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F: Sieben von Acht Gewerkschaften rufen zum unbefristeten Streik auf

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ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#1
in Frankreich hat sich einiges zusammen gebraut
Vorbereitung auf (unbefristeten) Transportstreik ab kommenden Dienstag Abend

Die Regierung bereit(et) heftigen Gegenwind vor. Unterdessen häufen sich studentische Besetzungsaktionen und andere kleinere „Unruheherde“

Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm...? Abwarten und Stärkungsmittel trinken. Fest steht jedoch, dass ab dem kommenden Mittwoch in den französischen Transportbetrieben – gefolgt von anderen Sektoren – eine erhebliche Kraftprobe anstehen wird. Der Streik der Transportbediensteten beginnt am Dienstag, den 13. November ab 20 Uhr abends. Parallel dazu sind etwa auch die Beschäftigten der Energieversorgungsunternehmen EDF und GDF am 14. November durch ihre Mehrheitsgewerkschaften, die (mit Abstand stärkste) CGT sowie Force Ouvrière (FO), zum Ausstand aufgerufen. Am 20. November, wenn der Ausstand in den Transportbetrieben bis dahin anhält – was mutmaßlich der Fall sein wird – treten zusätzlich noch zahlreiche Sektoren des sonstigen öffentlichen Diensts, die anders als Transport-, EDF- und GDF-Beschäftigte nicht von den ‚Régimes spéciaux' (Sonderregelungen bei den Renten) betroffen sind, in den Tanz ein. Ihre Gewerkschaften rufen zum Ausstand gegen den Stellenkahlschlag in den öffentlichen Diensten und gegen die Austeritätspolitik bei den Löhnen und Gehältern auf.
...
Heftiger Gegenwind dürfte pfeifen

Die Regierung bereitet sich fest darauf vor, dass es zur Kraftprobe mit den Gewerkschaften kommen wird, ja sucht sie geradezu herauszufordern. In ihren Augen ist es nicht schädlich, es eher zum Zusammenstoß statt zu einer irgendwie gearteten Verhandlungslösung kommen zu lassen, jedenfalls so lange sie siegreich aus dem Kräftemessen – das sie nachgerade provoziert - hervorgeht.

„Es wird keine weiteren Zugeständnisse geben. Ich habe in der Vergangenheit gezeigt, dass ich nicht zu der Sorte gehöre, die nachgibt. Ich bin bereit, Krisen und sogar einer gewissen Unpopularität ins Auge zu sehen“ tönte Premierminister François Fillon am Mittwoch Vormittag im Radiosender Europe 1. „Legen Sie Ihre Sicherheitsgurte an!“, auf diese Formel hatte er die Haltung seiner Regierung am Vortag vor den Parlamentariern der Regierungspartei UMP gebracht. Staatspräsident Nicolas Sarkozy seinerseits, der sich im Moment (vom 6. bis 8. November) in den USA aufhält und dort Präsident George W. Bush inzwischen seine offene Unterstützung zu den Krisenherden Iran und Afghanistan erbrachte, rief am Dienstag vor den Unternehmern des ‚French American Business Council' in Washington D.C. aus: „Es wird Streiks, Demonstrationen geben, aber ich werde durchhalten. Nicht, weil ich sturköpfig wäre, sondern weil es im Interesse meines Landes liegt. Wir sind zu weit zurückgewichen, wir können nicht mehr zurückweichen.“ Anlässlich eines Meetings in wahlkampfähnlicher Atmosphäre mit Auslandsfranzosen in der französischen Botschaft in den USA tönte Sarkozy: „Man verspricht mir einen schwierigen November. Es ist nicht der Monat November, der schwierig werden wird, sondern die gesamte fünfjährige Amtszeit. Ich bin gewählt worden, um schwierige Dinge zu tun, und ich werde sie durchführen.“ Kurzum: Schweiß und Tränen, im Namen der Aufbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.

Das Kalkül der Regierung lautet, dass ein richtiges Zusammenrasseln mit den Gewerkschaften besser ist, als irgendwelche Zugeständnisse zu machen, sofern sie dabei schlussendlich ihre „Durchsetzungsfähigkeit“ – und die Vergeblichkeit, ja Sinnlosigkeit sozialer Widerstände – demonstrativ unter Beweis stellen kann. Ihr Vorbild scheint dabei das Szenario des nordenglischen Bergarbeiterstreiks unter der damaligen britischen Premierminister Thatcher 1984/85 (der nach neunmonatiger Dauer mit einer herben Niederlage der Gewerkschaften endete) zu sein. Geht eine solche Rechnung auf, denkt sich die Regierung, dann braucht sie fürderhin auf die Gewerkschaften keinerlei Rücksichten mehr zu nehmen, sofern sie es nicht selbst zu Legitimationszwecken einplant.
...
http://www.labournet.de/internationales/fr/streik131107.html
 

gerda52

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#2
Das Kalkül der Regierung lautet, dass ein richtiges Zusammenrasseln mit den Gewerkschaften besser ist, als irgendwelche Zugeständnisse zu machen, sofern sie dabei schlussendlich ihre „Durchsetzungsfähigkeit“ – und die Vergeblichkeit, ja Sinnlosigkeit sozialer Widerstände – demonstrativ unter Beweis stellen kann.
Ehrlich gesagt, ich 'erwarte' von den Franzosen von heute auch nicht mehr Kampfgeist, als die Deutschen ihn an den Tag legen. Immerhin haben s i e Sarkozy gewählt.

Es wird also ein werbeträchtiger Schaukampf zum dauerhaften Erhalt der Spitzenpositionen. Das lassen die 'Oberen' sich locker zusätzlich ein paar brennende Autos kosten. Der Reibach kommt dann hinterher.

Und die Welt ist mal wieder live als Zuschauer (TV) dabei. Auch das ist moderne Kriegsführung.
Liegts am November, dass ich so pessimistisch bin?
 

Hartzbeat

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#3
Vive la différence! Vive la résistance!

'e, 'e - ils sont fous - ces Français!* Streiken einfach - und dann noch unbefristet, wie soll'n das geh'n?... Und alles unter dem Streikruf ‚Liberté Chérie'** - das ist mal wieder s:icon_wink:oo typisch.... undeutsch, was?! Wäre wünschenswert, wenn die ihre Kräfte besser zu bündeln wüssten, Sack Kotzy wird'n harter Brocken - und den ham'se sich sogar selbst gemacht! Was allerdings auffällt, dass man schneller bereit ist und besser organisiert ist, als hierzulande.

Danke @ Cementwut für dieses sehr aufschlussreiche Beispiel, wie man anderswo mit Lohndumping umzugehen weiß und sich solidarisiert, während wir hier derzeit ein wenig stolz auf eine kleine Jim-Knopp-&-Lukas-Brigade sein können...

Hartzbeat

Für die nicht Frankophilen unter uns:
* "Die spinnen, die Franzosen!"
** "Geliebte Freiheit"
 
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#4
Ehrlich gesagt, ich 'erwarte' von den Franzosen von heute auch nicht mehr Kampfgeist, als die Deutschen ihn an den Tag legen. Immerhin haben s i e Sarkozy gewählt.

Es wird also ein werbeträchtiger Schaukampf zum dauerhaften Erhalt der Spitzenpositionen. Das lassen die 'Oberen' sich locker zusätzlich ein paar brennende Autos kosten. Der Reibach kommt dann hinterher.

Und die Welt ist mal wieder live als Zuschauer (TV) dabei. Auch das ist moderne Kriegsführung.
Liegts am November, dass ich so pessimistisch bin?
ganz sicher (ich will es doch schwer hoffen *kopfkratz*) es muss was mit dem November zu tun haben Gerda :icon_wink:
denn auch wenn ich letztens absolut nicht verstanden habe (es sei denn die hatten u.a. Wahlcomputer eingesetzt) wieso ausgerechnet die Non Franzosen den Hochdruckreiniger der Neoliberalen mehrheitlich gewählt haben - wenn die streiken, dann streiken die, und die wissen dann auch wofür und warum sie das tun. Und Solidarität ist dann in der Gesellschaft gross geschrieben.
 

gerda52

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#5
Närrische Zeiten

cementwut sagte :
wenn die streiken, dann streiken die, und die wissen dann auch wofür und warum sie das tun. Und Solidarität ist dann in der Gesellschaft gross geschrieben
An der Solidarität hapert es bei uns ja am meisten. Mir fiel nur spontan ein, dass Ver.di auch zu Beginn der Hartz-Reformen groß gestreikt hat und es ging um die Beschäftigten im ÖD. (Naja, groß ist übertrieben :icon_twisted: und so überschwenglich kams auch nicht rüber) Doch im Enddeffekt müssen die damals streikenden Bediensteten heute länger arbeiten. :eek:

Meine Befürchtung geht in die Richtung, dass die Franzosen trotz allem Unmut einem Karnevalfieber erliegen könnten. :icon_kinn:
 
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  Th.Starter/in  
#6
Kurzum: Schweiß und Tränen, im Namen der Aufbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.
Nun, auch das wird der Spruch "von oben" sein, falls der Michl mal aufwacht und sich "erdreistet" zu streiken.
 

Borgi

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#7
Wenn die Streiks taktisch gut sind, dann wird auch Staatspräsident Sackgesicht nachgeben. Bei Airbus tut jeder Tag weh, an dem gestreikt wird. Auch Peugeot und Renault werden sich nicht freuen, wenn ihre Autos im Werk bleiben, oder erst gar nicht gefertigt werden können.
Die Franzosen machen das schon richtig. Auch wenn auf den Bergarbeiterstreik verwiesen wird - der ein Sieg für Thatcher gewesen sein soll - so wird dieser Streik mehr Branchen betreffen. Der Schaden wird täglich in die Milliarden gehen.
Die GdL findet hier im Land eine so große Zustimmung, weil sich alle anderen Gewerkschaften haben kaufen lassen. In Frankreich vertreten die Gewerkschaften noch die Arbeiter und nicht die Chefs!
 
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