Fahrtkosten Praktikum - Strecke zu kurz

ZackBoing

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Hallo,
jetzt musste ich mich doch mal anmelden.

Ich hatte ein freiwilliges Praktikum genehmigt bekommen und absolviert und vor Beginn die Fahrtkosten beantragt.
Wochen nach dem Ende bekomme ich jetzt den Ablehnungsbescheid, weil die Strecke nur ein paar hundert Meter sind und es sei zumutbar, dass ich die laufe oder mit den Rad fahre (hab kein Rad).
Entscheidung beruht auf §16 abs. 1 und 3 SGB II in Verbindung mit § 45 SGB III Arbeitsföderung.

Wie Widerspreche ich dem erfolgreich?

Reicht?:

BSG, Urteil vom 06.04.2011 - Aktenzeichen: B 4 AS 117/10 R:
Hartz-IV-Empfänger, die ein Praktikum machen, haben Anspruch auf 20 Cent Fahrtkostenerstattung pro gefahrenem Kilometer, also für Hin- und Rückweg:


-Ein Spielraum bestehe nur bei der Frage, ob das Praktikum überhaupt bewilligt werde. Wenn ja, dann sei das Jobcenter bei den Fahrtkosten aber an die gesetzlichen Vorgaben gebunden, wie sie auch für Arbeitslosengeldempfänger gelten. Dies seien 20 Cent für jeden gefahrenen Kilometer - "hin und zurück".

Oder wie mache ich das?

Beantrage ich auch die Kosten für den Wiederspruch? (Wegstrecke, Papier usw.?)
 

doppelhexe

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mich würde mal intressiern, was genau diese "paar hundert meter" sind...:icon_kinn:
 

ZackBoing

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Einfach 800 Meter, mal 2, mal 10 Tage = Antrag war für 16 km
 

Kerstin_K

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Naja, also dafür Fahrkostenb beantragen? Wenn sie es bewilligen, nettes Zbrot, aber wenn da ne Ablehnung kommt, würd ich da keine Energie mehr reistecken.
 

doppelhexe

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so wird das da aber nicht gerechnet, das geht tageweise mal anzahl der tage...

also 2 * 800m, damit 1600 m und damit grade für 1km *10 tage... damit kannste es nochmal probieren, aber ob das klappt... ich denke nein, denn 800m sind wirklich gut zu fuß zu erreichen... :icon_kinn:
 

ZackBoing

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Du rundest 1,6 km auf 1 km ab? Das geht doch schonmal garnicht, weil für die 0.6 km auch Kosten entstanden sind.

Wenn ich buchhaltungstechnisch runde sind es meinetwegen 2 km pro Tag.:icon_twisted:

Es geht mir um Kosten, die tatsächlich entstanden sind, und nicht im Regelsatz enthalten sind. Nachträglich die selbe Strecke laufen geht halt nicht.

Außerdem habe ich hier schonmal gelesen dass die Strecke zählt, egal wie sie zurückgelegt wird.
Ist das falsch?

Letztendlich sind es keine 800 Meter sondern 16 km.
Das kommt ja einer Sanktion gleich zumal es sogar ein höchstrichterliches Urteil gibt.
Dass mir hier geraten wird kleinbei zu geben hätte ich nicht gedacht und das mache ich auch nicht.
Dann mache ich es halt alleine.
 

doppelhexe

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geraten wurde dir garnicht, macht hier keiner... jeder gibt hier nur wieder, was er entweder weiss (glaubt, zu wissen) oder was er denkt...

entscheidungen treffen muss sowieso jeder für sich... und nun warte doch einfach mal ab, was andere noch so sagen.

musst ja nicht gleich in der nächsten stunde reagieren, oder?:icon_evil:

nachtrag meiner persönlichen meinung:

800m fahrtstrecke sind meist nur ca. 500m laufstrecke, wer das nicht bewältigt sollte sich ne schwerbehinderung und nen rollstuhl besorgen. bei faulheit kann ich einfach nur den kopf schütteln, sorry...
 
G

gast_

Gast
Natürlich kannst du Widerspruch einlegen, aber: Es wird abgelehnt werden, da bin ich mir sicher.

Es sind Ermessensleistungen, die gewährt werden, wenn man sie benötigt, ohne sie nicht teilnehmen würde.

Wie hattest du deinen Antrag begründet?

Wenn du dagegen angehen willst, mußt du bereit sein zu klagen - stell dir die Frage ob sich der Aufwand lohnt, ob du einen Richter überzeugen kannst.
Außerdem habe ich hier schonmal gelesen dass die Strecke zählt, egal wie sie zurückgelegt wird.
Ist das falsch?
Ja, das ist falsch.
Wer läuft, kann nichts erstattet bekommen.
Dass mir hier geraten wird kleinbei zu geben hätte ich nicht gedacht und das mache ich auch nicht.

Mußt du auch nicht - aber das ist so eine Kleinigkeit, die schaffst du auch alleine. Einfach mal die Forensuche benutzen, zum Thema Fahrtkosten gibt es soooo viele Beiträge!
Dann mache ich es halt alleine.
Wenn du mal Hilfe brauchst wenn du ein wirkliches Problem hast helfe ich gern - aber ich kann nicht jedem helfen - und hier sehe ich keine Schikane oder eine falsche Entscheidung. Da nutze ich meine begrenzte Zeit lieber für die, die ein schwerwiegendes Problem haben.

Denke, so sehen es auch andere hier.
 

ZackBoing

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Aber das BSG sagt doch in dem Urteil:

"Ein Spielraum bestehe nur bei der Frage, ob das Praktikum überhaupt bewilligt werde. Wenn ja, dann sei das Jobcenter bei den Fahrtkosten aber an die gesetzlichen Vorgaben gebunden, wie sie auch für Arbeitslosengeldempfänger gelten. Dies seien 20 Cent für jeden gefahrenen Kilometer - "hin und zurück"."
 

doppelhexe

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Wer läuft, kann nichts erstattet bekommen.
naja, wenn ich mal ganz kleinkarriert denke... wer sehr gerne läuft, dem machts auch nix aus 5km zu so ner schulung zu laufen, aber dann kann ich garantiert trotzdem fahrtkosten beantragen... :icon_kinn::biggrin:
 

VoPi35

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naja, wenn ich mal ganz kleinkarriert denke... wer sehr gerne läuft, dem machts auch nix aus 5km zu so ner schulung zu laufen, aber dann kann ich garantiert trotzdem fahrtkosten beantragen... :icon_kinn::biggrin:
...Zu Recht !
Die Schuhe nutzen sich ja dann auch entsprechend ab :biggrin:
 

hartaber4

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Hättest für´s Praktikum umziehen müssen..... weiß nicht ob es sich lohnt für die paar Euros das Nervenkostüm zu ruinieren.
 
F

FrankyBoy

Gast
Hättest für´s Praktikum umziehen müssen..... weiß nicht ob es sich lohnt für die paar Euros das Nervenkostüm zu ruinieren.
Ja, hier geht es bestenfalls um 3,20 € und ob ich die jetzt per Sozialgericht eintreiben muss sollte jeder für sixch selbst entscheiden - ich bräuchte so einen Fußweg mindestens, um mich vom Sitzen bei meinen Jobs zu erholen :biggrin:
 

hartaber4

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Ja, hier geht es bestenfalls um 3,20 € und ob ich die jetzt per Sozialgericht eintreiben muss sollte jeder für sixch selbst entscheiden - ich bräuchte so einen Fußweg mindestens, um mich vom Sitzen bei meinen Jobs zu erholen :biggrin:

Das BSG ist sich aber auch für nix zu schade (ähnliche Summe):

Bundessozialgericht, Urteil vom 06.12.2007
- B 14/7b AS 50/06 R -


ALG II: Amt darf keine Bagatellgrenze für Fahrtkosten festlegen

Auch Minikosten sind grundsätzlich zu erstatten


Das Bundessozialgericht hat eine "Bagatellgrenze" von sechs Euro verworfen, die die Arbeitsgemeinschaft der Stadt Augsburg für die Erstattung von Fahrtkosten festgelegt hatte. Damit gab des Gericht einem Augsburger recht, der vom Jobcenter 3,52 Euro wiederhaben wollte: Fahrgeld für einen Pflichttermin beim Amt.

Mich würde mal interessieren was alle Instanzenzüge den Steuerzahler gekostet haben....... arme RichterInnen in Kassel.


Mir wäre es auch zu nervig..... was man an Korrespondenzkosten schon hat......obwohl.....kommt immer darauf an was man auf dem Schreibtisch hat (zur Zeit verbittet sich so ein Verfahren bei mir....).

Wer sich gelangweilt (weil schlecht duch das JC/jobwunder auf den ersten Arbeitsmarkt zurückgeführt) fühlt.... der ist hier sinnvoll beschäftigt und macht keinen anderen Blödsinn......grins.
 
F

FrankyBoy

Gast
Juristisch ist die sache einwandfrei - das habe ich ja nie bestritten nur ob es die Mühe wert ist, sollte jeder selber wissen - rechne da mal deinen Stundenlohn aus, da kannste besser einen 1,-- € Job machen :biggrin:.
 

Berenike1810

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Das Augsburger Urteil stellte indirekt eine "Feststellung" dar. Da seinerzeit Fahrtkosten grundsätzlich versagt wurden, mit dem Blabla "Fahrtkosten unter 6,00 €...".

Damit sparte die BA Millionen !

Im Dezember 2007 kam ja dann das BSG - Urteil und hob die Bagatellgrenze auf, da Fahrtkosten für RFB-behaftete Termine, diktiert durch die Argen/JC, nicht im RS berücksichtigt waren und sind.

800 m - für einen Fußgesunden ? :icon_smile: naja, der Richter wird begeistert sein.


Berenike
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ZackBoing

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Stimmt schon, eigentlich bringt es erstmal mehr, das Fahrrad zu beantragen.
 
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