Faktencheck: Fachkräftemangel (1 Betrachter)

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Sybilla

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Gibt es tatsächlich einen Fachkräftemangel?


Wenn ich in die Jobbörse der BA sehe, sehe ich dort das im Bereich der IT weit über 70 % der angebotenen Stellen von Zeit-und Leiharbeitsarbeitgebern angeboten werden. Fachkräfte im besonderen Fachkräften die bei Zeit und Leiharbeit für sehr billiges Geld prekär beschäftigt werden, hören auf wenn sie bei anderen ein besseres Einkommen erzielen können, sie verlassen ihr Metier weil die Entlohnung nicht stimmt oder wandern bevorzugt in die Schweiz ab weil sie dort ein höheres Einkommen erzielen können. Leider realisieren viele Unternehmen nicht den Wert von Fachkräften sonst würden sie diese nicht bevorzugt über Zeit und Leiharbeit beschäftigen.

Ein weiteres Problem ist die fehlende Einsicht vieler Unternehmer das nur sie die benötigten Fachkräfte bedarfsgerecht ausbilden und qualifizieren können - in der Zeit und Leiharbeit (Jobboom) werden keine Fachkräfte ausgebildet sie fallen auch nicht vom Himmel und sprießen auch nicht aus der Erde - auch der gut ausgebildete Farmarbeiter der übers Mittelmeer nach Deutschland kommt kann nicht jede Lücke im Arbeitsmarkt oder im qualifizierten Fachkräftearbeitsmarkt schließen.

Nun gut die Lösung des Problems ist ja sehr einfach es bleiben den deutschen Unternehmen noch 10 - 15 Jahre Zeit die durch die Arbeitsmarktreform abgehängten Personen entsprechend zu qualifizieren und den technologischen und qualitativen Vorsprung zu erhalten und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Es sind ja rund 4 Millionen Menschen unterbeschäftigt also arbeit suchend ein großer Pool an fleißigen und motivierten Menschen die sich gerne von den Unternehmen zu qualifizierten Fachkräften ausbilden lassen. Diese 4 Millionen Menschen haben sich ihre Situation nicht selbst ausgesucht sie wurden von anderen in diese Situation gebracht sie sind da und wir können ihnen und den deutschen Unternehmen helfen. Die deutschen Unternehmer dürfen nicht immer fragen was kann die Belegschaft für uns tun sondern was können wir für die Menschen tun. Nicht nur immer mehr und schnellere und billigere Arbeit (Zeit und Leiharbeit) fordern sondern die Menschen fördern, ausbilden, qualifizieren und angemessen Entlohnen ist der Schlüssel zum technologischen und qualitativen Vorsprung zu einer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit.Der einzige Nachteil ist das die exorbitant hohen Gewinne (durch Zeit und Leiharbeit) der deutschen Unternehmen in den letzten zehn Jahre nicht weiter anwachsen können, aber ist der technologischen und qualitativen Vorsprung diese Investition in die Menschen nicht wert?

Jetzt wird für alle deutlich dass die Reform des Arbeitsmarktes also der Schwerpunkt Zeit und Leiharbeit als Jobmotor und die Absenkung des Lohnniveaus ein sehr großer Fehler war. Wenn dieser Fehler nicht schnellstens korrigiert wird gehen der Wirtschaft die Fachkräfte in bälde tatsächlich aus.
 
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