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Exportschlager "Hartz-IV" ?

Don Vittorio

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Da wären die Italiener sogar froh darüber :

Trotz zunehmender Härten wie Hartz IV, immer noch hoher Arbeitslosigkeit und "Ein Euro"-Jobs: von Italien aus betrachtet ist Deutschland immer noch eine Hochburg der sozialen Sicherheit und Unterstützung durch den Staat. In Italien klafft die Schere zwischen Arm und Reich weiter, prozentual gelten weit mehr Kinder als arm (25% zu 14% nach EUStat ECHP).

Ein staatliches System zur Absicherung gegen soziale Not ist in Italien kaum existent, es muß gegebenenfalls die Familie einspringen. Hier eine kurze Zusammenfassung:


Wer mindestens zwei Jahre durchgehend mit festem Arbeitsvertrag beschäftigt war, bekommt max. sechs Monate max. 30% Arbeitslosengeld vom Staat
(Großkonzerne bieten gelegentlich bessere Lösungen für Entlassungen im großen Stil an)
Krankheit/Krankenversicherung: alle Italiener sind automatisch krankenversichert, unabhängig von einem Arbeitsverhältnis oder festem Einkommen
Zahnarztkosten: sind in Italien nicht durch Krankenversicherung abgedeckt
Wohngeld: gibt es in Italien nicht
Sozialhilfe / Hartz IV: gibt es in Italien praktisch nicht, aber diverse Hilfen für Arme
Sozialwohnungen: gibt es in Italien viel zu wenige
Unterstützung vom Arbeitsamt bei der Jobsuche: gibt es in Italien praktisch nicht (man sagt allerdings: in Deutschland auch nicht)
Berufsberatung beim Arbeitsamt: gibt es in Italien nicht
Weiterbildung / Umschulung finanziert durchs Arbeitsamt: gibt es in Italien nicht


Daher bleibt dem dauerhaft arbeitslosen Italiener praktisch nur noch die Schwarzarbeit (natürlich völlig ohne soziale Absicherung) und die Unterstützung durch die Familie, die in Italien traditionell sehr hoch gehalten wird. Als letzte Hilfe springt eventuell noch die Kirche via Caritas ein.

Natürlich ist der Staat nicht völlig herzlos, er bietet diverse Hilfen und Unterstützungen an, die aber zumeist nicht den aus Deutschland gewohnten Umfang erreichen:

Unterstützung und Erleichterungen für Ältere (Contributi e agevolazioni per gli anziani)
Hilfen bei Armut (Povertà)
Familiengeld (Assegno familiare)
Mutterschaftsgeld (Assegno di maternità)
Eine Übersicht gibt es auf den Seiten für den Italienischen Bürger
Soziale Sicherheit in Italien - Italianita.de
 

hemmi

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Hartz 4 in Italien,Spanien,Greichenland usw. da gäbe es keine Demos sondern Jubel.:wink:
 

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Selbst darüber wären die Italiener froh. :biggrin:
Hmmm.... und wieso bleiben sie dann "hinter den Alpen", wenn es in Deutschland "Hartz-IV-Manna" regnet?

Beliebt ist auch der erfrischende "Forder-Hagel" mit dicken EGVpVA-Körnern.... das aktiviert so schön!
 

Don Vittorio

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Hmmm.... und wieso bleiben sie dann "hinter den Alpen", wenn es in Deutschland "Hartz-IV-Manna" regnet?
Weil es nicht der Mentalität der Italiener entspricht.
Die bleiben lieber iim Land,wohnen mit 40 noch bei Mama und versuchen sich so durchs Leben zu schlagen.
Ich habe einmal über 1 Jahr in Italien gelebt,von daher kann ich das so behaupten.
 

Don Vittorio

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Wenn es nur um Geld und KdU geht, sicherlich.
Aber bestimmt nicht bei der Behandlung, wie wir sie hier erfahren.
Ein-Euro-Job, Bewerbungstraining und andere Sinnlos-Maßnahmen.
Denkst Du das gibt es nur bei uns ?
Wo Du Rechte hast,wirst Du auch in die Pflicht genommen.
Wobei allerdings diese Maßnahmen Industrie in Deutschland absolut aus dem Ruder läuft,da gebe ich Dir Recht.Aber gefordert wird überall,allerdings auch mehr gefördert,man bleibt gerade in den nördlicheren Ländern nicht lange Erwerbslos.
Beispiel Dänemark :

Sozialhilfe-Bezieher, die sich weigern, an den angebotenen Aktivierungsmaßnahmen teilzunehmen und keinen wichtigen Grund nennen können, wird die Unterstützung bis zu 30 % gekürzt oder sogar für die Dauer der Weigerung entzogen. Gleiches gilt für den Fall, dass der Berechtigte wiederholt nicht zur Arbeit erscheint.

Rückgriff kann genommen werden, wenn der Antragsteller falsche oder unvollständige Angaben gemacht hat. Gleiches gilt, wenn sich herausstellt, dass die Sozialhilfe zweckentfremdet wurde, z.B. die Leistungen zur Tilgung von Ratenzahlungen oder Immobilienzinsen verwendet werden.

Parallel zur finanziellen Hilfe werden von Seiten der Sozialverwaltung verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Antragsteller möglichst schnell wieder in Arbeit zu bringen. Zu den Maßnahmen, die spätestens 8 Wochen nach der 1. Auszahlung der Leistung ergriffen werden sollen, zählen insbesondere

Aktivierungsmaßnahmen

Angebot von flexiblen Beschäftigungsverhältnissen

Jobtrainings

Ausbildung oder Umschulung.

Zusätzlich gibt es für Familien Zulagen pro Kind, höchstens aber für 2 Kinder.

In Abstimmung mit dem Antragsteller entwirft die örtliche Sozialverwaltung einen schriftlichen Plan mit dem Ziel, möglichst schnell eine Beschäftigung zu finden. Die Sozialverwaltung ist gesetzlich zur regelmäßigen Kontrolle des Plans bzw. der jeweils entsprechend dem Plan zu ergreifenden Maßnahmen verpflichtet.
Dänemark - Soziale Mindestsicherung - TK-Lex

Allerdings sind Arbeitsplätze in DK lange nicht so abgesichert gegen Kündigung wie in Deutschland,es herrscht ein große Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt,aber lange bleibt keiner Arbeitslos.
 

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Denkst Du das gibt es nur bei uns ?
Wo Du Rechte hast,wirst Du auch in die Pflicht genommen.
Wobei allerdings diese Maßnahmen Industrie in Deutschland absolut aus dem Ruder läuft,da gebe ich Dir Recht.Aber gefordert wird überall,allerdings auch mehr gefördert,man bleibt gerade in den nördlicheren Ländern nicht lange Erwerbslos.
Beispiel Dänemark :



Dänemark - Soziale Mindestsicherung - TK-Lex

Allerdings sind Arbeitsplätze in DK lange nicht so abgesichert gegen Kündigung wie in Deutschland,es herrscht ein große Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt,aber lange bleibt keiner Arbeitslos.

Bei relativ hoher Absicherung!

Die Dänen nennen das glaube ich "Flexecurity", wenn sich fordern und fördern ungefähr die Waage halten.

Man sieht aber hier(aus) ganz deutlich: Man braucht so einen Nonsens wie Kündigungsschutz nicht, was auch die Zahlen vor dem Dänischen Arbeitsgericht beweisen dürften (p.a. ca. 150 Fälle bei ca. 5,6 Mio EW /Deutschland hat ca. 150.000 Fälle)
 
E

ExitUser

Gast
Die Mindestsicherung ist in Frankreich geringer als Hartz4, die Eingliederung sieht ähnlich aus. KDU ist gedeckelt und ist lediglich ein Zuschuss, also oftmals keine volle Übernahme. Heizung ist Privatvergnügen. Vermögen sind aufzubrauchen bis zu Mindestgrenzen. U25 haben ebenfalls Stallpflicht ausser sie sind selbst Eltern. Darüber hinaus gibt es den Arbeitsdienst, entsprechend dem EEJ. Weiterhin wird auch sanktioniert.

Für "Invalide" und Behinderte sieht es etwas anders aus. Dazu wäre zu sagen das Fr. keine Pflegeversicherung kennt, dafür das "Invalidengeld" ein Mix aus Geldleistung und Sachleistungen, die sich teilweise auf mehrere Träger (Sozialamt/Eigenversicherungen/Krankenkassen/Vermögensrückgriff-Verwandte) erstrecken kann.

Frankreich - Soziale Mindestsicherung - TK-Lex
 

Alter Sack

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Insofern ist bei uns der Kündigungsschutz solange unabdingbar
Kündigungsschutz??? Den hatte ich auch!!!
Da wird an einem Aufhebungsvertrag gebastelt, abgesegnet von Gewerkschaft, der Agentur für Arbeit, der Politik, und dann ist man weg vom Fenster.

Dann hängt man 1 Jahr in einer Auffanggesellschaft, ist dann 18 Monate beim Arbeitsamt und landet dann bei Hartz-IV.

Es gibt halt überall Hintertürchen! :wink:
 

Don Vittorio

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DAS ist der Punkt.

Die Mehrheit der Bürger fürchtet nicht den Jobverlust, sondern die damit bei uns einhergehende, teils erhebliche finanzielle Verschlechterung. Insofern ist bei uns der Kündigungsschutz solange unabdingbar.
Genau,denn solange die AfA und JC nicht in der Lage sind,Arbeitslosen innerhalb weniger Wochen oder maximal in 3-6 Monaten wieder einen neuen Arbeitsplatz ohne finanzielle Abstriche zu verschaffen,wie es in DK funktioniert,solange ist der Kündigungsschutz ein ganz kleiner Vorteil für die AN.Obwohl er oft auch ausgehebelt wird,aber immerhin kann der AN dann noch den Weg zum Arbeitsgericht gehen und wenigstens eine Abfindung herausschlagen,damit es für den AG nicht ganz so billig kommt.
 
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