Existenzgründung: Registrierkasse oder nicht?

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Rounddancer

Gast
Was meint Ihr, sollte ich mir für Außen-Stand-Termine (3m*3m-Pavillon ist da, drei kleine Klapptischchen auch)
eine Registrierkasse zulegen,- oder hat das noch Zeit?

Und, wenn ja, kennt Ihr eine, die (auch) ohne Netzanschluß funktioniert, per Akku oder Batterie? Im Niedrigpreis-Segment?

Danke!
 

EMRK

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Da nicht absehbar ist, wie sich dein Geschäft entwickeln wird, sollte eine Geldkassette für den Anfang genügen.

So würde ich das machen.
 

Roter Bock

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Leg Dir einen Quittungsblock dazu. Eine Kasse ist zu aufwendig. Meines Wissens ist eine "Bon - Kasse" nur in der Gastronomie Pflicht.

Roter Bock
 

ZynHH

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Die Frage ist doch, musst du eine solche Kasse haben oder willst du darüber Warengruppen trennen, statistisch, preisgruppenmässig, Preistastenweise....was soll mit der Kasse erreicht werden? Kontrolle der Kassierer?

Wie viele verschiedene Artikel kauft der Einzelne, kann der Verkäufer Kopfrechnen?

Muss passend rausgegeben werden?

Du siehst, es gibt eine Menge fragen....
 
R

Rounddancer

Gast
Danke, gute Fragen.
Ich möchte ja mit variablem Sortiment raus, mal Gutschein-, Geschenk und Kinderbücher, mal Rauchmelder, Nahrungsergänzungsmittel, Hundefutter. Je nachdem, was gerade am jeweiligen Standort geht, und was nicht. Und wen ich als Mitarbeiter dabei habe.

Zudem können die Kunden ja bei mir mit EC- und Kreditkarte zahlen,- da ist halt auch das Belegproblem, denn der sollte halt zusätzlich zum Zahlungsbeleg, den sich der Kartenkunde per SMS auf sein Handy, oder per Email wünschen kann.

Bei Barkunden muß ich natürlich passend rausgeben können, das stimmt.
 

hartaber4

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Zudem können die Kunden ja bei mir mit EC- und Kreditkarte zahlen,- da ist halt auch das Belegproblem, denn der sollte halt zusätzlich zum Zahlungsbeleg, den sich der Kartenkunde per SMS auf sein Handy, oder per Email wünschen kann.

Bei Barkunden muß ich natürlich passend rausgeben können, das stimmt.

Da kommt doch auch ein Beleg heraus:


POS-Cash - EC-Terminal
 
L

lola montez

Gast
Rounddancer@,

Registrierkassen bekommst du auch schon gut Gebrauchte.
Sieh dich mal in einemShop für gebrauchte Elektronik um, An- und Verkauf.
Das sind die Läden, die auch Handys und Zubehör anbieten.
Meist sehr günsig und du hast noch ein Jahr Garantie drauf.
 

Sani73

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Hallo Rounddancer,

ich werde wenn es so weit sein sollte erstmal mit einem Formularbuch für Rechnungen anfangen, die gibt es mit Durchschlag und auch mit fortlaufender Nummer.
Die mussten wir auch oft verwenden wenn das Kassensystem mal wieder nicht funktionierte. Bei EC Zahlung schreibt man das einfach dazu.
Die EC- Terminal anlagen müssen ja nicht unbedingt mit der Kasse gekoppelt sein.
Vielleicht ist das ja auch was für dich.

Gruß
Sani
 
E

ExitUser

Gast
Was meint Ihr, sollte ich mir für Außen-Stand-Termine (3m*3m-Pavillon ist da, drei kleine Klapptischchen auch)
eine Registrierkasse zulegen,- oder hat das noch Zeit?

Nein, weder jetzt noch später. Du mußt aber die Einnahmen unbedingt taggenau aufzeichnen und dem Fiskus ggf. erklären können, wie Du die Umsätze unterschiedlicher Steuersätze trennst. Ein Betreiber eines Riesenrads ist mal vom Fiskus um eine kräftige Summe erleichtert worden, weil man ihm das Kassenbuch zerreißen konnte. Eine Münzwaage (kam auch eine vierstellige Summe) war ein Pfifferling gegen den Schaden aus der Betriebsprüfung.
 

Sani73

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Nein, weder jetzt noch später. Du mußt aber die Einnahmen unbedingt taggenau aufzeichnen und dem Fiskus ggf. erklären können, wie Du die Umsätze unterschiedlicher Steuersätze trennst. Ein Betreiber eines Riesenrads ist mal vom Fiskus um eine kräftige Summe erleichtert worden, weil man ihm das Kassenbuch zerreißen konnte. Eine Münzwaage (kam auch eine vierstellige Summe) war ein Pfifferling gegen den Schaden aus der Betriebsprüfung.

:) Zu den Steuersätzen fällt mir gerade eine Geschichte ein, an der ich indirekt beteiligt war.
Als ich damals bei meinem ehemaligen AG angefangen habe, sagte mir meine direkte Kollegin das ich das Kassenbuch nicht führen solle weil die Buchhaltung wegen den unterschiedlichen Handschriften durch einander kommen würde.
Mir war das ja egal und so lag ich ihr dann immer die Kassenabrechnungen auf den Schreibtisch weil die eh kaum da war.
Irgendwann rief dann die Buchhaltung bei mir im Laden an und fragte mich total sauer ob ich die Steuersätze nicht kennen würde. Es würde Stress mit dem Fiskus geben.
Da hatte meine Kollegin doch nie 7% beachtet. Ab den Zeitpunkt war ich dann für das Kassenbuch zuständig.
 
E

ExitUser

Gast
Im Detail:


Der Kassensturz am Ende des aktuellen Geschäftstages

abzüglich des Kassenbestandes am Beginn des aktuellen Geschäftstages (üblicherweise Kassensturz von gestern)

abzüglich eventuell eingelegtes Wechselgeld

zuzüglich aus der Kasse entnommene Beträge
(Wareneinkauf, Benzinquittung, Aushilfe, ... - einzeln aufzuführen)

ergibt Umsatz des aktuellen Geschäftstages


Funktioniert so einfach aber nur bei Kleinunternehmern oder bei einheitlichem Steuersatz.
Und muß JEDEN Abend gemacht werden, nicht einfach frei Schnauze am Monatsende.
 
E

ExitUser

Gast
Als ich damals bei meinem ehemaligen AG angefangen habe, sagte mir meine direkte Kollegin das ich das Kassenbuch nicht führen solle weil die Buchhaltung wegen den unterschiedlichen Handschriften durch einander kommen würde.

Völliger Quatsch. Eines der Kennzeichen eines ordnungsgemäß geführten Kassenbuches ist die Tatsache, daß es täglich geführt wurde. Die Handschrift ist jeden Tag ein bißchen anders, man sieht es also, wenn es auf einen Rutsch runtergeschrieben wurde. Dann kriegt man nicht jeden Tag denselben Stift in die Finger. Außerdem hat jeder (unbewußt) bestimmte Lieblingszahlen, die er über das statistische Mittel hinweg häufiger bevorzugt. Das checkt das Finanzamt mit dem sogenannten Chi-Quadrat-Test. Ist zwar umstritten, aber die Finanzrichter haben sich dem meist angeschlossen. Von einem Juristen kann man schlechterdings nicht verlangen, mathematisch-statistische Verfahren ad absurdum zu führen.


Man kann also niemandem so richtig empfehlen, die zwanzig Minuten am Abend in den Skat zu drücken.

Im Falle einer Betriebsprüfung reißt ihr in den üblicherweise zwei Wochen Ankündigungsfrist für die vergangenen vier Jahre auch keine Distel mehr aus. Zudem gibt es das Instrument der "umsatzsteuerlichen Nachschau" - ohne Ankündigung. Da steht der Prüfer einfach so im Laden und freut sich wie ein Schneekönig, wenn er den Korrekturschlüssel stecken sieht. Die Nachschau kann dann auch zu einer regulären BP ausgeweitet werden. Und das Finanzamt hat auch die (inoffizielle) Betriebsanleitung Eurer Kasse im Intranet stehen, der Prüfer braucht sich also nur Typ und Hersteller der Registrierkasse aufzuschreiben.

In 99,9% aller schrägen Fälle sind die Belege beim Rohrbruch ersoffen, gestohlen und die Kasse gestern früh vom Blitz getroffen (denn da finden sich alle Eingaben in der Tiefe der Speicherplätze).
Das ist alles ganz allein Euer Problem. Die Sprüche kennen die Prüfer auswendig, die lachen nicht 24 Stunden am Tag über Otto-Witze. Ihr seid verpflichtet, die Aufzeichnungen zu führen und bei einer Prüfung zeitnah zur Verfügung zu stellen. Zeitnah heißt, so innerhalb einer Stunde, wenn die Prüfung angekündigt war. Wenn geschätzt wird, tut das weh. Es ist gängige Rechtssprechung, daß die Schätzung umso gröber ausfallen darf, je gröber die Mängel in der vorgefundenen Buchführung sind.
 

Sani73

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Völliger Quatsch. Eines der Kennzeichen eines ordnungsgemäß geführten Kassenbuches ist die Tatsache, daß es täglich geführt wurde. Die Handschrift ist jeden Tag ein bißchen anders, man sieht es also, wenn es auf einen Rutsch runtergeschrieben wurde. Dann kriegt man nicht jeden Tag denselben Stift in die Finger. Außerdem hat jeder (unbewußt) bestimmte Lieblingszahlen, die er über das statistische Mittel hinweg häufiger bevorzugt. Das checkt das Finanzamt mit dem sogenannten Chi-Quadrat-Test. Ist zwar umstritten, aber die Finanzrichter haben sich dem meist angeschlossen. Von einem Juristen kann man schlechterdings nicht verlangen, mathematisch-statistische Verfahren ad absurdum zu führen.


Man kann also niemandem so richtig empfehlen, die zwanzig Minuten am Abend in den Skat zu drücken.

Im Falle einer Betriebsprüfung reißt ihr in den üblicherweise zwei Wochen Ankündigungsfrist für die vergangenen vier Jahre auch keine Distel mehr aus. Zudem gibt es das Instrument der "umsatzsteuerlichen Nachschau" - ohne Ankündigung. Da steht der Prüfer einfach so im Laden und freut sich wie ein Schneekönig, wenn er den Korrekturschlüssel stecken sieht. Die Nachschau kann dann auch zu einer regulären BP ausgeweitet werden. Und das Finanzamt hat auch die (inoffizielle) Betriebsanleitung Eurer Kasse im Intranet stehen, der Prüfer braucht sich also nur Typ und Hersteller der Registrierkasse aufzuschreiben.

In 99,9% aller schrägen Fälle sind die Belege beim Rohrbruch ersoffen, gestohlen und die Kasse gestern früh vom Blitz getroffen (denn da finden sich alle Eingaben in der Tiefe der Speicherplätze).
Das ist alles ganz allein Euer Problem. Die Sprüche kennen die Prüfer auswendig, die lachen nicht 24 Stunden am Tag über Otto-Witze. Ihr seid verpflichtet, die Aufzeichnungen zu führen und bei einer Prüfung zeitnah zur Verfügung zu stellen. Zeitnah heißt, so innerhalb einer Stunde, wenn die Prüfung angekündigt war. Wenn geschätzt wird, tut das weh. Es ist gängige Rechtssprechung, daß die Schätzung umso gröber ausfallen darf, je gröber die Mängel in der vorgefundenen Buchführung sind.

Das kannst du mir glauben. Nach dem Vorfall lief das dann anders und jemand war total beleidigt. :)
 
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