Fahrtkosten zum Arzt nach Unfall

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X.B.Liebig

Gast
Hallo,

ich gebe zu, dass ich nicht das ganze Forum gelesen habe und deshalb evtl. schon vorhandene Beiträge zu dem Thema meiner Aufmerksamkeit entgangen sein könnten. Da ich aber derzeit nach einem Unfall eine Unterschenkelfraktur und zweifachen Kreuzbandriss im Knie habe und wegen starker Schmerzen nicht lange sitzen kann möge man mir meine Uninformiertheit verzeihen.

Das Problem ist einfach erklärt - als ALG II Empfänger stellt sich mir die Frage, wer denn für die Fahrtkosten zum Arzt und weiterhin evtl. zur OP ins Krankenhaus und später evtl. Reha aufkommt. Da ich weit abseits jeglicher öffentlicher Verkehrsmittel wohne, und insbesondere bei derzeitigen winterlichen Strassenverhältnissen inkl. vereister Gehwege ein Fussweg von mehreren km auf zwei Krücken wohl kaum zumutbar ist, bleibt als einzige Alternative ein Taxi was mich für Hin- und Rückfahrt jeweils gut 60 Euro kostet.
Nach nunmehr zwei solcher Fahrten ist meine finanzielle Reserve - wenn man es überhaupt so nennen kann, komplett erschöpft.
Wer trägt nun die Kosten oder hat man hier als Mensch dritter Klasse mal wieder einfach Pech gehabt?
 

lehenanne

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Hallo, trotz allem: fröhliiche Weihnachten, lass dich nicht unterkriegen.
Durch was ist dein Unfall entstanden, das solltest du vllt. vorneweg mal schildern. Dann, ja dann käme/müßte der Verursacher/dessen Versicherung für diese Kosten aufkommen.
Kannst du dazu etwas mehr schreiben?
 
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X.B.Liebig

Gast
An dem Unfall bin ich leider selbst Schuld. Aber das kann ja in einem sogenannten Sozialstaat nicht ausschlaggebend dafür sein, ob die notwendigen Transporte zum Arzt bezahlt werden. Schliesslich bin ich ja krankenversichert. Wenn auch bei der AOK die wohl die Krankenkasse mit der schlechtesten Zahlungsmoral ist.
 
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FrankyBoy

Gast
VSPV - Gesundheitsreform: Praktische Auswirkungen
Gesundheitsreform: Praktische Auswirkungen
Wir geben Ihnen im Folgenden einige wichtige Hinweise bezüglich der Durchführung von Krankenfahrten ab dem 01.01.2004.
Aufgrund der neuen gesetzlichen Bestimmungen ergeben sich ab dem kommenden Jahr erhebliche Veränderungen bezüglich der Eigenbeteiligungssätze bei Krankenfahrten, Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln. Fahrten mit dem Taxi oder Mietwagen zu einer ambulanten Behandlung können von den Krankenkassen grundsätzlich nicht mehr übernommen werden. Nur in besonderen Ausnahmefällen (Dialysebehandlung, Strahlen- und Chemotherapie) darf die Krankenkasse nach vorheriger Genehmigung Fahrkosten übernehmen.

In den Fällen einer verordneten und durch die Krankenkasse genehmigten Beförderung ist vom Patienten ein Eigenanteil von 10 % der Beförderungskosten - mindestens € 5,-- und höchstens € 10,-- - je einfache Fahrt zu entrichten. Kostet die Fahrt weniger als € 5,--, ist der tatsächliche Fahrpreis zu zahlen.


https://www.vspv.org/arztfahrten3.htm
Habe die Erfahrung gemacht, dass Ärzte aber zum Knausern angehalten sind - etwa 18 std. nach einer 4 std.-OP musste ich per ÖPNV nach Hause, ebenso nach einem diagnostiziertem Rippenbruch nden ich dann selber behandelt hatte.
 
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X.B.Liebig

Gast
Was fällt denn unter verordnet? Eine Überweisung vom Orthopäden zum MRT wo dann eine Unterschenkelfraktur und mehrfacher Bänderriss diagnostiziert wurde ist für die Krankenkasse wohl genauso freiwillig wie der Besuch beim Orthopäden selbst. Und wenn beim nächsten Termin beim Orthopäden widerum keine Einweisung ins Krankenhaus erfolgt, habe ich weitere Fahrten die ich schlicht nicht mehr finanzieren kann.
 

JederMann

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nun, auch ein hartz-empfänger muss mindestens 2% seines Jahreseinkommens - also ALG II - für Krankheitskosten aufwenden. Danach ist die Krankenkasse flott dabei...
 

nordlicht22

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ich habe zwar wegen einer anderen Geschichte danach gesucht, aber es passt wohl auch hier und daher auch doppelt im Forum. Sorry - ich denke es ist so übersichtlicher.
Die Punkte in rot halte ich für nicht mehr aktuell.

Antrag auf Leistungen wegen Krankheit / Behinderung / Pflegebedürftigkeit

Ich beantrage hiermit nach AsylbLG, SGB II bzw. SGB XII die folgenden Leistungen:

  • Übernahme der Beiträge für meine Krankenversicherung bei der .................. (§ 252 SGB V; § 32 SGB XII)

  • Leistungen der Krankenversicherung nach § 264 SGB V (für Berechtigte nach § 2 AsylbLG bzw. SGB XII) bzw. Pflichtversicherung nach § 5 SGB V (für Berechtigte nach SGB II) bei der ...............................

  • Krankenscheine vom Sozialamt für Arzt und Zahnarzt für mich/ und jeden meiner Familienangehörigen/zum Zwecke der Vorsorge und ggf. der Akutkrankenbehandlung (§§ 4 und 6 AsylbLG /§ 47ff. SGB XII)

  • Ernährungszulage / Mehrbedarfszuschlag nach § 21 SGB II /§ 30 SGB XII / § 6 AsylbLG wegen ........................

  • Kostenzusage für Krankenhausbehandlung nach §§ 4 und 6 AsylbLG /§ 47ff. SGB XII (nur für planbare Behandlungen - akute Notfälle müssen ohnehin sofort vom Krankenhaus aufgenommen werden!)

  • Kostenübernahme für ärztlich verordnete Hilfsmittel bzw. Heilmittel (z.B. Rollstuhl, Prothese, Brille, Hörgerät etc.; Krankengymnastik, psychotherapeut. Behandlung, Logopädie, etc.), Zahnersatz oder kieferorthop. Behandlung nach §§ 4 und 6 AsylbLG /§ 47ff. SGB XII

  • wegen stationärer Krankenhausbehandlung die Zahlung des Taschengeldes nach § 3 AsylbLG/ §35 SGB XII zur Deckung meiner persönlichen Bedürfnisse; einen Waschbeutel sowie die erforderlichen Hygiene-/Köperpflegeartikel (Zahnbürste etc. etc.) sowie einen Bademantel und Hausschuhe

  • Fahrtkosten für öff. Verkehrsmittel zum Arzt/Krankenhaus nach § 28 SGB XII / § 23 SGB II / §§ 4 + 6 AsylbLG wegen medizinischer Behandlung. Termine laut ärztl. Attest einmalig am ............ / an folgenden Tagen .................. / regelmäßig ........ mal im Monat/

  • Fahrtkosten für Taxi/Krankenwagen zum Arzt/Krankenhaus/Behördenbesuch nach § 28 SGB XII /§ 23 SGB II / §§ 4 + 6 AsylbLG, da ich krankheits-/behinderungsbedingt keine öff. Verkehrsmittel benutzen kann, an folgenden Tagen ........................... / regelmäßig ........ mal im Monat

  • das pauschalierte Pflegegeld nach § 64 SGB XII / § 2 AsylbLG , da ich/ mein Kind / mein Angehörige/r ................... infolge Krankheit/Behinderung in erheblichem Maße voraussichtlich auf längere Zeit (mind. 6 Monate) oder auf Dauer für mehrere der folgenden Tätigkeiten dauernd auf Hilfe angewiesen bin/ist: aufstehen und ins Bett gehen, an- und auskleiden, Benutzen der Toilette, waschen / duschen, übrige Körperpflege, Essen und/oder Trinken, Verlassen der Wohnung, ... (ggf. näher erläutern!). Die Hilfe wird durch Eltern / Ehepartner / sonst. Familienangehörige und/oder Nachbarn geleistet, nur dadurch bin ich/ist mein Kind/Angehöriger nicht auf ein Pflegeheim angewiesen.

  • häusliche Pflege nach § 61 ff SGB XII / § 6 AsylbLG durch eine Sozialstation, da die Pflege allein durch Angehörige/Nachbarn nicht bzw. nicht im erforderlichem Umfang zu leisten ist.
Ich bitte darum, diesen Antrag zur Akte zu nehmen. Ärztliche Atteste, Befürwortungen, Verordnungen, Heil- und Kostenpläne usw. sind ggf. in Kopie beigefügt. Ich beantrage zu allen o.g. Anträgen einen begründeten schriftlichen Bescheid gemäß §§ 33/35 SGB X bzw. §§37/39 VwVfG.

...........................................................................
(Unterschrift) © Georg Classen, Dezember 2004
 

gelibeh

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Hat hier jemand nicht mal Fahrkosten zu einer Substitionsbehandlung bekommen, würde ich mit diesen notwendigen Fahrkosten genauso sehen und beantragen. Gab, glaub ich, auch ein Urteil, vielleicht kann man ja da was raus übernehmen.
 
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X.B.Liebig

Gast
Ich denke irgendwelche Wunschzettel aus 2004 helfen kaum weiter.

Aktuelle Aussage von meiner Krankenkasse (AOK) - Fahrtkosten werden nur bei stationärer Behandlung übernommen.
Und natürlich werden die Ärzte von den Kassen (vermutlich mit entsprechenden Zahlungen) dazu animiert, alle Behandlungen nur ambulant vorzunehmen.
Alleine letzte Woche hatte ich somit 190 km Fahrtstrecke zu verschiedenen Ärzten zu bewältigen. Heute weitere 80 km, die nächsten 60 km morgen und bisher gibt es noch nichtmal eine genaue Diagnose.
Es wird echt Zeit mal wieder auf die Strasse zu gehen - und zwar bewaffent! Etwas anderes hilft in diesem Unrechtsstaat schon lange nicht mehr.
 

nordlicht22

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Erspare mir bitte derartig substanzlose und falsche Aussagen.
so falsch ist die Aussage nicht.

Hast Du einen schriftlichen Antrag auf Fahrkostenübernahme gestellt? Die Anträge müssen vor Kostenentstehung gestellt werden. Rückwirkend macht die Kasse das nun mal gar nicht.

Hast Du denn Antrag bei der ARGE gestellt? Was haben die geantwortet?

Du wirst da schon dran bleiben müssen und auch die Ärzte auf die Füße treten.

Wenn Du diese Strecken nicht gehen kannst, dann sag denen das auch so. Entweder Hausbesuch oder Fahrdienst oder stationär. Bei dem Fahrdienst musst Du für jede Fahrt die 5 € zuzahlen - bis zu Deiner Belastungsgrenze. Danach ist dann eine Befreiung dran.

Liegt ja an Dir was Du beantragst. Telefongespräche gelten nicht als Antrag. Mach das alles schriftlich :icon_daumen:
 

Gwendelly

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Es wird echt Zeit mal wieder auf die Strasse zu gehen - und zwar bewaffent! Etwas anderes hilft in diesem Unrechtsstaat schon lange nicht mehr.
Meine Güte: Du scheinst noch nie in einem wirklichen Unrechtstaat gewesen zu sein ... Da geht es um ganz andere Probleme.

Verstehen kann ich dein Problem dennoch recht gut, aber diese Äußerung!:icon_kotz:

Wenn Du trotzdem magst, frage ich einen hier im Hause ansässigen Medizinsoziologen, der sich mit solchen Sachen, inkl. der Weigerungshaltungen der Krankenkassen, die momentan wohl ganz gerne Anträge "abwimmeln".
ix für ungut.
Gwendelly
 
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