Faktencheck: Aufschwung psychologische Suggestion und was ist Fakt der Realität ?

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Sybilla

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Wir hören wieder einmal nur froh machende Botschaften von der Wirtschaft und vom Arbeitsmarkt, für mich ist dass Anlass für einen fundierten Faktencheck.

Es gilt zu unterscheiden was psychologische Suggestion und was Fakt der Realität ist:

1.Der Arbeitsmarkt:

Heute hören und lesen wir BA: Im Mai weniger als drei Millionen Arbeitslose hingegen im BA Bericht März 2011 Seite 50 die offizielle Zahl der registrierten Arbeitslosen im März 2011 von der BA auf 3.210.341 Personen angegeben wird. Hinzu kommen mindestens 1.303.633 Personen die in arbeitsmarktpolitische Instrumente beschäftigt werden (BA Bericht März 2011 Seite 50) Allerdings ist von einer erheblichen Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010 Januar bis September, nur ca. 69 % der Träger Daten zum Einsatz der komm. Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.) (BA Bericht März 2011 Seite 82 Fußnote 3 Die Unterbeschäftigung für März 2011 wird mit: (4.162.729 ) Personen Unterbeschäftigungsquote 9,8 % berechnet. Im März 2011 waren alleine 7.456.373 Leistungsempfänger (Rechtkreis SGB II/SGB III) im Bezug von ALGI/ALGII/Sozialgeld.

Alleine diese Zahlen zeigen das die Aussage „weniger als drei Millionen Arbeitslose“ mehr psychologische Suggestion als Fakt der Realität ist.

Untermauert wird das durch folgenden Bericht Report Mainz vom 11.04.11 21 Uhr 45

Die Wahrheit hinter glänzenden Vermittlungszahlen Jobwunder in den Medien Dazu Der renommierte Arbeitsmarktexperte und Professor für Volkswirtschaftslehre an der FH Remagen-Koblenz hinterfragt die Erfolgsmeldung der Bundesagentur. Er hält es für inakzeptabel, dass statt einer Million Hartz-IV-Empfänger in Wahrheit nur etwa 120.000 in Jobs und Ausbildung vermittelt wurden.

2. Der Aufschwung xxl und der sprunghafte Anstieg der Staatsverschuldung

Zeitreihe JJ5000: VGR - Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt) / 1) 2) 3)
Ursprungswert 100 = 2000

2008 110,39
2009 105,18
2010 109,00

Nach dem die Wirtschaftsleistung in 2009 erheblich eingebrochen ist, ist Fakt der Realität das, dass Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt) immer noch nicht das Niveau von 2008 erreicht hat, von einen „Aufschwung xxl“ fehlt also jede Spur er ist nur psychologische Suggestion.
Noch gravierender ist das der „Aufschwung xxl“ teuer erkauft wurde.

So sind die Staatsschulden binnen Jahresfrist nun doch wie erwartet auf 2 080 (Mrd. €)angestiegen.

So sind die Staatsschulden binnen Jahresfrist nun doch wie erwartet auf 2 080 (Mrd. €)

Tabelle Schuldenquote Schuldenstand (Mrd. €)
2005 1 524 (Mrd. €) in % des BIP 68,0
2009 1 761 (Mrd. €) in % des BIP 73,5
2010 2 080 (Mrd. €) in % des BIP 83,2

Von 2005 bis 2009 steig der Schuldenstand um 237 Mrd. € oder 15,5 %
Von 2009 bis 2010 binnen Jahresfrist um 319 Mrd. € oder 18,11 %

Und das bei offiziell sinkender Arbeitslosigkeit, es ist zu befürchten das sich Deutschland diesen „Aufschwung xxl“ schon bald nicht mehr leisten kann.


3. Die Lohnentwicklung die Inflation und die Kauflaune der Konsumenten

Die Reallöhne sind 2010 um 1,4 % gestiegen hingegen die Inflationsrate derzeit offiziell mit 2,1 % berechnet wird, der Index der wahrgenommenen Inflation (IWI). Erst seit Anfang vergangenen Jahres notiert unser IWI oberhalb des amtlichen Index. Er steigt seither kontinuierlich und liegt derzeit bei 5 Prozent.

Die gestiegene Kauflaune der Konsumenten ist mit hoher Wahrscheinlichkeit für viele Arbeitnehmer die jeden Tag aufstehen und arbeiten gehen eine psychologische Suggestion.

Welche Lehren wurden aus der Finanzkrise gezogen?
Unglaublich aber wahr Neue Finanzkrise ante portas

Das ist Fakt der Realität.
 
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