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Existenzgründung und Finanzamt

hunter11

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Meine Frau muß sich nun erstmalig als selbstständige Aufstockerin mit dem FA rumschlagen. Die Standardformulare des FA gehen irgendwie immer davon aus, dass man gleich Millionen - Umsätze generiert, obwohl wir bereits Gegenteiliges mitgeteilt haben.

Kurz zu meinen Fragen:

Sie betreibt ein kleines Ladenlokal mit Accessoires.

Muß Sie jetzt monatlich die UST - Voranmeldung abgeben, trotz ihres Kleinbetriebes ? Wenn ja geht das ja alles nur noch elektronisch - die Anmeldung
habe ich versucht vorzunehmen, leider funktioniert ein Schritt bei der Anmeldung nicht (dieses Zertifikat taucht nirgendwo auf, die nicht erreichbare Hotline treibt mich seit Tagen zur Weissglut und natürlich mahnt das FA bereits fleissig an).

Da sie an Endverbraucher verkauft wird ja keine eingenommene MWST fällig,
muß man trotzdem irgendwelche Einkommensteuervorauszahlungen leisten, obwohl wir gar nicht wissen, ob Sie über einen Gewinn von mindestens 8.000,- € im Jahr kommt (Freibetrag)

Dank euch für Infos.
 

franky0815

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ich würde euch dringend einen steuerberater empfehlen, mit fa is nich zu spassen die setzen ihre forderungen eiskalt durch, nachdem was du hier schreibst sind eure kenntnisse in der richtung sehr dürftig, also unbedingt zum steuerberater.
 

Hainbuche

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Muß Sie jetzt monatlich die UST - Voranmeldung abgeben, trotz ihres Kleinbetriebes ? (...)
Da sie an Endverbraucher verkauft wird ja keine eingenommene MWST fällig
Moment mal.

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung sollte eigentlich nur dann abzugeben sein, wenn auch Umsatzsteuerpflicht vorliegt.

Dann allerdings dürfte auch auf die Umsätze mit Endverbrauchern Umsatzsteuer anfallen.

muß man trotzdem irgendwelche Einkommensteuervorauszahlungen leisten
Einkommensteuer ist noch eine andere Baustelle.

Wie schon angemerkt wurde, im Zweifel lieber einen Steuerberater einschalten (und ggf. - z. B. durch einen VHS-Kurs - die kaufmännischen Kenntnisse vertiefen).
 

Caso

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Sie betreibt ein kleines Ladenlokal mit Accessoires.

Muß Sie jetzt monatlich die UST - Voranmeldung abgeben, trotz ihres Kleinbetriebes ?
Da sie an Endverbraucher verkauft wird ja keine eingenommene MWST fällig,
muß man trotzdem irgendwelche Einkommensteuervorauszahlungen leisten, obwohl wir gar nicht wissen, ob Sie über einen Gewinn von mindestens 8.000,- € im Jahr kommt (Freibetrag)

Dank euch für Infos.
Wegen der Elster-online-Anmeldung fürs FA::
am besten mal hin zum Amt selber. Die sind verpflichtet, beim Zugang zur online-Meldung zu helfen.
Wenn sie sich als Kleinunternehmerin beim FA anmeldet, nervt das FA doch eigentlich gar nicht mit Mio...
Ansonsten schon alles gesagt. Zuerst mal die grundlegenden betriebswirtschaftlichen Begriffe sortieren.
Umsatz-Einkommen-Gewinn-Vorsteuer-Umsatzsteuer
Der Spaß verdoppelt sich beim JC, wenn sie ihre EKS vorlegt.

Wer Accessoires in einem Laden verkauft, nimmt MWst. Hoffentlich!!:icon_rolleyes:
 

franky0815

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das fängt doch schon kurz nach der gewerbeanmeldung an, du bekommst einen fragebogen vom finanzamt, da kannst du angeben das du zur kleinunternehmerregelung optiert, wenn du das nicht angibst bist du automatisch bei der vorsteuer dabei und kannst wenn du pech hast monatlich vorsteuer abführen, auch wenn du keinen cent eingenommen hast.

wenigstens eine erstberatung beim fachmann würde ich in anspruch nehmen, denn sich nachher auf nichtwissen zu berufen is dem finanzamt egal, die wollen erstmal geld sehn und du musst nachher zusehn wie du das zurück bekommst.

dann is die einkommensteuer erstmal vom gewerbe vollkommen unabhänig, wenn der grundfreibetrag von 8354€ überschritten wird sind steuern zu entrichten.

auch da is ein steuerfachmann hilfreich.
 

franky0815

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Wegen der Elster-online-Anmeldung fürs FA
die ust voranmeldung ist eine wenig anders, normalerweise wäre ein gang zum fa hilfreich, allerdings geht das fa bei gewerbetreibenden schon von gewissen kenntnissen, oder von professionellen dienstleistern aus.

wenn bei der elektronischen ust voranmeldung auch so ein sicherheitszerti verlangt wird wie bei elster, dann muss man das erst beantragen und warten bis das ding mit der post zugesandt wird.
 

hunter11

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So, danke euch schonmal bis hierher für die gutgemeinten Hinweise.

Ich will das Ganze noch mal ein wenig aufschlüsseln:

1. Wir haben zwar ein kleines Ladenlokal, d.h. aber nicht, dass wir unter die Kleinunternehmerregelung fallen - dies habe ich bei der ersten Anmeldung
schon beim FA mitgeteilt.

2. Die unterschiedlichen Begrifflichkeiten Umsatz, Gewinn, etc. sind uns schon geläufig - Frage war, ob man monatlich die UST - Voranmeldung machen muß,
oder z.B. durch Dauerfristverlängerung auch pro Quartal möglich ist ?

3. Dann zur MWST: Da wir keine Rechnungen an Dritte stellen und dafür MWST
erhalten und diese entsprechend verrechnen / abführen, war die Frage, wie dies bei den Endverbrauchern läuft: Hier wäre eine einfach Erklärung ausreichend, dass im Endkundenpreis automatisch die MWST integriert ist und
diese anhand der monatlichen Umsätze zu ermitteln ist, oder so ähnlich.

4. Die Anmeldungen beim elster-portal sind bereits erfolgt. Identifikationscodes
und ID sind bereits da - das Zusammenspiel funktioniert nur noch nicht, da dieses Anmeldezertifikat beim erstmaligen Einloggen im Nirwana verschwindet.
Daher hier die Frage, ob das vielleicht ein User hier kürzlich praktiziert hat und helfen könnte.

5. Dass Einkommensteuer erst fällig wird, wenn man den Jahresfreibetrag überschritten hat ist doch eigentlich unstrittig, oder gilt der nur für sv - pflichtige Arbeitnehmer ?

6. Ansonsten für alle sachdienlichen Hinweise schonmal vielen Dank.

7. Der Steuerberater muß erstmal verdient werden - schlimm genug, dass dieses Thema bewußt so komplex ist, dass man ohne kaum auskommt - selbst bei einfacher EÜR

gruß hunter11
 

Hainbuche

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1. Wir haben zwar ein kleines Ladenlokal, d.h. aber nicht, dass wir unter die Kleinunternehmerregelung fallen - dies habe ich bei der ersten Anmeldung
schon beim FA mitgeteilt.
Die Größe des Ladenlokals hat auch nichts damit zu tun ;-)

Also gut: Wenn nicht Kleinunternehmer, dann Umsatzsteuerpflicht.

Frage war, ob man monatlich die UST - Voranmeldung machen muß,
oder z.B. durch Dauerfristverlängerung auch pro Quartal möglich ist?
Müßte gehen; einfach mal beantragen.

Ansonsten auch einfach mal checken, wie oft überhaupt eine USt-Voranmeldung zu machen ist:

Umsatzsteuer-Voranmeldung ? Wikipedia

3. Dann zur MWST: Da wir keine Rechnungen an Dritte stellen und dafür MWST
erhalten und diese entsprechend verrechnen / abführen, war die Frage, wie dies bei den Endverbrauchern läuft: Hier wäre eine einfach Erklärung ausreichend, dass im Endkundenpreis automatisch die MWST integriert ist und
diese anhand der monatlichen Umsätze zu ermitteln ist, oder so ähnlich.
Wenn die USt nicht auf der Rechnung o. ä. ausgewiesen ist, heißt das nicht, daß sie nicht trotzdem vereinnahmt wird.

In der Praxis rechnet sich das dann so:

Umsatz monatlich (mal so angenommen) 3000 Euro inkl. USt.

Angenommener Ust.-Satz = 19%

Vereinnahmte USt. = 3000 / 119 * 19 = 478,99 Euro


Nicht vergessen, die Vorsteuer zu berücksichtigen.
 

hunter11

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@ Hainbuche

Dank dir für deine Ergänzungen - insbesondere das letzte Beispiel macht es noch deutlicher. So wie z.B. jede Tankstelle an Endverbraucher fakturiert, muß natürlich auch hier die MWST ausgewiesen (und abgeführt ) werden und der Kunde hat die Möglichkeit sich im Rahmen der Vorsteuer diesen Betrag wiederzuholen und ihn als Betriebsausgabe Gewinn mindernd in Ansatz zu bringen.

Soweit war mir das schon klar - vielleicht zu Beginn des threads unglücklich ausgedrückt.

Dennoch, gut dass wir nochmals drüber gesprochen / geschrieben haben - so wird einiges klarer.

gruß hunter11
 

schu83

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So, danke euch schonmal bis hierher für die gutgemeinten Hinweise.

Ich will das Ganze noch mal ein wenig aufschlüsseln:

1. Wir haben zwar ein kleines Ladenlokal, d.h. aber nicht, dass wir unter die Kleinunternehmerregelung fallen - dies habe ich bei der ersten Anmeldung
schon beim FA mitgeteilt.

2. Die unterschiedlichen Begrifflichkeiten Umsatz, Gewinn, etc. sind uns schon geläufig - Frage war, ob man monatlich die UST - Voranmeldung machen muß,
oder z.B. durch Dauerfristverlängerung auch pro Quartal möglich ist ?
Generell ist gesetzlich im Jahr der Gründung sowie im darauf folgenden Jahr eine monatliche Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldungen vorgesehen. Die Voranmeldungen haben bis zum 10. des Folgemonats in elektronischer Form an die Finanzverwaltung übermittelt zu werden, fällt der 10. auf einen Samstag, Sonn- oder Feiertag, verlängert sich die Frist auf den nächsten Werktag (Werktag = Montag bis Freitag).

Eine Dauerfristverlängerung, das heißt die Verlängerung der Abgabefrist von Umsatzsteuer-Voranmeldungen um einen Kalendermonat, kann mit der Voranmeldung für den Monat Dezember beim Finanzamt beantragt werden. Beachte hierbei: es wird grundsätzlich eine Sondervorauszahlung in Höhe von 1/11 der Summe der Umsatzsteuer-Vorauszahlungen des Vorjahres fällig (wenn genau so viel Umsatzsteuer gezahlt wie Vorsteuer erstattet wurde oder sogar mehr Vorsteuer erstattet wurde, beträgt die Sondervorauszahlung EUR 0,00).

Die Möglichkeit eine Dauerfristverlängerung zu beantragen haben auch Gründer, die Ihr Geschäft im laufenden Kalenderjahr aufnehmen. Achtung: auch hier wird ggf. eine Sondervorauszahlung fällig, das Finanzamt erwartet eine Prognose der Summe der Umsatzsteuervoranmeldungen und setzt dann ggf. eine Sondervorauszahlung fest. (siehe auch §§ 16, 18 UStG, § 46 - 48 UStDV)

3. Dann zur MWST: Da wir keine Rechnungen an Dritte stellen und dafür MWST
erhalten und diese entsprechend verrechnen / abführen, war die Frage, wie dies bei den Endverbrauchern läuft: Hier wäre eine einfach Erklärung ausreichend, dass im Endkundenpreis automatisch die MWST integriert ist und
diese anhand der monatlichen Umsätze zu ermitteln ist, oder so ähnlich.
Das ist sehr missverständlich geschrieben: natürlich stellt ihr Rechnungen an Dritte, alles andere würde heißen, ihr schreibt nur untereinander Rechnungen. Meinst du damit, dass ihr keine Rechnungen an andere Unternehmer schreibt?

Bei Accessoires würde ich mal von Kleinbetragsrechnungen unter EUR 150,00 ausgehen, richtig? In dem Fall ist § 33 UStDV für euch interessant
Eine Rechnung, deren Gesamtbetrag 150 Euro nicht übersteigt, muss mindestens folgende Angaben enthalten: den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers,
2.
das Ausstellungsdatum,
3.
die Menge und die Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung und
4.
das Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe sowie den anzuwendenden Steuersatz oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt.
Das heißt ihr könnt auf eure Rechnungen / Quittungen vermerken: "in vorgenanntem Betrag sind xx% gesetzliche Mehrwertsteuer enthalten"

5. Dass Einkommensteuer erst fällig wird, wenn man den Jahresfreibetrag überschritten hat ist doch eigentlich unstrittig, oder gilt der nur für sv - pflichtige Arbeitnehmer ?
Nein, das kann man grundsätzlich schon so zusammenfassen. Da der Weg von den "Einkünftigen aus Gewerbebetrieb / selbständiger Arbeit" bis hin zum "zu versteuernden Einkommen" jedoch über einige Zwischenpositionen und ggf. Stolpersteine führen kann, solltet ihr hierfür ggf. einen Steuerberater konsultieren, wie bereits empfohlen wurde. Sofern ihr unterhalb des steuerlichen Existenzminimums bleibt, heißt das übrigens nicht dass dann keine Einkommensteuererklärung abzugeben ist.

7. Der Steuerberater muß erstmal verdient werden - schlimm genug, dass dieses Thema bewußt so komplex ist, dass man ohne kaum auskommt - selbst bei einfacher EÜR

gruß hunter11
Eine einfache Einnahmen-Überschussrechnung lässt sich im Prinzip recht einfach in Excel erstellen, hierfür gibt es im Internet auch diverse Vorlagen. Für einen "einfachen" Handelsbetrieb gibt es zwar einige Fallen, aber so lange man das richtige Maß und ein Gespür dafür behält, was steuerlich absetzbar sein kann und was nicht, funktioniert das in der ersten Zeit normalerweise recht gut. Sobald Besonderheiten wie ein Firmen-Kfz, Lohnabrechnungen etc. dazukommen, macht es jedoch durchaus Sinn einen Berater zu engagieren.

Auf jeden Fall viel Erfolg!
 

schu83

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@ Hainbuche

Dank dir für deine Ergänzungen - insbesondere das letzte Beispiel macht es noch deutlicher. So wie z.B. jede Tankstelle an Endverbraucher fakturiert, muß natürlich auch hier die MWST ausgewiesen (und abgeführt ) werden und der Kunde hat die Möglichkeit sich im Rahmen der Vorsteuer diesen Betrag wiederzuholen und ihn als Betriebsausgabe Gewinn mindernd in Ansatz zu bringen.

Soweit war mir das schon klar - vielleicht zu Beginn des threads unglücklich ausgedrückt.

Dennoch, gut dass wir nochmals drüber gesprochen / geschrieben haben - so wird einiges klarer.

gruß hunter11
Das ist nicht ganz klar formuliert, aber du willst auf das Richtige hinaus: der Kunde, sofern er zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, kann die Vorsteuer in seiner Umsatzsteuer(vor)anmeldung geltend machen und sie gegen die zu zahlende Umsatzsteuer verrechnen. Bleibt eine positive Umsatzsteuer bestehen, hat er diese an das Finanzamt abzuführen, ergibt sich ein Vorsteuerüberschuss, wird dieser vom Finanzamt erstattet. Die Erstattung vom Finanzamt wäre in diesem Fall allerdings eine Ein- und keine Ausgabe :)
 

franky0815

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4. Die Anmeldungen beim elster-portal sind bereits erfolgt. Identifikationscodes
und ID sind bereits da - das Zusammenspiel funktioniert nur noch nicht, da dieses Anmeldezertifikat beim erstmaligen Einloggen im Nirwana verschwindet.
Daher hier die Frage, ob das vielleicht ein User hier kürzlich praktiziert hat und helfen könnte.
dieses anmeldezertifikat musst du auf der festplatte speichern und dann beim anmelden den pfad angeben wo sich das zertifikat befindet, eigentlich dürfte da nix schiefgehn.
wenn es doch probleme gibt könnte das elsterforum hilfreich sein:
https://www.elster.de/anwenderforum/index.php

und hier noch ein link zu einer eür 2014 mit mwst.
Klicktipps - Download einzelne Datei
 

hunter11

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dieses anmeldezertifikat musst du auf der festplatte speichern und dann beim anmelden den pfad angeben wo sich das zertifikat befindet, eigentlich dürfte da nix schiefgehn.
wenn es doch probleme gibt könnte das elsterforum hilfreich sein:
https://www.elster.de/anwenderforum/index.php

und hier noch ein link zu einer eür 2014 mit mwst.
Klicktipps - Download einzelne Datei
Das Speichern auf der Festplatte und wiederöffnen ist genau mein Problem, weil das Wiederöffnen nicht funktioniert, aber vielleicht erreiche ich ja auch einen Osterhasen von der Hotline in den nächsten Tagen - auf alle Fälle danke für deinen Hinweis.
 

hunter11

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Generell ist gesetzlich im Jahr der Gründung sowie im darauf folgenden Jahr eine monatliche Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldungen vorgesehen. Die Voranmeldungen haben bis zum 10. des Folgemonats in elektronischer Form an die Finanzverwaltung übermittelt zu werden, fällt der 10. auf einen Samstag, Sonn- oder Feiertag, verlängert sich die Frist auf den nächsten Werktag (Werktag = Montag bis Freitag).

Eine Dauerfristverlängerung, das heißt die Verlängerung der Abgabefrist von Umsatzsteuer-Voranmeldungen um einen Kalendermonat, kann mit der Voranmeldung für den Monat Dezember beim Finanzamt beantragt werden. Beachte hierbei: es wird grundsätzlich eine Sondervorauszahlung in Höhe von 1/11 der Summe der Umsatzsteuer-Vorauszahlungen des Vorjahres fällig (wenn genau so viel Umsatzsteuer gezahlt wie Vorsteuer erstattet wurde oder sogar mehr Vorsteuer erstattet wurde, beträgt die Sondervorauszahlung EUR 0,00).

Die Möglichkeit eine Dauerfristverlängerung zu beantragen haben auch Gründer, die Ihr Geschäft im laufenden Kalenderjahr aufnehmen. Achtung: auch hier wird ggf. eine Sondervorauszahlung fällig, das Finanzamt erwartet eine Prognose der Summe der Umsatzsteuervoranmeldungen und setzt dann ggf. eine Sondervorauszahlung fest. (siehe auch §§ 16, 18 UStG, § 46 - 48 UStDV)

Das ist sehr missverständlich geschrieben: natürlich stellt ihr Rechnungen an Dritte, alles andere würde heißen, ihr schreibt nur untereinander Rechnungen. Meinst du damit, dass ihr keine Rechnungen an andere Unternehmer schreibt?

Bei Accessoires würde ich mal von Kleinbetragsrechnungen unter EUR 150,00 ausgehen, richtig? In dem Fall ist § 33 UStDV für euch interessant
Das heißt ihr könnt auf eure Rechnungen / Quittungen vermerken: "in vorgenanntem Betrag sind xx% gesetzliche Mehrwertsteuer enthalten"

Nein, das kann man grundsätzlich schon so zusammenfassen. Da der Weg von den "Einkünftigen aus Gewerbebetrieb / selbständiger Arbeit" bis hin zum "zu versteuernden Einkommen" jedoch über einige Zwischenpositionen und ggf. Stolpersteine führen kann, solltet ihr hierfür ggf. einen Steuerberater konsultieren, wie bereits empfohlen wurde. Sofern ihr unterhalb des steuerlichen Existenzminimums bleibt, heißt das übrigens nicht dass dann keine Einkommensteuererklärung abzugeben ist.

Eine einfache Einnahmen-Überschussrechnung lässt sich im Prinzip recht einfach in Excel erstellen, hierfür gibt es im Internet auch diverse Vorlagen. Für einen "einfachen" Handelsbetrieb gibt es zwar einige Fallen, aber so lange man das richtige Maß und ein Gespür dafür behält, was steuerlich absetzbar sein kann und was nicht, funktioniert das in der ersten Zeit normalerweise recht gut. Sobald Besonderheiten wie ein Firmen-Kfz, Lohnabrechnungen etc. dazukommen, macht es jedoch durchaus Sinn einen Berater zu engagieren.

Auf jeden Fall viel Erfolg!
Vielen Dank auch nochmals an Dich für deine sehr ausführliche Erklärung.

Im Prinzip läuft es so: Mein Frau kauft ein Teil für 5,- € zzgl MWST ein und verkauft es für 13,- € an einen (normalen) Endkunden.

Der Betrag aus den 5,- € (also der zzgl. MWST) entspricht der Vorsteuer, aus dem Verkauf von 13,- € sind 19% MWST abzuführen. Dies hat grds. mtl. in elektronischer Form zu erfolgen und im Normalfall eines positiven Geschäftsverlaufs meistens mit einer "leichten" Zahlung der MWST an das FA
zu erfolgen.

Der Gewinn ergibt sich aus dem (MWST bereinigten) Umsatz abzüglich dem Wareneinkauf und natürlich abzüglich sonstiger absetzbarer Betriebsausgaben.
Sollte der Jahresgewinn über 8.000,- € (und paar Zerquetschte) liegen, entsteht Einkommensteuer. Spätestens im zweiten Jahr nach Existenzgründung ergeben sich dann Schätzwerte für das FA, wonach man ggf. eine EST - Vorauszahlung leisten muß - liegt allerdings der Gewinn darunter, dann doch eigentlich nicht, oder ?

gruß hunter11
 

franky0815

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Sollte der Jahresgewinn über 8.000,- € (und paar Zerquetschte) liegen, entsteht Einkommensteuer.
es sind in 2014, 8354€ allerdings kann vom gewinn noch einiges abgezogen werden, wie zb. vorsorgeaufwendungen, dazu gehört als grösster posten die krankenversicherung, allerdings gibts auch da eine obergrenze an abzugsfähigen kosten.
zum einkommen zählen aber auch einnahmen aus kapitalvermögen, wie zinsen, dividenden, kursgewinne aus wertpapierhandel, einahmen aus vermietung und verpachtung usw.
 

schu83

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Vielen Dank auch nochmals an Dich für deine sehr ausführliche Erklärung.

Im Prinzip läuft es so: Mein Frau kauft ein Teil für 5,- € zzgl MWST ein und verkauft es für 13,- € an einen (normalen) Endkunden.

Der Betrag aus den 5,- € (also der zzgl. MWST) entspricht der Vorsteuer, aus dem Verkauf von 13,- € sind 19% MWST abzuführen. Dies hat grds. mtl. in elektronischer Form zu erfolgen und im Normalfall eines positiven Geschäftsverlaufs meistens mit einer "leichten" Zahlung der MWST an das FA
zu erfolgen.

Der Gewinn ergibt sich aus dem (MWST bereinigten) Umsatz abzüglich dem Wareneinkauf und natürlich abzüglich sonstiger absetzbarer Betriebsausgaben.
Sollte der Jahresgewinn über 8.000,- € (und paar Zerquetschte) liegen, entsteht Einkommensteuer. Spätestens im zweiten Jahr nach Existenzgründung ergeben sich dann Schätzwerte für das FA, wonach man ggf. eine EST - Vorauszahlung leisten muß - liegt allerdings der Gewinn darunter, dann doch eigentlich nicht, oder ?

gruß hunter11
Richtig, das Finanzamt wird Vorauszahlungen festsetzen wenn der Gewinn eine gewisse Schwelle überschreitet. Die Festsetzung erfolgt normalerweise mit dem Einkommensteuerbescheid. Du kannst jederzeit die Herabsetzung von Vorauszahlungen beantragen, der Antrag sollte mit einer Vourausberechnung für das Ergebnis des Gewerbebetriebes kombiniert werden.

Achtung: Verluste sind in den Anfangsjahren nicht ungewöhnlich, das Finanzamt gibt den Steuerpflichtigen grds. 7 Jahre Zeit, um ein positives Gesamtergebnis zu erzielen (Gesamtergebnis = Gewinne-Verluste der einzelnen Jahre, sollte spätestens nach 7 Jahren positiv werden). Das ist aber nur ein Richtwert, manche Finanzämter klopfen bereits früher an.
 

Horks

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Ich würde einfach alles den Steuerberater machen lassen..
1. Hat der Ahnung, er hat es ja hoffentlich vernünftig gelernt
und 2. hat man selbst nicht so den Plan von der Materie fällt es noch schwerer..

In der Regel wollen die StB immer recht viel Geld sehen, aber meiner Meinung nach ist das Sinnvoll investiert.
 

franky0815

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Ich würde einfach alles den Steuerberater machen lassen..
1. Hat der Ahnung, er hat es ja hoffentlich vernünftig gelernt
und 2. hat man selbst nicht so den Plan von der Materie fällt es noch schwerer..

In der Regel wollen die StB immer recht viel Geld sehen, aber meiner Meinung nach ist das Sinnvoll investiert.
zumindest am anfang, wenn man dann mal gesehen hat das das alles garnich so wild is was der stb da macht kann man es auch selbst erledigen.
wobei ich immer der meinung bin, wenn ich etwas mache, dann nur wenn ich es auch kann, sonst lieber einen fachmann an die sache, in der zeit arbeite ich lieber das was ich kann.
 
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Hi,

also erstmal: Gratulation zur Selbständigkeit und auch noch dazu, dass ihr gleich den schwereren Weg mit Regelbesteuerung gewählt habt.

Ich habe erst die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen für 4 Jahre und bin zum Jahr 2014 zur Regelbesteuerung gewechselt.

Warum ich das schreibe? Weil ich mir auch große Gedanken über die Umsatzsteuervoranmeldung gemacht hatte. Ich habe eine Meldung beim FA gemacht, dass ich zur Regelbesteuerung übergehen werde zum neuen Jahr und ich habe dann Anfang Januar beim FA angerufen und nachgefragt. Die haben mich zurückgerufen und mir mitgeteilt, dass ich die KEINE Umsatzsteuervoranmeldung machen muss, sondern dass ich die Umsatzsteuererklärung einfach im Rahmen meiner normalen Steuererklärung einmal jährlich abgeben soll und dann wird geschaut, ob das so bleiben kann oder ob ich dann quartalsweise die Umsatzsteuervoranmeldung mache.

Also auf jeden Fall einfach den Kontakt zum FA suchen!
 

hunter11

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Hi,

also erstmal: Gratulation zur Selbständigkeit und auch noch dazu, dass ihr gleich den schwereren Weg mit Regelbesteuerung gewählt habt.

Ich habe erst die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen für 4 Jahre und bin zum Jahr 2014 zur Regelbesteuerung gewechselt.

Warum ich das schreibe? Weil ich mir auch große Gedanken über die Umsatzsteuervoranmeldung gemacht hatte. Ich habe eine Meldung beim FA gemacht, dass ich zur Regelbesteuerung übergehen werde zum neuen Jahr und ich habe dann Anfang Januar beim FA angerufen und nachgefragt. Die haben mich zurückgerufen und mir mitgeteilt, dass ich die KEINE Umsatzsteuervoranmeldung machen muss, sondern dass ich die Umsatzsteuererklärung einfach im Rahmen meiner normalen Steuererklärung einmal jährlich abgeben soll und dann wird geschaut, ob das so bleiben kann oder ob ich dann quartalsweise die Umsatzsteuervoranmeldung mache.

Also auf jeden Fall einfach den Kontakt zum FA suchen!
Hi, danke dir für deinen Hinweis. Insbesondere die rot gekennzeichnete Aussage scheint zu bestätigen, dass es doch häufig zugeht wie auf dem Basar beim FA, obwohl man erstmal mit Pflichten und Gesetzen zugeschossen wird, dass man sich gar nicht traut etwas anderes zu sagen.

Die Option zur Regelbesteuerung ist bei uns eher betriebswirtschaftliche Notwendigkeit gewesen: Einkommensteuer aus 2012 mußte noch gezahlt werden und durch die neue Existenzgründung mit Ladeneinrichtung, Wareneinkauf etc. ist durch die Umsatzsteuererstattung (bzw. Verrechnung)
schon ein großer Batzen der Verbindlichkeit getilgt und verschafft uns etwas mehr an Liquidität im Tagesgeschäft.

Ausserdem meinte ich in Erinnerung zu haben, dass die Kleinunternehmerregelung nur bis 17.500,- € im Eröffnungsjahr gilt (?!).

Ich weiss auch nicht genau, für wieviele Jahre man sich damit festgelegt hat - ist wohl so ähnlich wie bei der Zusammenveranlagung von Ehegatten, da kann man doch auch nur nach gewissen Abständen wechseln ?.
 

hunter11

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@morissonhotel

Ich vermute es war bei Dir Verhandlungssache mit deinem FA ohne irgendeine
Rechtsgrundlage, dass es auch anders geht, oder ?
 
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Hi, danke dir für deinen Hinweis. Insbesondere die rot gekennzeichnete Aussage scheint zu bestätigen, dass es doch häufig zugeht wie auf dem Basar beim FA, obwohl man erstmal mit Pflichten und Gesetzen zugeschossen wird, dass man sich gar nicht traut etwas anderes zu sagen.

Die Option zur Regelbesteuerung ist bei uns eher betriebswirtschaftliche Notwendigkeit gewesen: Einkommensteuer aus 2012 mußte noch gezahlt werden und durch die neue Existenzgründung mit Ladeneinrichtung, Wareneinkauf etc. ist durch die Umsatzsteuererstattung (bzw. Verrechnung)
schon ein großer Batzen der Verbindlichkeit getilgt und verschafft uns etwas mehr an Liquidität im Tagesgeschäft.

Ausserdem meinte ich in Erinnerung zu haben, dass die Kleinunternehmerregelung nur bis 17.500,- € im Eröffnungsjahr gilt (?!).

Ich weiss auch nicht genau, für wieviele Jahre man sich damit festgelegt hat - ist wohl so ähnlich wie bei der Zusammenveranlagung von Ehegatten, da kann man doch auch nur nach gewissen Abständen wechseln ?.

Die Kleinunternehmerregelung gilt in jedem Jahr der Inanspruchnahme bis 17500 €, man darf aber auch mal ein Ausreißerjahr haben mit bis zu 50000 €, jedoch darf der Umsatz im Folgejahr dann nicht die 17500 € übersteigen.

An die KLeinunternehmerregelung ist man grundsätzlich nur ein Jahr lang gebunden. An die Regelbesteuerung ist man hingegen 5 Jahre gebunden.
Ich fand es mit Kleinunternehmerregelung wesentlich einfacher. Der einzige Nachteil war, dass meine Geschäftskunden keine Vorsteuer geltend machen konnten und bei Warenbeschaffungen dann lieber selbst gekauft hatten, statt bei mir.
Ansonsten hat die Regelbesteuerung für mich nur Nachteile; Ich ziehe Geld ein, was mir nicht gehört und bin damit quasi kostenloser Dienstleister für das FA, ich habe damit einen Haufen unbezahlter Mehrarbeit, ich bin teurer als vorher und mehr Geld habe ich dadurch auch nicht. Na ja......

Ansonsten denke ich schon, dass es eine rechtliche Grundlage dafür gibt, dass ich einfach einmal im Jahr die Umsatzsteuer zahle, ohne Voranmeldung.

Umsatzsteuervoranmeldungen ? monatlich, quartalsweise oder jährlich?

Ich habe außer als Endverbraucher noch nie Steuern gezahlt, damit war meine Steuerlast wohl unter 1000 € und damit ist die Einstufung des FA wohl richtig.

Wenn man gleich mit der Regelbesteuerung anfängt, also als Existenzgründer, dann wollen die das wohl monatlich haben. Aber hier haben die auch Ermessensspielräume. Wenn du natürlich große Umsätze bei den Fragebögen des FA kurz nach der Gewerbeanmeldung angegeben hast, dann werden die dich nicht jährlich die Umsatzsteuer zahlen lassen.

Ich war im letzten Jahr bei etwas unter 17K, also werden die wohl nicht so viel von mir erwarten.
Ich gehe aber davon aus, dass ich im nächsten Jahr die VOranmeldung quartalsweise machen werden muss.
 
E

ExitUser

Gast
Die Kleinunternehmerregelung gilt in jedem Jahr der Inanspruchnahme bis 17.500 €, man darf aber auch mal ein Ausreißerjahr haben mit bis zu 50.000 €, jedoch darf der Umsatz im Folgejahr dann nicht die 17.500 € übersteigen.
Falsch.
Die Kleinunternehmerregelung kann STETS nur dann in Anspruch genommen werden, wenn der Umsatz des Vorjahres zuzügl. Steuer, jedoch ohne Verkäufe von Anlagevermögen, die Grenze von 17.500 Euro nicht überstiegen hat. So steht es im Gesetz.

Vor etlichen Jahren war das anders: Da mußten die Unternehmer bei 17.500 aufhören zu arbeiten, um die bereits abgeschlossenen Geschäfte des laufenden Jahres nicht im Nachhinein steuerpflichtig werden zu lassen. Diesen Unsinn hat der Gesetzgeber irgendwann eingesehen und das Gesetz dahingehend geändert, daß die Umsätze des Vorjahres als Maßstab herangezogen werden. Damit hat dann nur derjenige Pech, der seine Buchhaltung am Sankt Nimmerleinstag macht und sich nicht dafür interessiert, was er im Vorjahr kassiert hat.

Die Grenze von "voraussichtlich 50.000 Euro" fängt hierbei zwei Konstellationen ab:
Im Jahr der Gründung des Unternehmens gibt es kein Vorjahr, die Gesetzesänderung hätte damit zu einer Regelungslücke geführt. Zum zweiten muß der Unternehmer, wenn er am Anfang des Jahres bereits weiß, daß er diese Grenze überschreiten wird, von sich aus die Geschäftsvorfälle als steuerpflichtig behandeln.

An die Kleinunternehmerregelung ist man grundsätzlich nur ein Jahr lang gebunden. An die Regelbesteuerung ist man hingegen 5 Jahre gebunden.
Auch falsch.
Noch nicht einmal an die Kleinunternehmerregelung ist man gebunden. Man kann darauf selbst noch kurze Zeit nach der Abgabe der Umsatzsteuerjahreserklärung verzichten.

Und die Fünfjahresbindung gilt auch nur, wenn der Unternehmer optiert (auf die Kleinunternehmerregelung aus eigenem Antrieb verzichtet) hat. Wer nur durch die Grenzüberschreitung in die Regelbesteuerung kommt, hat die Kleinunternehmerregelung zurück, sobald wieder ein Vorjahresumsatz unter die Grenze gefallen ist.

§ 19 UStG
...
(2) Der Unternehmer kann dem Finanzamt bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung (§ 18 Abs. 3 und 4) erklären, dass er auf die Anwendung des Absatzes 1 verzichtet. Nach Eintritt der Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung bindet die Erklärung den Unternehmer mindestens für fünf Kalenderjahre. Sie kann nur mit Wirkung von Beginn eines Kalenderjahres an widerrufen werden. Der Widerruf ist spätestens bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung des Kalenderjahres, für das er gelten soll, zu erklären.
Unanfechtbar heißt, binnen der Rechtsbehelfsfrist eines Steuerbescheides, sofern ein solcher ergeht (das passiert in der Regel nur, wenn das Finanzamt bspw. wegen Rechenfehlern in der Erklärung von dieser abweicht) oder binnen eines Monats nach Abgabe der Jahressteuererklärung.

Ich fand es mit Kleinunternehmerregelung wesentlich einfacher. Der einzige Nachteil war, dass meine Geschäftskunden keine Vorsteuer geltend machen konnten und bei Warenbeschaffungen dann lieber selbst gekauft hatten, statt bei mir.
Das Problem ist, daß viele Leute in Buchhaltungsabteilungen von der Umsatzsteuer keinen Plan haben, deshalb lieber nach Schema F vorgehen und keine Rücksicht auf die Belange der Lieferanten nehmen. Was der Esel nicht kennt, frißt er nicht.
Klartext: "Entweder Du weist uns USt aus oder wir zahlen Dir die Rechnung nicht!" Ist natürlich klar rechtswidrig, man muß dann eben ins gerichtliche Mahnverfahren und klagen, ist den Kunden also los, wenn der nicht schon von vornherein erklärt hat, mit steuerlichen Kleinunternehmern keine Geschäfte machen zu wollen.

Wenn man gleich mit der Regelbesteuerung anfängt, also als Existenzgründer, dann wollen die das wohl monatlich haben.
Korrekt. Und das zwei Jahre lang.

Aber hier haben die auch Ermessensspielräume.
Nein, haben sie nicht. Steht so im Gesetz: § 18 Abs. 2 Satz 4 UStG.

Wenn natürlich jemand im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung angibt, den § 19 Abs. 1 UStG nutzen zu wollen, die Abgabe der Jahressteuererklärung bis auf den allerletzten Drücker verschleppt und es sich dann erst anders überlegt ... Nu mei, dann sind die zwei Jahre eben inzwischen (fast) rum.
 
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Falsch.
Die Kleinunternehmerregelung kann STETS nur dann in Anspruch genommen werden, wenn der Umsatz des Vorjahres zuzügl. Steuer, jedoch ohne Verkäufe von Anlagevermögen, die Grenze von 17.500 Euro nicht überstiegen hat. So steht es im Gesetz.
Wie bitte? Es gilt natürlich der Umsatz OHNE Steuer! Ansonsten habe ich das genau so geschrieben. Dass mit den 50K das Folgejahr gemeint ist, ist ja wohl klar.

"Als Kleinunternehmer gelten Unternehmer, deren Umsatz im vorangegangenen Jahr einen Betrag von 17.500,- Euro nicht überstiegen hat und deren Umsatz im laufenden Jahr 50.000,- Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird. Beide Voraussetzungen müssen gegeben sein."

Auch falsch.
Noch nicht einmal an die Kleinunternehmerregelung ist man gebunden. Man kann darauf selbst noch kurze Zeit nach der Abgabe der Umsatzsteuerjahreserklärung verzichten.
Das ist nicht falsch, sondern eine kleine Technikalität, niemand wird erst auf die KLeinunternehmerregelung verzichten, dann Riesenumsätze machen und hinterher ALLEN Kunden neue Rechnungen ausstellen und die Kunden nachzahlen lassen^^


Und die Fünfjahresbindung gilt auch nur, wenn der Unternehmer optiert (auf die Kleinunternehmerregelung aus eigenem Antrieb verzichtet) hat. Wer nur durch die Grenzüberschreitung in die Regelbesteuerung kommt, hat die Kleinunternehmerregelung zurück, sobald wieder ein Vorjahresumsatz unter die Grenze gefallen ist.
Richtig.


Das Problem ist, daß viele Leute in Buchhaltungsabteilungen von der Umsatzsteuer keinen Plan haben, deshalb lieber nach Schema F vorgehen und keine Rücksicht auf die Belange der Lieferanten nehmen. Was der Esel nicht kennt, frißt er nicht.
Klartext: "Entweder Du weist uns USt aus oder wir zahlen Dir die Rechnung nicht!" Ist natürlich klar rechtswidrig, man muß dann eben ins gerichtliche Mahnverfahren und klagen, ist den Kunden also los, wenn der nicht schon von vornherein erklärt hat, mit steuerlichen Kleinunternehmern keine Geschäfte machen zu wollen.
Deren Gedankengang ist wohl, dass sie zuviel zahlen, wenn sie keine Vorsteuer geltend machen können. Dabei beachten sie nicht, dass sie Nettopreise zahlen beim Kleinunternehmer, sprich die Preise wären bei Ust. einfach mal mind. 19 % höher.
Nun ja, für mich ist das inzwischen kein Problem mehr. Privatkunden schauen zwar immer etwas schief, wenn ich ihnen meine neuen Preise nenne (Dabei bin ich netto sogar etwas runter gegangen um dies etwas abzufedern), aber dafür sind die Geschäftskunden zufrieden. Bei denen habe ich allerdings die Nettopreise angehoben. Das erinnert mich immer an die Annahme vieler Angestellten, dass Selbständige keine Mehrwertsteuer zahlen müssen^^.
Nachteil für mich ist, dass ich nun monatlich meinen Gewinn um die Steuer bereinigen musste, sonst ist nächstes Jahr im Mai nix mehr da, wenn das FA seine Umsatzsteuer haben will. Ich kenne viele Unternehmer, die sich über hohe Gewinne freuen und sich dann wundern, wenn Steuern zu zahlen sind....


Nein, haben sie nicht. Steht so im Gesetz: § 18 Abs. 2 Satz 4 UStG.
Wie erklärst du dir dann, dass ich nur jährlich zahlen muss? Ich kenne auch genügend andere Unternehmer, die gleich für die Regelbesteuerung optiert haben und trotzdem einmal im Jahr zahlen. Da muss es ja intern beim FA doch irgendeine Regelung geben, dass man dies bei bestimmten Unternehmensformen und Umsätzen so handhabt. Für eine GmbH trifft das sicher zu, wie du es schreibst.
 

Hainbuche

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Deren Gedankengang ist wohl, dass sie zuviel zahlen, wenn sie keine Vorsteuer geltend machen können. Dabei beachten sie nicht, dass sie Nettopreise zahlen beim Kleinunternehmer, sprich die Preise wären bei Ust. einfach mal mind. 19 % höher.
Der Kleinunternehmer ist gegenüber Wettbewerbern bei seiner Kalkulation im B2B-Geschäft ggf. im Nachteil, weil er selbst keine Vorsteuer geltend machen kann.

Auf Nettopreis-Ebene (exkl. USt.) führt das zu geringeren Margen und/oder zu höheren Preisen im Vergleich zur Kalkulation mit USt. und Vorsteuerabzug.
 
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Der Kleinunternehmer ist gegenüber Wettbewerbern bei seiner Kalkulation im B2B-Geschäft ggf. im Nachteil, weil er selbst keine Vorsteuer geltend machen kann.

Auf Nettopreis-Ebene (exkl. USt.) führt das zu geringeren Margen und/oder zu höheren Preisen im Vergleich zur Kalkulation mit USt. und Vorsteuerabzug.
Stimmt, für den Kleinunternehmer ist das ein Nachteil, für seinen USt.pflichtigen Kunden aber nicht, es sei denn er verkauft Waren an ihn. Als Dienstleister hat man da eher weniger Probleme mit.
Da ich gemerkt habe, dass man mit dem Ein-und Weiterverkauf von Waren aber auch gute (relativ leistungslose) Gewinne machen kann, bin ich u.a. zur Regelbesteuerung gewechselt.
 

franky0815

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Da ich gemerkt habe, dass man mit dem Ein-und Weiterverkauf von Waren aber auch gute (relativ leistungslose) Gewinne machen kann,
naja relativ leistungslos trifft es solange die ware ohne defekte bleibt oder sowieso aufgebraucht wird, ansonsten bist du 1. ansprechpartner wenn was is.
 
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naja relativ leistungslos trifft es solange die ware ohne defekte bleibt oder sowieso aufgebraucht wird, ansonsten bist du 1. ansprechpartner wenn was is.
Na ja, ich hatte mal einen Onlineshop für RC-Modellbau. Da war in der Tat das Widerrufsrecht ein großes Problem, weshalb ich den Shop zeitnah abgestoßen hatte. In der RIchtung ist der Verbraucherschutz eindeutig über das Ziel hinausgeschossen. Mit Defekten hatte ich da keine Probleme, da ich nur das Bindeglied zw. Kunde und Hersteller war.

Wenn ich neue IT-Hardware für meine Kunden beziehe, dann ist das kein Problem, ohne 50 %ige Anzahlung geht gar nichts, eher nehme ich 100 % in letzter Zeit. Defekte gibt es schon mal, aber die defekte Hardware schicke ich dann eben zurück. In den meisten Fällen habe ich auch adequaten Ersatz auf Lager.
Bei Gebrauchtware (Notebooks, PCs) checke ich die Geräte vor dem Weiterverkauf und wenn was nicht stimmt, geht die Ware eben zurück oder ich behebe die Mängel selbst.

Ansonsten hast du schon recht: Ich mache 3 Kreuze wenn mal wieder 2 Jahre resp. 1 Jahr rum ist. Aber im Grunde ist mir da noch nicht viel passiert.
Ansprechpartner sein ist normal, dass bin ich auch bei DIenstleistungen. Um die Verantwortung kommt man als Selbständiger nie herum.
 

schu83

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(...)Das ist nicht falsch, sondern eine kleine Technikalität, niemand wird erst auf die KLeinunternehmerregelung verzichten, dann Riesenumsätze machen und hinterher ALLEN Kunden neue Rechnungen ausstellen und die Kunden nachzahlen lassen^^
Richtig, bei überwiegenden Geschäften mit Privatleuten macht es wenig Sinn. Aus der Praxis kann ich jedoch berichten, dass dies z. B. im Zusammenhang mit Umsätzen nach §13b interessant sein kann (zumindest wenn es der Mandant bis dato falsch gemacht hat).

(...)Ich kenne viele Unternehmer, die sich über hohe Gewinne freuen und sich dann wundern, wenn Steuern zu zahlen sind....
Der Nachteil bei Voranmeldungszeiträumen Kalendervierteljahr oder noch extremer beim Kalenderjahr, ja ...

Wie erklärst du dir dann, dass ich nur jährlich zahlen muss? Ich kenne auch genügend andere Unternehmer, die gleich für die Regelbesteuerung optiert haben und trotzdem einmal im Jahr zahlen. Da muss es ja intern beim FA doch irgendeine Regelung geben, dass man dies bei bestimmten Unternehmensformen und Umsätzen so handhabt. Für eine GmbH trifft das sicher zu, wie du es schreibst.
Über die entsprechenden USt-Anwendungserlasse gibt es hier schon Möglichkeiten. So lange das Finanzamt dir keine Mitteilung übersendet, besteht kein Handlungsbedarf, erst wenn die Mitteilung bzgl. der Abgabe der USt-VA für das Kalendervierteljahr / den Kalendermonat im Briefkasten liegt sollte man reagieren. Nichts ist ärgerlicher als Verspätungszuschläge oder sogar Schätzungen der Besteuerungsgrundlagen.
 
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Wie bitte? Es gilt natürlich der Umsatz OHNE Steuer! Ansonsten habe ich das genau so geschrieben.
Wozu soll ich mit Dir darüber streiten, was im UStG steht? Lies gefälligst selber nach:

UStG - Einzelnorm

Dass mit den 50K das Folgejahr gemeint ist, ist ja wohl klar.
Nein, das laufende.

"Als Kleinunternehmer gelten Unternehmer, deren Umsatz im vorangegangenen Jahr einen Betrag von 17.500,- Euro nicht überstiegen hat und deren Umsatz im laufenden Jahr 50.000,- Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird. Beide Voraussetzungen müssen gegeben sein."
Maßgeblich ist das Gesetz und nicht das, was jemand unter Weglassung wesentlicher Punkte daraus abgeschrieben hat.

Das ist nicht falsch, sondern eine kleine Technikalität, niemand wird erst auf die Kleinunternehmerregelung verzichten, dann Riesenumsätze machen und hinterher ALLEN Kunden neue Rechnungen ausstellen und die Kunden nachzahlen lassen^^
Merkst Du wenigsten selber, was Du für einen Unsinn schreibst? Wer auf die Nichterhebung der Steuer verzichtet, ist schon mal selbst schuld, wenn er auf seinen Rechnungen pflichtwidrig keine Steuer ausweist und dann darob den Kunden hinterherläuft.

Wer allerdings als Kleinunternehmer vorwiegend an Privatkunden verkauft und bei denen sowieso schon mitgenommen hat, was er nur kriegen konnte, kann immer noch auf die Idee kommen, daß der Vorsteuerabzug aus größeren Investitionen ganz nett wäre.

Deren Gedankengang ist wohl, dass sie zuviel zahlen, wenn sie keine Vorsteuer geltend machen können.
Die denken gar nicht, sondern machen, was sie gesagt kriegen, um ihren Job zu behalten.

Dabei beachten sie nicht, dass sie Nettopreise zahlen beim Kleinunternehmer, sprich die Preise wären bei Ust. einfach mal mind. 19 % höher.
Nein. Die einem vorsteuerabzugsberechtigten Kunden effektiv zur Last fallenden Preise sollten unabhängig davon, ob da USt aufgeschlagen wird oder nicht, in der Regel gleich sein. Und die USt ist für ihn durchlaufender Posten, also irrelevant.

Wenn der leistende Unternehmer die Systematik versteht, wird er die (meist für beide Seiten) richtige Entscheidung treffen. Nur die Abnehmer meinen, anderen ihre Marktmacht spüren und ihren Dickschädel durchsetzen zu müssen.

Wie erklärst du dir dann, dass ich nur jährlich zahlen muss?
Siehe oben: Die Gesetzesfundstelle habe ich Dir auch dafür genannt.
 
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Über die entsprechenden USt-Anwendungserlasse gibt es hier schon Möglichkeiten.
Ausgangspunkt der Diskussion war § 18 Abs. 2 Satz 4 UStG:

§ 18 UStG
Besteuerungsverfahren

...
(2) ... Nimmt der Unternehmer seine berufliche oder gewerbliche Tätigkeit auf, ist im laufenden und folgenden Kalenderjahr Voranmeldungszeitraum der Kalendermonat.
...
Es kann natürlich sein, daß das ein Finanzbeamter verpeilt - darauf sollte man sich aber besser nicht verlassen.

So lange das Finanzamt dir keine Mitteilung übersendet, besteht kein Handlungsbedarf, erst wenn die Mitteilung bzgl. der Abgabe der USt-VA für das Kalendervierteljahr / den Kalendermonat im Briefkasten liegt, sollte man reagieren.
Wenn man sein Unternehmen schon eine Weile betreibt, ist es kein Hexenwerk, die Eckdaten für den Abgabeturnus im Auge zu behalten, anstatt sich überraschen zu lassen. Und für einen "hilfsbedürftigen Selbständigen" ist das geradezu unabdingbar, ziehen dem doch eklatante Steuernachzahlungen sofort die Füße weg.
 
E

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Wozu soll ich mit Dir darüber streiten, was im UStG steht? Lies gefälligst selber nach:

UStG - Einzelnorm
Warum so gereizt?

Nun ja, das ist mehr als unverständlich formuliert. "Zuzüglich Steuer" trifft nun mal auf KLeinunternehmer nicht zu.

Nein, das laufende.
Aus der Gegenwart betrachtet- ja!

Merkst Du wenigsten selber, was Du für einen Unsinn schreibst? Wer auf die Nichterhebung der Steuer verzichtet, ist schon mal selbst schuld, wenn er auf seinen Rechnungen pflichtwidrig keine Steuer ausweist und dann darob den Kunden hinterherläuft.
Ja, das war einfach nur ein Schreibfehler meinerseits, ich meinte natürlich "Wer die KLeinunternehmerregelung in Anspruch nimmt...."


Nein. Die einem vorsteuerabzugsberechtigten Kunden effektiv zur Last fallenden Preise sollten unabhängig davon, ob da USt aufgeschlagen wird oder nicht, in der Regel gleich sein. Und die USt ist für ihn durchlaufender Posten, also irrelevant.
Wenn der leistende Unternehmer die Systematik versteht, wird er die (meist für beide Seiten) richtige Entscheidung treffen. Nur die Abnehmer meinen, anderen ihre Marktmacht spüren und ihren Dickschädel durchsetzen zu müssen.
Yupp!

Der vorsteuerabzugsberechtige Kunde bekommt von einem Kleinunternehmer einen Stundenpreis von 50 € genannt. Der Kunde fragt, ob er Vorsteuer geltend machen kann, der Kleinunternehmer verneint dies. Der Kunde ist sauer, weil er meint eigentlich wäre der Preis ja nur 42 € (+19 %) und der Kleinunternehmer versucht ihn abzuzocken. Der Kunde kommt nicht auf die Idee, dass der Preis eigentlich 50 € + 19 % sein würde, wenn der Kleinunternehmer vorsteuerabzugsberechtigt wäre. Für den Kunden würde das natürlich, aufgrund des durchlaufenden Postens keinen Unterschied machen, aber das 19 % Argument kam bei mir doch recht häufig, um zu versuchen den Preis zu drücken.


Siehe oben: Die Gesetzesfundstelle habe ich Dir auch dafür genannt.
Ja, Praxis und Theorie eben!
 

schu83

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Wenn man sein Unternehmen schon eine Weile betreibt, ist es kein Hexenwerk, die Eckdaten für den Abgabeturnus im Auge zu behalten, anstatt sich überraschen zu lassen. Und für einen "hilfsbedürftigen Selbständigen" ist das geradezu unabdingbar, ziehen dem doch eklatante Steuernachzahlungen sofort die Füße weg.
Das ist richtig. Alleine durch das Ausfüllen der Anlagen EKS wird man sich zumindest rudimentär mit seinem Betrieb und dem Ergebnis befassen müssen, wer abzuführende Steuerbeträge dann noch fahrlässig vor sich herschiebt, ist selbst schuld.

Wäre mal sehr interessant herauszustellen, ob erfolgreiche Selbständige ehemalige bzw. gerade noch aktuelle Leistungsbezieher oder "normale" Selbständige den besseren Überblick über ihren Betrieb haben - das führt an dieser Stelle jedoch zu weit.
 

hunter11

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Moin zusammen,
muß diesen thread nochmals kurz aktivieren:

Geht nochmals um die Umsatzsteuer sowohl Berechnung als auch Deklaration bei der Anmeldung.

Ich hatte artig, wie hier top beschrieben von einigen Usern, die Umsatzsteuer ermittelt. Zur Erinnerung: Frau betreibt kleines Ladenlokal mit ausschließlichen Verkauf an Endverbraucher, KEINE Kleinunternehmerregelung !

Beispiel: Gesamtmonatsumsatz (z.B) 1163,- € /119 X 19 = 185,69 € (abzuführende MWST). Dachte ich zumindest. Korrektur durch FA somit 220,97 € Wo liegt mein Denk-/ Rechenfehler.

Ausserdem muß man in der UST - Voranmeldung immer den NETTObetrag angeben (da habe ich zunächst auch den Bruttobetrag genommen).

Kann mir einer kurz Licht ins Dunkel bringen ?

Danke euch,

gruß hunter11
 

Hainbuche

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Die 220,97 Euro würden sich exakt ergeben, wenn die 1163 Euro der Nettoumsatz (zu dem die Umsatzsteuer noch dazukommt) wären.

Also hat das FA wohl den Bruttoumsatz als Nettoumsatz angesehen. Wahrscheinlich, weil dort, wo Netto hingehört, Brutto eingetragen wurde.
 

Fairina

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Hi, lasst den Mist sein mit dem Excel oder sonstigen Ösel-Buchhaltungsprogrammen. Vor allem dann, wenn ihr von Buchhaltung keine oder wenig Ahnung habt. Kauft oder mietet ein vernünftiges Buchhaltungsprogramm (NICHT Lexware, da rate ich ausdrücklich von ab) wie hier KHK Sage GS-Office ? Produktdetails. Wobei das ursprüngliche KHK-Kaufmann Programm nicht mehr so zu bekommen ist. Aber es gibt da auch günstige Angebote. Du gibst die Zahlen ein und nachher auf ein Knöpfchen drucken und die USt-VA kommt da sauber raus, egal ob als Print- oder als Elstermitteilung.
 

hunter11

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Die 220,97 Euro würden sich exakt ergeben, wenn die 1163 Euro der Nettoumsatz (zu dem die Umsatzsteuer noch dazukommt) wären.

Also hat das FA wohl den Bruttoumsatz als Nettoumsatz angesehen. Wahrscheinlich, weil dort, wo Netto hingehört, Brutto eingetragen wurde.
Danke Dir ! Manchmal hat man einfach eine Blockade im Kopf...
Leichtester Dreisatz und man wäre am Ziel ;-)

Werde jetzt die Korrekturen einreichen und dann ist gut
 
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