, dass dieses Verhalten auch für eine direkte fristlose Kündigung ausreicht.) Und für die fristlose Kündigung gibt es nun mal andere Regeln als im Strafrecht, wo sowas ggf. wg. Geringfügigkeit abgewiesen werden könnte. Das sind völlig unterschiedliche Rechtsbereiche und es geht um völlig unterschiedliche Dinge. Vertrauensbruch wg. Unterschlagung oder Diebstahl reicht für fristlose Kündigung.

Wenn das Arbeitsgericht diese Entscheidung des Arbeitgebers, also die fristlose Kündigung wegen Unterschlagung oder Diebstahl aufrecht erhält, mag dies auf den ersten Blick überzogen erscheinen, macht aber Sinn, wenn man sich überlegt, welche Anreize es setzt, wenn ein Gericht so etwas durchgehen lässt. Ein Gericht kann m. E. auch nicht sagen: "Macht doch nichts, dass die Frau nur 1,30 € gestohlen hat, Sie als Arbeitgeber dürfen ihr trotzdem nicht kündigen und müssen sie weiter beschäftigen." - was würde das denn für Anreize setzen? Dann müsste sich in der Zukunft jeder Arbeitgeber gefallen lassen, dass er von allen seinen Arbeitnehmern bestohlen wird, weil das Gericht in dieser Sache hier so geurteilt hat. Wenn wir dann die vorgeschlagene Grenze von bis zu 25 € einsetzen (siehe Muci, #90, Zitat), müsste sich also der Arbeitgeber gefallen lassen, dass jeder Arbeitnehmer Dinge im Wert von 25 € stiehlt (und wie oft? Einmal im Leben, einmal im Jahr, einmal im Monat?), bevor er den Arbeitnehmer entlassen darf - so kann ein Gericht doch gar nicht urteilen.

Das ändert nichts daran, dass ich es völlig daneben finde, dass veruntreuende Manager in höheren Etagen mit weit mehr durchkommen. Nur: Das Unrecht auf der hohen Ebene (hoch weil es um mehr Geld geht) kann nicht der Anlass sein, jetzt auf allen Ebenen einen Dammbruch zuzulassen.

Es ist ja so: Emmely wurde nicht verklagt, sondern sie hat geklagt. Und ich kann nicht auf der einen Seite selbst gegen Regeln und Gesetze verstoßen, Unterschlagung und Vertrauensbruch begehen und dann laut das M*** aufreißen und dagegen klagen, dass der Arbeitgeber das nicht durchgehen lässt.

Ein Gericht kann das jedenfalls nicht durchgehen lassen. Nicht, wenn die Klagesituation so ist wie sie ist, weil es dann falsche Anreize setzt.

Anders wäre die Sache gelagert, wenn Kaisers von sich aus klagen würde, da könnte es sein, dass die Klage wegen Geringfügigkeit abgewiesen würde.

Gruß

Sun
 

dr.byrd

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#93
Rettung für Emmely in Sicht?

WENDUNG IM FALL EMMELY

Pfandbons im Wert des Staatshaushaltes unterschlagen!

Auf Anraten ihres Anwaltes will die gekündigte Supermarktkassiererin Emmely jetzt doch noch auspacken:
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Arania

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#94
Hoffentlich durchschaut jeder die Ironie
Ganz abgesehen davon gebe ich sun2007 recht, auch wenn es ihr/ihm nicht gefallen wird
 
E

ExitUser

Gast
#95
Frankreich: Schadenersatz für gefeuerte Kassiererin

In Frankreich hat ein Arbeitsgericht zugunsten einer Supermarkt-Kassiererin entschieden, der wegen Unterschlagung eines Bagatell-Betrags gekündigt worden war. Das Urteil fiel damit völlig anders aus als kürzlich bei einem ähnlichen Fall in Deutschland. Die Kassiererin aus der Nähe von Paris hatte ihren Job verloren, weil sie angeblich 60 Cent vom Einkauf eines Kunden auf ihrer eigenen Rabatt-Karte gutgeschrieben hatte. Das Gericht erklärte die Kündigung nun für ungültig und sprach der Frau mehr als 17.000 Euro Entschädigung zu. Die Supermarkt-Kette akzeptierte das Urteil und bot der Kassiererin an, sie wieder einzustellen.



Quelle: MDR INFO - Nachrichten | MDR.DE
 

Rounddancer

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#96
SO würde es sich auch im Fall "Emmely" und ähnlichen Fällen gehören.
Und nur so könnte der Tengelmann-Konzern vermeiden, daß ihm noch mehr Kunden davonlaufen.

Doch da tut sich nix.

Kein Wunder, daß gute Fachkräfte nicht in Deutschland arbeiten wollen,- wegen des schlechten Betriebsklimas.

Wir hatten in unserem Verbrauchermarkt einen Mitarbeiter der kam drei, viermal pro Woche abends für zwei, drei Stunden, räumte im Lager auf, füllte seinen Bereich Wein und Sekt im Laden auf. Still, ruhig machte er seine Arbeit ordentlich. Wir wußten, daß er sich jeden Abend ein billiges Piccolo aus unserem Lager gönnte. Er räumte die leere Flasche dann auch ordentlich auf. Wir ließen ihn gewähren.

Jahrzehnte später hatten wir einen Fahrer, uralter Mann, aber treu, pünktlich und zuverlässig fuhr er seine Touren. Irgendwann meldet sich bei uns ein Kunder von der Dinkelsbühl-Tour, wir hätten eine REchnung gemahnt, die er bei unserem Fahrer bezahlt habe (wir belieferten zu der Zeit mobile Händler auf Volksfesten und so, da mußte viel bar kassiert werden, da sonst der Kunde mit dem Geld nach Thailand fliegt, und uns Großhändler auf den unbezahlten Rechnungen sitzen läßt).
Nun gingen wir der Sache nach,- und fanden heraus: Unser Fahrer hatte das Geld (ich glaube, es waren 1400 oder mehr Mark (ca. >700 EUR)) angenommen, aber nicht uns abgeliefert, also unterschlagen.
Dies, weil er ein privates, finanzielles Loch kurzfristig decken mußte. Er hatte vor, das Geld in den folgenden Wochen zurückzuzahlen, nötigenfalls als à conto-Zahlung des Kunden ausgegeben.
Nun, wir sprachen mit ihm,- sprachen von unserer Enttäuschung,- und vereinbarten mit ihm, daß er (er bekam seinen Lohn fast immer täglich, wenn er sich in den Feierabend abmeldete) uns jeden Tag sagen sollte, wieviel, aber mindestens zwanzig Mark, von seinem Lohn wir einbehalten sollten. Und so war das dann auch.
So behielt er seinen Job,- er war eigentlich bereits in Rente, hatte aber viel zu spät ein Haus gebaut,- und konnte ohne die Arbeit bei uns nicht sich, seine Frau und die Raten fürs Haus bezahlen. Und wir hatten unseren pünktlichen und zuverlässigen Fahrer weiter.
 

Arania

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#97
Tja solche Fälle kenne ich aus meinem Berufsleben auch noch, das man erst mal mit den Mitarbeitern geredet hat wenn es Irritationen gab, aber das ist heute wohl ausgestorben, genauso wie eigentlich jede Kommunikation ausgestorben ist
 
E

ExitUser

Gast
#98
Gefeuerte Kassiererin

Das sagt der Tengelmann-Chef über den Rauswurf

Der Fall der wegen 1,30 Euro gekündigten Kassiererin sorgte für Aufsehen. Im Interview spricht Tengelmann-Chef Haub über Vertrauen, Gerechtigkeit, die Wirtschaftskrise und seine Erfahrung mit Banken. Karl-Erivan Haub macht deutlich: Er würde die Kassiererin jederzeit wieder entlassen – und nennt pikante Details.
Gefeuerte Kassiererin: Das sagt der Tengelmann-Chef über den Rauswurf - Nachrichten Wirtschaft - WELT ONLINE
 

destina

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#99
Details sind es wohl nicht:
Aber gehen Sie mal davon aus, dass wir nie sofort so hart vorgehen würden.
Was heißen kann, dass sie sich, was auch immer, schon einmal etwas zu Schulden kommen lassen hat.
 
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Aber gehen Sie mal davon aus, dass wir nie sofort so hart vorgehen würden.
Das heißt für mich gar nix.
Wir könnten auch davon ausgehen, daß uns morgen der Himmel auf den Kopf fällt.
Für mich, nach fast 30 Jahren im Fleischer-Handwerk und Einzelhandel ist das ganz offensichtlich, daß hier was konstruiert wurde....aus welchen Gründen auch immer.:icon_kotz::icon_motz:
 
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